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  • Macht euch Freunde!
    Der Wachtturm 1962 | 1. Mai
    • alle deine Feinde, Jehova! aber die ihn lieben, seien wie die Sonne aufgeht in ihrer Kraft!“ — Richt. 5:31.

      12, 13. (a) Warum sollten sich Christen nicht Geld und Reichtum zu Freunden machen? (b) Zwischen welchen Herren müssen wir als Sklaven wählen, und warum kann ein Christ nicht ein Sklave zweier Herren sein?

      12 Auch Geld und Reichtum sollten sich Christen nicht zu Freunden machen. In seinen Ausführungen über die Wahl rechter Freunde sagte Jesus: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Reichtum.“ Demnach können uns Geld und Reichtum zwar helfen, uns Freunde zu machen, aber wir sollten sie nicht als die einzigen Freunde des Menschen betrachten, denn Jesus führte weiter aus: „Kein Hausknecht kann Sklave zweier Herren sein; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein.“ — Luk. 16:9, 13, NW.

      13 Jesus legte damit eine grundlegende Regel fest: Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein. Die beiden Herren, von denen hier die Rede ist, stehen sich feindlich gegenüber, der eine ist gut, der andere schlecht. Jesus zeigte, daß, wer dem einen anhängt, den anderen verachten, wer den einen liebt, den anderen hassen wird. Der Gegensatz zwischen ihnen ist so groß, daß man nicht für beide sein kann. Jehova Gott ist der höchste Herr, dem wir als Sklaven dienen sollten, er ist als Schöpfer der höchste Gebieter aller Geschöpfe. Wenn wir seine Freunde sein wollen, dann müssen wir ihm treu dienen, indem wir ihm ausschließlich ergeben sind, unser Leben und alles, was wir haben, in seinen Dienst stellen und in die Fußstapfen seines geliebten Sohnes, Jesu Christi, treten. Jehova gestattet seinen Dienern auch nicht, ihm nur zeitweise zu dienen und die übrige Zeit im Dienste seines gehaßten Feindes zu stehen. Jesus machte dies der Versammlung in Laodicäa durch folgende Worte klar: „Ich kenne deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest! Also, weil du lau bist und weder kalt noch warm, so werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.“ (Off. 3:15, 16) Wer weder kalt noch warm ist, wird ausgespien, das heißt voll Abscheu verworfen werden. Ein Christ, der sich die Freundschaft Gottes und seines Sohnes erwerben möchte, muß also ungeteilten Herzens sein, er kann nicht für Jehova und für den anderen Herrn, Satan, den Teufel, den „Gott dieses Systems der Dinge“, sein.

      14. (a) Welchen Fehler beging der reiche junge Oberste in der Wahl seiner Freunde? (b) Warum ist die rechte Verwendung von Geld und Reichtum so wichtig?

      14 Jesus zeigte klar, daß niemand, der ein Freund Gottes sein möchte, ein Sklave weltlicher Reichtümer und somit ein Sklave des falschen Herrn sein kann. Wir dürfen nicht so handeln wie jener reiche junge Oberste, der zwar ein Freund Gottes sein wollte, aber nicht bereit war, die Bande, die ihn wie einen Sklaven an diese Welt fesselten, zu lösen. Jesus sagte zu ihm: „Verkaufe deine Habe und gib den Armen [Jehovas], und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach.“ (Matth. 19:21) Mit diesen Worten wandte Jesus auf den jungen Obersten die Regel an: Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein. Es ging um die ausschließliche Ergebenheit Jehova Gott gegenüber. Würde der reiche junge Oberste bereit sein, Jehova zu geben, was ihm gehörte, oder es vorziehen, ein Sklave des Reichtums zu sein? Er traf die verkehrte Entscheidung und gewann deshalb den Schatz im Himmel, das heißt die kostbare Freundschaft Gottes, nicht. Geld und Reichtum sind nützlich, und wir verwenden sie richtig, wenn wir uns, wie Jesus zeigte, damit Gott und seinen Sohn zu Freunden machen. Da dies Diener Gottes wissen, lassen sie nicht zu, daß Geld und Reichtum Herr über sie werden, sondern bleiben stets Herr über sie und verwenden sie im Dienste Jehovas Gottes. Wenn wir zulassen, daß Geld und Reichtum über uns Herr werden, indem wir sie uns zu Freunden machen, dann machen wir uns zu einem Feinde Jehovas Gottes, denn wir machen uns dadurch zu einem Freund dieser Welt und zu einem Sklaven seines verhaßten Feindes, des Gottes dieser Welt.

      15. (a) Wen sollten wir uns zu Freunden machen, und weshalb gelangt man als ihre Sklaven nicht in die Stellung eines Gehaßten? (b) Was tat Jesus zum Beweis seiner Freundschaft für die, die ihm gehorchen, und was schließt diese Freundschaft nicht aus?

      15 Für Menschen, die wirklich ewiges Leben erlangen möchten, sind Jehova Gott, der höchste Herr und Gebieter, und sein Sohn, „den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge“ die richtigen Freunde. (Heb. 1:2) Ein Sklave Gottes und Jesu Christi zu werden heißt nicht, in die Stellung eines Gehaßten zu gelangen, in der man unterdrückt und ausgebeutet und über das Vorhaben seines Herrn in Unkenntnis gehalten wird. Nein, ein treuer, gehorsamer Sklave Gottes und seines Sohnes zu werden bedeutet, ihr Freund zu werden. Es tröstet uns, wenn wir daran denken, daß Jesus zu seinen treuen Nachfolgern sagte: „I h r seid meine Freunde, wenn ihr tut, was irgend ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiß nicht, was sein Herr tut; aber ich habe euch Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.“ (Joh. 15:14, 15, Fußnote) Zwischen ihnen und Jesus besteht nicht das kühle, förmliche Verhältnis, das im allgemeinen zwischen Herren und Sklaven besteht, denn obwohl sie Sklaven sind, sind sie auch Jesu Freunde. Zum Beweis seiner Freundschaft gab Jesus Christus seine Seele „für seine Freunde“ hin. (Joh. 15:13) Er erkaufte sie mit seinem kostbaren Blut. Diese Freundschaft schließt also nicht aus, daß Christen auch Sklaven Gottes und Jesu Christi sind. Wenn sie als Sklaven ihr Freundschaftsverhältnis zu ihrem Herrn aufrechterhalten möchten, dann dürfen sie keine freundschaftlichen Bande mit dieser Welt und ihrem Herrn und Gebieter, Satan, dem Teufel, knüpfen. Niemand kann ein Sklave zweier Herren sein.

      16. Welches Gleichnis von einem Hausverwalter erzählte Jesus, und was wollte er damit sagen?

      16 Wie können wir uns Jehova und seinen Sohn zu Freunden machen, und weshalb sollten wir uns heute unbedingt ihre Freundschaft erwerben? Das 16. Kapitel des Lukasevangeliums gibt ein Gleichnis wieder, in dem Jesus von einem Hausknecht oder Verwalter spricht, der entlassen werden soll. Dieser Verwalter beweist jedoch praktische Weisheit, indem er sich mit dem Reichtum Freunde macht. Er erhält kein Gehalt, wie das heute üblich ist. Daher müßte er nach seiner Entlassung entweder betteln oder hart arbeiten, vielleicht „graben“. Zum Graben ist er aber nicht kräftig genug, und betteln will er nicht. Er geht darum hin und setzt die Beträge auf den Schuldscheinen verschiedener Schuldner seines Herrn herab. Nun würde er nach seiner Entlassung Leute finden, die ihn aufnähmen, weil er sie sich mit dem Reichtum zu Freunden gemacht hat. Er müßte sich also seinen Unterhalt nicht durch eine verhaßte Beschäftigung — wie „graben“ — verdienen oder sich demütigen und betteln gehen. Dieser Verwalter hatte einen guten Blick für die Zukunft und handelte mit praktischer Weisheit, indem er den Reichtum oder materielle Güter dazu gebrauchte, sich Freunde zu machen. Jesus Christus sagte deshalb, daß Christen in ähnlichem Sinne praktische Weisheit bekunden sollten: „Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Reichtum, damit, wenn er euch ausgeht, sie euch in die ewigen Wohnstätten aufnehmen.“ — Luk. 16:9, NW.

      17. (a) Was besitzen Jehova und Jesus Christus, und worüber machen sich viele Menschen keine Gedanken? (b) Welche Gewißheit hinsichtlich Gottes Verheißungen sollte uns veranlassen, praktische Weisheit anzuwenden, besonders wenn wir bedenken, daß wir Geld und Reichtum sowie unser Leben von heute auf morgen verlieren können?

      17 Jehova Gott und Jesus Christus sind die einzigen, die „ewige Wohnstätten“ besitzen, und in diese nehmen sie nur ihre Freunde auf. Die vielen Menschen, die sich heutzutage ernstlich Sorgen machen und beunruhigt sind wegen der Wohnungsnot, der hohen Mieten und Grundsteuern, machen sich wahrscheinlich wenig Gedanken darüber, wie sie sich eine ewige Wohnstätte in Gottes gerechter neuer Welt sichern könnten. Gottes neue Welt wird eine Welt sein, in der nicht nur „Gerechtigkeit wohnt“, sondern nach seiner Verheißung auch „der Tod … nicht mehr sein [wird], noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein“. „Die früheren Dinge sind vergangen.“ (2. Pet. 3:13; Off. 21:4, NW) Diese Verheißung gibt uns Gott in seinem Wort. Glaubst du daran? Jehovas Worte bleiben nie unerfüllt. Josua sagte zu den Israeliten: „Bedenkt denn mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, daß von all den Segensverheißungen, die der HErr, euer Gott, in bezug auf euch gegeben hat, keine einzige unerfüllt geblieben ist; nein, alle sind bei euch eingetroffen, keine einzige von ihnen ist unerfüllt geblieben.“ (Jos. 23:14, Me) Warum also nach bleibenden Wohnstätten in dieser Welt trachten, wenn uns durch Gottes unfehlbares Wort doch eine gerechte neue Welt verheißen ist? Es wäre sinnlos. Geld und Reichtum sowie unser Leben können wir von heute auf morgen verlieren. Praktische Weisheit anzuwenden heißt also, unsere materiellen Güter so zu verwenden, daß wir uns dadurch den Baumeister aller Dinge und Jesus Christus, seinen Sohn, zu Freunden machen. Jesus sagte zu seinen Nachfolgern: „In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ (Joh. 14:2) Wenn uns dann auch der „Reichtum“ „ausgeht“, wissen wir genau, daß wir liebevoll aufgenommen werden in die „ewigen Wohnstätten“ der neuen Welt.

      18. Wieso kann man Gottes Gaben nicht mit Geld erkaufen, und wer kann ein Freund Gottes werden?

      18 Heißt das, daß Gott Bestechungsgelder annähme oder wir uns von seinem Zorn loskaufen könnten? Keineswegs. Ananias und Sapphira dachten, sie könnten Gottes Gunst und einen guten Namen bei ihm mit Geld erwerben. Sie erkannten nicht, daß sie dadurch selbstsüchtig handelten und sich nicht als Freunde Gottes erwiesen. Auch Simon, der ehemalige Zauberer, dachte, er könne Gottes Gunst mit Geld erkaufen. Er wurde jedoch eines Besseren belehrt, als Petrus zu ihm sagte: „Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, daß die Gabe Gottes durch Geld zu erlangen sei!“ (Apg. 8:20) Nein, mit Geld kann man Gottes Gaben nicht kaufen. Bestände diese Möglichkeit, so wären die Reichen im Vorteil, weil sie sich dann mit Geld einen Platz in Gottes neuer Welt sichern könnten. Gott ist jedoch nicht käuflich und nicht parteiisch. Jeder kann sich Gott und seinen Sohn zu Freunden machen, sein materieller Besitz mag noch so gering und unbedeutend sein.

      19. (a) Wie können wir denn Geld oder materielle Güter verwenden, um Gottes Freundschaft zu gewinnen? (b) Wie sollten wir also unsere Mittel verwenden?

      19 Wie können wir aber unseren Reichtum oder unsere materiellen Güter verwenden, um uns Gott zum Freund zu machen? Nicht indem wir Gott zu bestechen suchen, sondern indem wir ihn verherrlichen! Ihm gehört die ganze Welt. „Mein ist das Silber und mein das Gold, spricht Jehova.“ „Denn mein ist alles Getier des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen.“ (Hag. 2:8; Ps. 50:10) Somit können wir Gott in materieller Hinsicht nicht bereichern. Wir können unsere Mittel aber verwenden, um ihn zu verherrlichen, indem wir anderen von seinem Vorhaben erzählen und beweisen, daß wir ihm ausschließlich ergeben sind und ihn aufrichtig lieben. Wenn wir unsere Mitmenschen zum Bibelstudium anspornen, wenn wir sie mit Hilfsmitteln zum Studium der Bibel versehen, wenn wir mit ihnen über Gottes Vorhaben und Verheißung einer gerechten neuen Welt sprechen und ihnen diese Dinge verstehen helfen — dann verwenden wir unsere Mittel zur Verherrlichung Gottes.

      20. Warum ist es heute unbedingt erforderlich, sich Gott zum Freund zu machen, und mit wem sollten wir Umgang haben?

      20 Wenn wir unser Mittel zur Verherrlichung Gottes verwenden, sammeln wir uns Schätze im Himmel und machen uns Freunde, die uns nie verlassen und sich nie von uns abwenden werden, ja die uns ewiges Leben unter dem Königreich des Himmels verleihen können. Sich Gott und seinen Sohn zu Freunden zu machen ist heute unbedingt erforderlich, da für diese Welt nun die „Zeit des Endes“ gekommen ist und sie in Gottes Krieg von Harmagedon bald vergehen wird. Jetzt müssen wir beweisen, daß wir Freunde Gottes sind. Jetzt müssen wir jede Hilfe annehmen, die man uns bietet, um Gottes Freundschaft zu erlangen. Wir müssen daher regelmäßig mit denen zusammenkommen, die Gott lieben und ihm gehorchen — die Jesus Christus „meine Freunde“ nennt. (Luk. 12:4) Durch ihren Umgang mit der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas lernen heute Tausende von Menschen, wie sie Jesu Aufforderung nachkommen können: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Reichtum, damit, wenn er euch ausgeht, sie euch in die ewigen Wohnstätten aufnehmen.“ — Luk. 16:9, NW.

  • Sich als Gottes Freund erweisen
    Der Wachtturm 1962 | 1. Mai
    • Sich als Gottes Freund erweisen

      „Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelte? Wer wird auf deinem heiligen Berge wohnen? Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen.“ PSALM 15:1, 2, NW.

      1. Wie beschreibt die Bibel Gottes neue Welt, und welche Anforderungen kennenzulernen, sollte uns interessieren?

      NIEMAND wird in Gottes neue Welt aufgenommen und kann ewig als Gottes Gast darin wohnen, der nicht Gottes Freund ist. Da Jehova nur die Reinen und Guten um sich versammelt, muß jeder, der in seinem Zelt Gast sein möchte, gewissen Anforderungen entsprechen. Diese Anforderungen kennenzulernen, das sollte der Wunsch jedes echten Christen sein, denn nur wer diesen Anforderungen entspricht, kann einst ewig an einer Wohnstätte leben, von der die Bibel sagt: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen … Gleichzeitig hörte ich eine laute Stimme vom Throne her sagen: ‚Siehe! das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.‘“ — Off. 21:1, 3, NW.

      2. Wie beschreibt der Psalmist unter Inspiration den Freund Gottes?

      2 Der Psalmist David schrieb unter Inspiration nieder, was Gott von jemandem verlangt, der bei ihm Gast, das heißt sein Freund sein möchte: „Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelte? Wer wird auf deinem heiligen Berge wohnen? Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen. Er hat nicht verleumdet mit seiner Zunge. Seinem Gefährten hat er nichts Übles getan, und keine Schmähung hat er gegen seinen Freund erhoben. In seinen Augen ist der Verachtete gewißlich verworfen, aber die Jehova fürchten, ehrt er.“ — Ps. 15:1-4, NW.

      3. Warum nimmt Jehova mit Recht nicht jeden als Gast auf, und wie zeigte sich das schon in den Tagen Davids?

      3 Niemand sollte überrascht sein, daß Gott, der Allmächtige, nur gewisse Personen als Gäste in sein Zelt aufnimmt. Wer von uns wollte irgend jemanden als Gast in sein Haus aufnehmen? Wir laden längst nicht jeden ein. Viele von uns wären nicht gewillt, schlechte Menschen auch nur kurze Zeit um sich zu haben. An diesen Grundsatz hält sich auch Jehova Gott. Auch er nimmt nicht jeden in sein Zelt auf: „Bei dir wird der Böse nicht weilen.“ (Ps. 5:4, Fußnote) In den Tagen Davids durfte nicht jeder das Zelt Gottes betreten. David hatte die Lade Jehovas aus dem Hause Obed-Edoms nach Jerusalem gebracht. „Und sie brachten die Lade Jehovas hinein und stellten sie an ihren Ort innerhalb des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte.“ (2. Sam. 6:17) Wer dieses Zelt betrat, trat vor den Höchsten. David bestellte gewisse Männer zu Dienern in Jehovas Zelt. Zu diesen Bevorrechteten gehörte auch Asaph. (1. Chron. 16:4-6) Nur jemand, der untadelig wandelte und rein und aufrichtig war, durfte beständig in diesem Zelt auf Jehovas heiligem Berg dienen.

      4. Was wird von denen verlangt, die sich in Gottes Gegenwart aufhalten dürfen, und wie sollte der Christ deshalb eingestellt sein?

      4 Jehova wählt jene, die sich in seiner heiligen Gegenwart aufhalten dürfen, sehr sorgfältig aus. Wenn schon jene, die in den Tagen Davids in Jehovas Zelt auf seinem heiligen Berg Gast sein wollten, genauen Anforderungen entsprechen mußten, wieviel mehr müssen es dann die, die als Glieder seiner heiligen Familie für immer Gast sein möchten in seinem Zelt! Wenn wir dieses unvergleichlichen Vorrechts würdig sein und mit David sagen wollen: „Ich werde Gast sein in deinem Zelte auf unabsehbare Zeit“, müssen wir uns als Gottes Freunde erweisen. „Sein vertrauter Umgang ist mit den Aufrichtigen.“ Wer somit Gottes Schutz und Gastfreundschaft für immer genießen möchte, muß unbedingt wissen, was dazu gehört, in Gottes Augen aufrichtig zu sein. (Ps. 61:4, NW; Spr. 3:32, Fußnote) Jeder Christ sollte sich daher fragen: „Jehova, wer wird Gast sein in deinem Zelte? Wer wird auf deinem heiligen Berge wohnen?“ Und jeder Christ sollte genau wissen, was der Psalmist damit meinte, wenn er antwortete: „Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen.“ — Ps. 15:1, 2, NW.

      UNTADELIG WANDELN

      5. Wieso wandelte Adam nicht untadelig, und was büßte er daher ein?

      5 Ein Christ, der in Gottes Augen untadelig wandeln möchte, muß Jehova Gott völlig vertrauen und dieses Vertrauen dadurch beweisen, daß er seinen Geboten gehorcht. Adam, der erste Mensch, war Gottes Gast im Edenparadies. Er hätte in jenem Paradies, das durch Gottes Gegenwart gesegnet war, ewig wohnen können. Er erwies sich aber nicht als ein Freund Gottes. Wegen seines Ungehorsams gegen seinen himmlischen Vater und den Eigentümer seiner paradiesischen Wohnstätte wurde er daraus vertrieben. Er entsprach den Anforderungen, denen er als Gast im „Garten Gottes“ hätte entsprechen müssen, nicht mehr. (Hes. 28:13) Adam wandelte nicht untadelig und konnte daher nicht Gottes Freund sein.

      6. Wer wurde „Jehovas Freund“ genannt, und warum?

      6 Die Bibel enthält indes unzählige Beispiele, die zeigen, wie Menschen sich erfolgreich als Freunde Gottes erwiesen. Einige dieser Freunde Gottes werden in Hebräer, Kapitel 11, angeführt, zum Beispiel Abraham, von dem Jakobus schrieb: „Das Schriftwort wurde erfüllt, das sagt: ‚Abraham glaubte an Jehova, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet‘, und er wurde ‚Jehovas Freund‘ genannt.“ (Jak. 2:23, NW) Welch ein Vorrecht, „Jehovas Freund“ genannt zu werden! Sind wir aber — wie einst Abraham — bereit, die Anforderungen, die an einen Freund Jehovas gestellt werden, zu erfüllen? Nur den Wunsch zu haben, Gottes Freund zu sein, genügt nicht. Wir müssen beweisen, daß wir seine Freunde sind. Abraham bewies, daß er an Jehova Gott glaubte und ihm vertraute, indem er sein Gebot, Ur in Chaldäa zu verlassen, befolgte und später versuchte, den einzigen Sohn, den ihm Sara geschenkt hatte, seinen geliebten Isaak, zu opfern. Der Schreiber an die Hebräer sagt daher: „Durch Glauben gehorchte Abraham, als er gerufen wurde, an einen Ort auszuziehen, den er zum Erbe erhalten sollte, und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er käme. Durch Glauben hat Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak so gut wie geopfert, und der Mann, der froh die Verheißungen empfangen hatte, versuchte, seinen einziggezeugten Sohn zu opfern, obwohl ihm gesagt worden war: ‚Was „dein Same“ genannt wird, wird durch Isaak kommen.‘“ (Heb. 11:8, 17, 18, NW) Abraham wandelte untadelig und bewies seinen Glauben an Gott und sein Vertrauen zu ihm durch seinen Gehorsam — „und er wurde ‚Jehovas Freund‘ genannt“.

      7. Wie sollten wir die Freundschaft mit Gott einschätzen?

      7 Könnte uns irgend etwas mehr befriedigen als das Bewußtsein, Jehovas Freund zu sein? Was ist der sogenannte Erfolg in der heutigen Geschäftswelt schon im Vergleich zu dem Vorrecht, Gottes Freundschaft zu genießen? Nichts gewährt uns das Glück und die Befriedigung, die wir verspüren, wenn wir „reich“ sind „vor Gott“. (Luk. 12:21, AB) Manch einer strengt sich heute sehr an, um es im Geschäftsleben zu etwas zu bringen. In Gottes Augen untadelig wandeln zu lernen, um dadurch Gottes Freund zu werden, verdient noch weit größere Anstrengungen.

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