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  • Wie der Strom erzeugt wird
    Erwachet! 1972 | 22. November
    • Edison Electric Institute verbraucht die Industrie etwa 41 Prozent des erzeugten Stromes, 32 Prozent entfallen auf die Haushalte und 23 Prozent auf Handel und Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser. Die letzten 4 Prozent entfallen auf den Verkehr, die Straßenbeleuchtung, die U-Bahn usw.

      Wie wird diese ungeheure Menge elektrischer Energie erzeugt?

      Wie der Strom erzeugt wird

      Der größte Teil des elektrischen Stromes wird mit Hilfe von „fossilen Brennstoffen“ wie Erdöl, Kohle und Erdgas erzeugt. Diese Brennstoffe werden in den riesigen Feuerungsanlagen der Kraftwerke verbrannt. Die Feuerungsanlage beheizt einen Dampfkessel, um Heißdampf zu erzeugen. Der Dampf strömt mit einer Geschwindigkeit von über 1 600 km/st in eine riesige Turbine ein und dreht ihre Schaufelräder. Bei Wasserkraftwerken wird die Fallhöhe von Wasser ausgenutzt, um die Turbinen anzutreiben. Die Turbinen treiben dann die Generatoren an, in denen der Strom erzeugt wird.

      In den Vereinigten Staaten werden über 80 Prozent des elektrischen Stromes von Dampfkraftwerken erzeugt, der größte Teil des restlichen Stromes von Wasserkraftwerken. Vor neunzig Jahren wurde in der Stadt New York das erste Dampfkraftwerk in Betrieb genommen. Heute gibt es im ganzen Land rund 3 400 Kraftwerke.

      Die Erzeugung von elektrischer Energie mit Hilfe von Dampfturbinen ist relativ unrationell. Beim Umwandlungsvorgang wird nur etwa ein Drittel der Energie der Kohlen, des Erdöls oder des Erdgases in elektrische Energie umgewandelt. Die beiden anderen Drittel der Energie entweichen in Form von umweltverschmutzender Wärme und Bewegungsenergie der Abgase und Flugasche. Ferner gehen bis zu 20 Prozent der erzeugten Energie bei der Beförderung vom Kraftwerk zum Verbraucher verloren.

      Was die Kraftwerke an Brennstoffen organischen Ursprungs verbrauchen, übersteigt unser Begriffsvermögen. Ein großes Kraftwerk, das als Brennstoff Kohle verwendet, mag stündlich über 500 Tonnen Kohle verbrennen! In den Vereinigten Staaten wird fast die Hälfte der elektrischen Energie aus Kohle gewonnen, der größte Teil der anderen Hälfte mit Hilfe von zu Tal fließendem Wasser sowie aus Erdgas und Erdöl.

      Die elektrische Energie ist natürlich nur eine Energieform. Für den Kraftfahrzeugverkehr, den Flugverkehr, die Beheizung von Wohnungen usw. werden ebenfalls immer größere Energiemengen benötigt. Die für diese Zwecke hauptsächlich benutzten Energiequellen sind Erdöl und Erdgas.

      Schädigung der Umwelt

      Von den verschiedenen Brennstoffen schädigt die Kohle die Umwelt am meisten. In dem Kraftwerk der Virginia Electric and Power Company, wo täglich etwa 9 000 Tonnen Kohlen verfeuert werden, fallen stündlich fast 55 Tonnen Flugasche und etwa 18 Tonnen Schwefeldioxyd an, und der größte Teil davon wird in die Luft abgegeben! Zu Beginn dieses Jahres wurde angekündigt, daß gegen die Delmarva Power and Light Company in Delaware City gerichtlich vorgegangen werde, weil sie die Luft jedes Jahr mit fast 68 000 Tonnen Schwefeldioxyd verunreinigt.

      James R. Schlesinger, Vorsitzender der Atomenergiekommission, sagte vor kurzem über das Luftverschmutzungsproblem: „Die große Masse der Schwefeloxyde in der Luft und ein großer Teil der Stickstoffoxyde — von den Feststoffpartikeln ganz zu schweigen — stammen von den Kraftwerken, in denen fossile Brennstoffe verfeuert werden.“

      Auch die Methode der Kohlenförderung trägt zur Schädigung der Umwelt bei. Im vergangenen Jahr wurden etwa 44 Prozent der Kohle im Tagebau abgebaut, dabei sind Tausende Hektar des schönsten Berglandes in den Vereinigten Staaten verwüstet worden. Charakteristisch für die Proteste, die gegen diese Abbaumethode erhoben werden, sind folgende Ausführungen des Kongreßabgeordneten Ken Hechler:

      „Die Kohlen- und Strombarone sowie gewisse Gesetzgeber von der Westküste versuchen, die Bevölkerung der Appalachenstaaten zu unterjochen, die Pflanzendecke unserer Hügel zu zerstören und unsere Flüsse zu verschmutzen, um den Bedarf der stromhungrigen Großstädte zu decken. Wir sind heute so weit, daß wir uns gegen diese Methoden zur Wehr setzen.“

      Die Stadt New York hat in diesem Jahr mit beträchtlichem Aufwand an Kosten die Kraftwerke von Kohle auf Öl und Erdgas umgestellt, doch damit ist das Problem nicht gelöst. Denn Öl und Erdgas verschmutzen die Luft auch. Wird Öl und Erdgas verbrannt, so gelangen der Schwefel, den das Öl enthält, und die Stickstoffoxyde des Erdgases ebenfalls in die Luft. Außerdem besteht noch das Problem der Aufheizung von Flüssen und Seen durch das Kühlwasser der Kraftwerke; diese Aufheizung erreicht manchmal einen gefährlichen Grad.

      Ist die gegenwärtige Energieversorgungskrise eine Folge dieser Gefahr für die Umwelt, oder gibt es andere Faktoren, die noch schwerer ins Gewicht fallen?

  • Warum die heutige Energieversorgungskrise?
    Erwachet! 1972 | 22. November
    • Warum die heutige Energieversorgungskrise?

      JEDE Energie stammt aus einer Quelle. Das Pferd zum Beispiel bezieht seine Kraft aus der chemischen Energie, die in den Pflanzen gespeichert ist, die es frißt. Pflanzen sind die Energiequelle der Muskelkraft sowohl der Tiere als des Menschen.

      Vor dem zwanzigsten Jahrhundert hat der Mensch seine Arbeit hauptsächlich mit Hilfe der Muskelkraft — seiner eigenen oder der der Tiere — verrichtet. Auch hat er vorwiegend pflanzliches Material — Holz — verbrannt, um Energie zu gewinnen. Noch 1870 gewann der Mensch den größten Teil der Energie, mit der er die ersten Dampfmaschinen, Flußschiffe und Eisenbahnlokomotiven antrieb, aus Holz.

      Der Verbrauch fossiler Brennstoffe

      Mit der zunehmenden Industrialisierung stieg auch der Energiebedarf des Menschen für seine neuen Maschinen. Daher zapfte er die Vorräte fossiler Brennstoffe, die seit uralter Zeit in der Erde gespeichert lagen, an. Er begann, Kohle zu fördern, und verbrauchte von diesem Rohstoff immer größere Mengen. Im Jahre 1910 deckte er drei Viertel seines Energiebedarfs mit Hilfe von Kohle.

      Etwa um das Jahr 1859 herum begann der Mensch einen anderen fossilen Brennstoff in größerem Maße zu verbrauchen. In jenem Jahr wurde die erste industrielle Ölbohrung durchgeführt. Das Öl wird heute hauptsächlich für den Antrieb von Kraftfahrzeugen und anderen Verkehrsmitteln benutzt. Allein in den Vereinigten Staaten werden jetzt täglich rund 244 Millionen Liter Erdöl verbraucht!

      In den letzten Jahren, besonders seit dem Zweiten Weltkrieg, sind die Erdgasvorräte der Erde angezapft worden. In den Vereinigten Staaten hat man ein Erdgasleitungsnetz von über einer Million Kilometer Länge gebaut, das ist die vierfache Länge der Erdölleitungen dieses Landes. Das Erdgas, mit dem die Hausfrau kocht, mag aus Erdgasfeldern stammen, die Hunderte von Kilometern weit weg sind.

      In den Vereinigten Staaten wird heute mehr als 95 Prozent des Energiebedarfs mit Hilfe fossiler Brennstoffe gedeckt. Im Jahre 1970 lieferte Erdöl etwa 43 Prozent, Erdgas etwa 33 Prozent und Kohle etwa 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Landes. Die restliche Energie lieferten hauptsächlich Wasserkraftwerke. Diese Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist die Wurzel der Energieversorgungskrise.

      Die Krise

      In der New York Times vom 19. März 1972 wurde erklärt: „Wir verspüren den Druck, weil unsere Energiequellen — Kohle, Erdöl und Erdgas — zur Neige gehen und der Bedarf der übrigen Welt an diesen Rohstoffen schneller steigt als der Bedarf der USA.“

      Was würde geschehen, wenn diese Energiequellen plötzlich erschöpft wären? Dann wäre es mit dem technisierten Leben vorbei! Kraftfahrzeuge, Eisenbahn und Flugzeuge könnten nicht mehr verkehren. Der größte Teil der Beleuchtung, Fernsehgeräte, Kühlschränke und andere elektrische Geräte würden nicht mehr funktionieren. Das ist der Ausgangspunkt der Krise.

      Gehen die fossilen Brennstoffe wirklich „zur Neige“? Manch einer hat geglaubt, diese Energiequellen wären sozusagen unerschöpflich — oder sie würden wenigstens noch Tausende von Jahren ausreichen. Was ist geschehen?

      Rascher Verbrauch der Rohstoffvorräte

      Der Energiebedarf ist schneller gewachsen, als man erwartet hat. Fossile Brennstoffe werden in ungeheuren Mengen verbraucht. Durchschnittlich werden in der ganzen Welt täglich über 7 Milliarden Liter Öl gefördert! Im Jahre 1970 war die Welterzeugung um 9,5 Prozent größer als im Vorjahr. Wenn der Bedarf anhält, würde sich der Erdölverbrauch in zehn Jahren mehr als verdoppeln. Der

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