-
Was kann man tun, wenn die Lebensmittel knapp werden?Erwachet! 1975 | 22. Januar
-
-
an der Rutgers-Universität, erzählt, was oft geschieht:
„Die meisten Familien essen Erbsen oder tiefgekühltes Gemüse ohne das Wasser, in dem es gekocht wurde. So werfen sie alle Mineralstoffe und einige der Vitamine der Nahrung fort. Beim Zubereiten der Nahrung sammeln sich Mineralstoffe und wasserlösliche Vitamine im Wasser an, das heißt, der Nährwert geht in die Flüssigkeit über.“
Ein guter Koch achtet auch darauf, das Gemüse nicht zu zerkochen und dabei den Nährwert zu zerstören. Einige Hausfrauen wärmen Essenreste nicht wieder auf, sondern servieren sie kalt, um ihren Nährwert zu erhalten. Dies kann auf vielerlei schmackhafte Weise getan werden. Ebenso sollte man es vermeiden, Fleisch anbrennen zu lassen, da dies wertvolle Vitamine und Mineralstoffe vernichtet.
Selbst auf Nahrungssuche gehen
Bisweilen findet man sehr gute Nahrung in der freien Natur. Welche Unkrautpflanzen wertvoll für die Ernährung sein können und wie man sie erkennt, kann man aus Büchern über dieses Gebiet erfahren. Der Löwenzahn ist ein solches „Unkraut“. Aus seinen jungen Blättern kann man Salat machen. Er enthält mehr Vitamin A als alle anderen Salatpflanzen und hat auch viel Calcium, Phosphor, Eisen, Natrium und Kalium. Aus den Blüten wird manchmal Wein gemacht. Die Wurzel kann man in Scheiben schneiden und zu Salat verwenden, oder man kann sie trocknen, rösten und mahlen und dann als Kaffee-Ersatz verwenden.
Die Brennessel ist ein weiteres sehr nahrhaftes „Unkraut“. Ihre zarten Schößlinge enthalten große Mengen Vitamin A und C sowie etwas Vitamin B. Sie ist ebenfalls reich an Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen und enthält auch Eiweiß und Traubenzucker. Im Frühjahr kann man die jungen Pflanzen als Spinat verwenden, sie mit Kopfsalat zusammen anrichten oder daraus eine Suppe kochen. Man kann sie auch frisch einfrieren oder trocknen und zu einem Mehl ausmahlen.
Der Weiße Gänsefuß gilt als vollwertiger Spinatersatz. Die jungen Blätter können genau wie Spinat zubereitet oder für Salate verwendet werden. Neben den vielen eßbaren wildwachsenden Pflanzen gibt es die verschiedensten eßbaren Pilze, Nüsse und Beeren, die man sich oft selbst suchen kann.
Notlagen
Sollte es wirklich zu den angekündigten Hungersnöten kommen, mag es wichtig sein zu wissen, was man ohne Gefahr essen kann und was bekömmlich ist.
Es hat Menschen gegeben, die in der Wildnis verhungert sind, während um sie herum eine Vorratskammer voller lebenerhaltender Nahrung war. Doch die große Frage heißt: Was ist eßbar?
Es ist gut, zu beobachten, wovon sich Vögel und andere Tiere ernähren. Im allgemeinen gilt, daß man essen kann, was sie essen. Dies trifft aber nicht in jedem Fall zu. Wenn man daher nicht weiß, ob etwas giftig ist oder nicht, sollte man ein wenig davon kauen und im Mund behalten. Tritt Brennen, Übelkeit oder bitterer Geschmack auf, spuckt man es aus. Dann wird eine giftige Pflanze dem Körper wahrscheinlich nicht schaden.
Eskimos haben Mäusenester ihrer Wintervorräte an Wurzelgemüse, Nüssen und Grünfutter beraubt, um ihren Speiseplan zu bereichern. Sie wußten, sie konnten sich darauf verlassen, daß die Mäuse eßbare Nahrung sammeln. Sie achteten darauf, das, was sie genommen hatten, durch Fisch zu ersetzen, damit die Mäuse überleben und Nahrung für den nächsten Winter sammeln konnten.
Beinahe alle Gras- und Kleearten sind eßbar, wenn sich auch der Magen erst allmählich daran gewöhnen muß. Bäume und Sträucher bieten ebenfalls wertvolle Nahrung. Die jungen Knospen und Schößlinge können eßbar sein. Auch die inneren Rindenschichten verschiedener Bäume können zur Speise verwendet werden. Manche Leute haben sie schon getrocknet, in Stücke geschnitten, gemahlen und zur Herstellung von Brei und Brot genommen. Flechten und Moose sind ebenfalls eßbar. Erforscher der Arktis sollen schon dadurch überlebt haben, daß sie sie gegessen haben. Der Rohrkolben kann auf verschiedene Weise zur Nahrung verwertet werden.
Beinahe alle Tiere sind, sofern sie gesund sind, für den Menschen genießbar. Viele Menschen scheuen sich davor, bestimmte Tiere zu essen wie Bären, Hunde, Füchse, Katzen und Schlangen sowie Eichhörnchen, Wühlmäuse und andere Nagetiere. Doch in manchen Gegenden werden diese Tiere als Delikatesse betrachtet.
Weiterhin sind praktisch alle Vögel eßbar, darunter Krähen, Elstern, Möwen und Schwäne. Auch ihre Eier kann man in Notlagen essen. Außerdem gibt es noch die Insekten. Heuschrecken, Ameisen und Termiten dienen einigen Völkern schon seit langem als Nahrung.
Viele Vögel und andere Tiere ernähren sich von Larven, Raupen und Würmern, und genauso kann dies der Mensch, wenn es nötig wird. Die zahlreichen winzigen krabbelnden Tiere in unserer Umgebung stellen in Wirklichkeit ein reichhaltiges Angebot an lebenerhaltender Nahrung dar. Man mag zwar davor zurückschrecken, sie zu essen, doch sie sind nicht nur nahrhaft, sondern manchmal auch schmackhaft. Zum Beispiel werden Schnecken als echte Delikatesse für ein Feinschmeckermahl angesehen.
Angesichts der sich verschlimmernden Nahrungsmittelknappheit kann man wirklich viel tun. Man kann weniger Fleisch essen, sofern es zur Zeit ein großer Posten auf dem Speiseplan ist. Wenn man sich über den Nährwert der Lebensmittel informiert, kann man das essen, was am günstigsten ist. Außerdem kann man lernen, wie man beim Zubereiten und Kochen den Nährwert der Speisen erhält. Schließlich können wir uns mit den Pflanzen und Tieren um uns herum vertraut machen, damit wir sie essen können, falls die gegenwärtige Nahrungsmittelknappheit zu einer regelrechten Hungersnot wird.
-
-
Eine Heilmethode aus dem AltertumErwachet! 1975 | 22. Januar
-
-
Eine Heilmethode aus dem Altertum
Dr. Salvatore P. Lucia schreibt in dem Buch Wine as Food and Medicine (Wein als Nahrung und Medizin): „Der therapeutische Gebrauch von Wein bei akuten Infektionen der Atemwege geht bis in das Altertum zurück. In der Neuzeit hat er sich bei der Behandlung von Bronchitis ... und anderen Erkrankungen der Lunge als wirksam erwiesen. Warmer Wein wird empfohlen, wenn man bei Grippe und anderen Infektionen der Atmungsorgane Schüttelfrost hat. Ein Glas Wein vor dem Zubettgehen beugt oft einer Erkältung vor, da er wie ein Sudoriferum [ein schweißtreibendes Mittel] wirkt.“
-