-
Deutschlands Kirchen in einer KriseErwachet! 1971 | 8. Februar
-
-
der wissenschaftlichen Bibelkritik ihm wesentlich zum „besseren Verständnis der Bibel“ verholfen hätten. Aber hat nicht gerade dieses „bessere Verständnis der Bibel“ aufgrund dieser „wissenschaftlichen“ Kritik zu der „Meinungsvielfalt der Theologie mit ihren extremen Gegensätzen“ geführt, für die Kirchenbesucher kein Verständnis mehr aufbringen und sich daher von der Kirche abwenden? „Mit der Feststellung, was Gott schon alles getan hat, ist nichts gewonnen“, entwickelte die Kölner Theologin Dr. Dorothee Sölle — Verfasserin des 130-Seiten-Buches „Atheistisch an Gott glauben“ u.a. — bei einem Vortrag in Frankfurt ihr Konzept eines „nichttheistischen Glaubens“. Gemäß dieser in Deutschland sehr bekannten Theologin müsse jede Überwelt verneint werden, denn „es steht uns nicht frei, darüber zu befinden, ob es sie gibt oder nicht; es ist einfach eine Tatsache, daß diese Überwelt, die für frühere Generationen wirkende Kraft hatte, heute nichts mehr bewirkt“. Deshalb sei Gott — „dieser theistische Fetisch, den sie Gott nennen“ tot. Gott sei vielmehr der alltägliche Mensch. Kann man es aufrichtigen Menschen verdenken, wenn sie sich von Kirchen abwenden, die solche Lehren verbreiten lassen?
Weder die „moderne“ Theologie mit ihrem „neuen Verständnis der Bibel“ und ihrer „Gott-ist-tot“-Theorie, die von der althergebrachten Art des Gottesdienstes Abstand nimmt und dafür durch Diskussionen und Beat-Messen aus der Gemeinde eine Aktionsgruppe machen will, noch die konservative Theologie mit ihrer Einteilung in Geistliche und Laien, ihrem Zölibat, ihrer Einmischung in die Politik, ihren „Kriegsgebeten“ auf früheren und heutigen Kriegsschauplätzen und ihren unbiblischen Lehren hat die Kirchen glaubwürdiger gemacht. Im Gegenteil, der Berliner Theologieprofessor Günther Harder sagt für sie schlimme Zeiten voraus: „Es wird ein Erdrutsch kommen, der uns den Atem verschlägt.“ Und daran können auch von der Kirche versandte Fragebogen nichts mehr ändern.
Einige Menschen verlassen die Kirche jedoch noch aus einem anderen Grund. Nach einer sorgfältigen Betrachtung der Bibel haben sie erkannt, daß die bestehende Krise sich ausweiten und schließlich zu dem vollständigen Zusammenbruch der Kirchen führen wird, den nur die wahre Religion überstehen kann. Woran die wahre Religion zu erkennen ist, haben diese Personen durch ein wöchentliches Bibelstudium kennengelernt, das Jehovas Zeugen mit ihnen in ihrer Wohnung durchführten. Dem Worte Gottes haben sie unmißverständlich entnommen, daß Jesus keine Kirche ins Leben rief, die eine Einteilung in Geistliche und Laien kannte, die den Zölibat vertrat, die sich in die Politik einmischte, die „Kriegsgebete“ sprach, die Kirchensteuern einzog und die sich schließlich von der Bibel abwandte und heidnischen Lehren folgte. Diese Menschen haben die Kirche verlassen, um Gott zu gefallen. Jehovas Zeugen helfen jedem, der es wünscht, durch eine sechsmonatige kostenlose Bibelbetrachtung in der eigenen Wohnung, ‘die Form der Anbetung [Religion] kennenzulernen, die vom Standpunkt Gottes aus rein und unbefleckt ist’. — Jak. 1:27.
-
-
Der schönste SiegErwachet! 1971 | 8. Februar
-
-
Der schönste Sieg
◆ „Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.“ (Spr. 16:32) In der Vergangenheit ist die Wahrhaftigkeit dieses Bibelwortes häufig bestätigt worden. Es hat viele Herrscher gegeben, die fremde Völker besiegt haben, selbst aber Sklaven ihrer Leidenschaft oder ihres Temperaments gewesen sind. Zu diesen gehörte Alexander der Große. Er eroberte Reiche, selbst aber war er Sklave seines Jähzorns. In einem Wutanfall tötete er einmal seinen besten Freund, den er angeblich über alles liebte.
Es ist so offensichtlich, welch große Weisheit in diesem Spruch steckt, daß man ihn in abgewandelter Form bei vielen Völkern findet. Eine dieser Abwandlungen lautet: „Sich selbst besiegen ist der schönste Sieg.“
-