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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1952
w52 15. 2. S. 61-63

Berichte aus dem Jahrbuch 1952 der Zeugen Jehovas

DEUTSCHLAND

EIN gesegnetes Arbeitsjahr in Deutschland fand seinen Höhepunkt in der Hauptversammlung „Reine Anbetung“ der Zeugen Jehovas in Frankfurt am Main. Einhundertzwanzig deutsche Verkündiger hatten das Vorrecht, dem Kongress in London beizuwohnen und erhielten einen Vorgeschmack dessen, was in Frankfurt geschehen sollte. Jehovas Zeugen der ganzen Welt wissen, dass Deutschland während vieler Jahre sehr schwere Zeiten durchgemacht hat, was besonders auf Jehovas Zeugen zutrifft. Ja, bis auf diesen Tag erdulden sie weiterhin Beschwerden. Doch sind sie treu und entschlossen, Jehovas Namen zu verherrlichen und diese gute Botschaft vom Königreich zu predigen. Gegen die Verbreitung ihrer Zeitschriften hat man in manchen Städten Widerstand geleistet, aber diese Fälle sind vor Gericht gezogen und erfolgreich erledigt worden. Die Zeugen in Ostdeutschland stehen fest, und dies trotz Konzentrationslagern, Gefangennahme und ungeachtet der Tatsache, dass die kommunistische Polizei sie hetzt und jagt. Sie wissen, dass weiterhin ein Werk zu tun ist und sagen zu den Gefangenen: „Gehet hinaus!“ Und sie ziehen aus und lobpreisen den Namen des Höchsten. Der Bericht des Zweigdieners über das, was dort im vergangenen Jahr geschah, ist äusserst interessant.

In ungefähr vier Wochen des Vorbereitens war eine ganze Zeltstadt im Walde beim schön gelegenen Stadion in Frankfurt Niederrad errichtet. Vier der grössten Zeltfirmen Deutschlands halfen beim Aufstellen mit. Mehr als 30 000 Personen und auch die ganze „Cafeteria“ und andere wichtige Abteilungen der Hauptversammlung wurden dort untergebracht. Am 23. August, am Abend vor dem Kongress, brachten 28 Sonderzüge mehr als 25 000 Kongressbesucher bis zur kleinen Station, die sich in der Nähe der Anlagen befindet. Tausende weiterer kamen per Bus, Autos und mit andern Transportmitteln, so dass kurz nach Eröffnung des Kongresses am Freitagmorgen 34 547 Anwesende gezählt wurden. Diese Zahl stieg am Samstag auf 38 226 an und erreichte am Sonntagnachmittag beim öffentlichen Vortrag eine Höchstzahl von 47 432. Vertreter von nicht weniger als 24 Nationen waren anwesend; somit war es eine ganz internationale Versammlung, und sie war farbenfroher und grösser als irgendeine, die man wahrscheinlich je zuvor in Deutschland oder gar in Europa erlebte. Es wurden 2373 Brüder getauft, was neuen Beweis für die beständige Mehrung der Theokratie lieferte.

Die Freigabe des Buches „Ausgerüstet für jedes gute Werk“ in Deutsch durch Bruder Knorr löste grosse Freude und Beifall aus. Alle hatten sehnlich darauf gewartet, und es wird bestimmt eine wirksame Hilfe im Königreichsdienst sein. Es ist das zweite Buch, das von der Druckerei der deutschen Zweigstelle seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hergestellt worden ist. Lieder, die aus der Fülle des Herzens gesungen wurden, drückten die mächtige Freude aller Anwesenden aus. Ein grosses, ausgezeichnetes Orchester von 150 Personen sorgte für die Musik.

Die Tagespresse, Zeitschriften und das Radio veröffentlichten günstige, ja wohlwollende Berichte und Bekanntmachungen, welche das gute Werk der Zeugen im ganzen Lande unterstützten. Sie machten Bemerkungen über die Taufe und bekundeten besonderes Interesse an der Lokomotive, die auf einem unbenutzten Geleise direkt neben dem grossen Küchenzelt stand und für 48 Dampfkessel Dampf lieferte.

Damit die Freude in unserem Lande ihren Höhepunkt erreiche, flogen die Brüder Knorr und Henschel nach Berlin, um sich mit den Berliner Brüdern und einer Anzahl aus der Ostzone zu treffen. Die Waldbühne war gemietet worden. Welche Überraschung, und wie tief bewegt waren der Präsident und seine Gefährten, als festgestellt wurde, dass am Dienstagnachmittag 13 563 Teilnehmer sich in diesem lieblichen Freilichttheater versammelt hatten! Diese Tagung war zuvor auf nur 4 Stunden Dauer anberaumt worden. Obwohl keine weitere Ankündigung ergangen war, war die Kunde von Bruder Knorrs Absicht, Berlin zu besuchen, vor dem Kongress in Frankfurt bis nach den fernen Winkeln der Ostzone gedrungen und hatte die Brüder dort veranlasst, sich in Bewegung zu setzen. Wer hätte sie auch zurückhalten können? Wer unter der grossen Menge des Volkes Gottes kann sich vorstellen, was es heisst: ‚Bruder Knorr hinter dem Eisernen Vorhang‘, um dort seiner Ansprache zu lauschen?

Mehr als 8000 von der Ostzone waren anwesend und kehrten voller Freude heim, bereit, trotz den Feinden, mehr denn je am Königreichswerk teilzunehmen und den Gefangenen baldige Freiheit zu verkündigen. Die Bevölkerung der Ostzone horcht auf die Botschaft und liebt sie. Sie schätzt den Mut und die Unerschrockenheit, mit der Jehovas Zeugen dem kommunistischen Terror widerstehen und lieber in Strafanstalten oder Arbeitslager gehen, als dem göttlichen Befehl zu widerstehen oder den gesegneten Königreichsdienst aufzugeben. Sie leben das Leben, das ihnen durch die unverdiente Güte des Herrn gewährt wird. Sie gewinnen es, indem sie furchtlos bleiben, bis Jehovas starker Arm auch diesen Feind in den Staub wirft und wiederum seinem Volke die Freiheit erlangen hilft, die nötig ist, um ihm seinem Befehle gemäss zu dienen.

In der Ostzone nimm die Zahl derer, welche die Arbeit wiederum aufnehmen oder sich nach dem Verbot neu angeschlossen haben, jeden Monat zu. Beginnend mit 5500 Verkündigern im September 1950 hat die Ostzone im letzten Dienstjahr eine Höchstzahl von 17 256 Verkündigern erreicht. Obwohl allgemein bekannt ist, dass 708 von den Kommunisten Eingesperrte schreckliche Martern und Drangsale erdulden, schliessen sich doch jeden Monat Hunderte dieser Gruppe von Zeugen an und beziehen Stellung für Jehova und sein Königreich.

Jetzt, zu Beginn des neuen Dienstjahres, gibt es 36 997 Verkündiger in Westdeutschland. Wenn wir jene von der Ostzone dazu zählen, haben wir 54 253 Verkündiger für die neue Welt. Dies bedeutet 2000 mehr, als wir letztes Jahr, vor dem Verbot in Ostdeutschland, hatten. So hat Jehova durch die Macht seines Geistes bereits das, was der Feind als unsere Niederlage betrachtete, in einen wunderbaren Sieg umgewandelt.

Während des vergangenen Dienstjahres ist guter Fortschritt erzielt worden im gesetzlichen Befestigen und Verteidigen des Werkes der Veröffentlichung der „guten Botschaft“. Entscheidungen durch behördliche Büros, Freisprüche durch Gerichtsentscheidungen wie auch andere Zugeständnisse und Anerkennungen haben dazu gedient, die Angriffe der Feinde wirksam zurückzuschlagen.

Mit vermehrter Dankbarkeit und Wertschätzung für den Dienst, den Jehova uns anvertraut hat, treten wir daher ins neue Jahr mit dem bestimmten Gefühl ein, dass nichts uns von einer Teilnahme an der weltweiten Mehrung seiner theokratischen Herrschaft fernhalten kann. Bruder Knorrs Besuch und die Empfehlungen, die er für das Bethel und die Druckerei machte, werden zur weiteren Förderung und zum Nutzen des Werkes im ganzen Lande gereichen. Jehovas Zeugen in Deutschland werden zusammen mit ihren Brüdern in allen Ländern der Welt fortfahren, Jehova Gott die „reine und unbefleckte Anbetung“, die ihm gebührt, darzubringen.

FRANKREICH

Der Geist der Ausdehnung war bestimmt im vergangenen Jahr in Frankreich und im Saargebiet fühlbar. Zwanzig von den Brüdern Frankreichs konnten am Kongress in Neuyork im Yankee-Stadion teilnehmen, und eine besondere Anstrengung wurde gemacht, Bezirksversammlungen zu organisieren, wodurch die französischen Brüder mindestens das starke Echo jener grossen christlichen Versammlung hören konnten. Diese Versammlungen hatten eine wunderbare Wirkung auf die Brüder, und es war ihre Wonne, mit dem Predigen der guten Botschaft voranzudrängen und den „andern Schafen“ eine Hilfe zu sein. Die Auswirkungen wurden bestimmt offenbar, denn die durchschnittliche Zahl der Verkündiger nahm um 34 Prozent zu, und heute verkündigen 7136 Zeugen Jehovas das Königreich und sagen zu den Gefangenen: „Gehet hinaus!“ Der Zweigdiener unterbreitet einiges Interessantes zur Betrachtung.

Ein Gruppendiener erzählt von einem Nachbesuch, der an einem Ort gemacht wurde, wo es keine Zeugen Jehovas gab, und berichtet, wie dieser Nachbesuch sich zu einem Studium entwickelte, woran zehn Personen teilnahmen. Innerhalb von zwei Monaten begannen vier Personen zu verkündigen, und zur Zeit der darauffolgenden Kreisversammlung wurden sechs von den ursprünglichen zehn getauft. Am Schlusse des Dienstjahres gab es in jener kleinen Stadt 12 Verkündiger, und bis zu 30 Personen besuchten die öffentlichen Vorträge, die dort abgehalten wurden. Die Heimbibelstudien sind gewiss ein wirksames Mittel, dem Gebot Jesu zu gehorchen: „Weide meine Schafe.“

Millionen von Franzosen stehen unter dem Einfluss zweier Extreme: des Katholizismus einerseits und des Kommunismus anderseits. Doch kann berichtet werden, dass diese beiden Sorten falscher Religion verfehlen, die vielen Aufrichtigen zu befriedigen, die sich um Hilfe an sie gewandt haben.

Folgende Erfahrung ist typisch von der Art, wie viele Katholiken reagieren, wenn sie die Wahrheit hören. Anlässlich eines Nachbesuches bei einer Dame, die das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ abgenommen hatte, wurde der Verkündiger vom Mann empfangen, der schrie: „Leute wie Ihr sollten gehängt und Eure Bücher um den Hals gebunden und verbrannt werden!“ Warum? „Weil Ihr den Papst, die Kirche, ihre Lehren und die heilige Jungfrau angreift.“ Mit beruhigenden Worten führte ihm der Verkündiger die Hoffnung der neuen Welt vor Augen, und es wurde ein Nachbesuch verabredet. Was aber wollte er der Kirche nicht alles antun, weil sie ihn so lange getäuscht hatte, als seine verblendeten Augen einmal geöffnet waren! Es wurde ihm aber gezeigt, dass die Rache Jehova gehört, dass er aber daran teilhaben könne, andern Menschen die Augen zu öffnen. Und gerade das tun er und seine Frau jetzt, und sie gehören zu den eifrigsten Verkündigern der Gruppe. Derartige Erfahrungen erklären die Tatsache, wie die Gruppe von Gross-Paris im vergangenen Jahr von 650 auf 1085 Verkündiger angewachsen ist.

Was den Kommunismus betrifft, kann auch er jene nicht festhalten, die aufrichtig nach der Wahrheit ausblicken. Eine katholische Dame, welche von Jehovas Zeugen besucht wurde, richtete es immer so ein, dass der Verkündiger zu einer Zeit kam, da ihr Mann nicht daheim war. Weshalb? Er war ein eifriger Kommunist! Eines Tages jedoch geschah das Unvorhergesehene: ihr Mann war daheim, als der Zeuge vorsprach! Eine auf Tatsachen gegründete, logische Erklärung unserer Hoffnung wurde ihm gegeben, und in der folgenden Woche wurde beobachtet, wie er sich vornahm, daheim zu sein, wenn der Zeuge käme. Es scheint, dass die Weltverhältnisse und die religiöse Heuchelei ihn zu einem Kommunisten gemacht hatten, doch konnte er sehen, dass etwas mehr als Kommunismus nötig ist, um die Dinge in Ordnung zu bringen. Er nahm die Wahrheit schnell an, und nun sind die einst katholische Frau, der einst kommunistische Mann und die beiden Kinder alle Verkündiger für Jehovas neue Welt.

Es wäre unmöglich, diesen Bericht abzuschliessen, ohne das zu erwähnen, was offensichtlich das grösste Ereignis des Jahres, ja in der Tat, das grösste Ereignis aller Zeiten für Jehovas Zeugen in Frankreich war, nämlich der Kongress in Paris von 1951. Welch eine beglückende Freude, und wie weitet sich der Sinn, wenn man mit Brüdern von etwa 28 Ländern zusammenkommen kann! Und welch grosser Segen war es doch, die Brüder Knorr, Franz, Henschel und viele weitere Brüder von Brooklyn unter uns zu haben, die am Programm mitwirkten. Diese Versammlung rückte Les Témoins de Jéhovah bestimmt in den Vordergrund, soweit es die französische Presse und die Regierungsbehörden betrifft. Und ohne Zweifel kennzeichnet sie einen Wendepunkt im Stand des Werkes hier in Frankreich. Wenn über 10 000 Personen einem Kongress in der Hauptstadt der Nation beiwohnen, und wenn es mehr als 7000 aktive Zeugen im ganzen Lande gibt und Tausende weiterer mit der Organisation verbunden sind, kann gesagt werden, dass Frankreich ein Zeugnis zu erhalten beginnt, das einigermassen mit demjenigen verglichen werden kann, das in andern Ländern gegeben wird.

Offensichtlich ist noch ein gewaltiges Werk zu tun, aber ein gesunder Start ist gemacht worden, und mit Gottes Hilfe wird im neuen Dienstjahr eine weitere Verbesserung in der inneren Organisation und in der äusseren Ausdehnung der reinen Anbetung erfolgen. Um auf dieses hinzuwirken sind neue Mittel beschafft worden: die Zeitschriftentasche (französisch), die Bücher „Das Königreich ist herbeigekommen“, „Ausgerüstet für jedes gute Werk“ und auch neue Broschüren; und im Jahre 1952 wird die Zeitschrift Erwachet! in Französisch zweimal im Monat erscheinen. Für alle diese guten Dinge und auch für den ausgegossenen offenkundigen Segen danken wir unserem gütigen Gott Jehova und blicken zu ihm auf, dass er die vor uns liegenden Tage segnen möge.

DAS SAARGEBIET

Das erste Ereignis von Bedeutung im Dienstjahr 1951 war die Bezirksversammlung, die im Oktober in Saarbrücken stattfand. Das Programm gründete sich auf dasjenige von Neuyork, und die Veranstaltung erwies sich als die grossartigste Tagung, die in diesem Lande je abgehalten wurde. Die Zahl der 481 Anwesenden am Freitag stieg am Sonntag beim öffentlichen Vortrag auf 910 an — eine Rekordzahl. Ein sehr froher Augenblick anlässlich der Versammlung war die Freigabe des Buches „Ausgerüstet für jedes gute Werk“ in Deutsch.

Trotz dem Widerstand, den die katholische Geistlichkeit leistet, rückt das kleine Heer treuer Zeugen des Saargebietes in seinem Predigtwerk voran, und die Wahrheit erweist sich in den Herzen der Menschen guten Willens als eine mächtige Kraft, indem sie sie befähigt, herauszukommen aus Satans Gefängnissen, um die Reihen reiner Anbeter zu füllen. Eine Gruppe mietete einen Bus, um sich zum Wirken an einen kleinen Ort zu begeben, der als stockkatholisch bekannt ist. Während vier Wochen arbeiteten die Brüder diesen Ort gründlich durch, und vier öffentliche Vorträge wurden dort abgehalten. Trotz dem Einfluss und dem Widerstand der Geistlichkeit wurden Abonnements aufgenommen und Heimbibelstudien in Gang gebracht. Eine Studiengruppe wurde mit 16 Personen guten Willens gebildet, welche ihnen regelmässig beiwohnten. Einem Herrn machte es besonders Eindruck, dass ihm die Botschaft von einer jungen, 13jährigen Verkündigerin überbracht wurde. Er konnte nicht verstehen, wie ein solch junges Mädchen den Mut haben könne, die gute Botschaft unter solch schwierigen Umständen zu verkündigen, und er war überrascht über die gut verständliche Erklärung, die sie über Gottes Wort gab.

Die zwei Kreisversammlungen, die während des Jahres in Völklingen und Saint Ingbert abgehalten wurden, waren den Brüdern eine praktische Hilfe im Erfüllen der verschiedenen Arten von Königreichsdienst. Die Arbeit von Haus zu Haus mit Nachbesuchen und Bibelstudien ist das, was die besten Ergebnisse zeitigt. Ein junges Ehepaar erhielt das Zeugnis, und am selben Abend wohnte der Ehemann einem öffentlichen Vortrag bei und war sehr interessiert. Nach mehreren Nachbesuchen wurde ein Studium an Hand des Buches „Gott bleibt wahrhaftig“ begonnen. Nicht nur das junge Ehepaar wohnte ihm bei, sondern viele ihrer Verwandten, alt und jung, im ganzen zehn. Bei der nächsten Kreisversammlung wurden sechs getauft und nahmen aktiv am Felddienste teil. Die Mutter im Alter von 70 Jahren, welche in der katholischen Kirche sehr religiös erzogen worden war, ist besonders eifrig, und ein jeder, dem sie begegnet, erhält ein gutes Zeugnis.

ÖSTERREICH

Wenn Österreich auch eine einzige Nation ist, halten doch vier grosse Militärmächte verschiedene Teile des Landes besetzt. Eine solche Einrichtung dient nicht der Einheit. Die Österreicher haben ihre eigene zentrale Regierung, und die Verhältnisse im Lande sind jetzt viel besser als vor einigen Jahren. Dessenungeachtet sind die eigentlichen Probleme des Tages nicht gelöst. Unter diesen Umständen drängen Jehovas Zeugen voran, und sie haben sehr guten Erfolg im Trösten der Trauernden. Sie ‚sagen zu den Gefangenen: „Gehet hinaus!“‘ Manche hören diese gute Botschaft, beziehen in diesen letzten Tagen mit Jehovas Zeugen zusammen Stellung und verkündigen die Königreichsbotschaft. Trotz der Tatsache, dass Österreich zu 94 Prozent römisch-katholisch ist, soweit es die Mitgliederzahl betrifft, hat das Volk hörende Ohren. Der Zweigdiener legt einige interessante Dinge ihr Werk betreffend dar.

Die Brüder, die in kleineren Dörfern wohnen, müssen viel Zeit darauf verwenden, in ihr Gebiet zu gehen, da es dort weder Autobusse noch Züge gibt. Sie tun dies aber sehr gerne, um den „andern Schafen“ zu dienen, und der Herr gibt das Wachstum. In einer kleineren Ortschaft der Tiroler Alpen begannen vor einiger Zeit zwei Pioniere zu wirken, und im Februar 1951 zogen drei neue Verkündiger zum erstenmal mit den Pionieren ins Feld. Bis Ende des Jahres gab es dort 13 Verkündiger. Dies geschieht nicht nur in den abgelegenen Gebieten, sondern selbst in der Stadt Wien werden grosse Zunahmen erreicht. Bei Beginn des Jahres wurde eine neue Teilgruppe mit 39 Verkündigern in einem der Teile der Hauptstadt begonnen. Die andere Teilgruppe berichtet von 78 Verkündigern. Mehrere weitere Teilgruppen in Wien rückten mit überaus rascher Zunahme voran.

In ganz Österreich, ob im Gebiet, das unter der Militärgewalt der Westmächte steht, oder im kommunistischen Sektor, bemühen sich Jehovas Zeugen ernstlich, das Evangelium zu predigen, und sie stossen dabei auf eine Menge Schwierigkeiten. Ein Pionier schreibt: „Bisweilen ist die Störung so gross, dass es schwer fällt, durchzuhalten.“ Aber durch fleissiges Studium können sie sehen, wie wichtig es ist, fortzufahren. Ein anderer Pionier schreibt: „Nun ist ein Jahr Pionierdienst vorbei, ein Jahr der Freuden, die wahrhaft befriedigen. Es gab eine Menge Schwierigkeiten, aber diese werden von den Freuden übertroffen, welche andauern. Ohne diese Art von Dienst wäre das Leben inhaltlos.“

Gerade jetzt gibt es neun Missionare im Lande, alles Gileadabsolventen, und sie haben vorzügliche Arbeit geleistet. Es gibt noch viel unberührtes Gebiet, in welchem viele, viele Jahre nicht Zeugnis gegeben worden ist. Mehr Pioniere sind nötig und auch Gruppenverkündiger, um dieses Gebiet durchzuarbeiten und diesen hungrigen Herzen die Wahrheit zu bringen.

An einigen abgelegenen Orten macht die katholische Geistlichkeit viel Lärm, weil von Zeit zu Zeit öffentliche Vorträge durchgeführt werden. Eine kleine Gruppe beschloss, ein abgelegenes Dorf aufzusuchen, und die Verkündiger machten einen öffentlichen Vortrag bekannt. Bei der ersten Ansprache erschienen nur vier Personen, und darauf vernahmen die Brüder, dass der Priester die Leute gewarnt habe, damit ja niemand diesen Vortrag anhöre. Die kleine Verkündigergruppe liess aber nicht nach und begab sich nicht einfach in ein neues Gebiet. Nein, sie kündete eine weitere Ansprache am gleichen Orte an, und wiederum arbeitete die Geistlichkeit sehr wider Jehovas Zeugen. Da es unmöglich war, einen Saal für den Vortrag zu bekommen, wurde es nötig, den zweiten öffentlichen Vortrag im Freien, in der Nähe eines Schlossturmes, abzuhalten. Diesmal waren 80 der katholischen Einwohner anwesend!

Gegenwärtig hat die Wahrheit in ganz Österreich freien Lauf, und wir freuen uns, dass eine noch nie erreichte Höchstzahl zu verzeichnen ist — 2702 Verkündiger. Jehovas Zeugen blicken in diesem Lande einem weiteren Jahre der Wohlfahrt entgegen, in welchem sie dem Höchsten noch mehr lobsingen können.

SCHWEIZ

Im Herzen Europas, an einem der wohlbekanntesten Flecken konzentrierter Schönheit, liegt das kleine Land, die Schweiz. Hier hat die Gesellschaft ein Zweigbüro und eine Druckerei, und im Laufe des Jahres ist viel gedruckt worden, um französische und deutsche Literatur zu liefern. Es gibt noch eine Menge Arbeit zu tun, um die Gefangenen zu befreien; und jene, die frei sind, das Wort Gottes ungehindert zum Ausdruck zu bringen, gehen voran und machen die gute Botschaft von Jehovas Vorhaben bekannt. Der Zweigdiener hat einen interessanten Bericht eingesandt, und Auszüge daraus werden hier veröffentlicht.

Das vergangene Jahr ist zufolge der unverdienten Güte Jehovas ein solches der Ausdehnung gewesen. Von den 100 Gruppen im Lande erreichten 20 ihre Quote von 34 Prozent. Die durchschnittliche Zunahme der Verkündiger belief sich auf 14 Prozent, und wir hatten eine Verkündigerhöchstzahl von 2728. Die verschiedenen Sprachgebiete sind daran wie folgt beteiligt: Zunahme im deutschen Teil: 12,8 Prozent, im französischen: 22,8 Prozent (gegenüber 13 Prozent im letzten Jahr) und im italienischen Teil: 45 Prozent.

Ein Höhenlicht war die Bezirksversammlung vom Oktober in Basel, wo viele Programmpunkte des Neuyorker Kongresses wiederholt wurden. Manche der 100 Schweizer Verkündiger, die im Yankee-Stadion anwesend gewesen waren, erstatteten lebhafte Berichte. Am öffentlichen Vortrag waren 3660 anwesend, und nach dieser begeisterten Zusammenkunft überschritten beide Teilgruppen von Basel ihre Quote von 34 Prozent, indem sie insgesamt eine Höchstzahl von 352 Verkündigern berichten konnten.

Eine Kreisversammlung im katholischen Luzern war durch ein interessantes Begebnis gekennzeichnet. Ein Verein katholischer Jünglinge, die gemäss Berichten durch ihren Priester dazu ermuntert worden waren, kamen mit der Absicht zu stören zum öffentlichen Vortrag. Etwa ihrer 50 hatten auf der obersten Galerie Platz genommen und fingen bald an, zu pfeifen und zu stampfen. Nach der Bitte des Redners um Ruhe wurden die Störefriede durch das Erscheinen eines Trupps „stämmiger“ Saalordner auf dem Balkon in Schach gehalten. Nach dem Vortrag erhielten nicht weniger als vier Gruppen dieser jungen Leute an Hand der offenen Bibel ein intensives Zeugnis als Beweis des Truges der katholischen Tradition, und etwas später sah man, wie einige mit einem Buch, einer Broschüre oder einer Zeitschrift versehen davongingen.

In katholischen Gebieten besonders ist von Pionieren in jüngster Zeit viel Fortschritt erzielt worden, und dies trotz dem Widerstand von kirchlicher und polizeilicher Seite. An einem Ort, wo zwei Pioniere mit alleinstehenden Interessierten gearbeitet haben, ist nun eine Gruppe von 21 Verkündigern entstanden. Die Gruppen im Italienisch sprechenden Teil der Schweiz haben beide ihre Quote von 34 Prozent erreicht. Ein alleinstehender Pionier, der in katholischen Bergtälern wirkte, hatte die begeisternde Freude zu sehen, wie die Ortsgruppe auf 12 Verkündiger anstieg, wodurch die 34 Prozent erreicht waren.

Über ein weiteres katholisches Gebiet berichtend, sagt ein Pionier: „Hier ist die Menschenfurcht allmächtig. Als ich kürzlich mit einer Interessierten in einem Dorfe arbeitete, kamen wir zum Hause des Priesters. Er hiess uns eintreten und begann mich dann gleich einem Untersuchungsrichter ins Kreuzverhör zu nehmen. Zuerst wollte er wissen, wer uns gesandt habe. Ich sagte ihm: ‚Bestimmt wissen Sie, dass Christus seine Jünger aussendet, das Königreich zu predigen.‘ ‚Haben Sie eine Bewilligung?‘ fragte er. ‚Ja, dieselbe wie jene, die Jesus seinen Jüngern gab, sein Königreich bis ans Ende dieser Welt zu predigen.‘ Darauf sagte der Priester, er werde der Polizei rufen, worauf ich ihn daran erinnerte, dass dies der Handlungsweise der Schriftgelehrten und Pharisäer gegen Jesus ähnlich wäre, als sie ihn bei Pilatus anzeigten. Als ich in der darauffolgenden Woche ins Dorf zurückkehrte, sagten mir alle dasselbe: sie seien gewarnt worden, dass, wenn sie unsere Schriften abnähmen, sie aus der Kirche exkommuniziert würden. Dennoch hörten alle zu, und so konnte ich zwei Bücher abgeben. Sie wollten wissen, warum der Priester gegen uns sei und verboten habe, dass sie die Bücher lesen. Heute besteht eine organisierte Gruppe von 5 Personen.“

Viele interessante Erfahrungen machen die Gileadabsolventen im Missionarheim Genf, das sich in einem Viertel befindet, wo viele Diplomaten der UN. wohnen. Oft haben sie Gelegenheit, diesen Menschen Zeugnis zu geben, und es werden nun zwei Bibelstudien abgehalten. Es ist ganz interessant, so berichten sie, zu hören, wie einige der UN.-Leute die Hoffnungslosigkeit dieser versagenden Organisation zugeben, und ferner, dass die von Jehovas Zeugen verkündete Botschaft die einzig vernünftige Hoffnung für die Menschheit zu sein scheine.

Dieses Jahr hat wiederum seine Ernte an gesetzlichen Problemen gezeitigt, wobei die Streitfrage über ‚Hausieren ohne Patent‘ die hervorragendste gewesen ist. Zwanzig Fälle wurden während des Jahres berichtet, fünf wurden erfolgreich ausserhalb der Gerichte erledigt, und acht Fälle kamen vor Gericht, auch der Appellationsfall vom letzten Jahr im Kanton Waadt. Diese Appellation kam am 20. September 1950 vor das Schweizer Bundesgericht. Dieses Gericht zieht nur die schriftlichen Rechtsargumente in Erwägung und hat während langer Zeit in der Hausier-Streitfrage beharrlich gegen uns entschieden. Nach einer 70 Minuten dauernden Diskussion fällte das Gericht ein Urteil mit 5 gegen 2 Stimmen gegen uns, wobei es den alten Präzedenzfällen folgte. Trotz diesem Urteil haben die Verkündiger die Predigttätigkeit unerschrocken fortgesetzt, und zwei Monate danach wurde in Lausanne, dem Sitz des Bundesgerichts, auch im Kanton Waadt, eine dreitägige Bezirksversammlung abgehalten mit intensiver Arbeit von Haus zu Haus und Zeugnisdienst auf den Strassen. Keine einzige Anzeige erfolgte durch die Polizei! Und am Sonntag waren mehr Leute am öffentlichen Vortrag anwesend als je zuvor!

Als Krönung des Jahres kam der internationale Kongress in London, gefolgt von den Kongressen in Paris und Frankfurt, denen viele Schweizer Verkündiger beiwohnten, die ermutigt und gestärkt zurückkehrten, und dies wird bestimmt seine Früchte im andauernden grossartigen theokratischen Fortschritt bringen. Am Schlusse dieses Jahres hatten wir die Freude, in der Druckerei und im Büro Bern nach den europäischen Kongressen den Besuch von mehr als 250 amerikanischen und kanadischen Brüdern zu erhalten, darunter manche vom Bethel Brooklyn. So freuen wir uns denn auf noch weitere Gelegenheiten, ‚Jah zu lobpreisen, weil Jehova, unser Gott, der Allmächtige, als König zu herrschen begonnen hat‘.

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