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Der Tag der EntscheidungDer Wachtturm 1959 | 1. Juni
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Sintflut. Jene Welt war ebenfalls ein böses System, das schlechte Früchte hervorbrachte. Ihr Tag der Entscheidung war die Zeit, während der Noah vor der Flut warnte. Während dieser Zeit konnten die Menschen frei über ihr Geschick entscheiden. Sie konnten sich, wenn sie wollten, von jener Welt trennen und sich dem Willen Gottes unterwerfen oder weiter zu ihr halten und mit ihr untergehen. Nur acht Personen trafen eine weise Entscheidung, und diese überlebten das Ende jenes Systems der Dinge.
Christus zog eine Parallele zwischen dem damaligen Tage der Entscheidung und dem heutigen. Er sagte: „Gleichwie es in den Tagen Noahs geschah, wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: sie aßen, sie tranken; Männer heirateten, Frauen wurden verheiratet, bis zu dem Tage, da Noah in die Arche hineinging und die Flut kam und alle vernichtete.“ (Luk. 17:26, 27, NW) Die heutige Generation verhält sich der göttlichen Warnung gegenüber ebenso gleichgültig wie die Generation vor der Flut.
Durch dieses neuzeitliche Werk der Warnung und durch die Verkündigung der guten Botschaft, daß das von Christus regierte Königreich Gottes nun von den unsichtbaren Himmeln her herrscht, erhalten alle Bewohner der Erde die notwendige Erkenntnis, um eine richtige Entscheidung treffen zu können. Sie werden dadurch tatsächlich in zwei Gruppen geschieden, wie dies auch durch die Predigttätigkeit Noahs der Fall war. Die eine Gruppe beachtet die Warnung und freut sich über die gute Botschaft von der Aufrichtung des Königreiches und der Inthronisierung Christi in den unsichtbaren Himmeln. Die andere Gruppe weigert sich, auf die Verkündigung zu hören, oder beachtet sie überhaupt nicht. Sie verhält sich ihr gegenüber genauso, wie sich die Menschen damals der Botschaft gegenüber verhielten, die Noah verkündigte.
SCHAFE UND BÖCKE
Christus sagte anhand eines Gleichnisses voraus, wie die Erdbewohner, gestützt auf ihr Verhalten der guten Botschaft vom Königreich und denen gegenüber, die sie verkündigen, geschieden werden. Er sagte: „Wenn der Sohn des Menschen kommt in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ (Matth. 25:31-33, NW) Somit werden die beiden Gruppen, die durch die weltweite Verkündigung der guten Botschaft vom aufgerichteten Königreich entstehen, voneinander geschieden: die eine kommt zur Rechten Christi, zur Seite seiner Gunst, die andere zu seiner Linken, zur Seite seiner Ungunst, zu stehen.
Dieses Scheidungswerk muß durchgeführt werden, während das alte System der Dinge mit seinem Meer, seinem Mischmasch von Völkern, noch vorhanden ist. Das ist nicht etwas, das schnell geschehen kann, sondern es benötigt Zeit, ebenso wie Noahs Predigtwerk Zeit benötigte. Da Christus in seinem Gleichnis offenbarte, daß er, der König, die Scheidung der Menschen selbst überwachen werde, muß er zu der Zeit, da sie vorgenommen wird, seine Macht als König angetreten haben. Folglich muß er eine Zeitlang herrschen, während seine Feinde noch an der Macht sind, und gerade das hat er seit dem Jahre 1914, seitdem die letzten Tage dieses Systems begonnen haben, getan.
Die Scheidung der Erdbewohner, die durch die Verkündigung der guten Botschaft bewirkt wird, ist nun schon jahrelang im Gange; aber sie wird nicht über die Lebenszeit derer hinausgehen, die lebten, als sie kurz nach dem Jahre 1914 begann. Jesus machte das klar, als er sagte: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird keinesfalls vergehen, bis alle diese Dinge geschehen.“ (Matth. 24:34, NW) Damit meinte er die Generation, die leben würde, wenn die Weltereignisse eintreten, die er als Zeichen der letzten Tage voraussagte.
Es ist unmöglich, daß jemand zwei gegnerischen Herren treu dienen kann. Ebenso unmöglich ist es, dem König, Christus Jesus, und gleichzeitig den Interessen der verderbten Welt zu dienen. Der Bibelschreiber Jakobus sagte diesbezüglich: „Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, macht sich selbst zu einem Feinde Gottes.“ — Jak. 4:4, NW.
Die Menschen müssen entscheiden, ob sie auf der Seite des von Christus regierten Königreiches Gottes Stellung beziehen und als Gottes „Schafe“ seinen Interessen dienen wollen oder ob sie auf der Seite dieser verderbten Welt Stellung beziehen und ihren selbstischen Interessen dienen und so zu den „Böcken“ gehören wollen. Es ist eine schwerwiegende Entscheidung, der niemand ausweichen kann.
VOLLSTRECKUNG DES URTEILS
Christus sagte voraus, daß ‚diese gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, gepredigt und daß dann das vollendete Ende kommen werde‘. (Matth. 24:14, NW) Solange diese Verkündigung im Gange ist, stehen die Bewohner der Erde im Gericht des Königs; wenn sie jedoch abgeschlossen ist, wird die Entscheidung endgültig sein. Dann wird sein Urteil vollstreckt werden. Über die Menschen, die sich schließlich zur Linken des Königs oder auf der Seite der Böcke befinden werden, sagte Gott durch seinen Propheten Jesaja: „Euch bestimmte ich für das Schwert, und zwar sollt ihr allesamt zur Schlachtung niederknien, zur Strafe dafür, daß ihr, als ich gerufen hatte, nicht geantwortet habt, und als ich redete, nicht hören wolltet, sondern das getan habt, was böse ist in meinen Augen, und euch für das entschieden habt, woran ich kein Wohlgefallen finde.“ — Jes. 65:12, Me.
Gottes Urteil wird durch den König Christus Jesus in der kommenden Schlacht von Harmagedon vollstreckt werden. Dann wird sein König dieses böse System der Dinge und alle, die an ihm festhalten, vernichten. Dann werden sich die Worte Henochs erfüllen: „Siehe! Jehova kam mit seinen heiligen Myriaden, um Gericht über alle zu halten und um alle Gottlosen all ihrer gottlosen Taten zu überführen, die sie auf gottlose Weise verübten, und all der anstößigen Dinge, welche gottlose Sünder gegen ihn redeten.“ — Judas 14, 15, NW.
Doch was geschieht mit denen zur Rechten des Königs, das heißt mit denen, die er als seine Schafe ansieht? Christus sagt uns in seinem Gleichnis: „Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: ‚Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, ererbet das Königreich, das von Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.‘“ (Matth. 25:34, NW) Sie empfangen dieses günstige Urteil, weil sie die richtige Entscheidung getroffen haben.
Wir leben heute nicht nur in kritischen Zeiten wegen der Gefahr eines Atomkrieges, sondern weil alle Menschen vor Gottes inthronisiertem König im Gericht stehen. Und bei diesem Gericht geht es um ihr Leben. Deshalb ist dieser Tag der Entscheidung für jedermann von so großer Bedeutung.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1959 | 1. Juni
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Fragen von Lesern
● Zeigt das Gebet, das Stephanus zu Jesus sprach, wie wir es in Apostelgeschichte 7:59 (NW) finden, daß er unter dem Namen Jesus Jehova verstand? — W. R., USA.
Das von Stephanus dargebrachte Gebet, das er zur Zeit seines Märtyrertodes sprach, ist in Apostelgeschichte 7:59, 60 aufgezeichnet und lautet: „Und sie steinigten den Stephanus, welcher betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Und niederknieend rief er mit lauter Stimme: Herr [Jehova, NW], rechne ihnen diese Sünde nicht zu! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er [fiel er in Todesschlaf, NW].“ Statt daß das anzeigen würde, daß Stephanus dachte, Jesus und Jehova seien ein und dieselbe Person, zeigt sein Gebet, daß er wußte, daß sie das nicht waren, denn er macht zwischen den beiden einen Unterschied. Er richtet seine Bitte an Jesus, nicht bloß an den Herrn, sondern an den Herrn Jesus, was jede
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