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Welchen Gott vertrittst du als Zeuge?Der Wachtturm 1964 | 1. Mai
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22, 23. (a) Auf welchen Fehler machte sie Jehova aufmerksam? (b) Wie lauteten einige der Beschuldigungen, die gegen sie erhoben wurden, und was mußten sie gewärtigen?
22 Vor dieser Zeit hatten sie nicht so klar und deutlich erkannt, daß Jehova ihr Gott war. Sie waren in dieser Hinsicht geistig blind und taub gewesen wie die Christenheit, die einen sogenannten „dreieinigen Gott“ anbetet, eine Dreiheit, bestehend aus drei Personen, die gleichen Wesens und gleich ewig und in e i n e m Gott vereint sein sollen. Daß sie nur langsam sehen und hören konnten, war zu einem großen Teil dem Einfluß der Christenheit zuzuschreiben, mit der sie so lange verbunden gewesen waren und die sie bedrückt und gefangengehalten hatte. Sie hatten nicht als der „Knecht Jehovas“ gehandelt. Nach dem vorangehenden Kapitel des Buches Jesaja (42:18-25) hatte Jehova sie auf diese Tatsache und die schmerzlichen Folgen, die das für sie haben würde, hingewiesen mit den Worten:
23 „Höret, ihr Tauben! und ihr Blinden, schauet her, um zu sehen! Wer ist blind, als nur mein Knecht? und taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie der Vertraute, und blind wie der Knecht Jehovas? Du hast vieles gesehen, aber du beachtest es nicht; bei offenen Ohren hört er nicht. Jehova gefiel es um seiner Gerechtigkeit willen, das Gesetz groß und herrlich zu machen. Und doch ist es ein beraubtes und ausgeplündertes Volk; sie sind in Löchern gefesselt und allesamt in Kerkern versteckt; sie sind zur Beute geworden, und kein Erretter ist da, zur Plünderung, und niemand spricht: Gib wieder heraus! Wer unter euch will dieses zu Ohren nehmen, will aufmerken und in Zukunft hören? Wer hat Jakob der Plünderung hingegeben und Israel den Räubern? Nicht Jehova, gegen den wir gesündigt haben? Und sie wollten nicht auf seinen Wegen wandeln und hörten nicht auf sein Gesetz. Da hat er [Jehova] die Glut seines Zornes und die Gewalt des Krieges über ihn [Jakob] ausgegossen; und diese hat ihn [Jakob] ringsum angezündet, aber er ist nicht zur Erkenntnis gekommen; und sie hat ihn in Brand gesteckt, aber er nahm es nicht zu Herzen.“
ZEUGENAUFRUF
24. (a) Wie mögen einige die Plünderung des Volkes Jehovas angesehen haben? (b) Was war also notwendig?
24 Da Jehova zuließ, daß sein Volk geplündert und beraubt wurde, weil es seine Augen vor ihm verschlossen, nicht auf ihn gehört und ihm nicht gehorcht hatte, schien es, als ob ihr Gott überhaupt kein Gott oder mindestens ein Schwächling von einem Gott wäre und die Götter ihrer Verfolger, Plünderer und Räuber stärker wären als Jehova. Es war nun an der Zeit, den falschen Eindruck, den Jehova hatte aufkommen lassen, zu beseitigen, zu beweisen, wer der wahre Gott ist, und die falschen Götter zum Schweigen zu bringen. Ein Gericht sollte abgehalten werden. Zeugen sollten geladen werden, und das ganze Universum, vor allem aber die Völker der Erde, sollten der Verhandlung beiwohnen. Jehova rief nicht zu einem Zusammenschluß aller Götter und zu einer Verschmelzung ihrer Anbetung zu einer allumfassenden Religion auf, sondern forderte die von den Nationen verehrten Götter auf, ihre Gottheit zu beweisen.
25, 26. Was tat Jehova dann für sein Volk, und wie sagte er dies voraus?
25 Damit seine ihm ergebenen Diener ihn in diesem universellen Gericht vertreten konnten, öffnete er in geistigem Sinne ihre Augen und Ohren, indem er sie 1919 aus ihrer Gefangenschaft in der organisierten Religion Babylons befreite. In jenem Jahr fand auch die epochemachende erste Hauptversammlung der internationalen christlichen Bibelforscher nach dem Ersten Weltkrieg statt. Da Jehova Gott nun seine freien Vertreter hatte, lud er alle Nationen der Erde vor Gericht. Sein einst blindes und taubes Volk sollte ihnen in der Auseinandersetzung, in der entschieden werden sollte, wer der wahre Gott ist, gegenübertreten.
26 Jehova ließ die Aufforderung, vor diesem in unserem 20. Jahrhundert tagenden Gericht zu erscheinen, schon durch seinen Propheten Jesaja, der vor 2700 Jahren lebte, ergehen, indem er weiter sagte: „Führe heraus das blinde Volk, das doch Augen hat, und die Tauben, die doch Ohren haben! Alle Nationen mögen sich miteinander versammeln, und die Völkerschaften zusammenkommen! Wer unter ihnen kann solches verkünden? so mögen sie uns Früheres hören lassen! mögen sie ihre Zeugen stellen und gerechtfertigt werden, daß man es höre und sage: Es ist wahr!“ — Jes. 43:8, 9.
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Zweiter TeilDer Wachtturm 1964 | 1. Mai
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Zweiter Teil
1. An wen sind die herausfordernden Worte Jehovas gerichtet?
WEN meint Jehova, wenn er sagt: „Wer unter ihnen [allen Nationen und Völkerschaften] kann solches verkünden? so mögen sie uns Früheres hören lassen! mögen sie ihre Zeugen stellen und gerechtfertigt werden“? Diese herausfordernden Worte Jehovas sind an die Götter dieser Nationen und Völkerschaften gerichtet. Sie werden aufgefordert, Zeugen zu stellen, deren Aussagen beweisen, daß ihre Götter zuverlässige Vorhersagen machen können, daß sie gerecht und würdig sind, angebetet zu werden, ja daß sie Götter sind, die sich gegen die Anklage, sie seien falsche Götter, verteidigen können. Diese Götter sollen sich vor Gericht rechtfertigen und gegen Jehova auftreten.
2. Da sich in der Vergangenheit die Worte Jehovas schon zur Genüge bewahrheiteten, werden in bezug auf die anderen Götter, auch den dreieinigen Gott der Christenheit, welche treffenden Fragen gestellt?
2 Jehovas geschriebenes Wort, die Bibel, wurde gegen Ende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung vollendet. Seither sind über 1800 Jahre vergangen, eine genügend lange Zeit, damit sich Jehovas Prophezeiungen, die er in seinem Namen in diesem Buche niederschreiben ließ, erfüllen konnten. Wie steht es aber mit den Göttern der weltlichen Nationen, zu denen auch der dreieinige Gott der Christenheit gehört? Hat es in der Vergangenheit unter diesen Nationen einen Gott gegeben oder gibt es heute einen unter ihnen, der „solches verkünden“ kann, das heißt einen, der verkünden kann, was Jehova in seinem geschriebenen Wort verkündet hat? Können uns diese Götter der Nationen „Früheres hören lassen“, mit anderen Worten, können sie etwas im voraus kundtun? Sagten sie in der Vergangenheit Dinge voraus, die sich später erfüllten? Haben sie die gegenwärtige Zeit der Ratlosigkeit vorhergesagt? Beweisen das Weltgeschehen und die Verhältnisse, die seit 1914 herrschen, daß diese Götter die Wahrheit verkündet haben, daß sie zuverlässige Götter sind, die die Erfüllung ihrer Prophezeiungen bewirken können?
3. Wozu werden diese Götter aufgefordert?
3 Mögen diese Götter ihre Zeugen aus den vielen Nationen, denen heute insgesamt über 3000 Millionen Menschen angehören, herbeirufen! Unter so vielen Menschen sollten sie bestimmt die erforderlichen zwei oder drei Zeugen finden, die bestätigen, daß sie wahre Götter sind. Diese Zeugen sollen hören, was ihre Götter in ihren heiligen religiösen Büchern sagen, damit sie auf die Prophezeiungen ihrer Götter hinweisen und sagen können: „‚Es ist wahr!‘ Unsere Götter haben sich als wahrhaftig erwiesen!“
4, 5. (a) Wie viele Götter der Nationen sind imstande, Zeugen zu stellen, die ihre Gottheit bestätigen? (b) Was sagt Jehova nun?
4 Haben aber diese Götter in der gegenwärtigen Weltbedrängnis Zeugen, die für sie eintreten und von ihnen sagen: „Es ist wahr!“? Welcher dieser Götter hat vor kurzer oder längerer Zeit die gegenwärtige Bedrängnis der Nationen und deren Ratlosigkeit vorhergesagt, hat die Ursache für diese Verhältnisse erklärt und den Ausgang vorhergesagt? Keiner von ihnen kann die erforderliche Anzahl Zeugen stellen, die das beweisen würde. Keiner kann gestützt auf Zeugenaussagen gerechtfertigt werden. E i n Gott hat das jedoch getan, um zu beweisen, daß er Gott ist. Er sagt nun zu denen, die ihn im Gericht vertreten:
5 „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und mein Knecht, den ich erwählt habe: damit ihr erkennet und mir glaubet und einsehet, daß ich derselbe bin. Vor mir ward kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin Jehova, und außer mir ist kein Retter. Ich habe verkündigt und gerettet und vernehmen lassen, und kein fremder Gott war unter euch; und ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und ich bin Gott.“ — Jes. 43:10-12, Fußnote.
6. Wer dient dem wahren Gott als Zeugen, und wie werden sie zu seinen Zeugen gemacht?
6 Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, daß Personen, die bei dieser Gerichtsverhandlung als Zeugen auftreten, Zeugen Jehovas sind. Die Tatsache, daß jemand diesen Namen angenommen hat und sich als Zeuge Jehovas ausgibt, beweist jedoch noch nicht, daß er ein Zeuge Jehovas ist. Im Jahre 1931 nahmen die auf dem internationalen Kongreß in Columbus, Ohio, versammelten Gott hingegebenen christlichen Bibelforscher diesen Namen durch eine Resolution an, und danach stimmten christliche Versammlungen auf der ganzen Erde dieser Resolution zu. Sie erklärten dadurch, fortan unter diesem Namen bekannt sein zu wollen. Heute gibt es mindestens 22 761 Versammlungen in 194 Ländern, die als Zeugen Jehovas bekannt sind. Die Annahme dieser Resolution allein machte sie nicht zu Zeugen Jehovas. Jehova beruft seine Zeugen selbst, und sie müssen seinen Bedingungen entsprechen, bevor er sie erwählt.
7. Wie beweist man, daß man ein Zeuge des wahren Gottes ist?
7 Diese Zeugen müssen sich Jehova Gott durch Jesus Christus, den Mittler des neuen Bundes, voll und ganz hingeben, um Glieder des geistigen Volkes Israel zu werden. Dadurch verpflichten sie sich, Zeugen Jehovas zu sein, denn dieses Volk wird nach seinem Namen genannt und trägt seinen Namen. Sie müssen beweisen, daß sie seine Zeugen sind, indem sie für seinen Namen Zeugnis ablegen und so ihren Glauben durch ihre Werke bestätigen. Hat es denn Menschen gegeben, die diesen Beweis vor dem Jahre 1931 erbrachten?
8, 9. (a) Was mögen Personen, die in dieser Hinsicht Zweifel haben, tun? (b) Warum ist die Behauptung, Jehovas Zeugen hätten Jesaja 43:10 willkürlich ausgelegt und auf sich angewandt, nicht stichhaltig?
8 Wer es bezweifelt, möge einmal die Geschichte der Zeugen Jehovas vom Jahre 1919, besonders aber vom Jahre 1926 bis zum 26. Juli 1931, dem Zeitpunkt, da sie diesen Namen annahmen, etwas näher betrachten, und er wird feststellen, daß diese Gott hingegebenen, getauften Christen den Anforderungen, die Jehova an seine Zeugen stellt, entsprochen haben. In seinem Buch, betitelt „Religion in the Sowjet Union“, berichtet der bekannte Journalist und politische Schriftsteller Walter Kolarz über den Kampf, den man im kommunistischen Rußland gegen Jehovas Zeugen führt. Zu Beginn sagt er aber:
Der Name „Jehovas Zeugen“ ist seit 1931 im Gebrauch. Die Mitglieder der Sekte führen ihn auf verschiedene willkürlich ausgelegte Bibelstellen, besonders auf Jesaja (43.10) zurück: „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe ...“ Dieser Text wird abgeändert auf: „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova.“ Jesus selbst war Jehovas „Hauptzeuge“. Bis zum Jahre 1931 waren die Mitglieder der Sekte unter verschiedenen anderen Namen, zum Beispiel als „Bibelforscher“ oder „Russelliten“, bekannt ...
9 Jehovas Zeugen führen aber ihren Namen nicht auf „verschiedene willkürlich ausgelegte Bibelstellen“ zurück, wie Kolarz behauptet, noch haben sie den Ausdruck „der Herr“ auf den Namen „Jehova“ abgeändert. Sie stützen sich dabei lediglich auf moderne Bibelübersetzungen, wie die American Standard Version, Robert Youngs Literal Translation of the Holy Bible, die Elberfelder Bibel usw., statt auf die 300 Jahre alte King James Version (1611) oder die Lutherbibel. Diese neuzeitlichen Übersetzungen geben den Namen Gottes nicht verkehrt wieder.
ZEUGEN FÜR DEN MESSIAS
10. Für wen müssen echte Christen ebenfalls zeugen?
10 Echte Christen wie die heutigen Zeugen Jehovas müssen allerdings Zeugen Jesu Christi sein. Kurz vor seiner Himmelfahrt sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr [sollt] Zeugen von diesen Dingen sein“ (Luk. 24:48,
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