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  • Die größte Chance der Jugend
    Der Wachtturm 1985 | 15. August
    • die Leibesübung ist zu wenigem nützlich; Gottergebenheit aber ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben hat.“ Ja, Gottergebenheit ist „für alle Dinge nützlich“. Das war keine bloße Spekulation, denn Paulus fügte hinzu: „Dieses Wort ist zuverlässig und verdient völlige Annahme.“ Er wußte aus eigener Erfahrung, was das Tor zum besten Lebensweg ist (1. Timotheus 4:7-9; 2. Korinther 6:10).

      8, 9. (a) Was ist Gottergebenheit? (b) Was ist deine größte Chance, und warum sind Anstrengungen nötig, um sie nutzen zu können?

      8 Was ist Gottergebenheit? Es ist die persönliche Bindung an Gott, die einem Herzen entspringt, in dem sich tiefe Wertschätzung für seine anziehenden Eigenschaften regt. Unter „Gottesfurcht“ (Hebräer 12:28) versteht man hauptsächlich eine respektvolle Furcht davor, etwas zu tun, was Gott mißfällt, wohingegen „Gottergebenheit“ eine Reaktion des Herzens ist, die einen veranlaßt, auf eine Weise zu leben, die Gott gefällt, weil man ihn liebt.c Eine solche Herzenseigenschaft führt zu einem „trauten Umgang mit Gott“ — einem persönlichen Verhältnis zu ihm, so daß man seine Anerkennung und Hilfe verspürt (Hiob 29:4). Diese persönliche Freundschaft mit Gott ist eine weitaus kostbarere Chance als alles andere, was dir geboten werden mag. (Vergleiche Jeremia 9:23, 24.)

      9 Entsteht dieses Verhältnis zu Gott automatisch, weil man gottergebene Eltern hat oder als Christ getauft wird? Nein, denn Aufrichtigkeit des Herzens und auch andere christliche Tugenden müssen entwickelt werden (2. Petrus 1:5-8). Du mußt so weit kommen, daß ‘dein Herz dich drängt’, „Taten der Gottergebenheit“ zu vollbringen. (Vergleiche 2. Mose 36:2; 2. Petrus 3:11; Kolosser 3:22.) Obwohl Timotheus von Kindheit an im Wege der Wahrheit erzogen worden war, mußte er Gottergebenheit entwickeln. Auch heute sind große Anstrengungen nötig, doch diese Gottergebenheit wird sich als „ein Mittel zu großem Gewinn“ erweisen (1. Timotheus 6:6). Inwiefern?

      Ein erhabener Lebensweg

      10, 11. Inwiefern war der Lebensweg des Timotheus aufgrund seiner Gottergebenheit erhaben?

      10 Timotheus befleißigte sich der Gottergebenheit, obwohl er in Ephesus von Menschen umgeben war, die „in der Nutzlosigkeit ihres Sinnes“ wandelten (Epheser 4:17). Das, was ihren Sinn füllte, war nicht von echtem Nutzen, sondern war Nichtigkeit. „Welch ein Bild!“ schrieb der Bibelgelehrte R. C. H. Lenski über Epheser 4:17. „Mit Denk- und Willenskraft ausgestattete Menschen, vernunftbegabte Geschöpfe, die einfach so durchs Leben gehen und Schritt für Schritt dem Diktat eines Sinnes folgen, der sie am Ende ins Nichts, zu einem gewaltigen, tragischen Versagen führt!“

      11 Timotheus konnte sehen, daß der Lebenswandel der Epheser nichtig und verderbt war. Viele beteten die Göttin Artemis an, aber ihre fanatische Anbetung war einem leblosen Bildnis gewidmet. Sie schloß wilde Orgien und zeremonielle Prostitution ein (Apostelgeschichte 19:23-34). Der Lebensweg des Timotheus dagegen war erhaben im Vergleich zu dem der Nationen, die „dem Leben, das Gott gehört, entfremdet“ waren und „jedes sittliche Gefühl verloren“ hatten (Epheser 2:6; 4:18, 19). Er verhielt sich auf gottgefällige Weise, denn er lebte ein „Leben, das Gott gehört“. Dadurch hatte er den größten Freund gewonnen, den es im ganzen Universum gibt. Die Chance, durch Gottergebenheit dieses Verhältnis zu dem lebendigen Gott zu entwickeln, ist wirklich äußerst kostbar! Willst du sie dir etwa entgehen lassen?

      12. Was sagte eine junge Christin über den „großen Gewinn“ der Gottergebenheit? Wie denkst du darüber?

      12 Viele beten heute den Sex, das Vergnügen, den Reichtum und die Hochschulbildung ebenso intensiv an wie damals die Epheser die Artemis (Matthäus 6:24; Epheser 5:3-5; Philipper 3:19). Diejenigen jedoch, die sich der Gottergebenheit befleißigen, erfreuen sich einer überragenden Lebensqualität. „Was nur aus denen geworden ist, mit denen ich befreundet war, bevor ich anfing, die Bibel zu studieren!“ erklärte eine 24jährige Christin. „Die Hälfte von ihnen ist im Gefängnis. Die meisten sind drogenabhängig, und viele von den Mädchen haben ein uneheliches Kind. Ihr Leben ist ein Chaos. Einige sind sogar schon tot. Ich bin so dankbar, daß ich auf mein Leben stolz sein kann.“ Andere christliche Jugendliche stimmen dem von Herzen zu.

      13. Warum wird das Leben durch das Befolgen des Gebotes aus 2. Timotheus 4:5 bedeutungsvoller?

      13 Wer ein Leben der Gottergebenheit führt, hat den Schatz des Dienstes (2. Korinther 4:1, 7; 2. Timotheus 4:5). Das ist eine echte Aufgabe und Herausforderung. Ganz im Gegensatz zu der Pseudospannung in einem erdichteten Fernseh- oder Kinofilm steht das, was Christen in ihrem Dienst erleben, wenn sie Besuche bei wirklichen Menschen machen, um ihnen zu helfen. Sie beschäftigen sich mit wirklichen Problemen. Welch unbeschreibliche Freude es ihnen doch bereitet, wenn unmoralische, gewalttätige oder hoffnungslose Menschen auf die biblische Unterweisung ansprechen, ihre schlechten Gewohnheiten ablegen, Selbstachtung entwickeln und Jehova dienen! Keine andere Karriere ist so bedeutungsvoll und bringt so großen, bleibenden Nutzen.

      Zufriedenheit und ein reines Gewissen

      14, 15. Inwiefern ermöglicht gottgemäße Zufriedenheit in bezug auf Geld ein besseres Leben?

      14 „Gewiß ist sie ein Mittel zu großem Gewinn, diese Gottergebenheit zusammen mit Selbstgenügsamkeit. ... Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein. Die aber, die entschlossen sind, reich zu werden, ... haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:6-10). Eine im Jahre 1981 von Psychology Today durchgeführte Umfrage ergab, daß junge Leute „viel mehr“ an Geld denken als irgendeine andere Altersgruppe. Doch die Hälfte der Gruppe, die am meisten um das Geld besorgt war (Wohlhabende und Arme eingeschlossen), klagte über „ständige Sorge und Angst“.

      15 Ein junger Mann in Japan gelangte aus tiefer Armut zu Reichtum, schädigte dabei aber seine Gesundheit. Später konnte er mit Hilfe eines Bibelstudiums Gottergebenheit entwickeln. „Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich nur ans Geldverdienen dachte, so kann ich sagen, daß ich im Vergleich zu damals viel glücklicher bin, seitdem ich ein anderes Ziel verfolge“, bemerkte er. „Tatsächlich kommt nichts der Zufriedenheit und Befriedigung gleich, die man dadurch erlangt, daß man sein Leben in den Dienst unseres großen Schöpfers stellt“d (Sprüche 10:22; Prediger 5:10-12).

      16. Welche Auswirkungen bekommen diejenigen zu spüren, die kein gutes Gewissen bewahren?

      16 Paulus ermahnte Timotheus, ‘ein gutes Gewissen zu bewahren’. Wie? Unter anderem dadurch, daß er Frauen „mit aller Keuschheit“ behandelte (1. Timotheus 1:19; 5:2). Doch viele Jugendliche haben ihre Keuschheit verloren, da ihr Gewissen gebrandmarkt worden ist (1. Timotheus 4:2). Unmoral bringt aber nicht Herzensfrieden und Befriedigung. In einer Studie wurden die sexuellen Ansichten und Verhaltensweisen mehrerer Hunderter Heranwachsender erforscht. Über die Jugendlichen, die am häufigsten den Partner wechselten, hieß es: „Sie verspüren wenig Befriedigung und sehen kaum einen Sinn im Leben.“ Fast die Hälfte von ihnen sagte: „Durch meinen jetzigen Lebensstil gehen die meisten meiner Fähigkeiten unter.“

      17. Warum hilft uns ‘Liebe aus gutem Gewissen’, aus unserem Leben das Beste zu machen?

      17 Wenn ein Paar anstrebt, eine ehrbare Ehe einzugehen, werden die beiden den Nutzen davon haben, daß sie „Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen“ bekunden (1. Timotheus 1:5). Im Jahre 1984 wurde im Journal of Marriage and the Family (Journal für Ehe und Familie) berichtet, daß eine Studie über 309 jungverheiratete Ehepaare ergab, daß vorehelicher Sex für „beide Partner mit bedeutend geringerer ehelicher Befriedigung“ verbunden war. Wie ganz anders verhält es sich doch mit denen, die keusch sind! „Es ist für mich so ein schönes Gefühl, in dem Bewußtsein zurückzublicken, daß ich rein geblieben bin“, sagte eine junge christliche Ehefrau, die jetzt seit sieben Jahren glücklich verheiratet ist. Ja, ein reines Gewissen ist ein großer Lohn für Jugendliche, die „ein Vorbild ... in der Keuschheit“ sind (1. Timotheus 4:12).

      Innerer Halt

      18, 19. (a) Mit welchen Belastungen mußte Timotheus fertig werden? (b) Wie half Gott ihm?

      18 Zweifellos war Timotheus in Ephesus vielen Belastungen ausgesetzt. Die Verlockungen der wohlhabenden und unmoralischen Stadt, in der großer Wert auf „Vergnügen und Spiele“ gelegt wurde, konnten Druck von außen mit sich bringen. Durch seine offensichtliche Schüchternheit und seine häufigen Erkrankungen ergaben sich wahrscheinlich auch innere Belastungen (1. Timotheus 5:23). Aber Paulus ermahnte ihn: „Gott hat uns nicht einen Geist der Feigheit gegeben, sondern den der Kraft und der Liebe und des gesunden Sinnes“ (2. Timotheus 1:7).

      19 Wie viele deiner Altersgenossen sich doch nach einem solchen inneren Halt sehnen! Eine junge Frau, die einem Leben der Prostitution und Drogenabhängigkeit völlig entronnen ist, sagte: „Es war nur durch Jehovas Hilfe möglich. Manchmal kehren die alten Gefühle zurück, aber dann fange ich sofort an zu beten. Die Fähigkeit, diese Probleme zu überwinden, begeistert mich mehr als irgend etwas anderes, was ich in meinem Leben je erreicht habe.“ Es steht außer Frage, daß Gott dir ‘Kraft einflößen’ und den inneren Halt geben kann, mit jeglicher Belastung fertig zu werden und vernünftige Entscheidungen zu treffen (2. Timotheus 4:17).

      20, 21. (a) Führe einige Vorteile der Gottergebenheit an. (b) Was wird im nächsten Artikel betrachtet werden?

      20 Gottergebenheit bringt dir also eine Menge Vorteile. Dein „Lebenswandel“ erfährt einen Sinn, der die Ziele derjenigen weit übertrifft, die nur auf materielle Vorteile aus sind (2. Timotheus 3:10). Ein christlicher Jugendlicher, der auf ein Stipendium verzichtete und Vollzeitprediger wurde, erklärte: „Ich habe die beste Karriere, die man sich wünschen kann, denn ich bin ein Lehrer der guten Botschaft und helfe anderen, etwas über unseren liebevollen Vater zu lernen. Und der ‚Nebeneffekt‘ — die Verbesserung meiner eigenen Persönlichkeit — übertrifft bei weitem das, was man mir sonst bieten könnte. Dann kommt noch der Lohn: ewig ohne Sorgen in einem Paradies zu leben. Gibt es überhaupt einen Lebensweg, der noch wünschenswerter wäre?“

      21 Du magst fragen: „Wie kann ich Gottergebenheit entwickeln?“ Lies als Antwort den folgenden Artikel.

  • Übe dich mit Gottergebenheit als deinem Ziel
    Der Wachtturm 1985 | 15. August
    • Übe dich mit Gottergebenheit als deinem Ziel

      „Übe dich ... mit Gottergebenheit als deinem Ziel“ (1. TIMOTHEUS 4:7).

      1. Warum entging einer guten Läuferin der Sieg?

      SIE war in ihrer Disziplin die beste Läuferin des Teams. Aufgrund vorhergehender Siege hatte sie inzwischen nationalen Rang. Daher erwartete man, daß sie dieses besondere Rennen gewinnen würde. Doch zur Enttäuschung ihres Trainers, ihrer Teamkolleginnen und natürlich auch zu ihrer eigenen lief sie das schlechteste Rennen ihres Lebens. Warum? „Ich habe mich hängenlassen und aufgehört, hart zu trainieren“, bekannte die äußerst bestürzte junge Frau. „Mein Trainer drängte mich, härter zu trainieren, und warnte mich, aber ich hörte nicht auf ihn.“ Dadurch, daß sie es versäumte, richtig zu trainieren, entging ihr der Sieg, auf den sie gehofft hatte.

      2. Auf welche Weise müssen Christen üben, und warum sollten sich alle dafür interessieren?

      2 Für dich als Christ — vor allem wenn du noch jung bist — ist es ebenso unerläßlich zu üben. „Übe dich ... mit Gottergebenheit als deinem Ziel“ (1. Timotheus 4:7). Das griechische Wort für „übe“ (gymnázō) bezog sich auf die anstrengenden und oft schmerzhaften Übungen, die die Sportler in der Sportschule machten. Deshalb fügte der Apostel Paulus im Hinblick auf Gottergebenheit und deren Lohn folgendes hinzu: „Dafür arbeiten wir hart und strengen uns an“ (1. Timotheus 4:10). Diese unerläßliche Eigenschaft ist nicht etwas, was sich ganz natürlich entwickelt oder von gottergebenen Eltern auf die Kinder einfach abfärbt. Welche Schritte mußt du also unternehmen? Dafür sollten sich Christen jeden Alters interessieren.

      Gute Kommunikation mit Gott

      3. (a) Warum ist das persönliche Studium wichtig? (b) Welche Eigenschaften Gottes wirken besonders anziehend auf dich?

      3 Da zur Gottergebenheit eine von Herzen kommende Wertschätzung für Jehovas Eigenschaften gehört, mußt du wissen, wie er wirklich ist. Jehova teilt uns das in der Bibel mit. Aber du mußt gewissenhaft sein Wort und bibelerklärende Publikationen studieren, damit du ‘genährt wirst mit den Worten des Glaubens und der vortrefflichen Lehre’ (1. Timotheus 4:6). Ein solches Studium hilft dir, die „Lieblichkeit Jehovas“ zu sehen (Psalm 27:4).

      4. Welche Erfahrungen zeigen den Wert des persönlichen Studiums, und welche Fragen solltest du ernstlich erwägen?

      4 „Je mehr man über Jehova lernt, um so näher fühlt man sich ihm“, sagte eine 22jährige Vollzeitdienerin (Pionierin). „Es flößt mir Ehrfurcht vor ihm ein, wenn ich Prophezeiungen lese und sehe, wie sie sich erfüllen. Das persönliche Studium ist genau das, was mir hilft.“ Ein 16jähriger, der unter schweren Depressionen litt, schrieb über einen der Artikel aus der regelmäßig erscheinenden Erwachet!-Serie „Junge Leute fragen sich“: „Gerade als ich jede Hoffnung aufgegeben hatte, kam dieser Artikel. Er fesselte mich so sehr, daß ich die Zeitschrift nicht aus der Hand legen konnte. Danach fühlte ich mich Jehova viel näher, und ich erkannte, daß er verständnisvoll und sehr fürsorglich ist. Ich glaube, daß ich jetzt damit fertig werden kann.“a Bist du darauf bedacht, jede Ausgabe unserer Zeitschriften zu lesen? Nimmst du dir Zeit, deinen Sinn und dein Herz durch ein persönliches Bibelstudium zu nähren, obwohl das Anstrengungen erfordert? Dadurch, daß du eigene Nachforschungen anstellst, kannst du dich vergewissern, daß du wirklich die Wahrheit hast. Wenn eine solche Erkenntnis dein Herz erreicht, wird dieses dich mit Sicherheit zur Tat antreiben, denn es ist die „Lehre, die der Gottergebenheit entspricht“ (1. Timotheus 6:3; Römer 12:2).

      5, 6. Welche Art Gebete bringen dich Gott näher? Veranschauliche es.

      5 Zu einer guten Kommunikation mit Gott gehören von Herzen kommende Gebete, in denen Probleme unumwunden zur Sprache gebracht werden. Sie helfen uns, eine persönliche Freundschaft mit Jehova zu entwickeln. Wenn du Fehler gemacht hast, dann sei bereit, so zu flehen wie David: „Der Sünden meiner Jugend und meiner Auflehnungen o gedenke nicht“ (Psalm 25:7, 11). Und vergiß nicht, daß er dir vergeben wird, wenn du bereust. Du mußt lernen, im Gebet zu verweilen und ihm dein Herz auszuschütten. Ein Mädchen, das in einer gottergebenen Familie groß geworden war, hatte sich durch einen Sprachfehler in der Ausübung der wahren Religion behindern lassen. „Eines Nachts aber“, offenbarte die 22jährige, „flehte ich zu Jehova: ‚Hilf mir, daß ich den Wunsch habe, dir zu dienen, und das nicht nur tue, weil die Ältesten oder meine Eltern es von mir wollen.‘“ Wie sich daraufhin ihr Leben änderte! Trotz ihres Problems mit dem Stottern hat sie nun einen vollen Anteil am Dienst. Freudig erklärte sie: „Ich vertraue jetzt noch mehr auf Jehova, weil ich weiß, daß er immer den Durchbruch schafft“ (Psalm 62:8).

      6 Eine junge Christin betete insbesondere im Hinblick auf ihre Pläne, den Pionierdienst aufzunehmen. Als ihre Gebete erhört wurden, rief sie aus: „Ich wußte, daß Jehova eine Realität ist und daß er sich um uns kümmert. Vorher dachte ich, ich hätte ein Verhältnis zu ihm, aber jetzt ist er eher ein Freund — mein bester Freund.“ Jehova wird nicht immer auf spektakuläre Weise reagieren, aber wenn du inbrünstig bittest und im Einklang mit deinen Gebeten handelst, wirst du seine liebevolle Fürsorge kennenlernen (Psalm 145:18).

      Bewahre ein gutes Gewissen

      7. Was ist das Gewissen, und warum mußt du ein gutes Gewissen bewahren?

      7 Als Paulus Timotheus ermahnte, ‘ein gutes Gewissen zu bewahren’, wußte er, daß das entschiedene Anstrengungen erfordern würde (1. Timotheus 1:19). Warum? Das Gewissen ist unsere von Gott verliehene Fähigkeit, uns selbst zu prüfen und über das, was wir getan haben oder zu tun erwägen, ein Urteil zu fällen. Es kann uns entweder ‘anklagen’, indem es unsere Handlungen auf schmerzliche Weise verurteilt, oder uns ‘entschuldigen’, indem es das, was wir tun, gutheißt (Römer 2:15). Wird es aber verdorben, dann können Falschmeldungen davon ausgehen. Manche, die ein defektes Gewissen haben, können wie skrupellose Tiere handeln, ohne daß die innere Stimme sie ‘anklagt’. Vielleicht ‘erklären sie sogar öffentlich, Gott zu kennen, aber sie verleugnen ihn durch ihre Werke’. Was kannst du tun, damit dein Gewissen keinen solchen Schaden erleidet? (Titus 1:10-16).

      8. Inwiefern warfen im ersten Jahrhundert einige ihr gutes Gewissen von sich?

      8 Paulus hatte Timotheus geschrieben, daß einige Christen ihr gutes Gewissen „von sich geworfen“ hatten, indem sie „unwahren Geschichten“ und ‘leeren Reden, die verletzen, was heilig ist’, Aufmerksamkeit geschenkt hatten (1. Timotheus 1:4, 19, 20; 6:20; 2. Timotheus 2:16-18). Da sie diesen Dingen Gehör schenkten, wurde ihr Glaube untergraben, und das führte zu geistigem Schiffbruch. Paulus zeigte jedoch, daß außer den Lehren Abtrünniger noch andere Dinge ‘der gesunden Lehre entgegengesetzt sind’. In 1. Timotheus 1:9, 10 führte er Dinge wie Mord, Hurerei und Homosexualität an.

      9, 10. (a) Was kann man aus dem Beispiel eines christlichen Paares lernen, dem es nicht gelang, ein empfindsames Gewissen zu bewahren? (b) Wie können wir verhindern, daß unser Gewissen gebrandmarkt wird?

      9 Heute sind Kinofilme und Fernsehsendungen sowie Publikationen von Gewalttätigkeit und Unsittlichkeit durchdrungen. Wenn wir unseren Sinn damit ernähren, kann unser Gewissen allmählich gebrandmarkt werden. Das widerfuhr einem jungen christlichen Paar, das kurz vor der Hochzeit Hurerei beging. „Ich glaube, daß es mit dem zu tun hatte, was wir im Fernsehen gesehen hatten“, gestand die junge Frau. „Man sieht die Schauspieler immer beim Knutschen und Petting, so daß es einem gar nicht mehr tragisch erscheint. Man gewöhnt sich daran. So fingen wir auch damit an. Wenn ich nur mehr darüber nachgedacht hätte, wie schwerwiegend es war!“ Bevor sie es merkte, hatte sie ihr empfindsames Gewissen verloren. Der junge Mann fügte hinzu: „Ich hatte auch ein Problem mit Masturbation, und das brandmarkt das Gewissen, so daß es kein großer Schritt mehr ist zum Knutschen und Petting und schließlich zur Hurerei.“ Obwohl sie in den Augen anderer gute Vorbilder waren, hatte das, was sie sich ansahen, sowie eine geheime unreine Gewohnheit dazu geführt, daß ihr Gewissen abgetötet wurde, genauso wie Fleisch durch wiederholte Berührungen mit einem rotglühenden Brandeisen abgetötet wird (1. Timotheus 4:2).

      10 Könnte auch dein Gewissen durch das, was du dir zur Unterhaltung ansiehst oder was du liest, abgetötet werden? Arbeitest du wirklich hart daran, jegliche schlechte Gewohnheit zu überwinden, die dein Gewissen beflecken könnte? Du könntest zu deinem Schutz positive Schritte unternehmen, indem du immer

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