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Möchtest auch du die Freuden eines Missionars genießen?Der Wachtturm 1968 | 1. Oktober
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In diesem Land sind die Menschen jahrzehntelang davon abgehalten worden, die Bibel zu lesen. Heute ist sie jedoch in Buchhandlungen und anderswo ohne weiteres erhältlich. In wenigen Jahren haben die einheimischen Zeugen Jehovas und die Missionare etwa 37 000 Bibeln verbreitet, und die Menschen möchten das Buch der Bücher auch verstehen. Das zeigt sich deutlich in der großen Nachfrage nach Hilfsmitteln zum Bibelstudium. Von dem Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ hat das Zweigbüro der Watch Tower Society in Kolumbien in den vergangenen acht Jahren 20 000 Exemplare versandt. Von dem vor kurzem erschienenen Buch „Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt“ sind dagegen in nur zehn Monaten 22 270 Exemplare verbreitet worden!
Die Frage erhebt sich daher: Wie werden die 4 700 Zeugen in Kolumbien die wichtige Aufgabe, diesen Tausenden von Bibellesern zu helfen, Gottes Vorhaben richtig zu verstehen, erfüllen? Sie benötigen entschieden Hilfe. Ja, sie benötigen sie, trotzdem die Freude am Predigtdienst schon viele Zeugen dazu bewogen hat, nur vierzehn Tage im Monat zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und an den übrigen Tagen aufs Land hinauszufahren, um den Bewohnern von Kleinstädten und Dörfern das Wort des Lebens zu überbringen.
Das Königreichswerk in Kolumbien ist nach und nach immer weiter ausgedehnt worden. Diese Ausdehnung könnte noch beschleunigt werden mit der Hilfe derer, die so eingestellt sind wie Jesaja, der sagte: „Hier bin ich, sende mich.“ (Jes. 6:8) Könnte man, wenn man den nachstehenden Bericht des Zweigbüros der Gesellschaft gelesen hat, noch an der Dringlichkeit zweifeln? „Außer in Barranquilla, wo es über tausend Königreichsverkündiger gibt, ist in allen anderen Städten jede Menge Hilfe nötig, besonders die Unterstützung von Brüdern, die in den Versammlungen als Diener amten können. Abgesehen von den großen Städten, gibt es eine ganze Anzahl Kleinstädte mit 40 000 bis 100 000 Einwohnern, in denen es noch keinen einzigen Zeugen gibt.“ Dieser Ruf könnte auch dir gelten!
EIN LEBEN, DAS FREUDE UND BEFRIEDIGUNG BRINGT
Liebst du Jehova Gott mit deinem ganzen Sinn und mit deinem ganzen Herzen? Glaubst du fest an seinen Zeitplan für das Weltgeschehen, nach dem wir jetzt in der Zeit leben, in der die Verkündigung des Königreiches immer weiter ausgedehnt werden soll? Bist du ungebunden? Bist du einigermaßen gesund? Hast du das befriedigende Gefühl, daß in deinem Gebiet die „gute Botschaft“ hinreichend gepredigt wird? Dann ist es für dich an der Zeit, die Gelegenheit, in ein Land zu ziehen, in dem Hilfe dringend not tut, zu ergreifen und ein Leben zu beginnen, das Freude und Befriedigung bringt.
Wenn du keine Verpflichtungen hast, die dich zwingen, an deinem jetzigen Wohnort zu bleiben, kannst du an das Zweigbüro der Watch Tower Bible and Tract Society in deinem Land schreiben und um Auskünfte über die Predigttätigkeit in anderen Ländern bitten. Solltest du ein bestimmtes Land im Sinn haben, dann kannst du auch an das dortige Zweigbüro schreiben und um nähere Angaben über Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigungen in weltlichen Betrieben, über Einreisebestimmungen usw. bitten. Es wäre auch gut, wenn du Angaben machen würdest über dein Alter, deinen Familienstand, deine Gesundheit, deinen Beruf und über die Aufgaben, die du im theokratischen Dienst erfüllst, damit festgestellt werden kann, wie du in dem Land, das du im Sinn hast, am besten helfen könntest.
Eine erfolgreiche Predigt- und Lehrtätigkeit in diesen lateinamerikanischen Ländern setzt voraus, daß man die spanische Sprache beherrscht. Das sollte jedoch kein unüberwindliches Problem sein, denn einheimische Zeugen und Missionare können dir zeigen, wie du die Sprache erlernen kannst, und sind dir dabei gern behilflich. Nordamerikanische Besucher der lateinamerikanischen Bezirkskongresse „Gottes Söhne der Freiheit“ waren erstaunt, wie schnell sie sich am Zeugniswerk beteiligen konnten. Viele von ihnen begleiteten einheimische Zeugen in den Predigtdienst von Haus zu Haus und waren über die Freundlichkeit, mit der sie von den Menschen empfangen wurden, begeistert. Andere benutzten Karten, auf denen eine kurze Botschaft in Spanisch gedruckt war. Sie waren sich alle darin einig, daß man ein Land — die Lebensweise seiner Bevölkerung, ihre Sitten und Bräuche und ihre Liebe zu Gerechtigkeit und Wahrheit — am besten kennenlernen kann, wenn man von Haus zu Haus geht und mit den Menschen über „die Großtaten Gottes“ redet. — Apg. 2:11.
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Jehovas unverdiente Güte genügtDer Wachtturm 1968 | 1. Oktober
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Jehovas unverdiente Güte genügt
Erzählt von ALFRED HOPLEY
ICH stehe im schönen Zweigbüro der Watch Tower Bible and Tract Society in Mill Hill, London, vor einer großen Landkarte von Großbritannien. Von London aus breitet sich über das Land ein Netz von Straßen aus, die nach Groß- und Kleinstädten, Marktflecken und Dörfern führen, deren Namen in mir viele schöne Erinnerungen wachrufen, Erinnerungen an treue Freunde, an glaubensstärkende Erlebnisse und an Erfahrungen, die ich im Predigtdienst gemacht habe, seitdem ich die sinnvolle Laufbahn verfolge, die ich vor neunundvierzig Jahren eingeschlagen habe.
Hier auf der Karte ist das kleine Dorf in der Grafschaft Staffordshire, wo mein Leben begann: Cannock Chase, ungefähr dreißig Kilometer nördlich von Birmingham, einst ein königlicher Wildpark, jetzt aber ein Grubenzentrum. Mein Vater und mein Großvater waren eifrige Unterstützer der United Church (Vereinigte Kirche). Meine sechs Brüder und ich wuchsen also in einer religiösen Atmosphäre auf. Alles schien in bester Ordnung zu sein, bis im Jahre 1905 eines Tages der Ortsbriefträger zu uns kam und begann, mit uns über einige Lehren der Kirche, wie die Lehre von der „Hölle“, der „Dreieinigkeit“ und der „unsterblichen Seele“, zu sprechen. Obwohl ich damals erst neun Jahre alt war, kann ich mich noch gut daran erinnern, welch tiefen Eindruck es auf mich machte, daß mein Vater bereit war, einige Exemplare einer Zeitschrift, Zions Wacht-Turm genannt, und einige Bücher, betitelt Schriftstudien, entgegenzunehmen.
Das war aber nur der Anfang. Meine Eltern traten kurz danach aus der Kirche aus, und es fand nun regelmäßig ein Bibelstudium in unserem Haus statt. Von Zeit zu Zeit kamen Redner aus Birmingham und aus dem benachbarten Walsall und hielten bibelerklärende Vorträge. Der Ortspfarrer bat uns, wieder in die Kirche zu kommen; er sagte sogar, es stehe vieles in der Bibel, was er selbst auch nicht glaube, unter anderem zum Beispiel der Schöpfungsbericht. Mein Vater ließ sich aber nicht umstimmen. Er nahm mich und meinen älteren Bruder Sonntag vormittags jeweils mit, um Bibeltraktate zu verbreiten. Als ich zehn Jahre alt war, fuhren wir alle nach Birmingham, um einen öffentlichen Vortrag von Charles T. Russell, dem damaligen Präsidenten der Watch Tower Society, zu hören. Im Gegensatz zu unserem Pfarrer sagte Pastor Russell, es sei wichtig, die unverfälschte Lehre der Bibel zu kennen, da die wahre Lehre zur wahren Anbetung, die falsche Lehre dagegen zur falschen Anbetung führe.
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