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„Friede unter Menschen guten Willens“ oder Harmagedon?Der Wachtturm 1964 | 15. Oktober
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Unvermeidbar ist daher Gott gezwungen, in Harmagedon Gewalt anzuwenden. So setzen sich die Nationen in Harmagedon, der schlimmsten Zeit der Drangsal, die je über die Menschheit kam, selbst der Vernichtung durch die Hand Gottes, des Allmächtigen, aus. — Matth. 24:21, 22.
36. Welche Fragen sollten wir uns allen Ernstes vorlegen, und wie werden sie von der Bibel beantwortet?
36 Wir sollten uns daher allen Ernstes fragen: Wollen wir mit den Nationen in jenem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ in die Vernichtung gehen? Wollen wir in Harmagedon als solche erfunden werden, die gegen Gott, den Allmächtigen, kämpfen? Wenn nicht, was können wir tun? Nur ein Weg steht uns offen. Welcher? Die Heilige Schrift, Gottes Wort, gibt die Antwort: Suche den Frieden „unter Menschen guten Willens“.
37. Wer wird diesen Frieden „unter Menschen guten Willens“ schaffen? Und was werden die Folgen sein, wenn wir uns dieses Friedens erfreuen?
37 Die himmlischen Heerscharen sagten: „Friede auf der Erde unter Menschen guten Willens.“ Zuvor sagten sie aber: „Herrlichkeit Gott in den Höhen droben.“ Offensichtlich geht der Friede, von dem hier die Rede ist, nicht von den von Menschen geschaffenen Vereinten Nationen oder von Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, aus, der Religion, die auf der Religion des alten Babylon beruht. Es handelt sich um einen Frieden, der von Gott, dem Höchsten, kommt. Über diesen Gott lesen wir in Psalm 83:18, daß er „allein, dessen Name Jehova ist, der Höchste ... [ist] über die ganze Erde“. Wir wollen nicht, daß uns Jehova in Harmagedon als seine Feinde betrachtet, als solche, die gegen ihn kämpfen. Unser Wunsch ist, in jener kritischen Zeit mit Jehova in Frieden zu sein. Wenn wir seinen Frieden haben, werden wir überleben. Seinen Frieden, den er nach seinen eigenen Bedingungen schließt, wendet er „Menschen guten Willens“ zu.
38. (a) Seit wann gibt es diese „Menschen guten Willens“, von denen die Engel sprachen? (b) Warum gehören weltliche Friedensapostel nicht dazu?
38 Wir fragen weiter: Wer sind diese „Menschen guten Willens“, und wie können wir zu ihnen gehören? Diese „Menschen guten Willens“ sind nicht erst in unseren Tagen oder in unserer Generation aufgetreten. Diese „Menschen guten Willens“ gibt es, seitdem die Engel zu den gottesfürchtigen Hirten davon sprachen oder seit der Geburt Jesu in Bethlehem. Während der neunzehnhundert Jahre unserer Zeitrechnung waren immer einige von ihnen auf Erden. Heute, in dieser höchst kritischen Zeit der Menschheitsgeschichte, leben immer noch einige von ihnen auf Erden, obwohl sie wie immer in der Minderheit sind. Gehören sie zu den Prominenten dieser Erde, die zu Feldzügen für den Frieden aufrufen und mit viel Tamtam Friedensbewegungen in Gang setzen? Gehören sie diesen internationalen politischen Friedensorganisationen — einschließlich der Vereinten Nationen — an? Nein! Warum nicht? Weil diese Organisationen nur aufgrund menschlicher Mittel nach einem internationalen Frieden trachten und nicht nach dem Frieden mit Gott, so wie es seinem Willen entspricht.
39. In welcher Hinsicht kann von diesen Menschen gesagt werden, sie seien „guten Willens“?
39 In welcher Hinsicht konnten die Engel von diesen Menschen sagen, sie seien „guten Willens“? Ist das etwa so zu verstehen, als wären sie Gott gegenüber guten Willens, als würden sie dazu neigen, Gott gut Freund zu sein? Oder ist es so zu verstehen, daß Gott Wohlgefallen an ihnen hat und sie zu Menschen macht, die in seiner Gunst stehen? Offensichtlich ist hier von Gottes Wohlwollen gegenüber würdigen Menschen die Rede. In der Tat ist das Wohlwollen Gottes das Entscheidende, das, worauf es ankommt, nicht unser Wohlwollen ihm gegenüber, denn Gott entscheidet, wer und unter welchen Bedingungen jemand sein Freund sein kann. Nur eine gewisse Gottesfurcht zu haben und irgendeiner Kirche der Christenheit oder einer jüdischen Gemeinde anzugehören genügt nicht.
40. Wie zeigt der Apostel Paulus an den natürlichen Juden seiner Tage, daß es nicht genügt, nur eine gewisse Gottesfurcht gegenüber Jehova Gott zu haben?
40 Vor neunzehnhundert Jahren, zum Beispiel, hatten die Juden, ganz anders als andere Völker, gegenüber Jehova Gott eine gewisse Gottesfurcht, und sie waren stolz auf den prächtigen Tempel in Jerusalem. Und doch sagte der christliche Apostel Paulus, der einst ein jüdischer Pharisäer gewesen war, über die Juden nach dem Fleische: „Brüder, der gute Wille meines Herzens und mein Flehen zu Gott für sie gilt in der Tat ihrer Rettung. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht gemäß genauer Erkenntnis; denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkannten, sondern ihre eigene zur Geltung zu bringen suchten, unterwarfen sie sich nicht der Gerechtigkeit Gottes. Denn Christus ist das Ende des Gesetzes, jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.“ (Röm. 10:1-4) Schließlich erkannte der Apostel Paulus die Notwendigkeit, sich mit seiner Botschaft der Rettung an Nichtjuden oder Heiden zu wenden. Die natürlichen Juden wiesen die Gerechtigkeit Gottes durch Christus zurück. Daher wurden sie von Gott als Nation verworfen.
41. (a) Wie zeigte Gott mit Bestimmtheit, daß er die jüdische Nation verworfen hatte? (b) Wer waren daher die „Menschen guten Willens“ jener Zeit?
41 Siebenunddreißig Jahre nachdem Jesus außerhalb der Mauern Jerusalems einen ungerechten Tod gestorben war, offenbarte Gott mit aller Deutlichkeit, daß er ihre Nation verworfen hatte. Damals, im Jahre 70, gestattete Gott den Heeren der Römer, Jerusalem und seinen Tempel zu zerstören und 97 000 Überlebende als Sklaven in alle Teile des Römischen Reiches wegzuführen. Das war kein Ausdruck des Wohlwollens Gottes, des Höchsten, gegenüber dieser religiösen Nation. Es war vielmehr eine äußerst schmerzliche Kundgebung seines Mißfallens. Zu jener bestimmten Zeit jedoch offenbarte Gott sein Wohlgefallen an einem jüdischen Überrest und an vielen Heiden, die Nachfolger seines Sohnes Jesus Christus geworden waren. Das waren die „Menschen guten Willens“ jener Tage. Sie entgingen der Vernichtung Jerusalems und der Versklavung der armseligen Überlebenden. Diese „Menschen guten Willens“ erwiesen sich auch als würdig, später durch eine Auferstehung unter Gottes Königreich aus dem Tode errettet zu werden.
42. Wie bringt eine Anzahl moderner Bibelübersetzungen diesen Gedanken, „Menschen guten Willens“ betreffend, zum Ausdruck?
42 Einige moderne Bibelübersetzungen bringen bei der Wiedergabe der Worte, die die himmlische Heerschar bei der Geburt Jesu sprach, diesen Gedanken zum Ausdruck. Die Zürcher Bibel gibt Lukas 2:14 wie folgt wieder: „Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden unter den Menschen, an denen Gott Wohlgefallen hat.“ In dem Neuen Testament, übersetzt von Ludwig Albrecht, heißt es an dieser Stelle: „Preis gebühret Gott in Himmelshöhen, und auf Erden ist nun Friede unter Menschen, die Gott wohlgefallen!“ D. Adolf Schlatter übersetzte diesen Text wie folgt: „Ehre sei Gott in der Höhe und auf der Erde Friede bei den Menschen, an denen er Gefallen hat.“ Andere moderne Übersetzungen geben diesen Text ähnlich wieder. Sie lassen deutlich erkennen, daß der Friede Gottes unter den Menschen herrscht, denen er sein Wohlwollen zugewandt hat oder die sein Wohlgefallen gefunden haben.
43. (a) Wie lenkte Jesus in Nazareth die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß Gott damals sein Wohlwollen zum Ausdruck brachte? (b) Welche Gegenüberstellung in bezug auf das Vorgehen Gottes wurde damals aus dieser Prophezeiung vorgelesen?
43 Als Jesus auf Erden war, lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß Gott zu jener Zeit auf ganz besondere Weise sein Wohlwollen zum Ausdruck brachte und daß für die Juden die Zeit gekommen war, sich zu ihrem ewigen Wohl Gottes Wohlwollen zunutze zu machen. In der Synagoge zu Nazareth, in der Stadt, in der er bis zu seinem Alter von 30 Jahren als Zimmermann gearbeitet hatte, wurde Jesus das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Aus dem einundsechzigsten Kapitel, den Versen eins und zwei, las er folgendes vor: „Der Geist des Herrn, Jehovas, ist auf mir, weil Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, um zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen; um auszurufen das Jahr der Annehmung [des Wohlwollens, NW] Jehovas und den Tag der Rache unseres Gottes.“ Diese Prophezeiung stellt das Wohlwollen Jehovas der Rache Jehovas gegenüber. Dadurch wird offenbar, daß Gottes Wohlwollen nicht allen Menschen zugewandt ist. (Luk. 4:16-19) In dem bevorstehenden „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in Harmagedon, wird er an all denen Rache üben, die in diesem Krieg auf der Gegenseite Stellung bezogen haben.
44. (a) Wem gegenüber hat Gott laut Jesaja 49:8, 9 vor neunzehnhundert Jahren sein Wohlwollen bekundet? (b) Wie wirkte sich das Wohlwollen Gottes aus, um auch den restlichen Teil der Prophezeiung Jesajas zu erfüllen?
44 Gottes Wohlwollen war seinem Sohn Jesus Christus zugewandt, als dieser als Mensch auf Erden lebte. In der Prophezeiung Jesajas (49:8, 9) sagte Gott folgendes voraus: „So spricht Jehova: Zur Zeit der Annehmung [des Wohlwollens, NW] habe ich dich erhört, und am Tage des Heils habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich setzen zum Bunde des Volkes, um das Land aufzurichten, um die verwüsteten Erbteile auszuteilen, um den Gefangenen zu sagen: Gehet hinaus! zu denen, die in Finsternis sind: Kommet ans Licht!“e Weil sein Wohlwollen seinem treuen Sohn Jesus Christus zugewandt war, der zu ihm um Rettung betete, errettete ihn Gott, der Allmächtige, aus den Toten, indem er ihn am dritten Tag zur Auferstehung brachte. So konnte der von den Toten auferstandene Jesus Christus, der jetzt für immer im Himmel lebt, den restlichen Teil der Prophezeiung Jesajas erfüllen. — Hebr. 5:7-9.
45. (a) Über welche Tatsache können daher solche, die „Menschen guten Willens“ zu sein wünschen, heute glücklich sein? (b) Wie lenkt der Apostel Paulus unsere Aufmerksamkeit auf diese Tatsache, wenn wir 2. Korinther 6:1, 2 lesen?
45 Wir haben Grund, glücklich zu sein, wenn wir „Menschen guten Willens“ sein wollen und sowohl heute als auch in der entscheidenden Stunde von Harmagedon den Wunsch haben, mit Gott in Frieden zu leben. Diese kurze, noch verbleibende Zeit vor dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in dem er an seinen Feinden Rache üben wird, ist immer noch eine „Zeit des Wohlwollens“. Es ist immer noch ein „Tag des Heils“, an dem wir die Vorkehrungen, die Gott getroffen hat, um uns vor der Vernichtung zu bewahren, nützen können. Mit den folgenden Worten lenkt der Apostel Paulus unsere Aufmerksamkeit allen Ernstes gerade auf diesen Gedanken: „Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch auch: (Seid darauf bedacht,) die Gnade Gottes nicht vergeblich anzunehmen! — es steht ja geschrieben: ‚Zur willkommenen (=mir wohlgefälligen) Zeit habe ich dich erhört und am Tage des Heils dir geholfen.‘ Seht, jetzt ist die hochwillkommene (=ihm wohlgefällige) Zeit, seht, jetzt ist der Tag des Heils!“ — 2. Kor. 6:1, 2, Me, teilweise mit Anmerkungen zitiert.
46. Was sollten wir laut den Worten des Paulus heute tun, und welche Folgen wird das für uns haben?
46 Neunzehnhundert Jahre sind vergangen, seitdem der Apostel Paulus diese Worte aus der Prophezeiung Jesajas (49:8) zitiert und auf ihre Anwendung zu unserem Nutzen aufmerksam gemacht hat. Wieviel mehr sollten wir uns heute, nach dieser langen Zeit, von seinen Worten ansprechen lassen! Werden auch wir die unverdiente Güte Gottes durch Jesus Christus nützen, heute, da wir noch in der Zeit seines Wohlwollens leben? Wenn wir es tun, gereicht es uns zur Rettung.
WIE JEMAND GOTTES WOHLWOLLEN ERLANGT
47, 48. Wie können heute auch andere zu „Menschen guten Willens“ werden, gleich den Hunderttausenden, die es bereits geworden sind?
47 Heute sind Hunderttausende von Menschen aus den verschiedensten Nationen, Menschen von den verschiedensten Sprachengruppen, von verschiedenster Hautfarbe, aus mindestens 194 bekannten Ländern, „Menschen guten Willens“ geworden. Mit den ihnen zur Verfügung stehenden Kräften kämpfen sie darum, in Gottes Gunst zu bleiben und seine Billigung zu behalten. Wie sind sie zu „Menschen guten Willens“ geworden? Indem sie der in der Heiligen Schrift niedergelegten Weisheit folgten. In den Sprüchen (8:35) heißt es über das Erlangen himmlischer Weisheit: „Denn wer mich findet, hat das Leben gefunden und Wohlgefallen erlangt von Jehova.“
48 Um Gottes Wohlgefallen zu erlangen, müssen wir etwas tun, denn es heißt in Sprüche 11:27: „Wer das Gute eifrig sucht, sucht [Gottes] Wohlgefallen; wer aber nach Bösem trachtet, über ihn wird es kommen.“ Wir müssen nicht Baptisten, Methodisten, Presbyterianer oder Mitglieder irgendeiner anderen Kirche werden. Wir müssen zu Gottes wahrem Volk gehören. Andernfalls ist es uns nicht möglich, sein Wohlgefallen zu erlangen, denn in Psalm 149:4 heißt es: „Denn Jehova hat Wohlgefallen an seinem Volke; er schmückt die Sanftmütigen mit Rettung.“ In Psalm 147:11 heißt es noch: „Jehova hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Güte harren.“ Wer Jehovas Wohlgefallen erlangt, steht in seiner Gunst.
49. (a) Womit sind wahre „Menschen guten Willens“ heute sehr beschäftigt? (b) Wie tun sie es?
49 Echte „Menschen guten Willens“, ob sie nun in ihrer Hoffnung auf ein Leben im Himmel oder auf ein Leben in einem irdischen Paradies ausgerichtet sind, sie alle sind heute eifrig dabei, allen zu helfen, die Gottes Wohlgefallen zu erlangen suchen. Diesen suchenden Menschen überbringen sie die Bibel in ihrer Sprache. Sie händigen ihnen Schriften aus, die ihnen helfen, dieses heilige Buch zu verstehen und das kennenzulernen, was Gott von denen fordert, die nach seinem Wohlgefallen trachten. Um nicht unter den Einfluß der froschartigen, von Dämonen inspirierten Äußerungen zu kommen, die aus dem Munde des Drachen, des wilden Tieres und des falschen Propheten hervorkommen, benötigen wir die himmlische Weisheit, die in der Bibel, dem unter der Inspiration des heiligen Geistes Gottes geschriebenen Buch, enthalten ist. „Menschen guten Willens“ helfen heute aufrichtigen Wahrheitssuchern, indem sie mit ihnen in ihren Wohnungen kostenlos persönliche Bibelstudien durchführen. Sie laden die nach der Wahrheit der Bibel suchenden Menschen auch ein, zu ihren Zusammenkünften, in ihre Gemeinschaft, zu kommen.
50, 51. Wer sind heute die wahren „Menschen guten Willens“, und welche Beispiel haben sie nachgeahmt?
50 Wahre „Menschen guten Willens“ sind Personen, die sich mit Gott versöhnen ließen, indem sie sich ihm durch Jesus Christus hingaben und ihre Hingabe durch die Wassertaufe symbolisierten. Ihre Taufen haben bei der Öffentlichkeit tiefen Eindruck hinterlassen, da bei manchen Gelegenheiten Tausende auf einmal getauft worden sind. Anläßlich des unter dem Motto „Göttlicher Wille“ stehenden internationalen Kongresses der Zeugen Jehovas, der im Sommer 1958 im Yankee-Stadion und in den Polo Grounds in New York City stattfand, waren es 7136.
51 Warum sind sie getauft worden? Ganz einfach: Weil sie das Vorbild des größten „Menschen guten Willens“, das Beispiel Jesu Christi, nachahmten. Er sandte seine Nachfolger in alle Welt aus und gab ihnen den Auftrag: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, indem ihr sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes tauft und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge.“ (Matth. 28:19, 20) Als sich Jesus taufen ließ, symbolisierte er seine Hingabe an Jehova Gott, seine Bereitschaft, den Willen Gottes zu tun. In gleicher Weise haben heute „Menschen guten Willens“ als ordinierte Diener Jehovas ihre vollständige Hingabe an Gott durch die Wassertaufe öffentlich symbolisiert.
52. Mit welcher Einstellung sehen diese „Menschen guten Willens“ Harmagedon entgegen, und welche Botschaft übermitteln sie jetzt an die Nationen und warum?
52 So sehen sie als Gott hingegebene, getaufte Christen furchtlos dem Ausbruch des „Krieges des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ in Harmagedon entgegen. Sie wissen, daß es bei der Streitfrage, die in diesem Krieg endgültig entschieden werden soll, um die Herrschaft des Königreiches Gottes über die ganze Erde geht, um die Herrschaft des Königs der Könige und des Herrn der Herren. Schon vor neunzehnhundert Jahren erkannte Jesus die Notwendigkeit, diese Streitfrage allen Menschen vor Augen zu führen. In seiner Prophezeiung über den Abschluß des Systems der Dinge in unseren Tagen sagte er daher: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ (Matth. 24:14) Gottes „Menschen guten Willens“ haben diese mit einem Auftrag verbundene Prophezeiung seit 1914, seit dem Ende der Heidenzeiten, und in großem Umfang seit 1918, seit dem Ende des Ersten Weltkrieges, erfüllt. Auf diese Weise ist die Botschaft an alle Nationen ergangen, besonders an die Christenheit, die die Organisation der Vereinten Nationen dem messianischen Königreich Gottes vorzieht.
53, 54. (a) Welche Wahl treffen heute viele Menschen, während die gute Botschaft weiterhin gepredigt wird, und zu was werden sie? (b) Wie gelingt es ihnen gemäß den Sprüchen, das Wohlgefallen des regierenden Königs zu erlangen?
53 Die „gute Botschaft“ von dem im Himmel aufgerichteten Königreich Gottes, in dem Gottes messianischer König den Thron eingenommen hat, muß weiterhin gepredigt werden, bis zum Ende des zum Untergang verurteilten Systems der Dinge. Während das Predigtwerk weitergeht und sich weiter ausbreitet, richten sich immer mehr Menschen nach der Botschaft aus. Sie entscheiden sich für den Frieden mit Gott, um nicht mit den Nationen in Harmagedon in die Vernichtung zu gehen.
54 Wenn sie sich Gott und dem Dienst für Gott hingeben und diese Hingabe durch eine öffentliche Wassertaufe symbolisieren, kommen sie in die Gunst Gottes. Sie werden „Menschen guten Willens“. Sie haben Achtung vor dem neuinthronisierten König Jesus Christus, und sie nehmen die Worte aus den inspirierten Sprüchen zu Herzen: „Des Königs Gunst wird dem einsichtigen Knechte zuteil.“ „Der Könige Wohlgefallen sind gerechte Lippen; und wer Aufrichtiges redet, den liebt er.“ (Sprüche 14:35; 16:13) So sind sie als Gott hingegebene Personen wirklich einsichtig und erkennen ihre Verpflichtung, ihre Lippen zu gebrauchen, um die gute Botschaft von Gottes neugeborenem Königreich allen zu einem Zeugnis zu predigen. Gehorsam beteiligen sie sich an diesem Predigtwerk.
55. (a) Wie bekunden sie ihre Liebe zu den geistigen Brüdern des regierenden Königs? (b) Wie wird durch die Tatsache, daß sie den Segen des Vaters haben, gezeigt, wer sie sind?
55 Diese schafähnlichen Menschen lieben nicht nur den König Jesus Christus, sondern auch seine geistigen Brüder, von denen heute noch ein kleiner Überrest auf Erden lebt und im Predigen der guten Botschaft führend vorangeht. Diese schafähnlichen Menschen haben den Wunsch, ihre Liebe gegenüber dem König zum Ausdruck zu bringen, indem sie seinen geistigen Brüdern Gutes tun. Sie wissen, daß sie das besonders dadurch tun können, indem sie den geistigen Brüdern Christi helfen, überall das Zeugnis vom Königreich zu verbreiten. So predigen sie mit ihnen zusammen die Königreichsbotschaft und leiden mit ihnen als Königreichszeugen. Sie sehen der Zeit entgegen, da das Zeugnis allen Nationen gegeben sein wird, denn dann wird der König zu ihnen sagen: „‚Kommt her, die ihr den Segen meines Vaters habt, ererbt das Königreich, das seit Grundlegung der Welt für euch bereitet ist ...‘ ‚Wahrlich ich sage euch: In dem Maße, wie ihr es [Gutes] einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.‘“ Den Segen von dem Vater des Königs zu haben bedeutet, zu Gottes „Menschen guten Willens“ zu gehören. Als Zeichen dafür werden sie als schafähnliche Menschen zur Rechten des Königs gestellt. — Matth. 25:31-40.
56. Wohin gehen die Menschen, die mit Böcken verglichen werden, in Harmagedon? Was werden dagegen die mit Schafen verglichenen Menschen, die zur Rechten des Königs gestellt werden, ererben?
56 Die mit Böcken verglichenen Feinde des Königreiches Gottes werden zu jener Zeit in die ewige Vernichtung gehen. Für immer werden sie von allem Leben abgeschnitten sein. Die gerechten, mit Schafen verglichenen Menschen werden unter Gottes Königreich „in das ewige Leben“ eingehen. (Matth. 25:46) Sie werden sich weiterhin des Friedens Gottes „unter Menschen guten Willens“ erfreuen. Gott hat schon seit langem solcher „Menschen guten Willens“ gedacht. Schon „seit Grundlegung der Welt“ vor etwa sechstausend Jahren hat er Vorsorge für sie getroffen. Er will, daß sie in einem Paradies, auf einer gereinigten Erde, unter dem Königreich seines teuren Sohnes Jesus Christus, leben. Im himmlischen Königreich wird der König mit seinen geistigen Brüdern zusammen sein und mit ihnen zum Segen aller Menschen herrschen. Die Erde, die von allen gereinigt sein wird, die sich in Harmagedon nicht als „Menschen guten Willens“ erwiesen haben, wird das Herrschaftsgebiet des Königreiches, das heißt der irdische Herrschaftsbereich des himmlischen Königreiches sein. Geschmückt mit paradiesischen Zuständen bietet diese Erde Anlaß, Gottes Königreich zu loben und ihm zu danken. Satan und seine Dämonen werden nichts dagegen unternehmen können.
57. Welchen Lauf muß man einschlagen, um in einer friedlichen, paradiesischen Heimat auf Erden leben zu können?
57 Welch eine herrliche und friedliche Heimat wird doch dieses irdische Paradies für „Menschen guten Willens“ sein, und das in alle Ewigkeit! Hast du, lieber Leser, den Wunsch, dort zu leben? Der Weg steht dir offen, wenn du dich bemühst, der Vernichtung zu entrinnen, die in Harmagedon über die Menschen kommt, die nicht Gottes Billigung haben, und wenn du dich jetzt ganzherzig dazu entschließt, zu den „Menschen guten Willens“ zu gehören, die sich des Friedens Gottes erfreuen.
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Biblische Wahrheit besiegt WiderstandDer Wachtturm 1964 | 15. Oktober
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Biblische Wahrheit besiegt Widerstand
BEHARRLICHKEIT SIEGT
● Ein Zeuge Jehovas aus Cambará im Staat Paraná (Brasilien) predigte einmal auf einer sehr großen Fazenda; dabei konnte er einem Mann, der sich für die Bibel interessierte, das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ abgeben. Dem Zeugen war klar, daß er dem Mann helfen mußte, die Bibel kennenzulernen. Er besuchte ihn daher jede Woche, um mit ihm die Bibel zu studieren. Vater, Mutter und Frau dieses Mannes waren so gegnerisch eingestellt, daß der Mann sich manchmal an dem Tag, an dem das Studium stattfinden sollte, versteckte. Aber der Zeuge Jehovas ließ sich nicht entmutigen, sondern kam ganz unerwartet an einem anderen Tag. Dann zog die Familie in die Stadt São Paulo, wo der Zeuge den Mann ebenfalls besuchte und ermunterte. Aber da der Mann mit seinem Arbeitsplatz nicht zufrieden war, kehrte die Familie wieder auf die Farm zurück, und der Zeuge begann wieder, regelmäßig mit dem Mann zu studieren. Doch seine Angehörigen machten ihm solche Szenen, daß das Studium eine Zeitlang eingestellt werden mußte. Als es dann wieder weitergeführt werden konnte, stellte der Zeuge mit großer Befriedigung fest, daß sein Schüler diesmal bereit war, alle Schwierigkeiten und Gegnerschaft in Kauf zu nehmen. Schließlich wurde dieser Mann ein treuer Zeuge. Auch seine Frau und seine Kinder wurden Zeugen Jehovas. Beharrlichkeit hatte gesiegt.
SINNESWANDEL
● Aus Kanada berichtet eine Zeugin Jehovas: „Vor zehn Jahren arbeitete ich in einem Hotel, in dem auch ein junges Mädchen beschäftigt war. Dieses Mädchen war gegen Jehovas Zeugen und machte mir sogar alle möglichen Schwierigkeiten. Vor kurzem kam ich wieder nach Quebeck und traf diese ehemalige Kollegin auf der Straße. Sie freute sich, mich zu sehen und lud mich ein, sie zu besuchen. Das tat ich, und sie hieß mich herzlich willkommen. Ich sprach mit ihr über die Bibel und gab ihr das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies. Wir begannen sofort ein Bibelstudium. Sie lud mich zum Abendbrot ein, und ich nahm diese Einladung dankend an. Einer ihrer Brüder begann sich ebenfalls zu interessieren und nahm auch ein Paradies-Buch. Nach dem Abendbrot fing ich mit diesem Mann ein Studium an. Zu meiner Überraschung bat mich meine ehemalige Kollegin am folgenden Tag, mich in den Predigtdienst begleiten zu dürfen. Wir gingen eine Stunde miteinander von Haus zu Haus. Jetzt besucht sie mit ihren drei Töchtern, im Alter von sieben, acht und neun Jahren, das Wachtturm-Studium. Ich kann kaum beschreiben, was in mir vorging, als ich bei unserer ersten Begegnung feststellte, wie sehr sich die Einstellung meiner ehemaligen Kollegin der göttlichen Wahrheit gegenüber geändert hatte.“
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