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Die Entwicklung des Bildungswesens in AfrikaErwachet! 1978 | 8. Juni
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gehen, oder später in der Zeit, wenn sie schulfrei haben, in sittlichen sowie in anderen Dingen unterweisen, damit sie sich zu wertvollen Menschen entwickeln. Es kann sehr viel Gutes erreicht werden, wenn man bei der Erziehung der Kinder zur Anständigkeit, Ehrlichkeit und Treue die Bibel verwendet.
Der junge Mensch, der sich außerdem durch die Erfahrungen, die er täglich macht, formen läßt und Weiteres dazulernt, bildet sich auch nach Abschluß der Schule weiter. So entwickelt er sich dann zu einem Menschen, der zuverlässig ist und etwas leistet. Und die Schulbildung wird sich als wahrhaft zweckvoll erweisen.
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Wir besuchen ein SalzbergwerkErwachet! 1978 | 8. Juni
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Wir besuchen ein Salzbergwerk
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Österreich
„THOMAS, hättest du Lust, mit uns ein Salzbergwerk zu besuchen?“ Thomas, ein zehnjähriger Junge aus unserer Nachbarschaft, ist begeistert von diesem Vorschlag, und wir freuen uns, daß unser zwölfjähriger Sohn einen Gefährten hat. Unser Ziel ist Hallstatt, ein sehr alter Bergwerksort in den österreichischen Alpen.
In Hallstatt angelangt, parken wir unseren Wagen und gehen die paar Minuten bis zur Seilbahn, die uns zum Salzberg bringen soll, zu Fuß. Wir nehmen in einer Gondel Platz, und dann geht es in rascher Fahrt steil hinauf. Ein herrlicher Blick auf die spiegelnde Fläche des Hallstätter Sees und auf die majestätischen Berge bietet sich uns dar. Schon nach drei Minuten sind wir in der Bergstation angelangt und müssen wieder aussteigen.
Das Gräberfeld von Hallstatt
Bei unserer Wanderung von der Bergstation zum Knappenhaus überqueren wir ein riesiges Gräberfeld, das nahezu 3 000 Gräber umfaßte. Davon konnten etwa 1 300 freigelegt werden. Dabei fand man an die 10 000 Grabbeigaben. Die Funde von diesem Gräberfeld stammen aus der Zeit von etwa 950 bis 390 v. u. Z. und beweisen unter anderem, daß der Salzbergbau schon damals systematisch betrieben wurde. Die vielen Funde, die man hier und auch an anderen Fundorten machte, ermöglichten es den Archäologen, die Kulturepoche 750 bis 450 v. u. Z. so gut zu rekonstruieren, daß für diese Zeit der Begriff „Hallstattzeit“ geprägt wurde.
Die Funde verrieten, daß die Menschen der Hallstattzeit an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten. Deshalb gaben sie den Verstorbenen Gegenstände mit ins Grab. Es wurden prachtvolle Gefäße, Schalen, Eimer, Waffen und Schmuck gefunden.
Auf einer 1 370 Meter hoch gelegenen Wiese hat man Töpfe aus Graphitton ausgegraben. Auf neun Gefäßböden sieht man Zeichen, die vom Töpfer in den feuchten Ton eingestrichen wurden. Unter diesen Zeichen sieht man eines, das wie eine mehrzinkige Gabel aussieht. In dem Werk Alte und neue Funde aus Hallstatt heißt es, daß dieses Zeichen als Schriftzeichen von hohem Alter aufgefaßt wird. Ferner lesen wir in dem erwähnten Buch: „Es findet sich schon in der ältesten Buchstabenschrift semitischer Alphabete sowie auch im Buchstabenschatz altgriechischer Inschriften.“ Man nimmt an, daß es sich dabei um ein Zeichen für „Regen“ handelt. In dem Buch Vom Amulett zur Zeitung wird darauf hingewiesen, daß das Regenzeichen als frühes Bildsymbol „in mythisch orientierten Kulturstufen über die ganze Erde verbreitet“ ist. Ferner heißt es darin: „So finden sich derartige Zeichen in ihren Variationen in Mesopotamien, in Griechenland, in Nordeuropa (Hallstattkultur), bei den Indianern und in China.“ Es ist interessant zu erfahren, daß man selbst in diesem abgelegenen Hochtal der österreichischen Alpen Spuren des Einflusses erkennen kann, der von der babylonischen Kultur und der Religion Mesopotamiens ausging.
Rundgang durch das Bergwerk
Doch nun sind wir schon sehr neugierig, was wir im Bergwerk selbst erleben werden. Um unsere Kleider zu schonen, müssen wir bunte Schutzkleider anziehen. Es gibt verschiedene Größen, und jede ist durch eine andere Farbe gekennzeichnet, so finden wir rasch die Kleider, die uns passen.
Einige Meter oberhalb vom Knappenhaus ist der Stolleneingang. Ein Knappe begrüßt uns hier mit dem alten Bergmannsgruß: „Glück auf!“ Der Stollen, durch den wir in das Berginnere vordringen, wurde im Jahre 1719 ausgehauen. Der Führer erklärt uns, daß wir nun ungefähr 300 Meter durch diesen Stollen wandern. Dabei durchdringen wir das Deckgebirge, bis wir zum Salzwerk vorstoßen. Ein wasserundurchlässiger Schutzmantel schützt diese großen Salzlager vor der Auslaugung. Früher mag auch in dieser äußeren Schicht Salz gewesen sein, doch wurde es allmählich ausgelaugt, bis der wasserundurchlässige Ton übrigblieb, der das darunterliegende Salzlager schützt.
Nach einigen Minuten kommen wir bei einem größeren Querstollen an. Von hier führt eine Rutsche in einen tiefer gelegenen Hohlraum. Die Rutsche besteht aus polierten Baumstämmen und erspart es uns, die vielen Treppen hinunterzusteigen. Wir nehmen zu viert Platz, der Führer hilft mit einem kleinen Stoß nach, und wir sausen durch den Stollen hinunter. Ein Auslauf bremst uns, und vor uns liegt ein 2 000 Quadratmeter großer höhlenartiger Raum mit einem Fassungsvermögen von 3 700 Kubikmetern.
Die Salzgewinnung
Der Hohlraum, in dem wir gerade sitzen, diente früher der Salzgewinnung und wird „Werk“ genannt. Wenn so ein „Werk“ eröffnet wird, legen die Bergleute einen unterirdischen Hohlraum mit etwa 20 × 40 Meter Grundfläche an. Durch den schrägen Stollen, den wir hinuntergerutscht sind, wird reines Wasser bis zur Decke in das „Werk“ eingelassen. Das Wasser bewirkt, daß sich das Salz auflöst und die nichtlösbaren Bestandteile zu Boden sinken und dort liegenbleiben. Nach sechs bis acht Wochen hat das Wasser einen Salzgehalt von 31 bis 33 Kilogramm in 100 Litern. Durch die Laugwirkung des Wassers rückt die Decke — der Bergmann sagt dazu „Werkshimmel“ — immer höher. Der Hohlraum wandert immer mehr nach oben. Bei jedem Laugprozeß werden je nach Salzgehalt 50 bis 150 Zentimeter von der Decke angelaugt. Nach 50 bis 70 solchen Vorgängen hat das „Werk“ die ganze Bergdicke durchwandert. Es ist dabei nicht nur hochgewandert, sondern auch um vieles größer geworden. Die Salzlösung — Sole genannt — wird nun abgelassen. Dazu haben die Bergleute bei der Eröffnung des „Werkes“ nicht nur den schrägen Stollen zum „Werk“ gegraben, sondern auch einen tiefer liegenden
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