-
Erfahrungen aus dem FeldeDer Wachtturm 1950 | 1. Oktober
-
-
stellen, die er nicht beantworten konnte. Er sagte ihr, er habe eine Broschüre, die ihre Fragen beantworte, und er wolle sie ihr geben, wenn sie veranlassen könne, dass ihre Mutter sie ihr vorlese. Er erklärte ihr, dass ihr dann die Mutter die Fragen beantworten könne. Das Mädchen nahm die Broschüre, eilte heim und bat die Mutter, sie zu lesen. Etwa eine halbe Stunde später brachte mir das Mädchen einen Brief von ihrer Mutter, worin sie mich bat, herüberzukommen und ihr weiteres zu sagen. Ich sprach am nächsten Tag bei ihr vor. Sie nahm das Buch ‚Gott bleibt wahrhaftig‘, und wir hatten schon bei diesem ersten Besuch ein Bibelstudium. Die Mutter sagte, sie hätte die Broschüre niemals gelesen, wenn sie nicht die Begeisterung ihres Kindes gesehen hätte.“ — Ein Verkündiger in Washington.
-
-
BriefDer Wachtturm 1950 | 1. Oktober
-
-
Brief
„ÜBER DEN GÖTTLICHEN AUFTRAG“
9. Oktober 1949
Lieber Bruder,
Hier die Antwort auf Deinen kürzlichen Brief in bezug auf Kinder, die Gliedern der Klasse der „andern Schafe“, welche Harmagedon überleben, geboren werden:
Der Wachtturm hat einige Male darauf hingewiesen, dass Christus Jesus noch nicht irdische Kinder zeugt, und aus diesem Grunde sind die gegenwärtigen Glieder der Klasse der „andern Schafe“ nicht zu ewigem Leben auf Erden gerechtfertigt. Der Überrest der gesalbten Glieder des Leibes Christi ist ebenfalls nicht die Mutter derer, die zur Klasse der „andern Schafe“ von heute gehören, und es wäre nicht richtig, wenn die „andern Schafe“ den Überrest mit Vater oder Mutter im geistigen Sinne ansprechen würden. Jene, die während der Tausendjahrherrschaft Christi aus den Gräbern hervorkommen und ewiges Leben erlangen, werden nicht als die Kinder der irdischen Fürsten bezeichnet, sondern es heisst von ihnen, sie seien „Engeln gleich und Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind.“ (Luk. 20:35, 36) Da sie ihr Leben auf Erden durch das Opfer des vollkommenen Menschenlebens Christi erlangen, wird von ihm auch gesagt, er sei ihr „Ewigvater“. Das Leben, das diese erlangen, wird nicht ein Leben in geistigem Sinne, sondern ein ganz buchstäbliches menschliches oder irdisches Leben sein, und die „Fürsten“ verleihen ihnen dieses nicht.
Zu sagen, die „andern Schafe“, die Harmagedon überleben und heiraten und Kinder durch Vermählung miteinander hervorbringen, seien gleich den „Söhnen Gottes“, welche die Töchter der Menschen zur Zeit Noahs heirateten, ist falsch. Ihr Heiraten unter sich bedeutet nicht, dass sie sich vom Geistigen zum Menschlichen oder Irdischen wenden würden, um ein Bastardgeschlecht ungebilligter Mischlinge hervorzubringen. Zu sagen, ein Heiraten nach Harmagedon und ein Hervorbringen von Kindern zu jener Zeit sei ein Abfallen vom Geistigen zum Fleischlichen, ist dasselbe wie zu sagen, dass die gesalbten Christen, die unter sich heiraten und Kinder hervorbringen, sich vom Geistigen zum Fleischlichen hinwenden. In gewissen Fällen gab der Apostel Paulus gesalbten Christen den Rat, „im Herrn“ zu heiraten, und bestimmt gebot er ihnen nicht, sich vom Geistigen zum Fleischlichen hinzuwenden und ein Bastardgeschlecht hervorzubringen, das von Gott missbilligt und zum Verderben verurteilt wäre. Auch wenn ein gesalbtes Glied des Überrests jemand von den „andern Schafen“ heiratet und Kinder aus der Ehe hervorgehen, ist dies nicht ein Abfallen vom Geistigen zum Fleischlichen und ein Hervorbringen von Bastardkindern. In 1. Korinther, Kapitel 7, sagt der Apostel, dass selbst dort, wo ein Glied einer Ehegemeinschaft nicht christlich sei, die Kinder dieser Vereinigung dennoch heilig seien, und der ungeweihte Ehegatte sei geheiligt durch das gläubige Weib und das ungeweihte Weib sei geheiligt durch den gläubigen Mann. Warum also sollte es anders sein, wenn Harmagedon Überlebende, die zu den „andern Schafen“ gehören, heiraten, wobei beide geweiht und mit Überleben gebilligt worden sind und dann Kinder hervorbringen? Ihre Kinder werden bestimmt nicht den Gibborim oder Männern von Ruhm entsprechen, welche die „Söhne Gottes“ und die Töchter der Menschen zur Zeit Noahs hervorbrachten. — 1. Mose 6:1-4.
Da beide Glieder jener „andern Schafe“, die heiraten, der Gerechtigkeit ergeben sind, werden ihre Kinder zu jener Zeit in Gerechtigkeit empfangen und sind gerecht. Du versuchst, in das Wort „gerecht“ den Gedanken der körperlichen Vollkommenheit zu zwingen. Offenbar hast Du vergessen, dass es in der Broschüre ‚Die Sanftmütigen ererben die Erde‘, auf Seite 28, heisst: „Überall auf Erden werden durch die Heirat dieser treuen, sanftmütigen Harmagedon Überlebenden Heimstätten und Familienkreise entstehen. Gottergebene Eltern werden Kinder in Gerechtigkeit zeugen und hervorbringen, und die herrlich gemachte Erde wird von dem frohen Klang lieblicher Kinderstimmen widerhallen. Da die Eltern selbst noch nicht vollkommen sind, werden sie ihre Kinder zwar nicht in Vollkommenheit, jedoch in Gerechtigkeit, hervorbringen können. Danach werden sie sie in der Zucht und Ermahnung Gottes, des Herrn, und unter der gerechten Oberaufsicht der ‚neuen Himmel‘ aufziehen.“
Die Sintflut bedeutete für die alte, ungöttliche Welt eine tatsächliche, materielle Katastrophe. Ebenso wird die Schlacht von Harmagedon für die gegenwärtige böse Welt eine materielle Katastrophe sein und nicht einfach etwas Geistiges. Die Arche der Errettung, in die wir eingehen, ist nicht eine buchstäbliche Arche, sondern ist Gottes Organisation. Und wenn die Tatsache, dass die Klasse der „andern Schafe“, deren Glieder im Zustand der „Arche“ nun natürliche Kinder haben, das Bild der Kinderlosigkeit der Bewohner der Arche verderbte, so würde auch die Tatsache, dass der gesalbte Überrest nun natürliche Kinder hat, das Bild oder Vorbild der „Arche“ verderben oder verfälschen. Dies ist aber nicht der Fall. Kinder, die jetzt geboren werden, werden nicht in Erfüllung des von neuem erlassenen göttlichen Auftrages geboren. Als Gott diesen Auftrag, zu heiraten und sich zu mehren, nach der Flut an Noah wiederum ergehen liess (1. Mose 9:1, 7), erfüllte sich der Auftrag im Vorbilde durch eine zeichenhafte Erfüllung; 70 (10 X 7) Generationen werden in 1. Mose, Kapitel 10, angeführt als von Noah und seinen Söhnen abstammend. In gleicher Weise wird die Erfüllung des göttlichen Auftrages, der nach Harmagedon von neuem erlassen wird, nicht dadurch erfolgen, dass die Erde bis zur Saturierung gefüllt wird, sondern durch eine zeichenhafte Erfüllung, die der Auferstehung aus den Toten Raum, ja reichlich Raum für diese Auferstandenen, lassen wird. Wie somit der Wachtturm-Artikel „Der Rat des Apostels über den Ehestand“ vom 15. Mai 1947, Seite 157, Fussnote, erwähnt, wird Gott zeigen, dass er den göttlichen Auftrag zur Rechtfertigung seines Wortes auf ganz buchstäbliche Weise erfüllen lassen kann, und er wird eine treue Demonstration seiner Erfüllung geben. Die da teilhaben an seiner Erfüllung, werden trotzdem ‚Gott Tag und Nacht in seinem Tempel dienen‘ (Off. 7:15); sie werden das Gebot von 5. Mose 6:7 hinsichtlich des Aufziehens ihrer Kinder erfüllen, und ihre Kinder werden der Vorschrift von Epheser 6:1-3 nachkommen, indem sie ihren Eltern auf dieselbe Weise gehorchen, wie die gesalbten Überrestglieder und ihre Kinder angewiesen werden, diesen göttlichen Geboten zu gehorchen.
Im Theokratischen Dienst treulich Deine,
WATCH TOWER BIBLE & TRACT SOCIETY
-