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  • Eine Welt, die vernichtet wurde
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 6

      Eine Welt, die vernichtet wurde

      1. (a) Wurde die Menschheit je mit einer Weltvernichtung konfrontiert? (b) Weshalb sollten wir dankbar sein, daß Noah nicht über die Warnung spottete?

      SCHON einmal stand eine Weltvernichtung bevor. Menschen aller Nationen können dankbar sein, daß es unter ihren Vorfahren einen Mann gab, der über Gottes Warnung vor einer weltweiten Flut nicht spottete. Weil Noah auf Gott hörte und gehorchte, überlebten er und seine Frau, seine drei Söhne und deren Frauen. Von ihnen stammen wir alle ab (1. Mose 10:1, 32).

      2. Weshalb vernichtete Gott jene Welt?

      2 Gott vernichtete jene Welt, weil er sah, daß die Erde voller Gewalttat war. „Die Schlechtigkeit des Menschen [war] ausnehmend groß . . . auf der Erde“ (1. Mose 6:3, 5, 13). Die Verhältnisse waren damals ganz ähnlich wie heute im 20. Jahrhundert.

      3. Was war dafür verantwortlich, daß die Verhältnisse so schlimm geworden waren?

      3 Wieso waren die Verhältnisse in den Tagen Noahs so schlimm geworden? Ein wichtiger Faktor wird in 1. Mose 6:2 enthüllt: „Die Söhne des wahren Gottes [begannen] die Töchter der Menschen zu beachten . . . und gewahrten, daß sie gut aussahen; und sie nahmen sich dann Frauen, nämlich alle, die sie erwählten.“ Was war daran verkehrt? Nun, es handelte sich hier nicht um Menschen, die heiraten wollten. Diese „Söhne des wahren Gottes“ waren Engel, Geistgeschöpfe, die die schönen Frauen auf der Erde und die ehelichen Freuden beobachteten und die Menschengestalt annahmen. (Vergleiche Hiob 1:6.) Daß sie einen menschlichen Leib annahmen und heirateten, war Ungehorsam gegenüber Gott. In der Bibel heißt es, daß sie „ihre eigene rechte Wohnstätte verließen“ und daß ihre Beziehungen mit Frauen ‘unnatürlich’, pervers, waren (Judas 6, 7; 1. Petrus 3:19, 20). Die Bastarde, die aus diesen Verbindungen hervorgingen, waren von außergewöhnlich hohem Wuchs. Sie wurden Nephilim oder „Fäller“ genannt, weil es brutale Menschen waren (1. Mose 6:4).

      4. (a) Weshalb fand Noah Gunst bei Gott? (b) Welche Vorbereitung wurde getroffen, um Leben zu bewahren?

      4 Obwohl Noah inmitten dieser verdorbenen Welt lebte, fand er Gunst in den Augen Jehovas. Warum? Weil Noah „ein gerechter Mann“ war. Er kannte die Streitfragen, die in Eden aufgeworfen worden waren, und er erwies sich als untadelig (1. Mose 6:8, 9). Damit Noah und seine Familie sowie Vertreter jeder Art von Landtieren und fliegenden Geschöpfen am Leben blieben, wies Jehova ihn an, eine Arche, einen riesigen kastenähnlichen Bau, zu errichten. Gott erklärte: „Ich bringe die Sintflut der Wasser über die Erde, um alles Fleisch, in dem die Lebenskraft wirksam ist, unter den Himmeln weg zu verderben. Alles, was sich auf der Erde befindet, wird verscheiden“ (1. Mose 6:13-17). Noah war weise genug, Gott zu gehorchen.

      5. Welches Ausmaß hatte die Sintflut?

      5 Die Sintflut kam im Jahre 2370 v. u. Z., wie aus den detaillierten chronologischen Angaben der Bibel hervorgeht. Es war die größte Flut der ganzen Menschheitsgeschichte, ja bis auf den heutigen Tag. Sie war so gewaltig, daß „alle hohen Berge bedeckt wurden, die unter dem ganzen Himmel waren“ (1. Mose 7:19). Durch die Sintflut „wurde die damalige Welt vernichtet“ (2. Petrus 3:6). Doch jemand mag nun fragen: „Wenn selbst die höchsten Berge mit Wasser bedeckt waren, wo ist denn all das Wasser jetzt?“ Offensichtlich ist es hier auf der Erde.

      6. Wo blieb all das Wasser nach der Sintflut?

      6 Man muß sich darüber im klaren sein, daß die Bibel nicht sagt, in Noahs Tagen habe es Berge gegeben, die so hoch gewesen seien wie der Mount Everest. Wie Wissenschaftler sagen, waren in der Vergangenheit viele Berge viel niedriger als heute, und einige haben sich später sogar aus dem Meer erhoben. Außerdem glaubt man, daß es einmal eine Zeit gab, in der die Meere selbst kleiner und die Kontinente größer waren als heute, wie durch Flußbetten bezeugt wird, die sich bis weit unter die Meeresoberfläche erstrecken. Über die heutige Situation hieß es in der Zeitschrift National Geographic in der Ausgabe vom Januar 1945: „Dem Volumen nach gibt es zehnmal soviel Wasser im Meer wie Land über dem Meeresspiegel. Würde man all dieses Land gleichmäßig ins Meer schütten, so stände das Wasser auf der ganzen Erde eineinhalb Meilen [2 400 m] hoch.“ Nachdem also die Wasser der Sintflut gefallen waren, aber noch bevor sich die Berge erhoben und die Meeresbecken gesenkt hatten, so daß das Wasser vom Land ablaufen konnte, und bevor sich an den Polen die Eiskappen gebildet hatten, war reichlich Wasser vorhanden, um „alle hohen Berge“ zu bedecken, wie es die Bibel ausdrückt (1. Mose 7:17-20; 8:1-3; vergleiche Psalm 104:8, 9).

      7, 8. Welche Berichte über die Flut finden wir außerhalb der Bibel?

      7 Diese überwältigende weltweite Sintflut muß bestimmt auf alle, die sie überlebten, einen unvergeßlichen Eindruck gemacht haben. Sie werden künftigen Generationen davon erzählt haben. Da gemäß dem Bibelbericht alle Nationen von derselben Gruppe Überlebender abstammen, ist es vernünftig zu erwarten, daß überall auf der Erde noch Anzeichen für frühe Erinnerungen an eine solch große Flut vorhanden sind. Ist das der Fall? Ja, tatsächlich!

      8 Während die Nachkommen der Überlebenden der Sintflut in ferne Gegenden zogen und der zeitliche Abstand größer wurde, wurden die Einzelheiten verzerrt, und der Bericht wurde den örtlichen religiösen Vorstellungen angepaßt. Aber es kann kaum ein Zufall sein, daß sich in alten Legenden aus aller Welt Erinnerungen an eine große Flut finden, durch die die Menschheit mit Ausnahme von einigen wenigen, die gemeinsam gerettet wurden, vernichtet wurde. Solche Legenden finden wir in Mesopotamien und anderen Gebieten Asiens, in Australien und auf den pazifischen Inseln, unter Dutzenden von Indianerstämmen in Nord- und Südamerika, bei den alten Griechen und Römern, in Skandinavien und unter afrikanischen Stämmen. In vielen dieser Berichte wird erwähnt, daß Tiere zusammen mit Menschen in einem Boot gerettet wurden. Ähnlich wie die Bibel berichten einige Legenden, daß Vögel ausgesandt wurden, um festzustellen, ob das Wasser abgelaufen war. (Vergleiche 1. Mose 7:7-10; 8:6-12.) Kein anderes Ereignis des Altertums ist so weit verbreitet in Erinnerung geblieben.

      9. In welchen Bräuchen spiegelt sich eine Erinnerung an die Ereignisse des „zweiten Monats“ nach dem Kalender Noahs wider?

      9 Geschichtliche Einzelheiten in Verbindung mit der Flut haben bis auf den heutigen Tag Einfluß auf gewisse Bräuche. Welche? Nun, die Bibel berichtet, daß die Sintflut „im zweiten Monat, am siebzehnten Tag des Monats“ begann. Dieser „zweite Monat“ entspricht der letzten Oktoberhälfte und der ersten Novemberhälfte nach unserem Kalender (1. Mose 7:11). Es ist daher beachtenswert, daß viele Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt in dieser Zeit des Jahres einen Gedenktag für die Toten oder ein Ahnenfest beobachten. Warum gerade dann? Weil diese Bräuche eine Erinnerung an die von der Sintflut angerichtete Vernichtung widerspiegeln.a

      10. Weshalb ist der Bibelbericht über die Sintflut am zuverlässigsten und von größtem persönlichen Wert?

      10 Die Bibel selbst jedoch enthält ein unverfälschtes Zeugnis über die Geschehnisse. Das, was Noah sah und erlebte, wurde später in der Bibel aufgezeichnet. Jahrhunderte danach bezog sich Gott selbst, als er durch den Propheten Jesaja sprach, auf die „Wasser Noahs“ (Jesaja 54:9). Auch Gottes erstgeborener Sohn beobachtete die Geschehnisse der Tage Noahs. Als Jesus Christus später auf der Erde lebte, sprach er von der Sintflut als von einer geschichtlichen Tatsache, und er erklärte auch, weshalb damals so viele umkamen.

      „SIE NAHMEN KEINE KENNTNIS DAVON“

      11. Weshalb kamen in der Sintflut so viele Menschen um?

      11 Jesus sagte nicht, daß jeder außerhalb der Familie Noahs ein krimineller Gewalttäter gewesen sei. Statt dessen erklärte er: „So, wie sie in jenen Tagen vor der Sintflut waren: sie aßen und tranken, Männer heirateten und Frauen wurden verheiratet bis zu dem Tage, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nahmen keine Kenntnis davon, bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte: so wird die Gegenwart des Sohnes des Menschen [Jesus Christus] sein“ (Matthäus 24:37-39).

      12. Weshalb war es so schwerwiegend, daß sie ‘keine Kenntnis davon nahmen’?

      12 Es war nicht verkehrt, in Maßen zu essen und zu trinken oder eine ehrbare Ehe einzugehen. Doch als die Menschen vor einer weltweiten Katastrophe gewarnt wurden, machten sie weiterhin ihre persönlichen Bestrebungen zum Mittelpunkt ihres Lebens und bewiesen dadurch, daß sie weder Noah noch Jehova Gott, dessen Warnungsbotschaft Noah verkündigte, wirklich glaubten. Hätten sie geglaubt, so hätten sie sich ernsthaft danach erkundigt, wie es möglich sei zu überleben, und dann Anstrengungen unternommen, um das Nötige zu tun. Vielleicht waren einige Menschen auch der Meinung, daß etwas geschehen müsse, um der weitverbreiteten Gewalttätigkeit jener Tage Einhalt zu gebieten, aber eine weltweite Flut erschien ihnen zweifellos als sehr unwahrscheinlich. Und so nahmen sie, wie Jesus sagte, „keine Kenntnis davon [von Gottes durch Noah vermittelter Botschaft], bis die Sintflut kam und sie alle wegraffte“. Dies wurde als ein warnendes Beispiel für uns aufgezeichnet.

      13. (a) Wie reagieren heute — wie vorausgesagt — viele Menschen, wenn man ihnen sagt, daß Christus unsichtbar gegenwärtig ist, und warum? (b) Was lassen sie außer acht, wie Petrus sagte?

      13 Der inspirierte Apostel Petrus schrieb ebenfalls warnend, daß „in den letzten Tagen [in denen wir jetzt leben] Spötter mit ihrem Spott kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.‘ “ Solche Personen möchten niemandem verantwortlich sein. Deshalb verdrängen sie den Gedanken an die Gegenwart Christi und daran, was sie für diejenigen bedeuten wird, die an einer gottlosen Lebensweise festhalten. Petrus schreibt aber weiter: „Ihrem Wunsche gemäß entgeht diese Tatsache ihrer Kenntnis, daß es von alters her Himmel gab und eine Erde, die kompakt herausstand aus dem Wasser und inmitten des Wassers durch das Wort Gottes; und durch diese Dinge wurde die damalige Welt vernichtet, als sie mit Wasser überflutet wurde. Aber durch dasselbe Wort sind die Himmel und die Erde, die jetzt sind, aufgespart für das Feuer und sind aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“ (2. Petrus 3:3-7).

      14. Weshalb sollte uns die Tatsache, daß sich „das Wort Gottes“ zur Zeit der Schöpfung und in den Tagen Noahs erfüllte, heute nachdenklich stimmen?

      14 Die Spötter lassen außer acht, daß das „Wort Gottes“ nie unerfüllt bleibt. Um ihre Ansicht zu widerlegen, verweist der Apostel Petrus auf die Zeit der Schöpfung. Damals sprach Gott: „Es entstehe eine Ausdehnung zwischen den Wassern, und es trete eine Scheidung ein zwischen den Wassern und den Wassern.“ Nach diesem Ausspruch „ging Gott daran, die Ausdehnung zu machen und eine Scheidung herbeizuführen zwischen den Wassern, die unterhalb der Ausdehnung sein sollten, und den Wassern, die oberhalb der Ausdehnung sein sollten“. Auf diese Weise ging das „Wort Gottes“, sein geäußerter Vorsatz, in Erfüllung (1. Mose 1:6, 7). Sein Wort ging auch in Erfüllung, als er in den Tagen Noahs beschloß, eine Flut über die Erde zu bringen, und diese Wasser gebrauchte, um die „damalige Welt“ zu vernichten. Durch das gleiche unaufhaltsam in Erfüllung gehende Wort Gottes wird über das gegenwärtige gottlose System der Dinge die Vernichtung kommen.

      15. (a) Weshalb wird in 2. Petrus 3:7 nicht das Verbrennen der buchstäblichen Erde vorausgesagt? (b) Was ist denn mit den „Himmeln“ und der „Erde“ gemeint, die ‘für das Feuer aufgespart’ sind?

      15 Was zur Zeit der Sintflut geschah, war ein Vorbild künftiger Dinge. Damals wurde nicht die Erde vernichtet, sondern gottlose Menschen. Was ist daher mit der Äußerung gemeint, „die Himmel und die Erde, die jetzt sind“, seien „aufgespart für das Feuer“? (2. Petrus 3:7; 2:5). Nun, was könnte buchstäbliches Feuer der Sonne und den Sternen am Himmel anhaben, die selbst bereits unglaublich heiß sind? Und wie würde sich das Verbrennen der buchstäblichen Erde mit dem Vorsatz Gottes vereinbaren, sie zu einem Paradies zu machen? Die hier erwähnten „Himmel und die Erde, die jetzt sind“, müssen daher sinnbildlich zu verstehen sein. (Vergleiche 1. Mose 11:1; 1. Könige 2:1, 2; 1. Chronika 16:31.) Die „Himmel“ stellen die regierenden Gewalten dar, die sich über die Menschheit im allgemeinen erhoben haben, und die „Erde“ ist die gottlose menschliche Gesellschaft. Am großen Tag Jehovas werden sie so gründlich vernichtet werden, als würden sie mit Feuer verbrannt. Personen, die weiterhin über die göttliche Warnung vor diesem Tag spotten, bringen ihr Leben in große Gefahr.

      BEFREIUNG FÜR „MENSCHEN VON GOTTERGEBENHEIT“

      16. Was ist gemäß 2. Petrus 2:9 entscheidend für die Befreiung?

      16 Der Bericht über die Sintflut veranschaulicht auf dramatische Weise etwas, was wir uns heute zu Herzen nehmen müssen. Was ist das? Nachdem der Apostel Petrus auf das verwiesen hatte, was Gott in den Tagen Noahs tat, zog er die Schlußfolgerung: „Jehova weiß Menschen von Gottergebenheit aus der Prüfung zu befreien, Ungerechte aber für den Tag des Gerichts zu ihrer Abschneidung aufzubehalten“ (2. Petrus 2:9). Entscheidend für die Befreiung ist daher, daß man ein Mensch von Gottergebenheit ist.

      17. Wie bewies Noah seine Gottergebenheit?

      17 Was bedeutet das? Noah war offensichtlich ein Mensch von Gottergebenheit. „Noah wandelte mit dem wahren Gott“ (1. Mose 6:9). Er führte sein Leben in Übereinstimmung mit dem geoffenbarten Willen Jehovas. Er hatte ein enges persönliches Verhältnis zu Gott. Die Arche zu bauen und Vertreter aller Arten von Vögeln und Landtieren zusammenzubringen war eine gewaltige Aufgabe. Noah hatte nicht die Einstellung: „Wir wollen erst einmal abwarten und sehen, was kommt.“ Er hatte Glauben. Noah „ging daran, gemäß allem zu tun, was Gott ihm geboten hatte. Geradeso tat er“ (1. Mose 6:22; Hebräer 11:7). Die Menschen mußten an die gerechten Wege Jehovas erinnert und vor der bevorstehenden Vernichtung der Gottlosen gewarnt werden. Als „Prediger der Gerechtigkeit“ tat Noah auch das (2. Petrus 2:5).

      18. Weshalb muß jeder, der die Sintflut überlebte, eine solche Ergebenheit gehabt haben?

      18 Doch wie verhielt es sich mit Noahs Frau, seinen Söhnen und deren Frauen? Was wurde von ihnen erwartet? Der Bibelbericht lenkt die Aufmerksamkeit besonders auf Noah, weil er das Familienoberhaupt war, aber auch die anderen müssen Personen von Gottergebenheit gewesen sein. Wieso? Jehova bezog sich später auf die Kinder Noahs, um seinem Propheten Hesekiel zu zeigen, daß Noahs Kinder, wenn sie zu dieser Zeit in Israel gelebt hätten, nicht aufgrund der Gerechtigkeit ihres Vaters gerettet worden wären. Sie waren alt genug, gehorsam oder ungehorsam zu sein, und so mußten sie persönlich ihre Ergebenheit gegenüber Jehova und seinen gerechten Wegen unter Beweis stellen (Hesekiel 14:19, 20).

      19. Was sollten wir daher tun, und wie?

      19 Angesichts der Gewißheit der drohenden Weltvernichtung ermahnt uns die Bibel eindringlich, dies fest im Sinn zu behalten und zu beweisen, daß auch wir Menschen von Gottergebenheit sind (2. Petrus 3:11-13). Unter den Nachkommen Noahs gibt es heute überall Menschen, die diesen weisen Rat befolgen und die daher die Vernichtung überleben und die „neue Erde“ erleben werden.

  • Angesichts des Unheils weise handeln
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 7

      Angesichts des Unheils weise handeln

      1. Weshalb kamen Menschen unnötigerweise um, (a) als die Titanic sank? (b) als der Mount Pelée ausbrach?

      WER weise ist, bringt sich in Sicherheit, wenn er aus einer zuverlässigen Quelle vor einer Katastrophe gewarnt wird (Sprüche 22:3). Dagegen sind Tausende von Menschen unnötigerweise umgekommen, weil sie sich in Sicherheit wiegten. Trotz der Ermahnung, in die Rettungsboote zu steigen, gingen im Jahre 1912 Hunderte von Passagieren mit dem Ozeandampfer Titanic unter, weil sie der Behauptung Glauben schenkten, das Schiff sei unsinkbar. Als im Jahre 1902 der Mount Pelée auf der Insel Martinique begann, vulkanische Asche und Gesteinsbrocken auszustoßen, war die Bevölkerung des in der Nähe gelegenen Städtchens Saint-Pierre sehr besorgt, aber weil die selbstsüchtigen Interessen prominenter Gemeindeglieder auf dem Spiel standen, versuchten Lokalpolitiker und der örtliche Zeitungsverleger, die Ängste der Menschen zu beschwichtigen, und bedrängten sie, den Ort nicht zu verlassen. Plötzlich brach der Vulkan aus, und 30 000 Menschen kamen ums Leben.

      2. (a) Welche dringende Warnung wird in unserer Zeit verkündigt? (b) Weshalb ist die Situation ernst?

      2 In unserer Zeit ergeht eine noch dringendere Warnung — nicht vor einer lokalen Katastrophe, sondern vor der Nähe von Gottes universellem Krieg von Harmagedon (Jesaja 34:1, 2; Jeremia 25:32, 33). Jehovas Zeugen haben auf der ganzen Erde wiederholt in den Wohnungen der Menschen vorgesprochen und sie gedrängt, weise zu handeln und ihr Leben in Sicherheit zu bringen. Ist dir dein Leben so lieb, daß du die nötigen Schritte unternimmst, und zwar unverzüglich?

      „DIE WELT VERGEHT“

      3. Wieso wird sich unsere Einstellung zur Welt auf unsere Aussicht auf ein Überleben auswirken?

      3 Ein entscheidender Faktor, von dem dein Überleben abhängt, ist deine Einstellung zur Welt. Solange du als Mensch am Leben bist, befindest du dich in der Welt. Aber du brauchst dir ihre falschen Begierden nicht zu eigen zu machen und ihre gottlosen Handlungen nicht nachzuahmen. Du brauchst dich nicht mit ihr zu identifizieren, indem du dein Vertrauen auf Menschen und ihre Pläne setzt statt auf Gott und seinen Vorsatz. Doch du mußt wählen; du kannst nicht auf beiden Seiten stehen. „Wer immer . . . ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.“ Warum? Weil — wie uns Gottes Wort sagt — „die ganze Welt . . . in der Macht dessen [liegt], der böse ist“ (Jakobus 4:4; 1. Johannes 5:19; Psalm 146:3-5).

      4. (a) Erkläre anhand der Bibel, welche Handlungen und Verhaltensweisen Menschen daran hindern werden, unter Gottes Königreich zu leben. (b) Weshalb sollte jeder, der diese Dinge getrieben hat, sie schnell aufgeben?

      4 Verständlicherweise wird Jehova keine Menschen bewahren und in seiner gerechten neuen Ordnung leben lassen, die durch ihre Lebensweise zu erkennen geben, daß sie an etwas festhalten, was er verurteilt. Was zum Beispiel? Oft sind es Handlungen und Verhaltensweisen, die in der Welt als selbstverständlich gelten. Doch wenn wir das Ende dieser bösen Welt überleben möchten, müssen wir — ganz gleich, wie andere Menschen handeln und denken — die Warnung der Bibel ernst nehmen, daß Hurer, Ehebrecher, Homosexuelle und Personen, die unreinen, unsittlichen Gewohnheiten und einem zügellosen Wandel frönen, nicht unter den Überlebenden sein werden. Ganz gleich, wie oft andere lügen oder stehlen, werden wir eine solche Handlungsweise verwerfen. Wir werden okkulte Praktiken meiden, so populär sie auch sein mögen. Auch wenn andere eifersüchtig sind, Streit anfangen, ihrer Wut freien Lauf lassen oder mit Hilfe von Drogen oder übermäßigem Alkoholgenuß ihrer Frustration zu entrinnen suchen, werden wir sie nicht nachahmen. Falls wir solche Dinge getan haben, werden wir uns die Notwendigkeit eingestehen, uns zu ändern. Selbst wenn uns einige dieser Handlungen früher „normal“ erschienen sind, werden wir sie aufgeben. Warum? Weil wir Gott wirklich lieben, lieben wir das Leben, und Gottes Wort warnt uns davor, daß „die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht ererben werden“ (Galater 5:19-21; Epheser 5:3-7; 1. Korinther 6:9, 10; 2. Korinther 7:1; Offenbarung 22:15).

      5. (a) Was müssen wir lernen, wenn uns das Leben lieb ist? (b) Welche guten Eigenschaften werden in den Schriftstellen am Ende des Abschnittes erwähnt? Wie wichtig sind sie? Wie können wir sie entwickeln?

      5 Wenn uns die Gelegenheit, für immer in Glück zu leben, etwas bedeutet, müssen wir lernen, wie wir dem Lebengeber, Jehova Gott, wohlgefallen können (Apostelgeschichte 17:24-28; Offenbarung 4:11). Wir müssen uns daran gewöhnen, sein Wort in jedem Bereich unseres Lebens anzuwenden. Wenn wir das tun, werden wir bald unsere Einstellung zu uns selbst und zu anderen, zu persönlichen Besitztümern und Errungenschaften überprüfen und darüber nachdenken, wie sie unser Verhältnis zu Gott berühren. Die Menschen in unserer Umgebung mögen eine sehr hohe Meinung von sich selbst, von ihrem Stamm, ihrer Rasse oder ihrer Nation haben, doch wir werden ernsthaft über den Text nachdenken, der besagt: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber verleiht er unverdiente Güte“ (Jakobus 4:6; Zephanja 2:2, 3; Psalm 149:4).

      6, 7. Weshalb sollten wir unser eigenes Leben im Lichte von 1. Johannes 2:15-17 überprüfen?

      6 Auch wenn sich andere von Begierden versklaven lassen, die durch eine materialistische Gesellschaft angeregt werden, oder sich von dem Verlangen nach persönlichem Ansehen treiben lassen, werden wir unsere Lebensweise im Lichte von 1. Johannes 2:15-17 überprüfen, wo es heißt: „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles in der Welt — die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat — stammt nicht vom Vater, sondern stammt von der Welt. Überdies, die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ Falls wir irgendwelche Änderungen vornehmen müssen, so ist jetzt die Zeit dazu.

      7 Die Welt mit ihrer Lebensweise wird keinen Bestand haben. Sie ist nicht „unsinkbar“. Weltliche Führer mögen versuchen, ihre Anhänger zu behalten, indem sie sie glauben machen, sie könnten durch ihre Anstrengungen die Welt verbessern. Aber die einzige Möglichkeit, dem drohenden Unheil zu entgehen, besteht darin, Gottes Warnungsbotschaft zu befolgen. In dieser Hinsicht gaben die Bewohner Ninives in den Tagen des Propheten Jona ein Beispiel, das wir uns zu Herzen nehmen sollten.

      „SIE BEREUTEN AUF DAS HIN, WAS JONA PREDIGTE“

      8. Wie bekundeten die Bewohner Ninives Weisheit, als Jona ihnen Gottes Warnung ausrichtete, und wie wirkte sich dies für sie aus?

      8 Im 9. Jahrhundert v. u. Z. gab Jehova Jona den Auftrag, zu den Bewohnern Ninives, der Hauptstadt Assyriens, zu gehen und ihnen zu verkündigen, daß Ninive wegen seiner Schlechtigkeit untergehen würde. Wie reagierten sie, als Jona sie davor warnte, daß sie in nur 40 Tagen umkommen würden? Statt zu spotten, „begannen [sie] an Gott zu glauben, und sie riefen dann ein Fasten aus und legten Sacktuch an“. Sogar der König tat dies, und er rief alle Bewohner auf, ernstlich zu Gott zu flehen und von ihrem schlechten Weg und von ihrer Gewalttat umzukehren. Er kam zu der Überlegung: „Wer weiß, ob sich der wahre Gott umwenden . . . und von seiner Zornglut umkehren mag, so daß wir nicht zugrunde gehen?“ Da sie ihren schlechten Weg verließen, erwies ihnen Jehova Barmherzigkeit. Ihr Leben wurde verschont (Jona 3:2-10).

      9, 10. (a) In welcher Hinsicht waren die Bewohner Ninives gemäß den Worten Jesu ein nachahmenswertes Beispiel? (b) Wer gleicht diesen Bewohnern Ninives heute?

      9 Um die ungläubigen Juden des 1. Jahrhunderts u. Z. zurechtzuweisen, nahm Jesus auf dieses historische Ereignis Bezug und sagte: „Männer von Ninive werden im Gericht mit dieser Generation aufstehen und werden sie verurteilen; denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte, doch siehe! hier ist mehr als Jona“ (Matthäus 12:41).

      10 Wie verhält es sich in der heutigen Zeit? Bekundet irgend jemand heute solche Reue? Ja; auf der ganzen Erde gibt es Tausende, die wie die Bewohner Ninives vielleicht nie behauptet haben, den Gott der Bibel anzubeten, die aber jetzt Jehovas Warnungsbotschaft befolgen. Wenn sie erfahren, weshalb die Welt vernichtet werden soll, suchen sie Gottes Barmherzigkeit. In ihnen geht eine echte Sinnesänderung bezüglich ihrer früheren Lebensweise vor, und sie bemühen sich jetzt, „Werke [zu] verrichten, die der Reue entsprechen“ (Apostelgeschichte 26:20; siehe auch Römer 2:4). Hast du den Wunsch, einer von ihnen zu sein? Wenn ja, so zögere nicht.

      SICH DRINGEND UM FRIEDEN BEMÜHEN

      11. (a) Was wissen wir über die Gibeoniter? (b) Weshalb bemühten sie sich um Frieden mit Israel?

      11 Die Gibeoniter der Tage Josuas handelten ebenfalls weise, um ihr Leben zu retten. Sie waren Kanaaniter, deren Lebensweise unsittlich und materialistisch, götzendienerisch und von Dämonismus geprägt war. Jehova hatte ihre Vernichtung beschlossen. Sie wußten, wie Jehova die Israeliten 40 Jahre zuvor aus Ägypten gerettet hatte und daß es den mächtigen Amoriterkönigen östlich des Jordan nicht gelungen war, vor Israel zu bestehen. Jeder von ihnen wußte genau, daß die massiven Mauern Jerichos ohne Hilfe von Rammböcken vor den Israeliten eingestürzt waren und daß die Stadt Ai zu einem verlassenen Schutthügel geworden war (Josua 9:3, 9, 10). Die Bewohner der Stadt Gibeon wollten am Leben bleiben, aber sie erkannten, daß sie in einem Krieg gegen den Gott Israels niemals gewinnen konnten. Daher mußte schnell etwas geschehen. Was? Sie konnten nicht auf einem Vertrag mit Israel bestehen, aber sie dachten, sie sollten es wenigstens versuchen, einen Vertrag zu schließen. Wie taten sie das?

      12. (a) Weshalb wurden die Gibeoniter trotz der Methode, die sie anwandten, verschont? (b) Welche Änderungen mußten sie vornehmen, und welche Arbeit wurde ihnen aufgetragen?

      12 Sie griffen zu einer List, indem sie Männer zu Josua sandten, die so aussahen, als hätten sie eine sehr weite Reise hinter sich. Als sie dann bei Josua eintrafen, erzählten sie, sie seien aus einem fernen Land gekommen und hätten von den Großtaten Jehovas gehört und sie seien nun als Abgesandte ihres Volkes gekommen, um sich als Knechte anzubieten und um zu bitten, daß die Israeliten einen Bund mit ihnen schlössen. Josua und die Vorsteher Israels erklärten sich damit einverstanden. Als der Betrug später ans Licht kam, gaben die Gibeoniter demütig zu, daß sie um ihr Leben fürchteten, und erklärten sich bereit, alles zu tun, was von ihnen verlangt würde (Josua 9:4-25). Jehova hatte den ganzen Vorfall beobachtet. Er hatte sich nicht täuschen lassen. Er erkannte aber, daß sie nicht versuchten, sein Volk zu verderben, wie es vorher die Moabiter getan hatten, und er schätzte ihren ernstlichen Wunsch zu leben. Daher gestattete er ihnen, unter der Aufsicht der Leviten an der heiligen Stiftshütte zu arbeiten, indem sie Holz sammelten und Wasser schöpften, um so die Anbetung Jehovas zu unterstützen. Um für diesen Dienst in Frage zu kommen, mußten sie natürlich ihre früheren unreinen Gewohnheiten aufgeben (Josua 9:27; 3. Mose 18:26-30).

      13. (a) Wie können wir aus dem prophetischen Drama in Verbindung mit den Gibeonitern Nutzen ziehen? (b) Was muß man heute tun, um von dem größeren Josua verschont zu werden?

      13 Angesichts der Tatsache, daß wir kurz vor dem Ende der „letzten Tage“ leben, ist es für alle, die überleben möchten, lebenswichtig, unverzüglich und in völliger Aufrichtigkeit zu handeln. Jesus Christus, der heute Jehovas Urteilsvollstrecker ist, kann nicht so überlistet werden wie Josua. Die einzige Möglichkeit, in ein vertragsähnliches Verhältnis zu ihm zu gelangen und vor der Hinrichtung verschont zu werden, besteht darin, daß solche Personen öffentlich ihren Glauben an Jehova als den wahren Gott erklären. (Vergleiche Apostelgeschichte 2:17-21.) Außerdem müssen sie Jesus Christus in den Rollen anerkennen, die Gott ihm zugewiesen hat, und danach in ihrem täglichen Leben beweisen, daß sie nicht die Lebensweise dieser verurteilten Welt lieben. Dann müssen sie demütige Diener Gottes werden und ihm in Gemeinschaft mit der Versammlung seines Volkes heiligen Dienst darbringen (Johannes 17:16; Offenbarung 7:14, 15).

      14. Weshalb ist es für uns bedeutsam, daß Jehova die Gibeoniter vor den feindlichen Streitkräften rettete?

      14 Nicht lange nachdem die Gibeoniter auf der Seite des Volkes Jehovas Stellung bezogen hatten, gerieten sie unter großen Druck. Fünf Amoriterkönige belagerten Gibeon, um die Bewohner zu zwingen, auf ihrer Seite Stellung zu beziehen und den Israeliten Widerstand zu leisten. Die Gibeoniter verständigten Josua und baten ihn dringend um Hilfe, und ihre Rettung war dann eine der aufsehenerregendsten der ganzen Geschichte. Jehova stürzte den Feind in Verwirrung, ließ Hagelsteine vom Himmel herabregnen und bewirkte, daß das Tageslicht durch ein Wunder verlängert wurde, bis die Israeliten den Feind vernichtend geschlagen hatten (Josua 10:1-14). Die Rettung der Gibeoniter war ein prophetisches Vorbild einer noch großartigeren Rettung — der Rettung einer großen Volksmenge von Anbetern des wahren Gottes während des universellen Krieges von Harmagedon. Diese Gelegenheit, gerettet zu werden, steht Menschen aller Nationen offen, wenn sie jetzt weise handeln. Machst du dir diese Gelegenheit zunutze? (Offenbarung 7:9, 10).

  • Überlebende aus allen Nationen
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 8

      Überlebende aus allen Nationen

      1. Aus welcher Verheißung, die Gott Abraham gab, geht hervor, daß es „allen Familien“ der Menschheit möglich ist, Jehovas Gunst zu finden?

      JEHOVA ist an Menschen aller Nationen und Stämme liebevoll interessiert. Er hat dafür gesorgt, daß alle Familien der Erde sich seiner Gunst und seines Segens erfreuen können. Zu Abram (Abraham), einem Nachkommen von Noahs Sohn Sem, sagte er: „Zieh hinweg aus deinem Lande und von deinen Verwandten und aus dem Hause deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde; und ich werde aus dir eine große Nation machen, und ich werde dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen; und erweise dich als ein Segen. Und ich will die segnen, die dich segnen; und den, der Übles auf dich herabruft, werde ich verfluchen, und alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen“ (1. Mose 12:1-3; Apostelgeschichte 7:2-4). „Alle Familien des Erdbodens“ — dazu gehören auch wir, ganz gleich, in welche Nation wir hineingeboren wurden oder welche Sprache wir sprechen (Psalm 65:2).

      2. (a) Welche Eigenschaft benötigen wir wie Abraham? (b) Wie bewies Abraham diese Eigenschaft gemäß Hebräer 11:8-10?

      2 Der Mann, dem Jehova diese Verheißung gab, war ein Mann des Glaubens, und ebenso müssen wir Glauben haben, wenn wir an dem hier verheißenen Segen teilhaben möchten (Jakobus 2:23; Hebräer 11:6). Abrahams Glaube war keine passive Überzeugung, sondern er war mit Taten verbunden. Er veranlaßte ihn, aus Mesopotamien in ein fernes Land zu ziehen, das er nie zuvor gesehen hatte. „Durch Glauben weilte er als Fremdling im Lande der Verheißung wie in einem fremden Lande“, indem er sich in keinem der dortigen Stadtkönigreiche ansiedelte. „Denn er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat, deren Erbauer und Bildner Gott ist“ (Hebräer 11:8-10).

      3. Welcher schweren Glaubensprüfung wurde Abraham in Verbindung mit Isaak unterzogen?

      3 Als Abraham 100 und seine Frau Sara 90 Jahre alt war, segnete sie Jehova durch ein Wunder mit einem Sohn, Isaak. In Verbindung mit diesem Sohn wurde der Glaube und der Gehorsam Abrahams einer schweren Prüfung unterzogen. Jehova wies Abraham an, Isaak, der jetzt ein junger Mann war, in das Land Moria mitzunehmen und ihn dort als Brandopfer darzubringen. Im Glauben an Gottes Fähigkeit, seinen Sohn durch eine Auferstehung wieder zum Leben zu bringen, machte sich Abraham daran zu gehorchen (Hebräer 11:17-19). Isaak, der sich dem Willen seines Vaters beugte, war schon auf dem Altar festgebunden und Abraham hatte bereits das Messer in der Hand, mit dem er ihn töten sollte, als Jehovas Engel eingriff. Die Prüfung war weit genug gegangen, um zu beweisen, daß Abraham Gott nichts vorenthalten würde. Daher bekräftigte Gott seinen Bund mit Abraham, wie die Bibel berichtet:

      4. Welche weitere wichtige Verheißung gab Gott bei dieser Gelegenheit in bezug auf Menschen aller Nationen?

      4 „ ‚Ich schwöre in der Tat bei mir selbst‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚daß wegen der Tatsache, daß du dies getan hast und mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten hast, ich dich bestimmt segnen werde und deinen Samen bestimmt mehren werde wie die Sterne der Himmel und wie die Sandkörner, die am Ufer des Meeres sind; und dein Same wird das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde zufolge der Tatsache segnen, daß du auf meine Stimme gehört hast‘ “ (1. Mose 22:15-18).

      5. (a) Was wurde dadurch vorgeschattet, daß Abraham versuchte, Isaak zu opfern? (b) Wie können Menschen in Erfüllung von 1. Mose 12:3 auf den größeren Abraham „Übles herabrufen“, und welche Folgen wird dies haben? (c) Wie können wir ihn „segnen“?

      5 Wenn wir erkennen, daß der größere Abraham Jehova ist und daß Isaak Jesus Christus vorschattete, wird uns klar, von welcher Bedeutung diese Ereignisse für uns persönlich sind. In Wirklichkeit hängt unsere Zukunft davon ab, wie wir gegenüber Jehova Gott handeln. Die Aussicht auf ewiges Leben ist für uns dadurch möglich geworden, daß Gott seinen einziggezeugten Sohn tatsächlich als ein Opfer für unsere Sünden gab, wie dies durch Abrahams Versuch, Isaak darzubringen, veranschaulicht wurde (Johannes 3:16). Jeder, der nicht aufhört, auf Jehova ‘Übles herabzurufen’, indem er ihn verachtet oder seine liebevollen Vorsätze nicht ernst nimmt, kommt unter einen Fluch, der seine ewige Vernichtung bedeuten wird. (Vergleiche 1. Samuel 3:12-14; 2:12.) Doch wenn wir Wertschätzung haben, werden wir den größeren Abraham „segnen“. Wie? Indem wir offen zugeben, daß alles Gute von Jehova kommt, auch die unverdiente Gabe des Lebens durch seinen Sohn. Auch werden wir mit anderen über Jehovas Güte und über die wunderbaren Merkmale seines Königtums sprechen (Jakobus 1:17; Psalm 145:7-13). Auf diese Weise erfüllen wir die Voraussetzungen dafür, von ihm für immer gesegnet zu werden.

      DER VERHEISSENE ‘SAME ABRAHAMS’

      6. (a) Wer ist der Hauptsame Abrahams? (b) Wie können wir des Segens teilhaftig werden, der durch ihn kommt?

      6 Als Bestandteil der Vorkehrung, die Menschheit zu segnen, sah Jehova eine gerechte himmlische Regierung vor. Jesus Christus wurde als Nachkomme Abrahams geboren, als sein wichtigster Nachkomme oder „Same“, und ihm hat Jehova das Königtum übertragen (Galater 3:16; Matthäus 1:1). Wie aus Gottes Eidschwur gegenüber Abraham hervorgeht, werden Menschen aus allen Nationen durch Jesus Christus gesegnet werden. Tust du alles, was nötig ist, um an diesem Segen teilzuhaben? Beweist du z. B. durch deinen Lebenswandel, daß du dir völlig darüber im klaren bist, von welcher Bedeutung das Opfer des Lebens Jesu ist? Unterwirfst du dich wirklich seiner Gewalt als König? (Johannes 3:36; Apostelgeschichte 4:12).

      7. (a) Wer gehört noch zum „Samen“ Abrahams? (b) Woher wissen wir, daß nicht alle Menschen, die Gott treu dienen, in den Himmel kommen werden?

      7 Der Apostel Johannes erhielt eine prophetische Vorschau auf himmlische Ereignisse, und in dieser Vorschau sah er, daß mit Jesus auf dem himmlischen Berg Zion noch andere versammelt waren. Auch diese bilden einen Teil des ‘Samens Abrahams’. Wie aus Offenbarung 14:1-5 hervorgeht, wurden sie „aus den Menschen . . . erkauft“, und ihre Zahl beläuft sich auf 144 000 (Galater 3:26-29). Wer gehört alles zu ihnen? Die Bibel zeigt sehr deutlich, daß es nie Gottes Vorsatz gewesen ist, alle gerechtgesinnten Menschen zu sich in den Himmel zu nehmen (Matthäus 11:11; Apostelgeschichte 2:34; Psalm 37:29). Das großartige Vorrecht, mit Christus am Königreich der Himmel teilzuhaben, ist auf eine „kleine Herde“ beschränkt, die zusammen mit ihm tausend Jahre lang als Könige und Priester dienen wird (Lukas 12:32; Offenbarung 5:9, 10; 20:6).

      8. Wann begann die Auswahl der „kleinen Herde“, und wie lange wird sie weitergehen?

      8 Wie wurden die Glieder dieser „kleinen Herde“ ausgewählt? Die großzügige Einladung, am himmlischen Königreich teilzuhaben, erging zunächst an die natürlichen Israeliten. Doch wegen ihres Unglaubens stellten sie nicht die volle Zahl von 144 000 Gliedern. Und so wurden Samariter und später Menschen aller Nationen eingeladen (Apostelgeschichte 1:8). Die ersten Miterben Christi wurden zu Pfingsten des Jahres 33 u. Z. mit heiligem Geist gesalbt. Die Auswahl der Angehörigen dieser Gruppe geht so lange weiter, bis 144 000 von Gott „versiegelt“ worden sind und somit seine Gutheißung haben. Dann wird die Aufmerksamkeit auf die Einsammlung von Personen gelenkt, die als dankbare Untertanen der himmlischen Regierung auf der Erde leben werden.

      9. (a) Welche biblischen Begriffe beziehen sich auf die himmlische Klasse? (b) Wer wurde von den natürlichen Israeliten vorgeschattet?

      9 Diejenigen, die mit Christus zusammen das himmlische Königreich ererben, werden in der Bibel als die „Auserwählten“, „Heiligen“, ‘von Gott Gesalbten’ bezeichnet (2. Timotheus 2:10; 1. Korinther 6:1, 2; 2. Korinther 1:21). Als Gruppe werden sie auch die „Braut“ Christi genannt (Offenbarung 21:2, 9; Epheser 5:22-32). Von einem anderen Gesichtspunkt aus werden sie „Brüder“ Christi, „Miterben Christi“ und „Söhne“ Gottes genannt (Hebräer 2:10, 11; Römer 8:15-17; Epheser 1:5). Ungeachtet ihrer Nationalität sind sie in geistigem Sinne das „Israel Gottes“ (Galater 6:16; Römer 2:28, 29; 9:6-8). Als Jehova seinen Gesetzesbund mit dem fleischlichen Israel beendete, schloß er einen neuen Bund mit dem geistigen Israel. Doch durch seine Verfahrensweise mit den fleischlichen Israeliten, während sie unter dem Gesetz standen, schuf er ein Vorbild für künftige Dinge (Hebräer 10:1). Wer wurde denn von der Nation der fleischlichen Israeliten vorgeschattet, die von Gott als sein „besonderes Eigentum“ ausgewählt worden war? Die Tatsachen deuten auf die geistigen Israeliten hin, die Gott dazu erwählt hat, mit Christus im Himmel zu herrschen. (Vergleiche 2. Mose 19:5, 6 mit 1. Petrus 1:3, 4 und 2:9.) Zusammen mit Christus bilden sie das Mittel, durch das alle anderen gehorsamen Menschen gesegnet werden. Wer das erkennt, hat den Schlüssel zum Verständnis der ganzen Bibel.

      WER DURCH DEN „SAMEN“ GESEGNET WIRD

      10. Wer wird von den nichtisraelitischen Anbetern Jehovas dargestellt?

      10 Während der Zeit, in der Gott auf besondere Weise mit der Nation Israel handelte, traf er auch liebevolle Vorkehrungen für Personen, die nicht von dieser Nation waren, die aber von ihrem Herzen getrieben wurden, sich in Gemeinschaft mit den Israeliten an der wahren Anbetung zu beteiligen. Sie werden ausdrücklich im Bibelbericht erwähnt. Haben auch sie ein neuzeitliches Gegenstück? Ja, in der Tat. In vieler Hinsicht stellen sie diejenigen dar, die keine geistigen Israeliten sind, sondern die herrliche Aussicht auf ewiges Leben als irdische Untertanen des Königreiches Gottes hegen. Sie sind diejenigen, von denen Gott zu Abraham sprach, als er sagte, Menschen aus ‘allen Nationen der Erde’ würden sich durch seinen „Samen“ segnen (1. Mose 22:18; 5. Mose 32:43).

      11. (a) Welche Erwähnung fand diese Gruppe bei der Einweihung des Tempels Salomos? (b) Wie haben sich in der heutigen Zeit „Ausländer“ „Jehova angeschlossen“, wie dies in Jesaja 56:6, 7 vorausgesagt wurde?

      11 Es war schon immer Gottes Vorsatz, daß alle Menschen in der wahren Anbetung vereint seien. Passenderweise betete daher König Salomo bei der Einweihung des Tempels, den er gebaut hatte, daß Jehova das Gebet von Ausländern erhören möge, die zusammen mit Israel Gott wohlgefällige Anbetung darzubringen suchten (2. Chronika 6:32, 33). Und gemäß Jesaja 56:6, 7 verhieß Gott: „Die Ausländer, die sich Jehova angeschlossen haben, um ihm Dienst zu tun und den Namen Jehovas zu lieben, um ihm zu Knechten zu werden, . . . sie will ich dann zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Hause des Gebets. . . . Denn mein eigenes Haus wird ja ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden.“ In Übereinstimmung mit dem Geist, der aus diesen Worten spricht, versammeln sich die neuzeitlichen „Ausländer“ aus allen Nationen, und zwar nicht lediglich als beiläufige Beobachter, sondern als Personen, „die sich Jehova angeschlossen haben“. Sie tun dies, indem sie sich ihm hingeben, dies durch die Wassertaufe symbolisieren und dann durch ihren Dienst ihre Liebe zu dem „Namen Jehovas“ und zu all dem, was er darstellt, beweisen (Matthäus 28:19, 20).

      12. Inwiefern geht aus dem mosaischen Gesetz hervor, daß sich diejenigen, die hoffen, irdische Untertanen des Königreiches Gottes zu sein, nach denselben hohen Maßstäben ausrichten müssen, die für das geistige Israel gelten?

      12 Von ihnen wird nicht weniger Treue verlangt als von den geistgesalbten Christen. Unter dem mosaischen Gesetz verlangte Jehova von dem „als Fremdling Ansässigen“, der die wahre Anbetung aufnahm, sich an dasselbe Gesetz zu halten, das für die Israeliten bindend war (4. Mose 15:15, 16). Das Verhältnis, das zwischen ihnen bestand, sollte nicht von bloßer Duldsamkeit, sondern von echter Liebe geprägt sein (3. Mose 19:34). Ebenso bemühen sich auch diejenigen, die durch die „als Fremdlinge Ansässigen“ vorgeschattet wurden, ihr Leben mit Jehovas Anforderungen völlig in Übereinstimmung zu bringen und mit den Übriggebliebenen des geistigen Israel in liebevoller Einheit zu dienen (Jesaja 61:5).

      13. Welche Einzelheiten aus Jesaja 2:1-4 sollten wir uns zu Herzen nehmen, wenn wir überleben und die „neue Erde“ erleben möchten?

      13 Durch den Propheten Jesaja beschrieb Jehova die eifrige Schar aus „allen Nationen“, die heute in Jehovas universelles Haus der Anbetung strömt. Er sagte voraus: „Viele Völker werden gewißlich hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovas, zum Hause des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ “ Infolgedessen haben sie ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet’ und ‘lernen den Krieg nicht mehr’, obwohl sie inmitten einer zerstrittenen Welt leben (Jesaja 2:1-4). Siehst du dich selbst in dieser glücklichen Schar? Teilst du ihren Wunsch, die Anforderungen Jehovas kennenzulernen, sie im täglichen Leben anzuwenden und nicht mehr auf Kriegswaffen zu vertrauen? Gott hat verheißen, daß eine große Volksmenge, die so handelt, die „große Drangsal“ überleben und an seiner friedlichen „neuen Erde“ teilhaben wird (Offenbarung 7:9, 10, 14; Psalm 46:8, 9).

  • Wer führt uns den Weg zur Rettung?
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 9

      Wer führt uns den Weg zur Rettung?

      1. (a) Wem müssen wir uns unterwerfen, um während der „großen Drangsal“ gerettet zu werden? (b) Wie wurde dies durch die Art und Weise veranschaulicht, wie Gott Moses gebrauchte?

      NUR wenn wir die Führung Jesu Christi anerkennen und überzeugend beweisen, daß wir wirklich auf ihn hören und in seinen Fußstapfen wandeln, können wir aus dieser bösen Welt gerettet und während der bevorstehenden „großen Drangsal“ am Leben bewahrt werden (Apostelgeschichte 4:12). Dies wurde durch Ereignisse in Verbindung mit der Befreiung der natürlichen Israeliten aus Ägypten im Jahre 1513 v. u. Z. gut veranschaulicht. Durch ein Wunder führte Jehova die Israeliten durch das Rote Meer in die Sicherheit und vernichtete das ägyptische Heer, das sie verfolgte. Bei all diesen Geschehnissen gebrauchte Gott Moses, um sein Volk zu führen (Josua 24:5-7; 2. Mose 3:10).

      2. (a) Wer war das „Mischvolk“, das mit den Israeliten Ägypten verließ? (b) Was war für viele von ihnen zweifellos anziehend? (c) In bezug worauf wurden sie bald auf die Probe gestellt?

      2 Als die Israeliten Ägypten verließen mit der Aussicht, in das Verheißene Land zu ziehen, gingen andere mit ihnen. Moses schrieb später: „Und auch viel Mischvolk zog mit ihnen hinauf“ (2. Mose 12:38). Was waren das für Personen? Es waren Ägypter oder andere Ausländer, die sich den Israeliten auf Gedeih und Verderb anschlossen. Sie hatten die furchteinflößenden Plagen gesehen, die Jehova über die Bedrückernation Ägypten gebracht hatte, um zu beweisen, daß er der allein wahre Gott ist und daß die Götter Ägyptens falsche Götter waren und ihre Anbeter nicht retten konnten. Zweifellos sagte ihnen auch das zu, was ihnen die Israeliten über die Aussicht auf ein Leben in einem „Land, das von Milch und Honig fließt“, erzählten (2. Mose 3:7, 8; 12:12). Erkannten sie aber auch voll an, daß Gott Moses zum Herrscher und Befreier seines Volkes eingesetzt hatte? Sie wurden bald auf die Probe gestellt (Apostelgeschichte 7:34, 35).

      3. (a) Weshalb war es lebenswichtig, den Anweisungen Mose zu folgen? (b) Welche Bedeutung hatte die „Taufe in Moses“? (c) Weshalb ist dies für die geistigen Israeliten wichtig?

      3 Als sich die Israeliten zusammen mit dem „Mischvolk“ dem Gestade des Roten Meeres nahten, jagte ihnen der König von Ägypten mit seinen Streitkräften nach, um sie in die Sklaverei zurückzuholen. Um gerettet werden zu können, mußten sie zusammenbleiben und den Anweisungen Mose folgen, da Jehova Moses gebrauchte, um sie zu führen. Mit Hilfe einer übernatürlichen Wolke hielt Jehova den Feind auf, während er die Wasser des Meeres teilte und den Meeresboden austrocknete. In krassem Gegensatz zu dem, was den Ägyptern später widerfuhr, entrannen ganz Israel und das „Mischvolk“ zusammen mit Moses über den trockenen Meeresboden (2. Mose 14:9, 19-31). Während sie durch das Rote Meer zogen, mit einer Wasserwand zur Rechten und zur Linken und der Wolke der Gegenwart Gottes über ihnen, ereignete sich etwas Bedeutsames. Die Bibel bezeichnet dies als eine Taufe — nicht als eine buchstäbliche Taufe im Wasser, sondern als eine sinnbildliche Taufe in Moses als den Propheten Jehovas, den von Gott gesandten Retter (1. Korinther 10:1, 2). Ebenso müssen sich alle geistigen Israeliten, die die Vernichtung dieser bösen Welt überleben werden, einer ähnlichen Taufe in Christus, ihren Retter, unterziehen und überzeugende Beweise dafür liefern, daß sie sich eng an seine Führung halten. Das neuzeitliche „Mischvolk“ muß sie begleiten.

      4. Wie groß ist die Autorität, die Jehova Christus verliehen hat?

      4 Jehova hat seinem Sohn, Jesus Christus, große Autorität übertragen. Durch ihn hat es uns Gott ermöglicht, ‘von dem gegenwärtigen bösen System der Dinge befreit’ zu werden, so daß wir seinem schrecklichen Schicksal entgehen können (Galater 1:3-5; 1. Thessalonicher 1:9, 10). Durch Moses gab Jehova den Israeliten Gesetze, die sich auf die unmittelbaren Lebensaussichten des Volkes auswirkten. Wenn sie diesen Gesetzen gehorchten, wurden sie sehr gesegnet. Doch auf die Übertretung einiger Gesetze stand auch die Todesstrafe. Später wurde Jesus ein Prophet, der größer war als Moses. Was er lehrte, waren „Worte ewigen Lebens“, und absichtlicher Ungehorsam gegenüber diesen Worten führt zum Tode, aus dem es keine Befreiung gibt. Wie wichtig ist es daher, daß wir uns seine Worte zu Herzen nehmen! (Johannes 6:66-69; 3:36; Apostelgeschichte 3:19-23).

      5. Was macht es uns leicht, uns Jesus unterzuordnen?

      5 Einigen behagt die Vorstellung nicht, sich einem Führer unterordnen zu müssen. Sie haben zuviel Amtsmißbrauch erlebt. Doch aus den Worten Jesu spricht ein Geist, der uns Zuversicht gibt. Jesus lädt uns herzlich ein: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Matthäus 11:28-30). Welch eine ansprechende Aussicht! Alle, die seine herzliche Einladung annehmen und ihm ihr volles Vertrauen schenken, werden nicht enttäuscht werden (Römer 10:11). Sie werden so sicher und geborgen sein wie Schafe in der Herde eines liebevollen Hirten.

      DER WAHRE VORTREFFLICHE HIRTE

      6. (a) Inwiefern glich die Nation Israel den Schafen einer Schafhürde? (b) Was verhieß Jehova in bezug auf einen Hirten für diese „Schafe“, und wie erfüllte sich dies?

      6 Die Nation Israel glich einer Schafherde, die Jehova gehörte. Er schloß den Gesetzesbund, der den schützenden Mauern einer Schafhürde gleich war und die Israeliten vor der Lebensweise der gottlosen Heidennationen abschirmte. Außerdem führte der Gesetzesbund diejenigen, die sich leiten ließen, zum Messias (Epheser 2:14-16; Galater 3:24). In bezug auf diesen messianischen Hirten und König sagte Jehova voraus: „Ich will über sie [meine Schafe] e i n e n Hirten erwecken, und er soll sie weiden, ja meinen Knecht David“ (Hesekiel 34:23, 31). Das bedeutete nicht, daß David, der damals nicht mehr lebte, wieder persönlich als König über Gottes Volk herrschen würde. Statt dessen würde Jehova aus dem Königsgeschlecht Davids einen Hirten und König erwecken, durch den er Sicherheit herbeiführen würde (Jeremia 23:5, 6). Zu verschiedenen Zeiten traten Männer auf, die fälschlich behaupteten, der messianische Retter zu sein, doch im Jahre 29 u. Z. gebrauchte Jehova Johannes den Täufer, um den „Schafen“ Israels Jesus Christus als den wirklich von Gott gesandten Messias vorzustellen, der ein authentisches Beglaubigungszeugnis vorweisen konnte. Dieser war der himmlische Sohn Gottes, dessen Lebensprinzip in den Mutterleib einer jüdischen Jungfrau übertragen worden war, damit er in der Geschlechtslinie Davids geboren werden konnte. Der Name David bedeutet „Geliebter“, und so war es passend, daß Jehova nach der Wassertaufe Jesu vom Himmel aus hörbar erklärte: „Du bist mein Sohn, der geliebte; an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Markus 1:11).

      7. (a) Wie bewies Jesus als der „vortreffliche Hirte“, daß er um seine „Schafe“ wirklich liebevoll besorgt war? (b) Inwiefern stand dies im Gegensatz zu dem Verhalten früherer, falscher Messiasse?

      7 Nicht ganz vier Monate bevor Jesus starb, sagte er: „Ich bin der vortreffliche Hirte; der vortreffliche Hirte gibt seine Seele zugunsten der Schafe hin“ (Johannes 10:11). Er verglich seine Rolle mit der der falschen Messiasse, die früher aufgetreten waren, und sagte: „Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Plünderer. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist Hirte der Schafe. Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er die Seinen alle hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden werden sie keinesfalls folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme von Fremden nicht kennen“ (Johannes 10:1-5, 8).

      8. (a) In welche neue „Schafhürde“ führte Jesus die Juden, die ihm nachfolgten? (b) Wie viele hat er in diese Hürde gebracht?

      8 Diejenigen in der jüdischen Schafhürde, die sich vom Gesetzesbund leiten ließen, erkannten Jesus als den Messias an, als Johannes der Täufer als „Türhüter“ ihn einführte. Sie erwiesen sich als die „eigenen Schafe“ Jesu, und er führte sie in eine neue sinnbildliche Schafhürde, die Jehova gehörte. Diese Hürde stellte ein begünstigtes Verhältnis zu Jehova dar und beruhte auf dem neuen Bund, der mit dem geistigen Israel geschlossen und durch das Blut Jesu in Kraft gesetzt wurde. Durch diesen Bund wurde es ihnen möglich, als der „Same“ Abrahams, durch den Menschen aller Nationen gesegnet werden sollten, zusammen mit Christus himmlisches Leben zu erlangen (Hebräer 8:6; 9:24; 10:19-22; 1. Mose 22:18). Jesus Christus, den Gott von den Toten auferweckte und dem er wieder himmlisches Leben verlieh, ist die „Tür“ dieser Schafhürde, des neuen Bundes. In Übereinstimmung mit dem Vorsatz seines Vaters hat er nur eine begrenzte Zahl von Menschen — nur 144 000 — in diese Hürde gebracht, zuerst aus den Juden und später aus den Samaritern und den Heiden. Als der vortreffliche Hirte kennt Jesus jedes seiner Schafe mit Namen, und er schenkt ihnen seine liebevolle persönliche Fürsorge und Aufmerksamkeit (Johannes 10:7, 9; Offenbarung 14:1-3).

      9. Wer sind die von Jesus erwähnten „anderen Schafe“, und wann werden sie eingesammelt?

      9 Jesus Christus beschränkt sein Hirtenamt jedoch nicht nur auf diese „kleine Herde“, die das himmlische Königreich ererbt (Lukas 12:32). Er sagte auch: „Ich habe andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich bringen, und sie werden auf meine Stimme hören, und sie werden e i n e Herde werden unter e i n e m Hirten“ (Johannes 10:16). Wer sind diese Schafe? Es sind Personen, die nicht im neuen Bund stehen; es sind keine geistigen Israeliten, sondern Personen, die aufgrund ihres Glaubens an den Opferwert des Blutes Jesu im Rahmen der Vorkehrung eingesammelt werden, die Jehova für das ewige Leben auf der Erde getroffen hat. Viele von ihnen kommen in enge Gemeinschaft mit den Gliedern des geistigen Israel, während diese noch auf der Erde sind. Mit ihnen gemeinsam blicken sie zu Christus als ihrem vortrefflichen Hirten auf. Die „anderen Schafe“, die gegenwärtig auf der Erde leben und sich als solche erweisen, bilden die „große Volksmenge“ aus Offenbarung 7:9, 10, 14, die die Aussicht hat, die bevorstehende große Drangsal zu überleben.

      10. Was muß jemand tun, um zu diesen „anderen Schafen“ gehören zu können?

      10 Um der biblischen Beschreibung der „anderen Schafe“ zu entsprechen, die von dem vortrefflichen Hirten beschützt und bewahrt werden, muß man auf seine Stimme „hören“ und beweisen, daß man wirklich ein Teil der „e i n e n Herde“ ist, zu der auch die wahren Erben des himmlischen Königreiches gehören. Tust du das? Wie sorgfältig hörst du auf seine Stimme?

      11. Wodurch können wir beweisen, daß wir wirklich auf das „hören“, was Jesus gemäß Johannes 15:12 sagte?

      11 Zweifellos weißt du, daß Jesus sagte: „Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, so, wie ich euch geliebt habe“ (Johannes 15:12). Wie berührt dieses Gebot dein Leben? Bekundest du die gleiche Art von Liebe, wie Jesus sie bekundete? Ist es wirklich eine aufopfernde Liebe? Lassen deine Handlungen und deine Empfindungen erkennen, daß du diese Liebe gegenüber allen in der Christenversammlung bekundest und auch gegenüber deinen eigenen Angehörigen?

      12. (a) Welche Änderungen werden in uns vor sich gehen, wenn wir wirklich ‘durch Jesus belehrt’ werden? (b) Was sollten wir daher in bezug auf das tun, was wir aus der Bibel lernen?

      12 Wie der Apostel Paulus erklärte, wird sich unsere gesamte Persönlichkeit ändern, wenn wir wirklich auf Jesus „hören“ und „durch ihn belehrt“ werden. Wir werden die Persönlichkeit, die unserer früheren Lebensweise entspricht, ablegen und die „neue Persönlichkeit“ anziehen, die die vortrefflichen Eigenschaften Jehovas widerspiegelt (Epheser 4:17-24; Kolosser 3:8-14). Denkst du, wenn du die Bibel studierst, ernsthaft darüber nach, auf welchen Gebieten du dich persönlich ändern mußt, um Gott wohlzugefallen? Nimmst du diese Änderungen gewissenhaft vor? Nimmst du das wichtige Werk zur Kenntnis, das Jesus für die heutige Zeit gebot — das Predigen der guten Botschaft von Gottes aufgerichtetem Königreich —, und suchst du nach Möglichkeiten, dich daran zu beteiligen? Weckt die Wertschätzung für Gottes unverdiente Güte in dir den Herzenswunsch, dies zu tun? (Matthäus 24:14).

      13. (a) Wie könnte uns unser Herz irreführen, wenn wir nicht aufpassen? (b) Inwieweit müssen wir daher den Fußstapfen Christi folgen?

      13 Wir müssen aufpassen, daß unser Herz uns nicht irreführt. Millionen Menschen geben vor, an Jesus Christus zu glauben, und vielleicht können sie einige der Dinge anführen, die er lehrte, doch sie wenden nur das an, was ihnen paßt. Einige mögen einen Wandel meiden, den sie für sündhaft halten. Ihnen mag die Aussicht, unter dem Königreich Gottes auf einer paradiesischen Erde zu leben, gut gefallen, und sie mögen auch gern mit Personen Gemeinschaft pflegen, die sich aufrichtig bemühen, christliche Grundsätze in ihrem Leben anzuwenden. Doch wenn wir unter denen sein möchten, die überleben und an der neuen Erde teilhaben möchten, müssen wir aufmerksam auf alles hören, was Jesus sagt. Wir müssen uns unbedingt eingestehen, daß wir unsere eigenen Schritte nicht selbst erfolgreich lenken können. Wir müssen auf Gottes Sohn hören, den Jehova als Retter seines Volkes eingesetzt hat, und sorgfältig in seinen Fußstapfen wandeln (Jeremia 10:23; Matthäus 7:21-27; 1. Petrus 2:21).

  • „Sie werden nicht mehr hungern“
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 10

      „Sie werden nicht mehr hungern“

      1. Wie ernst sind die Ernährungssorgen der Welt?

      EINES der großen Probleme in der heutigen Welt hängt mit der Ernährung zusammen. Hohe Preise bereiten vielen Schwierigkeiten. Andere sind von einer regelrechten Hungersnot betroffen. In jüngerer Zeit wurde berichtet, daß jährlich 40 Millionen Menschen — in manchen Jahren bis zu 50 Millionen — sterben, weil sie nicht genug zu essen haben. Etwa 10mal so viele leiden an schwerer Unterernährung. In einigen Ländern wird zwar mehr Nahrung produziert, als die Bevölkerung verbraucht, doch durch politische Rivalitäten und die Habgier des Wirtschaftssystems werden oft Bemühungen vereitelt, die Überschüsse denen zukommen zu lassen, die sie am dringendsten benötigen. (Vergleiche Offenbarung 6:5, 6.)

      2. Weshalb haben sogar Menschen in Ländern, in denen Überfluß herrscht, Grund zur Sorge?

      2 Selbst in Ländern, in denen man anscheinend im Überfluß lebt, blickt man der Zukunft besorgt entgegen. Warum? Die heute in der Landwirtschaft angewandten Methoden hängen oft vom Erdöl ab, und die globalen Vorräte sind nicht unbegrenzt. Da man sich heute vorwiegend auf kommerzielle Düngemittel verläßt, werden die Wasservorräte verschmutzt. Durch übermäßigen Gebrauch von Pestiziden, durch die die Ernte geschützt werden soll, werden auch Organismen zerstört, von denen die künftige Ertragfähigkeit des Erdbodens abhängt. Auf fast jedem Gebiet menschlicher Bestrebungen steigern sich die schweren Probleme ins Vielfache. Aurelio Peccei, Präsident eines internationalen Forums von Intellektuellen, verglich die Welt mit einem „Querschläger, der einen Schaden nach dem anderen verursacht“. Ist es realistisch, wenn wir unsere Zukunftshoffnung auf eine Welt setzen, die einen solchen Ruf hat? (Jeremia 10:23; Sprüche 14:12).

      3. Wer kann eine Fülle von Nahrung für die ganze Menschheit garantieren, und was gibt dir diese Zuversicht?

      3 Vernünftigerweise haben sich Millionen von Menschen eingestanden, daß die Hilfe, die sie brauchen, nur von Gott kommen kann. Sie haben die biblischen Prophezeiungen überprüft und wissen, daß Jehova Gott bereits seinen himmlischen Sohn Jesus Christus inthronisiert und ihm die ganze Erde zu seinem Besitz gegeben hat (Psalm 2:7, 8). Er hat die Weisheit und die Fähigkeit, zu garantieren, daß alle Menschen vom Ertrag der Erde ausreichend ernährt werden (Psalm 72:7, 8, 16; Kolosser 1:15-17). Wenn das gegenwärtige selbstsüchtige System beseitigt ist, wird Christus die Bemühungen der überlebenden Menschen so lenken, daß die ganze Erde zu einem fruchtbaren Paradies wird.

      4. Was müssen wir jetzt tun, wenn wir aus diesen physischen Vorkehrungen Nutzen ziehen möchten?

      4 Es werden jedoch nur solche Personen aus seiner Herrschaft bleibenden Nutzen ziehen, die erkennen, daß der Mensch nicht von Brot allein lebt — Personen, die geistige Werte schätzen und sich der Notwendigkeit bewußt sind, daraus Kraft zu schöpfen, daß sie den Willen Gottes kennenlernen und tun. Die Bibel erklärt wiederholt, wie wichtig dies ist (Johannes 4:34; 6:27; Jeremia 15:16). Jesus hob dies hervor, als er sagte: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht‘ “ (Matthäus 4:4). Wir brauchen diese geistige Speise jetzt, wenn wir das Ende der gegenwärtigen Welt überleben wollen. Wie wir sie erhalten können, wird durch den Bibelbericht über Joseph und seine Brüder veranschaulicht.

      „GEHT ZU JOSEPH“

      5. Wie kam Joseph als Sklave nach Ägypten?

      5 Gott ließ Joseph, den Urenkel Abrahams, Träume träumen, aus denen hervorging, daß Joseph einmal eine bedeutende Rolle im Leben spielen würde. Aus diesem Grund und auch, weil sein Vater ihn besonders liebhatte, wurde Joseph von seinen zehn Halbbrüdern gehaßt. Sie verschworen sich, ihn zu töten, doch verkauften sie ihn schließlich als Sklaven, und er wurde nach Ägypten gebracht. Wie sollte sich nun Gottes Vorsatz in bezug auf Joseph erfüllen? (1. Mose 37:3-11, 28).

      6. (a) Wie wurde Pharao auf Joseph aufmerksam? (b) Welche Träume beunruhigten Pharao?

      6 Als Joseph 30 Jahre alt war, bewirkte Jehova, daß Pharao, der Herrscher Ägyptens, zwei beunruhigende Träume hatte. In dem ersten Traum sah er sieben Kühe, „schön von Aussehen und fettfleischig“, und sieben andere Kühe, „häßlich von Aussehen und mager an Fleisch“. Die mageren Kühe fraßen dann die sieben fetten Kühe auf. In einem anderen Traum sah Pharao sieben Ähren an einem einzigen Halm, „fett und gut“, und sieben andere Ähren, „dünn und vom Ostwinde versengt“. Später verschlangen die dünnen die fetten Ähren. Was bedeuteten diese Träume? Keiner der weisen Männer Ägyptens war imstande, die Träume zu deuten. Doch Pharaos Mundschenk erinnerte sich daran, daß zu der Zeit, als er im Gefängnis war, ein Mitgefangener — Joseph — Träume richtig gedeutet hatte. Sofort ließ Pharao Joseph holen (1. Mose 41:1-15).

      7. (a) Wie wurde Joseph Nahrungsmittelverwalter von Ägypten? (b) Was taten die Ägypter, um am Leben zu bleiben, als die Hungersnot schwer wurde?

      7 Joseph nahm keine Ehre für sich in Anspruch, sondern sagte zu Pharao: „Der Traum Pharaos ist nur e i n e r. Was der wahre Gott tut, hat er Pharao mitgeteilt“ (1. Mose 41:16, 25). Joseph erklärte, daß der zweite Traum das gleiche bedeute wie der erste und seine Gewißheit bekräftige. Auf sieben Jahre des Überflusses in Ägypten sollten sieben Jahre Hungersnot folgen. Er gab Pharao den Rat, einen fähigen Mann einzusetzen, der in den Jahren der Fülle Getreidevorräte als Vorbereitung für die Hungersnot anlegen sollte. Da Pharao erkannte, daß offenkundig Gott selbst all dies Joseph geoffenbart hatte, setzte er Joseph als Nahrungsmittelverwalter ein und machte ihn zum zweitmächtigsten Mann im Land. Wie vorausgesagt, kamen dann sieben Jahre ungewöhnlichen Überflusses, und Joseph legte gewaltige Nahrungsmittelvorräte an. Dann packte eine Hungersnot das Land mit eisernem Griff. Als das Volk Pharao um Brot anflehte, antwortete er: „Geht zu Joseph. Was immer er euch sagt, müßt ihr tun.“ So verkaufte Joseph ihnen Getreide. Zuerst bezahlten sie es mit Geld, dann mit ihrem Vieh, und schließlich mußten sie sich selbst und ihr Land verkaufen. Um am Leben bleiben zu können, mußten sie sich völlig in den Dienst Pharaos stellen (1. Mose 41:26-49, 53-56; 47:13-26).

      8. (a) Was mußten Josephs Halbbrüder tun, um die nötige Nahrung zu beschaffen? (b) Zu welchem Zweck wurde der Bericht darüber aufbewahrt?

      8 Auch die umliegenden Länder wurden von der Hungersnot heimgesucht. Schließlich kamen sogar Josephs Halbbrüder aus Kanaan. Über 20 Jahre waren vergangen, seit sie ihn in die Sklaverei verkauft hatten, und sie erkannten ihn nicht. Sie beugten sich vor ihm nieder, wie Joseph es lange Zeit zuvor in seinen Träumen vorausgesehen hatte, und baten ihn, Nahrung kaufen zu dürfen (1. Mose 37:6, 7; 42:5-7). Joseph stellte sie geschickt auf die Probe und sah überzeugende Beweise dafür, daß sich ihre Einstellung zu ihm und zu ihrem Vater tatsächlich geändert hatte. Schließlich gab er sich zu erkennen und erklärte, daß Gott ihn in Wirklichkeit „zur Lebenserhaltung“ vor ihnen her nach Ägypten gesandt habe. Auf seinen Rat hin zogen sie mit ihrem Vater und ihren Familien nach Ägypten (1. Mose 45:1-11). All das wurde zu unserem Nutzen aufgezeichnet, und die prophetische Bedeutung betrifft Ereignisse in unserer Zeit (Römer 15:4).

      JETZT UNSEREN HUNGER UND DURST STILLEN

      9. (a) Was ist für die geistige Hungersnot in der heutigen Welt verantwortlich? (b) Warum ist dies einer der Hauptgründe für die Probleme der Menschheit?

      9 Einer der Hauptgründe für die Probleme der Menschheit ist eine geistige Hungersnot. Weil die Menschen Jehova verlassen haben, begünstigt er sie nicht mit einem Verständnis seines Wortes, und infolgedessen erleben sie „einen Hunger, nicht nach Brot, und einen Durst, nicht nach Wasser, sondern die Worte Jehovas zu hören“ (Amos 8:11). Geistig hungernde Menschen suchen verzweifelt nach Antworten auf so wichtige Fragen wie: Was ist der Sinn des Lebens? Weshalb sterben die Menschen? Gibt es eine realistische Hoffnung für die Zukunft? Wahnsinnig vor geistigem Hunger, schaden solche Menschen oft sich selbst und anderen, während sie unmoralische oder kriminelle Dinge treiben, um ihre Begierden zu befriedigen.

      10. (a) Welcher Zustand herrscht in Erfüllung von Jesaja 65:13, 14 unter Jehovas Dienern? (b) Wann ist die Zeit geistiger Hungersnot und die Zeit geistiger Fülle?

      10 Im Gegensatz dazu hat Jehova seinen loyalen Dienern geistigen Überfluß gegeben, und unter ihnen herrscht echte Liebe. Er hat ihr Verständnis für die sättigenden geistigen Wahrheiten aus seinem inspirierten Wort geöffnet und hat ihnen als seinen Zeugen ein Werk zu tun gegeben. Sie teilen diese Wahrheiten gern mit anderen, die geistig hungern und ein Verhältnis zu Gott suchen (Jesaja 65:13, 14; Lukas 6:21). Im alten Ägypten folgten die sieben Jahre der Hungersnot auf die sieben Jahre des Überflusses. Doch in unseren Tagen läuft die Zeit geistigen Hungers parallel mit der Zeit geistigen Überflusses.

      11. (a) Wer wird von Pharao und wer von Joseph dargestellt, und weshalb? (b) Wieso ist das, was die „große Volksmenge“ getan hat, mit dem zu vergleichen, was die vom Hunger geplagten Ägypter taten?

      11 Heute ist nicht Pharao der Herrscher. Jehova Gott, der größere Pharao, ist der universelle Souverän. Er hat Jesus Christus zur zweitmächtigsten Person im Universum eingesetzt. Als der größere Joseph ist Jesus derjenige, dem Jehova die Verantwortung übertragen hat, lebenerhaltende geistige Speise auszuteilen. Die Menschheit ist durch religiöse und durch weltliche Philosophien in eine geistige Hungersnot geraten. Die Menschen können nur dann geistig ernährt werden, wenn sie sich Jesus Christus zuwenden und sich auf dem Weg, den er festgelegt hat, geistige Speise beschaffen. Millionen von Menschen, dargestellt durch die von der Hungersnot geplagten Ägypter, tun das. Durch Jesus Christus geben sie sich Jehova vollständig für alle Zeit hin, und daher gehören sie zu der großen Volksmenge der voraussichtlichen Überlebenden des bevorstehenden Tages des göttlichen Zornes.

      12. (a) Wie sorgt Jesus vom Himmel aus dafür, daß wir hier auf der Erde geistige Speise erhalten? (b) Was überzeugt dich davon, wer der „treue und verständige Sklave“ ist?

      12 Jesus Christus befindet sich aber im Himmel. Wie versorgt er uns hier auf der Erde mit geistiger Speise? Er sagte voraus, daß er dies durch seinen „treuen und verständigen Sklaven“ tun würde (Matthäus 24:45-47). Dies ist ein kollektiver „Sklave“, der sich aus seiner Versammlung der Geistgesalbten, die noch auf der Erde leben, zusammensetzt. (Vergleiche Jesaja 43:10.) Ein Überrest von ihnen befindet sich immer noch auf dem irdischen Schauplatz. Diese wahre Christenversammlung ist leicht zu erkennen, wenn man ihre Lehren und Bräuche mit der Bibel vergleicht. Sie lehrt wirklich das, was Jesus gebot. Daher läßt sie sich nicht in die politischen Angelegenheiten der Welt verwickeln, sondern alle ihre Glieder sind öffentliche Verkündiger von Gottes Königreich. Sie befinden sich nicht verstreut unter den Sekten der Christenheit. Sie sind vereint, so wie Jesus es sagte — sie alle sind so wie ihr Herr Zeugen Jehovas. (Siehe Johannes 17:16, 20, 21; Matthäus 24:14; 28:19, 20; Offenbarung 1:5.) Sie erfreuen sich geistigen Überflusses und sind gern bereit, ihn mit anderen zu teilen.

      13. (a) Inwiefern handeln heute viele Personen wie Josephs zehn Halbbrüder? (b) Wie können wir alle aus der geistigen Speise Nutzen ziehen, die Christus durch die „Sklaven“klasse austeilt?

      13 Viele Menschen verspotten diese gesalbten Christen und sagen: „Denkt ihr etwa, ihr seid besser als wir? Glaubt ihr, ihr seid die einzigen, die im Recht sind?“ Doch im Laufe der Zeit erkennen einige demütig an, daß Jehova tatsächlich Zeugen auf der Erde hat und daß sie wirklich sein Wort verkündigen. Sie begreifen, daß es gemäß der Bibel nur eine einzige wahre Christenversammlung geben kann und daß ihre Glieder vereint sein müssen (Epheser 4:5; Römer 12:5). Eine ehrliche und demütige Überprüfung der Tatsachen hat sie zu dieser Organisation geführt. Josephs zehn Halbbrüder schatteten solche Personen vor, die früher einmal die gesalbten Nachfolger Jesu verfolgten oder die Verfolger moralisch unterstützten, die aber jetzt eine echte Herzensänderung vorgenommen haben (Johannes 13:20). Sie nehmen dankbar die geistige Speise an, die Jesus Christus durch die Klasse seines ‘treuen Sklaven’ austeilt. Sie erlangen geistige Kraft, während sie sich von den biblischen Wahrheiten ernähren, die in den Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft dargeboten werden, regelmäßig die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas besuchen und sich aktiv daran beteiligen, den Willen Gottes zu tun. Gehörst du zu diesen demütigen Menschen? (Hebräer 10:23-25; vergleiche Johannes 4:34).

      14. In welchem geistigen Zustand befinden sich diejenigen, die in Übereinstimmung mit den aus diesem biblischen Drama gelernten Grundsätzen leben?

      14 Alle, die auf diese Weise ihr Leben durch Jesus Christus liebevoll in den Dienst ihres Schöpfers stellen, werden beglückt und erquickt. Geistig gesehen, „werden [sie] nicht mehr hungern und auch nicht mehr dürsten . . ., weil das Lamm [Jesus Christus], das inmitten des Thrones ist, sie hüten und sie zu Wasserquellen des Lebens leiten wird“ (Offenbarung 7:16, 17; Jesaja 25:6-9).

  • „Flieht aus der Mitte Babylons“
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 11

      „Flieht aus der Mitte Babylons“

      1. (a) Woher können wir wissen, welche Art der Anbetung Gott wohlgefällt? (b) Woraus sollen wir gemäß Gottes Worten fliehen?

      AUF der Suche nach zufriedenstellenden Antworten auf Lebensfragen haben sich viele Personen von einer Religionsgemeinschaft zur anderen gewandt. Sie stellen gewisse Ähnlichkeiten in den Glaubensansichten und Bräuchen fest, aber auch viele Unterschiede. Doch nur wenn man Gottes Wort als Richtschnur nimmt, kann man sicher sein, welche Antworten wahr sind und welche Bräuche Gott wirklich wohlgefallen. Durch die Bibel macht der Schöpfer sich selbst und seinen Vorsatz bekannt. Er legt auch die Wurzeln der falschen Anbetung bloß. In diesem Zusammenhang warnt er uns vor dem, was er als „Babylon die Große“ beschreibt, und fordert uns dringend auf, aus ihrer Mitte zu „fliehen“. Hast du diese Warnung beherzigt? (Offenbarung 18:4, 21; Jeremia 51:6).

      2. Was ist unter Babylon der Großen zu verstehen?

      2 Was ist unter „Babylon der Großen“ zu verstehen? Kollektiv gesehen, alle Religionen, die Anschauungen, Glaubenslehren oder Bräuche vertreten, die ihre Wurzeln in der Religion des alten Babylon haben. Ihre Merkmale kann man daher durch eine Untersuchung des Ursprungs und der Religion des alten Babylon selbst erkennen.

      3. (a) Wie kam das alte Babylon ins Dasein, und welchen Geist förderte sein Gründer? (b) Auf welche Weise spiegelt sich dieser Geist in heutigen Religionen wider?

      3 Über hundert Jahre nach der Sintflut der Tage Noahs wurde die Stadt Babel (später Babylon genannt) um einen Turm herum gebaut — ein Projekt, das offenbar von Nimrod gefördert wurde. Dieser Nimrod weckte in seinen Genossen einen Geist der Rebellion gegen Jehova und den Wunsch, Ansehen zu erlangen (1. Mose 10:9, 10; 11:1-9). Beobachtest du heute einen ähnlichen Geist — daß die Menschen Gottes Wort mißachten, selbst solche, die sich als religiös bezeichnen, und sich der Religion bedienen, um die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken und Ansehen zu erlangen?

      4. Wie verzerrte die babylonische Religion die Wahrheit über Gott?

      4 In der babylonischen Religion spielten Göttertriaden eine bedeutende Rolle. Eine Triade bestand aus Anu, Bel und Ea; zu einer anderen gehörten Sin, Schamasch und Ischtar. Außerdem waren Babylons Anbetungsstätten voller Götzenbilder. Dadurch wurde die Aufmerksamkeit von der Tatsache abgelenkt, daß es nur e i n e n wahren Gott gibt, dessen Name Jehova ist (5. Mose 4:39; Johannes 17:3). Die Eigenschaften und der Wandel, die diesen Göttern zugeschrieben wurden, sowie der Gebrauch lebloser Standbilder vermittelten vielen Menschen ein verzerrtes Bild vom Schöpfer (Jeremia 10:10, 14; 50:1, 38; 1. Korinther 10:14, 19-22).

      5. (a) Wieso war die babylonische Anschauung über den Tod in Wirklichkeit eine Ausschmückung der Lüge, die Satan Eva erzählte? (b) Zu welchen weiteren Lehren hat dies geführt?

      5 Die Babylonier glaubten, der Tod sei lediglich der Übergang zu einem anderen Leben, doch dies stand im Widerspruch zu dem, was Gott unseren Ureltern gesagt hatte. Griechische Philosophen erweiterten diese Vorstellung und behaupteten, die Menschen hätten eine unsterbliche Seele. Die erste Lüge des Teufels lautete, daß Adam und Eva, wenn sie Gott ungehorsam wären, bestimmt nicht im Fleische sterben würden. Nun erzählte man den Menschen, daß das, was für immer am Leben bleibe, ein unsichtbarer innerer Bestandteil von ihnen sei. Diese falsche Lehre führte zu dem Glauben an die Hölle und das Fegefeuer, zur Ahnenverehrung und zu vielem mehr (1. Mose 3:1-5; Prediger 9:5, 10; Hesekiel 18:4).

      6. (a) Welche anderen Praktiken, die heute üblich sind, haben ihre Wurzeln in der babylonischen Religion? (b) Wie schwerwiegend ist dies?

      6 Zur babylonischen Religion gehörten auch Astrologie, Wahrsagerei, Magie und Zauberei, wodurch die Menschen übernatürliche Anleitung suchten, um sich zu bereichern und um über andere Gewalt auszuüben (Daniel 2:27; Hesekiel 21:21). Wie üblich sind diese Praktiken heute, obwohl die Bibel vor ihnen allen warnt! Die Menschen, die sich darauf eingelassen haben, haben direkt Dämonengeistern in die Hände gearbeitet, die für die gewährten Gunsterweisungen einen grausamen Preis fordern (5. Mose 18:10-12; Jesaja 8:19; Apostelgeschichte 16:16; Offenbarung 18:21, 23).

      7. Welche Beweise siehst du dafür, daß Babylon die Große (a) unerlaubte Beziehungen zu politischen Herrschern hat, (b) großen Reichtum besitzt, (c) für Blutvergießen verantwortlich ist?

      7 Als weiteres Kennzeichen Babylons der Großen erwähnt die Bibel ihre unerlaubten Beziehungen zu politischen Herrschern, ihren Reichtum und ihre Verantwortung für das Vergießen von Menschenblut, einschließlich des Blutes wahrer Diener Gottes (Offenbarung 17:1-6; 18:24). Was die Religionen der Welt in dieser Hinsicht getan haben, ist wohlbekannt.

      WIE STARK IST DEINE LIEBE ZUR WAHRHEIT?

      8. Wer ist in Wirklichkeit der Gott Groß-Babylons?

      8 Wem macht jemand Ehre, der irgendeinem Bestandteil Babylons der Großen angehört, an ihren Festen teilnimmt oder ihre Handlungsweise nachahmt? Bestimmt nicht Jehova. Statt dessen verbeugt sich eine solche Person gewissermaßen vor dem „Gott dieses Systems der Dinge“, demjenigen, der den Sinn der Menschen verblendet hat (2. Korinther 4:4).

      9. Wie ist es Satan möglich gewesen, so viele Menschen auf religiösem Gebiet in die Irre zu führen?

      9 Aber wie ist es möglich gewesen, daß so viele Menschen irregeführt worden sind? Die Antwort der Bibel ist, daß sie der Schlinge Satans zum Opfer gefallen sind, weil sie „die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben“ (2. Thessalonicher 2:9-12). Das sollte uns nicht überraschen. Wie viele Menschen kennst du, die stets die Wahrheit reden — zu Hause, am Arbeitsplatz, wenn sie mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert werden? Wie viele sind, wenn ihnen gezeigt wird, was die Bibel, Gottes Wort der Wahrheit, sagt, bereit, verkehrte Ansichten und Bräuche aufzugeben, ja ihre ganze Lebensweise zu ändern, um sich nach der Wahrheit auszurichten? Bist du dazu bereit?

      10. (a) Nach was für Menschen sucht Jehova? (b) Wie können wir zeigen, daß wir solche Personen sind?

      10 Jehova sucht Menschen, die eine solche Liebe zur Wahrheit haben. Er selbst ist der „Gott der Wahrheit“ (Psalm 31:5). Die Lehren seines Wortes sind keine Einbildung. Sie sind Wahrheit. Einer Frau in Samaria sagte Jesus: „Die wahren Anbeter [werden] den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten . . .; denn in der Tat, der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten“ (Johannes 4:23, 24). Möchtest du eine solche Person sein?

      GOTTES VORKEHRUNG ZUR BEFREIUNG

      11. (a) Was wird in Jesaja 49:8, 9 vorausgesagt? (b) Wann erfüllte sich dies zum erstenmal? (c) Weshalb ist dies für uns von Interesse?

      11 Zu unserer Anleitung ließ Jehova vor langer Zeit in der Bibel die Verheißung aufzeichnen, daß sein Volk von der bedrückenden Herrschaft Babylons befreit würde. Die Verheißung erfüllte sich, als Cyrus der Große die Juden zusammen mit den nichtisraelitischen Nethinim befreite, damit sie nach Jerusalem zurückkehren konnten, um den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. Aber das war noch nicht alles. Was damals geschah, wies auf eine weitere Befreiung durch den größeren Cyrus, den Herrn Jesus Christus, hin. Wenn wir seine Richtlinien befolgen, werden wir davor bewahrt, von Menschen irregeführt zu werden, die nur auf ihr Ansehen bedacht sind. Die folgende Prophezeiung traf besonders auf Jesus zu: „Dies ist, was Jehova gesprochen hat: ‚In einer annehmbaren Zeit habe ich dir geantwortet, und an einem Tag der Rettung habe ich dir geholfen; und ich behütete dich fortwährend, um dich als Bund für das Volk zu geben, um das Land wiederherzustellen, um die Wiederinbesitznahme der verödeten Erbbesitztümer herbeizuführen, um zu den Gefangenen zu sprechen: „Kommt heraus!“, zu denen, die in der Finsternis sind: „Offenbart euch!“ ‘ “ (Jesaja 49:8, 9). Wie erfüllte sich das an Jesus?

      12. (a) Wie erfüllte sich diese Prophezeiung an Jesus? (Lukas 4:16-18). (b) Welche Ermunterung ist darin für uns enthalten?

      12 Jehova erhörte die Gebete Jesu. Er half seinem Sohn und beschützte ihn, während er mutig religiöse Falschheit bloßstellte und die ‘Wahrheit, die Menschen frei machen’ würde, verkündigte (Johannes 8:32). Trotz satanischer Bemühungen, Jesus unschädlich zu machen, behütete Jehova seinen Sohn, bis sein Werk auf der Erde vollbracht war. Dann weckte er Jesus zu unsterblichem Leben im Himmel auf, damit er dort sein Befreiungswerk fortsetzen konnte. Gott gab ihn als einen „Bund“ oder ein Pfand dafür, daß Menschen aus der Knechtschaft Babylons der Großen befreit würden. Genauso sicher, wie es einen auferweckten und verherrlichten Jesus Christus im Himmel gibt, ist es auch, daß gerechtgesinnte Menschen aus der religiösen Finsternis Babylons der Großen befreit werden. Wird diese Befreiung auch dir zuteil werden?

      13. Wie erwies sich Jesus von 36 u. Z. an als ein „Licht der Nationen“?

      13 Über das Ausmaß der Befreiung sagte Jehova voraus: „Ich habe dich auch zu einem Licht der Nationen gegeben, damit meine Rettung bis an das äußerste Ende der Erde gelange“ (Jesaja 49:6). Und so wurden seit 36 u. Z. Heiden, d. h. Menschen aus nichtjüdischen Nationen, in die Versammlung des geistigen Israel gebracht. Die Aufnahme von Heiden in die geistgesalbte Christenversammlung war aber noch nicht die vollständige Erfüllung der Prophezeiung, gemäß der Jesus als ein „Licht der Nationen“ dienen sollte.

      14. (a) Wem aus den „Nationen“ wurde Jesus sonst noch zu einem Licht? (b) Von welchen Gruppen, die aus dem alten Babylon auszogen, wurden diese vorgeschattet? (c) Welche geistigen Segnungen verspüren sie bereits jetzt in Erfüllung von Jesaja 49:10?

      14 Jesus wußte, daß er auch „andere Schafe“ zusammenbringen würde, Menschen, die sich des ewigen Lebens auf der Erde erfreuen würden (Johannes 10:16). Sie wurden von den nichtisraelitischen Nethinim und den Söhnen der Knechte Salomos vorgeschattet, die sich den Juden im Jahre 537 v. u. Z. bei ihrem Auszug aus Babylon anschlossen (Esra 2:1, 43-58). In der Neuzeit hat bereits eine große Schar dieser Personen das Gebot befolgt: „Kommt [aus Babylon der Großen] heraus!“ Jetzt verspüren sie die erquickenden geistigen Segnungen, die in Jesaja 49:10 vorausgesagt wurden: „Sie werden nicht hungern, noch werden sie dürsten, noch wird austrocknende Hitze oder Sonne sie treffen. Denn ihr Erbarmer wird sie führen, und an Wasserquellen wird er sie geleiten.“ In Offenbarung 7:9, 16, 17 wird diese Segensverheißung passenderweise auf die „große Volksmenge“ der „anderen Schafe“ angewandt.

      „GEHT AUS IHR HINAUS, MEIN VOLK“

      15. Weshalb fordert die Bibel alle, die zu Gottes Volk gehören möchten, auf, aus Babylon der Großen hinauszugehen?

      15 In einer inspirierten Vision wurde dem Apostel Johannes gezeigt, was die Vollstreckung des Strafgerichts Gottes für Babylon die Große bedeuten wird. Da dies völlig sicher ist, rief ein Engel vom Himmel im Namen Gottes aus: „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht“ (Offenbarung 18:4, 5).

      16. Wodurch können wir zeigen, daß wir dieses Gebot wirklich befolgt haben?

      16 Die Glieder des geistigen Israel haben dieses Gebot befolgt, und jetzt fordern sie andere auf, das gleiche zu tun. Sie wissen, daß jemand, der die wahre Anbetung mit der falschen vermischt, Gott nicht wohlgefallen kann. Wenn jemand mit Jehovas Zeugen Gemeinschaft pflegt, aber seine Verbindungen zu Babylon der Großen noch nicht abgebrochen hat, wie kann er dann sagen, er sei kein Teil von ihr? Selbst wenn er nie ihre Gottesdienste besucht, rührt er immer noch das Unreine an, wenn er sich an seinem Arbeitsplatz oder zusammen mit seinen Verwandten an ihren religiösen Feiertagen beteiligt (Jesaja 52:11). Wenn er an Familientraditionen teilnimmt, die den Glauben an die Unsterblichkeit der Seele oder eine abergläubische Furcht vor bösen Geistern widerspiegeln, hat er immer noch an ihren Sünden teil. Wir dürfen nicht unschlüssig sein. Wenn wir glauben, daß Jehova der wahre Gott ist, dann dürfen wir nur ihm dienen (1. Könige 18:21).

      17. (a) Wozu werden Menschen überall aufgefordert, wie dies aus Offenbarung 14:6, 7 hervorgeht? (b) Welchem anderen Gebot müssen sie gehorchen, um Jehova wohlgefällig anbeten zu können?

      17 An Personen jeder Nation, jeden Stammes und jeder Zunge ergeht daher die ansprechende Einladung: Schließt euch der Anbetung Jehovas, des allein wahren Gottes, an! (Offenbarung 14:6, 7). Um das tun zu können, mußt du so handeln wie Gottes Diener in alter Zeit, die das Gebot befolgten: „Flieht aus der Mitte Babylons, und sorgt ein jeder für das Entrinnen seiner eigenen Seele“ (Jeremia 51:6).

  • Zur Vernichtung oder zum Überleben gekennzeichnet?
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 12

      Zur Vernichtung oder zum Überleben gekennzeichnet?

      1. Uns mit welchen Fragen zu befassen, werden wir in dieser Lektion ermuntert?

      DIE heutige religiöse Lage erfordert, daß wir zeigen, was tatsächlich in unserem Herzen ist. Lieben wir Jehova und seine Wege wirklich? Gleichen wir seinem Sohn, Jesus Christus, von dem gesagt wurde: „Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du hast Gesetzlosigkeit gehaßt.“ (Hebräer 1:9)? Sind wir bereit, dies offen zum Ausdruck zu bringen, so daß andere wissen können, wo wir stehen? Der Bibelbericht über Jehu und Jonadab, den Sohn Rechabs, hilft uns, unsere Stellung zu überprüfen.

      2. Wer waren Jehu und Jonadab?

      2 Im 10. Jahrhundert v. u. Z. wurde Jehu zum König über das Zehnstämmereich Israel gesalbt, dessen Hauptstadt Samaria war. Er wurde beauftragt, alle zu vernichten, die zu dem bösen Haus Ahabs gehörten, auch Isebel, die in Israel den Baalskult gefördert und die versucht hatte, die Anbetung Jehovas auszurotten. Jonadab, ein Keniter (also kein Israelit), wußte zweifellos von Jehus Auftrag, als er ihm entgegenging, um sich mit ihm zu treffen. Doch wie stark war Jonadabs Liebe zu Jehova? Würde er offen zu erkennen geben, daß er fest davon überzeugt war, daß nur Jehova, der wahre Gott, angebetet werden sollte?

      „IST DEIN HERZ REDLICH MIT MIR?“

      3. Wie gab Jonadab seinen Standpunkt in bezug auf die Anbetung Jehovas offen zu erkennen?

      3 Nachdem sich die beiden Männer begrüßt hatten, forderte Jehu Jonadab auf, deutlich Stellung zu beziehen. „Ist dein Herz redlich mit mir, so wie mein eigenes Herz mit deinem Herzen?“ fragte Jehu. Ohne zu zögern, antwortete Jonadab: „Es ist’s.“ „Wenn es so ist, dann gib mir deine Hand“, entgegnete Jehu. So ließ er Jonadab zu sich in seinen Wagen steigen und sagte: „Geh doch mit mir und sieh, daß ich keine Rivalität gegenüber Jehova dulde.“ Jonadab hielt sich nicht furchtsam zurück (2. Könige 10:15, 16; 5. Mose 6:13-15).

      4, 5. (a) Auf welche Weise veranlaßte Jehu die Baalsanbeter, sich zu erkennen zu geben? (b) Was unternahm Jehu dann, und wo befand sich Jonadab? (c) Wie reagierst du auf den Bericht über die Vernichtung der Baalsanbeter?

      4 In Samaria angekommen, sorgte Jehu dafür, daß sich alle Baalsanbeter deutlich zu erkennen gaben. Die Propheten, die Priester und alle Anbeter Baals wurden zu einem großen Schlachtopfer im Hause Baals zusammengerufen. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß jeder, der nicht erscheine, das Leben verwirke. Jehu gab die Anweisung, für alle Baalsanbeter bestimmte Kleider herauszubringen, damit sie deutlich zu erkennen seien. Jeder, der behauptete, auch Jehova anzubeten, mußte so zeigen, wem er wirklich diente. Es schien für Baal und für Satan, den falschen Gott, den Baal in Wirklichkeit darstellte, eine große Stunde zu sein.

      5 Für Anbeter Jehovas war dort kein Platz. Es wurde eine sorgfältige Suche angestellt, um sicherzustellen, daß nur Baalsanbeter anwesend waren. Dann begann die Zeremonie. Unterdessen standen draußen Jehus Männer bereit, und auf sein Zeichen hin traten sie in Aktion. „Schlagt sie nieder! Laßt keinen einzigen hinausgehen“, gebot er. Jeder Baalsanbeter wurde getötet. Das Haus Baals wurde niedergerissen. „So vertilgte Jehu den Baal aus Israel.“ Jonadab war an Jehus Seite und wurde Zeuge dieser Ereignisse (2. Könige 10:18-28). Wie reagierst du persönlich, wenn du liest, was damals geschah? Keiner von uns freut sich über den Tod anderer, nicht einmal über den Tod böser Menschen. Doch verstehen wir, weshalb dies nötig war und weshalb es in der Bibel für uns aufgezeichnet wurde? (Vergleiche Hesekiel 33:11.)

      6. (a) Wie wird Babylon die Große vernichtet werden? (b) Wie zeigte Jesus auf der Erde, daß er keine Rivalität gegenüber Jehova duldete?

      6 Dieser Bericht gibt uns nicht das Recht, Gebäude zu zerstören, die religiösen Gruppen gehören, oder Menschen umzubringen, die sich der falschen Anbetung geweiht haben. Jehova hat nicht seine neuzeitlichen Zeugen, sondern den verherrlichten Jesus Christus als den größeren Jehu beauftragt, seine gerechten Gerichte zu vollstrecken. Der himmlische König wird die Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion dadurch zustande bringen, daß er den vereinten politischen Mächten gestattet, ihren Haß gegenüber Babylon der Großen zum Ausdruck zu bringen (Offenbarung 6:2; 17:16; 19:1, 2). Als Jesus auf der Erde lebte, lehnte er es ab, auch nur einen Akt der Anbetung zu vollbringen, der den Teufel geehrt hätte. Er verurteilte es, das Wort Jehovas um menschlicher Überlieferungen willen außer acht zu lassen und die Anbetung Gottes für kommerziellen Gewinn zu nutzen. Er duldete keine Rivalität gegenüber Jehova (Lukas 4:5-8; Matthäus 15:3-9; 21:12, 13).

      7. (a) Welches sind einige Anzeichen für einen neuzeitlichen Baalskult? (b) Weshalb hat Christus als König diese Dinge geduldet?

      7 Warum läßt denn Christus, der jetzt inmitten seiner Feinde herrscht, zu, daß der neuzeitliche Baalskult blüht und gedeiht? Warum läßt er zu, daß Menschen anscheinend ungestraft den Gott dieses Systems der Dinge ehren, indem sie Jehovas Anforderungen außer acht lassen? Weshalb duldet er es, daß sie so handeln, als hätte Gott nichts gegen ihre Unsittlichkeit, gegen die materialistische Lebensweise, die sie verherrlichen, gegen die spiritistischen Bräuche, die sie pflegen, während sie vorgeben, Christen zu sein, und gegen die babylonischen Lehren, die sie verkündigen, als seien sie das Wort Gottes? Das Drama aus alter Zeit läßt erkennen, daß er dies tut, um Menschen auf die Probe zu stellen, um sie offen zum Ausdruck bringen zu lassen, wen sie anbeten und ob sie somit verdienen, gerettet oder hingerichtet zu werden.

      8. Welche ernsthaften Fragen müssen wir uns stellen?

      8 Wie hast du dich entschieden? Hast du alle Praktiken aufgegeben, die dich als Anhänger des neuzeitlichen Baalskults ausweisen könnten? Hast du dich von der Welt getrennt und als ein wahrer Anbeter Jehovas Stellung bezogen? (2. Korinther 6:17).

      9. (a) Was werden wir tun, wenn wir wirklich wie Jonadab sind? (b) Wie wird die Wichtigkeit dieser Dinge in den angeführten Schriftstellen betont?

      9 Jonadab als nichtisraelitischer Anbeter Jehovas schattete die „anderen Schafe“ vor, die jetzt mit der Hoffnung auf ewiges Leben auf der Erde eingesammelt werden. Hast du die gleiche Einstellung wie Jonadab? Bist du bereit, dich öffentlich mit dem größeren Jehu und mit seinen gesalbten Nachfolgern auf der Erde zu identifizieren, die den herannahenden „Tag der Rache seitens unseres Gottes“ verkündigen? Beteiligst du dich mit ihnen an diesem dringenden Werk? (Jesaja 61:1, 2; Lukas 9:26; Sacharja 8:23). Erweist du Jehova ausschließliche Ergebenheit, läßt du ihn durch nichts von dem Platz in deinem Herzen verdrängen, den er einnehmen sollte? (Matthäus 6:24; 1. Johannes 2:15-17). Beweist du durch dein Leben, daß dir dein Verhältnis zu ihm der kostbarste Besitz ist, daß sich alles andere darum dreht? (Psalm 37:4; Sprüche 3:1-6).

      TRÄGST DU DAS KENNZEICHEN?

      10. Wie geht aus der Bibel hervor, daß nur Anbeter Jehovas überleben werden?

      10 Es wäre ein schwerwiegender Fehler, zu denken, es werde nicht mehr von einem verlangt, als ein anständiges Leben zu führen und sich von Religionsorganisationen fernzuhalten, die Dinge tun, die eindeutig in Gottes Wort verurteilt werden. Alle, die hoffen, zu überleben und an der „neuen Erde“ teilzuhaben, müssen auch unmißverständlich als Anbeter Jehovas gekennzeichnet sein (Offenbarung 14:6, 7; Psalm 37:34; Joel 2:32). Diese Botschaft wird in einer Vision vermittelt, die dem Propheten Hesekiel vor der Zerstörung Jerusalems (607 v. u. Z.) gegeben wurde.

      11. (a) Beschreibe die in Hesekiel 9:1-11 aufgezeichnete Vision. (b) Was war die Voraussetzung zum Überleben?

      11 Hesekiel hörte, wie Jehova diejenigen zusammenrief, die dazu bestimmt waren, das untreue Jerusalem und seine Bewohner zu verderben. Er sah sechs Männer, die mit Waffen zum Zerschlagen ausgerüstet waren, sowie einen mit Linnen gekleideten Mann, der das Tintenfaß eines Sekretärs an seinen Hüften trug. Zu diesem mit Linnen gekleideten Mann sagte Jehova zuerst: „Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und du sollst ein Kennzeichen an die Stirn der Männer anbringen, die seufzen und stöhnen über all die Abscheulichkeiten, die in seiner Mitte getan werden.“ Zu den sechs anderen sagte er darauf: „Zieht durch die Stadt ihm nach und schlagt. Laßt es eurem Auge nicht leid sein, und empfindet kein Mitleid. Greis, Jüngling und Jungfrau und Kleinkind und Frauen solltet ihr töten — zum Verderben. Aber irgendeinem Menschen, an dem das Kennzeichen ist, naht euch nicht, und bei meinem Heiligtum solltet ihr anfangen.“ Hesekiel sah in seiner Vision die Vernichtung, die darauf folgte — sie war so gründlich, daß es den Anschein hatte, alle Übriggebliebenen Israels, die noch im Land waren, seien ins Verderben gebracht worden (Hesekiel 9:1-11). Was war damals die Voraussetzung zum Überleben? Es war das Zeichen, das der Mann mit dem Tintenfaß eines Sekretärs an der Stirn anbrachte.

      12. (a) Über welche Abscheulichkeiten ‘seufzten und stöhnten’ die Gekennzeichneten? (b) Weshalb war Jehova über diese Dinge empört?

      12 Nur Personen, die ‘seufzten und stöhnten über all die Abscheulichkeiten’, die in Jerusalem begangen wurden, wurden zum Überleben gekennzeichnet. Worin bestanden diese „Abscheulichkeiten“? Fünf wurden aufgeführt: 1. Ein „Sinnbild der Eifersucht“ befand sich im Eingang zum inneren Vorhof des Tempels Jehovas. Welche Form es auch gehabt haben mag — ihm wurde eine Verehrung zuteil, die die Israeliten Jehova schuldeten (1. Könige 14:22-24). 2. Es gab Wandschnitzereien mit Darstellungen von Kriechtieren und wilden Tieren, vor denen in den Innenkammern des inneren Vorhofs Räucherwerk dargebracht wurde. 3. Frauen beweinten den Tod des Gottes Tammuz — ein anderer Name für Nimrod, der sich gegen Jehova aufgelehnt hatte. 4. Männer bekundeten eine empörende Respektlosigkeit, indem sie dem Tempel Jehovas den Rücken zukehrten und sich vor der Sonne niederbeugten (5. Mose 4:15-19). 5. Eine letzte Schändlichkeit war, daß die Israeliten das Land mit Gewalttat erfüllten und einen „Schößling“, möglicherweise ein Phallussymbol, ‘ausstreckten an Jehovas Nase’. Kannst du verstehen, weshalb Jehova über sie empört war? (Hesekiel 8:5-17).

      13. (a) Erkläre, welche neuzeitlichen Praktiken jeweils mit diesen „Abscheulichkeiten“ zu vergleichen sind. (b) Wie denkst du über diese Praktiken?

      13 Wie reagierst du persönlich auf die heutigen Praktiken der Christenheit, die mit diesen „Abscheulichkeiten“ zu vergleichen sind? 1. In vielen ihrer Kirchen befinden sich Standbilder, vor denen sich Menschen zur Anbetung niederknien, obwohl die Bibel dies verurteilt (1. Korinther 10:14; vergleiche 2. Könige 17:40, 41). 2. Sie hat sich dem Trend angeschlossen, die Abstammung des Menschen vom Tier an die Stelle der Erschaffung durch Gott zu setzen; außerdem beteiligt sie sich daran, Darstellungen von Tieren und Vögeln, die als nationale Symbole gebraucht werden, glühende Verehrung entgegenzubringen. 3. Bei ihrer Anbetung stellt sie das Kreuz heraus, das von alters her ein religiöses Symbol des Tammuz war, und sie nimmt an Zeremonien teil, bei denen Personen betrauert werden, die in blutigen Kriegen, die den Geist Nimrods widerspiegeln, umgekommen sind. (Siehe aber Johannes 17:16, 17.) 4. Sie kehrt dem, was Gott durch sein Wort sagt, den Rücken und bevorzugt statt dessen die „Erleuchtung“, die die moderne Wissenschaft und die menschliche Philosophie zu bieten haben (1. Timotheus 6:20, 21; vergleiche Jeremia 2:13). 5. Und als ob das noch nicht genug wäre, fördert sie in verschiedenen Gegenden Revolutionen und bekundet eine nachgiebige Haltung gegenüber der sexuellen Unmoral, behauptet aber gleichzeitig, im Namen Gottes zu reden (2. Petrus 2:1, 2). Einige Menschen sehen diese Trends als „liberal“ an. Sie mögen nicht mit allen einiggehen, aber sie beteiligen sich an einigen davon oder heißen sie gut. Wie denkst du über solche gottentehrenden Praktiken, durch die die Menschen vom Schöpfer der Menschheit abgebracht werden?

      14. Weshalb bedeutet die Tatsache, daß jemand von den Kirchen enttäuscht ist, nicht unbedingt, daß er zu den Überlebenden gehören wird?

      14 Viele Leute sind von den Kirchen enttäuscht und besuchen ihre Gottesdienste nicht mehr. Auch mögen sie wegen der Gewalttätigkeit und der Unehrlichkeit in der Welt sehr beunruhigt sein. Doch das bedeutet nicht unbedingt, daß sie zum Überleben gekennzeichnet worden sind. Sie müssen von dem ‘Mann mit dem Tintenfaß eines Sekretärs’ gekennzeichnet werden. Die Tatsachen zeigen, daß die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ heute dieses Kennzeichnungswerk durchführt (Matthäus 24:45-47).

      15. (a) Worin besteht das Kennzeichen? (b) Wie erlangt man es?

      15 Alle, die das Kennzeichen der Gunst Gottes tragen möchten, müssen die Belehrung anerkennen, die Jehova durch diese „Sklaven“klasse vermittelt, und müssen wahre Anbeter Jehovas werden. Sie dürfen Jehova nicht mit ihrem Mund ehren, aber in Wirklichkeit die Wege der Welt lieben (Jesaja 29:13, 14; 1. Johannes 2:15). Sie müssen Jehova und seine Maßstäbe lieben und zutiefst betroffen sein, ja ‘seufzen und stöhnen’ über die Lehren und Bräuche, durch die er entehrt wird. Niemand wird ein buchstäbliches Zeichen mit Tinte an ihre Stirn malen. Doch wenn sie das symbolische Zeichen haben, wird für alle offenkundig sein, daß sie als Gott hingegebene, getaufte Christen die in Epheser 4:24 beschriebene „neue Persönlichkeit“ angezogen haben. Sie haben einen lebendigen Glauben. In der Öffentlichkeit und im Privatleben bemühen sie sich, Jehova durch ihre Handlungsweise zu ehren. Nicht nur Personen, die aus der Christenheit herausgekommen sind, sondern alle, ungeachtet ihrer Herkunft, die als Gefährten der Klasse der Gesalbten überleben und die „neue Erde“ erleben möchten, müssen dieses Kennzeichen tragen.

      16. Weshalb ist diese Vision besonders für Kinder und ihre Eltern wichtig?

      16 Besonders bedeutsam ist die Tatsache, daß Jehovas Urteilsvollstrecker belehrt wurden, daß Alter, Geschlecht, Ehelosigkeit oder Ehestand kein Grund sei, jemand zu verschonen, der sich gegen Jehova vergangen hatte. Wer verheiratet ist, muß persönlich sein Kennzeichen tragen, um verschont zu werden. Wenn sich Eltern dagegen wehren, daß ihre Kinder gekennzeichnet werden, oder wenn sie es versäumen, sie als Diener Jehovas großzuziehen, müssen sie die Verantwortung für das tragen, was mit diesen Kindern geschieht. Obwohl gehorsame Kinder gottergebener Eltern von Jehova als „heilig“ angesehen werden, ist dies bei rebellischen Kindern nicht der Fall (1. Korinther 7:14; Psalm 102:28; Sprüche 20:11; 30:17). Wenn Kinder alt genug sind, um getaufte Christen zu werden, aber nicht den Anforderungen entsprechend leben möchten, so wird ihr Alter kein Grund sein, sie zu verschonen — ganz gleich, ob sie getauft sind oder nicht. Wie wichtig ist es daher, daß ein jeder, ob jung oder alt, deutlich als eine Person gekennzeichnet ist, die sich Gott hingegeben hat und seinen Willen tut!

      17. Was haben wir hier über Jehovas Mitleid gelernt?

      17 Jehova hat der Menschheit großes Mitleid entgegengebracht, indem er seine Zeugen ausgesandt hat, um die Menschen vor der drohenden Vernichtung zu warnen und ihnen den Weg in die Sicherheit zu weisen. Aber er weiß genau, was die falsche Religion im Laufe der Geschichte getan und welche verdorbene Frucht sie hervorgebracht hat. Wenn Babylon die Große vernichtet wird, wird er mit Personen, die an ihr festhalten wollen, kein Mitleid haben. Um die bevorstehende Vollstreckung des göttlichen Gerichts überleben zu können, müssen wir als wahre Anbeter Jehovas, des Schöpfers von Himmel und Erde, in den Fußstapfen Jesu Christi wandeln.

      [Bilder auf Seite 95]

      Hast du wirklich das Kennzeichen, das zum Überleben nötig ist?

  • Eine Zeit der Wiedererschaffung
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 13

      Eine Zeit der Wiedererschaffung

      1. (a) Welche großartige Gelegenheit werden die Überlebenden, die zur „neuen Erde“ gehören werden, erhalten? (b) Was wird das aber erfordern?

      DER Gedanke, das Ende der gegenwärtigen korrupten Welt zu überleben, ist sehr verlockend. Wir sehnen uns danach, daß Ungerechtigkeit, Habgier und Gewalttätigkeit aufhören. Doch etwas anderes macht diese Aussicht noch viel wünschenswerter. Was ist das? Die Tatsache, daß alle, die zur „neuen Erde“ gehören werden, auch die Gelegenheit erhalten, von ihren eigenen Unvollkommenheiten befreit zu werden, von Krankheit, von Schmerz, ja sogar vom Tod (Offenbarung 21:1-5). Damit das geschehen kann, muß jedoch die Sünde selbst völlig ausgemerzt werden. Wie ist das möglich? Das hängt mit der „Wiedererschaffung“ zusammen, von der Jesus Christus sprach.

      2. Was ist die in Matthäus 19:28 erwähnte „Wiedererschaffung“?

      2 Jesus sagte zu seinen Aposteln: „In der Wiedererschaffung, wenn der Sohn des Menschen sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten“ (Matthäus 19:28). Die Wiedererschaffung wird eine Zeit der „Neugeburt [Neugestaltung] aller Dinge“ sein, eine Zeit, in der „Gott die Welt erneuert“, wie andere Bibelübersetzungen es ausdrücken (Bruns; Die Bibel in heutigem Deutsch). Mittels dieser Wiedererschaffung wird es dem Menschen möglich sein, sich wieder der Vollkommenheit zu erfreuen, die die Menschheit am Anfang hatte.

      3. (a) Was ist durch die Sünde Adams bewirkt worden? (b) Weshalb ist es keinem Nachkommen Adams möglich gewesen, sich von den Auswirkungen der ererbten Sünde selbst zu befreien?

      3 Aufgrund der von Adam ererbten Sünde mußten alle seine Nachkommen sterben, und viele haben an schrecklichen Krankheiten gelitten, die zum Tode führten (Römer 5:12). Es ist unmöglich, sich mit Geld vom Tod freizukaufen. Kein unvollkommener Mensch kann Werke vollbringen, durch die er für sich selbst oder für jemand anders die Befreiung vom Tod verdienen könnte. Die göttliche Gerechtigkeit erforderte es, daß ein Opfer, dessen Wert dem entsprach, was Adam verloren hatte, nämlich vollkommenes menschliches Leben, dargebracht werden mußte, damit die Menschen wieder Gelegenheit hätten, sich des ewigen Lebens zu erfreuen. Keiner der Nachkommen Adams hatte vollkommenes Leben zu opfern (Psalm 49:7-9; Prediger 7:20).

      4. (a) Wie wurde das nötige Lösegeld beschafft? (b) Wie können wir daraus Nutzen ziehen?

      4 Jehova traf in seiner Barmherzigkeit selbst die nötigen Vorkehrungen, indem er seinen einziggezeugten Sohn, Jesus, als vollkommenen Menschen auf die Erde sandte, damit er sein Leben als ein „entsprechendes Lösegeld“ dahingab (1. Timotheus 2:5, 6). Welch ein großartiges Zeichen der unverdienten Güte Gottes und seiner Liebe zur Menschheit! Das Leben, das auf diese Weise ermöglicht worden ist, können wir uns nicht wie einen Lohn verdienen, sondern es ist eine Gabe Gottes. Sie wird jedoch nur denjenigen zuteil, die wirklich anerkennen, daß sie dieser göttlichen Vorkehrung bedürfen, die daran glauben und die ihren Glauben durch ihren Gehorsam gegenüber dem Sohn Gottes beweisen (Römer 6:23; Johannes 3:16, 36). Doch wann wird der Nutzen dieses Opfers den Menschen zugute kommen?

      GEGENWÄRTIGER NUTZEN DES OPFERS CHRISTI

      5. (a) Wer zog als erstes aus dem Opfer Christi Nutzen? (b) Welche andere Gruppe hat Nutzen daraus gezogen, und besonders seit wann?

      5 Der Nutzen wurde schon gleich spürbar, nachdem Jesus Christus (in der Rolle des großen Hohenpriesters Gottes) den Wert seines Opfers Gott im Himmel dargeboten hatte. Zu Pfingsten des Jahres 33 u. Z. begannen diejenigen, die zu Miterben Christi berufen wurden und somit als Könige und Priester mit ihm im Himmel dienen werden, als erste diesen Nutzen zu verspüren (Apostelgeschichte 2:32, 33; Kolosser 1:13, 14). Dann, besonders seit dem Jahre 1935, traten Personen auf den Schauplatz, die die Hoffnung auf ewiges Leben auf der Erde annahmen. Auch ihre Hoffnung wurde durch das Opfer Christi ermöglicht (1. Johannes 2:1, 2). Die allmähliche Anwendung des Wertes dieses Opfers wurde durch Ereignisse angezeigt, die im alten Israel am Sühnetag stattfanden.

      6. Beschreibe kurz, was sich am Sühnetag ereignete.

      6 In der heiligen Stiftshütte Israels und später im Tempel amtierte ein Hoherpriester, der dem Hause Aarons aus dem Stamme Levi angehörte. Andere Männer aus dem Hause Aarons waren Unterpriester, und die übrigen Männer aus dem Stamm Levi dienten als Gehilfen. Damit Sünden gesühnt oder zugedeckt werden konnten, opferte der Hohepriester zwei Tiere, und das Blut eines jeden wurde, wie von Jehova vorgeschrieben, für sich im Allerheiligsten dargebracht. Zuerst brachte der aaronische Hohepriester „zugunsten seiner selbst und seines Hauses“, was den ganzen Stamm Levi einschloß, einen jungen Stier dar (3. Mose 16:11, 14). Als nächstes wurde ein Ziegenbock als Sündopfer „für das Volk“, die anderen zwölf Stämme, dargebracht (3. Mose 16:15). Außerdem wurden über dem Kopf eines lebendigen Ziegenbockes die Sünden ganz Israels bekannt, und dann wurde er in die Wildnis hinausgeführt (3. Mose 16:21, 22). Was bedeutete all das?

      7. (a) Welches eine Opfer wurde damals vorgeschattet? (b) Weshalb wurde mehr als ein Opfertier gebraucht?

      7 Der Apostel Paulus erklärte, daß sich die Erfüllung um das eine Opfer Jesu Christi dreht. „Christus begab sich nicht an eine mit Händen gemachte heilige Stätte, die ein Abbild der Wirklichkeit ist, sondern in den Himmel selbst, um nun vor der Person Gottes für uns zu erscheinen . . . zur Beseitigung der Sünde durch das Opfer seiner selbst“ (Hebräer 9:24-26). Warum wurde denn am Sühnetag Israels das Blut von mehr als einem Tier in das Allerheiligste gebracht? Damit sollte die Aufmerksamkeit auf verschiedene Aspekte dessen gelenkt werden, was das vollkommene menschliche Opfer Jesu bewirkt. Und ein weiterer Aspekt wurde dadurch beleuchtet, daß die Sünden der Nation über dem Kopf eines lebendigen Ziegenbocks bekannt wurden und dieser dann in die Wildnis hinausgeführt wurde.

      8. (a) Wie geht aus den Vorgängen am Sühnetag hervor, wer als erster aus dem Opfer Christi Nutzen ziehen würde? (b) Welche Anwendung des Opfers Jesu wurde durch das Sündopfer „für das Volk“ angedeutet? (c) Welche weitere Tatsache wurde dadurch veranschaulicht, daß ein Ziegenbock in die Wildnis weggeführt wurde?

      8 Genauso, wie das Blut des Stieres, der für das Haus Aarons geopfert wurde, zuerst in das Allerheiligste gebracht wurde, so wurde der Nutzen des Opfers Jesu auch zuerst auf diejenigen angewandt, die im himmlischen Priestertum mit Christus verbunden sein würden. Das geschah vom Jahre 33 u. Z. an. Jesus Christus hatte nicht wie Aaron Sünden, die gesühnt werden mußten, wohl aber seine künftigen Unterpriester. Diese wurden durch den Stamm Levi dargestellt (1. Petrus 2:4, 5). Daß das Blut eines zweiten Opfers, des Bockes des Sündopfers „für das Volk“, dargebracht wurde, läßt erkennen, daß nach der himmlischen Klasse noch andere Menschen aus dem Opfer Jesu Nutzen ziehen würden. Das sind die Personen, die in dem wiederhergestellten Paradies auf der Erde Leben erlangen werden. Sie wurden durch die „zwölf [nichtpriesterlichen] Stämme Israels“ am Sühnetag dargestellt (Matthäus 19:28; Psalm 37:29). Jesus starb nicht nur für sie alle, sondern er trägt auch tatsächlich die Sünden derer hinweg, für die er einen Opfertod gestorben ist, und verschafft ihnen auf diese Weise Erleichterung. Das wurde dadurch angezeigt, daß der lebendige Ziegenbock, über dem die Sünden Israels bekannt worden waren, schließlich in die Wildnis hinausgeführt und nie wieder gesehen wurde (Psalm 103:12; Jesaja 53:4-6).

      9. (a) Welcher Segnungen erfreuen sich diejenigen, die an das Opfer Christi glauben, schon jetzt? (b) Welcher weitere Nutzen wird sich später ergeben?

      9 Allen, die Glauben an die durch Christus getroffene liebevolle Vorkehrung Jehovas bekunden, ist es schon jetzt möglich, wahre Sündenvergebung und einen reinen Stand vor Gott zu erlangen, ungeachtet ihrer früheren Lebensweise. Sie können sich des kostbaren Segens erfreuen, Gott mit einem reinen Gewissen heiligen Dienst darzubringen (1. Korinther 6:9-11; Hebräer 9:13, 14). Das bedeutet aber nicht, daß ihnen gegenwärtig ein Leben, frei von allen Auswirkungen der Sünde, gewährt wird (1. Johannes 1:8-10; Römer 7:21-25). Für diejenigen, die mit Christus im Himmel herrschen werden, wird ein solches Leben erst dann Wirklichkeit werden, wenn sie ihren irdischen Lauf vollendet haben und zu Unsterblichkeit im Himmel auferweckt worden sind. Für andere Menschen wird die vollständige Befreiung von der Sünde durch die Wiedererschaffung ermöglicht werden.

      „IN DER WIEDERERSCHAFFUNG“

      10. (a) Wann begann die Wiedererschaffung? (b) Ist irgend jemandem in Erfüllung der Verheißung Jesu bereits ein Thron gegeben worden?

      10 Wie Jesus sagte, sollte die Wiedererschaffung dann stattfinden, „wenn der Sohn des Menschen [Jesus Christus] sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt“ (Matthäus 19:28). Natürlich geschah nicht alles sogleich, als er inthronisiert wurde. Nach der Inthronisierung im Jahre 1914 u. Z. reinigte Jesus zunächst die Himmel, indem er Satan und seine Dämonen hinauswarf. Dann ging er daran, seine gesalbten Nachfolger zu himmlischer Herrlichkeit aufzuerwecken (Offenbarung 12:5, 7-12; 1. Thessalonicher 4:15-17). Nicht nur die treuen Apostel Christi erhielten die ihnen verheißenen „zwölf Throne“, sondern im Laufe der Zeit werden auch alle anderen der 144 000 nach ihrer Auferstehung von den Toten im Himmel inthronisiert (Offenbarung 3:21).

      11. In welcher Hinsicht spüren die „anderen Schafe“ bereits die Auswirkungen der Wiedererschaffung?

      11 Als die Auswahl der Personen, die die himmlische Klasse ausmachen, so gut wie abgeschlossen war, begann die Einsammlung der großen Volksmenge der „anderen Schafe“, besonders vom Jahre 1935 an. Auch diese fingen an, sich der segensreichen Auswirkungen des Opfers Christi zu erfreuen, indem sie „ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht“ haben. Ihnen wird geholfen, ‘die neue Persönlichkeit anzuziehen, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist’ (Offenbarung 7:9, 10, 14; Epheser 4:20-24). In wachsender Zahl ziehen sie aus den durch Christus getroffenen Vorkehrungen Gottes Nutzen, die dazu führen können, daß sie in dem wiederhergestellten Paradies ewig leben werden (Offenbarung 7:17; 22:17).

      12. (a) Wer wurde durch die „zwölf Stämme Israels“ dargestellt, auf die sich Jesus hier bezog? (b) Wer außer den Überlebenden wird aus der Wiedererschaffung Nutzen ziehen?

      12 Bald wird die böse Welt vernichtet werden. Satan und seine Dämonen werden in einem Abgrund eingeschlossen. Der tausendjährige Gerichtstag für die Menschheit wird beginnen. Jesus Christus wird der vorsitzführende Richter sein, und er wird dafür sorgen, daß alle volle Gelegenheit und reichlich Hilfe erhalten, die gerechten Wege Jehovas kennenzulernen und sich danach auszurichten. Die gesalbten Nachfolger Christi, die bis zum Tode an ihrer Lauterkeit festgehalten haben, werden sich mit ihm daran beteiligen, „die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Lukas 22:28-30; Offenbarung 20:4, 6). Das bedeutet nicht, daß sie nur die natürlichen Nachkommen Israels richten werden. Vielmehr werden sie alle richten, die am Sühnetag von den „zwölf [nichtpriesterlichen] Stämmen Israels“ vorgeschattet worden waren. Dazu gehört die gesamte Welt erlöster Menschen (1. Korinther 6:2). Die Überlebenden der großen Drangsal werden als erste aus diesem Programm, die Menschen auf ein höheres Niveau zu bringen, Nutzen ziehen. Doch Milliarden weitere werden ebenfalls einen Anteil daran haben, da zu denen, die gerichtet werden, „die Lebenden und die Toten“ gehören (2. Timotheus 4:1; Apostelgeschichte 24:15). Wie begeisternd wird es sein, wenn die Toten, denen das Loskaufsopfer Christi zugute kommt, wiederkehren werden! Welche Freudentränen werden fließen, wenn liebe Angehörige wieder vereint werden!

      13. Inwiefern werden die Auswirkungen des tausendjährigen Gerichtstages wirklich eine Wiedererschaffung sein?

      13 Dies wird die Zeit sein, in der die Menschheit endlich von den durch die Sünde hervorgerufenen physischen und geistigen Krankheiten und Gebrechen befreit wird. Als Jesus auf der Erde lebte, heilte er Gelähmte, Blinde, Taube oder Stumme und Personen, deren Fleisch entstellt war oder die aufgrund von Krankheiten kraftlos geworden waren, augenblicklich. Diese Machttaten waren nur ein Vorgeschmack von dem, was er während seiner Tausendjahrherrschaft für die ganze Menschheit tun wird. Mit gutem Grund werden daher alle, die diese wunderbaren Beweise der Güte Jehovas beobachten oder an sich selbst verspüren und trotzdem seine Souveränität ablehnen, für immer vernichtet werden. Durch eine Erziehung in den gerechten Wegen Jehovas werden sich das Denken und die Beweggründe derer, die einen aufrichtigen Glauben und Gehorsam bekunden, allmählich bis zur Vollkommenheit bessern. Solche Menschen, die Jehova lieben, werden wirklich eine Neugestaltung, eine Wiedererschaffung, erlebt haben. Es wird so sein, als erhielten sie einen neuen Start im Leben mit einem neuen Vater, dem Ewigvater Jesus Christus (Jesaja 26:9; 9:6).

      14. Welches kostbaren Verhältnisses werden sich alle, die die Schlußprüfung bestehen, erfreuen dürfen?

      14 Wenn sie dann am Ende der tausend Jahre eine Schlußprüfung bestanden haben, werden sie durch Christus von Jehova Gott als seine eigenen Söhne adoptiert und werden so ein Teil seiner vollkommenen universellen Familie. Welch eine ermutigende Aussicht — nicht nur für die Überlebenden der großen Drangsal, sondern auch für alle Toten, die hervorkommen, um ebenfalls in einem Paradies auf Erden zu leben! (Römer 8:20, 21).

  • Wie die ‘neuen Himmel und eine neue Erde’ beginnen
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 14

      Wie die ‘neuen Himmel und eine neue Erde’ beginnen

      1. (a) Was wird in der Bibel oft als „Himmel“ bezeichnet? (b) Was ist in einigen Schriftstellen mit dem Wort „Erde“ gemeint?

      BEI dem Wort Himmel denken viele Menschen an den Weltraum, an den Mond und die Sterne. Die Bibel bringt das Wort „Himmel“ auch mit Herrschaft in Verbindung (Apostelgeschichte 7:49). Manchmal verwendet sie den Begriff „die Himmel“ für Gott selbst als den Souverän des Universums (Daniel 4:26; Matthäus 4:17). Selbst menschliche Regierungen werden als „Himmel“ bezeichnet, weil sie über ihren Untertanen stehen (2. Petrus 3:7). Ebenso bezeichnet das Wort „Erde“ oft den Planeten Erde; es kann sich aber auch auf die menschliche Gesellschaft beziehen (1. Mose 11:1; Psalm 96:1). Wenn du dir dieser Tatsachen bewußt bist, kannst du die Bedeutung der faszinierenden Verheißungen in bezug auf „neue Himmel und eine neue Erde“ viel besser verstehen. Viele dieser Verheißungen hatten eine erste Erfüllung in den Tagen des alten Israel.

      ‘FREUT EUCH ÜBER DAS, WAS ICH SCHAFFE’

      2. Weshalb ließ Jehova zu, daß die Israeliten ins Exil gebracht wurden, doch was sagte er voraus?

      2 Die Nation Israel war in einem Bund mit Gott, und sie hatte feierlich gelobt, ihm zu gehorchen. Aber sie wurde treulos. Deshalb gab Jehova bekannt, daß er ihr seinen Schutz entziehen werde, daß er Feinden gestatten werde, Jerusalem zu zerstören und die Bevölkerung nach Babylon ins Exil mitzunehmen (Jesaja 1:2-4; 39:5-7). In seiner Barmherzigkeit sagte er aber auch voraus, daß ein reumütiger Überrest zurückkehren werde (Jesaja 43:14, 15; 48:20).

      3. Was bedeutete die Verheißung aus Jesaja 65:17?

      3 Da dies gewiß war, sprach Jehova von dieser künftigen Wiederherstellung, als finde sie bereits statt, indem er sagte: „Denn siehe, ich schaffe neue Himmel und eine neue Erde; und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken“ (Jesaja 65:17, 18). Das bedeutete für die reumütigen Israeliten Befreiung.

      4. (a) Wann kam die vorhergesagte Befreiung? (b) Was waren damals die „neuen Himmel“ und die „neue Erde“?

      4 So unmöglich es vom menschlichen Standpunkt aus erschienen sein mag, fiel doch das mächtige Babylon im Jahre 539 v. u. Z. an die Meder und Perser. Die Juden kamen unter eine neue Regierung, „neue Himmel“, zu stehen. Cyrus der Große spielte in diesen „neuen Himmeln“ eine bedeutende Rolle. Cyrus wurde zwar kein jüdischer Proselyt, aber er erkannte an, daß er seine Herrschergewalt mit Jehovas Zulassung ausübte und daß Jehova ihn beauftragt hatte, für den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem zu sorgen (2. Chronika 36:23; siehe Jesaja 44:28). Nach der Rückkehr nach Jerusalem im Jahre 537 v. u. Z. nahmen auch der Statthalter Serubbabel und der Hohepriester Josua in den „neuen Himmeln“, der neuen Regierung, eine prominente Stellung ein, und der wiederhergestellte jüdische Überrest bildete eine „neue Erde“, eine gereinigte Gesellschaft, die im Land die reine Anbetung wiedereinführte (Esra 5:1, 2).

      5, 6. (a) Wodurch konnten die Israeliten beweisen, daß sie sich wirklich geändert hatten? (b) Inwiefern reagierten sie, wenn Jehova sie zurechtwies, anders als vor dem Exil?

      5 Als Beweis dafür, daß sich die Israeliten sowohl im Sinn als auch im Herzen geändert hatten, mußten sie die Interessen der reinen Anbetung in ihrem Leben an die erste Stelle setzen, Jehovas Souveränität wirklich respektieren und auf seine Propheten hören. In Übereinstimmung damit gingen sie, als sie Juda erreichten, gleich mit als erstes daran, ‘den Altar des Gottes Israels zu bauen’ und Schlachtopfer darzubringen (Esra 3:1-6).

      6 Als materialistische Neigungen und Menschenfurcht die Vollendung des Tempelbaus behinderten, wies Jehova das Volk durch seine Propheten zurecht, und es nahm sich die Zurechtweisung zu Herzen (Haggai 1:2, 7, 8, 12; 2:4, 5). Als später schwere Verstöße gegen die Ehevorschriften des Gesetzes getadelt wurden, änderten die Israeliten ihre Handlungsweise (Esra 10:10-12). Statt Augen zu haben, die — bildlich gesprochen — nicht sahen, und Ohren, die gegenüber dem Wort Gottes taub waren, erfuhren sie eine geistige Heilung und gebrauchten ihre Fähigkeiten, um den Willen Jehovas zu tun. (Vergleiche Jesaja 6:9, 10 mit 35:5, 6.) Infolgedessen gab ihnen Gott Gelingen gemäß den in Jesaja 65:20-25 beschriebenen Verheißungen.

      7. Woher wissen wir, daß es eine weitere Erfüllung der Prophezeiung Jesajas geben sollte?

      7 War damit aber die Erfüllung der Prophezeiung über „neue Himmel und eine neue Erde“ schon vollständig abgeschlossen? Gewiß nicht. Der christliche Apostel Petrus erklärte, daß die Christen des ersten Jahrhunderts eine weitere Erfüllung sehnlich erwarteten (2. Petrus 3:13). Was sie damals erwarteten, entfaltet sich heute vor unseren Augen. Wie? In Verbindung mit Ereignissen, die mit der Inthronisierung des größeren Cyrus, des verherrlichten Jesus Christus, zusammenhängen.

      8. (a) Wann brachte Jehova diese „neuen Himmel“ ins Dasein, und wie läßt sich dies mit der ersten Erfüllung der Prophezeiung vergleichen? (b) Wie ist die Gruppe der „neuen Himmel“ fortlaufend vergrößert worden?

      8 Wie wir bereits gesehen haben, übertrug Jehova Gott im Jahre 1914 seinem Sohn Herrschergewalt, so daß er anfing, inmitten seiner Feinde zu herrschen. Die lange erwarteten „neuen Himmel“ kamen damals ins Dasein. Was jetzt geschah, war weit großartiger als die Ereignisse in Verbindung mit der Befreiung des alten Israel (Psalm 110:2; Daniel 7:13, 14). Die Regierung, die im Jahre 1914 „geboren“ wurde, herrscht tatsächlich vom Himmel aus, und Gott hat ihr Gewalt über die ganze Erde gegeben. Diese Regierung wurde erweitert, als die geistgezeugten Nachfolger Christi (die bereits gestorben waren) auferweckt wurden, um mit ihrem Herrn im Himmel Könige und Priester zu sein. Sobald andere Glieder dieser Königreichsklasse ihr irdisches Leben vollenden, werden auch sie der wachsenden Gruppe der „neuen Himmel“ hinzugefügt (1. Thessalonicher 4:14-17; Offenbarung 14:13). Die weitaus meisten Miterben Christi sind jetzt bereits in diesem himmlischen Königreich tätig. Die geistgezeugten Christen, die so mit Christus vereint sind, bilden das Neue Jerusalem, über das Jehova sagte: „Ich schaffe Jerusalem als Ursache zur Freudigkeit und ihr Volk als Ursache zum Frohlocken“ (Jesaja 65:18).

      9. Für welche „Ursache zum Frohlocken“ hier auf der Erde sorgte Jehova im Jahre 1919?

      9 Nicht nur in den Himmeln, sondern auch auf der Erde hat Jehova für „Ursache zum Frohlocken“ gesorgt. Ein Überrest der Königreichserben befindet sich immer noch auf dem irdischen Schauplatz. Während des Ersten Weltkriegs machte sich die Geistlichkeit der Christenheit die Kriegshysterie zunutze, um gegen diese Bibelforscher falsche Beschuldigungen vorzubringen und um zu veranlassen, daß Glieder ihrer leitenden Körperschaft zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Doch im Jahre 1919 wurden sie befreit, indem sie tatsächlich aus der Gefangenschaft freigelassen wurden, in die sie auf Anstiften Groß-Babylons geraten waren. Mit der Hilfe des Geistes Jehovas reorganisierten sie sich als ein Volk, das ausschließlich der reinen Anbetung und den Interessen des Königreiches Gottes ergeben war.

      10. (a) Inwiefern unterschieden sich die Erwartungen dieser geistigen Israeliten von denen der heimgekehrten Juden im Jahre 537 v. u. Z.? (b) Welches Werk gab ihnen Jehova zu tun? (c) Wie hat er sie reichlich gesegnet, während sie noch auf der Erde leben, und wie beschreiben die angeführten Schriftstellen die Verhältnisse, deren sie sich jetzt erfreuen?

      10 Ihre Hoffnungen und Erwartungen unterschieden sich jedoch von denen der Juden, die 537 v. u. Z. in ihre Heimat zurückkehrten. Die Glieder des geistigen Israel blickten einem Erbe entgegen, das für sie „in den Himmeln aufbehalten“ ist (1. Petrus 1:3-5). Aber bevor sie diese Belohnung tatsächlich empfingen, hatte Jehova ein Werk für sie zu tun. Darüber sagte er prophetisch: „Ich werde meine Worte in deinen Mund legen, und mit dem Schatten meiner Hand werde ich dich gewißlich bedecken, um die Himmel zu pflanzen und die Grundlage der Erde zu legen und zu Zion zu sagen: ‚Du bist mein Volk‘ “ (Jesaja 51:16). Er legte seine „Worte“, seine Botschaft, in den Mund seiner Diener, damit sie sie weltweit verkündigten. Zuversichtlich begannen sie bekanntzumachen, daß Gott die „neuen Himmel“ so fest gepflanzt hat, daß weder Menschen noch Dämonen sie entwurzeln können. An der Art und Weise, wie Jehova mit den Vertretern des himmlischen Zion gehandelt hat, ist deutlich zu erkennen, daß sie sein Volk sind. Im Gegensatz zu der geistigen und sittlichen Wüstenei in der Welt ist das „Land“, in dem die geistigen Israeliten wohnen, ihr Tätigkeitsgebiet, zu einer Stätte geworden, in der geistige Werte und Tätigkeiten gedeihen. Es ist ein geistiges Paradies! (Jesaja 32:1-4; 35:1-7; 65:13, 14; Psalm 85:1, 8-13). Doch wie steht es mit der in Jesaja 65:17 vorausgesagten „neuen Erde“?

      VORBEREITUNGEN FÜR DIE „NEUE ERDE“

      11. (a) Besonders seit wann bereitet Jehova voraussichtliche Glieder der „neuen Erde“ vor? (b) Von welchen Menschen, die das alte Babylon verließen, wurden sie vorgeschattet?

      11 Besonders vom Jahre 1935 an ließ Jehova die Glieder des geistigen Israel erkennen, daß die Zeit für die Einsammlung einer großen Schar von Personen gekommen war, die ewiges Leben auf einer paradiesischen Erde zu erwarten haben. Verglichen mit der „kleinen Herde“ der Königreichserben, sind sie tatsächlich eine große Volksmenge geworden (Offenbarung 7:9, 10). Auch sie sind in das geistige Paradies hineingebracht worden. Sie wurden sowohl von den Nichtisraeliten vorgeschattet, die im Jahre 537 v. u. Z. zusammen mit den Juden Babylon verließen, als auch von denen, die dies später taten (Esra 2:58, 64, 65; 8:17, 20). Alle Glieder dieser großen Volksmenge neuzeitlicher Zeugen Jehovas mit irdischer Hoffnung sind voraussichtliche Glieder der „neuen Erde“.

      12. Wie werden Menschen jetzt vorbereitet, damit sie eine geeignete Grundlage der „neuen Erde“ sein können?

      12 Diejenigen, die die große Drangsal überleben und die Aussicht auf vollkommenes menschliches Leben haben, werden tatsächlich die Grundlage dieser „neuen Erde“ bilden, indem sie ihre ersten Glieder sein werden. Es ist wichtig, daß die Grundlage in Ordnung ist. Daher werden sie jetzt in den Wegen Jehovas gründlich unterwiesen. Es wird ihnen geholfen, ein tiefes Verständnis der Streitfrage um die universelle Souveränität zu erlangen. Sie lernen, wie wichtig es ist, ‘mit ganzem Herzen auf Jehova zu vertrauen und sich nicht auf ihren eigenen Verstand zu stützen’ (Sprüche 3:5, 6). Sie haben die Gelegenheit, sich als eifrige und loyale Unterstützer des Königreiches Gottes zu erweisen, indem sie einen vollen Anteil daran haben, jetzt „diese gute Botschaft vom Königreich“ zu predigen (Matthäus 24:14). Sie erleben, was es bedeutet, Teil einer weltweiten Gesellschaft zu sein, in der Menschen aller Nationen, Sprachen und Rassen in liebevoller brüderlicher Gemeinschaft zusammenwirken (Johannes 13:35; Apostelgeschichte 10:34, 35). Strengst du dich persönlich an, um aus diesem Schulungsprogramm vollen Nutzen zu ziehen? Für alle, die dies tun, bietet die Zukunft großartige Aussichten.

      DIE „NEUE ERDE“ WIRD WIRKLICHKEIT

      13. Wieso wird sich durch die künftige „neue Erde“ die Verheißung Jehovas auf eine weitaus großartigere Weise erfüllen als durch das, was im Jahre 537 v. u. Z. geschah?

      13 Die endgültige, vollständige Erfüllung der Verheißung Jehovas, eine „neue Erde“ ins Dasein zu bringen, wird weitaus großartiger sein als das, was sich im Jahre 537 v. u. Z. ereignete. Diejenigen, die die „neue Erde“ bilden, werden nicht nur aus Babylon der Großen befreit worden sein, sondern auch die endgültige Vernichtung jenes ganzen Weltreiches der falschen Religion erlebt haben (Offenbarung 18:21). Die gerechte menschliche Gesellschaft — die „neue Erde“ — wird nicht von Nationen umgeben sein, die Jehova schmähen und seine Diener verfolgen, wie das bei der ersten Erfüllung der Prophezeiung Jesajas der Fall war. Alle menschlichen Regierungen werden aufgrund ihrer Weigerung, sich der Souveränität Jehovas unterzuordnen, beseitigt sein, und die gegenwärtige böse menschliche Gesellschaft wird von der Erde völlig vertilgt worden sein (Daniel 2:44; Sprüche 2:21, 22). Wenn Gottes gerechte neue Ordnung beginnt, werden nur solche Menschen auf der Erde leben, die Jehova ehren und die an seinen Wegen Gefallen finden (Psalm 37:4, 9).

      14. (a) Wann werden sich 2. Petrus 3:13 und Offenbarung 21:1 erfüllen? (b) Was wird in bezug auf die Verhältnisse, unter denen die „neuen Himmel“ dann regieren, anders sein? (c) Wer wird auch zu der „neuen Erde“ gehören?

      14 Auf diese herrliche Zeit lenkte der Apostel Petrus in seinem zweiten inspirierten Brief die Aufmerksamkeit (2. Petrus 3:13). Der Apostel Johannes wies auf dieselbe erquickende Aussicht hin und berichtete Einzelheiten über die Offenbarung, die er diesbezüglich erhalten hatte, indem er schrieb: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr“ (Offenbarung 21:1). Wenn die große Drangsal vorbei ist und Satan und seine Dämonen in den Abgrund geworfen worden sind, wird eine neue Epoche beginnen. Der üble Einfluß Satans und seiner Dämonen wird verschwunden sein. Sein gesamtes System der Dinge wird vernichtet worden sein. Die „neuen Himmel“ werden dann Jehovas liebevollen Vorsatz bezüglich seiner Geschöpfe verwirklichen, ohne daß Regierungen, die Jehovas Souveränität ignorieren, etwas dagegen unternehmen würden. Unter dem „neuen Himmel“ wird eine wirklich „neue Erde“ bestehen, die sich aus der „großen Volksmenge“ zusammensetzt, der Gott die kostbare Aussicht auf endloses Leben in einem weltweiten Paradies gewährt, das sich durch Schönheit, Fülle, Glück und Frieden auszeichnen wird. Zu Gottes bestimmter Zeit werden die Toten auferweckt werden, und auch diese werden die Gelegenheit erhalten, ein Teil dieser „neuen Erde“ zu werden, in der Gerechtigkeit wohnen wird (Offenbarung 20:12, 13).

      15. Weshalb ist die Verheißung aus Offenbarung 21:3, 4 für dich bedeutsam?

      15 In bezug auf das, was Gott dann für die Menschheit bereithält, hörte der Apostel Johannes folgende Ankündigung aus dem Himmel: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen“ (Offenbarung 21:3, 4). Wie schön wird das Leben dann sein!

      16. Welche Erwartungen bezüglich der Zukunft werden durch die Verheißungen (a) in Jesaja 11:6-9, (b) in Jesaja 35:1-7, (c) in Jesaja 65:20-25 in unserem Herzen geweckt? (d) Durch wen sind diese herrlichen Aussichten für uns möglich geworden?

      16 Die Verhältnisse, die in Eden herrschten, und die Wunder, die Jesus vollbrachte, bieten eine herrliche Vorschau auf das Leben in der neuen Ordnung. Außerdem werden sich Einzelheiten der Prophezeiungen aus Jesaja 11:6-9, 35:1-7 und 65:20-25 zum Segen der gehorsamen Menschen buchstäblich erfüllen. Wie erquickend wird es sein, wenn sich die Menschen auf der Erde, die in jeder Hinsicht ein Paradies geworden ist, nicht nur geistiger Gesundheit und Wohlfahrt erfreuen, sondern auch an Körper und Sinn vollkommen sind! Wie könnten wir bei einer solch großartigen Aussicht anders handeln, als unsere Stimme dankbar zu Jehova, dem großartigen Schöpfer all dieser Dinge, zu erheben!

  • Die Trennung der Menschen aufgrund der Königreichsstreitfrage
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 15

      Die Trennung der Menschen aufgrund der Königreichsstreitfrage

      1. Weshalb ist die Trennung der Menschen aufgrund der Königreichsstreitfrage für jeden einzelnen von uns von entscheidender Bedeutung?

      JEDER von uns steht vor einer wichtigen Entscheidung. Es geht um unsere Einstellung zu Jehovas messianischem Königreich in den Händen Jesu Christi. Aufgrund der Streitfrage um das Königreich werden Menschen aller Nationen voneinander getrennt. Je nachdem, welche Handlungsweise jemand einschlägt, wird er einer von zwei Gruppen zugeordnet. Nur eine dieser Gruppen wird die drohende Weltvernichtung überleben (Matthäus 24:40, 41).

      2. (a) In welcher Verbindung steht das messianische Königreich zu der Streitfrage um die Souveränität Jehovas? (b) Was wird das Königreich bald sein, und worüber sollten wir daher ernsthaft nachdenken?

      2 Jehova hat seinen gesalbten Sohn, seinen Messias, bereits im Himmel inthronisiert. Am Ende der „bestimmten Zeiten der Nationen“, im Jahre 1914, gab Gott Jesus Christus die Nationen zum Erbe — die gesamte Erde zu seinem Besitz (Psalm 2:6, 8). Die messianische Regierung mit Jehovas eingesetztem König auf dem Thron ist das Mittel, das Gott gebraucht, um seinen weisen und liebevollen Vorsatz bezüglich der Erde zu verwirklichen. Durch deine Einstellung zum Königreich gibst du daher zu verstehen, wie du über Jehovas universelle Souveränität denkst. Bald wird dieses messianische Königreich das gesamte politische System, das gegenwärtig die menschlichen Angelegenheiten beherrscht, ‘zermalmen und ihm ein Ende bereiten’ und wird die alleinige Regierung über die ganze Erde sein (Daniel 2:44; Offenbarung 19:11-21). Wo wirst du dich befinden, wenn diese Regierung darangeht, die Erde in ein Paradies zu verwandeln? Wirst du unter denen sein, die von ihr geleitet werden, bis sie sich vollkommenen Lebens erfreuen? Jesus erklärte, was Menschen, die heute leben, tun müßten, um diese Aussicht zu haben.

      DER KÖNIG UND SEINE „BRÜDER“

      3. Was beschrieb Jesus gemäß Matthäus 25:31-33?

      3 Als Jesus seinen Aposteln vom „Abschluß des Systems der Dinge“ erzählte, gebrauchte er verschiedene Gleichnisse. In seinem letzten Gleichnis sagte er: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Matthäus 24:3; 25:31-33).

      4. (a) In welcher Beziehung steht dieses Gleichnis zu Daniel 7:13, 14? (b) Welche Fragen könnten wir uns zu unserem eigenen Nutzen stellen?

      4 Beachte, daß sich Jesus hier als „Sohn des Menschen“ bezeichnete, wie er es bereits vorher in seiner Prophezeiung wiederholt getan hatte (Matthäus 24:27, 30, 37, 39, 44). Die Verwendung dieses Begriffes erinnert an die prophetische Vision, die Daniel fast 600 Jahre zuvor hatte: „Ich schaute weiter in den Visionen der Nacht, und siehe da! mit den Wolken des Himmels kam gerade einer wie ein Menschensohn [Jesus Christus]; und er erlangte Zutritt zu dem Alten an Tagen [Jehova Gott], und man brachte ihn nahe heran, ja vor Ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten. Seine Herrschaft ist eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird“ (Daniel 7:13, 14; Hebräer 2:5-8). Diese Herrschergewalt ist Jesus Christus bereits verliehen worden. Seit 1914 herrscht er von seinem himmlischen Thron aus. Wie reagierst du persönlich auf seine Herrschaft? Bekundest du durch deine Lebensweise eine angemessene Achtung vor demjenigen, den Gott selbst zum Herrscher der ganzen Erde gemacht hat?

      5. Wie stellt Christus fest, ob die Behauptung eines Menschen, ihm als König ergeben zu sein, wirklich echt ist?

      5 Worte allein genügen nicht. Es ist leicht zu sagen, man glaube an Gottes Königreich und liebe Jesus Christus. Doch in dem Gleichnis von den Schafen und Böcken zeigte Jesus, daß er die Echtheit der Behauptungen einer Person daran messen werde, wie sie diejenigen, von denen er auf der Erde vertreten werde, seine „Brüder“, behandeln würde, da er selbst ja unsichtbar im Himmel sei (Matthäus 25:40, 45).

      6. Wer sind diese „Brüder“ Christi?

      6 Wer sind diese „Brüder“ Christi? Es sind diejenigen, die Gott aus der Menschheit erwählt hat, mit Christus das himmlische Königreich zu ererben. Es sind 144 000 Personen, von denen sich nur noch ein Überrest auf der Erde befindet (Offenbarung 14:1, 4). Da sie aufgrund der Wirksamkeit des Geistes Gottes „wiedergeboren“ sind, sind sie Söhne Gottes, und aus diesem Grund werden sie in der Bibel als „Brüder“ Jesu Christi bezeichnet (Johannes 3:3; Hebräer 2:10, 11). Jesus betrachtet das, was die Menschen diesen „Brüdern“, ja sogar den „geringsten“ von ihnen, tun, so, als hätten sie es ihm getan.

      7. Weshalb sind Christi „Brüder“ keine Mitglieder der Kirchen der Christenheit?

      7 Wo befinden sich diese „Brüder“ Christi heute? Wirst du sie unter den Kirchgängern der Christenheit finden? Nun, was sagte Jesus über seine wahren Nachfolger? „Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin“ (Johannes 17:16). Kann dies wirklich von den Kirchen der Christenheit und ihren Mitgliedern gesagt werden? Zum großen Teil spiegeln ihre Ansichten und ihr Verhalten lediglich das wider, was in dem Teil der Welt, in dem sie leben, allgemein üblich ist. Die Einmischung der Kirchen in die Politik ist bekannt. Als 1945 die Satzung der Vereinten Nationen formuliert wurde, waren protestantische, katholische und jüdische Abordnungen als Berater zugegen. In jüngerer Zeit haben Päpste die Vereinten Nationen als die „letzte Hoffnung für die Eintracht und den Frieden“ und als das „oberste Forum für den Frieden und die Gerechtigkeit“ gepriesen. Der Weltkirchenrat, in dem rund 300 religiöse Gruppen vertreten sind, hat sogar Geld zur Verfügung gestellt, um politische Revolutionen zu finanzieren. Jesus Christus sagte jedoch zu dem römischen Statthalter Pilatus: „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“ (Johannes 18:36).

      8. (a) Was hat dir geholfen, die „Brüder“ Christi zu erkennen? (b) Wie wichtig ist ihnen das Königreichspredigtwerk?

      8 Die Tatsachen zeigen, daß nur e i n e Gruppe fest für das Königreich Stellung bezogen und große Anstrengungen unternommen hat, um es weltweit zu verkündigen, während sie sich gleichzeitig davor gehütet hat, in die politischen Angelegenheiten der Welt verstrickt zu werden. Diese Gruppe sind Jehovas Zeugen. Unter ihnen ist der Überrest der „Brüder“ Christi zu finden. Sie ahmen ihren Herrn und seine Apostel nach, indem sie von Stadt zu Stadt und von Haus zu Haus gehen und den Menschen die gute Botschaft von Gottes Königreich verkündigen (Lukas 8:1; Apostelgeschichte 8:12; 19:8; 20:20, 25). Im Jahre 1919 wurden anläßlich eines Kongresses der Zeugen Jehovas (damals als Internationale Bibelforscher bekannt) in Cedar Point (Ohio, USA) die Kongreßteilnehmer daran erinnert, daß es ihre Berufung „war und ist . . ., das Kommen des herrlichen Königreiches des Messias zu verkünden“. Auf einem ähnlichen Kongreß im Jahre 1922 wurde dies erneut betont, und sie wurden aufgefordert: „Verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich!“ Sie haben jedes ihnen zur Verfügung stehende Mittel genutzt, um dies weiterhin weltweit bis auf den heutigen Tag zu tun (Matthäus 24:14). Aufgrund ihrer Tätigkeit ist die Königreichsstreitfrage auch dir vorgelegt worden. Wie reagierst du darauf?

      ‘IHR HABT ES EINEM MEINER BRÜDER GETAN’

      9. (a) Wie hängen die in Matthäus 25:35-40 beschriebenen Umstände mit dem Königreichsdienst zusammen? (b) Inwiefern werden die Menschen jetzt überall auf eine Probe gestellt?

      9 Die geistgesalbten „Brüder“ Christi haben schwere Prüfungen erduldet, weil sie Gottes Königreich freimütig predigen und sich gleichzeitig von der Welt getrennt halten (Johannes 15:19, 21). Einige haben Hunger und Durst gelitten und haben nicht genug Kleidung gehabt. Viele haben ihr Zuhause verlassen, um in Gegenden zu dienen, wo sie Fremde waren. Während sie ihren Dienst verrichteten, machten sie Krankheiten und Gefängnishaft durch, und einige wurden sogar von Verfolgern getötet. Durch diese Erlebnisse der „Brüder“ Christi wurden Menschen aller Nationen auf eine Probe gestellt. Würden sie aus Liebe zu Gott und Christus diesen Gesandten des himmlischen Königreiches zu Hilfe kommen? (Matthäus 25:35-40; vergleiche 2. Korinther 5:20). Nicht in erster Linie humanitäre Güte, sondern die Hilfe, die jemand leistet, weil sie zu Christus gehören, rechnet der König so, als habe man es ihm persönlich getan (Markus 9:41; Matthäus 10:42).

      10. (a) Weshalb sind die Einwände der „Böcke“ nicht stichhaltig? (b)Welchen Standpunkt haben im Gegensatz dazu die „Schafe“ bezogen?

      10 Personen, die solche Hilfe leisten, werden von Jesus mit Schafen verglichen. Diejenigen, die seinen „Brüdern“ nicht helfen, werden in Jesu Gleichnis als Böcke bezeichnet. Die „Böcke“ mögen protestieren und einwenden, daß sie Jesus Christus nicht gesehen haben. Doch er hat ihnen seine Diener gesandt, und diese haben sich deutlich zu erkennen gegeben. Nicht alle „Böcke“ mögen die „Brüder“ Christi verfolgen, aber sie lassen sich auch nicht aus Liebe zu dem himmlischen König bewegen, seinen Vertretern zu Hilfe zu kommen (Matthäus 25:41-45). Sie halten an der Welt fest, deren unsichtbarer Herrscher Satan, der Teufel, ist. Die „Schafe“ können Christus auch nicht buchstäblich sehen. Im Gegensatz zu den „Böcken“ beweisen sie, daß sie sich nicht davor fürchten, sich mit den „Brüdern“ Christi zu identifizieren, indem sie diese Verkündiger des Königreiches Gottes unterstützen. Die „Schafe“ wissen, was sie tun, und sie entscheiden sich bewußt zugunsten des Königreiches Gottes unter Jesus Christus. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb ihre Handlungsweise in den Augen des Königs verdienstvoll ist.

      11. (a) Wie können die Menschen auf der hier beschriebenen Grundlage gerichtet werden, da doch viele von ihnen nie einem der „Brüder“ Christi begegnet sind? (b) Was gewährleistet den Erfolg dieses Werkes?

      11 Wie ist es jedoch möglich, daß Menschen aller Nationen auf dieser Grundlage gerichtet werden? Sagte Jesus nicht, seine „Brüder“, denen der Vater das himmlische Königreich geben werde, seien nur eine „kleine Herde“? (Lukas 12:32). Viele Menschen kommen nie persönlich mit einem von ihnen in Kontakt. Das stimmt, aber die „Brüder“ Christi bilden den Kern der internationalen Organisation der Zeugen Jehovas. Durch dieses organisierte Volk wird die Königreichsstreitfrage den Menschen überall vor Augen geführt. Dieses Werk leitet Christus persönlich mit Hilfe der Engel von seinem himmlischen Thron aus. In über 200 Ländern und Inselgebieten rund um die Erde — selbst dort, wo der Staat das Predigen des Königreiches verbietet — geht das Trennungswerk unaufhaltsam vorwärts, und eine große Volksmenge bezieht auf der Seite des Königreiches Gottes Stellung.

      12. (a) Wie zeigen die „Schafe“ deutlich, auf welcher Seite sie Stellung bezogen haben? (b) Weshalb tun sie dies?

      12 Wie zeigt sie dies? Indem sie an der Seite der Gesalbten arbeitet und eifrig verkündigt, daß das Königreich herrscht und bald dem System dieser Welt ein Ende machen wird. Auf diese Weise gibt die große Volksmenge offen zu erkennen, daß sie auf der Seite des messianischen Königreiches Jehovas Stellung bezogen hat, und sie legt anderen liebevoll nahe, das gleiche zu tun. Diese gerechtgesinnten Menschen werden nicht allein von dem Wunsch zu überleben motiviert. Sie lieben Jehova und seine Wege wirklich. Die Vorkehrung des Königreiches mit Christus als König erfüllt ihr Herz mit Dankbarkeit, und sie wünschen, daß auch andere daraus Nutzen ziehen. Und so beteiligen sie sich, soweit es in ihren Kräften steht, daran, das Königreichszeugnis zu geben. Wie Jesus seine Jünger belehrte, suchen sie zuerst das Königreich und lassen nicht zu, daß es durch die Sorge um materielle Bedürfnisse auf den zweiten Platz verdrängt wird. Dafür werden sie reich gesegnet (Matthäus 6:31-33).

      WIRST DU ‘DAS KÖNIGREICH ERERBEN’?

      13. (a) Seit wann hat Jehova für diese schafähnlichen Menschen eine Belohnung im Sinn? (b) Was bedeutet es für sie, das ‘Königreich zu ererben’?

      13 Was diejenigen erwartet, die sich als die „Schafe“ aus dem Gleichnis Jesu erweisen, ist tatsächlich großartig. Von seinem himmlischen Thron aus sagt er zu ihnen: „Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, ererbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist“ (Matthäus 25:34). Von „Grundlegung der Welt“ an, als Adam und Eva die ersten Kinder hervorbrachten, die aus Gottes Vorkehrung zur Erlösung der Menschheit Nutzen ziehen konnten (gemäß 1. Mose 3:15, 16), hat Jehova für diese „Schafe“ eine Belohnung im Sinn. (Vergleiche Lukas 11:50, 51.) Sie werden die Gelegenheit erhalten, sich in dem wiederhergestellten Paradies des vollkommenen menschlichen Lebens zu erfreuen, das Adam verloren hat. Daß sie ‘das Königreich ererben’, bedeutet nicht, daß sie in den Himmel kommen werden; denn in dem Gleichnis wird gezeigt, daß die „Schafe“ nicht dieselben Personen sind wie die „Brüder“ des Königs, die Erben des himmlischen Königreiches sind. Somit müssen die „Schafe“ irdische Untertanen dieser himmlischen Regierung sein. In Liddells und Scotts Greek-English Lexicon heißt es, daß das griechische Wort basiléia, das hier mit „Königreich“ übersetzt ist, auch im passiven Sinne verstanden werden kann und bedeuten kann, daß jemand „von einem König regiert wird“. In diesem Sinne wird das Wort hier offensichtlich gebraucht.

      14. In welchem Gegensatz steht das Urteil, das über die „Böcke“ gefällt wird, zu dem Erbe der „Schafe“?

      14 Wenn die „Böcke“ in die „ewige Abschneidung“ gehen, in eine Vernichtung, die so vollständig ist wie durch Feuer, werden die „Schafe“ von dem messianischen König beschützt werden (Matthäus 25:41, 46; vergleiche Offenbarung 21:8). Ohne je sterben zu müssen, werden sie während der großen Drangsal am Leben bewahrt und so die herrliche „neue Erde“ erleben, die frei sein wird von dem bösen Einfluß Satans und seines bösen Systems der Dinge. Dieser Segen wird ihnen zuteil, weil sie jetzt die richtige Entscheidung in der Königreichsstreitfrage treffen.

      15. (a) Woher wissen wir, daß dieses Gleichnis gegenwärtig Anwendung findet? (b) Welches Werk ist daher von größter Bedeutung?

      15 Es wäre ein schwerwiegender Fehler, zu denken, daß dieses Gleichnis erst später, vielleicht während der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi, Anwendung finden könnte, da die Vernichtung der „Böcke“ eine ewige Vernichtung sei. Im Gegenteil — Jesus führte dieses Gleichnis als einen Bestandteil des Zeichens des „Abschlusses des Systems der Dinge“ an (Matthäus 24:3). Was er beschreibt, ereignet sich, nachdem er inthronisiert ist, doch während seine „Brüder“ noch im Fleische sind und die von ihm erwähnten Mühsale erleben. Wir leben in dieser Zeit, und sie läuft jetzt schnell ab. Wie wichtig ist es daher, daß wir nicht nur unser volles Vertrauen auf das Königreich setzen, sondern auch anderen helfen zu verstehen, wie wichtig es ist, dies jetzt zu tun.

  • Was wirst du persönlich tun?
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 16

      Was wirst du persönlich tun?

      1. Welche Entscheidung muß jeder persönlich treffen?

      DIE Entscheidung, Jehova zu dienen, kann kein anderer für dich treffen. Wenn dein Ehepartner ein treuer Diener Gottes ist, kann dies ein unschätzbarer Segen sein. Auch wenn deine Eltern Jehova lieben, bist du in einer günstigen Lage. Solche familiären Verhältnisse können einem den Anstoß geben, mit denen Gemeinschaft zu pflegen, die Jehova „mit Geist und Wahrheit“ anbeten (Johannes 4:23, 24). Doch mit der Zeit mußt du eine persönliche Entscheidung treffen. Liebst du Jehova wirklich, und möchtest du einer seiner Diener sein? Möchtest du wirklich in einer Welt leben, in der Gerechtigkeit herrschen wird?

      2. (a) Weshalb ist die Einstellung von Eltern zum Dienst Jehovas besonders wichtig? (b) Welche fünf Dinge können Eltern tun, um ihren Kindern einen guten Start zu geben?

      2 Wenn du Kinder hast, möchtest du bestimmt, daß sie unter Gottes Königreich ewig leben. Du hast keine Gewalt darüber, was sie tun werden, wenn sie alt genug sind, um ihr eigenes Leben zu führen. Doch was du persönlich in Verbindung mit der wahren Anbetung tust, kann einen starken Einfluß ausüben — entweder zum Guten oder zum Schlechten. Wenn du zögertest, Jehova zu dienen, so würdest du deinen Kindern das vorenthalten, was für sie möglicherweise die beste Gelegenheit wäre, den Weg zum ewigen Leben zu beschreiten. Oder falls du dich Gott hingeben, aber dann nicht deiner Hingabe entsprechend leben würdest, so könnte dies für die ganze Familie zu einer geistigen Katastrophe führen, und in der großen Drangsal könnten alle verlorengehen. Wenn du aber ein Beispiel in bezug auf Treue gibst, deinen Kindern persönlich beistehst, Gottes Wort zu studieren, in dir selbst und in ihnen die Liebe zu Jehova und Achtung vor seiner sichtbaren Organisation entwickelst, ihnen hilfst, zu erkennen, daß es für sie ein Schutz ist, Gottes Willen zu tun, und ihnen hilfst, Freude am heiligen Dienst zu finden, dann gibst du ihnen einen ausgezeichneten Start auf dem Weg, der zum Leben führt. Nur mit Jehovas Segen ist dies möglich. (Vergleiche 2. Timotheus 1:5.) Bete unaufhörlich darum. Es ist auch viel Anstrengung deinerseits erforderlich. Doch das Ergebnis rechtfertigt die Mühe.

      3. (a) Was könntest du tun, wenn dir Angehörige Widerstand leisten? (b) Was aber, wenn der Widerstand nicht nachläßt?

      3 Vielleicht ist deine Lage so, daß andere Glieder deiner Familie deine Liebe zu Jehova nicht teilen. Versuchen sie, dich davon abzuhalten, dich „mit den Zeugen einzulassen“? Oder leisten sie dir offenen Widerstand? Was könntest du tun, um ihnen zu helfen, deine Freude daran, den Vorsatz Gottes zu verstehen, zu teilen? Oft können Hindernisse überwunden werden, indem man Angehörige einlädt, einen in den Königreichssaal zu begleiten und sich selbst davon zu überzeugen, was dort vor sich geht. Dort könnten sie mit einem der Ältesten sprechen, um Fragen zu klären, die sie in bezug auf den Glauben und die Gewohnheiten der Zeugen Jehovas haben. Was aber, wenn der Widerstand nicht aufhört? Dann mußt du dich fragen: „Liebe ich Jehova und seinen Sohn Jesus Christus wirklich, und bin ich für all das, was sie für uns getan haben, so dankbar, daß ich bereit bin, gewisse Schwierigkeiten auf mich zu nehmen, um dies zu zeigen? Liebe ich meine Angehörigen so sehr, daß ich ihnen das richtige Beispiel gebe, damit ihnen wenn möglich auch geholfen werden kann, sich Gottes Vorkehrungen zum Erlangen des ewigen Lebens zunutze zu machen?“ (Matthäus 10:36-38; 1. Korinther 7:12, 13, 16).

      DAS SIGNAL, DEM SICH NATIONEN ZUWENDEN

      4. Wie können wir zeigen, daß wir Jehova wirklich lieben?

      4 Überall wird jetzt Menschen die Gelegenheit geboten, ihre Liebe zu Jehova dadurch zu beweisen, daß sie sich auf die Seite seines messianischen Königreiches stellen. Diese Regierung ist das Mittel, durch das Jehovas Name gerechtfertigt wird. Unsere Einstellung zum Königreich läßt erkennen, wie wir über Jehova selbst denken.

      5. (a) Was wurde in Jesaja 11:10 für unsere Zeit vorausgesagt? (b) Und was bedeutet dies?

      5 Jehova inspirierte den Propheten Jesaja zu schreiben: „Und es soll geschehen an jenem Tage, daß die Wurzel Isais es sein wird, die dastehen wird als ein Signal für die Völker. An ihn werden sich auch die Nationen fragend wenden, und seine Ruhestätte soll herrlich werden“ (Jesaja 11:10). Diese „Wurzel Isais“ ist der verherrlichte Herr Jesus Christus. Als er begann, Königsmacht auszuüben, gab er der Dynastie der messianischen Könige, die von Isai über seinen Sohn, König David, abstammten, gleich einer lebengebenden „Wurzel“ neue Lebenskraft (Offenbarung 5:5; 22:16). Seit 1914 ‘steht er da’ als ein „Signal für die Völker“, ein Sammelpunkt für Menschen, die sich nach einer gerechten Regierung sehnen. Jehova selbst hat ihn als dieses Signal eingesetzt (Jesaja 11:12).

      6. (a) Wie ist es möglich geworden, daß sich Menschen um einen himmlischen König scharen? (b) Was haben Personen aufgrund dessen gelernt, daß sie sich ‘fragend an das Signal wandten’?

      6 Doch wie können sich Menschen hier auf der Erde um einen himmlischen König scharen? Ihnen muß Aufschluß aus der Bibel vermittelt werden, damit sie ihn mit den Augen des Verständnisvermögens sehen können. Unter der Leitung des heiligen Geistes führt der Überrest der geistigen Israeliten diese Tätigkeit tatkräftig aus, indem er auf der ganzen Erde die gute Botschaft vom aufgerichteten messianischen Königreich Gottes verkündigt. Menschen aus allen Nationen haben mit Wertschätzung zugehört. Sie haben danach ‘gefragt’, welche Anforderungen Gott an sie stellt, damit sie Untertanen des Königreiches sein und sich auf einer paradiesischen Erde des ewigen Lebens erfreuen können. Nachdem ihre Fragen anhand der Bibel zufriedenstellend beantwortet worden sind, haben sie entsprechend gehandelt und auf der Seite des messianischen Königreiches Jehovas Stellung bezogen. Hast du das ebenfalls getan?

      ‘SIE WERDEN HÖREN, ABER NICHT DANACH TUN’

      7. Welche Reaktion auf die Botschaft der Bibel wurde in Hesekiel 33:30-33 vorausgesagt?

      7 Aufgrund der eifrigen Tätigkeit der Zeugen Jehovas unterhalten sich die Menschen häufig über sie. Doch wie denken diese Leute über die Botschaft, die Jehovas Zeugen verkündigen? Viele reagieren genauso wie die mit dem Propheten Hesekiel in Babylon im Exil lebenden Israeliten. Über sie sagte Jehova: „Und was dich betrifft, o Menschensohn, die Söhne deines Volkes bereden sich über dich . . . [und sagen]: ‚Kommt bitte, und hört, was das Wort ist, das von Jehova ausgeht.‘ Und sie werden zu dir hereinkommen, wie Leute hereinkommen, und vor dir sitzen als mein Volk; und sie werden gewißlich deine Worte hören, aber sie werden nicht danach tun, denn mit ihrem Munde äußern sie lüsterne Begierden, und ihrem ungerechten Gewinn geht ihr Herz nach. Und siehe! du bist für sie wie ein Gesang von sinnlicher Liebe, wie einer mit einer schönen Stimme und der ein Saiteninstrument gut spielt. Und sie werden gewißlich deine Worte hören, aber da ist niemand, der sie tut. Und wenn es wahr wird — siehe! es wird wahr werden —, so werden sie erkennen müssen, daß ein Prophet in ihrer Mitte gewesen war“ (Hesekiel 33:30-33).

      8. Wie bekunden einige Personen diese Einstellung?

      8 Viele Leute bewundern Jehovas Zeugen und lesen gern ihre biblischen Schriften. Sie nehmen vielleicht sogar das Angebot eines kostenlosen Heimbibelstudiums an. Einige kommen mit ihren Freunden zu besonderen Zusammenkünften der Zeugen Jehovas. Bei der jährlichen Feier zum Gedächtnis an den Tod Jesu Christi z. B. kommt es nicht selten vor, daß die Zahl der Anwesenden doppelt so hoch ist wie die Zahl der aktiven Zeugen Jehovas. In einigen Ländern ist die Anwesendenzahl bis zu fünfmal so hoch wie die Zahl der Zeugen Jehovas. Doch was tun sie mit den biblischen Wahrheiten, die sie hören? Über zweieinhalb Millionen Personen haben sie sich zu Herzen genommen und ihr Leben danach ausgerichtet. Andere dagegen behandeln sie so wie angenehme Musik, die sie sich zur Unterhaltung anhören. Sie sind immer nur passive Beobachter, sprechen vielleicht ein paar ermunternde Worte, aber geben sich Gott nicht hin und beteiligen sich auch nicht an seinem heiligen Dienst.

      9. Was werden weise Personen tun, statt zu zweifeln und abzuwarten?

      9 Was kann man durch Zweifeln und Abwarten gewinnen? Gewiß nicht Jehovas Gunst und seinen Schutz am kommenden Tag der Rache. Um unter den Überlebenden sein zu können, mußt du jetzt überzeugend beweisen, daß du ‘dich Jehova angeschlossen’ hast und daß du zu ihm gehörst (Sacharja 2:11; Matthäus 7:21).

      SIE TRAFEN DIE RICHTIGE ENTSCHEIDUNG

      10, 11. (a) Wer war Chobab, und worum wurde er gebeten? (b) Woher wissen wir, welche Entscheidung er traf?

      10 Alle, die als Nachfolger Jesu Christi Anbeter Jehovas geworden sind, haben dies aufgrund einer persönlichen Entscheidung getan. Dies trifft auf alle zu, die Erben des himmlischen Königreiches sind. Jetzt steht anderen die kostbare Gelegenheit offen, ihre Wahl zu treffen. Sie haben die Aussicht, die große Drangsal zu überleben und in Vollkommenheit auf der Erde zu leben. Chobab gab ihnen ein nachahmenswertes Beispiel.

      11 Chobab war der Schwager von Moses. Er war kein Israelit, sondern ein Angehöriger des Stammes der Keniter, der im Gebiet Midians lebte. Nachdem die Israeliten das Gesetz durch Moses empfangen und die heilige Stiftshütte zur Anbetung Jehovas gebaut hatten, kam die Zeit, daß sie nach Norden in Richtung des Verheißenen Landes ziehen sollten. Die Wolkensäule, die Jehovas Gegenwart darstellte, sollte vor ihnen herziehen und ihnen zeigen, welchen Weg sie nehmen und wo sie lagern sollten. Doch es wäre ihnen eine Hilfe gewesen, jemanden bei sich zu haben, der das Terrain kannte und wußte, wo man alles zum Lagern Nötige finden konnte. Moses bat Chobab, mit ihnen zu ziehen, doch Chobab lehnte zunächst ab, da er dachte, es sei besser, bei seinen Angehörigen an seinem Geburtsort zu bleiben. Doch Moses legte ihm nahe, sich die Sache noch einmal zu überlegen und mit den Israeliten zu gehen, um ihnen ‘als Auge zu dienen’. Er würde dann auch an den Segnungen teilhaben, die Jehova seinem Volk zuteil werden ließe. Wie aus Richter 1:16 hervorgeht, handelte Chobab weise und ging mit (4. Mose 10:29-32).

      12. (a) Wer gleicht Chobab heute, und inwiefern? (b) Welche heutige Einladung ist mit derjenigen zu vergleichen, die Moses an Chobab richtete?

      12 Es gibt heute Personen, die von Chobab vorgeschattet wurden. Es sind zwar keine geistigen Israeliten, doch sie schließen sich ihnen an, während sie auf dem Weg in Gottes neue Ordnung sind. Um dies tun zu können, müssen sie gewisse Bindungen zu weltlichen Verwandten und menschlichen Regierungen lösen. Unter der Führung des größeren Moses, Jesus Christus, dienen sie freudig mit dem Überrest der „Brüder“ Christi, und oft erschließen sie neue Gebiete zum Predigen der guten Botschaft. Viele von ihnen sind in Gegenden gezogen, wo der Bedarf an Königreichsverkündigern besonders groß war, und oft setzen sie als Pioniere oder Missionare ihre Zeit voll ein, um das Königreich Gottes als die einzige realistische Hoffnung der Menschheit bekanntzumachen. Es gibt immer noch zahlreiche Gelegenheiten, sich an diesen Zweigen des heiligen Dienstes zu beteiligen. Geeignete Personen werden eingeladen, sich zur Verfügung zu stellen und so an den Segnungen teilzuhaben, die mit einem solchen vermehrten Dienst verbunden sind. Wirst du das tun?

      13. (a) Wer war Jael, und wie stand ihr Mann zu den Dienern Jehovas? (b) Wie geriet Jael in eine Prüfung?

      13 Rund 180 Jahre nachdem sich Chobab entschieden hatte, mit Israel zu ziehen, lebte einer seiner Nachkommen, ein Mann namens Cheber, mit seiner Frau Jael nicht weit von Megiddo. Cheber hatte sich von den übrigen Kenitern abgesondert und war ein friedliches Verhältnis zu Jabin eingegangen, einem Kanaaniterkönig, der Israel hart bedrängte. Als Jehova Barak als Befreier Israels erweckte, bot Sisera, Jabins Heeroberster, seine Streitkräfte und 900 Kriegswagen auf, an deren Rädern eiserne Sicheln befestigt waren. Doch Jehova kämpfte für sein Volk, indem er im Feindeslager Verwirrung stiftete und eine Sturzflut verursachte, so daß die Kriegswagen im Schlamm steckenblieben. Sisera selbst verließ seinen Kriegswagen und floh zu Fuß zum Zelt Jaels, der Frau Chebers. Wie Sisera erhofft hatte, lud sie ihn ins Zelt ein (Richter 4:4-17; 5:20, 21).

      14. Welche Entscheidung traf Jael, und worauf läßt das schließen?

      14 Jetzt war die Prüfung da. Was würde sie mit diesem Feind des Volkes Jehovas tun? Sie deckte Sisera mit einer Decke zu, stillte seinen Durst mit geronnener Milch und wartete, bis er eingeschlafen war. Darauf ging sie daran, „einen Zeltpflock zu ergreifen und den Hammer in ihre Hand zu nehmen. Dann ging sie verstohlen zu ihm hin und stieß den Pflock in seine Schläfen und schlug ihn in die Erde, während er fest eingeschlafen und ermattet war. So starb er.“ Ihre Tat erforderte Mut und Liebe zu Jehova und zu seinem Volk. Sie erforderte auch große Anstrengung (Richter 4:18-22; 5:24-27, 31).

      15. Wie kann man heute beweisen, daß man wie Jael ist?

      15 Wie andere nichtisraelitische Anbeter Jehovas stellt auch Jael die „anderen Schafe“ dar, die den geistigen Brüdern Christi Gutes tun. Ungeachtet dessen, welche Bindungen ihre Angehörigen zur Welt und zu ihrer herrschenden Klasse haben mögen, heißen die „anderen Schafe“ die Bedrückung des Volkes Jehovas durch weltliche Herrscher nicht gut. Ihre Loyalität gilt dem größeren Barak, dem Herrn Jesus Christus, und seinen wahren Nachfolgern. Die Glieder der Jael-Klasse erheben nicht persönlich die Hand gegen die weltlichen Herrscher, aber sie nutzen jedes ihnen zu Gebote stehende Mittel, um den Bemühungen, Jehovas Diener zu unterdrücken, entgegenzuwirken. Sie zögern nicht, kundzutun, daß sie mit dem Vorsatz Jehovas, all seine Feinde zu vernichten, in völliger Übereinstimmung sind.

      16, 17. (a) Welches nachahmenswerte Beispiel ist in Apostelgeschichte 8 aufgezeichnet? (b) Was sollten wir nach der Taufe weiterhin tun?

      16 Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Wenn du wirklich an Jehova und an sein messianisches Königreich glaubst und dein Leben mit den biblischen Erfordernissen in Übereinstimmung gebracht hast, dann bringe dies unverzüglich offen zum Ausdruck. Bekunde den gleichen Geist wie der äthiopische Eunuch, über den in Apostelgeschichte 8 berichtet wird. Sobald er verstand, was von ihm erwartet wurde, fragte er Philippus, der ihm die gute Botschaft über Jesus erklärt hatte: „Was hindert mich, getauft zu werden?“ Und er wurde sogleich im Wasser untergetaucht.

      17 Nachdem du so einen guten Anfang gemacht hast, solltest du täglich dein Verhältnis zu Jehova stärken, nach Möglichkeiten suchen, sein Wort in deinem Leben noch vollständiger anzuwenden, und dich soweit wie möglich an dem wichtigen Werk der Königreichsverkündigung beteiligen, das während der letzten Tage dieses Systems der Dinge durchgeführt wird.

  • Eine andere Einstellung zum Gehorsam
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 17

      Eine andere Einstellung zum Gehorsam

      1. Weshalb ließ Jehova zu, daß die Babylonier Jerusalem zerstörten?

      VIELE Jahre im voraus warnte Jehova die Juden, Jerusalem werde von den Babyloniern zerstört werden, und er erklärte ihnen auch, warum. Sie folgten den Neigungen ihres eigenen störrischen Herzens, statt Gott zu gehorchen (Jer. 25:8, 9; 7:24-28).

      2. (a) Welche Segnungen hängen vernünftigerweise vom Gehorsam gegenüber Gott ab? (b) Wie gelangte Israel in ein Bundesverhältnis zu Jehova?

      2 Jehova zwingt niemand, ihm zu dienen, aber vernünftigerweise fordert er von allen, die seine Gunst wünschen und mit ewigem Leben gesegnet werden möchten, daß sie ihm gehorchen. Nachdem Jehova die Israeliten aus Ägypten befreit hatte, sagte er zu ihnen: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern werden, denn die ganze Erde gehört mir. Und ihr, ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. Mose 19:5, 6). Nachdem ihnen Gott seine Erfordernisse genannt hatte und ihnen das „Buch des Bundes“ vorgelesen worden war, nahmen sie aus freien Stücken die Verantwortung auf sich, die mit einem solchen Verhältnis zu Gott verbunden war (2. Mose 24:7).

      3. (a) Auf welchen Gebieten bekundeten die Israeliten danach einen rebellischen Geist gegenüber Jehova? (b) Weshalb sind diese Ereignisse in der Bibel aufgezeichnet worden?

      3 Doch schon kurze Zeit später machte sich unter ihnen ein rebellischer Geist bemerkbar. Sie widerriefen zwar nicht offen ihren Glauben an Jehova. Aber im Widerspruch zu seinem Gesetz versuchten viele, ägyptische Bräuche mit der Anbetung Jehovas zu vermischen (2. Mose 32:1-8). Später kritisierten einige von ihnen die Männer, die Jehova als seine sichtbaren Vertreter gebrauchte (4. Mose 12:1-10; 16:1-3, 31-35). Als Nation hatten die Israeliten nicht genug Glauben, um nach Gottes Wort zu handeln; sie ließen sich vielmehr von Menschenfurcht leiten (4. Mose 13:2, 31-33; 14:1-4; Hebräer 3:17-19). Wenn unabsichtlich Fehler gemacht wurden, konnten Israeliten, die aufrichtig bereuten, Vergebung erlangen. Doch im Verlauf von 900 Jahren mißachtete die Nation absichtlich zunächst e i n göttliches Erfordernis, dann ein weiteres und oft viele auf einmal. Das, was sie taten, und der Ausgang ihrer Handlungsweise wurden in der Bibel für uns als warnende Beispiele aufgezeichnet (2. Chronika 36:15-17; 1. Korinther 10:6-11).

      4. (a) Wer waren die Rechabiter? (b) Welche Verpflichtung hatte ihnen Jonadab auferlegt?

      4 Nachdem Jehova die Israeliten in den Tagen Jeremias wiederholt vor den schweren Folgen ihrer Handlungsweise gewarnt hatte, hielt er ihnen ein Vorbild vor Augen — die Rechabiter. Sie waren Nichtisraeliten, Nachkommen Jonadabs (Jehonadabs), der bewiesen hatte, daß er völlig damit einverstanden war, daß Jehu keine Rivalität gegenüber Jehova duldete. Dieser Jonadab als patriarchalisches Stammesoberhaupt hatte den Rechabitern geboten, auf unabsehbare Zeit keinen Wein zu trinken, auch nicht in Häusern zu wohnen oder Landwirtschaft zu treiben, sondern als Nomaden in Zelten zu wohnen. Auf diese Weise würden sie ein einfaches, bescheidenes Leben führen, frei von Genußsucht und den Lastern des Stadtlebens, während sie Jehova in Gemeinschaft mit den Israeliten anbeteten, unter denen sie lebten.

      5. Inwiefern bekundeten die Rechabiter einen vorbildlichen Gehorsam?

      5 Konnte man erwarten, daß die Rechabiter ihrem menschlichen Vorfahren gehorchen würden, wenn sich die Juden sogar weigerten, auf Jehova, den Souverän des Universums, zu hören? Sie taten es, und zwar auf vorbildliche Weise. Obwohl die Rechabiter in Jerusalem Zuflucht suchten, als babylonische und syrische Streitkräfte in Juda einfielen, wohnten sie dennoch weiterhin in Zelten. Doch wie fest war ihr Entschluß, keinen Wein zu trinken, auch wenn die Menschen, unter denen sie lebten, Wein trinken durften? Jehova forderte Jeremia auf, die Rechabiter in ein Speisezimmer des Tempels zu führen, ihnen Wein vorzusetzen und sie zum Trinken aufzufordern. Doch sie weigerten sich. Warum? Offensichtlich schätzten sie die Ergebenheit ihres Vorfahren gegenüber Jehova; sie erkannten, daß er liebevoll um ihr Wohl besorgt war, und so gehorchten sie seinem Gebot. Jehova freute sich über diesen vorbildlichen Gehorsam, der den Ungehorsam, den die Juden gegenüber Jehova bekundeten, in noch krasserem Licht erscheinen ließ (Jeremia 35:1-11).

      6. (a) Wer gleicht heute den Rechabitern? (b) Wer hat sich als das Gegenbild des ungehorsamen Israel erwiesen?

      6 Es gibt heute Personen, die den Rechabitern gleichen. Es sind die „anderen Schafe“ des Herrn. Heute geht es nicht darum, ob sie Wein trinken oder nicht. (Vergleiche 1. Timotheus 5:23.) Dies ist eine persönliche Angelegenheit, solange man nicht im Übermaß trinkt oder gar ein Trunkenbold wird (Sprüche 23:20; 1. Korinther 6:9, 10). Doch gottgefälliger Gehorsam ist heute noch genauso wichtig wie damals. Im Gegensatz zur Christenheit, die das gegenbildliche abtrünnige Israel ist, beweist die neuzeitliche Rechabiter-Klasse durch ihre Taten, daß sie den Wert gottgefälligen Gehorsams kennt. Von welchem Nutzen wird dies für sie sein?

      7. (a) Welch ermutigende Verheißung gab Jehova den Rechabitern? (b) Welche Hoffnung vermittelt dies der heutigen Rechabiter-Klasse?

      7 Wegen ihrer Ergebenheit gab Jehova den Rechabitern eine Verheißung, die für unsere Tage eine gewichtige prophetische Bedeutung hat. Er sagte: „Darum, daß ihr dem Gebot Jehonadabs, eures Vorvaters, gehorcht habt und fortfahrt, alle seine Gebote zu halten und gemäß allem zu tun, was er euch geboten hat, darum hat Jehova der Heerscharen, der Gott Israels, dies gesprochen: ‚Es wird von Jonadab, dem Sohn Rechabs, kein Mann davon abgeschnitten werden, vor mir zu stehen allezeit‘ “ (Jeremia 35:18, 19). Sie befanden sich unter denen, die 607 v. u. Z. die Zerstörung Jerusalems überlebten. Und die Klasse, die von ihnen vorgeschattet wird, wird die bevorstehende Vernichtung der Christenheit und des übrigen Teils der Welt überleben, die unabhängig ihre eigenen Wege geht und sich weigert, Jehovas Souveränität anzuerkennen.

      WESHALB ES NICHT LEICHT SEIN MAG, GEHORSAM ZU SEIN

      8. Weshalb fällt es vielen Menschen schwer zu gehorchen?

      8 Vielen fällt es schwer, Gehorsam zu lernen. Sie sind in einer Welt aufgewachsen, in der jeder tut, was ihm paßt. Was sie über das Leben unter Gottes Königreich erfahren, mag ihnen gefallen. Doch wenn ihr Denken durch Stolz getrübt wird, mögen sie einigen Anforderungen Gottes ausweichen oder die Art und Weise kritisieren, in der diese dargelegt werden (Sprüche 8:13; 16:18). Naaman, der syrische Heeroberste, der in den Tagen des Propheten Elisa lebte, hatte dieses Problem.

      9. (a) Wie kam es, daß Naaman Elisa aufsuchte? (b) Was erwartete er, was aber geschah dann tatsächlich?

      9 Naaman litt an Aussatz. Weil eine junge israelitische Gefangene freimütig ihren Glauben zum Ausdruck brachte, daß Naaman geheilt würde, wenn er sich nur an Jehovas Propheten Elisa wendete, reiste Naaman nach Israel. Mit Pferden und Kriegswagen fuhr er beim Hause Elisas vor. Naaman war aber eine prominente Person, und er erwartete, daß Elisa herauskam, um ihn zu empfangen und ihn einer Zeremonie zu unterziehen, vielleicht daß er Jehova anrufen und seine Hand über dem aussätzigen Fleisch hin und her bewegen würde, bis es geheilt wäre. Doch statt dessen sandte Elisa einfach einen Boten, der ihm ausrichten sollte, er solle an den Jordan gehen und sich dort siebenmal baden (2. Könige 5:1-12).

      10. (a) Wie reagierte Naaman? (b) Was bewog ihn schließlich zu gehorchen? (c) Was war das Ergebnis?

      10 Naamans Stolz war verletzt. Zornig machte er sich auf den Heimweg. Aber nachdem seine Bediensteten ihm gut zugeredet hatten, demütigte er sich glaubensvoll. „Darauf ging er hinab und tauchte dann in den Jordan, siebenmal, nach dem Wort des Mannes des wahren Gottes, wonach sein Fleisch zurückkehrte, dem Fleisch eines kleinen Knaben gleich, und er wurde rein.“ Nun war Naaman überzeugt, daß Jehova der allein wahre Gott ist, und trotz seiner ursprünglichen Reaktion erkannte er, daß Elisas Anweisungen wirklich von Gott stammten (2. Könige 5:13-15).

      11. (a) In welcher Hinsicht werden die „anderen Schafe“ von Naaman vorgeschattet? (b) Welche wichtigen Lektionen müssen wir alle lernen?

      11 Siehst du vielleicht an dir selbst einige Charakterzüge Naamans? Wie es bei anderen Nichtisraeliten der Fall ist, die Glauben bekundeten, wird Naaman in der Bibel gebraucht, um die „anderen Schafe“ darzustellen, die sich der reinen Anbetung anschließen. Da sie alle in Sünde geboren sind, waren sie einst geistig krank. Sie alle mußten die Hilfe der gesalbten Knechts-Klasse Jehovas suchen und dann gehorsam nach dem handeln, was dieser „Sklave“ sie aus Gottes Wort lehrte (Matthäus 24:45). Einige von ihnen schätzten zunächst nicht alle biblischen Ratschläge, die ihnen erteilt wurden — z. B. in bezug auf die Notwendigkeit, regelmäßig die Zusammenkünfte der Versammlung zu besuchen, die Wichtigkeit, sich von der Welt getrennt zu halten, oder das Erfordernis der christlichen Wassertaufe. Sie haben vielleicht gezögert, sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen, weil sie sich im Herzen gegen die Notwendigkeit gewehrt haben, sich ‘zu verleugnen’, um Nachfolger Christi sein zu können. In einigen Fällen kritisierten sie die Art und Weise, in der ihnen von verantwortlichen Personen in der Versammlung Rat erteilt wurde. Doch mit der Zeit müssen alle, die wirklich zu den „anderen Schafen“ des Herrn gehören möchten, die Notwendigkeit lernen, demütig zu sein und aus Liebe zu gehorchen (Jakobus 4:6; Matthäus 16:24).

      GEBOTE, DIE UNS NÜTZEN

      12, 13. (a) Wieso ist es für uns von Nutzen, den Geboten Jehovas zu gehorchen? (b) Wie läßt sich dies veranschaulichen?

      12 Während wir Jehova und seine Wege kennenlernen, verstehen wir immer besser, wie wahr die Worte sind, die er in alter Zeit zu seinen Dienern sprach: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der Eine, der dir zum Nutzen dich lehrt, der Eine, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest. O wenn du doch nur meinen Geboten Aufmerksamkeit schenktest!“ (Jesaja 48:17, 18). Jehova hat den ernstlichen Wunsch, daß sein Volk vor Unheil bewahrt bleibt und sich des Lebens erfreut, indem es seinen Geboten Aufmerksamkeit schenkt. Er kennt unsere Beschaffenheit und weiß, was uns wirklich glücklich macht. Er warnt uns deshalb vor einem Wandel, durch den wir sittlich entarten und unser gutes Verhältnis zu anderen zerstören würden.

      13 Diejenigen, die seine Warnung vor Hurerei und Ehebruch beachtet haben, sind vor dem seelischen Aufruhr, den Krankheiten und den unehelichen Geburten verschont worden, die sich daraus ergeben können (1. Korinther 6:18; Hebräer 13:4). Indem sie den Rat aus 2. Korinther 7:1 oder ähnlichen Rat angewandt haben, sind sie von der Sucht nach Tabak und anderen Drogen frei geblieben, die die Gesundheit schädigen und zu einem vorzeitigen Tod führen können. Sein Gebot, ‘sich des Blutes zu enthalten’, hat seinen Dienern geholfen, ihr Vertrauen zu ihm als dem einen, von dem alle ihre Aussichten auf zukünftiges Leben abhängen, zu stärken, und gleichzeitig hat es sie vor furchtbaren Krankheiten bewahrt, die durch Bluttransfusionen verbreitet werden können (Apostelgeschichte 15:28, 29).

      14. Inwiefern ist es für uns viel besser, zuerst das Königreich zu suchen, statt uns unnötig mit der Welt einzulassen?

      14 Solange wir in der Welt leben, haben wir einen gewissen notwendigen Kontakt zu ihr. Doch Jehova warnt uns davor, unsere Hoffnungen auf die Welt zu setzen und ein Teil von ihr zu werden. Er weiß, was mit der Welt geschehen wird. Wie töricht wäre es, sein Leben darauf zu verwenden, etwas aufzubauen, was Gott niederreißen wird! Schlimmer noch, diejenigen, die das tun, werden feststellen, daß sie das gleiche Geschick erleiden werden wie die Welt, der sie ihr Leben widmen. Wie nützlich ist daher der Rat, den Gottes Sohn gab: Suche Gottes Königreich! Setze es in deinem Leben an die erste Stelle! (1. Johannes 2:17; Matthäus 6:33).

      15. (a) Was müssen wir zu tun lernen, wenn wir unter denen sein möchten, die das wiedererlangen, was Adam verlor? (b) Wie wird Jehova während der 1 000 Jahre zu uns sprechen?

      15 Jehova weiß genau, was wir brauchen, und so bereitet er sein Volk auf das Leben in seinem gerechten neuen System der Dinge vor. Adams Ungehorsam führte zu Unvollkommenheit, zum Verlust des ewigen Lebens und zur Vertreibung aus dem Paradies. Wenn wir unter denen sein möchten, die mit dem gesegnet werden, was Adam verlor, müssen wir sicherlich beweisen, daß wir aufmerksam sind, wenn Gott spricht. Und wie wird er während der kommenden 1 000 Jahre zu uns sprechen, während die Menschheit zur Vollkommenheit gebracht wird? Durch das messianische Königreich. Wird diese Regierung auch sichtbare, irdische Vertreter haben? Ja. Es werden ‘auf der ganzen Erde Fürsten’ im Dienst des Königs stehen (Psalm 45:16; vergleiche Jesaja 32:1, 2). Dadurch, daß die Menschen diesen Fürsten aus Liebe gehorchen werden, werden sie ihre Unterordnung unter ihren himmlischen König beweisen.

      16. Weshalb ist es jetzt ein Schutz, den Ältesten zu gehorchen, und wieso ist dies eine gute Vorbereitung auf das Leben in Gottes neuer Ordnung?

      16 Als Vorbereitung auf diese Zeit sorgt Jehova jetzt dafür, daß seine Diener durch seine sichtbare theokratische Organisation geschult werden. In den Versammlungen hat er geistig ältere Männer oder Älteste erweckt. Sie beaufsichtigen die Zusammenkünfte der Versammlung und gehen im Predigen der Königreichsbotschaft führend voran. Sie helfen allen, die Jehova dienen möchten, zu lernen, wie sie in ihrem Leben biblische Grundsätze anwenden können, und sie warnen liebevoll vor den Fallstricken, die das Verhältnis zu Gott beeinträchtigen könnten. Auf der ganzen Erde haben Jehovas Zeugen auch bemerkt, daß sie in Stürmen, bei Erdbeben und während bewaffneter Konflikte oft dadurch am Leben geblieben sind, daß sie auf den Rat der Ältesten gehört haben. Die Versammlung gehört nicht den Ältesten; sie gehört Gott. Die Ältesten behaupten nicht, inspiriert zu sein. Doch wie die Bibel zeigt, gebraucht Gott sie, damit sie die Führung übernehmen, und wer ihnen gehorcht, beweist, daß er die Einrichtung respektiert, die Jehova gebraucht, um seine Diener auf das Überleben und auf seine neue Ordnung vorzubereiten (Apostelgeschichte 20:28; Hebräer 13:17).

      17. Aus welchem Beweggrund sollten wir gehorchen?

      17 Ihr Gehorsam beruht jedoch nicht lediglich auf dem Wunsch, die kommende Weltvernichtung zu überleben. Es gibt noch wichtigere Beweggründe. Welche denn? Wertschätzung für das Leben und für all die Vorkehrungen, die Gott getroffen hat, um es zu erhalten. Dankbarkeit für seine Gaben, die unser Leben bereichern — die Fähigkeit zu denken, Schönheit und geistige Werte zu schätzen, die Möglichkeit, unseren Schöpfer kennenzulernen und ihn anzubeten. Auch das Bewußtsein, welch große Liebe Gott zu uns hat, daß er sogar seinen eigenen Sohn gegeben hat, damit er sein Leben opferte, so daß wir die Gelegenheit haben könnten, ewig zu leben.

      18. Wie werden wir über den Gehorsam gegenüber Gott und seiner Organisation denken, wenn wir Gott gut kennenlernen?

      18 Für diejenigen, die Gott gut kennengelernt haben, ist der Gehorsam keine unangenehme Pflicht. Da sie seine Vorsätze und Anforderungen genau verstehen und die guten Folgen verspüren, die sich daraus ergeben, haben sie nicht den geringsten Zweifel daran, daß das einzig Vernünftige ist, so zu handeln, wie Gott es wünscht. Sie erkennen, daß dies für sie ein Schutz ist. Es ist für sie auch eine Möglichkeit, ihre Liebe zu Gott zu beweisen. Es bereitet ihnen große Freude, ihm zu gehorchen (1. Johannes 5:3; Psalm 119:129).

      [Bilder auf Seite 135]

      Einige müssen ihren Stolz überwinden, wie das bei dem aussätzigen Naaman der Fall war

  • Bist du gegenüber dem neuen König der Erde loyal?
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 18

      Bist du gegenüber dem neuen König der Erde loyal?

      1. Wie reagierte die Volksmenge, als Jesus ihr im Jahre 33 u. Z. als König vorgestellt wurde?

      AM 9. Nisan 33 u. Z. stellte sich Jesus Christus den Juden als ihr König, als der vorhergesagte Messias, vor. Als er den Ölberg in Richtung Jerusalem herabkam, frohlockte die Schar der Jünger und pries Gott wegen der Wunderwerke, die Jesus vollbracht hatte (Lukas 19:37, 38; Sacharja 9:9). Würden sie sich aber gegenüber demjenigen, den sie als König priesen, loyal erweisen? Ihre Loyalität wurde bald auf die Probe gestellt.

      2. (a) Wie reagieren heute viele Menschen auf die Bekanntmachung, daß Christus der neue König der Erde ist? (b) Welche Fragen verdienen ernsthafte Beachtung?

      2 Seit 1914 wird der verherrlichte Jesus Christus, der nun aktiv vom Himmel aus regiert, allen Menschen als der neue König der Erde vorgestellt. Die Aussicht auf ein Leben unter einer Regierung in den Händen Jesu Christi, die die Probleme der Menschheit wirklich lösen kann, hat Menschen aller Nationen Anlaß zum Frohlocken gegeben. Doch werden sie sich als loyal erweisen? Wie steht es mit jedem von uns persönlich?

      WIE DER KÖNIG SELBST LOYALITÄT BEWIESEN HAT

      3. (a) Weshalb wird Jesus selbst als der „Loyalgesinnte“ Jehovas bezeichnet? (b) Was ist Loyalität?

      3 Jesus Christus hat immer wieder bewiesen, daß seine Loyalität gegenüber Jehova, dem Souverän des Universums, unerschütterlich ist. Passenderweise wird er in der Heiligen Schrift als Jehovas „Loyalgesinnter“ bezeichnet (Psalm 16:10; Apostelgeschichte 2:24-27). Das hebräische Wort für Loyalität, das hier gebraucht wird, enthält den Gedanken von liebender Güte. Loyalität ist also nicht etwas Kaltes, was sich lediglich auf Recht oder Gesetz stützt, sondern beruht auf Liebe und Wertschätzung. (Vergleiche Psalm 40:8; Johannes 14:31.)

      4, 5. (a) Wie bekundete Jesus im Himmel nach der Rebellion Satans Loyalität? (b) Bekundete er auch auf der Erde Loyalität?

      4 Als Satan im Himmel begann, Ehre für sich in Anspruch zu nehmen, die nur Gott gebührte, und als andere Engel ihren rechten Platz in Jehovas himmlischer Organisation verließen, ahmte Gottes erstgeborener Sohn ihre Einstellung nicht nach. So etwas war für ihn undenkbar. Seine aufopfernde Ergebenheit ging so weit, daß er, um den Willen seines Vaters zu tun, seine himmlische Herrlichkeit aufgab, ein Mensch wurde und sich sogar an einem Marterpfahl zu Tode bringen ließ. In seiner Liebe achtete er sorgfältig darauf, daß, soweit es von ihm abhing, keine Einzelheit von dem, was in der Bibel über ihn vorausgesagt worden war, unerfüllt blieb (Philipper 2:5-8; Lukas 24:44-48).

      5 Als Jesus auf der Erde lebte, übte Satan großen Druck auf ihn aus, um ihn von dem Werk abzubringen, das Gott ihm aufgetragen hatte — und ihn wenn möglich zu veranlassen, etwas zu tun, wodurch er sich Gottes Mißfallen zugezogen hätte. Er drängte Jesus, Dinge zu tun, durch die er Ansehen und Macht hätte erlangen können — aber als ein Teil der Welt, deren Herrscher Satan war. Jesus lehnte ab und zitierte die Heilige Schrift als seine Richtschnur (Matthäus 4:1-10). Jesus hatte hervorragende Fähigkeiten, und er machte davon guten Gebrauch, doch stets in Übereinstimmung mit dem Willen seines Vaters. Er beschäftigte sich ausschließlich damit, das Werk zu tun, dessentwegen Gott ihn gesandt hatte (Johannes 7:16-18; 8:28, 29; 14:10). Welch ein ausgezeichnetes Beispiel für Loyalität!

      6. Inwiefern fordert die Belohnung, die Christus gegeben wurde, von uns Loyalität?

      6 Da Jesus seine Loyalität bewies, erweckte Jehova ihn von den Toten und „[erhöhte] ihn auch zu einer übergeordneten Stellung . . . und [gab] ihm gütigerweise den Namen . . ., der über jedem anderen Namen ist, so daß sich im Namen Jesu jedes Knie beuge . . . und jede Zunge offen anerkenne, daß Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Philipper 2:9-11). Dieser ‘Name, der über jedem anderen Namen ist’, stellt die Macht und die Autorität dar, die Jesus übertragen wurden, damit er Jehovas Willen erfüllen kann. Vor ihm ‘das Knie zu beugen’ bedeutet, seine Stellung anzuerkennen und sich seiner Autorität zu unterwerfen. Es bedeutet auch, ihm als König loyal untertan zu sein.

      LOYALE LIEBE GEGENÜBER DEN GESALBTEN JEHOVAS

      7. In welcher Hinsicht werden seine Nachfolger auf ihre Loyalität geprüft?

      7 Daß Jesus nach seiner Himmelfahrt für Menschenaugen nicht mehr sichtbar war, sollte für seine Nachfolger Loyalitätsprüfungen mit sich bringen. Würden sie nach den Grundsätzen leben, die er sie gelehrt hatte? Würden sie sich von der Welt getrennt halten? Würden sie Personen respektieren, die der heilige Geist mit Aufsichtsstellungen betraute? Würden sie das Werk, das er ihnen aufgetragen hatte, mit ganzer Seele verrichten?

      8. Was wurde durch die loyale Liebe vorgeschattet, die zwischen Jonathan und David bestand?

      8 Zur gegebenen Zeit sollten die „anderen Schafe“ eingesammelt und in die Gemeinschaft mit der „kleinen Herde“ der Erben des himmlischen Königreiches gebracht werden. Würden sie den ihnen zugewiesenen Platz im Verhältnis zu Christus, dem König, und zueinander schätzen? Die Tatsachen zeigen, daß sich unter allen, die zu der „e i n e n Herde“ unter Jesus Christus gehören, eine echte gegenseitige Liebe entwickelt hat. Dies wurde durch die unerschütterliche, nicht endende Liebe Jonathans, des Sohnes von König Saul, zu David vorgeschattet. Als Jonathan Davids völlige Ergebenheit gegenüber Jehova und sein Gottvertrauen beim Kampf mit dem Riesen Goliath beobachtete, war er tief bewegt, und „es begab sich, . . . daß sich Jonathans Seele mit Davids Seele verband, und Jonathan begann ihn zu lieben wie seine eigene Seele“. Seine Liebe ließ nicht nach, als offenkundig wurde, daß Jehova das Königtum David und nicht Jonathan übertragen würde. Jonathan setzte wiederholt sein Leben für David aufs Spiel (1. Samuel 17:45-47; 18:1; 23:16, 17).

      9. Wie bekundeten Nichtisraeliten, die in Davids Heer dienten, eine ähnliche Loyalität?

      9 Außer Jonathan gab es auch Nichtisraeliten, die zu David hielten. Es waren keine Söldner, sondern tapfere Männer, die David als dem Gesalbten Jehovas ergeben waren. Unter ihnen waren Kerethiter und Pelethiter und ehemalige Einwohner der Philisterstadt Gath. Sie hielten loyal zu David, als sein Sohn Absalom auf betrügerische Weise versuchte, die Herzen der Männer Israels zu stehlen. Trotz des Ansehens und der List Absaloms ließen sie sich durch seine glatten Reden nicht zum Verrat verleiten (2. Samuel 15:6, 10, 18-22).

      10. (a) Wie wird das enge Verhältnis zwischen Christus, dem gesalbten Überrest und den „anderen Schafen“ in Psalm 45 dargestellt? (b) In welchem Sinne ‘ziehen die jungfräulichen Gefährtinnen in den Palast des Königs ein’?

      10 Eine andere herzerfreuende Beschreibung des Verhältnisses zwischen Christus, dem gesalbten Überrest und den „anderen Schafen“ ist in Psalm 45 zu finden. Dabei handelt es sich nicht nur um eine schöne Dichtung, sondern um eine Prophezeiung bezüglich des messianischen Königreiches, in dem Gott selbst der „Thron“, d. h. die Grundlage und Stütze, des Königtums Jesu ist (Psalm 45:1-7; Hebräer 1:8, 9). Der Psalmist beschreibt, wie die Braut Christi, die „Tochter des Königs“, an ihrem Hochzeitstag zum König gebracht wird. Bei ihr sind „die Jungfrauen . . . als ihre Gefährtinnen“. Wer sind diese? Es sind diejenigen, die irdische Untertanen des Königreiches Gottes sein werden. „Mit Freuden und Frohlocken“ begleiten sie die „Braut“-Klasse, bis das letzte ihrer Glieder mit Christus im Himmel vereint ist. Zusammen mit ihr ‘ziehen sie in den Palast des Königs ein’, nicht indem sie in den Himmel auffahren, sondern indem sie sich für den Dienst des Königs zur Verfügung stellen. Bist du ein Teilnehmer an diesem fröhlichen Zug geworden? (Psalm 45:13-15).

      WAS FORDERT DIE LOYALITÄT VON UNS?

      11. In welchen Situationen werden wir auf die Probe gestellt, ob wir „kein Teil der Welt“ sind?

      11 In zahllosen Situationen im Leben zeigen wir, was für Personen wir sind. Glauben wir wirklich an Jehovas messianisches Königreich? Ist es für uns eine Realität? Jesus sagte, seine wahren Nachfolger seien „kein Teil der Welt“. Trifft das auch auf dich zu? (Johannes 17:15, 16).

      12. Auf welche Weise können wir, obwohl wir unvollkommen sind, noch unsere Loyalität beweisen?

      12 Von uns unvollkommenen Menschen fordert die Loyalität keine Vollkommenheit. Aber sie fordert, daß wir uns davor hüten, biblische Gebote absichtlich zu übertreten, ganz gleich, ob uns andere Menschen dabei sehen oder nicht. Sie wird in uns den Wunsch wecken, biblische Grundsätze völlig anzuwenden, statt zu sehen, wie weit wir uns einer weltlichen Handlungsweise nähern können. Sie wird uns veranlassen, das Böse wirklich zu hassen (Psalm 97:10).

      13. Wie wird uns Loyalität vor den glatten Worten Abtrünniger bewahren?

      13 Wenn wir wirklich das Böse hassen, lassen wir uns nicht aus Neugier verlocken, in die Nähe des Bösen zu kommen. Wer sich neugierig für das Leben unsittlicher Personen interessiert, kann zugrunde gerichtet werden (Sprüche 7:6-23). Ebenso kann auch jemand in geistiger Hinsicht zugrunde gerichtet werden, wenn er aus Neugier Literatur von Abtrünnigen kauft und liest, also von Personen, die Jehova und seine Organisation verlassen haben und dann ihre früheren Gefährten mit Worten „schlagen“ (Matthäus 24:48-51). In Sprüche 11:9 werden wir gewarnt: „Durch seinen Mund bringt der Abtrünnige seinen Mitmenschen ins Verderben.“ Doch Loyalität wird uns davor bewahren, von ihren glatten Worten irregeführt zu werden (2. Johannes 8-11).

      14. (a) Welches ist eine der wichtigsten Möglichkeiten, Christus, dem König, unsere Loyalität zu beweisen? (b) Weshalb ist dieses Werk so wichtig?

      14 Eine der wichtigsten Möglichkeiten, unsere Loyalität zu bekunden, besteht darin, daß wir das Werk, das Jesus seine Jünger zu tun lehrte, mit ganzer Seele verrichten. Er persönlich gab das Beispiel, indem er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf ging und die gute Botschaft vom Königreich Gottes predigte (Lukas 8:1). Jesus sagte voraus, was wahre Christen heute tun würden, als er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Durch das Predigen der guten Botschaft werden Menschen überall mit der Königreichsstreitfrage bekannt gemacht, so daß sie eine persönliche Entscheidung treffen können. Für eine große Volksmenge wird diese Entscheidung bedeuten, daß sie während der großen Drangsal am Leben bewahrt wird (Offenbarung 7:9, 10). Beteiligst du dich loyal an diesem dringenden Werk?

      15. (a) Worüber werden Jehovas Loyalgesinnte gemäß Psalm 145:10-13 reden? (b) Wie trifft dies auf uns zu?

      15 Vor langer Zeit schrieb der Psalmist David: „Alle deine Werke werden dich lobpreisen, o Jehova, und deine Loyalgesinnten werden dich segnen. Von der Herrlichkeit deines Königtums werden sie sprechen, und von deiner Macht werden sie reden, um den Menschensöhnen seine mächtigen Taten bekanntzumachen und die Herrlichkeit der Pracht seines Königtums. Dein Königtum ist ein Königtum für alle unabsehbaren Zeiten, und deine Herrschaft währt durch alle sich folgenden Generationen hindurch“ (Psalm 145:10-13). Dieses Königtum wird jetzt durch das messianische Königreich in den loyalen Händen Jesu Christi ausgeübt, und wir beweisen unsere Loyalität gegenüber Gott und gegenüber Christus dadurch, daß wir freimütig und begeistert darüber reden.

      16. Welchen Einfluß sollte die Loyalität darauf haben, in welchem Ausmaß wir uns am Predigen des Königreiches beteiligen und aus welchen Beweggründen wir dies tun?

      16 Welche Rolle spielt das Predigen des Königreiches in deinem eigenen Leben? Stellst du es wirklich allem anderen voran? Was du persönlich tust, mag mehr oder weniger sein als das, was andere tun. Die Verhältnisse sind bei jedem anders. Aber wir alle tun gut daran, uns zu fragen: „Zeige ich durch meinen Anteil an diesem Werk, daß ich es lediglich aus Pflichtgefühl verrichte? Betrachte ich es lediglich als ein Erfordernis zum Überleben? Oder treibt mich meine Liebe zu Jehova, meine Ergebenheit gegenüber seinem messianischen König und echte Sorge um meine Mitmenschen an, diesem Werk den ersten Platz einzuräumen, so daß andere Interessen in meinem Leben eine untergeordnete Rolle spielen?“ Loyalität wird uns veranlassen, nach Möglichkeiten zu suchen, zu zeigen, daß dieses Werk für uns genauso wichtig ist wie für unseren König.

      17. Zu wem wird Jesus „Frieden reden“, wenn er die Bösen vernichtet?

      17 Bald wird derjenige, der von seinen Jüngern jubelnd als König gepriesen wurde, als er im Jahre 33 u. Z. in Jerusalem einzog, alle vernichten, welche Jehovas Souveränität, die durch seinen messianischen König zum Ausdruck kommt, verwerfen. Doch er wird zu der „großen Volksmenge“ aus allen Nationen, die seine vorbildliche Loyalität nachgeahmt hat, „Frieden reden“. Wirst du dazugehören? (Sacharja 9:10; Epheser 4:20-24).

  • „Wir haben gehört, daß Gott mit euch ist“
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 19

      „Wir haben gehört, daß Gott mit euch ist“

      1, 2. (a) Was wird in Sacharja 8:23 für unsere Zeit vorausgesagt? (b) Von welchem Gott ist hier die Rede, und wie wird in der Bibel sein Eigenname hervorgehoben?

      „WIR wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist.“ So würden sich in unserer Zeit Menschen aller Nationen äußern, wie die Bibel voraussagte (Sacharja 8:23). Von welchem Gott ist denn in der Prophezeiung Sacharjas die Rede? Wir werden darüber nicht im unklaren gelassen. In diesem verhältnismäßig kleinen Bibelbuch kommt sein Eigenname 135mal vor. Es ist von JEHOVA die Rede!

      2 Er selbst sagte über seinen Eigennamen, Jehova: „Dies ist mein Name auf unabsehbare Zeit, und dies ist mein Gedenkname für Generation um Generation“ (2. Mose 3:15). Wie wichtig dieser Name ist, geht aus der Tatsache hervor, daß er im gesamten Text der hebräischen Bibel fast 7 000mal vorkommt — viel häufiger als die Titel Herr und Gott zusammen. Wie vorausgesagt, ist dieser Name in den „letzten Tagen“ ganz besonders mit einer bestimmten Gruppe von Menschen in Verbindung gebracht worden.

      „WIR WOLLEN MIT EUCH GEHEN“

      3. (a) Wer würde gemäß Sacharja 8:20-23 Jehova suchen, (b) und dies in Gemeinschaft mit wem?

      3 Darüber schrieb der Prophet Sacharja zur Zeit des Wiederaufbaus des Tempels Jehovas im alten Jerusalem unter Inspiration folgendes: „Dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: ‚Es wird noch sein, daß Völker und die Bewohner vieler Städte kommen werden; und die Bewohner einer Stadt werden gewißlich zu denen einer anderen gehen und sprechen: „Laßt uns allen Ernstes hingehen, um das Angesicht Jehovas zu besänftigen und Jehova der Heerscharen zu suchen. Ich selbst will auch gehen.“ Und viele Völker und mächtige Nationen werden tatsächlich kommen, um Jehova der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und das Angesicht Jehovas zu besänftigen.‘ Dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: ‚Es wird in jenen Tagen sein, daß zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen ergreifen, ja sie werden tatsächlich den Rocksaum eines Mannes ergreifen, der ein Jude ist, indem sie sprechen: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist“ ‘ “ (Sacharja 8:20-23).

      4. Weshalb trifft diese Prophezeiung nicht auf den Judaismus oder die Christenheit zu?

      4 Die begrenzte Erfüllung, die diese Prophezeiung in Verbindung mit dem wieder aufgebauten Tempel in Jerusalem von den Tagen Serubbabels an hatte, wies auf eine weit größere Erfüllung in unseren Tagen hin. In Verbindung mit welchem Volk? Gewiß wäre es nicht vernünftig, wenn sich diejenigen, die ‘Jehova suchen’, an Menschen wendeten, die sich aus Aberglauben weigern, Gottes Namen überhaupt auszusprechen, wie es z. B. die natürlichen Juden tun, die an ihrer traditionellen Anbetung festhalten. Auch hat es keinen Zweck, sich an die Christenheit zu wenden, die den jüdischen Brauch nachahmt, den göttlichen Namen zu meiden. In unserer Zeit wenden sich Menschen auch nicht an das irdische Jerusalem, um Jehova anzubeten. Wie Jesus voraussagte, verließ Gott seinen Tempel dort, und er wurde im Jahre 70 u. Z. zerstört und wurde bis heute nicht wieder aufgebaut. Dies ist für jeden logisch denkenden Menschen ein Zeichen dafür, daß Gott nicht mit dem nichtchristlichen Israel ist (Matthäus 23:37, 38; vergleiche 1. Könige 9:8, 9).

      5. Wie können wir mit Hilfe der Bibel erkennen, (a) welches „Jerusalem“ Jehova heute vertritt, (b) wer der ‘jüdische Mann’ ist, über den Sacharja prophezeite?

      5 Das „Jerusalem“, das Jehova heute vertritt, wird in Hebräer 12:22 als ‘eine Stadt des lebendigen Gottes, das himmlische Jerusalem’ beschrieben. So, wie das alte Jerusalem ein sichtbares Symbol der Herrschaft Jehovas war, so ist das „himmlische Jerusalem“ Gottes messianisches Königreich, in dem Jesus Christus am Ende der Zeiten der Nationen im Jahre 1914 als König inthronisiert wurde (1. Chronika 29:23; Lukas 21:24). Diese Regierung hat hier auf der Erde Vertreter, die loyal verkündigen, daß sie die einzige zuverlässige Hoffnung für die Menschheit ist. Die ersten, die bekanntmachten, daß das Königreich im Jahre 1914 aufgerichtet worden war, waren die Übriggebliebenen der „kleinen Herde“. Diese sind in geistigem Sinne das „Israel Gottes“. Sie sind die geistigen ‘Juden’, von denen Sacharja prophezeite (Lukas 12:32; Galater 6:16; Römer 2:28, 29). Im Jahre 1931 nahmen sie aus Liebe zu Gott und weil sie die Verantwortung erkannten, Jehova als den wahren und allmächtigen Gott bekanntzumachen, den Namen Jehovas Zeugen an (Jesaja 43:10-12).

      WORAN KANN MAN SIE ERKENNEN?

      6. (a) Was hat Millionen von Menschen davon überzeugt, mit welchem Volk Gott heute ist? (Betrachte jeweils nur einen Punkt auf einmal; lies die Schriftstellen.) (b) Welche Punkte haben dich persönlich am meisten beeindruckt?

      6 Da diese geistigen Juden ihrer Verantwortung als Zeugen Jehovas treu nachgekommen sind, ist Millionen aufrichtigen Menschen auf der ganzen Erde geholfen worden, ‘Jehova zu suchen’. Sie haben erkannt, daß Jehova wirklich mit diesen Menschen ist, die seinen Namen tragen. Was hat sie davon überzeugt? Vieles, vor allem aber folgende Punkte:

      1. Die Glaubenslehren der Zeugen Jehovas stützen sich alle auf die Bibel — nicht nur auf einzelne Bibeltexte, sondern auf das gesamte Wort Gottes. Statt Dinge zu lehren, die sie sich selbst erdacht hätten, beantworten Jehovas Zeugen Fragen anhand der Bibel. Sie ehren Jehova dadurch, daß sie ihn reden lassen. (Vergleiche Johannes 7:16-18.)

      2. Die Bibel erklärt, daß Gott selbst aus den Nationen „ein Volk für seinen Namen“ herausnehmen würde (Apostelgeschichte 15:14). Diese Menschen würden seinen Namen anrufen und sich anstrengen, ihn auf der ganzen Erde bekanntzumachen (Jesaja 12:4, 5). Auf der ganzen Erde sind Jehovas Zeugen das Volk, das ganz besonders mit dem Eigennamen Gottes, Jehova, in Verbindung gebracht wird.

      3. Jehovas Zeugen haben eine Fülle sättigender geistiger Speise. Das, was sie aus der Bibel lernen, und die Auswirkungen, die dies auf ihre Lebensanschauung hat, machen sie zu glücklichen Menschen im Gegensatz zur Welt im allgemeinen. Das sagte Jehova für seine Diener voraus (Jesaja 65:13, 14; vergleiche Matthäus 4:4).

      4. Jehovas Zeugen gebrauchen Gottes Wort, um ihre Verhaltensnormen festzulegen, und lassen sich bei ihren Entscheidungen in Angelegenheiten des täglichen Lebens davon leiten — in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule, bei der Gestaltung ihrer Freizeit, in der Frage, welche Praktiken zu meiden sind, und in der Frage, welches die lohnenswertesten Dinge sind, denen man nachgehen sollte. Jehova hat verheißen, daß er selbst die Pfade derer, die so handelten, gerademachen würde (Sprüche 3:5, 6).

      5. Die Versammlungen der Zeugen Jehovas werden nach dem Vorbild der Versammlung Gottes im ersten Jahrhundert geleitet, in der Älteste Vorbilder der Herde und Mitarbeiter für das Königreich Gottes waren und nicht eine über dem Volk stehende Klasse der Geistlichkeit (1. Petrus 5:2, 3; 2. Korinther 1:24).

      6. Jehovas Zeugen mischen sich nicht in die politischen Angelegenheiten der Welt ein, sondern verrichten das Werk, das wahre Christen gemäß der Bibel verrichten sollten, nämlich das Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis, bevor das Ende kommt (Matthäus 24:14; vergleiche Johannes 17:16; 18:36).

      7. Jehovas Zeugen haben echte Liebe zueinander, wie es Jesus von seinen wahren Jüngern voraussagte. Hautfarbe, Stammesherkunft, wirtschaftliche Verhältnisse, Nationalität, Sprache — keiner dieser Faktoren veranlaßt einen von ihnen, auf den anderen herabzublicken. Trotz menschlicher Unvollkommenheiten sind sie alle als eine internationale Bruderschaft vereint, und dafür geben sie Gott alle Ehre (Johannes 13:35; vergleiche Apostelgeschichte 10:34, 35).

      8. Wie die ersten Christen dienen Jehovas Zeugen in der Neuzeit Gott trotz Verfolgung. Im Vertrauen auf Gott üben sie an ihren Verfolgern keine Vergeltung. Wie es schon in der Vergangenheit der Fall war, ist Gott auch heute mit seinen Dienern, um sie zu befreien (Jeremia 1:8; Jesaja 54:17).

      7. (a) Wer sind die „zehn Männer“? (b) Wie beweisen sie, daß Jehova wirklich ihr Gott geworden ist?

      7 Dies sind nur einige der Gründe, weshalb, wie vorausgesagt, „zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen“ aus voller Überzeugung zu dem Überrest der Königreichserben sagen: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist“ (Sacharja 8:23). Die Bibel gebraucht die Zahl „Zehn“ als Sinnbild für Vollständigkeit in bezug auf irdische Angelegenheiten, und so stellen diese „zehn Männer“ alle dar, die jetzt in Gemeinschaft mit den geistgesalbten „Brüdern“ Christi die wahre Anbetung aufnehmen. Sie pflegen nicht nur mit den Gliedern des Überrestes in ihren Zusammenkünften Gemeinschaft, sondern sie geben sich auch als Anbeter ihres Gottes, Jehova, zu erkennen. Sie geben sich ihm durch Jesus Christus hin und symbolisieren dies durch die Wassertaufe und beweisen so, daß sie sich „Jehova anschließen“ wollen. Darauf beteiligen sie sich freudig an dem Werk, das seine Zeugen auf der ganzen Erde durchführen (Sacharja 2:11; Jesaja 61:5, 6).

      NACHAHMENSWERTE BEISPIELE

      8. (a) Was veranlaßte die Königin von Scheba, nach Jerusalem zu reisen? (b) Was tat sie nach ihrer Ankunft, und mit welchem Ergebnis? (c) Wieso kann man sagen, daß es in der heutigen Zeit Menschen wie sie gibt? (Psalm 2:10-12).

      8 Einige, die so handeln, sind mit der Königin von Scheba zu vergleichen, die in den Tagen Salomos lebte. Von weit her hörte sie „den Bericht über Salomo in Verbindung mit dem Namen Jehovas“. Sie hatte nie persönlich mit Salomo gesprochen, auch war sie nie im Tempel Jehovas in Jerusalem gewesen. Sie hatte gewisse Zweifel daran, ob alles wirklich so gut war, wie sie es gehört hatte. Aber sie machte sich die Mühe, das herauszufinden, und so reiste sie vielleicht 2 250 km mit dem Kamel, um dies zu tun. Sie fand Antworten auf all ihre „verwickelten Fragen“ und rief aus: „Siehe! nicht die Hälfte ist mir mitgeteilt worden.“ Sie kam unweigerlich zu dem Schluß, daß Jehova seine Anbeter liebt (1. Könige 10:1-9). Einige, die in der Welt prominent waren, haben ihr Beispiel nachgeahmt, und viele aus einfacheren Verhältnissen haben dies ebenfalls getan. Sie sehen Beweise dafür, daß Jehovas Zeugen nicht zu Menschen aufblicken, sondern zu Jesus Christus, dem größeren Salomo, ihrem König. Die Antworten, die sie aus Gottes Wort erhalten haben, stellen sie völlig zufrieden, und sie fühlen sich bewogen, in den Lobpreis Jehovas einzustimmen. (Vergleiche Lukas 11:31.)

      9. (a) In welcher Hinsicht war Rahabs Haltung anders als die der Königin von Scheba? (b) Was war an den Ereignissen bemerkenswert, die zur Rettung Rahabs und ihrer Hausgemeinschaft führten? (c) Wodurch zeichnen sich Personen aus, die heute Rahab gleichen?

      9 Andere sind mit Rahab von Jericho zu vergleichen, die bereits aufgrund der Berichte, die sie gehört hatte, davon überzeugt war, daß der Gott Israels „Gott droben in den Himmeln und unten auf der Erde“ ist (Josua 2:11). Als israelitische Späher ins Land kamen, hieß sie sie willkommen, versteckte sie und brachte ihr eigenes Leben in Gefahr, um sie zu schützen. Sie hatte Glauben und bewies ihn durch ihre Werke, indem sie sich auf die Seite des Volkes Jehovas stellte (Hebräer 11:31; Jakobus 2:25). Sie befolgte sorgfältig die Anweisungen, die ihr für ihre Rettung gegeben worden waren. Rahab bekundete auch liebevolles Interesse an ihrem Vater und ihrer Mutter und an ihren Brüdern und ihren Schwestern, indem sie ihnen die Möglichkeit bot, verschont zu werden, wenn sie den Erfordernissen für das Überleben gehorchen würden (Josua 2:12, 13, 18, 19). So blieben sie und ihre Hausgemeinschaft am Leben, als Jericho und seine Einwohner, Baalsanbeter, vernichtet wurden (Josua 6:22, 23). Dies ist für die heutige Zeit von großer Bedeutung. Es zeigt, daß Jehova Personen, die Rahab gleichen, verschonen wird. Wodurch zeigen sie, daß sie ihr gleichen? Sie glauben an Jehova, identifizieren sich mit den Gliedern des geistigen Israel, halten sich eng an die Richtlinien, die sie durch diesen Kanal erhalten, und bemühen sich ernstlich, ihren Familienangehörigen und anderen Verwandten erkennen zu helfen, daß es weise ist, ebenso zu handeln.

      10. (a) Was wirkt heute auf Menschen tatsächlich anziehend, so daß sie sich mit Jehovas Zeugen verbinden, wie dies aus der Prophezeiung Sacharjas hervorgeht? (b) Wie können wir durch unsere Einstellung und durch unsere Taten zeigen, daß unser Herz wirklich von Liebe zu Jehova erfüllt ist?

      10 Was Menschen aller Nationen wirklich zu Jehovas Zeugen zieht, ist natürlich Jehova Gott selbst. Sein Wort spricht sie an. Die Frucht seines Geistes, die im Leben seiner Diener offenbar wird, wirkt auf sie einladend. Während sie seine Eigenschaften und seine Verfahrensweise mit der Menschheit immer besser kennenlernen, sehnen sie sich nach der Zeit, in der Gottes Name gerechtfertigt und von all der Schmach, die Satan und ungläubige Menschen darauf gebracht haben, befreit werden wird. Sie selbst bemühen sich, ihre Angelegenheiten so zu regeln, daß sie ihrem Schöpfer wohlgefallen und daß andere sich veranlaßt fühlen, ihn zu verherrlichen (1. Petrus 2:12). Mit ganzem Herzen beten sie, wie Jesus seine Jünger lehrte: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10). Und in Übereinstimmung mit ihrem Gebet bringen sie Jehova mit denen, die unmißverständlich erkennen lassen, daß sie das „Volk für seinen Namen“ sind, in völliger Einheit heiligen Dienst dar.

  • ‘Der Geringe wird zu einer mächtigen Nation’
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 20

      ‘Der Geringe wird zu einer mächtigen Nation’

      1. (a) Was sagte Jehova in bezug auf das Ausmaß der Mehrung der wahren Anbeter voraus? (b) Wer bewirkt dies tatsächlich, und wie?

      VERGLICHEN mit der Weltbevölkerung, ist die Zahl der Anbeter Jehovas lange Zeit verhältnismäßig klein gewesen. Doch in unseren Tagen nimmt ihre Zahl in einem Maße zu, daß gerechtigkeitsliebende Menschen wirklich begeistert sind. In bezug auf das Ausmaß der Mehrung sagte Jehova voraus: „Der Kleine selbst wird zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“ (Jesaja 60:22). Wie aus diesem Schrifttext hervorgeht, bewirkt Jehova dies selbst. Wie? Indem er unter seinen Dienern einen Zustand verursacht, der sich kraß von dem Zustand unterscheidet, in dem sich die Nationen um sie herum befinden und der auf ehrlichgesinnte Menschen sehr anziehend wirkt.

      2. (a) An wen ist Jesaja 60:1, 2 gerichtet? (b) Wie wurde bewirkt, daß „die Herrlichkeit Jehovas“ über ihr aufleuchtete? (c) Wie hat der Überrest ‘geleuchtet’?

      2 Dies wurde in Jesaja 60:1, 2 vorausgesagt, wo Jehova sein „Weib“, seine aus loyalen Geistgeschöpfen sowie aus geistgezeugten irdischen Söhnen bestehende Organisation, wie folgt anspricht: „Stehe auf, o Weib, leuchte, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas selbst ist über dir aufgeleuchtet. Denn siehe! Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften; aber über dir wird Jehova aufleuchten, und seine eigene Herrlichkeit wird über dir zu sehen sein.“ Der Grund für diesen Gegensatz ist die Geburt des messianischen Königreiches unter Jesus Christus im Jahre 1914. Damals leuchtete die „Herrlichkeit Jehovas“ über seiner himmlischen Organisation auf, die das Königreich hervorbrachte. In ihrer Mitte herrschte große Freude (Offenbarung 12:1, 2, 5, 10-12). Und auf der Erde teilte der gesalbte Überrest der Königreichserben diese Freude. Von 1919 an ‘leuchteten’ sie, indem sie auf der ganzen Welt verkündigten, daß Gottes Königreich die einzige realistische Hoffnung für die Menschheit ist (1. Petrus 2:9; Matthäus 5:14-16).

      3. (a) Weshalb ‘bedeckt’ besonders seit 1914 ‘Finsternis die Erde’? (b) Welches ist die einzige realistische Lösung?

      3 Im Gegensatz dazu traten im Jahre 1914 die Völkerschaften der Welt, die um die Wahrung ihrer eigenen Souveränität kämpften, in eine Zeit der Gewalt und der Unsicherheit ein, von der sie sich nicht wieder erholt haben. Die unstabilen Verhältnisse, die seitdem herrschen, haben viele zu der Einsicht gebracht, daß sie trotz allen „wissenschaftlichen Fortschritts“ nicht mit einer sicheren Zukunft rechnen können. Wahrhaftig ‘bedeckt Finsternis die Erde’. Warum finden die Menschen keinen Ausweg? Weil die Nationen Jehova als Souverän abgelehnt haben. Bestenfalls zollen einige Herrscher einem „Gott“ Lippendienst, dessen Namen sie nie gebrauchen. Sie sind entschlossen, alles selbst zu lenken, aber sie stehen vor Problemen, die der Mensch nicht lösen kann (Jeremia 8:9; Psalm 146:3-6). Die gegenwärtige Welt mit ihrer Habgier und Korruption ist in ihre „letzten Tage“ eingetreten. Es gibt für sie keine Möglichkeit, der Vernichtung zu entgehen, die sie erwartet. Nur Personen, die wirklich an Gottes Königreich glauben, können der Zukunft mit Zuversicht entgegensehen. In wachsender Zahl erkennen dies ehrlichgesinnte Menschen, und sie verbinden sich mit Jehovas Zeugen, die nicht nur über das Königreich reden, sondern sich auch ernstlich bemühen, in Übereinstimmung mit dem zu leben, was sie predigen.

      ‘DER KLEINE WIRD ZU EINEM TAUSEND’

      4. Welchem Einsammlungswerk wurde in Erfüllung von Jesaja 60:4 zuerst Aufmerksamkeit geschenkt?

      4 Als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, war die Einsammlung der Königreichserben noch nicht abgeschlossen. Es waren noch weitere „Söhne“ und „Töchter“ des himmlischen Jerusalem nötig, um die vorausgesagte Zahl von 144 000 zu erreichen, die mit Christus im Himmel regieren werden. Jehova sagte jedoch die Vollendung dieses Werkes mit den Worten voraus: „Erhebe deine Augen ringsumher und sieh! Sie alle sind zusammengebracht worden; sie sind zu dir gekommen. Von fern her kommen deine eigenen Söhne unaufhörlich und deine Töchter, die man an der Seite betreuen wird“ (Jesaja 60:4). Als Ergebnis der Königreichsverkündigung gaben sich von 1919 an Tausende weitere Menschen Jehova hin, ließen sich taufen und wurden mit heiligem Geist gesalbt. Insgesamt gesehen, sollte die ganze Gruppe der Königreichserben jedoch nur eine „kleine Herde“ sein, wie Jesus sagte (Lukas 12:32). Damit sich das erfüllen konnte, was in Jesaja 60:22 vorausgesagt war, mußten noch viele weitere Menschen zur wahren Anbetung zusammengebracht werden. Und das ist auch der Fall gewesen.

      5. Wie wird in Jesaja 55:5 beschrieben, woher weitere Mehrung kommt?

      5 Von ihnen ist in Jesaja 55:5 die Rede: „Siehe! Eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen, und die von einer Nation, die dich nicht gekannt haben, werden dir sogar zulaufen um Jehovas, deines Gottes, willen und wegen des Heiligen Israels, weil er dich schöngemacht haben wird.“ Dies sind Menschen, die keine geistigen Israeliten sind. Sie stammen aus vielen Nationen, werden aber zu einem vereinten Volk und unterstützen alle loyal Gottes Königreich. Sie sind eine „Nation“, die der Überrest des geistigen Israel nach seinem damaligen Verständnis der Bibel nicht „kannte“ und die Gottes Dienern bis dahin selbst nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Doch aufgrund des Predigens der guten Botschaft fühlen sie sich nun zu den geistigen Israeliten hingezogen, weil sie erkennen, daß diese den wahren Gott anbeten, und weil sie ihre geistige Schönheit sehen, die nur durch den Segen Gottes bewirkt werden kann.

      6. Wie weit dringt die Königreichsbotschaft vor, und mit welch begeisternden Ergebnissen?

      6 Trotz aller Bemühungen Satans, das Predigen der Königreichsbotschaft zu verhindern und die Aufmerksamkeit der Menschen auf andere Interessen zu lenken, dringt das Licht der Wahrheit selbst bis in abgelegene Gegenden der Erde vor. Das Ergebnis ist so, wie es Gott schon vor langer Zeit seinem „Weib“ prophezeit hatte: „Zu jener Zeit wirst du sehen und gewißlich strahlen, und dein Herz wird tatsächlich beben und weit werden, denn der Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden; ja das Vermögen der Nationen wird zu dir kommen. . . . Und die Lobpreisungen Jehovas werden sie künden“ (Jesaja 60:5, 6). Ja, eine „große Volksmenge“ von Menschen, die einst ein Teil des „Meeres“, der Gott entfremdeten Menschheit, waren — Menschen, deren Leben durch die „dichte Finsternis“, die die Nationen bedeckt, verfinstert war —, haben sich dem geistigen Israel angeschlossen. Für Gott sind diese Menschen wirklich die Kostbarkeiten aus allen Nationen.

      7. Wie zeigt Jehova durch die Art und Weise, wie die Mehrung vorhergesagt wurde, was in seinen Augen wirklich kostbar ist?

      7 Als Jehovas Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut wurde, ließ er durch seinen Propheten Haggai ankündigen: „ ‚Und ich will alle Nationen erschüttern, und die begehrenswerten Dinge aller Nationen sollen hereinkommen; und ich will dieses Haus mit Herrlichkeit füllen‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen“ (Haggai 2:7). Dieses Erschüttern der Nationen führt schließlich zu ihrer Vernichtung, doch bevor das geschieht, müssen all die „begehrenswerten Dinge aller Nationen“ aus ihrer Mitte eingesammelt und in den großen geistigen Tempel Jehovas, in sein universelles Haus der Anbetung, gebracht werden. Hier werden sie Sicherheit finden, wenn die Welt in Trümmer sinkt. Diese lebenden Anbeter sind für Jehova kostbar. Er will nicht ihren materiellen Reichtum (Micha 6:6-8). Das Wertvollste, was sie Jehova geben können, ist ihre ganzherzige Anbetung. Die Gaben, die sie bringen, sind ihre Herzensergebenheit und ihr eifriger Dienst. Sie alle ‘künden die Lobpreisungen Jehovas’. Welch eine Freude hat ihr Erscheinen doch den loyalen Dienern Jehovas sowohl im Himmel als auch auf der Erde bereitet!

      8. Welche Hinweise enthält die Bibel in bezug auf das Ausmaß der Einsammlung der voraussichtlichen irdischen Erben des Königreiches?

      8 Wie viele dieser Anbeter Jehovas, die die Hoffnung auf ein Leben auf einer paradiesischen Erde hegen, wird es schließlich geben? Die Bibel nennt keine feste Zahl. Es bleibt offen, wie viele Personen aus allen Nationen von den liebevollen Vorkehrungen Jehovas Gebrauch machen werden. Ein Hinweis darauf, was wir zu erwarten haben, ist jedoch in Jesaja 60:8 zu finden, wo sie mit Tauben verglichen werden, die „so wie eine Wolke“ geflogen kommen — eine Wolke, die die Erde verfinstert. Das ist ein Hinweis darauf, daß sich innerhalb kurzer Zeit eine große Zahl von Personen in Bewegung setzen würde. Bei diesem großen Zustrom von Anbetern Jehovas wird, wie vorausgesagt, der „Kleine“ im geistigen Israel „zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation“, und wie Jehova sagte, wird er es „beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“ (Jesaja 60:22). Paßt dies zu dem, was sich tatsächlich ereignet hat?

      9. In welchem Ausmaß war diese Mehrung seit 1935 zu beobachten?

      9 Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligten sich nur einige tausend Personen aktiv daran, vom Königreich öffentlich Zeugnis abzulegen. Im Jahre 1935 waren es weltweit weniger als 60 000. Im Jahre 1941 gab es schon mehr als 100 000 Königreichsverkündiger. 1953 waren es über 500 000. Zehn Jahre später zählten sie eine Million. Anfang 1984 waren es 2 652 323. Sie setzen durchschnittlich weit über 1 000 000 Stunden am Tag ein, um anderen zu zeigen, weshalb nur Gottes Königreich eine realistische Hoffnung für die Zukunft bietet. Betrachtet man die Zahl derer, die als Zeugen Jehovas beweisen, daß sie Untertanen des messianischen Königreiches Jehovas sind, so stellt man interessanterweise fest, daß rund 60 Nationen der Erde eine kleinere Bevölkerung haben als diese wachsende „Nation“. Diese einzigartige „Nation“ hat jedoch nichts mit weltlicher Politik zu tun, sondern widmet sich ausschließlich dem Dienst des wahren Gottes.

      10. (a) Welche Verhältnisse lassen dieses Wachstum in unseren Augen als wunderbar erscheinen? (b) Was zeigt, daß noch mehr zu erwarten ist?

      10 Ist dies das volle Ausmaß der Erfüllung dieser Prophezeiung? Was sich bisher ereignet hat, paßt bereits gut auf die Beschreibung der Bibel. Und es ist auch wunderbar, wenn wir bedenken, unter welchen Umständen dieses Werk verrichtet wird — denken wir nur an die Hindernisse, die überwunden werden müssen, an die Beweise für die göttliche Führung, die nötig ist, um es zum Erfolg zu bringen, und an die Ergebenheit derer, die sich daran beteiligen. Großartig sind auch die Veränderungen, die im Leben von Menschen bewirkt worden sind. Doch die Mehrung der Personen, die offen für Jehova Stellung beziehen, kommt nicht zum Stillstand, und sie läßt auch nicht nach. In den letzten Jahren haben sich durchschnittlich jeden Monat über 10 000 Personen zur Wassertaufe eingefunden, und diese Zahl ist jedes Jahr gestiegen. Sie alle können, wenn sie der Bedeutung ihrer Taufe entsprechend leben, zuversichtlich erwarten, an der „neuen Erde“ teilzuhaben.

      11. (a) Wie geht aus der Bibel hervor, daß diese Millionen alle Teil einer Organisation sein werden? (b) Worin besteht der Hauptzweck dieser Organisation?

      11 Diese Millionen Menschen sind nicht lediglich unabhängige Bibelforscher, von denen jeder Gott auf seine eigene Weise zu dienen sucht. Es sind Personen, die bereit sind, sich unterzuordnen, und ein Teil der sichtbaren Organisation Jehovas werden. Wie wir schon gesehen haben, wurden zuerst die Königreichserben „zusammengebracht“. Jetzt ‘kommen’ andere aus den Nationen, die die Hoffnung auf irdisches Leben haben, ‘zu ihnen’ (Jesaja 60:4, 5). Sie sind zu „e i n e r Herde“ unter dem „e i n e n Hirten“, Jesus Christus, vereint worden (Johannes 10:16). Der Apostel Petrus beschreibt wahre Christen als eine weltweite „Bruderschaft“, und Paulus ermahnt sie, sich nicht abzusondern, sondern ‘zusammenzukommen’, und das um so mehr, als der Tag für die Vollstreckung des göttlichen Gerichts herannaht (1. Petrus 5:9; Hebräer 10:23-25). Auf diese Weise werden sie gestärkt und ausgerüstet, an der Verwirklichung des großartigen Zweckes, zu dem diese Organisation existiert, teilzuhaben. Und welcher Zweck ist das? Den Namen Jehovas zu verherrlichen (1. Petrus 2:9; Jesaja 12:4, 5).

      EIN WERK ZU TUN

      12. (a) Wie gab Jesus zu verstehen, an welchem Werk wir uns alle beteiligen sollten? (b) Wie wichtig ist das, und warum?

      12 Alle, die mit der Organisation Jehovas in Verbindung kommen, erkennen bald, daß jedes Glied dieser Organisation an einem Werk beteiligt ist. Als Nachahmer Jesu Christi sind sie alle aktive Prediger des Königreiches Gottes, des Mittels, durch das Jehovas Name gerechtfertigt werden wird. Jesus selbst sagte: „Ich [muß] die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkünden, denn dazu bin ich ausgesandt worden“ (Lukas 4:43). Er führte anderen ernstlich die Notwendigkeit vor Augen, das Tun des Willens Gottes in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Er lehrte seine Nachfolger, das gleiche Werk zu tun, das er verrichtete. Für die Zeit, in der wir leben, sagte er voraus, „diese gute Botschaft vom Königreich“ werde „auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matthäus 24:14). Dies ist das wichtigste Werk, das jemand von uns heute tun kann. Wieso? Weil wir dadurch für die rechtmäßige Souveränität Jehovas eintreten, von der das Wohl der ganzen Schöpfung abhängt. Dadurch, daß wir uns ganzherzig an dieser Tätigkeit beteiligen, bekunden wir unsere Wertschätzung für die überströmende unverdiente Güte Jehovas. Auch helfen wir unseren Mitmenschen, sich das einzige Mittel zunutze zu machen, das es ihnen ermöglicht, die drohende große Drangsal zu überleben (1. Timotheus 4:15, 16).

      13. (a) Welcher Zustand sollte gemäß Jesaja 60:17 in Jehovas Organisation herrschen? (b) Was müssen wir tun, um dies in vollem Maße zu verspüren? (c) Welche Aussicht haben diejenigen, die dies tun?

      13 Die Verhältnisse, die sie in Jehovas Organisation vorfinden, erwärmen ihr Herz. Es ist so, wie Jehova durch Jesaja voraussagte: „Ich will den Frieden zu deinen Aufsehern einsetzen und die Gerechtigkeit zu deinen Arbeitszuteilern“ (Jesaja 60:17). Dieser Friede ist keine Theorie, sondern eine Realität, eine Frucht des heiligen Geistes Gottes. Das bedeutet nicht, daß der einzelne diesen Frieden in vollem Maße verspürt, nur weil er sich mit der Organisation verbindet. Er muß persönlich lernen, ‘den Dingen nachzujagen, die dem Frieden dienen, und den Dingen, die zur gegenseitigen Erbauung gereichen’ (Römer 14:19). Er muß lernen, gottgefällige Weisheit zu bekunden, während er mit den Unvollkommenheiten anderer konfrontiert wird, Langmut und Selbstbeherrschung zu üben und anderen zu vergeben, so wie er möchte, daß Gott ihm vergibt. Ja, er muß auch „Frieden stiften“ (Jakobus 3:17, 18; Galater 5:22, 23; Kolosser 3:12-14). Diejenigen, die das tun, finden große Freude daran, zu der „mächtigen Nation“ zu gehören, die jetzt Gestalt annimmt und die dem Dienst Jehovas, „des glücklichen Gottes“, gewidmet ist (1. Timotheus 1:11). Die Glieder dieser „Nation“ werden bewahrt werden, wenn Jehova an der gesamten Welt, die sich Satan als Herrscher unterwirft, sein Strafgericht vollstreckt.

  • Ein herzliches Willkommen denen, die zurückkehren!
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 21

      Ein herzliches Willkommen denen, die zurückkehren!

      1. Was für Personen werden in diesem Kapitel besprochen?

      VIELE Personen haben irgendwann einmal genügend Verbindung zur biblischen Wahrheit gehabt, um zu wissen, daß Jehova der wahre Gott ist, und um etwas von seinen Vorsätzen zu verstehen. Sie sind zwar keine Zeugen Jehovas, mögen aber mit den Zeugen die Bibel studiert haben. Oder vielleicht waren ihre Eltern Zeugen Jehovas. Viele von ihnen haben einige Zusammenkünfte in einem Königreichssaal besucht. Sie mögen sich sogar schon einmal daran beteiligt haben, die Königreichsbotschaft zu verkündigen. Aber sie haben ihr Leben nie dem Tun des Willens Gottes gewidmet. Warum nicht?

      2. (a) Weshalb haben sie sich von Jehovas Organisation abgewendet? (b) Weshalb fangen sie an, sich wieder zurückzusehnen?

      2 Die Welt hat manch Reizvolles zu bieten, was sie auch gern haben möchten — vielleicht weil sie denken, dies würde zu ihrer Lebensfreude beitragen —, und so wenden sie sich von Jehovas Organisation ab, um diesen Dingen nachzugehen. Mit der Zeit erkennen jedoch einige von ihnen, daß das Leben, das sie jetzt führen, ihren Erwartungen nicht entspricht. Und es ist ihnen klar, daß sie mit der Welt zugrunde gehen werden, wenn sie so weitermachen. Sie haben die Sicherheit und die geistige Fülle im „Hause“ Jehovas nicht vergessen und sehnen sich dorthin zurück. Doch wird Jehova sie annehmen?

      EIN VERLORENER SOHN KEHRT ZURÜCK

      3. (a) Wie beschrieb Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn eine ähnliche Situation? (b) Wen stellte der Vater dar?

      3 Die Antwort ist in dem bekannten Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn zu finden. Dieses Gleichnis handelt von einem Mann, der zwei Söhne hatte. Der jüngere Sohn bat seinen Vater um seinen Anteil am Besitz. Nachdem er ihn erhalten hatte, ging er in ein fernes Land, wo er ein ausschweifendes Leben führte und all seine Habe vergeudete. Als nun das Land von einer Hungersnot heimgesucht wurde, geriet der junge Mann in eine verzweifelte Lage und sah sich gezwungen, Schweine zu hüten, aber er durfte noch nicht einmal von ihrem Futter essen. Von den Problemen überwältigt, kam er zur Besinnung. Er erinnerte sich daran, welch ein gutes Leben sogar die Lohnarbeiter im Hause seines Vaters hatten, und beschloß zurückzukehren. Er war bereit, seine sündige Handlungsweise zuzugeben und darum zu bitten, wiederaufgenommen zu werden, nicht als Sohn, sondern als Knecht (Lukas 15:11-19). Doch würde ihn sein Vater nach allem, was geschehen war, wiederaufnehmen? Wie würde Jehova, der in diesem Gleichnis durch den Vater dargestellt wurde, die Rückkehr einer solchen Person betrachten?

      4. Wie empfing der Vater seinen Sohn, als dieser zurückkehrte?

      4 Jesus beschrieb darauf anschaulich die Gefühle Jehovas in dieser Angelegenheit: „Als er [der jüngere Sohn] noch weit weg war, erblickte ihn sein Vater und wurde von Mitleid bewegt, und er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn zärtlich. Da sagte der Sohn zu ihm: ‚Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt. Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn genannt zu werden. Halte mich wie einen deiner Lohnarbeiter.‘ Der Vater aber sagte zu seinen Sklaven: ‚Schnell! Bringt ein langes Gewand heraus, das beste, und kleidet ihn damit, und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße. Und bringt den gemästeten jungen Stier her, schlachtet ihn, und laßt uns essen und fröhlich sein, denn dieser mein Sohn war tot und kam wieder zum Leben; er war verloren und wurde gefunden.‘ Und sie fingen an, fröhlich zu sein“ (Lukas 15:20-24).

      WIE IST DAS GLEICHNIS HEUTE ANZUWENDEN?

      5. (a) Wen stellte der ältere Sohn in Jesu Gleichnis dar? (b) Wen stellte der jüngere, der verlorene Sohn dar?

      5 In diesem Gleichnis entspricht der älteste Sohn, der Erstgeborene, passenderweise der „Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln eingetragen worden sind“ (Hebräer 12:23). Und wie ist es mit dem jüngeren Sohn? Er muß eine andere Gruppe darstellen als die „kleine Herde“, die himmlische Hoffnung hat. Die Beschreibung des jüngeren Sohnes paßt auch nicht auf alle „anderen Schafe“ des Herrn, wohl aber auf einige. Schon bevor die Einsammlung der „anderen Schafe“ im Jahre 1935 besonders auffällig wurde, gab es Personen, die wußten, daß Jehova der allein wahre Gott ist. Sie kannten die Hoffnung auf irdisches Leben unter seinem Königreich und dachten nicht im geringsten daran, zu der „Versammlung der Erstgeborenen“ zu gehören, die himmlische Hoffnung hat. Doch statt sich dem Dienst für Jehova zu widmen, gingen sie in weltlichen Bestrebungen auf. Sie gebrauchten die „Mittel zum Lebensunterhalt“, die Gott ihnen gewährte — die Zeit und das Leben, die sie mit seiner Zulassung hatten —, zur Befriedigung ihrer selbstsüchtigen Wünsche. Doch als Jehovas Diener im Jahre 1935 zum erstenmal deutlich verstanden, wer die „große Volksmenge“ ist, stellten sich viele, die dem jüngeren Sohn entsprachen, ganzherzig für den Dienst im Hause des Vaters zur Verfügung. Es war eine Zeit großer Freude, wie Jesus dies in seinem Gleichnis beschrieb.

      6. Wie bekundeten in der Erfüllung einige Personen die Einstellung des älteren Sohnes, doch traf dies auf den gesamten Überrest zu?

      6 Es stimmt, daß sich damals nicht alle freuten, als die durch den jüngeren Sohn dargestellte Klasse in Erscheinung trat. Jesus deutete dies in seinem Gleichnis an. Doch nicht alle Übriggebliebenen der „kleinen Herde“ bekundeten einen solchen Geist, und Jesus ließ in seinem Gleichnis sogar für diejenigen, die zunächst unwillig waren, den Weg offen, an der Freude teilzuhaben, die Jehova selbst empfindet, wenn solche Sünder bereuen (Lukas 15:7, 10, 25-32).

      7, 8. (a) Was hat in neuerer Zeit andere veranlaßt, sich vom Hause Jehovas zu entfernen? (b) In welcher Hinsicht haben einige ähnlich empfunden wie der verlorene Sohn? (c) Weshalb sollten sie zurückkehren?

      7 Seit diesen Ereignissen in der Mitte der dreißiger Jahre haben jedoch auch andere erkannt, daß sie in gewisser Hinsicht dem verlorenen Sohn gleichen. Sie sind mit dem geistigen Haus Jehovas, seiner sichtbaren Organisation, gut vertraut, doch durch ihre Lebensweise haben sie sich weit davon entfernt; sie sind gewissermaßen in ein „fernes Land“ gegangen. Sie haben sich den Dienern Jehovas nicht widersetzt, doch ihre Lebensweise ist nicht mit den Maßstäben des Wortes Gottes in Übereinstimmung gewesen. Ihr ganzes Leben mag sich um ihren Beruf und um sie selbst gedreht haben, so daß sie den Verpflichtungen, die sie vor Gott haben, und dem Ernst der Zeit, in der wir leben, nicht das richtige Gewicht beigemessen haben. Einige haben an den Unvollkommenheiten anderer Anstoß genommen, die damals mit der Versammlung verbunden waren, und sie warteten nicht geduldig darauf, daß Jehova die Sache in Ordnung brachte. Doch in welche Verhältnisse sind all diese geraten, als sie sich von dem Haushalt des Glaubens entfernten?

      8 Mit der Zeit haben einige erkannt, daß sie in geistiger Hinsicht verarmt waren. Sie haben eingesehen, daß die kurzen Augenblicke des Vergnügens, die sie haben mögen, sie auf Dauer nicht glücklich machen. Sie mögen auch feststellen, daß ihre Lebensweise auf physischem, seelischem und geistigem Gebiet ihren Tribut fordert. Sie verspüren eine innere Leere, wie dies bei allen der Fall ist, die ohne Gott sind und keine Hoffnung haben (Epheser 2:12). Sie erkennen, daß sie nur im „Hause“ Jehovas wirklich glücklich waren. Sie möchten zurückkehren. Sollten sie es tun? Was wird es ihnen nützen, in ihrer geistigen Verarmung zu bleiben? Zu zögern könnte verheerende Folgen haben. Hielten sie an der Welt fest, so würden sie das Leben verlieren.

      9. (a) Weshalb wünscht Jehova, daß solche Personen zurückkehren? (Hesekiel 18:23). (b) Was wird von ihnen verlangt?

      9 Doch können solche Personen zurückkehren? Jehova lädt sie herzlich ein wiederzukommen, und seine sichtbare Organisation bietet denen, die dies tun, liebevoll Hilfe (Sacharja 1:3, 4). Was wird von ihnen verlangt? Wie in Jesu Gleichnis gezeigt wird, müssen sie zur Besinnung kommen, die Initiative ergreifen zurückzukehren und anerkennen, daß sie gegen Gott gesündigt haben. Wenn sie einen völlig unchristlichen Lebenswandel geführt haben, müssen sie die Ältesten davon überzeugen, daß sie diese Lebensweise inzwischen aufgegeben haben und wirklich bereuen. Sie müssen jetzt den ernsten Wunsch haben, Jehova zusammen mit seiner sichtbaren Organisation zu dienen (Lukas 15:18-21; Sprüche 28:13). Wenn das wirklich ihr Herzenswunsch ist, können sie davon überzeugt sein, daß sich Jehova sehr darüber freuen wird, daß sie ihre schlechten ‘Wege und Gedanken verlassen’ und zu ihm ‘umkehren’ (Jesaja 55:7). Doch damit ihre eigene Freude über die Freude, im Königreichssaal wieder herzlich willkommen geheißen zu werden, hinausgeht, ist eine solide geistige Wiederherstellung erforderlich.

      AUF EINE SOLIDE GRUNDLAGE BAUEN

      10. (a) Welche Einstellung zu Jehovas Geboten müssen Reumütige entwickeln? (b) Wie können sie in ein enges persönliches Verhältnis zu Jehova gelangen?

      10 Für alle, die zum Hause Jehovas zurückkehren, ist es besonders wichtig, sich mit den verschiedenen Merkmalen der Persönlichkeit Jehovas gut vertraut zu machen und ein enges persönliches Verhältnis zu ihm zu entwickeln. Sie müssen erkennen, daß alles, was Jehova von uns verlangt, wirklich zu unserem eigenen Wohl ist. Seine Gebote berauben uns nicht unserer Lebensfreude, sondern schützen uns statt dessen davor, Dinge zu tun, die uns zwar einen augenblicklichen Nervenkitzel bereiten mögen, aber später eine bittere Ernte nach sich ziehen (Jesaja 48:17; Galater 6:7, 8). Wenn er uns in Zucht nimmt, so geschieht dies aus Liebe zu uns (Sprüche 3:11, 12). Wenn wir persönlich die Bibel studieren und dann über das nachsinnen, was wir gelernt haben, wenn wir ernstlich zu Jehova beten und regelmäßig den Zusammenkünften beiwohnen, so wird uns dies helfen, unser volles Vertrauen auf Jehova zu setzen und in allem, was wir tun, seine Führung zu suchen (Sprüche 3:5, 6).

      11. Wieso wird es Personen, die auf Abwege geraten sind, eine Hilfe sein, (a) zu lernen, das Böse zu hassen, (b) nach Verständnis zu suchen, (c) Gottes Maßstäbe konsequent anzuwenden, (d) zu lernen, bei allem, was sie sich vornehmen, die langfristigen Folgen zu berücksichtigen, (e) um andere liebevoll besorgt zu sein?

      11 Diejenigen, die auf Abwege geraten sind, mögen gewußt haben, was recht und was unrecht war. Doch jetzt müssen sie auch lernen, das Böse zu hassen, solange sie von Schlechtigkeit umgeben sind (Psalm 97:10). Es wird ihnen eine Hilfe sein, wenn sie nicht nur nach Erkenntnis, sondern auch nach Verständnis suchen. Dazu gehört zunächst einmal, daß sie alles so sehen wie Gott. Wir müssen die verschiedenen Mittel anerkennen, die er gebraucht, um uns zu unterweisen, und müssen verstehen, wie unsere Reaktion auf seinen Rat unser Verhältnis zu ihm berührt (Sprüche 4:7; 9:10). Wir müssen anerkennen, wie wichtig es ist, konsequent zu sein und Jehovas Maßstäbe zu jeder Zeit und bei allem, was wir tun, anzuwenden (Titus 2:11, 12; 1. Thessalonicher 4:7). Wenn wir Entscheidungen treffen, sollten wir darauf achten, daß wir nicht nur das kurzfristige Vergnügen, sondern auch die langfristigen Folgen berücksichtigen. (Vergleiche Sprüche 20:21; 23:17, 18; Hebräer 11:24-26.) Wir sollten auch liebevoll darum besorgt sein, wie sich das, was wir sagen und tun, auf andere auswirkt (Römer 15:1, 2).

      12. (a) Was in bezug auf Satan und seine Methoden im Sinn zu behalten wird uns zum Schutz gereichen? (b) Was benötigen wir, um in diesem Kampf zu gewinnen?

      12 Als Christen werden wir sehr gestärkt werden, wenn wir erkennen, daß wir uns mitten in einem geistigen Kampf befinden. Unser Hauptwidersacher ist Satan, der Teufel, zusammen mit seinen Dämonen. Auf jede erdenkliche Weise versucht er, uns von dem wichtigen Königreichswerk abzulenken, das uns Jehova aufgetragen hat. Sein Ziel ist, uns zu verleiten, die Maßstäbe Jehovas außer acht zu lassen und ein Teil der Welt zu werden, deren Herrscher er ist. Seine Fallstricke appellieren oft an normale Wünsche (nach Glück, nach Bequemlichkeit, nach Liebe und Zuneigung), aber er drängt uns, solche Wünsche so sehr in den Vordergrund zu stellen, daß wir ihren Zweck verfehlen oder sie auf unrechte Weise befriedigen. Nur wenn wir vollen Gebrauch von der geistigen Waffenrüstung machen, die uns Gott zur Verfügung stellt, können wir in diesem Kampf um unser geistiges Leben den Sieg davontragen (Epheser 6:11-18).

      13. (a) Wie können wir Erquickung für unsere Seele finden? (b) Weshalb kann es uns wirklich glücklich machen, Jehova so zu dienen, wie Christus es tat?

      13 Jesus sagte, daß wir Erquickung für unsere Seele finden werden, wenn wir zu ihm kommen und sein „Joch“ auf uns nehmen (Matthäus 11:29, 30). Ein „Joch“ auf sich zu nehmen bedeutet zu dienen. Doch Jehova so zu dienen, wie sein Sohn es tat, bringt wirklich Erquickung. Wieso? Weil es echte Freiheit mit sich bringt. Wir sind nicht mehr Sklaven der Sünde, d. h., wir tun nicht mehr Dinge, von denen wir wissen, daß wir sie nicht tun sollten, und von denen wir vielleicht wünschen, wir würden sie nicht tun (Johannes 8:32, 34-36). Wenn Jesus Christus die Grundlage ist, auf der wir unsere christliche Persönlichkeit aufbauen, werden wir seine Rolle im Vorsatz Jehovas schätzen, wir werden auf ihn hören und von ihm lernen. Ihm gefiel es, den Willen seines Vaters zu tun. Auch wir können Gefallen daran finden (Johannes 4:34; Psalm 40:8). Da wir an Gottes Sittenmaßstäben festhalten, werden wir uns eines reinen Gewissens erfreuen können. Statt nur für uns selbst zu leben, werden wir das Glück verspüren, das das Geben mit sich bringt (Apostelgeschichte 20:35). Das Leben wird für uns wirklich sinnvoll werden. Und vor allem werden wir das freudige Bewußtsein haben, die Gunst Jehovas zu genießen, des Vaters all derer, die seine Söhne werden (Sprüche 10:22).

  • Sehne dich nicht nach dem zurück, was du verlassen hast!
    Überleben — und dann eine neue Erde
    • Kapitel 22

      Sehne dich nicht nach dem zurück, was du verlassen hast!

      1. (a) Welche Segnungen stehen treuen Dienern Gottes unmittelbar bevor? (b) Was tun dennoch einige?

      DIE Erfüllung biblischer Prophezeiungen läßt unmißverständlich erkennen, daß wir uns heute an der Schwelle von Gottes herrlichem neuen System der Dinge befinden. Bald wird die böse Welt vergangen sein und mit ihr das Herzeleid, die Frustration und der Kummer, den sie verursacht hat. Die Erde wird zu einem Paradies umgewandelt werden, in dem Anbeter des wahren Gottes sich für immer vollkommenen menschlichen Lebens erfreuen können. Über die Gewißheit seiner Verheißungen sagte Jehova zu dem Apostel Johannes: „Schreibe, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr“ (Offenbarung 21:1-5). Doch so eigenartig es erscheinen mag, sehnen sich einige Personen, die diese Wahrheiten kennen, nach der Lebensweise der Welt zurück, die Gott vernichten wird. Wie traurig! Warum tun sie das?

      2. (a) Was sollte jemand, nachdem er die Wahrheit kennengelernt hat, tun, damit so etwas nicht passiert? (b) Was mag sein Denken beherrschen, wenn er dies nicht tut, und mit welchen Folgen?

      2 Als sie zum erstenmal von der guten Botschaft von Gottes Königreich hörten und erfuhren, was es bewirken wird, nahmen sie die Botschaft mit Freuden an. Es ist aber auch wichtig, zu christlicher Reife voranzudrängen, das Verständnis des Wortes Gottes zu vertiefen und sich zu bemühen, es immer mehr in seinem Leben anzuwenden (Hebräer 6:1, 11, 12). Wenn jemand aus mangelnder Wertschätzung versäumt, dies zu tun, wird er das Vorrecht, Gott zu dienen, nicht mehr als kostbar betrachten. Eine solche Person mag ungeduldig auf die physischen Segnungen warten, die Gott verheißen hat, und dabei die Notwendigkeit außer acht lassen, geistig zu wachsen und sich soweit wie möglich an dem Werk des Predigens und Jüngermachens zu beteiligen, das Gott uns aufgetragen hat. Der Betreffende mag seine Zeit immer mehr damit ausfüllen, sich Wünsche nach materiellen Besitztümern und nach Dingen, die ihm „Spaß“ machen, zu erfüllen. Geistige Interessen kommen bei ihm erst an zweiter Stelle. Nicht mit einemmal, sondern ganz allmählich gleitet er in die Welt zurück (1. Timotheus 6:9, 10).

      3. (a) Weshalb ist es gefährlich, sich Personen als Freunde zu wählen, die Jehova nicht anbeten? (b) Wie kann es leicht passieren, daß jemand geselligen Umgang mit solchen Personen pflegt?

      3 Jemand mag sagen, er wolle gern am Leben bleiben und an der „neuen Erde“ teilhaben, um in einer Welt zu leben, in der Gerechtigkeit herrscht. Doch ist die Wahl seiner Gefährten im Einklang mit dem, was er sagt? Natürlich kommt man jeden Tag unvermeidlich mit Personen in Berührung, die Jehova nicht dienen — am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Einkaufen, ja sogar zu Hause. Doch wessen Umgang erwählt er sich in Arbeitspausen, vor und nach der Schule, wenn er Freunde anruft oder besucht und in seiner Freizeit? Kommt es wirklich darauf an? Die Bibel warnt uns: „Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:33). Aber was ist „schlechte Gesellschaft“? Ist es denn so sehr von Belang, daß gewisse Personen Jehova nicht anbeten, daß sie einfach tun, was ihnen in ihren eigenen Augen recht erscheint? Aufgrund dessen, was wir bereits gelernt haben, wissen wir, daß Personen dieser Art Harmagedon nicht überleben und an der „neuen Erde“ nicht teilhaben werden. Alle, die bei der Wahl ihrer Freunde Jehovas Maßstäbe mißachten, werden sich bald wieder in der Welt finden, von der sie einst glaubten, sie hätten sie verlassen. Doch die in der Bibel aufgezeichneten warnenden Beispiele können uns davor bewahren, einen solchen Weg einzuschlagen, wenn wir sie uns zu Herzen nehmen (1. Korinther 10:11).

      „ZUR WARNUNG FÜR UNS GESCHRIEBEN“

      4. (a) Was für ein Leben führten die Israeliten nach dem Tode Josephs in Ägypten? (b) Weshalb schloß sich den Israeliten „viel Mischvolk“ an, als sie aus Ägypten befreit wurden? (c) Wie hat sich dieses prophetische Drama in der Neuzeit erfüllt?

      4 Welche Erleichterung muß es für die Israeliten gewesen sein, als Jehova sie aus der Sklaverei Ägyptens befreit hatte! Durch die grausame Bedrückung, die sie nach dem Tode Josephs erlebt hatten, erschien ihnen Ägypten wie ein Eisen-Schmelzofen, in den sie geworfen worden waren (2. Mose 1:13, 14; 5. Mose 4:20). Aber dann brachte Jehova zehn Plagen über Ägypten. Der Gegensatz zwischen dem wahren Gott und den Göttern Ägyptens war deutlich zu sehen. Als daher die Israeliten das Land verließen, zog „viel Mischvolk“, bestehend aus Nichtisraeliten, mit ihnen, genauso wie sich heute die „große Volksmenge“ von der Welt trennt und sich mit dem Überrest der geistigen Israeliten verbindet (2. Mose 12:38). Doch was geschah im Lager kurz nach ihrem Auszug aus Ägypten?

      5. (a) In welchem Sinne ‘kehrten’ sie bald nach ihrer Befreiung ‘nach Ägypten zurück’? (b) Wie konnte das passieren?

      5 Der christliche Jünger Stephanus erklärte: „Sie . . . kehrten in ihrem Herzen nach Ägypten zurück.“ Dies war nur wenige Monate nach ihrer Befreiung (Apostelgeschichte 7:39, 40). Wodurch zeigten sie dies? Sie machten ein goldenes Kalb — in der Art, wie es in Ägypten üblich war — und erklärten, sie würden „ein Fest dem Jehova“ feiern. Aber sie ahmten die Ägypter nach (2. Mose 32:1-6). Jehova mißfiel dies sehr. Ihr Verhalten stand völlig im Gegensatz zu dem Gesetz, das ihnen am Berg Sinai gegeben worden war. Tausende verloren ihr Leben. Wie konnte das passieren? Obwohl sie Jehovas Gebote kannten, hatten sie offensichtlich in ihrem Herzen keine Wertschätzung für diese Gebote entwickelt und dafür, daß sie in Wirklichkeit von dem wahren Gott geführt wurden.

      6. (a) Welche Vorkehrungen traf Jehova für sie in der Wildnis? (1. Korinther 10:3, 4). (b) Weshalb fingen einige an, sich nach dem zu sehnen, was sie in Ägypten gehabt hatten?

      6 Als sie Ägypten verließen, wußten sowohl die Israeliten als auch die „gemischte Volksmenge“, die mit ihnen zog, daß dies genau das richtige war. Doch nachdem ein Jahr vergangen war, befanden sie sich immer noch nicht im Verheißenen Land; sie hatten in dem „Land, das von Milch und Honig fließt“, noch kein Zuhause gefunden. Sie hatten alle reichlich zu essen, und besonders in geistiger Hinsicht waren sie ausreichend versorgt. Die Wolken- und Feuersäule führte ihnen beständig vor Augen, daß Jehova sie leitete. Am Roten Meer und am Berg Sinai hatten sie ehrfurchtgebietende Zeichen der Macht Jehovas gesehen. Durch den Gesetzesbund erhielten sie geistige Nahrung und Erquickung. Sie wurden dadurch auch auf vieles aufmerksam gemacht, was sie persönlich tun mußten, denn sie wurden darauf hingewiesen, in welcher Hinsicht sie ihr Verhalten, ihr Denken, ihre Beweggründe ändern mußten, um Jehova wohlzugefallen. Aber statt all das wertzuschätzen, was Jehova für sie tat, begannen sie, sich nach den physischen Dingen zurückzusehnen, die sie in Ägypten gehabt hatten. Dieses selbstsüchtige Verlangen gereichte vielen von ihnen zum Verderben (4. Mose 11:4-6, 31-34).

      7. (a) Weshalb redeten die Israeliten davon, nach Ägypten zurückzukehren, als die Späher ihren Bericht überbrachten? (b) Was war der Ausgang? (Hebräer 3:17, 19).

      7 Kurz darauf sandte Moses Männer aus, die das Verheißene Land ausspähen sollten. Als sie zurückkehrten, sagten sie alle übereinstimmend, es sei tatsächlich ein Land, das „von Milch und Honig fließt“. Aber zehn der Späher hatten vor den Bewohnern des Landes Angst und waren durch deren befestigte Städte eingeschüchtert worden. Sie vertrauten nicht mit ganzem Herzen auf Jehova und flößten den anderen Israeliten Angst ein. Wieder kehrten ihre Gedanken nach Ägypten zurück, und sie sprachen davon, Pläne zu machen, dorthin zurückzukehren. Wegen ihres Unglaubens kam die ganze Generation, die zwanzig Jahre und älter war, schließlich in der Wildnis um und zog nie in das Verheißene Land ein (4. Mose 13:27-33; 14:1-4, 29).

      8. (a) Was mußten Lot und seine Familie bei der Vernichtung Sodoms tun, um verschont zu werden? (b) Wieso wurde Lots Frau zu einer Salzsäule? (c) Welche warnende Botschaft enthält dies für uns?

      8 Über 400 Jahre früher wurde die gleiche Lektion in einem anderen Zusammenhang beleuchtet. Abrahams Neffe Lot hatte sich in Sodom angesiedelt, einer sittlich verdorbenen, aber wohlhabenden Stadt. Die Unsittlichkeit in Sodom und in dem ganzen Bezirk war so schlimm, daß Jehova beschloß, die Stadt zu vernichten, und sie sollte nie wieder aufgebaut werden. Er sandte Engel, um Lot und seine Familie zu retten. Als Lot seine voraussichtlichen Schwiegersöhne warnte, schien er in ihren Augen „wie einer zu sein, der Scherz treibt“. Aber es war kein Scherz. Beim Morgengrauen brachten die Engel Lot und seine Familie eiligst aus der Stadt hinaus und forderten sie auf, zu fliehen, ohne zurückzublicken. Ihr Leben hing von ihrem Gehorsam ab. Lot und seine zwei Töchter taten, was die Engel gesagt hatten, und blieben am Leben. Doch Lots Frau fiel es offensichtlich schwer, sich von den materiellen Dingen loszureißen, die sie zurücklassen mußte. Sie wandte sich um und blickte zurück. So verlor sie ihr Leben, indem sie eine Salzsäule wurde. Haben wir uns die Bedeutung dieses Vorfalls persönlich zu Herzen genommen? Damit wir die Bedeutung nicht verkennen, nahm Jesus darauf Bezug, als er im Hinblick auf unsere Tage warnend von der Dringlichkeit der Flucht aus dem alten System sprach. Er warnte davor, sich übermäßig um materielle Besitztümer Sorgen zu machen, und sagte dann kurz und prägnant: „Denkt an Lots Frau“ (1. Mose 19:12-26; Lukas 17:31, 32). Was kann uns vor den Fallstricken bewahren, denen die Israeliten und Lots Frau zum Opfer fielen?

      ‘NACH EINEM BESSEREN ORT STREBEN’

      9. Was ist Glaube, und wie können wir ihn entwickeln?

      9 Damit wir nicht beeinflußt werden zurückzuschauen, müssen wir den Glauben an das, was vor uns liegt, stärken. In Hebräer 11:1 wird der Glaube als die „gesicherte Erwartung erhoffter Dinge, der offenkundige Erweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht“, beschrieben. Er ist eine Zusicherung oder eine Garantie — gleich einer Eigentumsurkunde —, daß wir in den Besitz dessen kommen werden, was Gott verheißen hat. Der Glaube stützt sich auf eindrucksvolle Tatsachen, und aufgrund dessen haben wir stichhaltige Gründe, von Dingen überzeugt zu sein, die wir nicht mit buchstäblichem Auge sehen können. Es ist keine Leichtgläubigkeit, keine Bereitschaft, etwas lediglich zu glauben, weil es gut klingt. Um echten Glauben haben zu können, müssen wir genügend Interesse aufbringen, um uns persönlich mit den Tatsachen vertraut zu machen, auf die sich der Glaube stützt. Wir müssen uns auch sorgfältig darüber Gedanken machen, wie sich das, was wir lernen, auf unser eigenes Leben bezieht, und in unserem Herzen echte Wertschätzung dafür entwickeln.

      10. (a) Wie bekundete Abraham seinen Glauben, und für wie lange? (b) Woher wissen wir, daß er das Richtige tat?

      10 Abraham hatte einen solchen Glauben. Als daher Jehova Abraham aufforderte, die wohlhabende Stadt Ur in Chaldäa zu verlassen und in das ferne Kanaan zu ziehen, ein Land, das er noch nie zuvor gesehen hatte, tat er dies unverzüglich. Dort lebte er als Fremdling, ohne sich zu seiner Sicherheit mit einem der Stadtkönigreiche zu verbinden. „Er wartete auf die Stadt, die wahre Grundlagen hat [Jehovas messianisches Königreich], deren Erbauer und Bildner Gott ist.“ Hätte er sich nach dem Leben in Chaldäa gesehnt, so wäre er zweifellos zurückgekehrt. Doch statt dessen strebte er „nach einem besseren Ort, nämlich einem, der zum Himmel gehört“ (Hebräer 11:8-16). Abraham strebte nicht nur ein paar Jahre nach diesem „besseren Ort“, auch nicht zehn oder zwanzig Jahre. Er tat dies bis zu seinem Tod, 100 oder mehr Jahre nachdem er Ur verlassen hatte. Er sagte nicht einfach, er hätte Glauben; er bewies ihn durch seine Werke. Daher ist ihm auch sein Lohn gewiß. Die Auferstehung ist ihm so sicher, daß Jesus sagte: ‘Für Gott lebt Abraham’ (Lukas 20:37, 38; Jakobus 2:18).

      11. Wie bewiesen auch Isaak und Jakob, daß sie Glauben hatten?

      11 Wie aber verhielt es sich mit Abrahams Sohn Isaak und Isaaks Sohn Jakob? Sie hatten das Leben in Chaldäa nie kennengelernt, doch für sie war das kein Grund, selbst einmal herauszufinden, wie dieses Leben war. Als sie durch ihre Eltern von den Verheißungen Jehovas erfuhren, gingen diese ihnen zu Herzen. Sie glaubten wie Abraham. Auch sie ‘strebten nach einem besseren Ort’. Gott schämte sich ihrer nicht (Hebräer 11:9, 16, 20, 21; 1. Mose 26:24, 25; 28:20-22).

      12. Wieso gerieten Esau und Dina in ernste Schwierigkeiten?

      12 Jakobs Bruder Esau dagegen hatte keine Wertschätzung für geistige Dinge. Er heiratete Frauen, die Jehova nicht anbeteten. Statt heilige Dinge zu schätzen, verkaufte er sein Erstgeburtsrecht für eine einzige Mahlzeit (1. Mose 25:29-34; 26:34, 35; Hebräer 12:14-17). Er war einer von denen, deren physische Wünsche immer sofort erfüllt werden müssen. Auch Jakobs Tochter Dina geriet in ernsthafte Schwierigkeiten. Warum? Weil sie gern mit den heidnischen „Töchtern des Landes“ Umgang pflegte (1. Mose 34:1, 2).

      13. (a) Was haben diejenigen vom Leben zu erwarten, die heute ein Teil der Welt sind? (b) Was wird uns davor bewahren, in die Welt zurückgezogen zu werden?

      13 Wenn du wie Abraham, Isaak und Jakob wirklich ‘nach einem besseren Ort strebst’, nämlich danach, unter Jehovas messianischem Königreich zu leben, dann laß dich nicht in die Welt zurückziehen. Denke daran: Die Welt bietet keine sichere Zukunft. „Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ Und welch ein reiches, ausgefülltes Leben wird dies sein! (1. Johannes 2:17).

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