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  • Das Totengeläut für die Olympischen Spiele?
    Erwachet! 1984 | 22. November
    • Die Olympischen Spiele sind nun fünfmal hintereinander in irgendeiner Weise das Opfer der Politik geworden. Seit dem Jahre 1968 haben sie einen unangenehmen politischen Beigeschmack. Sie sind in wachsendem Maße als Mittel benutzt worden, politische Proteste und Ressentiments zum Ausdruck zu bringen. Terroristen haben blutige Anschläge auf Olympiateilnehmer verübt. Und daß die Olympischen Spiele zu einer Schachfigur werden können, mit der die Supermächte bei ihrem Kräftespiel operieren, haben diese jetzt demonstriert. Logischerweise muß man sich die Frage stellen: Wie wird sich das auf die Zukunft der Spiele auswirken?

      Langzeitwirkungen

      Werden die Olympischen Spiele trotz ihres zerstörten Images überleben? Einige offizielle Persönlichkeiten sind immer noch optimistisch. William Simon, Präsident des amerikanischen Nationalen Olympischen Komitees, soll erklärt haben: „Die olympische Bewegung ist stark. Sie ist trotz all ihrer Fehler und Schwächen eine positive Kraft, die dem Frieden dient.“ Andere dagegen sehen es anders. Alberto Salazar, der den Weltrekord im Marathonlauf hält, sagte: „Ich bin traurig, daß das passiert ist, und ich glaube, daß dadurch den Olympischen Spielen der Todesstoß versetzt wird.“ Die Zeitschrift Newsweek wagte die Meinung zu äußern, daß das vielleicht sogar das Ende der modernen olympischen Bewegung ahnen lasse.

      Sicherlich erheben sich nun Fragen über die künftigen Gastgeber der Spiele. Welche Stadt oder welches Konsortium möchte die finanzielle Last auf sich nehmen, die mit der Organisierung der Spiele verbunden ist, wenn sie immer wieder das Opfer politischer Auseinandersetzungen werden? Werden die Sportler immer noch bereit sein, sich durch hartes Training darauf vorzubereiten, wenn zufolge der internationalen Politik keine Gewähr geboten ist, daß sie auch daran teilnehmen können? Das sind nur einige der Fragen, die jetzt geäußert werden. Es gibt aber noch weitere: Wie steht es zum Beispiel mit dem Nationalismus, mit dem Gebrauch von Drogen oder mit der Teilnahme von Sportlern, die gar keine Amateure sind? Mit anderen Worten: Verblassen die olympischen Ideale, oder sterben sie gar aus?

  • Die Olympischen Spiele — Wirklich „zum Ruhme des Sportes“?
    Erwachet! 1984 | 22. November
    • Die Olympischen Spiele — Wirklich „zum Ruhme des Sportes“?

      EIN religiöses Fest, das vor über 2 760 Jahren in Olympia (Südgriechenland) stattfand, war der Vorläufer der Ereignisse von Los Angeles, die du wahrscheinlich mit Interesse verfolgt hast. Jenes Fest veranstaltete man zu Ehren des Gottes Zeus, der angeblich auf dem Olymp herrschte. Aus diesem Fest gingen die Olympischen Spiele hervor, die gemäß der Überlieferung im Jahre 776 v. u. Z. zum ersten Mal ausgetragen wurden. Alle vier Jahre entsandten die verschiedenen Stadtstaaten des alten Griechenland ihre besten Athleten zu den Wettkämpfen.

      Diese Tradition pflegte man bis zum Jahre 393 u. Z. Damals fanden die antiken Spiele zum letzten Mal statt. Im darauffolgenden Jahr wurden sie von dem „christlichen“ Kaiser Theodosius untersagt, der alle heidnischen (nichtchristlichen) Kulthandlungen im Römischen Reich verboten hatte. Wie kommt es dann, daß die Olympischen Spiele heute wieder abgehalten werden?

      Pierre de Coubertin, ein junger französischer Pädagoge, war gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom Sportunterricht an den öffentlichen Schulen Englands sehr beeindruckt. Nach seiner Überzeugung sollte eine ausgewogene Schulbildung auch die Körperertüchtigung einschließen. Später sei er, wie ein Biograph schreibt, der Idee verfallen, die Olympischen Spiele wiederzubeleben. Nach seinem erfolgreichen Werbefeldzug führte man 1896 die Spiele wieder ein, und zwar — wie sollte es auch anders sein — in Athen.

      Pierre de Coubertin war der Meinung, die alle vier Jahre veranstalteten Spiele würden unter anderem auch der Förderung des Weltfriedens dienen. Darin hatte er sich allerdings geirrt. Seit 1896 wurden sie zweimal durch Weltkriege unterbrochen, und nicht selten waren sie ein Spielball der Politik. Im Jahre 1974 sah sich Lord Killanin, der damalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, zu der Erklärung gezwungen: „Ich ersuche jeden Sportler und jede Sportlerin, den Olympischen Spielen fernzubleiben, wenn sie den Sport für politische Zwecke mißbrauchen wollen.“

      Doch der Schuß ging nach hinten los, denn in den Jahren 1976 und 1980 boykottierten viele Nationen ausgerechnet deshalb die Spiele, weil sie ihrem politischen Unmut Ausdruck verleihen wollten. Am Schluß der Olympischen Spiele 1980 in Moskau richtete Lord Killanin einen weiteren Appell an die Sportler: „Ich fordere die Sportler der Welt dringend auf, sich friedlich zu vereinigen, bevor ein Holocaust heraufzieht ... Die Olympischen Spiele dürfen nicht für politische Zwecke mißbraucht werden.“ Schon allein die Tatsache, daß diese Aufrufe notwendig wurden, deutet an, welch eine Gefahr den olympischen Idealen durch die Politik droht. Der Umstand, daß viele kommunistische Nationen an den Olympischen Spielen in Los Angeles nicht teilnahmen, verleiht diesem Sachverhalt zusätzliches Gewicht.

      „Zum Ruhme des Sportes“?

      Waren denn die antiken Olympischen Spiele von einem sportlichen und fairen Geist getragen? Der britische Schriftsteller und Gelehrte Enoch Powell bemerkt hierzu in seiner Kritik zu dem Buch The Olympic Games: The First Thousand Years (Die Olympischen Spiele — die ersten tausend Jahre): „Sie waren in hohem Maße unsportlich und unfair. Das Spiel war unwichtig. Es zählte nur der Sieg. Man kannte keine ‚Zweiten‘. Selbst wenn ein Sieg durch ein bestraftes Foul errungen wurde, ... war er genausogut ein Sieg wie jeder andere. Die Spiele waren gefährlich und brutal.“ Im Buch selbst wird sogar gesagt: „Die Wettkämpfer beteten um ‚den [Sieges-]Kranz oder den Tod‘.“

      Die Spiele in der Neuzeit haben scheinbar einen edleren Charakter. In der Olympischen Charta heißt es: „Das Wichtigste bei den Olympischen

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