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  • Griechischer Journalist protestiert
  • Protest von offizieller Seite
Erwachet! 1977
g77 8. 8. S. 22-23

Tragödie in Griechenland

Vom „Awake!“-Korrespondenten in Griechenland

IM Theater ist eine „Tragödie“ ein ernstes Stück oder ein Drama, in dem tragische Ereignisse gestaltet werden. Gewöhnlich ist der Ausgang kein guter. Schon Jahrhunderte vor Christus wurden in Griechenland solche Dramen aufgeführt.

Heute spielt sich in diesem Land ebenfalls ein Drama ab, das einen tragischen Schluß hat. Bei diesem Drama handelt es sich jedoch nicht um ein Bühnenstück, sondern es spielt sich in der Wirklichkeit ab, im Leben friedfertiger, gesetzestreuer griechischer Bürger.

Bei diesen griechischen Bürgern handelt es sich um junge Männer, Zeugen Jehovas. Man läßt ihnen nicht die geringste Gerechtigkeit widerfahren und sperrt sie immer wieder ein. Ihre „Straftat“ besteht lediglich in der Weigerung, Waffen zu tragen und Kriegsdienst zu leisten. Wenn sie eine Gefängnisstrafe verbüßt haben, werden sie für dieselbe Tat erneut verurteilt und bestraft und wandern wieder ins Gefängnis.

Die jungen Männer spielen in dieser neuzeitlichen griechischen Tragödie eine Rolle, weil sie als Christen den Dienst mit der Waffe aus Gewissensgründen nicht leisten können. Sie gehorchen dem göttlichen Gebot, ‘die Schwerter zu Pflugscharen zu schmieden und die Speere zu Winzermessern’. An ihnen erfüllt sich die biblische Prophezeiung: „Auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Jes. 2:4). Ihre konsequente Haltung bildet keine Ausnahme. In allen Ländern der Erde verhalten sich Jehovas Zeugen so. Sie ahmen das Beispiel Jesu und seiner Jünger nach, die die Menschen lehrten, Frieden zu halten. Jesus zum Beispiel sagte zu einem seiner Nachfolger: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz“ (Matth. 26:52).

Griechischer Journalist protestiert

Vor kurzem brachte die in Athen erscheinende Tageszeitung TA NEA einen Bericht über einige der jungen Männer, die im Gefängnis sitzen. Der Verfasser des Artikels, Vas. Vasilikos, schrieb, daß sie eine Kategorie von Gefangenen sind, „von denen niemand spricht. Es sind Zeugen Jehovas, die mehrmals für dieselbe ,Tat‘ — sie lehnen es ab, eine Waffe zu tragen — bestraft worden sind.“

Vasilikos führte einige dieser Gefangenen mit Namen an, zum Beispiel Nick Saridis. Er ist 39 Jahre alt und verheiratet. Saridis wurde 1960 zum erstenmal verurteilt und eingesperrt. Dann wurde er ein zweites Mal verurteilt und eingesperrt und im Jahre 1976 ein drittes Mal.

George Gounelas, 30, ist verheiratet und Vater eines vierjährigen Kindes. Er ist schon zweimal zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Welch eine unmenschliche Strafe für einen Familienvater, und das in einem Land, das sich rühmt, die „Wiege der Demokratie“ zu sein!

Sterghius Panayotelis ist 28 Jahre alt. Das erste Mal wurde er zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das zweite Mal erhielt er zwei Jahre Gefängnis, und als er das dritte Mal verurteilt wurde, lautete die Strafe auf zweieinhalb Jahre. George Kufoyannis, 28, ist dreimal hintereinander eingesperrt worden, immer wegen derselben „Tat“ — weil er den Dienst mit der Waffe verweigert.

Vasilikos führt in seinem Artikel noch viele weitere Zeugen an, die wiederholt eingesperrt worden sind, und schreibt dann: „Weitere 31 eingesperrte Zeugen Jehovas, die zum erstenmal verurteilt worden sind und die alle im Gefängnis in Jeannina sitzen (außer den vieren, die in Avlona eingesperrt sind), müssen damit rechnen, ein zweites, ein drittes oder ein viertes Mal verurteilt zu werden.“

Abschließend schreibt der Verfasser: „Die Straftat — die Ablehnung des Dienstes mit der Waffe — wird immer und immer wieder bestraft.“

Eine solche Behandlung friedliebender und gesetzestreuer Bürger eines Landes wirkt tatsächlich schockierend. Es gibt nicht viele Länder in der Welt, in denen harmlose Menschen so ungewöhnlich hart bestraft werden.

Protest von offizieller Seite

Um diese tragische Situation zu ändern, hat man sich an die griechische Regierung gewandt. Zum Beispiel haben gewisse Parlamentsabgeordnete bei der griechischen Regierung eine Eingabe gemacht. Aber bis jetzt hat sich an diesem brennenden Problem nichts geändert.

Zwei griechische Abgeordnete haben dem griechischen Parlament folgende Informationen zugeleitet: „Eines der kostbarsten Rechte des Menschen ist das Recht auf Religionsfreiheit. Wie alle anderen Menschenrechte, so ist auch dieses Recht durch die Charta der Vereinten Nationen geschützt (Ratifizierungsgesetz Nr. 585/1945) sowie durch das Internationale Abkommen von Rom über den Schutz der Menschenrechte (Ratifizierungsgesetz Nr. 2329/21. März 1953). Die Menschenrechte werden auch durch die griechische Verfassung geschützt.“

Die Abgeordneten erklärten ferner: „Trotz alledem wird eine Gruppe von griechischen Bürgern, die der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas angehören, systematisch verfolgt und für dieselbe Tat — weil sie sich weigern, Wehrdienst zu leisten — immer wieder verurteilt und bestraft. ... In vielen anderen europäischen Ländern ... hat man diese Gruppe von Bürgern vom Wehrdienst befreit. In anderen Ländern betragen die Strafen vier Monate (Schweiz) bis drei Jahre (Frankreich) Gefängnis. In Frankreich beträgt die Gefängnisstrafe das Doppelte der Dienstzeit. Sogar in Spanien sind die Strafen nicht höher als zweieinhalb Jahre Gefängnis. Diese griechischen Bürger werden ganz offensichtlich ungerecht behandelt, indem man sie nicht nur einmal, sondern wiederholt verurteilt.“

Die Abgeordneten empfahlen, „alle, die erwiesenermaßen dieser Religionsgemeinschaft angehören, vom Wehrdienst zu befreien“. Darauf warfen sie in bezug auf den Justizminister und den Minister für die nationale Verteidigung folgende Frage auf: „Was für Schritte werden sie unternehmen, um dieser offenkundigen Ungerechtigkeit gegenüber Bürgern, deren einziger Fehler darin besteht, konsequent der Stimme ihres Gewissens zu gehorchen, ein Ende zu setzen?“

Bisher sind von offizieller Seite noch keine Schritte unternommen worden, um zu bewirken, daß schuldlose Personen nicht mehr ungerecht behandelt werden. Aber Millionen Menschen in der ganzen Welt hoffen, daß diese Tragödie im demokratischen Griechenland bald ihr Ende finden wird.

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