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  • Als über Athen die Katastrophe hereinbrach
    Erwachet! 1981 | 22. August
    • Als über Athen die Katastrophe hereinbrach

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Griechenland

      „Griechenland durch schreckliches Erdbeben zerstört!“ „Athen bis in die Grundfesten erschüttert!“ „Die herzzerreißendste Nacht in der Geschichte der Hauptstadt!“

      „50mal so viele Atombomben wie in Hiroschima!“

      Diese Schlagzeilen in griechischen Tageszeitungen galten dem Erdbeben, das im Februar Athen heimsuchte.

      Die Stadt wurde gemäß dem Leiter des seismologischen Instituts von Athen als erdbebensicher betrachtet. Aber die Ereignisse im Februar zeigen, daß niemand, ganz gleich, wo er wohnt, denken sollte, sein Wohnort sei gegen Erdbeben gefeit.

      Hast du jemals ein starkes Erdbeben persönlich miterlebt? Zu Hause etwas über Erdbeben zu lesen oder sich in einem verschont gebliebenen Land Fernsehreportagen über solche Katastrophen anzusehen ist etwas ganz anderes, als mit der eigenen Familie im Erdbebengebiet zu wohnen und zu spüren, wie alles ringsherum in Stücke geht.

      Das erste Beben in der Nacht vom 24. Februar 1981 hatte auf der Richter-Skala die Stärke 6,6. Es folgten Hunderte von Nachbeben. Über 16 000 Gebäude im Bereich Athens wurden so stark beschädigt, daß sie nicht mehr ohne Gefahr bewohnt werden konnten. Doch das war nicht alles.

      Die Athener flohen in ihrer Panik aus den Häusern. Die Stimmung erinnerte an Kriegszeiten. Über 200 000 Autos verstopften die Straßen, weil jeder versuchte, aufs Land zu fahren. Außerdem verbrachten 50 000 Personen eine schlaflose Nacht auf dem „Marsfeld“, einem großen Park in Athen. Als ein Fernsehansager die Leute mit den Worten „Gehen Sie hinaus auf die Straße!“ vor einstürzenden Gebäuden warnte, waren die Athener alarmiert. Verstärkt wurde die Panik noch durch den Ausfall von Licht und Telefon. Viele flohen in dieser Hast im Pyjama oder irgendeinem anderen Kleidungsstück, das sie gerade finden konnten, auf die Straße. Einige waren in Fahrstühlen eingeschlossen und konnten erst nach verzweifelten Bemühungen der Polizei gerettet werden. Andere sprangen von Balkonen herab und brachen sich dabei die Glieder oder kamen sogar ums Leben. Durch den übermäßigen Schock erlitten manche Herzversagen und starben.

      In einigen Entbindungsanstalten wiesen die Ärzte die Mütter an, das Gebäude zu verlassen und aus Sicherheitsgründen ihr Baby mitzunehmen. In ihrer Eile nahmen manche das Baby einer anderen Mutter mit. Glücklicherweise trug jedes Kind ein Band am Arm, auf dem der Name seiner Mutter stand. Nachdem die Mütter ihren Irrtum bemerkt hatten, gingen sie am darauffolgenden Tag in die Entbindungsanstalt zurück und „tauschten“ das fremde Baby gegen ihr eigenes aus.

      Theatervorstellungen wurden abrupt abgebrochen. Nicht nur die Zuschauer rannten auf die Straße, sondern auch die Schauspieler, die meist noch ihre Kostüme trugen. In einem Theater waren die Schauspieler als Gefangene mit gestreiften Anzügen verkleidet, und in dieser Aufmachung flohen sie auch.

      Besonders schwer heimgesucht durch das Beben wurden bestimmte Gebiete des Attikabeckens, wie zum Beispiel Peristeri, Anthupolis und Kipupolis südwestlich der Stadt Athen. Hunderte von Häusern und mehrstöckigen Wohngebäuden wurden stark beschädigt. Die Bewohner wurden vorübergehend in Zelten untergebracht, von denen fast alle zur Verfügung stehenden Flächen wie öffentliche Plätze und Gärten bedeckt waren.

      Zentrum der Zerstörung

      Der größte Schaden wurde im Gebiet von Korinth, dem Epizentrum des Bebens, angerichtet. In dem Dorf Perachora (Bezirk Korinth) wurden fast alle Häuser zerstört. Auch die Dorfkirche stürzte ein.

      Ein junger Mann aus diesem Dorf sagte: „Wir waren zu dem betreffenden Zeitpunkt in einem Café. Es wurde Zeit heimzugehen. Plötzlich hörten wir einen schrecklichen Donner, und gleich danach, bevor wir feststellen konnten, was es war, begann der Boden zu springen wie ein Pferd. Die Dachschindeln der Häuser klapperten mit großem Getöse.“

      In Lutraki, einem berühmten Erholungsort, der jedes Jahr von Tausenden von Touristen besucht wird, wurden so gut wie alle Gebäude beschädigt. Zwei große Hotels wurden zu Ruinen. Das achtstöckige Luxushotel „Apollo“, das jährlich Tausende europäische Touristen beherbergt hatte, fiel wie ein Kartenhaus zusammen. Glücklicherweise hatte das Hotel, bedingt durch die Jahreszeit, keine Gäste. Der Hausmeister, der sich mit seinem kleinen Kind im Gebäude befand, konnte noch entkommen, indem er eine Glastür einschlug, kurz bevor der riesige Bau einstürzte.

      Ein Augenzeuge sagte zu einem Zeitungsreporter über seine persönlichen Empfindungen: „Zur Zeit des Erdbebens im Jahre 1928, das die Stadt Korinth zerstörte, war ich 13 Jahre alt. Doch das Beben von diesem Jahr ist unbeschreiblich. Ich dachte, das Ende der Welt sei gekommen.“

      Aber es war nicht das Ende. Es war auch nicht das Ende für einen 70jährigen Zeugen Jehovas, der nicht aus dem Haus fliehen konnte, weil er bettlägerig war. Das Haus selbst stürzte völlig zusammen; später fanden ihn seine Verwandten im Bett, und ringsherum lagen Ziegelsteine, Schmutz und Holzstücke verstreut. Doch er war unverletzt. Die Zeitung Ta Nea veröffentlichte ein Bild von ihm mit der Überschrift „Der glücklichste Mann“. Er dankte Jehova Gott dafür, daß er verschont geblieben war.

      Gab es keine Vorzeichen dafür, daß eine Katastrophe eintreten würde? Die Tageszeitung Acropolis berichtete interessanterweise: „Ein Fischer aus der Stadt Korinth sagte, daß er in den vergangenen fünf Jahren seine Netze immer vor den Alkyonidesinseln im Golf von Korinth ausgeworfen habe. Als er nach Korinth zurückkehrte, sagte er zu einem anderen Fischer, daß seine Netze nach Schwefel riechen würden. Obwohl dieser Fischer Analphabet war, schöpfte er den Verdacht, daß unter diesen Inseln, wenn nicht ein Vulkan, dann zumindest vulkanische Tätigkeit sei.“

      Ob diese Erscheinung etwas mit dem Ereignis vom 24. Februar zu tun hat, mag nicht bekannt sein. Aber es ist bekannt, daß Jesus Christus, als er die Zeitepoche beschrieb, die den Abschluß des gegenwärtigen Systems der Dinge kennzeichnen würde, voraussagte, daß es unter anderem „große Erdbeben“ geben würde (Luk. 21:10, 11, 31, 32). Nun gehört auch Athen zu den Städten, in denen die Erfüllung dieser Voraussage Jesu offenkundig wurde.

      Hilfeleistungen

      Obwohl weder Wissenschaftler noch Regierungsbeamte die Katastrophe vom 24. Februar erwarteten, unternahm die Regierung nach dem Ereignis sofort Schritte, um den Erdbebenopfern zu helfen. Es gab auch hervorragende Beispiele persönlicher Hilfeleistung.

      Viele Zeugen Jehovas leben in dem Erdbebengebiet, und sie sind dankbar dafür, daß sie, obwohl sie materielle Verluste erlitten, ausnahmslos unverletzt geblieben sind. Wenn über einen Ort eine Katastrophe hereinbricht, suchen Jehovas Zeugen in den umliegenden Gebieten, ja selbst in anderen Ländern in Erfahrung zu bringen, wie es ihren christlichen Brüdern geht und was zu tun ist, um ihnen zu helfen. Als bekannt wurde, daß keiner ihrer Glaubensbrüder verletzt worden war, freuten sie sich, da sie sich miteinander sehr verbunden fühlen, ähnlich wie die Angehörigen einer engen Familiengemeinschaft. Sie sind nicht der Ansicht, daß ihr Glaube eine Garantie für das unversehrte Überleben solcher Katastrophen ist. Aber sie danken Gott, wenn sie verschont geblieben sind, und versuchen, die weiteren Tage ihres Lebens gut zu nutzen. Wenn jedoch Familienangehörige von ihnen sterben, setzen sie ihr Vertrauen auf Gottes Verheißung, daß er zu seiner bestimmten Zeit durch die Auferstehung Verstorbene ins Leben zurückrufen wird (Joh. 5:28, 29; Apg. 24:15). Und der Schock, den der Verlust von Eigentum mit sich bringt, wird gemildert durch die spontane Hilfe liebevoller Mitchristen.

  • Die philippinische Kirche im Brennpunkt
    Erwachet! 1981 | 22. August
    • Die philippinische Kirche im Brennpunkt

      Vom „Awake!“-Korrespondenten auf den Philippinen

      MIT Spannung blickten die 40 Millionen katholischen Filipinos monatelang dem zweiten Besuch des Oberhauptes ihrer Kirche entgegen. Buchstäblich Millionen machten sich auf den Weg, um Papst Johannes Paul II. zu sehen. Die Regierung gewährte zwei Feiertage, die Schulen wurden geschlossen, und auf den Straßen drängten sich die Zuschauer, um während seines Besuches vom 17. bis 22. Februar 1981 wenigstens einen Blick auf ihn zu werfen.

      Aber war diese Zurschaustellung religiösen Eifers ein Zeichen dafür, daß mit der katholischen Kirche alles in Ordnung ist? Es ist ziemlich ernüchternd, einige Kommentare der Filipinos, von denen die meisten Katholiken sind, zu hören.

      Minderheit aktiv im Glauben

      Neal H. Cruz, Herausgeber der Zeitschrift Weekend, nannte ein Problem, als er erklärte, warum die Zeitschrift dem Papstbesuch soviel Platz widmete. „Der Grund besteht darin, daß, obwohl seit 460 Jahren der Christianisierung die Philippinen zu 85 Prozent katholisch sind, in der philippinischen katholischen Kirche nicht alles gut steht. Man schätzt, daß nur 10 Prozent der katholischen Filipinos zur Messe gehen.“

      Auf diesen Verlust an aktiven Mitgliedern kam auch J. T. Gatbonton, Kolumnist für die Zeitschrift Asiaweek, zu sprechen: „Auf den Philippinen verlassen wie in Lateinamerika sowohl die neue städtische Mittelschicht als auch die nicht seßhaften Armen die etablierte Kirche in Scharen, da sie für ihr Leben immer weniger Bedeutung zu haben scheint. Das spiegelt sich im Rückgang der Berufungen und im schwächer werdenden Kirchenbesuch wider.“ Dieser Rückgang an religiösen Berufungen ist schon so weit fortgeschritten, daß es, wie der Priester Marciano Guzman kürzlich sagte, „nur noch ungefähr 2 000 Diözesanpriester gibt, die den geistigen Bedürfnissen von 40 Millionen Katholiken dienen“.

      Ein anderer Grund dafür, warum eine ganze Anzahl nicht mehr zur Kirche geht, wurde von Teodoro Valencia in einer Tageszeitung beschrieben: „Der Grund, warum viele Katholiken nicht einmal an Sonntagen und an gesetzlichen Feiertagen zur Kirche gehen, besteht darin, daß viele Priester durch ihren offenen Aktivismus und ihre politische Aggressivität nicht zur Religiosität anspornen.“

      Der Priester Horacio de la Costa wies auf diesen untätigen Glauben hin, indem er sagte, daß die Religion etwas ist, „was die Filipinos in ihrer Kindheit oder in der Schule als ein abstraktes Ding, als eine Doktrin oder eine akademische Übung lernen, was aber nicht wirklich zu einem

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