Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Sünde — Was ist das?
    Erwachet! 1979 | 22. Juli
    • neues ersetzen, das niedrigere Maßstäbe oder gar keine Maßstäbe beinhaltet. Es ist eine Rückkehr zur jahrtausendealten Unmoral, attraktiv verkleidet als „neue Moral“. Für solche Menschen gilt: „Sowohl ihr Sinn als auch ihr Gewissen ist befleckt“ (Tit. 1:15).

      Wir sollten die wertvolle Fähigkeit, Schuld zu empfinden, beibehalten. Zu diesem Zweck muß man ein „gutes Gewissen“ bewahren. Wenn dein Gewissen schwach ist, dann arbeite nicht dagegen, sondern stärke es, indem du die „verborgene Person des Herzens“, die auf Gottes Wort beruht, zur Reife entwickelst (1. Petr. 3:4, 16; 1. Kor. 8:7).

      Gib deine Schuld zu

      „Alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“, in dessen Gleichnis sie erschaffen wurden (Röm. 3:23; 1. Mose 1:27). Folglich haben alle Ursache zu Schuldgefühlen. Manche versuchen erfolglos, das zu verbergen, so wie der sprichwörtliche Vogel Strauß den Kopf in den Sand steckt.

      Als die ersten beiden Menschen sündigten, bekamen sie Schuldgefühle und versteckten sich. In dem Moment, wo sie zur Rede gestellt wurden, taten sie das gleiche, was heute viele tun: Sie versuchten, die Schuld dem anderen zuzuschieben. Der Bericht lautet: „Der Mensch sprach weiter: ,Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir Frucht von dem Baum, und da aß ich.‘ Jehova Gott sprach hierauf zur Frau: ,Was hast du da getan?‘ Darauf erwiderte die Frau: ,Die Schlange — sie betrog mich, und so aß ich‘“ (1. Mose 3:12, 13).

      Der Schuldige versucht, Leidensgenossen zu finden — je mehr, je besser. Dr. Menninger schreibt:

      „Wenn man eine Gruppe von Personen dazu bringt, die Verantwortung für alles zu übernehmen, was eine Sünde wäre, wenn es ein einzelner täte, dann empfindet keiner der Betroffenen die Last der Schuld. Vielleicht werden sie von anderen beschuldigt, aber die von so vielen Menschen getragene Schuld macht sich für den einzelnen gar nicht bemerkbar“ (Whatever Became of Sin?, S. 95).

      Wozu kann das schließlich führen? Über „die Sünde des Krieges“ schreibt er: „Alle Verhaltensweisen, die im Normalfall als kriminell und/oder sündhaft gelten, werden auf einmal gutgeheißen — Mord, schwere Körperverletzung, Brandstiftung, Raub, Betrug, Eigentumsdelikte, Sabotage, Wandalismus und Mißhandlungen“ (S. 101).

      Menninger malt das noch lebendiger aus und wirft dann einige Fragen auf:

      „Das Bild eines schreienden, brennenden Kindes oder einer halbverstümmelten oder aufgeschlitzten Frau schockiert und empört uns, obwohl das Schreien und das Stöhnen nicht unser Ohr erreicht. Wir sind nicht Zeugen des Leids der gebrochenen Mutter. Wir wissen nichts von all der Verzweiflung der Hoffnungslosigkeit und dem großen Verlust. Wir gehen nicht mit ihnen ins Krankenhaus, um uns die gräßlichen Wunden, die quälenden Brandmale und die zerschmetterten Glieder anzusehen. Und all das ist nur ein einziger von Millionen winziger Punkte auf einer großen Karte. Man kann es nicht beschreiben, man kann es nicht erfassen, man kann es sich nicht vorstellen.

      Doch wer ist für dieses Unheil verantwortlich? Sicher ist es sündhaft, doch wessen Sünde ist es? Keiner will dafür verantwortlich sein. Jemand hat jemand gesagt, jemand zu sagen, jemand zu sagen, dieses und jenes zu tun. Jemand beschloß, das Ganze in Gang zu setzen, und jemand erklärte sich bereit, die Kosten zu tragen. Doch wer? Habe ich für ihn meine Stimme abgegeben? ... Manchmal glaube ich, daß die einzigen moralisch völlig unbeirrbaren Menschen die sind, die sich weigern mitzumachen“ (S. 102, 103).

      Bewältige deine Schuldgefühle

      Die Ehrlichkeit verlangt, daß jeder von uns seine Sünde und Schuld zugibt. Geistige Gesundheit erfordert, daß wir uns davon befreien. Jehova bereitet uns den Weg dazu.

      Gottes Wort zeigt uns, welche Schritte unerläßlich sind. Gib es zu: „Wenn wir erklären: ,Wir haben keine Sünde‘, führen wir uns selbst irre, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1. Joh. 1:8). „Wer seine Übertretungen zudeckt, wird kein Gelingen haben“ (Spr. 28:13). Bekenne deine Sünde vor Gott: „Ich sagte: ,Ich werde meine Übertretungen Jehova bekennen‘“ (Ps. 32:5). Dem Bekennen folgt die Vergebung: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, uns die Sünden zu vergeben“ (1. Joh. 1:9). Die Schuld wird dann getilgt: Vergebung erfolgt von Gott durch Christus, und diese Vergebung wird „unser Gewissen von toten Werken reinigen“ (Kol. 1:14; Hebr. 9:14). Dann braucht unser Gewissen keine Schuld mehr zu empfinden.

      Gib also deine Sünde zu, gestehe sie ein, bekenne sie vor Gott, und suche Vergebung zu erlangen. Manchmal folgt eine Strafe, aber oft kommt nach dem Bekennen die Vergebung, und die Sache ist erledigt.

      Die Ich-Generation versucht, über die Frage der Schuld hinwegzugehen, indem sie die Sünde leugnet. Durch die Behauptung von Verhaltenspsychologen, wir würden keine persönliche Entscheidung treffen und daher auch keine Verantwortung tragen, wird die Sünde unter den Teppich gekehrt. Das ist die Psychologie, für die keine Fehler existieren: Niemand ist verantwortlich, niemand braucht getadelt zu werden, niemand ist schuldig, und niemand sündigt. Das ist genau die Art psychologisches Geschwätz, das den Ichanbetern „wie gerufen kommt“ und hinter dem sie sich verbergen. Mit hochgezogenen Augenbrauen fragen sie dann: „Sünde — was ist das?“

      In der gesunden Psychologie wird die Sünde eingestanden und bekannt. Gottes Wort ist das Hilfsmittel, das uns dazu befähigt. Es zeigt, daß wir eine angemessene Achtung vor uns selbst haben müssen, auf andere Rücksicht nehmen und vor allem unseren Schöpfer, Jehova Gott, lieben und seine Grundsätze als unsere Richtlinien anerkennen müssen. Der nächste Artikel geht auf diese Punkte näher ein.

  • Unerläßlich: Denke an Gott, denke an andere, denke an dich
    Erwachet! 1979 | 22. Juli
    • Unerläßlich: Denke an Gott, denke an andere, denke an dich

      „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben ... Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mark. 12:30, 31).

      WIR müssen ganz realistisch sehen, wer wir Menschen sind, wie wir beschaffen sind und was die Geschichte über uns offenbart hat. Welche Handlungsweise hat sich als praktisch, als nützlich erwiesen?

      Es gibt beim Menschen nicht nur den fleischlichen, sondern auch den geistigen Aspekt. Sollen wir es den Hedonisten gleichtun, die immer nur die fleischlichen Bedürfnisse befriedigen? Oder sollen wir Asketen sein, die das Fleisch bestrafen, um den Geist zu erhöhen?

      Natürlich befürwortet die Bibel nicht den Hedonismus. Doch im Gegensatz zu einigen Religionen tritt sie auch nicht für Askese ein: „Diese Dinge besitzen zwar einen Schein von Weisheit in einer selbstauferlegten Form der Anbetung und Scheindemut, einer strengen Behandlung des Leibes; aber sie sind von keinem Wert im Kampf gegen die Befriedigung des Fleisches“ (Kol. 2:23).

      Die Bibel begünstigt keine Extreme, sondern Ausgeglichenheit und Vernünftigkeit: „Laßt eure Vernünftigkeit allen Menschen bekanntwerden“ (Phil. 4:5). Wenn wir uns dem Fleisch hingeben, verkümmert der Geist. Werden wir dagegen in unserer Einstellung zu geistigen Belangen fanatisch, dann leidet das Fleisch. Man sollte für das Fleisch sorgen, ohne materialistisch zu werden: „Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein.“ Das Fleisch ist wichtig, aber weitaus wichtiger ist der Geist: „Der Geist eines Mannes kann seine langwierige Krankheit ertragen; was aber einen niedergeschlagenen Geist betrifft, wer kann ihn tragen?“ Somit ist es unerläßlich, die Bedürfnisse des Geistes zu erkennen:

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen