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Ich verehrte eine HindugöttinErwachet! 1973 | 22. Juni
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Mein Vater erlangte in unserer Gegend große Berühmtheit als Hersteller von Götzenbildern, und bis vor ein paar Jahren stand in dem Dorf ein riesiges Bild der Kali als Zeugnis für seine Kunstfertigkeit. Die Göttin, die mein Vater schnitzte, trug eine glitzernde Krone. In ihrer Rechten hielt sie eine dreizinkige Gabel, und ihre linke Hand umklammerte den Griff eines kurzen Schwertes. Ihre Beine waren gekreuzt wie die meditierender Hindus.
Natürlich half ich meinem Vater von Kindheit an beim Schnitzen der Bilder, und je älter ich wurde, desto größer wurde meine Kunstfertigkeit. Ich wurde tief in die Anbetung Kalis verstrickt.
Ich finde eine Antwort auf meine Frage
Ich nahm ständig an den Gottesdiensten für Kali teil, weil ich meinen Eltern gehorsam war und auch wegen der Atmosphäre, die bei uns zu Hause und in der Gemeinde herrschte. Als ich jedoch ein junger Mann wurde, fragte ich mich von Zeit zu Zeit, ob diese Form der Anbetung in den Augen des höchsten Gottes richtig sei. Manchmal fragte ich sogar meinen Vater deswegen. Er versuchte dann immer, seine religiösen Handlungen dadurch zu rechtfertigen, daß er erklärte, seine Eltern hätten die gleiche Religion gehabt und er kenne keine andere Art der Anbetung außer der, die seine Vorfahren in Indien praktiziert hätten.
Mein Vater bestand darauf, daß ich ein Anbeter Kalis bleiben und diese Religion weiterhin unterstützen müsse, wenn ich im Leben Erfolg haben wolle. Aber als ich älter wurde, ging ich nur noch der Form halber und wegen der Familientradition zu den Gottesdiensten Kalis.
Meine Frage, ob diese Form der Anbetung in den Augen des höchsten Gottes richtig sei, blieb unbeantwortet. Würde ich mein Leben lang ein Anbeter Kalis bleiben? Eine einfache Einladung half mir, darauf die Antwort zu finden.
An einem Sonntagnachmittag im Jahre 1946 ermunterte mich ein christlicher Zeuge Jehovas, eine der Zusammenkünfte in einem Königreichssaal zu besuchen. Ich war wißbegierig und entschloß mich, dorthin zu gehen und herauszufinden, was es mit dieser Sache auf sich hatte. Stell dir vor, wie überrascht ich war, als ich das Gebäude betrat und entdeckte, daß es darin keine Götzen gab.
Der Zeuge, der mich eingeladen hatte, erkannte mich wieder und kam gleich zu mir und hieß mich willkommen. Wir saßen während des Programms zusammen. Ich hörte aufmerksam zu, während der Redner über diejenigen sprach, die sich des himmlischen Lebens erfreuen würden. Das, was ich hörte, war für mich neu, und ich wollte mehr erfahren. Zum Beispiel lernte ich während dieser Ansprache, daß nur 144 000 in den Himmel kommen würden.
Was ich lernte, war ganz anders als mein Glaube. Ich glaubte, daß man nur durch eine Reihe von Wiedergeburten in den Himmel gelangen könne. So bat ich den Zeugen nach der Ansprache, mir noch näher zu erklären, was die Bibel über diese Angelegenheit zu sagen habe. Er bot mir an, mit mir in meiner Wohnung die Bibel zu studieren. Dieses Angebot nahm ich sehr gern an. Das, was ich aus der Bibel lernte, war einleuchtend, und mit der Zeit wandelte sich meine Wißbegierde in bezug auf die Bibel in Glauben an die Bibel.
Der Zeuge lud mich immer wieder zu den Zusammenkünften ein, und während ich sie besuchte, begann meine Erkenntnis zu wachsen. Ich erfuhr, daß diejenigen, die in den Himmel kommen würden, von Gott persönlich auserwählt und aufgrund des Loskaufsopfers Jesu Christi, des Sohnes Gottes, zu geistigem Leben auferweckt würden. Ich war besonders begeistert, aus der Bibel zu erfahren, daß es außer den 144 000, die für himmlisches Leben bestimmt sind, eine „große Volksmenge“ von Menschen aller Arten geben würde, die sich endlosen Lebens und Glückes hier auf der Erde erfreuen würden. Das sprach mich sehr an. — Offb. 7:4, 9; 21:3, 4.
Im Laufe der Zeit verstand ich, daß der Name des wahren und allmächtigen Gottes Jehova ist. Ich lernte aus der Bibel, daß Gott, der Allmächtige, Bilderverehrung nicht gutheißt. Die Bibel sagt ganz deutlich: „Ich bin Jehova. Das ist mein Name; und keinem sonst werde ich meine eigene Herrlichkeit geben noch meinen Lobpreis gehauenen Bildern.“ „Kindlein, hütet euch vor Götzen.“ (Jes. 42:8; 1. Joh. 5:21) Die Frage, die mich so lange beschäftigt hatte, war nun beantwortet: Es war in den Augen des höchsten Gottes nicht richtig, daß ich die Göttin Kali, die ja nur ein Götze war, anbetete.
Die biblischen Wahrheiten anderen mitteilen
Von Zeit zu Zeit versuchte ich dann, meinem Vater über die vielen wunderbaren Dinge zu berichten, die ich aus den Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! und aus verschiedenen anderen Bibelstudienhilfsmitteln, die die Watch Tower Society veröffentlichte, lernte. Aber mein Vater erhob dagegen heftig Einspruch. Oft drohte er, mir Schaden zuzufügen. Eine Zeitlang ließ der Haß meines Vaters gegen meinen neuen Glauben nach, und er las dann einige Zeitschriften der Gesellschaft. Ich hoffte, daß auch er sich der reinen Anbetung zuwenden würde, aber meine Hoffnungen wurden später völlig zunichte gemacht, als er ein Wahrsager wurde und sich noch mehr in okkulte Bräuche vertiefte — Dinge, die in Gottes Wort, der Bibel, verurteilt werden. (5. Mose 18:10-12; Gal. 5:19-21) Mein Vater forderte mich sogar häufig auf, an einigen dieser Unternehmungen teilzunehmen, aber ich weigerte mich und zog mich in ein anderes Zimmer zurück oder ging ganz aus dem Haus.
Allmählich nahm aufgrund meines Heimbibelstudiums und dadurch, daß ich Zusammenkünfte besuchte und mit anderen über diese Wahrheiten sprach, mein Glaube und meine Erkenntnis der Bibel zu, so daß ich den Entschluß faßte, anläßlich eines Bezirkskongresses der Zeugen Jehovas in Georgetown im Jahre 1954 meine Hingabe an den allein wahren Gott durch die Wassertaufe zu symbolisieren.
Unterdessen hatte ich geheiratet, und meine Frau begleitete mich zu diesem Kongreß. Sie war von der Ansprache bewegt, die der Präsident der Watch Tower Society hielt, der damals gerade das Land besuchte. Sie war auch von der Liebe und der Einigkeit beeindruckt, die unter den Zeugen herrschten. Nachdem wir nach Hause zurückgekehrt waren, begann sie daher, die Bibel zu erforschen. Bald schloß sie sich mir in der wahren Anbetung an und half auch anderen, die Botschaft der Bibel kennenzulernen. Ich betrachtete es als einen Segen, als auch sie sich später dem wahren Gott, Jehova, hingab.
Ich kann bestimmt sagen, daß mir viele Segnungen zuteil werden, während ich anderen helfe, den wahren Gott kennenzulernen. Meine älteste Tochter freut sich, ihre ganze Zeit dem Werk des Predigens der Wahrheiten Gottes aus der Bibel zu widmen, und ich habe schöne Vorrechte in einer Versammlung hier in Guyana. Wie dankbar bin ich doch, daß ich die wahre Anbetung Jehovas gefunden habe und daß ich kein Anbeter Kalis mehr bin!
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Ein Blinder, der „keine Verschmutzung sah“Erwachet! 1973 | 22. Juni
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Ein Blinder, der „keine Verschmutzung sah“
◆ Ein neunzehnjähriger Student im Staate Washington hat ein regelmäßiges Bibelstudium mit Jehovas Zeugen, obwohl er von Geburt an blind ist. Der Prediger, der das Studium leitet, lud den jungen Mann zu einem regionalen Kongreß der Zeugen Jehovas ein, der in jener Gegend stattfand. Er war alle drei Tage anwesend. Beim nächsten Bibelstudium wurde er gefragt, wie ihm der Kongreß gefallen habe. Der junge Blinde erwiderte: „Ich fand ihn wunderbar. Und es bereitete mir eine große Freude, dort zu sein. Ich sah keine Verschmutzung.“ Der Prediger antwortete: „Entschuldigen Sie. Ich weiß, daß Sie nicht sehen können. Was meinen Sie denn damit?“
Darauf sagte der Student: „Ich bin nicht gegen Dosen gestoßen, und ich bin nicht auf Papier oder Zigarettenstummel getreten. Da war kein Rauch, und ich hörte keine schlechte Sprache, wie ich es in dem College, das ich besuche, erleben muß und bei Veranstaltungen von Organisationen, die ich besucht habe. Auch waren die Leute freundlich, sogar die kleinen Kinder. Unter ihnen gab es kein Drängen oder Streiten. Ich schätze diese guten Eigenschaften besonders, und ich kann erkennen, daß diese Menschen nach dem leben, was die Bibel lehrt.“
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