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  • Wie ist dein Herz?
    Der Wachtturm 1971 | 1. Juni
    • Wie ist dein Herz?

      „Behüte dein Herz, mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.“ — Spr. 4:23.

      1. Welche beeindruckenden, nüchternen Tatsachen sind über das menschliche Herz bekannt?

      DIE Größe deines Herzens entspricht etwa der Größe deiner Faust. Dennoch ist das Herz ein richtiges Kraftwerk. Stell dir das vor! Es pumpt alle paar Minuten fünf bis sechs Liter Blut durch das ungefähr 97 000 Kilometer lange Arterien-, Venen- und Kapillargefäßnetz und versorgt die Billionen Zellen deines Körpers mit dem kostbaren Lebenssaft. Schon bevor du vom Leibe deiner Mutter getrennt wurdest, warst du völlig auf dieses komplizierte Organ angewiesen, das ununterbrochen, Tag und Nacht, schlägt. Würde es nur einige Minuten nicht schlagen, so würden deine Körperzellen abzusterben beginnen — zuerst die empfindlichen Hirnzellen, die, sobald ihnen der nötige Sauerstoff und andere Nährstoffe des Blutes nicht mehr zugeführt werden, abzusterben beginnen —, und schließlich würde der Tod eintreten.

      2, 3. (a) Was ist trotz der medizinischen Fortschritte immer noch die bedeutendste Todesursache? (b) Was kann in physischer Hinsicht getan werden, um das Herz zu behüten?

      2 Damit das Herz seine gewaltige Arbeit annähernd siebzig Jahre (das Durchschnittsalter des Menschen) leisten kann, muß es widerstandsfähig sein, und das ist es auch. Das Herz wird aber in hohem Grade von unserer Lebens- und Denkweise beeinflußt. Der Druck und die Lebensgewohnheiten der heutigen Welt sind eine starke Belastung für das Herz. Es mögen deshalb Störungen eintreten, und obwohl die medizinische Forschung heute so weit fortgeschritten ist, daß man Herztransplantationen vornehmen und künstliche Herzen einpflanzen kann sowie andere Verfahren und Methoden auf dem Gebiet der Behandlung von Herz- und Gefäßleiden kennt, können die Ärzte immer noch verhältnismäßig wenig für dich tun, wenn dein Herz nicht mehr in Ordnung ist. Herzleiden stehen in der Liste der Todesursachen immer noch weit obenan.

      3 Nach den Angaben der Ärzte kann man viel tun, um sein Herz zu schützen, man muß es aber vor dem Auftreten eines Leidens tun. Unrichtige Ernährung, Tabak- und Alkoholgenuß, Sorgen, seelische Überbelastung, Zornausbrüche, Mangel an Ruhe und Bewegung — all das schadet diesem wichtigen Organ und kann den Tod beschleunigen oder einen Menschen für den Rest seines Lebens arbeitsunfähig machen. Der weise Rat der Bibel lautet daher: „Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Eifersucht ist Fäulnis der Gebeine.“ — Spr. 14:30, Fußnote; Pred. 2:23.

      4. Was ist noch wichtiger, als das Herz in physischer Hinsicht zu behüten? Warum?

      4 Wenn wir über dieses kleine Organ, von dem unser Leben abhängt, sprechen, so ist dies eine ernste Angelegenheit. Wir haben nur ein Herz. Wenn es nicht mehr funktioniert, hat der Tod wieder ein Opfer gefordert. Vielleicht spürst du schon beim Lesen dieser nüchternen Tatsachen, daß dein Herz etwas schneller zu schlagen beginnt und daß dich eine leise Angst befällt. Wir müssen das Herz aber nicht nur in physischer Hinsicht schützen, um wenigstens das durchschnittliche Lebensalter zu erreichen, sondern noch viel wichtiger ist es — sofern wir in Gottes unmittelbar bevorstehender neuer Ordnung ewig leben möchten —, daß wir das Herz behüten wegen der bedeutenden Rolle, die es als Ausgangspunkt unserer Beweggründe, unserer Wünsche und Neigungen spielt. Deshalb ermahnt uns die Bibel mit den Worten: „Behüte dein Herz, mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.“ Wie wir unser Herz in geistiger Hinsicht entwickeln und schützen und wie unser Herz uns beeinflußt, ist wichtig, denn aufgrund dieser beiden Faktoren entscheidet Gott, „der die Herzen wägt“, ob wir in dem gerechten neuen System der Dinge, das er herbeiführt, leben oder ob wir in den ewigen Tod gehen werden, weil unser Herz in geistiger Hinsicht versagt hat. — Spr. 4:23; 21:2; 24:12.

      TIEF IN DAS HERZ SCHAUEN

      5. Gehört das „Herz“ zum Sinn? Begründe deine Antwort.

      5 Wo befindet sich dein Herz, und was ist es? Du magst fragen: „Was für ein Herz ist denn damit gemeint?“ Du weißt, daß du ein Herz in der Brust hast, das das Blut durch deinen ganzen Körper pumpt und jede einzelne Zelle mit diesem Lebenssaft versorgt. Hast du aber auch noch ein „sinnbildliches Herz“ im Kopf? Gehört dieses „Herz“ zum Gehirn, oder ist es jene abstrakte Fähigkeit des Gehirns, die wir „Sinn“ nennen? Nein, das Gehirn, wo sich der Sinn befindet, ist etwas anderes als das Herz in unserem Brustkorb, das der Ausgangspunkt unserer Beweggründe ist.

      6. Wie gebraucht die Bibel das Wort „Herz“?

      6 Mit wenigen Ausnahmen bezieht sich das Wort „Herz“ in der Bibel auf die Funktionen des menschlichen Herzens, das gewissermaßen das Kraftwerk unserer Wünsche, Gefühle und Neigungen ist, der Ausgangspunkt unserer Beweggründe. Die Bibel spricht ebensowenig von einem symbolischen oder geistigen Herzen im Unterschied zum organischen oder buchstäblichen Herzen, wie sie von einem symbolischen Sinn spricht. Wir möchten daher nicht wie viele heutige orthodoxe Physiologen den Fehler machen und das buchstäbliche Herz lediglich als eine Blutpumpe betrachten. Die meisten Psychiater und Psychologen neigen zu der Ansicht, der Sinn sei etwas für sich; sie schreiben dem organischen Herzen wenig, wenn überhaupt irgendwelchen Einfluß zu und betrachten das Wort „Herz“, wenn es sich nicht auf das Organ bezieht, das das Blut durch unseren Körper pumpt, lediglich als symbolischen Ausdruck.

      7, 8. (a) Beschreibe die Wechselbeziehung zwischen dem Herzen und dem Sinn des Menschen. (b) Welchen Einfluß übt das Herz auf unsere Persönlichkeit aus?

      7 Das Herz ist aber durch das Nervensystem innig mit dem Gehirn verbunden und mit unzähligen Empfindungsnervenendigungen durchflochten. Die Empfindungen des Herzens werden vom Gehirn registriert. Hier läßt das Herz seine Wünsche und Neigungen auf den Sinn einwirken, so daß Schlußfolgerungen gezogen werden, die bestimmten Beweggründen entsprechen. Umgekehrt, nährt der Sinn das Herz mit verarbeiteten Sinneseindrücken und mit Schlußfolgerungen, die aufgrund von Kenntnissen gezogen werden, die entweder im Augenblick erlangt oder die aus dem Gedächtnis geschöpft wurden. Es besteht eine enge Wechselbeziehung zwischen dem Herzen und dem Sinn, obwohl sich die beiden voneinander unterscheiden und an verschiedenen Stellen liegen. Das Herz ist eine wunderbar konstruierte Muskelpumpe. Es ist aber, was noch erstaunlicher ist, auch der Sitz unserer Fähigkeit, Gefühle und Beweggründe zu entwickeln. Liebe, Haß, Wünsche (gute und schlechte), die Bevorzugung einer Sache vor einer anderen, Ehrgeiz, Furcht — ja alles, wodurch wir in Verbindung mit unseren Neigungen und Wünschen beeinflußt werden, hat seinen Ausgangspunkt im Herzen.

      8 Die Bibel macht einen deutlichen Unterschied zwischen dem Herzen und dem Sinn. Jesus sagte zum Beispiel, wir müßten Jehova lieben mit unserem „ganzen Herzen“ und mit unserem „ganzen Sinn“. (Matth. 22:37) Was wir im Herzen sind, bestimmt weitgehend, was für eine Persönlichkeit wir sind. Der Apostel Petrus sprach in diesem Zusammenhang von der ‘verborgenen Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, die in den Augen Gottes von großem Werte ist’. — 1. Petr. 3:4.

      9. Abgesehen davon, daß das Herz eine Blutpumpe ist, haben einige Wissenschaftler in Verbindung mit dem Herzen was festgestellt?

      9 Betrachten wir zunächst einige interessante Einzelheiten in Verbindung mit dem Organ in unserer Brust, dem Herzen, das auf hebräisch lew und lewáw und auf griechisch kardía heißt (wovon wir unter anderem das Wort „Kardiogramm“ ableiten). Es gibt Wissenschaftler auf dem Gebiet der Medizin und auch Psychiater, die glauben, daß das Herz nicht nur Blut pumpt, sondern noch weit mehr leistet. Dr. D. E. Schneider, ein Neurologe und Psychiater in New York, weist zum Beispiel darauf hin, daß bei der Entwicklung des menschlichen Embryos das Herz und das Gehirn von derselben Zone her entstehen und daß das Herz teilweise aus Nervengewebe besteht und auch die Fähigkeit hat, gewisse hochwirksame Chemikalien zu erzeugen und zu speichern, die, wie er bei seinen Untersuchungen festgestellt hat, auf den Organismus und auf das Gehirn eine regulierende Wirkung haben. Er kam deshalb zu dem Schluß, daß es „eine Wechselbeziehung zwischen Sinn und Herz geben muß“ und daß der Sinn nicht nur das Herz beeinflußt, sondern daß „das Herz [jawohl, das organische Herz in unserer Brust] auch den Sinn wesentlich beeinflußt“. Andere Forscher sind zu ähnlichen Schlußfolgerungen gekommen.

      10. Was verursacht bei Patienten nach Herztransplantationen offenbar die schweren psychischen Störungen?

      10 Es ist bezeichnend, daß sich bei Patienten nach Herztransplantationen — bei denen die Nerven, die das Herz mit dem Gehirn verbinden, durchtrennt werden — ernste psychische Störungen einstellen. Das neue Herz kann zwar als Pumpe arbeiten, da es seine eigene Kraftversorgung und seinen eigenen Steuerungsmechanismus hat, unabhängig vom allgemeinen Nervensystem, das den Herzmuskel erregt; aber so, wie es jetzt nur träge auf äußere Einflüsse reagiert, gibt es — wenn überhaupt welche — dann nur wenige deutliche Daten an das Gehirn weiter. In welchem Ausmaß die Nervenendigungen des Körpers und das neue Herz mit der Zeit gewisse Verbindungen herstellen können, weiß man nicht genau, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß dies einer der verschiedenen Faktoren ist, auf die die schweren psychischen Störungen und Verwirrtheitszustände zurückzuführen sind, die Ärzte bei Patienten nach Herztransplantationen beobachtet haben. Diese Patienten haben zwar eine dem Spender entnommene Blutpumpe; erfüllt diese aber alle Voraussetzungen, so daß man sagen könnte, sie hätten ein „Herz“? Eines steht fest: Durch den Verlust ihres eigenen Herzens wurde ihnen das genommen, was das „Herz“ in ihnen im Laufe der Jahre geschaffen und was dazu beigetragen hatte, daß sie das wurden, was sie als Persönlichkeit waren.

      11, 12. (a) Was wird über das Verhalten von Patienten nach Herztransplantationen berichtet? (b) Abgesehen davon, daß das Herz eine Blutpumpe ist, wird über seine Beschaffenheit und seine Funktion was noch gesagt?

      11 Unter dem Titel „Wie wirkt sich ein neues Herz auf das Gehirn aus?“ berichtete die Zeitschrift Medical World News (23. Mai 1969) folgendes: „In der Universitätsklinik von Stanford empfing letztes Jahr ein 45jähriger Mann ein neues Herz von einem 20jährigen Spender. Kurz darauf teilte er allen seinen Freunden mit, er feiere seinen zwanzigsten Geburtstag. Ein anderer Herzempfänger beschloß, dem makellosen Ruf seines Spenders — ein angesehener Bürger — entsprechend zu leben. Ein dritter, der das Herz einer Frau empfangen hatte, befürchtete zu verweiblichen, war dann aber etwas beruhigt, als er erfuhr, daß Frauen länger leben als Männer. Nach den Worten des Psychiaters Donald T. Lunde, eines Beraters des Herztransplantationsteams des Chirurgen Norman Shumway in Stanford, handelt es sich bei diesen Fällen um einige der weniger schweren Fälle von psychischen Störungen [Kursivschrift von uns], die bei den in den letzten 16 Monaten von Shumway vorgenommenen 13 Transplantationen beobachtet wurden.“ Weiter heißt es in dem Artikel: „Fünf Patienten der Transplantationsserie lebten Anfang dieses Monats noch, und vier von ihnen führten zu Hause ein ziemlich normales Leben, drei wurden geisteskrank, bevor sie letztes Jahr starben. Zwei weitere wurden dieses Jahr geisteskrank.“

      12 Während Dr. Lunde das Medikament Prednison und die den Geist schwächende Wirkung einer schweren Operation und einer langen Bettruhe unter Intensivpflegebedingungen als Hauptursache dieser merkwürdigen Persönlichkeitsveränderungen ansieht, ist es interessant festzustellen, daß Dr. Schneider, „ein New Yorker Psychiater und Neurologe, der die Herz-Gehirn-Wechselwirkung untersucht, andere Faktoren für ausschlaggebend hält. Er modifizierte dadurch Dr. Lundes Erklärung der Psychosen, von denen die Herztransplantationsserie von Shumway betroffen wurde. Dr. Schneider ... sagt: ,Das Herz ist mehr als nur eine Pumpe — es ist eine neuroendokrine Batterie. Es hat sein ganz eigenes kleines Gehirn, den Sinus- und den Atrioventrikularknoten und das Reizleitungsbündel. Die von diesem Bündel ausgehenden kleinen Schwingungen können zusammen mit jedem Herzschlag auf dem EKG [Elektrokardiogramm] unterschieden werden. Darüber hinaus mag die ausgiebige Produktion und Speicherung von Katecholaminen den Spiegel dieser Neurohormone im Hypothalamus beeinflussen‘“ (Ebd., Seite 18). Dr. Schneider beobachtete, daß viele Patienten, denen kein Herz verpflanzt wurde, die aber Prednison erhielten oder über lange Zeit bettlägerig waren, keine Psychosen bekamen.

      13. (a) Wieso kann ein Mensch leben und dennoch in Gottes Augen tot sein? (b) In welch bedeutungsvollerem Sinne kann vom Herzen gesagt werden: „Von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.“?

      13 Was die Medizin auch hinsichtlich des menschlichen Herzens noch erkennen mag, die Bibel macht auf jeden Fall einen Unterschied zwischen Sinn und Herz. Da das Herz eine solch bedeutende Rolle spielt, ist es nicht nur wichtig, daß wir es durch Selbstbeherrschung beim Essen und auch sonst in physischer Hinsicht schützen, sondern daß wir auch darauf achten, was für Eindrücke ihm zufolge der Wechselwirkung zwischen Herz und Gehirn durch unsere Sinne vermittelt werden. Wenn das Herz stillsteht und den Körper nicht mehr mit dem lebengebenden Blut versorgt, sterben wir und damit auch die Fähigkeiten unseres Herzens und unsere geistigen Fähigkeiten. Aber selbst als Lebende würden wir Jehova, dem Lebengeber, nicht gefallen, wenn aus unserem Herzen nicht ständig gute Beweggründe, Wünsche und Neigungen hervorgingen. „Jene aber, die auf sinnliche Befriedigung ausgeht, ist tot, obwohl sie lebt.“ (1. Tim. 5:6) Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, erhalten die Worte „Von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens“ noch eine weit größere Bedeutung. Das Herz treibt uns dazu an, Gott anzubeten und ihm zu dienen. „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit.“ (Röm. 10:10) Wir müssen Jehova lieben mit ganzem Herzen und müssen ihn „mit Geist und Wahrheit anbeten“. (Joh. 4:24) Als Jehova den Menschen schuf, schuf er sich in dessen Herzen einen besonderen Platz, den jeder hegen und pflegen sollte. Der Unverständige oder Tor „spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!“ Man kann, wenn man will, Gott in seinem Herzen natürlich durch andere Personen, Gegenstände oder Vorstellungen ersetzen; von Natur aber hat der Mensch in seinem Herzen das Bedürfnis, seinen Schöpfer anzubeten. — Ps. 14:1; Spr. 3:1-7.

      14. Welche Verbindung besteht zwischen dem Herzen und unseren Gefühlsregungen?

      14 Interessant ist ferner festzustellen, daß das Herz eines der Organe ist, die als erste auf Gefühlsregungen reagieren. Unser Herz hüpft vor Freude. Bei plötzlicher Gefahr beginnt es, unbändig zu schlagen. Furcht bewirkt Herzklopfen. Kummer und Sorgen bereiten ihm Schmerzen. Von der höchsten Freude bis zur tiefsten Verzweiflung, vom höchsten Glück bis zum tiefsten Schmerz — alle Empfindungen des Herzens verspüren wir im ganzen Körper. Nicht umsonst gibt es so viele Ausdrücke und Redewendungen, in denen das Wort „Herz“ vorkommt. Einige davon sind: zu Herzen nehmen, herzhaft, weichherzig, hartherzig, von ganzem Herzen, herzzerreißend, am Herzen liegen, herzerquickend, unbeschwerten Herzens usw.

      DAS HERZ IM GEGENSATZ ZUM SINN

      15. Beschreibe die Fähigkeiten unseres „Sinnes“.

      15 Unter dem deutschen Wort „Sinn“ versteht man den Verstand oder den Sitz des Denkens, die Tätigkeit des Verstandes oder den Ort der Gedanken. Der Sinn kann Informationen, die er durch sein Auffassungs- und Wahrnehmungsvermögen empfängt, miteinander verbinden, so daß Vorstellungen und Muster entstehen. (2. Tim. 1:13) Wenn die einzelnen Informationen richtig zusammengefügt sind, können wir sagen, daß wir über etwas Erkenntnis erlangt haben. Weisheit und Verständnis sind das Ergebnis der Fähigkeit, diese Erkenntnis nützlich anzuwenden und deutlich zu sehen, wie die Einzelheiten zusammen in das Ganze hineinpassen, was sie bedeuten, warum sie nützlich und wie sie anwendbar sind.

      16. Was zeigt uns der Bibelbericht über die Israeliten in der Wüste in bezug auf den Einfluß, den das Herz ausüben kann?

      16 Das organische Herz dagegen ist eng mit unseren Neigungen und Beweggründen verbunden. Der Psalmist schrieb: „In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, auf daß ich nicht wider dich sündige.“ (Ps. 119:11) Daß das Herz den Sinn und die Handlungsweise des Menschen beeinflußt, sehen wir an dem Verhalten der Israeliten, als das Zelt der Zusammenkunft in der Wüste vorbereitet und errichtet wurde. In dem Bericht heißt es, daß „ein jeder, dessen Herz ihn drängte“, ja daß alle, „deren Herz sie trieb“, sowohl Materialien als auch ihr Geschick und ihr Können zur Verfügung stellten. (2. Mose 35:21, 26, 29, NW) Gerade weil das Herz die Fähigkeit hat, den Menschen zu einer bestimmten Handlungsweise zu bewegen, verrät es dadurch, was der Betreffende in seinem Innern wirklich ist, und das nannte der Apostel Petrus die „verborgene Person des Herzens“. — 1. Petr. 3:3, 4.

      17. Veranschauliche den Unterschied zwischen Sinn und Herz.

      17 Ein einfaches Beispiel wird uns helfen, die unterschiedliche Rolle, die das Herz und der Sinn spielen, zu erkennen. Fast jedermann kann sich durch Studium und Praxis gewisse technische Kenntnisse aneignen. Wer aber in seinem Herzen keine Liebe zu Maschinen entwickelt hat, wird kaum den Drang verspüren, sich Kenntnisse über Motoren anzueignen, und wenn sein Wagen einmal stehenbleibt, weiß er wahrscheinlich nicht, wo er mit der Reparatur beginnen soll. Der Betreffende mag jedoch ein begabter Musiker, ein hervorragender Rechtsanwalt oder mit Leib und Seele Hausfrau sein — jeder mag seine Arbeit lieben und ihr nachgehen, weil er sich in seinem Herzen für diesen Beruf entschlossen hat. Würde man aber das Leben eines tüchtigen Mechanikers zurückverfolgen, so würde man wahrscheinlich feststellen, daß er immer gern mit Motoren zu tun hatte und schon als Junge von allem wissen wollte, wie es funktioniert. Zu hören, wie ein starker Motor anspringt und dann ruhig läuft, ist für seine Ohren Musik. Wovon sprechen wir in diesem Fall? Jawohl, vom Herzen, von den Neigungen, Beweggründen und Wünschen des Betreffenden, nicht nur von seiner geistigen Fähigkeit, sich technische Kenntnisse anzueignen.

      18, 19. (a) Auf welche Weise arbeiten Sinn und Herz zusammen? (b) Wie beeinflußt das, was dem Sinn zugeführt wird, das Herz?

      18 Obwohl also die Bibel zeigt, daß zwischen Herz und Sinn ein Unterschied besteht, läßt dies dennoch eine enge Wechselbeziehung und gegenseitige Abhängigkeit sowie eine gegenseitige Beeinflussung zu. Dein Herz kann durch deinen Sinn genährt werden, denn das Gehirn nimmt auf, was wir mit unseren Augen und Ohren sowie mit unseren anderen Sinnesorganen wahrnehmen. Andererseits kann dein Sinn, der sich im Gehirn befindet, durch dein Herz angetrieben oder angeregt werden.

      19 Schon in der Jugend übt der Sinn einen starken Einfluß auf das Herz aus. Wenn ihm die richtige Art Aufschluß zugeführt wird, entstehen richtige Vorstellungen und Eindrücke, die, wenn sie ins Herz hinabdringen, dort einen guten Einfluß ausüben, indem sie die Beweggründe, Wünsche und Neigungen entsprechend formen, steuern und überwachen. Wird dem Sinn aber schlechter Aufschluß zugeführt, so entstehen falsche Vorstellungen, und das hat zur Folge, daß Vorurteile, Haß, Furcht, Stolz, Habsucht, Widerspenstigkeit und andere verwerfliche Eigenschaften im Herzen Wurzel schlagen und sich in der Persönlichkeit des Betreffenden zeigen, besonders wenn diese falschen Vorstellungen und Eindrücke schon früh im Leben entstanden sind. Darum muß jemand, wenn er ein Christ wird, ‘umgewandelt werden durch die Neugestaltung seines Sinnes’. Paulus gibt uns den ernsten Rat: „[Werdet] erneuert ... in der Kraft, die euren Sinn antreibt.“ Diese neue Kraft unseres Sinnes entsteht dadurch, daß wir Gottes Wort fest in unseren Sinn einpflanzen und uns dann vollständig von Gottes Geist leiten lassen und sorgfältig darauf achten, daß unser Sinn nicht verdorben wird, „hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“. — Röm. 12:2; Eph. 4:22-24; 2. Kor. 11:3.

      20. Beschreibe die Umwelteinflüsse, die heute das Herz und den Sinn der meisten Menschen formen.

      20 Die meisten Kinder wachsen heute in einem Elternhaus oder in einer Umgebung auf, deren Einfluß die Lernbereitschaft nicht begünstigt. Die nachsichtige Erziehung zu Hause und in der Schule hat eine rebellische, sensationshungrige Generation hervorgebracht. Was Kinder an schlechten Dingen lernen und tun, prägt sich ihrem Sinn so tief ein und wirkt sich so verderblich auf ihr Herz aus, daß sie, wenn sie älter sind, schließlich einfach das tun, was sie zu tun gewohnt sind. Das Unnormale wird normal. Sex ist etwas für den Nervenkitzel geworden und etwas, worüber man schmutzige Witze macht. Man sieht den Geschlechtsakt nicht mehr als die von Gott auf die Ehe beschränkte reine und beglückende Vereinigung an, die dem Zweck dienen soll, Kinder hervorzubringen. Genieße das Leben; verdiene viel Geld; sieh zu, daß du vorankommst; werde etwas; laß dich von anderen nicht verdrängen; nimm es nicht so genau; stiehl, wenn es niemand sieht — das sind nur einige der Ansichten und Neigungen, die dem Herzen der Menschen durch ihre Umwelt schon von Jugend auf tief eingepflanzt werden.

      21, 22. (a) Wie wird das Herz derer, die sich von Gott abgewandt haben, beschrieben? (b) Was geht dagegen im Herzen derer vor sich, die für das Wort Gottes empfänglich sind?

      21 Von jeder Generation — vor allem von der heutigen — haben sich die meisten von Gott abgewandt und sind ‘hohlköpfig geworden in ihren Überlegungen, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert worden’, so daß ‘Gott sie entsprechend den Begierden ihrer Herzen der Unreinheit überlassen hat’. Sie handeln so, wie die meisten Bewohner Judas handelten, von denen Jehova sagte, ihre Sünde sei wie mit diamantener Spitze „eingegraben in die Tafel ihres Herzens“. Weil Gott die Bösen nicht sogleich vernichtet, „darum ist das Herz der Menschenkinder in ihnen voll, Böses zu tun“. (Röm. 1:18-32; Jer. 17:1; Pred. 8:11) Erfreulicherweise hat es aber zu allen Zeiten auch einige wenige gegeben, die trotz großer Schwierigkeiten bemüht waren, in ihrem Herzen Liebe zu Gott und zur Gerechtigkeit zu entwickeln. Selbst heute, wo wir in der „Zeit des Endes“ schon weit vorgerückt sind, finden Jehovas Zeugen immer noch Tausende von Menschen, deren Herz für Gottes Wort empfänglich ist und die den Rat beachten: „Legt darum alle Unsauberkeit ab und jenes Überflüssige, moralische Schlechtigkeit, und nehmt mit Milde die Einpflanzung des Wortes an, das eure Seelen zu retten vermag.“ „Was jenes [den Samen] auf dem vortrefflichen Boden betrifft, das sind die, welche das Wort, nachdem sie es mit einem edlen und guten Herzen gehört haben, festhalten und mit Ausharren Frucht tragen.“ — Jak. 1:21; Luk. 8:15.

      22 Obwohl dies oft erfordert, daß die Betreffenden ihre Lebensweise gründlich ändern — daß sie zum Beispiel einen unsittlichen Wandel aufgeben, gegen Jähzorn ankämpfen, eine andere Laufbahn einschlagen, absolut ehrlich sind und Gott eifrig dienen —, gehen sie mutig daran, diese Änderungen vorzunehmen. All denen, „die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“ und sich bemühen, ein gutes Herz zu bekommen, verheißt Jehova zu helfen, ein solches Herz zu haben. — 2. Tim. 2:22.

      23. In welcher Beziehung sollten wir unser Herz ehrlich prüfen?

      23 Wie ist also dein Herz? Soweit dir bekannt ist, mag es vom medizinischen Standpunkt aus zur Zeit gesund sein. Noch wichtiger aber ist die Frage: Wie ist dein Herz, wenn du es nach den Beweggründen, Neigungen und Wünschen beurteilst, die daraus hervorgehen? Was stellst du fest, wenn du es im Lichte des Wortes Gottes prüfst? Beeinflußt es dich in der rechten Richtung, und entspringen ihm rechte Wünsche und Neigungen? Bist du, wenn du irgendwelche Mängel feststellst, in der Lage, dein Herz und deinen Sinn zu erneuern und zu stärken, um richtige Schlüsse zu ziehen und um den Neigungen des unvollkommenen Fleisches und den auf dich eindringenden Versuchungen zu widerstehen? Obgleich du in dieser Hinsicht schon ziemlich erfolgreich sein magst, solltest du dein Herz weiterhin stärken und behüten.

  • Das menschliche Herz ist verräterisch
    Der Wachtturm 1971 | 1. Juni
    • Das menschliche Herz ist verräterisch

      „Das Herz ist verräterischer als sonst irgend etwas und ist heillos. Wer kann es kennen? Ich, Jehova, erforsche das Herz, ... um einem jeden zu geben gemäß seinen Wegen, gemäß dem Fruchtertrag seiner Handlungen.“ — Jer. 17:9, 10, NW.

      1. Was sagt die Bibel ganz offen über die Neigung des Menschenherzens?

      UNSERE eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen anderer erinnern uns tagtäglich daran, daß wir nicht mit einem guten Herzen und nicht mit einem zur Gerechtigkeit neigenden Sinn geboren wurden. Ein neugeborenes Kind ist zwar noch unschuldig; dennoch haben Sünde und Unvollkommenheit schon seit seiner Zeugung an ihm gewirkt. Der Psalmist David drückte dies folgendermaßen aus: „Siehe, in Ungerechtigkeit bin ich geboren, und in Sünde hat mich empfangen meine Mutter.“ (Ps. 51:5) Selbst gewissenhafte Eltern, die bestrebt sind, ihre Kinder „in der Zucht und im autoritativen Rate Jehovas“ aufzuziehen, müssen leider immer wieder feststellen, daß „Narrheit ... gekettet [ist] an das Herz des Knaben“ und daß sie „die Rute der Zucht“ auf verschiedene Art anwenden müssen, um „sie davon [zu] entfernen“. (Eph. 6:4; Spr. 22:15) Jehova weiß um dieses traurige Erbe, das Eltern an ihre Kinder weitergeben; das bewies er, als er das Opfer, das Noah und seine Angehörigen ihm nach der Sintflut darbrachten, barmherzig annahm und sagte: „Nie wieder werde ich des Menschen wegen Übles auf den Erdboden herabrufen, weil die Neigung des Menschenherzens böse ist von seiner Jugend an.“ — 1. Mose 8:21, NW.

      DAS HERZ KANN TRÜGERISCH SEIN

      2. (a) Wieso ist „das Herz ... verräterischer als sonst irgend etwas und ... heillos“? (b) Welche Tatsache erkannte der Apostel Paulus an, selbst nachdem er seinen Sinn neugestaltet hatte?

      2 Das Herz ist arglistig. Wenn wir nicht vorsichtig sind, können wir das Opfer einer Selbsttäuschung werden. Die Bibel warnt uns mit den Worten: „Das Herz ist verräterischer als sonst irgend etwas und ist heillos. Wer kann es kennen?“ (Jer. 17:9, NW) Ein verräterischer Mensch zeichnet sich dadurch aus, daß er das Vertrauen anderer mißbraucht und sein Wort nicht hält; er ist treulos und unzuverlässig, ja er übt Verrat. Stell dir vor, jeder von uns hat in seinem unvollkommenen Zustand so etwas wie einen Verräter in seiner Brust! Sind wir nicht manchmal entsetzt oder sogar beschämt über etwas, was in unserem Herzen aufkommt? Wenn das Herz etwas unbändig verlangt, kann uns dies in große Schwierigkeiten bringen. Wir müssen dann unbedingt sogleich Schritte unternehmen, um diese neuen Neigungen zu unterdrücken und diese plötzlich aufsteigenden Wünsche zu verdrängen. Der Apostel Paulus gab zu, daß sein erneuerter Sinn von den schlechten Wünschen, die in seinem Herzen aufkamen, bekämpft und von der Last, die ihm sein unvollkommenes Fleisch auferlegte, beschwert wurde: „Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.“ (Röm. 7:22, 23) Er erkannte an, daß wir nur von Jehova durch Christus aus diesem elenden Zustand befreit werden können. Würden wir unseren eigenen Plänen überlassen sein, so würden wir bestimmt oft irregehen. „Viele Pläne sind im Herzen eines Mannes, aber der Rat Jehovas, der wird bestehen.“ — Spr. 19:21, NW.

      3. Was kann, obwohl der Sinn in der Lage ist, das Herz durch vernünftige Schlußfolgerungen zu beeinflussen, geschehen, wenn das Herz nicht geneigt ist zu hören?

      3 Wie wir bereits erfahren haben, hört das Herz nicht immer auf den Sinn. Manchmal überwältigt das Herz den Sinn trotz dessen Fähigkeit, logisch zu schlußfolgern. Wir dürfen nicht vergessen, daß auch das Herz die Fähigkeit hat, Schlüsse zu ziehen, nur daß es dies weniger aufgrund von logischen Überlegungen tut, sondern mehr aufgrund der Neigungen, Wünsche und Beweggründe, die es entwickelt und die mit zunehmendem Drang auf ein bestimmtes Ziel gerichtet sind — entweder auf etwas Gutes oder auf etwas Böses. David betete: „Laß ... das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Jehova.“ Im Gegensatz dazu sagte Jesus: „Aus dem Herzen [kommen] böse Überlegungen.“ (Ps. 19:14; Matth. 15:19) Der Sinn ist in der Lage, das Herz zu beeinflussen und ihm vernünftige Empfehlungen zu machen, an das Herz zu appellieren, es — vielleicht aufgrund gewisser Erfahrungen — zu warnen und es in gewissen Fällen sogar zu einer bestimmten Handlungsweise zu drängen, da ihm die damit verbundenen Gefahren bekannt sind. Erstarkt aber ein Verlangen oder eine Neigung im Herzen, so kann das Herz den Sinn bezwingen.

      4. Veranschauliche, wie der Sinn und das Herz zusammenwirken, wenn es darum geht, einen neuen Anzug oder ein neues Kleid zu kaufen.

      4 Folgendes mag dies veranschaulichen: Angenommen, du stehst vor der Frage, ob du einen neuen Anzug oder ein neues Kleid kaufen solltest oder nicht. Zuerst wird der Sinn vor gewisse Tatsachen gestellt. Vielleicht sind die Kleider, die du hast, schon ziemlich abgetragen, oder du solltest aus einem anderen stichhaltigen Grund etwas Neues haben. Dann meldet sich auch das Herz zum Wort, denn gut auszusehen ist ein Herzenswunsch. Herz und Sinn sind sich also darin einig, daß ein neues Kleid oder ein neuer Anzug gekauft werden muß. Der Sinn sammelt nun Angaben über Preise, Qualität, Machart usw., so daß du, wenn du einkaufen gehst, ziemlich genau weißt, was für einen Anzug oder was für ein Kleid du kaufen solltest. Doch bevor du das Geschäft betrittst, siehst du im Schaufenster etwas, was deinen Blick fesselt und was nur noch auf einen Impulskäufer wartet. Es ist eigentlich für dich nicht praktisch; es ist viel teurer; es ist ziemlich auffallend, aber du spürst, wie dein Herz von einem heißen Verlangen danach ergriffen wird. Es ist der Traum deines Herzens!

      5. Was müssen wir tun, wenn wir Jehovas Willen ungeteilten Herzens tun möchten?

      5 Was geschieht nun weiter? Wie wirst du dich entscheiden? Für das, was praktisch ist und was du dir ausgedacht hast, oder für das, was dein Herz jetzt auf einmal begehrt? Wenn du nicht sehr achtgibst, wird das Herz den Sinn bezwingen, und du magst veranlaßt werden, entgegen deiner besseren Entscheidung zu handeln. Dein Herz mag aber auch, wie das manchmal der Fall ist, nur einen Augenblick im Zwiespalt sein. Seine guten Beweggründe und Neigungen mögen überwiegen und dich veranlassen, dich richtig zu entscheiden, so daß du das Kleidungsstück kaufst, das für dich am praktischsten ist und deinen Bedürfnissen am ehesten entspricht. Um aber immer richtig zu entscheiden, muß man sein Herz im voraus stärken und im Rate Jehovas unterweisen. „Wer auf sein Herz vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit wandelt, der wird entrinnen.“ Wenn die Wünsche, die jemand entwickelt hat, um die Interessen und Grundsätze Jehovas in seinem Leben an die erste Stelle zu setzen, stärker sind, können sie brennende Wünsche und fesselnde Interessen, die im Herzen plötzlich aufkommen mögen, verdrängen. — Spr. 28:26.

      6. Warum ist es notwendig, unverzüglich zu handeln, wenn unrechte Wünsche im Herzen Wurzel zu schlagen beginnen?

      6 Gehen wir bei unseren Überlegungen noch einen Schritt weiter, und betrachten wir noch einige ernstere Situationen, die sich im Leben ergeben mögen. Wie reagiert unser Herz, wenn wir in Versuchung kommen, unsittlich zu handeln, zu stehlen oder jemandem Schaden zuzufügen? Noch schwerwiegender ist die Frage: Wozu führt es, wenn man zu überlegen beginnt, wie man die Wünsche seines Herzens befriedigen könnte? Ist dein Herz stark genug, um dich von einer verkehrten Handlungsweise abzuhalten, oder wird es unterliegen und heimlich die Möglichkeit erwägen, sich den Begierden des Fleisches hinzugeben? Sich nicht sogleich richtig zu entscheiden kann sehr gefährlich sein. Wenn das Herz zu erwägen beginnt, wird eine ungeheure Kraft erzeugt, die Gefühle werden erregt, und das Fleisch beginnt, sich auf die verkehrte Handlungsweise vorzubereiten. „Jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde [die im Herzen aufkommt] fortgezogen und gelockt wird. Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollbracht ist, bringt den Tod hervor.“ — Jak. 1:14, 15.

      7. Veranschauliche, wie das Herz siegen und eine den Argumenten des Sinnes entgegengesetzte Entscheidung treffen kann.

      7 Betrachten wir zum Beispiel einen Verheirateten, der versucht ist, Ehebruch zu begehen. Aufgrund seines Studiums und aufgrund dessen, was er schon gehört und gesehen hat, mag er in seinem Sinn Aufschluß gespeichert haben, der ein Gegengewicht gegen eine solche Handlungsweise bildet. Wenn er an die Folgen denkt, die eine solche Handlungsweise für andere gehabt hat, und in Betracht zieht, zu welchen Schwierigkeiten und Problemen sie unweigerlich führt, mag sein Sinn Argumente hervorbringen, die übermächtig in eine Richtung weisen, die der Versuchung entgegengesetzt ist, die ihm dringend empfehlen, die Gefahrenzone zu verlassen. Was aber, wenn das Herz des Betreffenden nicht den Wunsch hat, sich von der Versuchung abzuwenden? Dann trifft es eine Entscheidung, die dem Vorschlag und der Empfehlung des Sinnes entgegengesetzt ist; es sagt dann zum Sinn gleichsam: „Nein, sondern das werden wir tun.“ Die Kraft der Gefühle des Herzens veranlaßt den Betreffenden, in der Gefahrenzone zu bleiben, entgegen dem Rat und den Überlegungen des Sinnes.

      8. Wie beschreibt die Bibel die Fähigkeit des Herzens, den Weg eines Menschen zu bestimmen?

      8 Diese Fähigkeit des Herzens, zwischen verschiedenen Wegen zu wählen und sein Verlangen auf einen davon zu richten, erklärt, weshalb es in der Bibel heißt, daß das Herz eines Menschen ‘Pläne macht’ und ‘seinen Weg ausdenkt’, das heißt den Weg, über den der Sinn zuerst nachgedacht hat und der dann dem Herzen gefällt. (Spr. 19:21; 16:9, NW) Das ist besonders der Fall, wenn es um sittliche und geistige Dinge geht.

      9. Was kann geschehen, wenn das Herz ein starkes Verlangen hat, falsch zu handeln, und seinen Einfluß auf den Sinn ausübt?

      9 Das Herz kann aber den Sinn auch dazu bewegen, falsche Überlegungen anzustellen, um Vorwände oder Entschuldigungen für eine verkehrte Handlungsweise zu suchen. Der Betreffende mag eine Sünde begehen, und zur selben Zeit, während er sündigt, mag sein Herz seinen Sinn veranlassen, eine Rechtfertigung auszudenken. Mit den Worten: „Gott ist sehr barmherzig; er wird mir vergeben, weil mein Fleisch schwach ist“ mag er auf Gottes liebende Güte pochen und weitersündigen. Er wird dann wie der Böse, der „in seinem Herzen [spricht]: Gott vergißt; er verbirgt sein Angesicht, niemals sieht er’s!“ (Ps. 10:11; vergleiche Römer 1:21, 24.) Kein Wunder also, daß es in der Heiligen Schrift warnend heißt, das Herz des sündigen Menschen sei „verräterischer als sonst irgend etwas und ... heillos“. — Jer. 17:9, NW.

      10, 11. (a) Was sagte Jesus, um zu zeigen, daß ein Mann Ehebruch in seinem Herzen begehen kann? (b) Wie kann ein verheirateter Mann so weit gehen, daß er in seinem Herzen Ehebruch begeht, ohne eine fremde Frau anzurühren?

      10 Das hilft uns auch verstehen, warum Gott jemand so betrachtet, als habe er Ehebruch begangen, obwohl der Betreffende die Person um die es dabei geht, nicht einmal berührt haben mag. Ein verheirateter Mann mag eine fremde schöne Frau sehen und auf den ersten Blick, fast bevor er Zeit zum Überlegen hat, in seinem Herzen sagen: „Eine hübsche Frau!“ An diesem flüchtigen Gedanken braucht nichts Sündhaftes oder Unreines zu sein; wenn er aber diese Frau ‘fortwährend ansieht’, so entsteht in seinem Herzen unweigerlich ein Verlangen, das sich zu einer Leidenschaft zu ihr entwickelt. Jesus sagte warnend: „Ich aber sage euch, daß jeder [Verheiratete], der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen hat.“ — Matth. 5:28.

      11 Der Betreffende mag den eigentlichen Geschlechtsakt nicht vollzogen haben, weil die Umstände dafür nicht geeignet waren oder weil er befürchtete, nicht „ungeschoren davonzukommen“. Vielleicht hat ihn sein Sinn davor gewarnt. Würden sich aber die Verhältnisse ändern, würden sie günstig erscheinen und wüßte er, wie er den schwerwiegenden Folgen entgehen könnte, dann wäre sein Herz bereit, dann hätte es den Wunsch, soweit zu gehen. Der Antrieb ist also da — nur die Gelegenheit fehlt. In Gottes Augen ist der Betreffende bereits schuldig. (Vergleiche Jakobus 1:13-15.) Auf diese Weise könnte man sich auch des Diebstahls oder sogar des Mordes schuldig machen. (1. Joh. 3:15) Sehen wir nun ein, warum es so wichtig ist, daß wir den Unterschied, den die Bibel zwischen Sinn und Herz macht, deutlich erkennen und verstehen, daß nicht der Sinn, sondern das Herz der Sitz der Beweggründe ist?

      12. Wie ließ David im Gegensatz zu Joseph zu, daß sein Herz ihn auf Abwege führte?

      12 Von David wurde gesagt, er sei ein Mann nach dem Herzen Gottes. Eines Tages sah er aber von seinem Hause aus, wie in einiger Entfernung Bathseba, wahrscheinlich völlig arglos, sich badete. Statt sich abzuwenden, bevor erotische Gedanken in seinem Herzen aufkommen konnten, ließ er seinen Blick auf ihr ruhen und entwickelte so eine Leidenschaft zu ihr. Das führte dazu, daß er mit ihr Ehebruch beging und dann auf geschickte Weise dafür sorgte, daß ihr Mann getötet wurde, damit er sie zur Frau nehmen konnte. Joseph dagegen floh, als ihn die wollüstige Frau seines Herrn verführen wollte. Er kam deswegen zwar aufgrund falscher Anschuldigungen ins Gefängnis, wurde also eine Zeitlang seiner Freiheit beraubt, aber er bewahrte sein gutes Gewissen und seine Stellung vor Gott.

      JEHOVA KENNT DAS HERZ UND DESSEN BEDÜRFNISSE

      13. Wie zeigt die Bibel, daß Jehova das Herz genau kennt?

      13 Wer kann das menschliche Herz kennen? Nun, wir müssen zugeben, daß wir in unserer Unvollkommenheit nicht völlig dazu in der Lage sind. Wie dankbar können wir daher sein, daß Jehova es kennt! „Denn Jehova sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das Äußere, aber Jehova sieht auf das Herz.“ „Ich, Jehova, erforsche das Herz, ... um einem jeden zu geben gemäß seinen Wegen, gemäß dem Fruchtertrag seiner Handlungen.“ „Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert.“ (1. Sam. 16:7; Jer. 17:10, NW; Ps. 17:3) Jesus kennt die Wirksamkeit des menschlichen Herzens ebenfalls genau. „Was ... aus dem Munde herauskommt, kommt aus dem Herzen, und dieses verunreinigt einen Menschen.“ (Matth. 15:18) Was kommt alles aus dem Herzen?

      14. (a) Wozu ist das Herz gemäß Jesu genauer Analyse fähig? (b) Verfolgen wir ein unerreichbares Ziel, wenn wir uns bemühen, ein gutes Herz zu haben?

      14 Während das menschliche Herz die Triebfeder zu den edelsten und erhabensten Werken sein kann, gehen daraus auch die schmutzigsten, widerlichsten Dinge hervor. Jesus zählte einige davon auf: „Von innen her, aus dem Herzen der Menschen, gehen schädliche Überlegungen hervor: Hurereien, Diebstähle, Mordtaten, Ehebrüche, Taten der Habsucht und der Bosheit, Betrug, ein zügelloser Wandel und ein neidisches Auge, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. [Matthäus erwähnt in seinem Bericht noch „falsche Zeugnisse“.] Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen einen Menschen.“ (Mark. 7:20-23) Wenn man bedenkt, daß eine solch unglaubliche Fülle von bösen Dingen aus dem Herzen hervorgeht, könnte man leicht aufgeben und sich sagen, es sei zwecklos. Die meisten Menschen tun dies. Das ist mit ein Grund, warum Millionen und aber Millionen den breiten Weg gehen, der in die Vernichtung führt, während nur wenige den schmalen, eingeengten Weg zum Leben einschlagen. Jesus stellte aber seinen Nachfolgern kein unerreichbares Ziel in Aussicht, als er ihnen den engen Weg, der zu ewigem Leben führt, erschloß. Er sagte: „Ringt danach, durch die enge Tür einzugehen, denn viele, sage ich euch, werden hineinzukommen suchen, werden es aber nicht vermögen.“ — Luk. 13:24.

      15. Woran sollten wir denken, wenn wir beginnen möchten, unsere Wünsche und Neigungen zu ändern und neuzugestalten, um von richtigen Beweggründen geleitet zu werden?

      15 Was für Neigungen und Wünsche — ob gute oder schlechte — sich in unserem Herzen entwickeln und wie stark sie sind, wenn sie daraus hervorgehen, hängt weitgehend von der Erkenntnis ab, die wir in uns aufnehmen und davon, ob wir uns in Zucht nehmen. Wir können dem Herzen und dem Sinn nicht ständig schmutzige Nahrung zuführen und dann erwarten, daß sich darin gute Wünsche und Beweggründe entwickeln. Der Sinn muß dem Herzen richtig begründen können, warum etwas getan oder nicht getan werden sollte. Das Herz muß also unterwiesen und in Zucht genommen werden. (Spr. 23:12) Dann kann es, falls es anfänglich geneigt ist zu widerstreben, schließlich gewonnen werden, weil es feststellt, wie gut es sich auswirkt, wenn richtig gehandelt wird. Es ist nicht damit getan, daß wir des Morgens aufstehen und sagen: „Heute werde ich netter sein“ oder einen ähnlichen Ausspruch tun, als ob eine Art Selbsterziehung genügen würde. Wir müssen zunächst einmal gute Eigenschaften entwickeln, durch deren Anwendung im täglichen Leben gute Gewohnheiten und eine gute Wesensart entstehen, und dann müssen wir uns gegenüber ehrlich sein, um die Grundursache für die schlechten Eigenschaften und Neigungen, die tief in unserem Herzen wurzeln, herauszufinden. Dann können wir biblische Grundsätze anwenden, um sie auszumerzen oder ihrer Herr zu werden. „Wenn Weisheit in dein Herz einkehrt und Erkenntnis selbst deiner eigenen Seele lieblich wird, wird Denkvermögen selbst stets über dich wachen, ja Unterscheidungsvermögen wird dich behüten, um dich von dem schlechten Wege zu befreien.“ — Spr. 2:10-12, NW.

      16, 17. (a) Beschreibe den Herzenszustand eines Menschen, der die meiste Zeit seines Lebens in einer sittlich verdorbenen Umgebung zugebracht hat. (b) Welcher Kampf entsteht, wenn er die Wahrheit aus Gottes Wort kennenlernt?

      16 Als Beispiel für diese Erneuerung des Herzens wollen wir einmal feststellen, was im Herzen eines Menschen vor sich geht, der die Wahrheit aus Gottes Wort hört und sie freudig annimmt, nachdem er einen großen Teil seines Lebens in schlechter Gesellschaft zugebracht und in zweifelhaften Vergnügungsstätten verkehrt hat; er hat bewiesen, daß es ihm sehr an guten Beweggründen mangelt, denn „wer irgend mit einer Frau Ehebruch begeht, dem mangelt es an Herz“. (Spr. 6:32; 9:1-5, 13-18, NW) Er mag billige Romane gelesen, pornographische Zeitschriften angeschaut, sich schmutzige Witze angehört und sie weitererzählt und dadurch dieses Verlangen nach sinnlicher Anregung gefördert haben. Jetzt erfährt er, daß er, statt alt zu werden und zu sterben, erwarten kann, unter vollkommenen Verhältnissen ewig zu leben. Das spricht sein Herz an. Er erfährt aber auch, daß dieses Leben nur den Menschen zuteil wird, die Jehovas gerechten Forderungen entsprechen. Was wird er tun?

      17 Die heftigen Begierden des Herzens und Fleisches, die er jahrelang genährt hat, weichen nicht von heute auf morgen. Das ist ihm völlig klar. Ein heftiger Kampf zwischen Sinn und Herz beginnt. (Ps. 38:7-10) Der Sinn erkennt, daß es vernünftig ist, Jehova zu dienen: Man kann dem Zorn Gottes entrinnen; man wird von Krankheiten und Leiden sowie vom Tod befreit und kann ewiges Leben erlangen; ein guter Wandel wirkt sich vorteilhaft auf Körper, Geist und Gemüt aus, und die wohltuende, auferbauende Gemeinschaft mit Gottes Volk ist ein guter Ersatz für die früheren Freunde, die schlechte Gewohnheiten unterstützten und förderten. Aber nun stellt das Herz seine Ansprüche; es möchte alles haben, was ihm früher heimlich Freude bereitet hat. Der Wunsch, Gott anzubeten, ist zwar vorhanden, wenn er auch noch schwach ist. Im Innersten ist das Verlangen, das zu tun, was recht ist, da, aber es ist noch nicht stark genug. Der Sinn erinnert das Herz an die üblen Folgen eines schlechten Wandels, zum Beispiel an die Möglichkeit, geschlechtskrank zu werden, ein uneheliches Kind zu zeugen oder sich der Beseitigung einer unerwünschten Schwangerschaft schuldig zu machen. All das kann das Herz nicht bestreiten; dennoch sind diese Begierden da.

      18. Wie wird das Herz schließlich gewonnen, so daß es die größte Freude daran findet, Jehovas Willen zu tun?

      18 Das ist ein kritischer Punkt im Leben des Betreffenden. Viele Menschen kommen nie über diesen Punkt hinweg. Das Leben im neuen System würde ihnen schon gefallen, aber sie sind in ihrem Herzen noch zu sehr mit dem alten System verbunden. Doch wer in seinem Herzen mutig und fest entschlossen ist, Fortschritte zu machen, ja wer sich dazu zwingt, das Rechte zu tun und das Gesetz Gottes in sein Herz aufzunehmen, wird bald feststellen, daß es ihm leichter fällt, das Rechte zu tun. Darüber hinaus lernt das Herz dann das, was Gott gefällt, auch aus Erfahrung kennen, und das zwingt es je länger, je mehr zu der Schlußfolgerung, daß dies ebenfalls Freude bereitet. Wie der Sinn, so erkennt nun auch das Herz, welchen Nutzen diese Handlungsweise einbringt. Die früheren Wünsche und Begierden im Herzen werden allmählich durch die rechten Dinge ersetzt. Zwei Dinge können nicht gleichzeitig denselben Platz einnehmen. Ja, es muß eine „Beschneidung des Herzens“ vor sich gehen. (Röm. 2:29; Kol. 2:11) Dann meidet der Betreffende schlechte Einflüsse und frühere Freunde nicht, weil er sich gezwungen fühlt, sondern, weil es sein Herzenswunsch ist. Sein Herz empfindet es nun als höchste Wonne und reinste Freude, den Willen Gottes zu tun und mit Gottes Volk zusammen zu sein. Seine frühere Lebensweise widerstrebt ihm nun. Er hat in seinem Herzen eine tiefe Liebe zu Gottes Gesetz entwickelt. „Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, seine Schritte werden nicht wanken.“ — Ps. 37:31.

      ANDERE BEWEGGRÜNDE DES HERZENS

      19. Welchen Einfluß übt das Herz auf die Zunge aus?

      19 In sittlicher Hinsicht mögen wir Herr über unser Herz sein. Wie beeinflußt es uns aber in anderer Hinsicht? Wie gebrauchen wir zum Beispiel die Zunge? Jesus legte den Grundsatz fest: „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund.“ (Matth. 12:34, 35; Spr. 15:28) Das gute Herz beeinflußt uns, gute Dinge zu reden. Wer aber „seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern fortfährt, sein Herz zu betrügen, dessen Form der Anbetung ist nichtig“. Geschwätz ist eine schlechte Arznei für das Herz. Wenn wir nicht aufpassen, ergötzt es sich an den „herrlichen“ Geschichten, die über andere verbreitet werden, und gibt sie weiter. Die Verbreitung von Gerüchten und Halbwahrheiten ist aber ein Zeichen von Lieblosigkeit. — Jak. 1:26.

      20. (a) Warum ist es notwendig, daß wir einander ständig „inbrünstig von Herzen“ lieben? (b) Warum ist es so wichtig, daß wir von Herzen vergeben?

      20 Was aber noch schlimmer ist: „Wenn ihr ... bittere Eifersucht und Streitsucht in euren Herzen habt, ... gibt es Unordnung und alles Schlechte.“ (Jak. 3:14-16) „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen.“ Im Gegenteil, wir werden ermahnt, „einander inbrünstig von Herzen“ zu lieben. (3. Mose 19:17; 1. Petr. 1:22) Wenn dein Bruder gegen dich gesündigt hat, solltest du die Sache „zwischen dir und ihm allein“ in Ordnung bringen, bevor in dir Haßgefühle gegen ihn aufkommen. Über Personen, die nicht bereit sind zu vergeben, sagte Jesus: „In gleicher Weise wird mein himmlischer Vater auch mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.“ (Matth. 18:15, 35) Eines der in Sprüche 6:16-19 angeführten sieben Dinge, die Jehova haßt, ist „ein Herz, welches heillose Anschläge schmiedet“. — Ps. 140:2.

      21. Welche Neigungen des Herzens machen sich bemerkbar, wenn man nicht äußerst vorsichtig ist?

      21 In unserem Verhältnis zu Jehova und zu seiner Organisation haben Heuchelei, Habsucht, Hochmut oder Eigensinn keinen Platz. (1. Tim. 1:5; Ps. 101:5; 131:1) Sowohl die „Doppelherzigen“ als auch die, die „zwiespältigen Herzens“ sind, werden von Gottes Wort verurteilt. (Ps. 12:2; 119:113, NW) Das Herz neigt dazu, etwas vorzugeben, sich zu rechtfertigen und sich aus einer Situation herauszulügen. Wenn es damit keinen Erfolg hat, nimmt es Zuflucht zu Schmeichelei oder Drohungen, verbunden mit Lästerung oder Schmähung. (Röm. 16:18) Damit wir nicht nur gegenüber Jehova, sondern auch uns und unseren Brüdern gegenüber ehrlich sind, müssen wir unser Herz zur Wahrheitsliebe und zum Gehorsam erziehen. Wenn wir gesündigt haben und unser ‘Herz zu schlagen beginnt‘, sollten wir uns schnellstens Jehova im Gebet nahen, ihm unser Herz ausschütten und ihn um Vergebung und um eine Reinigung unseres Herzens bitten. (2. Sam. 24:10; Jak. 4:8-10) Haben wir eine schwere Sünde begangen, so müssen wir sie den Verantwortlichen der Versammlung bekennen und sie um Hilfe bitten. Unser Herz sollte Zucht nicht verschmähen und nicht ‘gefühllos werden wie Fett’. Jehova „heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet“ er. (Ps. 119:70, NW; 147:3; Spr. 5:12-14) Wenn wir Jehovas Barmherzigkeit und seine Vorkehrung, Sünden durch das Loskaufsopfer zu vergeben, erkannt haben, können wir uns ihm zuversichtlich nahen, denn unser Herz verurteilt uns nun nicht mehr, da wir jetzt achtgeben, wie wir vor ihm wandeln. — Hebr. 10:22; 1. Joh. 3:18-24.

      22. Warum ist es wichtig, jederzeit alles zu tun, um das Herz zu behüten?

      22 Wir müssen alles tun, um unser Herz zu behüten, und müssen Jehova darum bitten, uns zu helfen und ‘unser Herz geradeaus auf dem Wege zu leiten’. Da das Herz trügerisch ist und wieder in die früheren schlechten Gewohnheiten zurückfallen kann, ehe wir es gewahr werden, sollten wir uns täglich an den ernsten Rat des Wortes Gottes erinnern: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen Verstand.“ Wenn wir dies tun, können wir zuversichtlich hoffen, daß ‘der Friede Gottes, der alles Denken übersteigt, unsere Herzen und unsere Geisteskräfte durch Christus Jesus behüten wird’. — Spr. 23:19; 3:5; Phil. 4:6, 7.

      23. Warum sollten wir das Herz „mehr als alles, was zu bewahren ist“, behüten?

      23 Kannst du nun besser erkennen, warum wir ‘das Herz mehr behüten sollen als alles, was zu bewahren ist’? Von ihm aus sind tatsächlich die „Ausgänge des Lebens“, und zwar nicht nur, weil es als Muskelpumpe dafür sorgt, daß das lebengebende Blut durch den ganzen Körper fließt und zu allen Zellen hingelangt, um sie lebendig und gesund zu erhalten, sondern weil es — und das ist noch wichtiger —, sofern wir es richtig entwickeln, Beweggründe, Wünsche und Neigungen hervorbringen kann, die es uns mit Jehovas Hilfe und durch seine unverdiente Güte ermöglichen, in seinem neuen System der Dinge ewiges Leben in vollkommener Gesundheit zu erlangen. Jehova, der große Herzspezialist, hat den Herzenszustand der ganzen Menschheit richtig erkannt, und nur er hat das richtige Mittel, das unserem schadhaften Herzen helfen kann. „Mein Sohn, vergiß nicht meine Belehrung, und dein Herz bewahre meine Gebote. Denn Länge der Tage und Jahre des Lebens und Frieden werden sie dir mehren.“ — Spr. 3:1, 2.

  • Jehova mit ungeteiltem Herzen dienen
    Der Wachtturm 1971 | 1. Juni
    • Jehova mit ungeteiltem Herzen dienen

      „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.“ — Matth. 22:37.

      1, 2. (a) Welchen ernsten Rat gab König David seinem Sohn Salomo, um ihm zu zeigen, wie wichtig es ist, Jehova mit ungeteiltem Herzen zu dienen? (b) Wie wies Jesus auf die Notwendigkeit hin, Jehova mit ungeteiltem Herzen zu dienen?

      ER WAR ein alter Mann und hatte nicht mehr lange zu leben. Vor dem versammelten Volk sprach er zu seinem Sohn. Er sagte zu ihm: „Mein Sohn ..., erkenne den Gott deines Vaters und diene ihm mit ungeteiltem Herzen und mit williger Seele! Denn Jehova erforscht alle Herzen, und alles Gebilde der Gedanken kennt er. Wenn du ihn suchst, wird er sich von dir finden lassen; wenn du ihn aber verlässest, wird er dich verwerfen auf ewig.“ — 1. Chron. 28:9.

      2 Der betagte Mann, sein Sohn und das Volk, das diese Worte hörte, sind längst nicht mehr da. Aber jene Worte, die König David an seinen Sohn Salomo richtete, enthalten einen Rat und eine Wahrheit, die ewig bestehen und die heute für uns alle lebenswichtig sind. Der gesamte Bibelbericht, der auch den Bericht über den Dienst Christi Jesu, des Sohnes Gottes, einschließt, bezeugt die Tatsache, daß der souveräne Gott, Jehova, will, daß man ihm mit ungeteiltem Herzen dient — oder gar nicht. Als Jesus gefragt wurde: „Welches ist das größte Gebot im Gesetz?“, antwortete er: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft“ (Matth. 22:36-38; Mark. 12:28-30) Gewiß möchte niemand von uns, daß Gott ihn ‘auf ewig verwirft’. Wie können wir, deren Herz zu den Herzen gehört, die Jehova erforscht, denn genau wissen, ob wir ihm mit „ungeteiltem Herzen“, mit unserem „ganzen Herzen“, dienen?

      3. Warum ist es so wichtig, den Unterschied zwischen dem Herzen und dem Sinn klar zu erkennen?

      3 Wenn wir den Unterschied, den die Bibel zwischen Sinn und Herz macht, deutlich erkennen, wird uns das helfen, das Herz zu behüten und Jehova mit ungeteiltem Herzen zu dienen. Jemand mag eine ausgezeichnete Bibelkenntnis haben; er mag die verschiedensten Fragen beantworten können und mag beweisen, daß er über die neuesten veröffentlichten Belehrungen auf dem laufenden ist. Trotzdem mag der Betreffende ernstlich gefährdet sein. Denn die „Ausgänge des Lebens“ sind nicht vom Kopf, vom Gehirn oder vom Sinn aus, sondern, wie es in Sprüche 4:23 heißt, ‘vom Herzen aus’. Wenn wir uns dessen nicht völlig bewußt sind, können wir uns leicht täuschen. Denken wir daran, daß selbst Personen, die sich gegen die Wahrheit gewandt haben, die vom Glauben abgefallen sind, ihre Bibelkenntnis nicht von heute auf morgen verloren haben; obwohl ihr Herz Gottes Weg entschieden verworfen hat, bleibt eine gewisse Erkenntnis in ihrem Sinn zurück, die erst mit der Zeit schwindet. Ein Kopfwissen allein ist somit kein sicherer Führer zu geistiger Gesundheit.

      4. Was bedeutet es, Jehova mit ungeteiltem Herzen zu dienen?

      4 Frage dich daher: „Was für eine Person ist meine ,verborgene Person des Herzens‘? Diene ich Jehova mit ,ungeteiltem Herzen‘, mit ,ganzem Herzen‘?“ Ihm mit „ungeteiltem Herzen“ zu dienen bedeutet, ihm mit einem Herzen zu dienen, das seinen Einfluß nur in einer Richtung geltend macht; es bedeutet, nicht doppelherzig (Ps. 119:113) oder geteilten Herzens (1. Chron. 12:33; Ps. 12:2) zu sein. Wenn wir Jehova Gott mit ganzem Herzen dienen, ist uns sein Wohlgefallen das Wichtigste, das, was unserem Herzen die größte Freude bereitet. Wie der Psalmist beten wir dann: „Lehre mich, Jehova, deinen Weg: ich werde wandeln in deiner Wahrheit; einige mein Herz zur Furcht deines Namens.“ (Ps. 86:11) Unser Herz ist dann geeint, auf ein einziges Ziel gerichtet. (Spr. 23:19) Es veranlaßt uns dann, ständig in der gleichen Richtung zu gehen: auf dem Wege Jehovas.

      GUTE BEWEGGRÜNDE WICHTIG BEI ALLEM, WAS WIR TUN

      5. Wie sind wir zu allem, was der Dienst Gottes umfaßt, eingestellt, wenn unser Herz ungeteilt ist?

      5 Gott mit ungeteiltem Herzen zu dienen bedeutet ferner, daß unser Herz zu allem, was der Dienst Gottes einschließt oder umfaßt, richtig eingestellt ist. Dazu gehören das Eheverhältnis, die Erziehung der Kinder, die weltliche Arbeit, das Verhältnis zu unseren Mitmenschen, das persönliche Studium, christliche Zusammenkünfte und Kongresse, das Interesse an unseren Brüdern und die Erfüllung von Aufgaben und Pflichten in der Versammlung. Unser Herz kann nicht nur teilweise dem Willen Jehovas entsprechen.

      6, 7. (a) Welchen Herzenszustand offenbarten viele Israeliten, kurz nachdem ihr Herz sie zur Freigebigkeit angetrieben hatte? (b) Inwiefern ist dies für uns ein Beispiel?

      6 Denken wir zum Beispiel an die Zeit, in der die Israeliten die Stiftshütte oder das Zelt der Zusammenkunft bauen sollten. Die Bibel zeigt, daß ihr Herz sie dazu bewog, so viel beizusteuern, daß das, was sie brachten — wovon sie einen großen Teil selbst verfertigt hatten —, „genug ..., ja mehr als genug“ war. Moses mußte ihnen sogar sagen, sie sollten nichts mehr bringen. (2. Mose 36:4-7, NW) Das war lobenswert. Doch schon kurz danach begannen dieselben Israeliten zu murren und sich über die Verhältnisse zu beklagen, in denen sie sich befanden. (4. Mose 11:1-6, 10) Mirjam, Moses’ Schwester (die nach der Vernichtung der Streitkräfte des Pharaos im Roten Meer zur Ehre Jehovas so freudig gesungen hatte), tat sich mit ihrem Bruder Aaron zusammen und redete gegen den Aufseher, der von Gott ernannt worden war, um das Volk zu leiten. (4. Mose 12:1-8) Als die Israeliten den schlechten Bericht der Kundschafter hörten, die nach Kanaan ausgesandt worden waren, wurden die meisten von ihnen von Furcht und Zweifeln ergriffen, ja sie sprachen sogar davon, Moses und Aaron zu steinigen. (4. Mose 13:1, 2, 25-33; 14:1-10) Sie waren bereit gewesen, von ihren materiellen Gütern zu geben und ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Dienten sie aber Jehova mit „ungeteiltem Herzen“, mit „ganzem Herzen“? — Jak. 3:13, 14.

      7 Ergeht es uns vielleicht auch so? Sind wir vielleicht auch gern bereit, von unserem materiellen Besitz zu geben oder tüchtig Hand anzulegen, wenn besondere Anstrengungen unternommen werden, um ein größeres Vorhaben zu verwirklichen — zum Beispiel einen Kongreß vorzubereiten oder einen Königreichssaal zu bauen —, beginnen dann aber, wenn vielleicht etwas nicht ganz so gutgeht, wie wir es gern hätten, zu murren und uns zu beklagen oder sogar widerspenstig zu werden?

      8. Warum müssen wir das Herz jederzeit behüten und dürfen es nicht für selbstverständlich annehmen, daß es uns jederzeit richtig beeinflußt?

      8 Ein Christ muß, obwohl er die Wahrheit kennt und sich völlig sicher fühlen mag, daran denken, daß sein Herz verräterisch sein kann, und er muß es behüten, wenn er „ungeteilten Herzens“ im Dienste Jehovas bleiben möchte. Er muß sehr vorsichtig sein, daß er sich nicht irgendwelchen Versuchungen aussetzt. Der Apostel Paulus führt als Beispiel die Sünden der Israeliten an, zu denen auch schändliche Hurerei gehörte, und sagt dann: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“ (1. Kor. 10:6-12) Und der inspirierte Sprücheschreiber sagt: „Wer auf sein Herz vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit wandelt, der wird entrinnen.“ — Spr. 28:26.

      VORKEHRUNGEN ZUR BEWAHRUNG EINES UNGETEILTEN HERZENS

      9. Was müssen wir tun, um „die Gedanken und Absichten des Herzens“ zu erkennen?

      9 Um ‘in Weisheit zu wandeln’, müssen wir regelmäßig unser Herz prüfen und unsere Beweggründe untersuchen; wir müssen unsere Schwächen herausfinden und uns bemühen, sie zu beheben. Wir tun gut, uns einmal etwas mit folgenden Gedanken zu beschäftigen: „Was mir mein Sinn sagt, weiß ich; was ist aber in meinem Herzen? Warum möchte ich dies oder jenes tun? Welchen Beweggrund habe ich? Sind meine Überlegungen wirklich aufrichtig, oder versuche ich im Grunde genommen, mich selbst hinters Licht zu führen oder mich zu entschuldigen?“ Da das Herz verräterisch ist, benötigen wir Hilfe. Gott bietet uns diese Hilfe durch sein Wort. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus und ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch selbst bis zur Scheidung von Seele und Geist ... und ist imstande die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.“ — Hebr. 4:12.

      10, 11. (a) Welche Vorkehrungen hat Jehova getroffen, um uns zu helfen, ein gutes und ungeteiltes Herz zu haben? (b) In welchem Ausmaß hängt es vom einzelnen ab, ob sein Herz ungeteilt ist?

      10 Damit aber die Bibel die Gedanken und Absichten, auf die sich unser Herz festgelegt hat, zu unserem Nutzen beurteilen kann, müssen wir unseren Teil tun. Wir müssen unser Herz für den Rat, den wir bekommen, ‘weich werden lassen’, wir müssen ‘unser Herz neigen’, um ihn anzunehmen. Gottes sichtbare Organisation versorgt uns mit einer Fülle von geistiger Speise, die uns hilft, ‘unser Ohr auf Weisheit merken zu lassen und unser Herz zum Verständnis zu neigen’, so daß unser Herz nicht ‘abstumpft im Verständnis’, sondern daß die ‘Augen unseres Herzens’ erleuchtet sind. Da ‘das Herz des Verständigen Erkenntnis erwirbt und das Ohr der Weisen nach Erkenntnis sucht’, ist dafür gesorgt worden, daß wir regelmäßig christlichen Zusammenkünften beiwohnen können, in denen wir durch Belehrung und Gemeinschaft gestärkt und auferbaut werden. Ferner steht uns der „Rat im Herzen“ reifer, als Aufseher dienender Männer zur Verfügung, die durch ihre Erfahrung im nützlichen Anwenden der Gesetze Jehovas einer tiefen Quelle gleichen, aus der wir „schöpfen“ können. — 2. Chron. 34:27; Spr. 2:1, 2; 18:15; 20:5, NW; Mark. 6:52; Eph. 1:18.

      11 Möchten wir aber aus diesen Vorkehrungen, die uns helfen sollen, unser Herz zu stärken und zu behüten, Nutzen ziehen, so müssen wir uns anstrengen und eifrig davon Gebrauch machen. König Josaphat wurde von Jehova gelobt, weil er ‘sein Herz darauf gerichtet hatte, Gott zu suchen’. (2. Chron. 19:3) „Das verständige Herz ist es, das nach Erkenntnis forscht.“ (Spr. 15:14, NW) David betete: „Schaffe mir, Gott, ein reines Herz“; Jehova tut dies aber nicht durch ein Wunder, denn „dem Erdenmenschen gehören des Herzens Zurechtlegungen“. — Ps. 51:10; Spr. 16:1, NW.

      12. Warum genügt es nicht, die Wahrheit nur verstandesmäßig zu erfassen?

      12 Es genügt nicht, daß wir das, was wir lernen, nur verstandesmäßig erfassen; es sollte uns antreiben; wir sollten es in unserem Herzen verspüren. Durch den inspirierten Sprücheschreiber sagt unser himmlischer Vater: „Mein Sohn, merke auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden. Laß sie nicht von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleische. — Behüte dein Herz, mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.“ (Spr. 4:20-23) Ja, wir müssen das, was wir lernen, ‘auf die Tafel unseres Herzens schreiben’ (Spr. 3:3; 7:3), und das können wir nur tun, wenn wir uns Zeit nehmen und Gottes Wahrheit in das Innere unseres Herzens hinabdringen lassen, damit es uns dann richtig antreibt. (Ps. 37:31) Tust du dies bei deinem persönlichen Studium zu Hause und in den Zusammenkünften?

      13. (a) Womit mögen wir — wenn wir uns ehrlich prüfen — eher woanders sein als mit den Gedanken? (b) Wovor werden wir in Hebräer 3:12 gewarnt, und wie zeigt es sich oft zuerst, daß sich in jemandem „ein böses Herz des Unglaubens entwickelt“?

      13 Gelegentlich sagen wir, wir würden beim Lesen oder in den Zusammenkünften manchmal feststellen, daß wir mit unseren Gedanken woanders seien. Das mag sein. Vielleicht werden wir vorübergehend durch das, was ein Kind tut, oder durch etwas anderes abgelenkt. Seien wir aber einmal ganz ehrlich gegenüber uns selbst: Sind wir manchmal nicht eher mit dem Herzen woanders als mit den Gedanken? Ertappen wir uns dabei, daß wir an materielle Dinge denken, vielleicht an etwas, was wir kaufen wollen, an etwas Interessantes, was wir daheim zu tun vorhaben, an Geldangelegenheiten oder an die Befriedigung des Fleisches: an Essen, Vergnügen oder an jemand vom anderen Geschlecht? Wenn uns diese Dinge weiterhin mehr interessieren als die Betrachtung des Wortes Gottes und seines vorzüglichen Rates, wenn wir vielleicht sogar wünschen, die Zusammenkunft wäre bald zu Ende, damit wir diesen anderen Dingen unsere Aufmerksamkeit schenken können, dann sieht es schlecht für uns aus, dann laufen wir Gefahr, daß unser Herz unempfindlich wird, als wäre es mit einer Fettschicht bedeckt (Ps. 119:70), oder daß es sich verhärtet und sich Gottes Leitung widersetzt. (Hebr. 3:8) Das wäre ein Beweis dafür, daß wir nicht an Jehovas Güte glauben und auch nicht darauf vertrauen, daß er uns für unsere treue Ergebenheit ihm gegenüber belohnt; es wäre ein Beweis dafür, daß wir erwarten, von jemand anders belohnt zu werden. Christen werden ermahnt sich in acht zu nehmen, damit sich nicht in einem von ihnen „jemals ein böses Herz des Unglaubens entwickelt, indem er sich von dem lebendigen Gott zurückzieht“. (Hebr. 3:12) Der Anfang eines solch unheilvollen Laufs zeigt sich gewöhnlich zuerst in der Einstellung dem Worte Gottes gegenüber und darin, wie man das, was man darin liest oder daraus hört, schätzt.

      14. Veranschauliche, wie das Herz unsere Wertschätzung für die christlichen Zusammenkünfte und den Besuch derselben beeinflussen kann.

      14 Genauso verhält es sich mit dem Besuch der Zusammenkünfte an sich oder mit der Teilnahme am Predigtdienst. Es ist nichts Ungewöhnliches, daß jemand gelegentlich krank ist, ja er mag mitunter so krank sein, daß er zu Hause bleiben muß. Auch ist es nichts Ungewöhnliches, daß man manchmal das Gefühl hat, man sei einfach zu müde und zu abgespannt, um die Zusammenkünfte zu besuchen oder am Predigtdienst teilzunehmen — das Fleisch ist schwach, obwohl der Geist willig ist. Wir müssen uns deshalb gelegentlich einen Stoß geben, um den Anfang zu machen, aber wir wissen, daß wir uns hinterher freuen, daß wir es getan haben. Wir müssen uns also in Zucht nehmen, damit wir den selbstsüchtigen Wünschen des Herzens und des gefallenen Fleisches nicht nachgeben. Man könnte dies folgendermaßen veranschaulichen: Angenommen, heute abend findet im Königreichssaal eine dem Bibelstudium gewidmete Zusammenkunft statt. Es ist Zeit hinzugehen, aber ein Bruder fühlt sich körperlich einfach nicht in der Lage dazu. Er würde ja so gern hingehen! Aber er kann einfach nicht. Er fühlt sich so krank. Wo ist aber sein Herz? Ein anderer Bruder kommt nach Hause, nachdem er den ganzen Tag ziemlich schwer gearbeitet hat. Sein Herz flüstert ihm ein: „Es wäre eigentlich schön, heute abend zu Hause zu bleiben.“ (Denken wir daran, daß das Herz der Sitz unserer Wünsche und Beweggründe ist.) Um aber zu Hause zu bleiben, statt in die Zusammenkunft zu gehen, muß man einen Grund haben. Das Herz beginnt also, den Sinn des Bruders in dieser Richtung zu beeinflussen, und fast ehe er sich’s versieht, fallen ihm verschiedene vernünftig erscheinende Gründe dafür ein, zu Hause zu bleiben. Wenn er sich nicht sehr in acht nimmt, schafft er es an diesem Abend nicht, in den Königreichssaal zu gehen. Dasselbe könnte jemandem in Verbindung mit irgendeiner anderen unserer christlichen Tätigkeiten zustoßen. Es geht dabei um die Frage: Wo ist unser Herz? Wenn es etwas tun möchte, etwas zu tun wünscht oder zu tun liebt, so findet es gewöhnlich einen Weg. Jesus faßte dies in dem Wort zusammen: „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ — Matth. 6:21.

      15. Was sollten wir sofort tun, wenn wir feststellen, daß wir nach Gründen suchen, um nicht am Predigtdienst teilzunehmen oder den Zusammenkünften fernzubleiben?

      15 Der eine oder andere hat auch persönliche oder familiäre Verpflichtungen. Ein jeder muß seine Angelegenheiten so regeln, wie er es für das beste hält. Einigen mag es in manchen Monaten möglich sein, dem Predigtdienst mehr Zeit zu widmen als in anderen. Dies ist ihre persönliche Sache. Wenn wir uns aber dabei ertappen, daß wir nach Gründen, Entschuldigungen oder Vorwänden suchen, um den Zusammenkünften fernzubleiben oder nicht am Predigtdienst teilzunehmen, dann sind wir in Gefahr! Dann treibt uns unser Herz in die falsche Richtung. In diesem Fall müssen wir das tun, was Jakobus sagt: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert eure Herzen, ihr Unentschlossenen.“ (Jak. 4:8) Wir haben es hier mit einem Problem zu tun, das wir unserem himmlischen Vater vorlegen und über das wir mit ihm im Gebet sprechen müssen.

      16. (a) Was offenbaren unsere Gebete über unser Herz? (b) Was bedeuten die einladenden Worte Jehovas: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz.“?

      16 Die Gebete sind ein weiteres Mittel, unser Herz zu prüfen. Sie verraten wahrscheinlich ebensosehr wie alles andere, was wir in Verbindung mit dem Dienst Jehovas tun, wie es um unser Verhältnis zu unserem Gott bestellt ist, wie unsere „verborgene Person des Herzens“ ihm gegenüber empfindet. Was für ein Verhältnis zu ihm offenbaren deine Gebete? Das könnt nur ihr beide, du und er, wissen. Es sollte aber ebenso herzlich, vertrauensvoll und innig sein wie das Verhältnis zwischen einem Sohn oder einer Tochter und einem Vater, der von ganzem Herzen geachtet und geliebt wird. (Spr. 4:3, 4) Verraten deine Gebete ein solches Verhältnis? Oder stehst du zu Gott lediglich wie zu einem Nachbarn, zu deinem Arbeitgeber oder zu einem ziemlich guten Bekannten, den du nur kennst, weil du dann und wann mit ihm sprichst? Wenn das Verhältnis nicht so ist, wie es sein sollte, dann laß dir eines gesagt sein: Der Fehler liegt nicht bei deinem himmlischen Vater, denn dem Schreiber von Sprüche 23:26 gleich sagt er: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deine Augen Gefallen haben an meinen Wegen!“ Öffne ihm in deinen Gebeten dein Herz; sage ihm, was in deinem Herzen ist; bitte ihn darum, dir zu helfen, den rechten Wünschen deines Herzens entsprechend zu handeln und die Schwächen deines Herzens zu erkennen und dagegen anzugehen. Gib ihm dann dein Herz, indem du dich der Führung und Leitung unterstellst, die er dir durch sein Wort, seinen Geist und die Christenversammlung zuteil werden läßt.

      DAS HERZ IM VORAUS STÄRKEN

      17. Warum ist es wichtig, das Herz zu stärken und zu behüten, bevor wir in Versuchung geraten?

      17 Wir leben in einem System, das täglich verderbter wird. Daher wird unser Herz, was unsere ungeteilte Ergebenheit Jehova Gott und seinem Dienst gegenüber betrifft, immer größeren Prüfungen ausgesetzt. Wenn wir es behüten möchten, müssen wir es ständig beobachten und immer daran denken, daß es eine wichtige Rolle spielt, weil es die Fähigkeit hat, Beweggründe und Neigungen zu entwickeln. Wir sollten nicht warten, bis Prüfungen und Versuchungen mit aller Gewalt auf uns eindringen, sondern sollten unser Herz lange im voraus stärken, um dann widerstehen zu können.

      18. Welche Fragen helfen uns, unsere Beweggründe zu prüfen?

      18 Schon beim ersten Gedanken an eine unsittliche Handlung sollten wir uns fragen: „Möchte ich so etwas wirklich tun? Ich weiß doch, wozu es führt. Möchte ich Schmach auf meine Familie und auf die Versammlung, mit der ich verbunden bin, bringen? Und mein Ehepartner? Zugegeben, er mag Fehler und Schwächen haben — die habe ich aber auch. Möchte ich tatsächlich das Leid verursachen, das eine solche Handlung unweigerlich mit sich bringt? Wäre das Dankbarkeit gegenüber meinem Ehepartner, mit dem ich so viele Jahre seines Lebens geteilt habe? Ja möchte ich wirklich so undankbar sein und Jehovas Gabe, seinen Sohn, verachten, den Tod Jesu am Marterpfahl für nichts achten und die unverdiente Güte Jehovas verwerfen, bloß um mich einige Augenblicke einem unerlaubten Vergnügen hinzugeben? Wo ist meine Liebe zu Sittsamkeit, Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit?“

      19. Welche Fragen könnten wir uns passenderweise stellen, wenn wir die Anziehungskraft des Materialismus zu verspüren beginnen?

      19 Wenn wir die Anziehungskraft des Materialismus spüren oder wenn uns das gegenwärtige System der Dinge mit seinen angeblichen Vorteilen und Gewinnchancen lockt, sollten wir uns, das heißt die „verborgene Person des Herzens“, fragen: „Kann ich, wenn ich ehrlich bin, sagen, daß mir materielle Dinge jemals die gleiche Freude vermittelt haben wie der Dienst Jehovas, die Gemeinschaft mit meinen Brüdern oder das Bewußtsein, anderen wirklich eine Hilfe gewesen zu sein und ihnen den Weg zum Leben gewiesen zu haben? Kann mir diese Welt eine Zukunft bieten, die ein gerechtes Herz wirklich wünschen könnte? Möchte ich ihr tatsächlich meine Zuneigung schenken, obwohl ich genau weiß, daß sie mich nur eine Zeitlang gebraucht und mich dann, wenn sie keine Verwendung mehr für mich hat, fallenläßt?“ Noch müssen wir auf Gottes gerechte neue Ordnung und ihre Segnungen warten, aber Jakobus gibt uns den Rat: „Übt auch ihr Geduld; befestigt eure Herzen, denn die Gegenwart des Herrn hat sich genaht.“ — Jak. 5:7, 8.

      20. Was für einen Rückblick sollten wir in unserem Herzen halten, wenn wir uns vor Fragen gestellt sehen, bei denen es um unsere Neutralität geht?

      20 Sollte man dich unter Druck setzen, um dich zu veranlassen, von deiner Neutralität gegenüber den Systemen dieser Welt abzugehen und deine Lauterkeit gegenüber Gott aufzugeben, dann halte in deinem Herzen einen Rückblick auf die abscheulichen Dinge, die der Gott dieser Welt, Satan, der Teufel, unter den Nationen gefördert hat: Blutvergießen, Verbrechen, Habgier und Grausamkeit. Wie könnten wir einwilligen, uns auch nur für einen Augenblick auf seine Seite zu stellen! Wie könnten wir, selbst wenn wir verfolgt, eingesperrt und mißhandelt würden, uns von Jehova, dem Gott des neuen Systems der Dinge, abwenden und uns auf die Seite Satans und seiner verderbten und herzlosen, mit wilden Tieren verglichenen Systeme stellen?

      21. (a) Wie können wir verhüten, daß unser Herz heute, wo wir in der „Zeit des Endes“ so weit vorgerückt sind, ‘beschwert wird’? (b) Was zeigt, daß Salomo den Rat seines Vaters, sein Herz ungeteilt zu bewahren, nicht befolgte?

      21 Auf ähnliche Weise können wir in unserem Herzen die Liebe zu allem, was recht, anständig und ehrbar ist, stärken und einen echten Haß entwickeln gegen alles, was Jehova verurteilt und verabscheut. (1. Chron. 29:17; Hebr. 1:9) Haben wir aber einmal ein gutes Herz entwickelt, dürfen wir es nicht dabei bewenden lassen. Wir müssen unser Herz behüten. „Gebt auf euch selbst acht, damit eure Herzen niemals durch zuviel Essen und zuviel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werden und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch komme wie eine Schlinge. Denn er wird über alle jene kommen, die auf der ganzen Erdoberfläche wohnen.“ (Luk. 21:34, 35) Salomo erbat sich von Jehova ein gehorsames Herz und Unterscheidungsvermögen, um Gottes Volk zu richten. Gott gab Salomo „Weisheit und sehr große Einsicht und Weite des Herzens“. Wie traurig ist es deshalb, über ihn zu lesen: „Es geschah zur Zeit, als Salomo alt war, da neigten seine Weiber sein Herz anderen Göttern nach; und sein Herz war nicht ungeteilt mit Jehova, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David.“ (1. Kö. 4:29; 11:1-6) Stell dir das vor! Nachdem er von Jehova mit soviel Weisheit ausgestattet worden war und in Verbindung mit Jehovas Vorbild-Königreich so viele Vorrechte genossen und auch den herrlichen Tempel Jehovas erbaut hatte, ließ er zu, daß seine heidnischen Frauen sein Herz bewogen, sich der Anbetung anderer Götter zuzuwenden! Und gerade er hatte unter Inspiration so viel über das Herz geschrieben.

      22. Warum ist es wichtig, daß wir Jehova dienen, nicht weil wir müssen, sondern weil wir den Wunsch haben, seinen Willen zu tun?

      22 Tun wir daher alles, was immer wir tun, als für Jehova! Es freut ihn sehr, wenn wir ihm dienen. Er ist kein undankbarer Gott. Er schätzt alles, was wir tun; es freut ihn, uns zu belohnen, uns zu segnen und uns Gaben zu verleihen. Aber unser Dienst muß aufrichtig, echt und ganzherzig sein. Jehova kann jeden Vorwand durchschauen und sieht, wenn wir etwas aus anderen Gründen tun. Er sieht, ob wir mehr an einem Bericht interessiert sind als daran, ihn zu lobpreisen, ja er sieht, ob wir besonders auf unsere Erscheinung und den Eindruck, den wir bei anderen erwecken, bedacht sind und ob wir etwas nur tun, weil wir denken, wir müßten es tun. Zugegeben, wir müssen Jehova dienen, wenn wir leben möchten; wir werden aber niemals durchhalten, niemals ausharren und niemals das Ziel erreichen, wenn wir nicht den Wunsch und ein tief empfundenes Verlangen haben, ihm zu dienen, wenn wir uns nicht danach sehnen, in einer Zeit zu leben, in der wir ihm vollkommen dienen können, frei von allem, was uns jetzt veranlaßt, unrecht zu tun und seinen vollkommenen Maßstäben nicht zu entsprechen.

      23. (a) Warum mögen einige aus dem Wettlauf, bei dem es um das Leben geht, ausscheiden? (b) Was können wir wie Paulus im Interesse derer, die ein ungeteiltes Herz haben möchten, zuversichtlich beten?

      23 Alles deutet darauf hin, daß Gottes neue Ordnung unmittelbar bevorsteht. Doch selbst zu dieser vorgerückten Stunde fallen einige ab, die viele Jahre im Dienste Jehovas gestanden haben. Warum? Liegt es vielleicht daran, daß sie unabhängig sein möchten? Haben sie vielleicht erkannt, daß Gottes Regierung nun bald über alle überlebenden Erdbewohner herrschen wird, und möchten sie dies in ihrem Herzen in Wirklichkeit nicht? Möchten sie nicht, daß diese gerechte Regierung über die ganze Erde herrscht? Du hast Jehova gesucht und hast ihn auch gefunden; so bewahre nun dein Herz ihm gegenüber ungeteilt, liebe ihn und diene ihm ganzherzig. Verlaß ihn nicht, sonst wird er dich für immer verwerfen. Wie Paulus damals für seine Brüder betete, so beten wir jetzt auch für dich: „Möge der Herr fortfahren, eure Herzen sicher zur Liebe Gottes und zum Ausharren um des Christus willen hinzulenken.“ — 2. Thess. 3:5.

      [Bild auf Seite 340]

      Sind wir, wenn wir uns ablenken lassen, vielleicht eher mit dem Herzen woanders als mit den Gedanken?

      [Bild auf Seite 342]

      Unsere Gebete zeigen, welches Verhältnis wir zu Gott haben. Was verraten deine Gebete in dieser Hinsicht?

  • Warum die Dreieinigkeit gelehrt wird
    Der Wachtturm 1971 | 1. Juni
    • Warum die Dreieinigkeit gelehrt wird

      ◆ Eine Frau in Reidsville (Nordkarolina) fing an, mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren. Nachdem sie sie erst einen Monat studiert hatte, sprach sie bei ihrem Geistlichen vor, um ihm verschiedene Fragen zu stellen, von denen einige mit der Lehre von der Dreieinigkeit zu tun hatten. Ihre Unterhaltung über die Dreieinigkeit verlief etwa wie folgt:

      „Lehrten die Apostel die Dreieinigkeit?“ fragte die Frau.

      „Nein“, erwiderte der Geistliche.

      „Lehrte denn Jesus die Dreieinigkeit?“

      „Nein“, antwortete der Geistliche wiederum.

      „Warum lehren Sie denn dann die Dreieinigkeit?“ fragte sie. Die Antwort des Geistlichen hierauf war, er lehre die Dreieinigkeit deshalb, weil die Kirche diese Lehre mehrere Jahrhunderte später angenommen habe.

      Aber in der Bibel heißt es, daß ‘jeder, der nicht in der Lehre des Christus bleibt, Gott nicht hat’. — 2. Joh. 9.

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