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„Hast du einen Augenblick Zeit?“Der Wachtturm 1983 | 1. Juni
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„Hast du einen Augenblick Zeit?“
Oft bedeutet diese Frage die Unterbrechung einer Tätigkeit. Du magst zwar bereit sein, etwas von deiner kostbaren Zeit zu opfern, um jemandem zuzuhören oder ihm zu helfen, doch tust du es gern? Opferst du dem Betreffenden nicht nur deine Zeit, sondern schenkst du ihm auch deine ganze Aufmerksamkeit?
Was ein straffälliger Junge über einen Lehrer sagte, der ihn für sich gewinnen konnte, veranschaulicht diesen Gedanken treffend. „Dutzende von Kindern warten, um ihn zu sprechen“, sagte der Junge, „ist man aber einmal bei ihm drin, so hat man das Gefühl, man sei der einzige auf der Welt, um den er sich kümmert.“
Das ist also der Schlüssel zu dem Geheimnis, wie man Menschen gewinnen kann: die Bereitschaft, ihnen seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Der Apostel Paulus bewies diese Bereitschaft in seinem Bemühen, anderen zu helfen. Er sagte: „So bin ich den Juden wie ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen unter Gesetz bin ich wie einer, der unter Gesetz ist, geworden ... Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie einer ohne Gesetz geworden ... Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden ... Ich bin den Menschen von allen Arten alles geworden, damit ich auf jeden Fall einige rette“ (1. Korinther 9:20-22).
Wenn du dir die Zeit nimmst, jemandem zu helfen, denkst du dann nicht nur an die Quantität, sondern auch an die Qualität?
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1983 | 1. Juni
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Fragen von Lesern
■ Wie sollten wir uns gegenüber kommunalen Angelegenheiten oder sozialen Fragen (z. B. Umweltschutzproblemen) verhalten, da Jesus doch gesagt hat, Christen sollten „kein Teil der Welt“ sein?
Christen sind gegenüber kommunalen Angelegenheiten, die die Bevölkerung im allgemeinen betreffen — auch Umweltverschmutzung und Umweltschutz —, nicht blind. Inwieweit sie sich aber damit befassen, sollte in Übereinstimmung mit der Bibel und ihrer vorrangigen Verpflichtung gegenüber Gott entschieden werden.
Jehova ist an der Sicherheit und Gesundheit der Allgemeinheit interessiert, was die Gesetze, die er dem Volk Israel gab, deutlich erkennen lassen. Zum Beispiel sollten gefährliche Haustiere in Gewahrsam gehalten und offene Gruben zugedeckt werden; Dächer mußten mit einem Geländer versehen werden, um zu verhüten, daß jemand herabfiel und daß Vorübergehende gefährdet wurden (2. Mose 21:28-34; 5. Mose 22:8). Sein Interesse an der Gesundheit des Volkes ist klar ersichtlich aus den Quarantänegesetzen und den Vorschriften über die Beseitigung von Exkrementen, die das Trinkwasser hätten verseuchen und so zur Ausbreitung von Krankheiten hätten beitragen können (3. Mose 13:1-59; 5. Mose 23:9-14). Was Umweltverschmutzung und Umweltschutz betrifft, sagt uns Gottes Wort, daß er ‘die verderben wird, die die Erde verderben’ (Offenbarung 11:18).
Es gilt jedoch zu beachten, daß Gott seinen Dienern — Israeliten und Christen — nicht den Auftrag gab, für Verbesserungen auf diesem Gebiet zu werben. Die Juden wurden nicht aufgefordert, unter den umliegenden Nationen einen Feldzug zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse oder zur Einführung besserer Gesundheits- oder Bauvorschriften durchzuführen. Es liegen auch keine Beweise dafür vor, daß sie (oder später die Christen) dies taten, als sie in anderen Ländern wohnten. Gott sagte, ER werde gegen die vorgehen, die die Erde verderben; er deutete mit keinem Wort an, daß dies für ‘seine Sklaven, die Propheten, die Heiligen und die, die seinen Namen fürchten, die Kleinen und die Großen’, eine wichtige Aufgabe sein werde (Offenbarung 11:18).
Selbstverständlich sind sich Christen dessen bewußt, daß es Möglichkeiten gäbe, das Leben für sie und ihre Mitmenschen zu verbessern. Sie sind menschlichen Bedürfnissen gegenüber nicht blind. Sie schätzen „Menschenfreundlichkeit“ und pflegen diese Eigenschaft. (Vergleiche Apostelgeschichte 28:2, 7-9; Markus 7:24-30.) Das mag ihre Handlungsweise beeinflussen, wenn es um die Entscheidung gewisser Fragen im Zusammenhang mit Verbesserungen innerhalb der Gemeinde geht. Zum Beispiel könnten die Bewohner einer Gegend nach ihrer Meinung über die Notwendigkeit einer besseren Straßenbeleuchtung oder Straßenbeschilderung, neuer Schulen oder einer besseren Wasserversorgung und Kanalisierung befragt werden. Im allgemeinen wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Christ seine Meinung über solche Verbesserungen
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