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Würde ein Gott der Liebe Seelen quälen?Der Wachtturm 1973 | 15. Juli
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Würde ein Gott der Liebe Seelen quälen?
DIE hervorragendste Eigenschaft des Schöpfers des Menschen ist Liebe. Er ist sogar die personifizierte Liebe. Deshalb sagt die Bibel: „Gott ist Liebe.“ (1. Joh. 4:16) Von diesem liebevollen Gott sang der Psalmist David: „Unter seinem Zorn zu sein währt einen Augenblick, unter seinem Wohlwollen zu sein währt ein Leben lang.“ — Ps. 30:5.
Das Ausmaß der Liebe Gottes zur Menschheit kommt durch die Art und Weise zum Ausdruck, wie er Personen, die seine Gesetze übertreten, betrachtet. Obwohl ihn ihre Handlungen ‘kränken’ und ihm ‘Schmerz bereiten’ mögen, braust er nicht sofort im Zorn gegen sie auf. (Ps. 78:38-41) Barmherzigerweise räumt er ihnen Gelegenheiten ein, ihre Wege zu ändern, da er kein Gefallen daran hat, ein verurteilendes Gericht über sie zu bringen. Durch seinen Propheten Hesekiel sagte er zu dem ungehorsamen Volk Israel: „Ich habe kein Gefallen am Tode des Bösen, sondern daran, daß ein Böser von seinem Wege umkehrt und tatsächlich am Leben bleibt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?“ (Hes. 33:11) Da er das Leben als etwas Kostbares betrachtet, sorgt Jehova Gott dafür, daß diejenigen, die seine gerechten Gesetze verletzen, gewarnt werden.
Ein Beispiel dafür ist Ninive, die Hauptstadt des alten Assyrien. Wie die Bibel berichtet, wurden die Einwohner dieser Stadt so böse, daß Jehova beabsichtigte, sie zu vernichten. Trotzdem gab er ihnen eine Gelegenheit, vom Bösestun abzulassen. In seiner überaus großen Liebe und Barmherzigkeit sandte er den Propheten Jona zu ihnen. „Nur noch vierzig Tage, und Ninive wird umgekehrt werden“, lautete die aufsehenerregende Ankündigung des Propheten Jehovas. — Jona 3:4.
Die Niniviten wußten, daß sie sich in schlechten Ruf gebracht hatten. Das ihnen von Gott verliehene Gewissen verurteilte sie. Sie beteten zwar nicht Jehova Gott an, doch waren sie noch der Furcht vor Gottheiten ergeben. Als sie daher vernahmen, daß ein Fremder, der begreiflicherweise kein persönliches Interesse an ihnen hatte, freimütig ihre kommende Vernichtung verkündete, waren sie zutiefst erschüttert. Die ganze Stadt mit ihrem König bereute in Sacktuch und Asche.
In barmherziger Weise bewahrte der Gott der Liebe die reumütigen Niniviten vor dem Unheil, das sein Prophet über sie ausgerufen hatte. Jona konnte das einfach nicht verstehen. Er wurde sogar ärgerlich. Er verließ die Stadt und baute sich östlich von Ninive eine Hütte. Dort blieb er, um zu sehen, was mit der Stadt geschehen würde. — Jona 4:1-5.
Damit Jona erkennen konnte, daß Gott richtig gehandelt hatte, als er die reumütigen Niniviten verschonte, beschloß Jehova, Jona durch Anschauungsunterricht zu belehren. Durch ein Wunder ließ er eine Flaschenkürbispflanze wachsen und sorgte dafür, daß sie Jona in seiner Hütte willkommenen Schatten bot. Danach bestellte Jehova einen Wurm, der die Pflanze stach und verursachte, daß sie verdorrte. Der schattenspendenden Pflanze beraubt, war Jona nun dem sengenden Ostwind und der heißen Sonne, die auf seinen Kopf niederprallte, ausgesetzt. Zweifellos begann er sich zu fragen, weshalb die Pflanze abgestorben sei, besonders weil sie sich für ihn als ein solcher Segen erwiesen hatte. Jona hatte sie zwar weder gepflanzt noch gepflegt, doch tat es ihm um die Pflanze leid; es schien ein Jammer zu sein, daß sie schon so bald abgestorben war. — Jona 4:6-10.
Für Jehova bestand aber noch mehr Grund dafür, daß es ihm um Ninive leid tat. Seine Bewohner und deren Haustiere waren weit mehr wert als eine Flaschenkürbispflanze. Indem Jehova den Anschauungsunterricht erteilte, fragte er Jona: „Sollte es mir meinerseits nicht leid tun um Ninive, die große Stadt, in der mehr als einhundertzwanzigtausend Menschen am Dasein sind, die nicht einmal den Unterschied zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken kennen, dazu viele Haustiere?“ — Jona 4:11.
Ist es vernünftig, zu schlußfolgern, daß ein Gott, der solch zartes Mitgefühl gegenüber Menschen bekundet, diese nach ihrem Tode in einer feurigen Hölle in alle Ewigkeit quälen würde? Wenn Jehova Gott kein Gefallen am Tode der Bösen hat, wie könnte er etwa Gefallen daran finden, zu sehen, wie Menschen in alle Ewigkeit die größten Qualen erleiden?
Als sich die Israeliten auf den widerlichen Brauch, Kinder zu opfern, einließen, sagte Jehova zu seinem Propheten Jeremia: „Sie haben die Höhen des Topheth gebaut, das im Tal des Sohnes Hinnoms ist, um ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer zu verbrennen, etwas, was ich nicht geboten hatte und was in meinem Herzen nicht aufgekommen war.“ (Jer. 7:31) Wenn der abscheuliche Brauch, Kinder zu opfern, dem Gott der Liebe nie in den Sinn kommen könnte, wie wäre es ihm möglich, darauf zu kommen, Menschen, die seine Gesetze übertreten, ewig zu quälen?
GOTT HÄLT MIT STRAFE NICHT ZURÜCK
Das bedeutet nicht, daß Jehova Gott Bösestun nicht bestraft, daß er bei groben Verletzungen seiner Gebote ein Auge zudrückt. In seinem Wort heißt es: „Jehova ist ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert und Rache nimmt; Jehova nimmt Rache und ist zum Grimm geneigt. Jehova nimmt Rache an seinen Widersachern, und er grollt seinen Feinden. Jehova ist langsam zum Zorn und groß an Kraft, und keineswegs wird sich Jehova davon zurückhalten zu strafen.“ (Nah. 1:2, 3) „Er ist weisen Herzens und stark an Kraft. Wer kann ihm Trotz bieten und unversehrt davonkommen?“ (Hiob 9:4) Selbst diejenigen, die vorgeben, sein Volk zu sein, sich aber etwas zuschulden kommen lassen, werden nicht vor Schaden oder sogar Qualen bewahrt.
Versucht jemand, seine Sünde zu verbergen, wird Gott es ihm nicht ersparen, von seinem Gewissen gequält zu werden. David erging es so. Er schrieb: „Als ich stillschwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht war deine Hand schwer auf mir. Mein Lebenssaft ist verwandelt worden wie in der trockenen Sommerhitze.“ — Ps. 32:3, 4.
David wurde von seinem Bemühen, ein schuldbeladenes Gewissen zu unterdrücken, verzehrt. Was er getan hatte, beängstigte ihn so sehr, daß seine Kraft ebenso verzehrt wurde, wie ein Baum bei großer Hitze in einem trockenen Sommer den lebenerhaltenden Saft verlieren mag. Die Qual, die David verspürte, brachte aber auch etwas Gutes mit sich. Sie bewog ihn, seine Sünde zu bekennen und dadurch wieder ein rechtes Verhältnis zu seinem Gott zu erlangen.
Selbst dann, wenn Jehova Menschen der strengsten Zucht unterwirft, verfolgt er damit einen Zweck. Es kann dazu dienen, daß sie sich bessern. Niemals bringt Jehova Gott jemand in Betrübnis, weil es ihm Vergnügen bereiten würde. Er findet ebensowenig Freude daran, jemand zu strafen, wie ein liebevoller Vater, der sich eines ungehorsamen Kindes anzunehmen hat. Um den Zweck seiner Zucht zu veranschaulichen, erklärte Jehova durch seinen Propheten Jesaja:
„Pflügt wohl der Pflüger den ganzen Tag lang, um Samen zu säen, daß er seinen Erdboden auflockert und eggt? Wenn er seine Oberfläche geebnet hat, wirft er dann nicht Schwarzkümmel aus und streut Kümmel, und muß er nicht Weizen, Hirse und Gerste an den bestimmten Ort legen und Spelt als seine Grenze? Und man bringt ihn zurecht gemäß dem, was recht ist. Sein eigener Gott unterweist ihn. Denn nicht mit einem Dreschwerkzeug wird Schwarzkümmel getreten, und über Kümmel wird kein Wagenrad gedreht. Denn mit einem Stock wird Schwarzkümmel gewöhnlich ausgeschlagen und Kümmel mit einem Stab. Wird Brotkorn selbst im allgemeinen zermalmt? Denn niemals bleibt einer dabei, es anhaltend zu dreschen. Und er muß die Walze seines Wagens in Bewegung setzen und seine eigenen Reitpferde, doch wird er es nicht zermalmen. Auch dies ist von Jehova der Heerscharen selbst ausgegangen, der wunderbar gewesen ist an Rat, der an erfolgreichem Wirken Großes getan hat.“ — Jes. 28:24-29.
Pflügen und Ernten haben ihre Grenzen. Die Festigkeit des Bodens bestimmt, wieviel Kraft beim Pflügen aufzuwenden ist. Von der Art des Getreides hängt es ab, wie stark oder wie schwer die zum Dreschen verwendeten Werkzeuge sein müssen. In ähnlicher Weise züchtigt oder straft Jehova Personen, die sein Gesetz übertreten, nicht ständig. Er züchtigt sie in erster Linie, um sie zu erweichen, so daß sie für seinen Rat und für seine Leitung empfänglicher werden. Das zeigt, mit welcher Weisheit Gott die Menschen läutert, indem er sie so behandelt, wie es ihren Bedürfnissen am besten entspricht, so daß sie von unerwünschten Charakterzügen befreit werden können.
Manchmal kann das, was Jehova Gott über Menschen kommen läßt, für sie wirklich eine Qual sein. Es mag ihre falschen Wege auf qualvolle Weise bloßstellen. (Vergleiche Offenbarung 11:10.)
Personen, die den Anklagen, die Jehova Gott durch den Mund seiner Diener verkündet hat, keine Beachtung schenken, werden durch die Botschaft gequält. Es entgehen ihnen die Segnungen, die sie genießen könnten, wenn sie bereuen und ihre Wege ändern würden. Aber selbst in ihrem Fall wird durch die Qual ein Zweck erreicht. Es wird offenbar, daß sie es nicht verdienen, von dem Gerichtsvollzug Gottes verschont zu werden.
Könnte man aber sagen, ewige Qual diene einem sinnvollen Zweck? Würden die gequälten Menschen einen Nutzen haben, falls Jehova Gott sie ewig quälen sollte? Offensichtlich nicht. Sie könnten sich — selbst wenn sie es wollten — weder bessern noch eine vorteilhafte Änderung ihrer Situation herbeiführen. Auch dem Schöpfer würde es schließlich nichts nützen, wenn er sie ewig quälen würde. Er wäre nur gezwungen, etwas zu tun, was er nicht tun möchte, nämlich mit anzusehen, wie jemand ständig Leiden erduldet, Leiden, die zu nichts Gutem für denjenigen führen, der sie zu erdulden hat und der keine Möglichkeit hat, davon befreit zu werden. Der Prophet Habakuk schrieb über Gott: „Du bist zu rein von Augen, um Schlechtes zu sehen; und Ungemach vermagst du nicht anzuschauen.“ (Hab. 1:13) Wie könnte dann Gott in alle Ewigkeit die Qualen derer mit anschauen, die sein Gesetz verletzt haben?
Es ist wirklich unvorstellbar, daß ein Gott der Liebe etwas tun würde, was seiner Persönlichkeit und seiner Verhaltens- und Handlungsweise völlig widerstrebt.
Man könnte aber fragen: Ist das der einzige Beweis gegen die Lehre von einer ewigen Qual? Gibt es nichts, was zeigen würde, daß etwas weiterlebt, wenn der Körper tot ist? Gibt es denn kein bewußtes Weiterbestehen nach dem Tode? Gibt es also eine Qual für etwas, was den Tod des Körpers überlebt? Um die Antwort auf diese Fragen zu erhalten, laden wir dich ein, den folgenden Artikel zu lesen.
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Was ist deine Seele?Der Wachtturm 1973 | 15. Juli
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Was ist deine Seele?
VIELE Leute glauben, daß der Mensch eine Seele habe, die etwas vom Körper Unterschiedliches und Getrenntes sei. Man nimmt an, diese Seele verlasse beim Tode den Körper. Je nachdem, ob jemand ein gutes Leben geführt hat oder nicht, kommt seine Seele angeblich entweder in die Hölle und wird dort gequält oder in den Himmel und erfreut sich bei Gott ewigen Glücks.
Daraus geht hervor, daß sich der Glaube an eine Feuerhölle auf die Lehre stützt, der Mensch habe eine Seele, die den Tod des Körpers überlebe. Stimmt diese Lehre aber mit der Bibel überein?
Im ersten Buch der Heiligen Schrift, im ersten Buch Mose, wird gezeigt, was die Menschenseele ist. In 1. Mose 2:7 heißt es über die Erschaffung des ersten Menschen: „Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele [hebräisch: nephesch].“ Beachte, daß die Bibel nicht sagt, der Mensch habe eine Seele erhalten, sondern sagt: „Der Mensch wurde eine lebende Seele.“
In seinem inspirierten Brief an die Korinther zeigte der Apostel Paulus, daß sich die christliche Lehre über die Seele nicht von dem unterschied, was im ersten Buch Mose dargelegt wird. Er zitierte 1. Mose 2:7 und sagte: „So steht auch geschrieben: ,Der erste Mensch Adam wurde eine lebendige Seele.‘“ (1. Kor. 15:45) Paulus gebrauchte das Wort psyche, das griechische Wort für Seele; das beweist, daß mit psyche ebenso wie mit dem hebräischen Wort nephesch der Mensch selbst bezeichnet werden kann.
Es ist bemerkenswert, daß zahlreiche Bibelgelehrte des zwanzigsten Jahrhunderts, katholische, protestantische und jüdische, offen zugegeben haben, daß der Mensch selbst eine Seele ist. Wir lesen:
„Der berühmte Vers in 1. Mose [2:7] besagt nicht, wie oft angenommen wird, daß der Mensch aus Körper und Seele bestehe; er besagt, daß Yahweh den Menschen bildete, Staub vom Erdboden, und dann daranging, die reglose Gestalt mit lebendem Odem, der in seine Nase geblasen wurde, zu beleben, so daß der Mensch ein lebendes Wesen wurde, was die einzige Bedeutung von nephesch [Seele] hier ist“ (Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft, Jahrgang 41).
„Man darf nicht denken, der Mensch habe eine Seele; er ist eine Seele“ (The New Bible Commentary).
„Die Seele ist gemäß dem A[lten] T[estament] nicht ein Teil des Menschen, sondern der ganze Mensch — der Mensch als lebendiges Wesen. Im N[euen] T[estament] hat der Begriff eine ähnliche Bedeutung, und zwar bedeutet er hier das menschliche Leben: das Leben eines einzelnen, vernunftbegabten Wesens“ (New Catholic Encyclopedia).
„Im Neuen Testament bedeutet ,seine Seele retten‘ (Mk 8:35) nicht, einen ‚geistigen‘ Teil des Menschen zu retten, im Gegensatz zu seinem ,Körper‘ (im platonischen Sinn), sondern die ganze Person, wobei Nachdruck auf die Tatsache gelegt wird, daß die Person am Leben ist, ein Verlangen hat, Liebe zeigt und willens ist, etwas zu tun, usw., und auch darauf, daß sie etwas Greifbares, Körperliches ist“ (The New American Bible, „Glossary of Biblical Theology Terms“).
„Die Bibel sagt nicht, wir hätten eine Seele. ,Nefesch‘ ist die Person selbst, ihr Nahrungsbedürfnis, das Blut in ihren Adern, ihr Wesen“ (Dr. H. M. Orlinsky vom Hebrew Union College, zitiert in der New York Times vom 12. Oktober 1962).
Da sich in den Ursprachen die Wörter für „Seele“ (nephesch und psyche) auf den Menschen selbst beziehen können, sollten wir erwarten, daß ihr die normalen körperlichen Funktionen oder charakteristischen Merkmale der Menschen zugeschrieben werden. Ist das der Fall? Deine Seele — bist du das wirklich? Betrachte einmal folgendes:
Untersucht man, wie diese Wörter im Hebräischen und Griechischen in der Bibel gebraucht werden, so stellt man fest, daß eine Menschenseele geboren wird. (1. Mose 46:18) Sie kann essen oder fasten. (3. Mose 7:20; Ps. 35:13) Sie kann frohlocken oder betrübt sein. (Ps. 35:9; Matth. 26:38) Sie kann sich verlieben. (1. Mose 34:3) Sie kann andere segnen. (1. Mose 27:4) Sie kann zuhören. (Apg. 3:23) Die Seele kann sündigen, schwören, ein Verlangen nach etwas haben und von Furcht befallen werden. (3. Mose 4:2; 5:4; 5. Mose 12:20; Apg. 2:43) Sie kann entführt und in Fesseln gelegt werden. (5. Mose 24:7; Ps. 105:18) Kannst du nicht all das tun, oder kann das alles nicht mit dir geschehen? Ja deine Seele, das bist du.
Wenn daher deine Seele stirbt, stirbst du, du hörst auf, mit Bewußtsein zu existieren. Die Bibel spricht wiederholt davon, daß die Seele sterbe. Durch seinen Propheten Hesekiel erklärte Jehova: „Siehe! Alle Seelen — mir gehören sie. Wie die Seele des Vaters, ebenso die Seele des Sohnes — mir gehören sie. Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben.“ (Hes. 18:4, 20) Über den Messias oder Christus heißt es in Jesajas Prophezeiung, „daß er seine Seele in den Tod selbst ausschüttete“. (Jes. 53:12) Und Jesus Christus sagte: „Wer seine Seele liebhat, vernichtet sie.“ — Joh. 12:25.
Gibt es aber nicht wenigstens einige Schriftstellen, die so verstanden werden könnten, als ob sie die Möglichkeit nahelegten, der Mensch habe eine unsterbliche Seele? Nein. Interessanterweise sind selbst Bibelgelehrte, die keine Zeugen Jehovas sind, aufgrund ihres Studiums zu dieser Schlußfolgerung gelangt. David G. Buttrick, außerordentlicher Professor für Gottesdienst und Seelsorge am Theologieseminar in Pittsburgh, schrieb in der Zeitschrift Presbyterian Life (Mai 1970): „Ich finde nichts in der Schrift, um den Gedanken zu stützen, daß Seelen ,ein unsterbliches Dasein‘ haben.“ Zur Bedeutung des Wortes „Seele“ bemerkt dieser Gelehrte: „Wenn die Bibel das Wort Seele gebraucht, bedeutet es gewöhnlich ,Leben‘ oder ,am Leben sein‘ und nicht etwas von uns Getrenntes. Man denke die Sache also zu Ende: Wenn die Bibel uns sagt, wir seien sterblich, sagt sie, daß wir sterben, daß wir wirklich sterben.“ Er setzt seine Argumentation fort und sagt: „Wenn wir unsterbliche Seelen hätten, brauchten wir Gott nicht — unsere Unsterblichkeit würde schon genügen. Die Bibel widerspricht jedoch dieser eitlen Hoffnung: Wir sind sterblich, und daher müssen wir uns allein an Gottes Liebe klammern. Christen glauben nicht an ein Fortleben, sondern an die Auferstehung.“
Die Bibel erklärt deutlich, daß Tote nicht bei Bewußtsein sind. So gibt die römisch-katholische Übersetzung von Hamp, Stenzel Prediger 9:10 wie folgt wieder: „Alles, worauf deine Hand nur stößt, vollführe mit Kraft! Denn es gibt kein Handeln und Planen, nicht Wissen und Weisheit in der Totenwelt, dahin du wanderst.“ Da es keine unsterbliche Seele gibt, die den Tod des Körpers überlebt, existiert nichts, was nach dem Tod in einer Feuerhölle gequält werden könnte. Die von Gott verheißene Auferstehung ist aber eine Zusicherung dafür, daß die Toten, die in der Hölle sind, zum Leben kommen werden.
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