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3. Teil: Ausdehnung der OrganisationDer Wachtturm 1955 | 1. April
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beabsichtigen wir, Nutzen aus dieser Gelegenheit zu ziehen, indem wir diese Bücher vorerst unter unseren nächsten Verwandten und Freunden und dann auch unter den Armen, die sie lesen möchten und nicht kaufen können, verbreiten wollen; und aus diesem Grunde wünschen wir diese Extraexemplare zu erhalten. Ihr usw.c“
Dieser Brief war unterzeichnet von J. F. Rutherford, Rechtsanwalt, der zwölf Jahre später selbst den Schritt der Hingabe an Gott tat und in den Vollzeitdienst im Hauptbüro Pittsburgh oder im „Bibelhaus“ als Rechtsberater der Gesellschaft eintrat und dann später, im Jahre 1917, nach dem Tode Russells, der zweite Präsident der Gesellschaft wurde.
(Fortsetzung folgt)
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Ist die Hölle heiss?Der Wachtturm 1955 | 1. April
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Ist die Hölle heiss?
Heidnische Religionen sind bekannt dafür, daß sie die rotglühende Hölle lehren. Die alten Ägypter, Babylonier, Phönizier, Perser, Griechen und Hindus lehrten eine flammende Hölle. Buddhisten lehren eine Hölle, in der Menschen bei flackerndem Feuer in Kesseln kochen und braten. Ist die biblische Hölle so heiß, wie die Heiden sie sich ausmalen? Hier folgt die Antwort.
OFT vergessen die Menschen, daß sie einen Verstand haben, wenn sie über ein Thema wie die Hölle sprechen. Oh, viele Menschen denken bei finanziellen oder anderen Angelegenheiten, wenn aber das Thema der Hölle an der Reihe ist, ziehen sie es vor, andere für sich denken zu lassen. Sie lassen sogar jede Überlegung beiseite und erklären das, was jemand sagte, der an die Hölle glaubt: Wenn er nicht wüßte, die Bibel lehre eine buchstäbliche, rotglühende Hölle, würfe er seine Bibel in den Aschenkasten. Das ist ein extremer Fall. Aber er vermittelt uns ein Bild von der modernen Tendenz, Gott zu veranlassen, sich den menschlichen Ideen über die Leitung von Angelegenheiten anzupassen. Diese eigensinnigen Leute greifen zur Bibel, nicht um Beweise abzuwägen, sondern um ein paar Texte heranzuziehen, die ihre Ansicht zu stützen scheinen; auf diese Weise beginnen neue Religionen. Wahre Christen jedoch werden ‚Gott sich als wahrhaftig erweisen lassen, wenn auch jeder Mensch als Lügner erfunden wird‘. (Röm. 3:4) Gerade das schlagen wir vor: wir appellieren an den Verstand und lassen die Bibel die Frage beantworten. Ist die Hölle heiß?
Da man oft den Ausdruck „so heiß wie die Hölle“ hört, gilt das wohl als ein Zeichen dafür, daß viele Menschen die Hölle als rotglühend betrachten. Diese Ansicht ist auch von Geistlichen gefördert worden, die lehren, daß die Hölle ein Feuerplatz ewiger Qual für menschliche Seelen sei. Tonnen von Flugblättern, die eine lodernde Hölle beschreiben, sind gedruckt und verbreitet worden. Wenn du je einige davon gelesen hast, wird es dir aufgefallen sein, daß fast alle auf die gleichen vier oder fünf „Beweisschriftstellen“ hinweisen, wie z. B. auf Jesu Geschichte über den reichen Mann in der Hölle, auf die nichtsterbenden Würmer und das unlöschbare Feuer von Markus 9:44, auf die „ewige Pein“ von Matthäus 25:46 und auf den „Feuersee“, der fünfmal im Buch der Offenbarung erwähnt wird. Wir möchten diese Texte untersuchen. Damit wir aber dieses Thema gründlich betrachten, befassen wir uns zuerst mit den Hebräischen Schriften.
Wenden wir uns dem 1. Buche Mose zu: wir lesen von der Erschaffung der Erde, des Meeres, der Fische, der Tiere und sogar der Sonne und des Mondes. Doch nirgends lesen wir, daß Gott eine Sonderabteilung der Unterwelt zum Braten von Menschen geschaffen habe. Es ist befremdend, daß Gott in der Bibel nicht die Erschaffung eines solch wichtigen Ortes, einer brennenden Hölle, erwähnt, wenn er einen solchen Ort erschaffen hat. Nimm aber einmal an, er schuf eine Hölle; würden nicht Jehovas Liebe und Gerechtigkeit ihn dazu bewogen haben, Adam vor der vollen Strafe der Sünde zu warnen? Jehova sagte Adam, die Folge der Sünde sei der Tod. Sollten wir wirklich glauben, Jehova habe seine Ansicht über das Todesurteil geändert, nachdem Adam sündigte, und habe entschieden, Adam zu quälen? Die Bibel antwortet: „Denn ich, Jehova, ich verändere mich nicht.“ — Mal. 3:6.
Erscheint aber in den Hebräischen Schriften nicht der Ausdruck „Hölle“? Ja. So laßt uns den logischen Schritt tun, den Hintergrund dieses Wortes „Hölle“ zu ergründen. Websters ungekürztes Wörterbuch erklärt uns, daß Hölle mit dem hebräischen Wort Scheol und dem griechischen Wort Hades übereinstimmt. Es wird uns auch gesagt, daß Hölle vom englischen Wort helan herkommt, das „verbergen“ bedeutet. Wie wir hierdurch sehen, trägt die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Hölle“ nicht den Gedanken einer Art Hitze in sich. Es bedeutet lediglich „verbergen“. Wie wir auch herausgefunden haben, heißt das ursprüngliche Wort, das gewöhnlich in den deutschen Bibeln mit „Hölle“ übersetzt wurde, auf hebräisch Scheol. Was bedeutet nun Scheol? Es bedeutet einfach „hohler Ort“. So entspricht das hebräische Originalwort vollständig dem Original oder der ursprünglichen Bedeutung des deutschen Wortes „Hölle“.
Jetzt, da die Geistlichkeit Feuer in das Wort Hölle hineingelegt hat, ergibt sich die wesentliche Frage: Sagten die inspirierten hebräischen Bibelschreiber, bewußtes Leben und rotglühende Tätigkeit existierten im Scheol oder in der Hölle? Nein, ganz im Gegenteil! Statt als loderndes Feuer wird sie als „Land der Finsternis“ beschrieben. (Hiob 10:21) Statt als Stätte eines plötzlich schaurigen Angstgeschreis wird die Hölle vielmehr als Ort des „Schweigens“ beschrieben. (Ps. 115:17) Die katholische Allioli-Bibel sagt in Prediger 9:5, 10: „Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben müssen, aber die Toten wissen nichts mehr und können nichts mehr verdienen, weil ihr Andenken vergessen ist. Tu eifrig, was immer deine Hand tun kann; denn in der Unterwelt [Hölle, kath. Douay-B.; Scheol, Elb. B.], dahin du eilest, ist weder Werk noch Vernunft, noch Weisheit, noch Wissenschaft.“ Weil also die Toten nichts mehr wissen, oder wie die Luther-Bibel sagt: „Die Toten aber wissen nichts“, wäre es für sie unmöglich, bewußte Qual wahrzunehmen. Wenn es in der Hölle kein Werk gibt, wie könnte man dort Leben vorfinden? Wie könnte sie rotglühend sein oder ähnlichen Beschreibungen entsprechen?
JAKOB, JONA, HIOB UND JESUS
Jetzt möchten wir untersuchen, was Jakob bezüglich der Hölle sagte. Nachdem er angenommen hatte, sein Sohn sei wohl von einem Tier getötet worden, sagte Jakob: „Ich werde zu meinem Sohn hinabgehen in die Hölle [Scheol, Elb. B.], wehklagend.“ (1. Mose 37:35, Dy) Stellte sich Jakob seinen Sohn in einem dampfenden, sengenden Feuer vor? Erwartete Jakob, an einen solchen Ort zu kommen? Es ist klar ersichtlich: Jakob stellte sich die Hölle nicht rotglühend vor.
Nachdem der Prophet Jona von einem großen Fisch verschlungen worden war, betete Jona: „Aus dem Bauche der Hölle [Scheol, Elb. B.] rief ich, und du hast erhört meine Stimme.“ (Jona 2:3, Al) War es dort, wo Jona war, rotglühend? Nein, es muß feucht und dunkel gewesen sein, obgleich es zufolge der Temperatur des Fischkörpers warm gewesen sein mag. Jona sprach so, denn für ihn war die Hölle oder der Scheol das Grab. Hätte Jehova ihn nicht befreit, wäre der Bauch des Fisches gewiß Jonas Grab geworden. Wäre die Hölle ewig, wäre Jona nicht wieder herausgekommen.
Hiob war ein treuer Diener Gottes. In dem Versuch, Hiobs Lauterkeit zu brechen, brachte der Teufel Hiob in eine furchtbare Lage. Daher betete der leidende Hiob zu Gott: „Wer gibt es mir, daß du mich schirmest in der Hölle [Scheol, Elb. B.] und mich bergest, bis dein Zorn vorübergeht, und du mir eine Zeit setzest, da du meiner gedenkest?“ (Hiob 14:13, Al) Wenn Hiob vom Teufel schon gequält wurde, würde er dann darum bitten, daß er vor allen anderen Orten in einer vom
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