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  • Kaiphas — ein erbitterter Gegner der wahren Anbetung
    Der Wachtturm 1977 | 15. April
    • Kaiphas — ein erbitterter Gegner der wahren Anbetung

      „DIE Lippen eines Priesters sind es, die Erkenntnis bewahren sollten, und das Gesetz sollte man aus seinem Munde suchen“ (Mal. 2:7). Diese inspirierten Worte lassen erkennen, daß die Priester des Volkes Israel für die wahre Anbetung eintreten sollten. Das sollte besonders auf den Hohenpriester Israels zutreffen. Doch Kaiphas, ein Hoherpriester, der im ersten Jahrhundert u. Z. lebte, erfüllte diese Erwartung nicht. Er war einer der herausragendsten Feinde der Wahrheit.

      Valerius Gratus, der Vorgänger des römischen Statthalters Pontius Pilatus, setzte Kaiphas ungefähr im Jahre 18 u. Z. (oder vielleicht erst im Jahre 26 u. Z.) in das Amt des Hohenpriesters ein. Die verbissene Gegnerschaft, die Kaiphas gegenüber treuen Dienern Jehovas zeigte, war hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß er um jeden Preis sein Amt behalten wollte.

      Die in der Öffentlichkeit bekanntgewordene Auferstehung des Lazarus veranlaßte Kaiphas und die meisten Mitglieder des Sanhedrins, des höchsten jüdischen Gerichts, Jesus Christus nach dem Leben zu trachten (Joh. 11:43-53). Dieses Wunder war ein gewaltiger Schlag für die Sekte der Sadduzäer, der die Priesterfamilie einschließlich Kaiphas offensichtlich angehörte (Apg. 5:17). Der Grund dafür bestand darin, daß die Sadduzäer die biblische Lehre der Auferstehung leugneten (Apg. 23:8).

      Als jedoch das Wunder der Auferstehung des Lazarus vom Sanhedrin behandelt wurde, kam der religiöse Standpunkt der Sadduzäer nicht zur Sprache. Diese Männer befürchteten hauptsächlich, ihre Stellung zu verlieren. Der Bibelbericht darüber lautet: „Infolgedessen versammelten die Oberpriester und die Pharisäer den Sanhedrin und begannen zu sagen: ,Was sollen wir tun, denn dieser Mensch tut viele Zeichen? Wenn wir ihn so gewähren lassen, werden sie alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und sowohl unsere Stätte als auch unsere Nation wegnehmen.‘ Einer von ihnen aber, Kaiphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte zu ihnen: ,Ihr wißt überhaupt nichts, und ihr bedenkt nicht, daß es zu eurem Nutzen ist, daß ein einziger Mensch zugunsten des Volkes sterbe und nicht die ganze Nation vernichtet werde.‘ Das sagte er jedoch nicht von sich selbst aus; sondern weil er jenes Jahr Hoherpriester war, prophezeite er, daß Jesus dazu bestimmt war, für die Nation zu sterben und nicht für die Nation allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammle. Darum hielten sie von jenem Tag an Rat, um ihn zu töten“ (Joh. 11:47-53).

      Wie die meisten Mitglieder des Sanhedrins war Kaiphas entschlossen, Jesus Christus zu töten. Dennoch wurde Kaiphas in Anbetracht seines heiligen Amtes von Jehova dazu gebraucht, über Jesus zu prophezeien. Das glich in etwa dem, was Jehova tat, als er den Wahrsager Bileam, der die Israeliten für einen Lohn verfluchen wollte, veranlaßte, sie zu segnen und wahre Prophezeiungen über sie zu äußern (4. Mose 23:1 bis 24:24; 2. Petr. 2:15; Jud. 11).

      Kaiphas und sein Schwiegervater Annas waren zweifellos die Oberpriester, die sich danach verschworen, Lazarus zu töten. Sie wollten die gewaltige Wirkung zunichte machen, die das Wunder der Auferstehung des Lazarus auf viele Menschen hatte, indem es sie bewog, an Jesus Christus zu glauben (Joh. 12:10, 11).

      WILLENTLICHE VERDREHUNG DES GESETZES GOTTES

      Später waren Kaiphas und Annas maßgeblich daran beteiligt, Jesus Christus zu Tode zu bringen. Kurz vor dem Passahfest des Jahres 33 u. Z. beratschlagten Kaiphas und andere Glieder des Sanhedrins miteinander, „um Jesus durch einen listigen Anschlag zu ergreifen und ihn zu töten“ (Matth. 26:3, 4). Mit Hilfe von Judas Iskariot, den sie bestachen, gelang ihr Plan (Luk. 22:2-6, 47-53). Nachdem eine bewaffnete Menge Jesus im Schutz der Dunkelheit im Garten Gethsemane ergriffen hatte, brachten sie ihn zunächst in das Haus des Annas (Joh. 18:13). Dann wurde Jesus gebunden zu Kaiphas geführt, wo falsche Zeugen widersprüchliche Aussagen machten. Schließlich stellte Kaiphas Jesus unter Eid und verlangte von ihm, ihnen zu sagen, ob er der Christus, der Sohn Gottes, sei. Als Kaiphas Jesu bejahende Antwort vernahm, zerriß er seine Kleider und forderte das Gericht auf, Jesus als einen Gotteslästerer schuldig zu sprechen. Das Gericht tat dies und verurteilte Jesus zum Tode (Matth. 26:59-66).

      Nach dieser ungesetzlichen nächtlichen Gerichtsverhandlung kam der Sanhedrin früh am nächsten Morgen zusammen, um sein Urteil zu bestätigen (Mark. 15:1). Zweifellos gehörte Kaiphas auch zu denen, die Jesus dann zu Pilatus brachten und ihn beschuldigten, er ‘verbiete, Cäsar Steuern zu zahlen, und behaupte, er sei Christus, ein König’ (Luk. 23:2). Als dann Pilatus Jesus freizulassen suchte, war Kaiphas ohne Zweifel einer der „Oberpriester“, die schrien: „An den Pfahl mit ihm! An den Pfahl mit ihm!“ (Joh. 19:6, 11). Anscheinend machte er seinen Einfluß geltend, um die Menge so weit zu bringen, daß sie nicht die Freilassung Jesu, sondern die Freilassung des Barabbas forderte, der ein Mörder, Aufrührer und Räuber war (Matth. 27:20, 21; Mark. 15:11). Wahrscheinlich rief auch Kaiphas aus: „Wir haben keinen König außer Cäsar“ (Joh. 19:15).

      Als Jesus zum Tode verurteilt war, hatten die Oberpriester zwar ihr Ziel erreicht, doch die Anklage, die an den Hinrichtungspfahl geheftet werden sollte, gefiel ihnen nicht. Sie erhoben bei Pilatus mit den Worten Einspruch: „Schreibe nicht: ,Der König der Juden‘, sondern daß er gesagt hat: ,Ich bin König der Juden.‘“ Aber Pilatus ließ sich nicht darauf ein (Joh. 19:21, 22).

      Tatsächlich erfüllte Kaiphas seine Aufgabe, für das Gesetz einzutreten, nicht — ein Gesetz, dem zu gehorchen und das zu lehren er als Hoherpriester verpflichtet war. Er machte sich mitschuldig an der Übertretung von Gesetzen über Bestechung (5. Mose 16:19), über Verschwörung und Verdrehung des Rechts (2. Mose 23:1, 6, 7) sowie an der Übertretung der Verbote, falsches Zeugnis abzulegen (2. Mose 20:16), einen Mörder freizulassen (4. Mose 35:31-34), sich an Pöbelaktionen zu beteiligen (2. Mose 23:2), nach den Satzungen anderer Völker zu leben (3. Mose 18:3-5), einen König zu erwählen, der nicht der eigenen Nation angehörte (5. Mose 17:14, 15), und des Verbots zu morden (2. Mose 20:13).

      DIE WAHRE ANBETUNG NACH JESU AUFERSTEHUNG ANGEFEINDET

      Nach dem Tode Jesu forderten Kaiphas und andere Priester Pilatus auf, etwas zu unternehmen, damit das Grab bewacht werde. Doch Pilatus antwortete ihnen: „Ihr habt eine Wache. Geht und sichert es so, wie ihr es versteht“ (Matth. 27:62-65). Als Jesus auferweckt worden war und einige der Wachen dies den Oberpriestern berichteten, wurden Kaiphas und die anderen nicht veranlaßt zu bereuen. Statt dessen bestachen sie die Soldaten und gaben ihnen die Anweisung: „Sagt: ,Seine Jünger kamen bei Nacht und stahlen ihn, während wir schliefen.‘ Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommt, wollen wir ihn bereden und veranlassen, daß ihr ohne Sorge sein könnt“ (Matth. 28:11-14).

      Kaiphas versuchte danach verzweifelt, dem Predigen und Lehren der Jünger Jesu Einhalt zu gebieten. Petrus und Johannes wurden, weil sie einen Mann geheilt hatten, der von Geburt an gelähmt gewesen war, ins Gefängnis geworfen und am nächsten Tag Kaiphas und den übrigen Mitgliedern des Sanhedrins vorgeführt. Der Sanhedrin verlangte bei dieser Gelegenheit von ihnen, nicht mehr aufgrund des Namens Jesu zu reden. Doch Petrus und Johannes waren entschlossen, die Wahrheit trotz der Einwände des Kaiphas weiterhin zu verkünden (Apg. 4:1-20). Ein andermal verhörte Kaiphas alle Apostel und wies sie darauf hin, daß ihnen der Sanhedrin befohlen hatte, nicht mehr aufgrund des Namens Jesu zu predigen. Doch die Apostel erklärten, daß sie fest entschlossen waren, weiterhin „Gott, dem Herrscher, mehr [zu] gehorchen als den Menschen“ (Apg. 5:27-29).

      Es war Kaiphas, der wenig später mit dazu beitrug, daß Stephanus, ein treuer Diener Gottes, zu Tode gesteinigt wurde (Apg. 6:11 bis 7:60). Er verlieh auch Saulus (Paulus, der später ein treuer Apostel Jesu Christi wurde) die Vollmacht, in Damaskus Jünger Christi zu verhaften und sie gebunden nach Jerusalem zu bringen, damit sie abgeurteilt würden (Apg 9:1, 2).

      Doch bald fand die Laufbahn des Kaiphas ein jähes Ende. Im Jahre 36 oder 37 u. Z. wurde er von Vitellius, einem römischen Beamten, abgesetzt. Er fühlte sich gedemütigt, konnte die Schmach nicht ertragen und beging angeblich Selbstmord.

      Ja, die Versuche des Kaiphas, gegen die wahre Anbetung vorzugehen, waren vergeblich. Genau das, worum er am meisten besorgt war — seine Stellung sowie die damit verbundene Macht, Autorität und das Ansehen —, verlor er. Er war ein Hoherpriester und hätte seinen Einfluß zum Guten geltend machen können, doch er starb als jemand, der gegen Gott kämpfte (Apg. 5:39).

  • Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung
    Der Wachtturm 1977 | 15. April
    • Nachrichten und ihre tiefere Bedeutung

      Evolutionstheorie „drosselt das Denken“

      ● Ein New Yorker Hochschullehrer schrieb an die Zeitschrift „Science News“, er sei enttäuscht darüber, daß graduierte Zoologiestudenten nicht über das „Warum“ der Evolution nachdächten. „Obwohl ich eine Stunde lang auf verschiedene Weise versuchte, sie soweit zu bringen, den Inhalt der Frage zu erfassen“, schrieb er, „lehnten sie es einmütig ab darauf einzugehen, indem sie erklärten, das Wort „Warum“ bringe die Teleologie [die Lehre von der Zweckbestimmtheit der Natur (was auf Gott schließen läßt)] ins Spiel.“

      Obwohl dieser Dozent selbst an die Evolution glaubt, sagt er mit Bedauern: „Das Wort ,warum‘ hatte einfach den Gedanken an die Teleologie auf eine Weise wachgerufen, die ein weiteres Nachdenken über die Sache unmöglich machte. Ich bezweifle den Wert einer wissenschaftlichen Ausbildung, die derartige starre Assoziationen zwischen Begriffen und Vorstellungen zeitigt. Ist so etwas wirklich notwendig? Wird dadurch nicht mehr Schaden angerichtet als Gutes getan, indem schöpferisches Denken über wissenschaftliche Probleme gedrosselt wird?“

      Somit werden Studenten wissenschaftlicher Fakultäten oftmals gelehrt, ihren Sinn hinsichtlich dieser grundlegenden Frage fest zu verschließen. Sie verfallen in ihren Gedanken ebenso auf Nichtigkeiten wie gewisse Heiden, von denen in der Bibel die Rede ist: „Sein [Gottes] unsichtbares Wesen ... [ist] seit Erschaffung der Welt an seinen Werken durch die Vernunft zu erkennen. Sie sind darum nicht zu entschuldigen, ... sie verfielen in ihren Gedanken auf Nichtigkeiten, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert“ (Röm. 1:20, 21, „Jerusalemer Bibel“).

      Was ist wahre Treue?

      ● Ein Kolumnist der auf Barbados (Karibik) erscheinenden „Advocate-News“ stellte den Wert der gegen Jehovas Zeugen gerichteten nationalistischen Aktionen gewisser afrikanischer Herrscher mit den Worten in Frage: „Meine Treue zum Vaterland zeigt sich nicht durch Liedersingen, Parolenausrufen und Salutieren, sondern dadurch, daß ich eifrig und aufrichtig meine Bürgerpflichten erfülle und arbeite, wodurch ich zur Stärke der Nation beitrage. Es könnte gut sein, daß eine weitere Verbreitung der Wertbegriffe, an die sich Jehovas Zeugen in Afrika halten, eine Inspiration für die afrikanischen Staaten wäre.

      Kurz nachdem den 35 000 Zeugen Jehovas in Argentinien die Ausübung ihres Glaubens verboten worden war, bemerkte ein Kolumnist des in Buenos Aires erscheinenden „Herald“, daß ein solches Verbot „bestimmt dem Ansehen der Regierung inner- und außerhalb des Landes schadet“. Die Regierung habe durch ihr Vorgehen eine „weise [günstige] Verfügung eines einheimischen Richters umgestoßen und sich den Ruf eingehandelt, religiös fanatisch zu sein“. Weiter schrieb er: „Die Glaubensansichten [der Zeugen] sind nur für Leute anstößig, die denken der Patriotismus sei hauptsächlich eine Sache des Fahnenschwenkens und des Singens der Nationalhymne und nicht eine Sache des Herzens.“

      Über Jehovas Zeugen war im „Herald“, noch zu lesen: „Hitler und Stalin fanden sie schwer verdaulich und behandelten sie abscheulich. Viele weitere

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