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Ein echtes ProblemErwachet! 1978 | 22. Dezember
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Ein echtes Problem
JOSEPH lebt irgendwo in Südostasien. In der Regenzeit sucht er Schutz unter einer Brücke. Ein anderes Obdach hat er nicht. Er schläft auf einer schmutzigen Strohmatte. Eine rostige Konservendose dient ihm als Trinkgefäß. Als Joseph 10 Jahre alt war, lief er seinem Vormund weg. Seither lebt er vom Stehlen. Dieses „Geschäft“ bringt ihm jährlich etwa 60 Dollar ein. Das ist mehr, als die meisten seiner fast 140 000 000 Landsleute im Jahr verdienen.
So arm ist etwa nicht nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung, sondern die Hälfte aller Erdbewohner. In über 30 der größeren Staaten der Erde beträgt das Jahreseinkommen pro Kopf weniger als 200 Dollar. Man schätzt, daß „800 Millionen Menschen so wenig zu essen haben, daß ihre biologischen Funktionen behindert sind“ (To the Point International).
Selbst in den Ländern, in denen das Jahreseinkommen weit höher ist, geht die Zahl der Armen in die Millionen. Dazu gehören auch Personen, denen es finanziell schlechtgeht, weil sie ihr Geld verspielen oder vertrinken oder es auf andere Weise verschwenden. Arme, die solchen Lastern frönen, verschlimmern dadurch ihr bereits schweres Los noch mehr. Folgendes sind einige Beispiele dafür, wie ein Mensch sich selbst ruinieren kann:
Ein Mann in mittleren Jahren, der in einem Dorf in Rhodesien wohnt, geht nach Salisbury, um seine Hühner zu verkaufen. Dafür erzielt er einen schönen Preis. Nun beschließt er, es mit dem Glücksspiel zu versuchen, um zu noch mehr Geld zu kommen. Er gewinnt zweimal und besitzt nun das Doppelte. Jetzt beabsichtigt er eigentlich, nach Hause zu gehen, doch er bleibt, weil ihn die Spielleidenschaft gepackt hat. Dieses Mal verliert er. Aber er spielt weiter, bis er den letzten Heller verspielt hat. Zu guter Letzt spielt er noch um seine Jacke, aber er verliert auch diese. Er wendet sich an die Polizei um Hilfe, doch vergebens. Mit leeren Händen kehrt er nach Hause zurück.
Ein weiteres Beispiel ist ein intelligenter, gutaussehender junger Mann mit einer vielversprechenden Zukunft. Er promoviert in Medizin an der Liverpool-Universität in England und darf nun als Arzt tätig sein. Im Ersten Weltkrieg wird ihm für seine Tapferkeit das „Militärkreuz“ verliehen. Aber er fängt auch an zu trinken. Wegen seiner Alkoholsucht darf er schließlich seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er beginnt, vergällten Spiritus zu trinken, und wird schwer krank. Schließlich stirbt er als Bettler, den niemand betrauert.
Wilfred unterrichtet an einer Grundschule in den Niederlanden. Dieser junge Mann greift wegen der gespannten häuslichen Atmosphäre und des Stresses in der Schule zu Drogen, um der Wirklichkeit zu entfliehen. Er gibt für sein Laster jährlich Tausende von Gulden aus. Seine Sucht zwingt ihn dazu, ein Bettlerleben zu führen. Manchmal schläft er sogar auf der Straße. Er lebt ständig in der Angst, entdeckt und angezeigt zu werden. Schließlich verliert er seine Arbeitsstelle.
Ein in Ghana lebender Tischler in mittlerem Alter besitzt ein eigenes Haus und beschäftigt in seinem Betrieb viele Arbeiter. Aber er ist mit seinem Leben nicht zufrieden. Er möchte reich werden. Deshalb kauft er sich für teures Geld eine Taube, die angeblich Geld auf übernatürliche Weise vermehren kann. Aber seine Hoffnungen werden enttäuscht, denn der Vogel fliegt weg und kommt nicht mehr zurück. Um den Verlust wettzumachen, sucht der Tischler einen Zauberer auf, der eine große Geldsumme herzaubern soll. Das Geld wollte der Tischler dann schleunigst auf die Bank bringen, ehe es verschwinden würde. Der Zauberer erhält sein Honorar. Aber als der Tischler zur Bank gehen will, stellt er plötzlich mit Schrecken fest, daß er nicht im Besitz von Geld ist, sondern nur von wertlosen Papierstücken. Da er es unterläßt, Einkommenssteuer zu zahlen, wird er wiederholt aufgefordert, vor Gericht zu erscheinen. Weil er den Vorladungen keine Folge leistet, wird schließlich ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Nun bekommt es der Tischler mit der Angst zu tun. Er läßt Haus und Hof im Stich und flüchtet.
Das sind keine erfundenen Geschichten, sondern es sind tragische Begebenheiten, die sich tatsächlich zugetragen haben. Gibt es ein Buch, das vernünftige Richtlinien enthält und das die notwendige Motivation vermittelt für ein Verhalten, das einen davor bewahrt, in ähnlicher Weise Schiffbruch zu erleiden? Ja, ein solches Buch gibt es. Eigentlich ist es eine Sammlung von Schriften, die ganz oder teilweise in mehr als 1 600 Sprachen übersetzt worden sind. Die letzte Schrift dieser Sammlung ist vor fast 1 900 Jahren verfaßt worden. In unserem Jahrhundert sind Millionen Exemplare des vollständigen Werkes gedruckt und auf der ganzen Erde verbreitet worden. Dieses bemerkenswerte Buch ist die Bibel. Wir möchten dich einladen, mit uns zusammen eine Untersuchung darüber anzustellen, wie das Befolgen der erhabenen Grundsätze der Bibel dir zu deinem Brot verhelfen kann.
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‘Prahle nicht mit dem Besitz’Erwachet! 1978 | 22. Dezember
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‘Prahle nicht mit dem Besitz’
EINE äußerst vernünftige Richtlinie der Bibel lautet: ‘Prahle nicht mit dem Besitz’ (1. Joh. 2:16, Einheitsübersetzung). Wie oft wird dieser Rat mißachtet!
In vielen Ländern der Welt kaufen sich die Leute Farbfernseher oder andere teure Luxusgegenstände, für wichtigere Dinge aber fehlt ihnen dann das Geld. Die Familie mag ärmlich gekleidet gehen. Sie mag kein Badezimmer und keine anständige Toilette haben. Manche Reparatur, die in der Wohnung fällig wäre — wie zerbrochene Fensterscheiben erneuern —, wird nicht ausgeführt, weil kein Geld dafür da ist. Besonders wenn Luxusgüter auf Raten gekauft werden, bleibt wenig Geld für das Lebensnotwendige übrig.
Viele Leute leben über ihre Verhältnisse. Sie unterhalten als eine Art Statussymbol am Meer oder in den Bergen eine Zweitwohnung. Manch einer macht Schulden, weil er mit einer Lohnerhöhung rechnet oder meint, anderswoher zusätzlich Geld zu bekommen, ohne daß er die Gewißheit hat, daß sich seine Erwartungen erfüllen.
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