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Nach Menschen jagen und fischenDer Wachtturm 1955 | 15. Juni
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Fischarten verwenden soll. Ferner erfordert es Kenntnis darüber, wo man Fischzüge am ehesten findet, bei welchem Wetter oder zu welcher Zeit des Tages, Monats oder Jahres.
Dasselbe gilt beim Fischen nach Menschen. Es bedeutet Arbeit, Beharrlichkeit; es bedeutet, bei allem möglichen Wetter auszuziehen, und miteinander zu arbeiten. Es bedeutet, daß man allen Menschen alles ist, und daß man fähig sein muß, die Botschaft allen Arten von Menschen auf ansprechende Weise darzubieten. Es ist so, wie sich der Apostel Paulus ausdrückte: „Denn obwohl ich von allen Personen frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich so recht viele gewinne. Und so wurde ich den Juden wie ein Jude, damit ich Juden gewinne; denen unter Gesetz wurde ich wie unter Gesetz, obwohl ich selbst nicht unter Gesetz bin, damit ich die gewinne, die unter Gesetz sind. Denen, die ohne Gesetz sind, wurde ich wie ohne Gesetz, obwohl ich nicht ohne Gesetz gegenüber Gott bin, sondern unter Gesetz gegenüber Christus, damit ich die gewinne, welche ohne Gesetz sind. Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin den Menschen aller Arten alles geworden, damit ich auf jeden Fall einige errette. Aber alles tue ich um der guten Botschaft willen, damit ich mit anderen ein Teilhaber daran werde.“ — 1. Kor. 9:19-23, NW.
Und gleichwie die Apostel bisweilen die ganze Nacht fischten, ohne etwas zu fangen, so mögen heute Jehovas Menschenfischer viele Stunden mit anscheinend geringen Ergebnissen arbeiten. Und doch lohnt sich die Arbeit, wie der folgende Brief von einigen Missionaren zeigt:
„Gewiß gibt es Tage, da wir kaum eine Broschüre oder einen Traktat abgeben können, obwohl wir wegen der Rechtslage nichts von Beiträgen sagen dürfen. Doch gibt es andere Gegenden, in denen wir mehr Erfolg haben. Es ist nicht an uns, zu sagen, daß es in unserem Gebiet keine mit Schafen vergleichbaren Menschen mehr gibt und wir also nicht mehr von Haus zu Haus zu gehen brauchten. Immer noch gibt es Leute, die nie etwas von uns gehört haben und noch mehr solche, die nicht wissen, warum wir eigentlich hier sind und was wir in Wirklichkeit tun. Nach neun Monaten führen wir nun sechs Bibelstudien in Privatwohnungen durch, und nach fünfmonatigem Studium hat eine Frau Stellung bezogen und ist getauft worden. Wenn es auch schwer ist, Interesse zu finden, weil sich die Leute so sehr voreinander fürchten, müssen wir dennoch positiv sein. Mit negativer Einstellung kann man nicht beharrlich arbeiten, man wird schneller müde. Wenn man nicht geduldig genug ist, verliert man das Ziel bald aus den Augen.“ Jawohl, Menschen zu fischen erfordert Ausdauer!
NACH MENSCHEN GUTEN WILLENS JAGEN
Wegen der Untreue der angeblichen Hirten der Christenheit und ihrer Gleichgültigkeit gegenüber den geistigen Bedürfnissen der Menschen guten Willens wird von diesen gesagt, sie seien zerstreut auf jedem Berg und jedem Hügel und hielten sich in den Klüften der Felsen verborgen. Jetzt, bevor Harmagedon ausbricht, wann es zum Fliehen zu spät sein wird, müssen diese herausgesucht und durch die Jäger aufgestöbert werden, damit sie hervorkommen und sich als solche kennzeichnen, die für Jehova Gott und sein Königreich sind.
Jagen erfordert Mut, Ausdauer, Wachsamkeit, Sprungbereitschaft. Man muß sich an das Wild heranpirschen und ihm beständig auf der Spur bleiben. Eine fleißige Durchsuchung abgelegener und zerstreutliegender Gebietsteile ist nötig, wobei keine Stelle unberührt oder undurchsucht gelassen wird und besonders nicht Orte, zu denen das Wild gewöhnlich hingeht, um in Sicherheit Weide und Trank oder Ruhe zu finden; und dann muß auch ein auserlesener begehrter Bissen zurückgelassen werden, um es auf die Spur zu bringen und es anzulocken, damit es sich zeige. Hoffnungsvolles Wachen und Warten ist nötig. Wo viele Jäger zusammenwirken, umstellen sie ein gewisses Gebiet, das sie abgeteilt haben, und dann rücken sie unablässig gegen den Mittelpunkt vor, klopfen auf den Busch oder das Gesträuch, während sie sich zusammenziehen, um ihre Jagdbeute aufzustöbern. So arbeiten sie in Einheit zusammen und trachten gemeinsam danach, sich nichts entgehen zu lassen, und dabei stehen sie einander bei und helfen einander. Sie tragen ihr Rüstzeug bei sich und halten Auge und Ohr offen, hegen keine Furcht vor Geschöpfen und handeln rasch in der Benutzung der vorhandenen Ausrüstung.
All die oben erwähnten Betrachtungsarten des Jagens finden ihr Gegenbild in dem neuzeitlichen Jagen nach Menschen guten Willens. Auch dieses erfordert Mut, damit man die Schmähungen der Menschen, den Hohn und Spott von Bekannten, Verwandten und angeblichen Freunden außer acht lasse und weiter jage. Ferner bedeutet es, sich auch in die entferntesten und fast unzugänglichen Teile eines Gebietes zu begeben; es bedeutet, in abgelegenes Gebiet zu gehen und ein Gebiet so gründlich durchzuarbeiten, daß kein Haus mehr verbleibt, das nicht das Zeugnis empfangen hätte. Auch bedeutet es, als Missionare in Gebiete zu ziehen, in denen das Zeugnis nie zuvor gegeben wurde, gleichwie der Apostel Paulus dies tat, und es bedeutet zudem, unterirdisch zu predigen, wie Jehovas Zeugen dies heute in totalitären Ländern wie in der Dominikanischen Republik, in Spanien und in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang tun.
Heute gibt es, dem Yearbook [Jahrbuch] of Jehovah’s Witnesses für 1955 gemäß, mehr als 580 000 christliche Zeugen Jehovas, die am Jagen und Fischen nach Menschen guten Willens teilnehmen. Die achtzig Millionen Stunden, die sie dieser Tätigkeit während des vergangenen Jahres widmeten, bedeuteten viel harte Arbeit; doch damit verbunden war auch viel Freude und eine glänzende Zunahme. Weil diese Tätigkeit so wichtig ist, setzen sie alles andere an die zweite Stelle, gleichwie Jehova es Jeremia gebot und wie Christus Jesus es seinen Jüngern befahl. Und ebenso wie das Leben Jesu und seiner Apostel und anderer Jünger reich und voll war wegen ihres Dienstes für Gott und ihre Mitmenschen, so wird das Leben der Diener Jehovas, in dem Maße, wie sie sich heute am Werke des Jagens und Fischens beteiligen, reich und voll sein. Bald wird Jehovas Rache, die auch Jeremia voraussagte, zum Ausdruck kommen, und dann wird es kein Jagen und Fischen nach Menschen guten Willens mehr geben. Tust du alles, was du kannst, bevor es zu spät ist?
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Entsprichst auch du den hohen Massstäben?Der Wachtturm 1955 | 15. Juni
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Entsprichst auch du den hohen Massstäben?
Bei einer kürzlichen Tagung der Zeugen Jehovas in Cincinnati, Ohio [USA], sagte ein Speditionsgesellschaftsaufseher, er habe radikale, unvernünftige Fanatiker erwartet, die schwer zu lenken seien, und sei überrascht gewesen, festzustellen, daß es ganz gewöhnliche Leute seien wie er selbst. Er sagte, ein farbiger Koch, mit dem er gesprochen habe, habe ihm in fünf Minuten mehr sagen können, als er sein Leben lang gewußt habe, und ein kleiner Junge habe mehr Schrifttexte zitiert als irgendein Prediger, den er kenne, und dies sei die erste Organisation dieser Art, auf die er gestoßen sei, die vernünftig und logisch sei und mit der man leicht auskommen und umgehen könne. Jehovas Zeugen schätzen seine Worte, doch erinnern sie uns auch an die Erkenntnis, die wir haben und die hohen Maßstäbe, die wir bewahren müssen, um anderen den richtigen Respekt vor dem Namen, den wir tragen, einzuflößen, nicht wahr?
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„Nichtunterrichtete“Der Wachtturm 1955 | 15. Juni
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„Nichtunterrichtete“
Folgendes erschien in den News Notes of the Central Committee for Conscientious Objectors [USA], Vol. 6, Nr. 7, September 1954: „Die United Press berichtet, daß ein ostdeutsches Gericht über neun Zeugen Jehovas Strafurteile gefällt hat, die insgesamt 64 Jahre umfassen. Die Sekte ist in der kommunistischen Zone verboten. Hierzulande scheinen viele Leute, die nicht richtig unterrichtet sind, anzunehmen, Jehovas Zeugen hülfen den Kommunisten.“
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