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Anderen Güte erweisenDer Wachtturm 1967 | 1. Juni
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lassen. Eine sanfte, freundliche und barmherzige Einstellung ist mit Güte verbunden, und es ist bestimmt besser, man ist gütig und verhindert so, daß man jemand verärgert, als daß man den Betreffenden hinterher besänftigen muß. Neigt man in deiner Familie zu Streit und Lieblosigkeit, ja fallen schnell unfreundliche, harte Worte, dann bemühe dich, diese Frucht des Geistes zu fördern. Selbst auf Angehörige, die gegen die Wahrheit sind, wird deine Güte so wirken, wie wenn man Öl auf die Wogen gießt.
27. Warum ist die Güte für einen Christen eine so besonders wichtige Eigenschaft?
27 Wir verdanken es der unverdienten Güte Jehovas, daß wir die Aussicht auf Leben haben; wir sollten daher anderen ebenfalls Güte erweisen. (Eph. 2:5-8) So, wie wir uns bemühen, im Predigtdienst Königreichsfrüchte hervorzubringen, sollten wir auch bemüht sein, die Früchte des Geistes Gottes hervorzubringen. Wenn wir das tun, beweisen wir, daß wir Gottes Gesetz der Güte gehorchen. Dieses Gesetz wird dann nicht nur auf unserer Zunge sein, sondern auch in unserem Sinn und in unserem Herzen; wir werden es zu einem Teil unserer neuen Persönlichkeit machen. Es wird uns helfen, unsere Probleme zu lösen, und es uns erleichtern, anderen zu vergeben. Güte wirkt auferbauend und veranlaßt andere, ebenfalls gütig zu sein. Sie hilft uns, andere durch unsere Worte und Taten Jehova näher zu bringen. Wenn wir diese Frucht des Geistes hervorbringen, können uns unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf Jehova nicht enttäuschen. Um mit Jehova zu wandeln, müssen wir also Güte lieben, denn Jehova verlangt von uns, daß wir selbst in einer Welt, die nicht gütig ist, gütig sind. Güte führt zum Leben. — Röm. 2:4; 5:2.
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Warst du einst ein Königreichsverkündiger?Der Wachtturm 1967 | 1. Juni
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Warst du einst ein Königreichsverkündiger?
IN DIESEN denkwürdigen „letzten Tagen“ ist es ein Vorrecht, den christlichen Zusammenkünften beizuwohnen und dazu beizutragen, daß Gottes Königreich gepredigt wird. (2. Tim. 3:1) Leider setzen aber nicht alle, die diese christliche Tätigkeit einmal aufgenommen haben, sie beharrlich fort. Wie sich in den Tagen Jesu einige Jünger ‘den hinter ihnen liegenden Dingen zuwandten und nicht mehr mit ihm gingen’, werden auch heute manche durch gewisse Umstände veranlaßt, die Verbindung mit der Christenversammlung abzubrechen und aufzuhören zu predigen. — Joh. 6:66.
In den letzten fünf Jahren ließen sich 323 986 neue Königreichsverkündiger taufen, um ihre Hingabe an Jehova Gott zu symbolisieren. In der gleichen Zeit stieg die Durchschnittszahl der Verkündiger jedoch nur um 174 088. Was geschah mit den anderen 149 898? Rechnet man, daß jedes Jahr ungefähr ein Prozent sterben, dann bleiben immer noch etwa 100 000 Personen, die in den letzten fünf Jahren aufgehört haben zu predigen.a Bist du einer von diesen, die einst Königreichsverkündiger waren? Wenn ja, warum bist du es heute nicht mehr?
Wir sind sehr um dich besorgt, weil du dich von der Versammlung zurückgezogen hast und untätig geworden bist. Jesus verglich dies mit einem Mann, der hundert Schafe hat. Wie ist dem Hirten zumute, wenn ein Schaf die Hürde verlassen hat? Denkt er, es sei kein großer Verlust, denn er habe ja immer noch neunundneunzig Schafe? Keineswegs! Jesus sagte der Hirte lasse die neunundneunzig Schafe zurück und gehe dem einen durch die Wildnis nach, bis er es finde. So sehr besorgt ist der Hirte um dieses eine Schaf! Wir sind um dich, der du die Hürde der Versammlung verlassen hast, ebenso liebevoll besorgt. — Luk. 15:4-7.
Vielleicht bist du schon von Brüdern der Ortsversammlung besucht worden. Die Brüder kommen zu dir, weil sie dich lieben und weil sie möchten, daß du wieder in die Versammlung zurückkehrst. Wir alle möchten, daß du Jehovas Segen genießt und Leben in seinem neuen System der Dinge erlangst. Wir verstehen, daß Probleme auftauchen können, die es dir vielleicht erschweren, Gott zu dienen. Ist es aber nicht zu erwarten, daß Satan, der Teufel, alles unternimmt, was er kann, um uns daran zu hindern, Jehova zu dienen? Ganz bestimmt! Denn er geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen. (1. Petr. 5:8) Er wollte Jesus wiederholt veranlassen, sich von der Anbetung Gottes abzuwenden. Sollten wir da überrascht sein, wenn er es auch bei uns versucht?
„SORGEN DES LEBENS“
Es mag nicht so leicht sein, genau festzustellen, was dich veranlaßt hat, die Zusammenkünfte der Versammlung nicht mehr regelmäßig zu besuchen und die gute Botschaft nicht mehr zu predigen. Vielleicht ist es das, was Jesus die „Sorgen des Lebens“ nannte, nämlich die durch den täglichen Kampf mit diesem weltlichen System der Dinge verursachten Probleme, Spannungen, Enttäuschungen usw. — Luk. 21:34.
Vielleicht bürdet man dir in dieser überaus konkurrenzsüchtigen Gesellschaft immer mehr Verpflichtungen auf und stellt immer größere Ansprüche an deine Zeit. Vielleicht wirst du von deinem Arbeitgeber immer mehr unter Druck gesetzt. Es könnte auch sein, daß du dich wegen der steigenden Lebenskosten gezwungen fühltest, deiner weltlichen Beschäftigung mehr Zeit zu widmen. Möglicherweise mußt du auch noch das Haus und den Garten in Ordnung halten und hast in Verbindung mit deiner Familie mehr Verpflichtungen als früher. Vielleicht bist du nicht mehr so gesund und kräftig und deshalb entmutigt und niedergeschlagen. Haben dich diese oder ähnliche Umstände veranlaßt, deinen christlichen Verpflichtungen nicht mehr nachzukommen und deinen Glauben nicht mehr zu betätigen?
Durch zunehmende Belastungen bist du vielleicht auf den Gedanken gekommen, du müßtest dich von der Last gewisser Verpflichtungen befreien. Ist das Problem aber dadurch, daß du dich von der Christenversammlung zurückgezogen hast, gelöst worden? Hat sich deine Lage dadurch gebessert? Frage dich einmal: „Bin ich wirklich glücklicher und zufriedener, seitdem ich die Zusammenkünfte nicht mehr besuche und mich nicht mehr am Predigtdienst beteilige? Sind meine Angehörigen und ich seither bessere Christen? Versammeln wir uns öfter zum Gebet und zum Studium des Wortes Gottes, und fällt es uns leichter, die Früchte des Geistes hervorzubringen? Habe ich noch genauso den Wunsch, daß Gottes Königreich komme und Gottes Wille auf der Erde geschehe, wie früher? Ist die Hoffnung auf das Leben auf einer paradiesischen Erde unter der Herrschaft Christi in mir immer noch so lebendig, und bedeutet sie mir immer noch so viel wie einst?“
Eine ehrliche Betrachtung solcher Fragen wird dir bestimmt zeigen, daß du nicht mehr so glücklich bist und keinen solch starken Glauben mehr hast wie früher. Könnte es denn anders sein? Sagte Jesus nicht: „Glücklich sind ... jene, die das Wort Gottes hören und es bewahren!“? (Luk. 11:28) Ist es also nicht zu erwarten, daß du das Glück, von dem Jesus sprach, nicht mehr verspürst, wenn du das ausdrückliche Gebot Gottes, mit seinem Volk zusammenzukommen und sein Wort zu predigen, nicht beachtest? (Hebr. 10:25; 2. Tim. 4:2) Was solltest du nun tun?
WAS DU NUN DRINGEND TUN SOLLTEST
Eines ist klar: Du benötigst die Gemeinschaft mit Christen, die den gleich kostbaren Glauben haben wie du. Besuche deshalb die Zusammenkünfte der Versammlung! Deine Brüder werden sich freuen, dich zu sehen. Zögere nicht. Warte nicht bis zur nächsten Woche, sondern gehe noch diese Woche zu einer solchen Zusammenkunft. Satan, der Teufel, sorgt dafür, daß Christen von Sorgen geplagt werden, und er bemüht sich, die
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