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  • Sicherheit — das vage Ziel
    Erwachet! 1979 | 8. März
    • deine Wohnung verläßt? Sie sind nur ein Teil grundlegender Vorsichtsmaßnahmen. Dennoch wird die Zahl der jährlichen Einbrüche allein auf den Britischen Inseln auf eine viertel Million geschätzt.

      Dein Auto, das vielleicht in einer Garage eingeschlossen ist, mußt du erst aufschließen, bevor du losfahren kannst. Als Fußgänger versteckst du so gut wie möglich deine Brieftasche oder dein Portemonnaie, um Diebe abzuhalten. Mußt du wie viele andere, bevor du an deinen Arbeitsplatz kommst, erst einen Ausweis vorzeigen, um das Firmengelände oder -gebäude betreten zu dürfen?

      Möglicherweise fährst du deine Kinder lieber selbst zur Schule und holst sie auch wieder ab, weil das deiner Meinung nach sicherer ist. Würdest du ohne Schutzmaßnahmen nachts alleine nach draußen gehen oder, ohne vorher nachzusehen, die Tür öffnen, um festzustellen, wer geklingelt hat?

      In Nigeria und anderen afrikanischen Ländern haben Leute aus allen Lebensbereichen entweder sichtbar oder versteckt eine Art Juju, einen Fetisch für ihren persönlichen Schutz. Diese Talismane sollen ein Schutz vor Zauberkräften oder Gefahr sein und den Erfolg im Geschäftsleben, in der Landwirtschaft und bei der Jagd sichern.

      Touristen werden bemerken, daß in Nigeria die meisten Gastgeber Getränkeflaschen in Gegenwart ihrer Gäste öffnen, da kaum ein Nigerianer bereit sein wird, aus einer Flasche zu trinken, die schon vorher geöffnet wurde. Aus welchem Grund? Man befürchtet, daß der Inhalt durch einen Zauber vergiftet wurde. Hat jemand dagegen ein Juju, fühlt er sich vor derartigem Unheil völlig sicher. Sein Juju wird ihm tatsächlich ein größeres Sicherheitsgefühl vermitteln als eine Schar von Leibwächtern.

      Diese Beispiele (und dir fallen bestimmt noch viel mehr ein) gehören zum Alltagsgeschehen und werden heute als selbstverständlich betrachtet. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß persönliche Sicherheit nicht allzuleicht gewahrt werden kann.

      Ein neuer blühender Industriezweig

      In den letzten Jahren hat man erkannt, daß das Sicherheitsbedürfnis einem neuen Industriezweig zu großen Wachstumsaussichten verhilft. Der Boom hat alle erfaßt, angefangen von den immer zahlreicher werdenden Geschäften, die Sicherheitsschlösser, Türriegel und Sicherheitsketten anbieten, bis hin zu den Firmen, die kompliziertere Alarm- und Überwachungssysteme, beispielsweise Einrichtungen gegen Ladendiebstahl, vertreiben. Und falls du dir nicht einen von den vielen speziell dressierten Wachhunden erwerben möchtest, kannst du dir jetzt eine Tonbandkassette kaufen, auf der ein fürchterliches Gebell aufgenommen ist. Der an die Türklingel angeschlossene Kassettenrecorder schaltet sich sofort ein, sobald der Klingelknopf gedrückt wird.

      Zudem sind weltweit Sicherheitsunternehmen, die ausgebildete (und häufig bewaffnete) Leibwächter beschäftigen, wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das englische Parlament sah sich dadurch veranlaßt, eine besondere Gesetzgebung für diesen Bereich der Wirtschaft vorzuschlagen, der jetzt fast zweimal so viele Männer und Frauen beschäftigt wie die Polizei. Man hat den Eindruck, daß dieser Industriezweig in der Bekämpfung von Verbrechen und bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit eine Schlüsselrolle spielt.

      Verbrechen, die manchmal international organisiert und mit Raub sowie Entführungen verbunden sind, haben auch in ganz besonderer Weise die Versicherungsgesellschaften alarmiert.

      Nachdem 1932 in den USA das Baby von Charles Lindbergh gekidnappt worden war, bot zum erstenmal eine Versicherungsgesellschaft, nämlich Lloyd in London, Versicherungsschutz gegen Kidnapping und Lösegeldforderungen an. Durch die in den letzten Jahren verübten Anschläge des internationalen Terrorismus ist bei Lloyd die Summe der jährlichen Prämien von 16 000 000 £ (30 000 000 $) vor vier Jahren auf 55 000 000 £ bis 110 000 000 £ (100 000 000 $ bis 200 000 000 $) gestiegen. Das bedeutet, daß der Londoner Versicherungsmarkt allein für Kidnapping und Lösegeldforderungen eine Deckungssumme von nicht weniger als 5 500 000 000 £ (10 000 000 000 $) hat. Wirklich ein stolzer Preis für das Bedürfnis nach „Sicherheit“!

      „Nicht durch eine Gefahr bedroht“, so lautet die Definition von „sicher“ gemäß dem Bedeutungswörterbuch des Großen Dudens. Kannst du heute in unserer Welt zunehmender Verbrechen dein Leben wirklich in diesem Sinne als „sicher“ bezeichnen? Oder verspürst du trotz aller Maßnahmen, die du ergreifen kannst, immer mehr ein Gefühl der Unsicherheit? In diesem Zusammenhang sollte man folgende Frage stellen:

  • Warum ist das eine „Generation der Unsicherheit“?
    Erwachet! 1979 | 8. März
    • Warum ist das eine „Generation der Unsicherheit“?

      „ES MACHT sich eine schleichende Furcht breit, so daß die Leute an eine Art schützende Macht glauben möchten, die sich, wie sie hoffen, ihrer annehmen wird.“

      Diese im vergangenen April im Sunday Telegraph (London) veröffentlichten Worte eines Studenten aus Oxford offenbaren eine unerwartete Zunahme an Religiosität unter Studenten. Der Trend, der nun dem extremen politischen Engagement vergangener Jahre folgt, spiegelt wider, was die Zeitung als „das ungewisse Gefühl einer Generation der Unsicherheit“ bezeichnet.

      In einem Zeitalter nie dagewesenen Wohlstandes nimmt sich eine solche Situation ziemlich paradox aus. Das Ganze mutet wie ein Kartenhaus an, kunstvoll und großartig, aber wackelig und zum Einsturz verurteilt. Die Leute spüren diese Unbeständigkeit. Wieso fühlt sich die gegenwärtige Generation so unsicher? Ist es möglich, den Ursprung dieser „schleichenden Furcht“ zu ergründen und zu beseitigen?

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