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  • Lauterkeit gegenüber Gott führt zur Befreiung
    Der Wachtturm 1957 | 15. Dezember
    • Lauterkeit gegenüber Gott führt zur Befreiung

      „Raffe meine Seele nicht mit Sündern hin, noch mein Leben mit Menschen, an denen Blutschuld haftet, an deren Händen loses Benehmen und deren Rechte mit Bestechung gefüllt ist. Ich aber, ich werde in meiner Lauterkeit wandeln.“ — Ps. 26:9-11, NW.

      1. Von welchen Dingen möchten wir befreit werden?

      BEFREIUNG! Von so vielen Dingen möchten wir befreit sein — von Sorgen und Leiden, von Ungerechtigkeit und Bedrückung, von Unwissenheit und Ungewißheit, von den Gefahren in der Zeit des Friedens und der Wohlfahrt, von der Hoffnungslosigkeit und vom Sterben und auch von allen unerwünschten, üblen Verbindungen mit einer ungesunden alten Welt.

      2. Wann und wie wird diese Befreiung verwirklicht werden, und wie wird für eine glückliche Zukunft Gewähr und Sicherheit geboten?

      2 Wie großartig ist es daher, zu wissen, daß die Befreiung von all diesen Dingen in unseren Tagen kommen wird. Das bedeutet, daß eine gerechte neue Welt in herrlicher Weise verwirklicht werden soll. Der Schöpfer des Himmels und der Erde wird zu seiner, jetzt schnell näher rückenden Zeit die Menschheit von dieser alten Welt und damit auch von all ihrem Weh und Leid befreien. Er wird die alte Welt durch eine ganz neue Welt ersetzen, in der die Erdbewohner mit Freude und Gesundheit, mit Gerechtigkeit und Auferbauung, mit Erkenntnis und Vertrauen, mit Frieden, Sicherheit und Hoffnung, mit einem Leben in Vollkommenheit und mit all dem guten Umgang, den sie sich nur wünschen ihnen, gesegnet werden. Als eine Gewähr dafür, daß ein solch glücklicher Zustand auf Erden zustande kommt, hat der geliebte Sohn des Schöpfers die Zügel der allmächtigen himmlischen Herrschaft in seinen Händen. Vor langer Zeit, als er als vollkommener Mensch auf Erden weilte, lehrte er die Menschen, welche eine neue Welt erhofften, zu seinem himmlischen Vater wie folgt zu beten: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ — Matth. 6:9, 10, NW.

      3. Als Lohn wofür wird Befreiung zuteil, und seit wann haben sich die Menschen für dieses Erfordernis interessiert?

      3 Befreiung von dieser alten Welt und ihrem Weh und Leid wird jemandem als ein Lohn von Gott, dem Schöpfer der neuen Welt, zuteil. Als Lohn wofür denn? Als Lohn dafür, daß wir vor ihm, dem einen lebendigen und wahren Gott, im Glauben und in Treue wandeln, als Lohn für unseren unerschütterlichen Gehorsam ihm, dem höchsten Herrscher des ganzen Universums, gegenüber und als Lohn dafür, daß wir uns von dieser verderbten alten Welt beständig rein erhalten und den Vorschriften nachkommen, die für ein Leben in seiner gerechten neuen Welt erlassen worden sind. Mit anderen Worten: als Lohn für die Bewahrung unserer Lauterkeit vor Gott. Heute wissen nur sehr wenige Menschen auf Erden, was Integrität bedeutet. Zu keiner Zeit hat es auf Erden viele Menschen von Integrität gegeben, und doch ist die Integrität [im Sinne der Lauterkeit, Untadeligkeit und der ungeteilten Ergebenheit gegenüber Gott] ein Begriff, über den schon seit ältester Zeit gesprochen worden ist. Sie ist etwas, nach dem man trachten sollte, und der höchste Gott ist seit der Zeit daran interessiert gewesen, da er das erste Menschenpaar, nämlich vor fast sechstausend Jahren, erschuf.

      4. Wieso ist für uns alle die Integrität zu einem Problem geworden, und welches passende Beispiel haben wir für die Tatsache, daß Gott uns als Lohn für erprobte Lauterkeit Befreiung zuteil werden läßt?

      4 Adam und Eva, das erste Menschenpaar, bewahrten ihre Lauterkeit Gott gegenüber nicht. Sie besudelten ihre Vollkommenheit, indem sie sein Gesetz übertraten und dadurch sündigten. Da wir von ihnen abstammen, sind wir alle von Geburt an unvollkommen und neigen zur Sünde. Aus diesem Grunde ist die Integrität für uns alle zu einem Problem geworden. Sechzehnhundert Jahre vor der christlichen Zeitrechnung, zu der Zeit, da Ägypten zur Weltmacht wurde, beobachtete Gott die Menschheitsfamilie und schaute sich nach Menschen von Lauterkeit um. Im Nahen Osten, d. h. im südwestlichen Teil Asiens, sah er einen Mann von dieser Art. Er hieß Hiob. Deshalb sagte Gott zu seinem Hauptfeinde, zu Satan, dem Teufel: „Hast du deinen Blick (dein Herz) auf meinen Diener Hiob gerichtet? denn auf Erden gibt es niemand seinesgleichen, ein Mann von Lauterkeit (Integrität), rechtschaffen, gottesfürchtig und sich vom Schlechten abwendend? Und noch hält er an seiner Lauterkeit (Integrität) fest, obwohl du mich gegen ihn gereizt hast, damit ich ihn ohne Grund verschlinge.“ (Hiob 2:3, NW) Trotz allem, was Satan, der Teufel, Hiob antat, der Gott diente, bewahrte dieser Mann seine Lauterkeit und Untadeligkeit, seine vollständige Ergebenheit Gott gegenüber. Zur Belohnung befreite Gott Hiob von den Verfolgungen Satans, des Teufels. Deshalb ist Hiob ein anspornendes Beispiel dafür, daß Gott Menschen von dem bösen Gott dieser alten Welt, von Satan, dem Teufel, befreien kann und auch befreien wird, und zwar als Lohn für die Lauterkeit, die sie ihrem Schöpfer, Jehova Gott, gegenüber bewahren. — Jak. 5:11.

      5. Was für einen Herrscher setzt Gott in die Neue-Welt-Regierung ein, und welches Bild von diesem auserwählten Herrscher gab er uns?

      5 Da Jehova Gott beschlossen hat, eine Regierung aufzurichten, die über seine gerechte neue Welt herrschen soll, dürfen wir erwarten, daß er einen Herrscher von erprobter Lauterkeit auf den Thron dieser Neuen-Welt-Regierung setzt. Er schwor, daß er das tun werde. Vor etwa dreitausend Jahren schuf er ein Vorbild dafür. Im Nahen Osten, am Kreuzweg zwischen Asien und Afrika, richtete er ein Königreich auf und setzte einen Mann, der seine Lauterkeit bewiesen hatte, auf den Thron dieses Reiches, das als Vorbild dienen sollte. In einem Liede wird uns berichtet, daß Gott sich diesen Mann, der einst ein Hirtenjunge war, erwählte. Wir lesen: „Er erwählte David, seinen Diener, und holte ihn von den Hürden der Herde weg. Als er den säugenden Tieren folgte, ließ er ihn wegholen, damit er ein Hirte über Jakob sei, sein Volk, und über Israel, sein Besitztum. Und er begann, sie gemäß der Lauterkeit (Integrität) seines Herzens zu hüten, und mit geschickten Händen begann er sie zu führen.“ (Ps. 78:70-72, NW) Als Herrscher des erwählten Volkes Gottes suchte König David sein Herz vor Gott, dem Schöpfer, stets rein, loyal und treu zu bewahren. Deswegen war David ein guter Regent und wurde als solcher dazu gebraucht, jenen Herrscher darzustellen, den Gott zum Regenten der gerechten neuen Welt bestimmt hat, nämlich Gottes himmlischen Sohn Jesus Christus.

      6, 7. (a) Was bemühte sich David ernstlich im Hinblick auf Gott zu tun? (b) Weshalb war es David so sehr daran gelegen, von Gott gerichtet zu werden, und was zu tun war er entschlossen?

      6 Weil David Gott treu war, hatte er viele Feinde, Menschen, die in ihrem Herzen schlecht waren, Heuchler, die die Unwahrheit liebten. Diese Übeltäter fühlten sich beleidigt, daß König David keine Gemeinschaft mit ihnen pflegte und sich nicht wie einer von ihnen benahm. Daher suchten sie ernstlich, ihn vom Pfade der Untadeligkeit und Unschuld, auf dem er vor Gott wandelte, wegzuziehen, damit er zur Anbetung des gesetzlosen Gottes dieser alten Welt überginge. David war sich aber in seinem Innern bewußt, daß er sich aufrichtig und treulich bemühte, vor Gott makellos zu wandeln.

      7 Er war daher bereit, vor Gottes Richterstuhl zu erscheinen und sich prüfen zu lassen hinsichtlich seiner lauteren, aufrichtigen Absichten und seiner treuen Bemühungen, Jehova als den einzigen Gott anzubeten und ihm allein, dem höchsten Souverän des ganzen Universums, zu dienen. Diese Bereitwilligkeit, sich von Gottes Gerichtshof richten zu lassen, geht aus den folgenden Worten Davids hervor: „Richte mich, o Jehova! denn ich selbst bin in meiner Lauterkeit (Integrität) gewandelt; und auf Jehova habe ich vertraut, damit ich nicht wanke: Prüfe mich, o Jehova, und erprobe mich; läutere meine Nieren [oder: meine tiefsten Empfindungen] und mein Herz. Denn deine liebende Güte steht mir vor Augen und in deiner Wahrheit bin ich gewandelt.“ Ungeachtet was andere Menschen taten, ungeachtet welchen Widerstand seine Feinde ihm entgegenbrachten und wie sehr sie ihn verfolgten, war König David entschlossen, vorwärtszugehen, indem er Jehova Gott von ganzem Herzen zugetan blieb. In gebetsvoller Verfassung sprach er die Worte: „Ich aber, ich werde in meiner Lauterkeit (Integrität) wandeln. O erlöse mich und erweise mir (deine) Gunst! Mein Fuß wird bestimmt auf ebenem Boden stehen; inmitten der versammelten Scharen werde ich Jehova preisen (segnen).“ — Ps. 26:1-3, 11, 12, NW.

      8. (a) Was zu tun schulden wir Gott tatsächlich und warum? (b) Worin müssen wir also wandeln, und wie nur können wir das tun?

      8 Heute, da wir dem Ende dieser alten Welt so nahe sind, müssen auch wir, wenn wir den Wunsch haben, erlöst zu werden und Gottes Gunst zu erlangen, damit er uns durch den universellen Krieg von Harmagedon hindurch beschütze, uns am Leben erhalte und in seine neue Welt hineinrette, gleichwie David in Lauterkeit vor Gott wandeln. Sind wir dies denn Gott gegenüber nicht schuldig, ihm, unserem Schöpfer, der uns verheißt, uns in seiner gerechten neuen Welt immerdar am Leben zu erhalten? Gewiß! denn ihm verdanken wir unser Leben, und gemäß seinem Vorhaben, das er uns in der Heiligen Schrift enthüllt, hat er uns etwas in Aussicht gestellt, wofür zu leben sich lohnt. Was denn? Die neue Welt, die unter der vollkommenen Herrschaft seines Sohnes Jesus Christus steht. In Lauterkeit vor unserem Schöpfer und Erhalter zu wandeln kann auf keine andere Weise geschehen, als daß wir der Wahrheit und den Grundsätzen entsprechend wandeln, die er in seinem geschriebenen Wort für uns festgelegt hat. Wir wissen, daß seine ganze Schöpfung den von ihm festgelegten Gesetzen gemäß in Bewegung ist und funktioniert. Er muß also in allen Dingen ein Gott sein, der nach Grundsätzen handelt. Um in seine Gunst zu gelangen und ein glückliches Leben in seiner endlosen neuen Welt führen zu können, müssen wir uns selbst als Menschen von Lauterkeit erweisen.

      9. Nach welchen Grundsätzen müssen wir uns daher richten?

      9 Hierzu dürfen wir uns aber nicht eigene Grundsätze aufstellen. Wir müssen uns nach Gottes Grundsätzen richten. Damit meinen wir jetzt nicht mehr die elementaren oder fundamentalen Dinge, die Grundlehren des geschriebenen Wortes Gottes, die in Hebräer 5:12 wie folgt erwähnt werden: ‚Ihr benötigt wieder jemanden, der euch die ersten Grundsätze der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt.‘

      10. (a) Was verstehen wir hier besonders unter „Grundsatz“? (b) Was sagten Jakobus und Paulus, von diesem Standpunkt aus gesehen, zu Christen?

      10 Wir müssen uns daran erinnern, daß ein Grundsatz auch eine festgelegte Handlungsregel ist, eine maßgebende Bestimmung hinsichtlich des Benehmens, eine Vorschrift für den Wandel, nach der man sich in seinem Tun beständig richtet, eine Überzeugung oder Einstellung, die auf das Leben und Benehmen einen richtunggebenden Einfluß ausübt. (Webster) Weil Grundsätze somit auf ein geordnetes Leben hinwirken, konnte Jakobus zum Apostel Paulus sagen: „… daß du ordentlich wandelst, indem du selbst auch das Gesetz hältst.“ (Apg. 21:24, NW) Auch Paulus konnte zu seinen Brüdern in Christus sagen: „Laßt uns in dem Maße, in dem wir Fortschritte erzielt haben, gemäß demselben geregelten Wandel vorwärtsgehen.“ „Alle, die nach dieser Regel bezüglich des Benehmens ordentlich wandeln werden — über ihnen sei Friede und Barmherzigkeit, auch über dem Israel Gottes!“ (Phil. 3:16; Gal. 6:16, NW) Um ordentlich wandeln zu können, müssen wir Gottes Grundsätzen entsprechend leben, also in Einklang mit den Regeln, die er zu unserer Führung und Leitung niederlegen ließ. Gottes Sohn, Jesus Christus, hat uns, als er auf Erden weilte, ein vollkommenes Beispiel dafür gegeben, wie wir gemäß den Grundsätzen Gottes, Jehovas, seines Vaters, leben sollen. Wir werden somit davor gewarnt, „gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ zu wandeln, denn „in ihm [Christus] wohnt die ganze Fülle der göttlichen Vorzüglichkeit“. — Kol. 2:8, 9, NW.

      THEOKRATISCHE GRUNDSÄTZE

      11. (a) Warum sind die göttlichen Grundsätze für alle Geschöpfe gültig? (b) Wieso sind wir alle so sehr Gefühlen oder Empfindungen unterworfen?

      11 Wenn wir unsere Lauterkeit bewahren, indem wir in Einklang mit den von Jehova festgelegten Grundsätzen oder Verhaltensregeln denken, sprechen und handeln, so verhalten wir uns in Wahrheit theokratisch. Jehova ist der eine und einzige Theokrat in dem Sinne, daß er der höchste Gott-Herrscher ist. Er herrscht über alle Geschöpfe und Dinge im Himmel und auf Erden und übt Macht aus, weil er der eine lebendige und wahre Gott ist. Deshalb müssen seine Grundsätze oder Regeln des Verhaltens und der Leitung allen intelligenten Geschöpfen, Menschen und Geistgeschöpfen, gelten. Er, unser Schöpfer, erschuf Adam, den ersten Menschen, im Bilde und gemäß dem Gleichnis Gottes als vollkommenen Menschen. Von dem vollkommenen Menschen konnte mit Recht erwartet werden, daß er gleich seinem himmlischen Vater nach Grundsätzen handelte und sich nicht nur durch Instinkt oder die Gefühle, durch seine fleischlichen Empfindungen, beherrschen oder leiten ließe. Als Adams Weib durch Satan, die Urschlange, betrogen worden war, handelte Adam untheokratisch, indem er seinem irrenden Weibe zu gefallen suchte und eher zu ihr hielt, statt sich zu bemühen, seinem himmlischen Vater zu gefallen und sich an sein Gesetz zu halten, das heißt seine Lauterkeit zu bewahren oder in Vollkommenheit zu wandeln. Mit Adam sind alle seine Nachkommen, zu denen auch wir heute gehören, von der hohen Ebene des Handelns nach Grundsätzen abgestürzt, und wir sind nun der Leidenschaft oder den Gefühlen sehr unterworfen. Damit meinen wir nicht einfach sexuelle Leidenschaft, wie sie zwischen Mann und Frau besteht, sondern eine starke Zuneigung zu allem, was uns Vergnügen bereitet oder was unseren eigenen selbstsüchtigen Interessen und Vergnügungen dient, wobei Gottes Wille außer acht gelassen wird.

      12. (a) Von welcher Art sind Gottes Grundsätze? (b) Wie sorgte er dafür, daß die Kenntnis seiner Grundsätze den Menschen nicht verlorenging?

      12 Gott weicht nicht von seinen eigenen Grundsätzen ab, nur um seinen Geschöpfen zu gefallen. Seine Grundsätze sind vollkommen und unveränderlich. In ihnen allen kommt seine Liebe, seine Gerechtigkeit, Weisheit und Macht zum Ausdruck. Die Menschen kennen im allgemeinen weder seine sittlichen noch religiösen Grundsätze und anerkennen sie auch nicht, denn sie folgen der Philosophie und den Grundsätzen der alten Welt. Damit die Kenntnis der göttlichen Grundsätze aber nicht verlorengeht, sondern damit alle, die rechte Grundsätze lieben, diese kennenlernen können, ließ sie Jehova, der große Theokrat, in seiner Heiligen Schrift aufzeichnen. In diesem Buche können sie gelesen und studiert werden. Im Jahre 1513 vor der christlichen Zeitrechnung benutzte Gott seine Macht dazu, die zehn Grundprinzipien selbst auf die Steintafeln zu schreiben. Dann gab er sie seinem Propheten Mose, damit dieser sie seinen Brüdern, dem Volke Israel, zeige und sie davon unterrichte. Zur Vervollständigung der Gesetzessammlung, die er dem Volke Israel durch seinen Mittler Mose gab, ließ er noch viele andere Grundsätze aufzeichnen. Durch später lebende Propheten gab Jehova Gott noch weitere Grundsätze bekannt und dazu Prophezeiungen künftiger Ereignisse. Dadurch, daß diese Grundsätze und Prophezeiungen und der heilige Bericht aufgezeichnet wurden, entstanden die heiligen Schriften, die einst nur die Juden oder Israeliten besaßen. Diese Schriften waren die einzigen heiligen Schriften, die die christliche Kirche oder die Christenversammlung zu Beginn ihres Daseins im Jahre 33 der christlichen Zeitrechnung besaß.

      13. Was für ein Buch ist gemäß 2. Timotheus 3:16, 17 die Heilige Schrift, und wie müssen wir ihrem Inhalt gegenüber eingestellt sein, wie Petrus und die anderen Apostel es zeigten?

      13 An diese heiligen Schriften denkend, schrieb der Apostel Paulus: „Alle Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum Überführen, zum Richtigstellen der Dinge, zur Zucht in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes völlig geschickt sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk.“ (2. Tim. 3:16, 17, NW) Das bedeutet, daß die Heilige Schrift ein Buch ist, das Grundsätze enthält. Die darin aufgezeichneten Prinzipien sind eine wegleitende Vorschrift und dienen den Christen, die sich noch in dieser alten Welt befinden, die prinzipienlos ist und keine theokratischen Grundsätze befolgt, als eine gerechte Antriebskraft. Um Leben in irgendeinem Teil der neuen Welt, die Gott herbeiführt, zu erlangen, müssen wir die Grundsätze und Gebote des geschriebenen Wortes Gottes über jene der alten Welt stellen, die unter der Herrschaft Satans, des „Gottes dieses Systems der Dinge“, steht. (2. Kor. 4:4, NW) Möge ein jeder beachten, daß der christliche Apostel Petrus und seine Mitapostel es waren, die diese Handlungsregel darlegten. Als das höchste religiöse Gericht in Jerusalem dem Petrus und den anderen Aposteln befahl, nicht mehr die neugelernten Grundlehren des Christentums zu predigen, antworteten alle diese Apostel dem religiösen Gericht: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unserer Vorfahren auferweckte Jesus, den ihr mit euren Händen umgebracht habt, indem ihr ihn an einen Pfahl hängtet. Ihn hat Gott als Hauptwerkzeug und Retter zu seiner Rechten erhöht, um Israel Reue und Vergebung der Sünden zu vermitteln. Und wir sind Zeugen dieser Dinge, desgleichen auch der heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm, dem Herrscher, gehorchen.“ — Apg. 5:29-32, NW.

      14. (a) Warum handelten jene Apostel weder aufrührerisch noch umstürzlerisch, indem sie so antworteten und handelten? (b) Wie verhielten sie sich gegenüber dem folgenden Gebot des höchsten Gerichts?

      14 Petrus und die anderen christlichen Apostel handelten weder aufrührerisch noch umstürzlerisch, als sie so antworteten und vorgingen. Sie benahmen sich völlig theokratisch, indem sie Gott als den Herrscher bezeichneten, der über den menschlichen Gerichten und Herrschern steht, und ihm als dem höchsten Herrscher gehorchten. Die treuen Apostel traten daher für den hervorragendsten christlichen Grundsatz ein. So handelnd, bewahrten sie ihre Lauterkeit vor dem universellen Souverän Jehova Gott. Das religiöse Gericht weigerte sich, diesen Grundsatz anzuerkennen, und bekundete seine Weigerung dadurch, daß es die Apostel bestrafte. „Sie luden die Apostel vor, peitschten sie aus und geboten ihnen, nicht mehr auf Grund des Namens Jesu zu reden, und ließen sie gehen.“ Gehorchten Petrus und die anderen Apostel diesem Befehl des höchsten Gerichts? Gottes geschriebenes Wort gibt uns selbst die Antwort, wenn es sagt: „Diese nun gingen aus dem Sanhedrin hinweg, mit Freude, weil sie würdig erachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen. Und jeden Tag im Tempel und von Haus zu Haus fuhren sie ohne Unterlaß [man beachte: ohne Unterlaß] fort, zu lehren und die gute Botschaft in bezug auf den Christus, Jesus, zu verkündigen.“ — Apg. 5:40-42, NW.

      15. (a) Wie hatte Gott lange vor der Zeit, da Petrus lebte, den gleichen Grundsatz durch Mose darlegen lassen? (b) Wie wiederholte Jesus Christus einem Fragesteller den in dieser Erklärung enthaltenen Grundsatz?

      15 Seither sind wohl neunzehnhundert Jahre vergangen, aber das, was Petrus und seine Mitapostel damals vor jenem religiösen Gericht sagten, ist heute noch ein wegleitender Grundsatz. Lange vor der Zeit des Apostels Petrus hatte Gott selbst den gleichen Grundsatz durch seinen Propheten Mose dem Volke Israel in folgenden Worten bekanntgegeben: „Du sollst dich nicht vor einem anderen Gott niederbeugen, denn Jehova ist ausschließlich seinem Namen ergeben. Er ist ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert.“ (2. Mose 34:14, NW) Dies ist nicht nur eines der vielen Gesetze, die in der geschriebenen Übereinkunft, in dem Bunde, den Gott mit Israel machte, enthalten sind. Es ist die Darlegung eines Grundsatzes oder einer Regel des Verhaltens, die ewiglich und allüberall gültig ist und sich somit auf alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden bezieht. Dieser Grundsatz wurde von Jesus Christus selbst wiederholt, als er auf die Frage: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz?“ wie folgt antwortete: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matth. 22:35-40, NW) So wird uns der Hauptgrundsatz erklärt, der sich durch die ganze Heilige Schrift, also auch durch das Gesetz Gottes und die Bücher der Propheten, zieht.

      16. (a) Wie sollen wir Gott im Vergleich zu uns selbst und zu unserem Nächsten lieben? (b) Wieso entspricht Jesu Antwort auf die Frage über die Steuerentrichtung diesem Erfordernis?

      16 Menschen, die nach theokratischen Grundsätzen handeln, lieben Jehova als ihren Gott und Herrscher oder als den Theokraten. Um seine Liebe zu gewinnen und von ihm mit ewigem Leben in seiner neuen Welt gesegnet zu werden, müssen wir ihn lieben. Seinem größten Gebot gemäß, das sein Sohn Jesus dargelegt hat, sollen wir Jehova lieben, doch nicht so, wie wir uns selbst oder wie wir unseren Nächsten lieben. Wir müssen ihn mehr als uns selbst oder unseren Nächsten lieben, ja mehr als das ganze Volk unserer Nächsten. Jesus sagte, daß wir Jehova Gott mit allem, was wir sind und haben, lieben müssen. Dies gibt uns ein umfassendes Verständnis für das, was Jesus meinte, als er auf die schlaue Frage: „Ist es gesetzmäßig, dem Cäsar Tribut zu zahlen oder nicht?“ Antwort gab. Da die Steuermünze das Bild des Cäsars trug, sagte Jesus: „Zahlt daher Cäsars Dinge dem Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ (Matth. 22:15-21, NW) Welcher der beiden Herrscher nun hat uns Geschöpfen Herz, Seele und Sinn gegeben? War es etwa der politische Cäsar oder war es Gott? Nicht der Cäsar, sondern Gott gab uns diese Dinge, die für ein vernunftgemäßes Leben erforderlich sind. Gott und nicht dem Cäsar müssen wir also diese Dinge zurückzahlen, Dinge, die von weit größerem Werte sind und weit mehr bedeuten als das Steuergeld des Cäsars.

      17. (a) Wie zahlen wir dem Cäsar die Dinge zurück, die ihm gehören, und wie zahlen wir Gottes Dinge Gott zurück? (b) Was muß unser Wahlspruch gemäß Gottes Geboten sein?

      17 Es ist richtig, dem Cäsar das Geld, das er in Form von Steuern für Dienstleistungen des Staates von Christen verlangt, zurückzuzahlen. Wie aber können wir das, was Gott gehört, Gott zurückzahlen? Indem wir in theokratischer Weise das höchste Gebot des Universums befolgen, ja, indem wir Jehova, unseren rechtmäßigen Gott, mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele und unserem ganzen Sinn lieben. Daher soll unser Wahlspruch in Einklang mit dem Grundsatz, auf den sich die beiden größten, von Jesus Christus dargelegten Gebote stützen, nicht lauten: Für Gott und Vaterland, sondern: Für Jehova und für unseren Nächsten sowie für uns selbst — also nicht für unseren Nächsten in erster Linie, sondern für Jehova, unseren Gott, in erster Linie; nicht für unseren Nächsten mehr als für uns selbst, sondern für Gott mehr als für uns selbst und unseren Nächsten.

      18. (a) Vergötterte Jesus dadurch den Cäsar Tiberius, daß er Steuern zahlte? (b) Auf welche Weise befahl Jesus seinen Nachfolgern, den Staat nicht zu vergöttern?

      18 Vergessen wir nicht, daß der römische Cäsar auf der Erde zu einem Gott erhoben worden war, das heißt, daß die Römer ihn vergötterten. Dadurch aber, daß Jesus Christus, der nach dem Fleische Jude oder Israelit war, dem Cäsar die Steuer zahlte, erkannte er den Cäsar Tiberius nicht als einen Gott an. Jesus erhob den römischen Kaiser oder den Staat nicht zu einem Gott. Jesus gebot seinen Nachfolgern, den politischen Staat dieser alten Welt nicht zu einem Gott zu machen. Dieses Gebot gab Jesus am Vorabend des Tages, da er von den Soldaten des Reiches Cäsars an den Pfahl geschlagen wurde. An jenem Abend setzte er das Abendmahl des Herrn mit Brot und Wein ein und sagte dann zu seinen treuen Aposteln: „Die Könige der Nationen herrschen (gewaltsam) über sie, und jene, die Gewalt über sie ausüben, werden ‚Wohltäter‘ genannt. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch werde wie der Jüngste, und jemand, der als Oberster amtet, werde wie der Dienende. Denn wer ist größer, der zu Tische liegt oder der dient? Ist es nicht der, der zu Tische liegt? Ich aber bin in eurer Mitte wie der, der dient.“ — Luk. 22:25-27, NW.

      19. Auf welche Weise würden wir den Cäsar oder den Staat vergöttern, und welche Pflicht gegenüber Jehova Gott würden wir dadurch verletzen?

      19 Jesus suchte sich demnach nicht selbst zu vergöttern, noch sprach er davon, daß der steuereinziehende Cäsar zu einem Gott erhoben werden sollte. Um ihre Integrität gegenüber Jehova zu bewahren, müssen Jesu treue Nachfolger Jesus nachahmen, indem sie sich an denselben Grundsatz halten und nicht Cäsar vergöttern, dem Steuern zu zahlen wir auch heute verpflichtet sind. Wahre Christen würden ihr Hingabegelübde, das sie vor Jehova Gott abgelegt haben, verletzen, wenn sie den Cäsar oder den politischen Staat zu einem Gott erhöben, und zwar dadurch, daß sie dem Cäsar ihr alles gäben und ihm auf diese Weise bei ihrer Anbetung und in ihrem Herzen den Platz einräumen würden, der Gott gehört.

      DIE ANBETUNG DES „WILDEN TIERES“

      20, 21. (a) Wer erfüllt heute das in Offenbarung 14:6 beschriebene Bild und wie? (b) Welche Warnung wird nach diesem Bilde davor erhoben, den Cäsar oder den Staat zu vergöttern?

      20 Vor mehr als achtzehnhundert Jahren wurde in Offenbarung 14:6 im prophetischen Bilde gezeigt, wie in unseren Tagen die „ewigdauernde gute Botschaft“ als frohe Kunde jeder Nation, jedem Stamme, jeder Zunge und jedem Volke auf Erden verkündigt würde. Geradeso gehorchen heute Jehovas Zeugen auf der ganzen Erde dem in Matthäus 24:14 enthaltenen Gebot Jesu. Ja sie verkündigen die gute Botschaft, daß Gottes Königreich im Jahre 1914 mit der Inthronisierung und Krönung Christi Jesu im Himmel aufgerichtet worden ist. Als Folge der Verkündigung dieser ewigdauernden guten Botschaft, die auf der ganzen bewohnten Erde vor sich geht, erhalten alle Nationen vor ihrem Ende, das im nahenden universellen Krieg von Harmagedon kommt, ein Zeugnis. Auf das Bild, das sich auf die Verkündigung der ewigdauernden guten Botschaft unter allen Nationen und Völkern bezieht, folgt in Offenbarung, Kapitel 14, ein weiteres prophetisches Bild, das die Christen davor warnt, Cäsar oder den politischen Staat zu vergöttern. Dort lesen wir:

      21 „Und ein anderer Engel, ein dritter, folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: ‚Wenn jemand das wilde Tier und sein Bild anbetet und ein Kennzeichen an seiner Stirn oder an seiner Hand annimmt, so wird auch er von dem Weine des Grimmes Gottes trinken, der unverdünnt in den Becher seines Zornes eingeschenkt wird, und er wird angesichts der heiligen Engel und angesichts des Lammes mit Feuer und Schwefel gequält werden. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf bis in alle Ewigkeit, und sie haben Tag und Nacht keine Ruhe, nämlich jene, die das wilde Tier und sein Bild anbeten, und wer immer das Kennzeichen seines Namens erhält. Hier wird offenbar, was Ausharren für die Heiligen bedeutet, die die Gebote Gottes halten und den Glauben Jesu bewahren.‘“ — Off. 14:9-12, NW.

      22. Was für ein Tier ist das „wilde Tier“, und wie verhalten sich Personen, die die Errettung nicht erlangen, diesem „wilden Tier“ gegenüber?

      22 Gemäß dem Text im vorhergehenden Kapitel, in Offenbarung 13:1-8, steigt das „wilde Tier“ aus dem Meere empor. Doch ist es kein Meertier, sondern ein Landtier, denn es hat die vereinten Züge eines Pardels, Bären und Löwen. Es könnte aber kein buchstäbliches „kombiniertes“ Tier sein, denn es wird von ihm gesagt, es habe den Thron eines Herrschers inne und trage Diademe. Auch spricht es lästerlich gegen Gott, seinen Namen und seine Wohnstätte und auch gegen die Bewohner des Himmels, und es führt Krieg gegen Gottes Heilige und gewinnt Macht über jeden Stamm, jedes Volk, jede Zunge und jede Nation. Aus diesem Grunde beten die Bewohner der Erde dieses „wilde Tier“ an, doch wird allen, die das tun, keine Rettung in Gottes neuer Welt zuteil.

      23, 24. Was symbolisiert das in Offenbarung 13:1 beschriebene „wilde Tier“ gemäß den Kommentaren römisch-katholischer Autoritäten?

      23 Zu den interessanten Kommentaren hinsichtlich dessen, was dieses „wilde Tier“ für unsere Tage darstellt, gehören die, die von römisch-katholischen Autoritäten gegeben worden sind. In der Übersetzung von F. A. Spencer, O. P., die „Das Neue Testament unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (engl.) genannt wird, herausgegeben von C. J. Callan, O. P., und J. A. McHugh, O. P. (1946), lautet die Fußnote zu Offenbarung (Apokalypse) 13:1 wie folgt: „Dieses erste Tier scheint die politische Macht darzustellen, die gegen das Christentum Front macht.“ [Siehe auch die Fußnote zu Offenbarung 13:1-8 in der Aschaffenburger Bibel.] Eine weitere Übersetzung, nämlich „Das Neue Testament unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, übersetzt aus der lateinischen Vulgata“ (engl.), herausgegeben von katholischen Gelehrten unter dem Patronat des Episkopal-Komitees der Confraternity of Christian Doctrine, 1941, sagt in ihrer Fußnote zum gleichen Verse: „Das Bild des ersten Tieres stützt sich auf das siebente Kapitel des Buches Daniel. Dieses Tier stellt die Königreiche dieser Welt dar, die Königreiche, die auf Leidenschaft und Selbstsucht gegründet sind und zu allen Zeiten Christus feindselig gegenüberstehen und die Diener Gottes zu bedrücken suchen. Das kaiserliche Rom vertritt diese Macht.“

      24 Die Hauptherausgeber der Westminster-Übersetzung der Heiligen Schrift, Band IV, 1931, Cuthbert Lattey, S. J., und Joseph Keating, S. J., sagen in ihrer Fußnote zu Offenbarung 13:1: „In der Apokalypse verbindet ‚das Tier‘ die Mächte der vier verschiedenen ‚Tiere‘ oder Reiche, die Daniel beschrieb. Es symbolisiert die politische Macht, die materielle Stärke, die die Welt dem Drachen zur Verfügung stellt, um Gottes Diener zu bedrücken. Diese Macht wird durch das Römische Reich dargestellt.“ Ein weiterer römisch-katholischer Kommentar zu diesem Verse stützt sein Zeugnis. Die Murphy-Ausgabe der Heiligen Schrift, Douay-Übersetzung, approbiert von Kardinal James Gibbons und herausgegeben von der John-Murphy-Gesellschaft, Herausgeber für den Heiligen Stuhl, sagt in ihrer Fußnote: „Dieses erste Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern ist wahrscheinlich die ganze Gesellschaft der Ungläubigen, der Feinde und Verfolger des Volkes Gottes, vom Anfang der Welt an bis zu ihrem Ende. Die sieben Köpfe sind sieben Könige, d. h. sieben Königreiche von Weltreichen, die über das Volk Gottes tyrannische Macht ausgeübt haben oder noch ausüben werden; von diesen waren damals fünf gefallen, nämlich die ägyptische, assyrische, chaldäischea, persische und griechische Monarchie; die eine bestand noch, nämlich das Römische Reich, und die siebente und hauptsächlichste sollte erst noch kommen, d. h. der große Antichrist und sein Reich. Unter den zehn Hörnern können zehn geringere Verfolger verstanden werden.“

      25. Was stellt also die Anbetung des „wilden Tieres“ dar, und an wen ergeht diese Warnung?

      25 Nach allem, was in dem obenangeführten römisch-katholischen Kommentar gesagt wird, könnte die Anbetung des „wilden Tieres“ aus Offenbarung 13:1-8 und 14:9 nichts Geringeres bedeuten als die Anbetung des politischen Staates. Das „wilde Tier“ versinnbildlicht nicht irgendein besonderes politisches System, sondern verbindet oder verschmelzt sie alle zu einem einzigen weltlichen System. Dieses Bild, die Staatsanbetung darstellend, ist daher auf die ganze Erde anwendbar, seien nun gewisse politische Systeme direkt im symbolischen „wilden Tier“ inbegriffen oder seien sie nur dessen politische Genossen. Es dient demzufolge den Menschen auf dem ganzen Erdenrund, die wahre Christen sein möchten, als Warnung, und auch wir nehmen diese ernst.

      26. Wird jemand seine Lauterkeit bewahren, indem er es ablehnt, das „wilde Tier“ anzubeten und ein Malzeichen anzunehmen, und woher wissen wir das?

      26 Wird es Menschen geben, die ihre Lauterkeit gegenüber Jehova Gott bewahren, indem sie sich weigern, das „wilde Tier“ und sein Bild anzubeten, und indem sie es ablehnen, ein Malzeichen an ihrer Stirn oder an ihrer Hand anzunehmen? Nicht alle Menschen, die nur behaupten, Christen zu sein, werden ihre Lauterkeit bewahren, indem sie sich an den Grundsatz halten, den einen lebendigen und wahren Gott anzubeten und ihn mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn zu lieben. In Offenbarung 20:4 wird uns gesagt, wer die Lauterkeit bewahren und Lohn empfangen wird; es heißt dort: „Ich sah die Seelen derer, die mit dem Beil hingerichtet worden waren, weil sie für Jesus Zeugnis gegeben und von Gott gesprochen hatten, und jene, die weder das wilde Tier noch dessen Bild angebetet und die nicht das Kennzeichen an ihrer Stirn und an ihrer Hand angenommen hatten. Und sie kamen zum Leben und herrschten als Könige tausend Jahre mit dem Christus.“ Vers 6 fügt bei: „Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre hindurch mit ihm herrschen.“ Das sind die Heiligen, die bis zum Ende ausharren, während sie Gottes Gebote halten und den Glauben Jesu bewahren. In diesen letzten Tagen hat sich ihnen eine große Menge Gefährten guten Willens angeschlossen.

      27. Wovon werden solche befreit, die ihre Lauterkeit bewahren, und in wessen Dienst opfern sie ihr Leben?

      27 Weil alle diese ihre Lauterkeit bewahren, werden sie davon verschont, von dem symbolischen „Wein des Zornes Gottes“ zu trinken und „angesichts der heiligen Engel und angesichts des Lammes“ mit dem symbolischen „Feuer und Schwefel“ gequält zu werden. Sie lehnen es ab, sich den Zwangsmaßnahmen zu fügen, die ergriffen werden, um die Menschen zu veranlassen, von dem Grundsatz abzugehen, nach dem man Gott allein ausschließliche Ergebenheit darbringen muß, wie dies in Offenbarung 13:15-17 vorausgesagt worden ist. Sie opfern ihr Leben für Gott und für das Lamm Jesus Christus und nicht im Dienste des „wilden Tieres“ und seines Bildes. Das „wilde Tier“, vertreten durch sein sechstes Haupt, brachte Jesus Christus um und verfolgte danach wahre Christen im ganzen Reiche, indem es sie mit dem Beil hinrichten oder sie foltern und auf andere grausame Weise umbringen ließ. Die heutigen Überbleibsel des Römischen Reiches offenbaren gegenüber wahren Christen immer noch denselben boshaften Geist.

      28. In wessen Diensten stand der Hauptmann Kornelius, als er mit dem Christentum in Berührung kam, und gab er den Militärdienst auf, nachdem er getauft worden war?

      28 Als „ein Heeresoffizier [Befehlshaber einer Hundertschaft oder Hauptmann] eines ‚italischen Trupps‘, wie dieser genannt wurde“, befand sich Kornelius im Dienste des sechsten Hauptes des „wilden Tieres“, als er mit dem Christentum in Berührung kam. Er stand damals nicht im Dienst (als Hauptmann), sondern betete in seinem Hause in Cäsarea, als ihm ein Engel Gottes in einer Vision erschien und ihn hieß, den Apostel Petrus holen zu lassen. Ebenfalls in seinem Hause predigte dann vier Tage später Petrus ihm und seinen Verwandten und nächsten Freunden. Das waren die Umstände, unter denen Gott seinen Geist auf Kornelius und die anderen ausgoß, die mit ihm zusammen der Botschaft glaubten. Auf das Geheiß des Petrus hin wurden Kornelius und die anderen neuen Gläubigen im Wasser getauft, so wie sie mit heiligem Geist getauft worden waren. (Apg. 10:1-48) Ob sich der römische Hauptmann Kornelius danach vom Militärdienst zurückzog oder nicht, wird uns in der Apostelgeschichte nicht gesagt.

      29. (a) Was hätte geschehen können, wenn Petrus Kornelius angewiesen hätte, den Dienst aufzugeben? (b) Was hätte mit der Heiligen Schrift geschehen können, wenn direkte Anweisungen gegeben worden wären?

      29 Unter der Einwirkung des heiligen Geistes Gottes wird Kornelius zweifellos die Grundsätze des Christentums, die er danach im Laufe „einiger Tage“ mit Petrus besprach, auf seine persönlichen Angelegenheiten und Verhältnisse angewandt haben. Kornelius war kein beschnittener Jude, und als römischer Hauptmann stand er nicht in einem theokratischen Kriegszuge wie viele Jahrhunderte zuvor Josua, der Sohn Nuns, und David, der den Riesen Goliath erschlug. (Jos. 10:1 bis 11:23; 1. Sam. 17:4-54; 2. Sam. 8:6-14) Hätte Petrus Kornelius aufgefordert, seinen Dienst aufzugeben, so hätte man gegen Petrus die Anklage erheben können, er behindere das militärische Programm, das das sechste Haupt des „wilden Tieres“ durchführte, und er hätte dafür hingerichtet und somit Gottes Botschaft nicht mehr unaufhörlich und kompromißlos predigen können. Wenn Gottes geschriebenes Wort — besonders das sogenannte Neue Testament, das von Christen unter Inspiration geschrieben wurde — den gottergebenen Christen direkt gesagt hätte, was sie in dem Falle tun sollten, da man sie zum Militärdienst für das sechste und das siebente Haupt des symbolischen wilden Tieres einberief, wäre auch die Heilige Schrift zweifellos in jenem Lande, das unter der Gewalt des „wilden Tieres“ stand, besonders wegen ihrer Anweisungen, die Militärfrage betreffend, verboten worden.

      30. Welche Hilfe bietet also die Heilige Schrift den Christen in dieser Frage, und wer muß die Verantwortung für eine Entscheidung übernehmen?

      30 So hat denn Jehova Gott in den inspirierten heiligen Schriften weislich davon Abstand genommen, direkten Rat zu erteilen. In seiner Schrift werden lediglich die theokratischen Grundsätze dargelegt, durch die sich Christen leiten lassen sollen, und es wird dann den Gott hingegebenen Christen, wie Kornelius einer war, selbst überlassen, diese Grundsätze konsequenterweise auf ihren persönlichen Fall anzuwenden, und zwar auf eigene Verantwortung hin, um ihre Lauterkeit vor Gott zu bewahren. Außer einer Erklärung der in Gottes Wort enthaltenen wahren christlichen Grundsätze hat weder ein Christ noch eine christliche Gruppe von Gott den Auftrag oder die Verantwortung zugewiesen erhalten, einem anderen Christen direkte Anweisungen darüber zu geben, was dieser in der erwähnten Sache tun sollte. Ein jeder muß selbst entscheiden, was er tun will.

  • Beispiele von Personen, die ihre Lauterkeit bewahrten
    Der Wachtturm 1957 | 15. Dezember
    • Beispiele von Personen, die ihre Lauterkeit bewahrten

      1. Welcher hervorragende Fall einer Weigerung, während der Zeit der Weltherrschaft des dritten Hauptes des „wilden Tieres“ dieses Tier anzubeten, ist uns bekannt?

      DAS in Offenbarung 13:1-8 beschriebene „wilde Tier“, so wie es in römisch-katholischen und anderen biblischen Kommentaren erklärt wird, schließt das alte Babylon oder Chaldäa, die dritte Weltmacht, ein. In der biblischen Geschichte Babylons, welches durch das dritte Haupt des symbolischen wilden Tieres dargestellt wird, finden wir ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich vor 2500 Jahren gewisse Männer weigerten, dieses Tier anzubeten. In Daniel 3:1-30 wird uns gesagt, daß die drei Männer, die ihre Lauterkeit bewahrten, Sadrach, Mesach und Abednego (oder Sidrach, Misach und Abdenago, Allioli) hießen. Als ihre Feinde sie bei Nebukadnezar, dem Herrscher Babylons, anklagten, bezeichneten sie sie als „einige Juden“ (Me). Auf die Bitte des Propheten Daniel hin waren diese drei Juden vom Herrscher Nebukadnezar in hohe Stellungen eingesetzt worden, in denen sie die Angelegenheiten der Provinz Babylon zu verwalten hatten, während Daniel selbst im Tore des Königs als Herrscher über die ganze Provinz Babylon und zudem als Obervorsteher über alle Weisen von Babel amtete. — Dan. 2:48, 49.

      2, 3. Warum verletzten die dort lebenden Juden ihren Bund mit Jehova nicht, indem sie in solch hohen Stellungen einer heidnischen, politischen Behörde dienten?

      2 Wie kam es aber, daß diese Juden, die als Volk durch Mose, dessen Mittler, einen Bund mit Jehova Gott eingegangen waren, in so hohen Stellungen einer heidnischen, politischen Regierung dienten? Verletzten sie damit nicht ihren Bund mit Gott, der ihnen durch Mose die Zehn Gebote gegeben hatte? Nein. Weshalb nicht? Weil ihre jüdische Regierung, das Königreich, das seinen Sitz in Jerusalem hatte, zu jener Zeit nicht mehr bestand. Nebukadnezars Heere hatten es im Jahre 607 vor der christlichen Zeitrechnung vernichtet. Ja schon elf Jahre vor seiner Vernichtung hatte man Daniel und seine drei jüdischen Gefährten von Jerusalem in die Verbannung nach Babylon weggeführt. Somit waren diese vier Juden schon vor und auch nach der Zerstörung Jerusalems die Gefangenen und Sklaven Babylons.

      3 Jehova Gott hatte sich Nebukadnezars als seines Knechtes bedient, um gewisse Gerichte an den ungehorsamen Völkern zu vollziehen, und er hatte den Priestern und der Bevölkerung von Jerusalem sagen lassen: „Dienet dem König von Babel, so werdet ihr leben!“ Dies zu tun, hatten sie sich geweigert und waren daher durch den Urteilsvollstrecker umgebracht worden. Falsche Propheten, Zedekia und Ahab, hatten den Rat gegeben, sich Nebukadnezar nicht zu unterwerfen; dafür ließ der König von Babylon diese gegnerischen Propheten im Feuer rösten. (Jer. 27:16, 17, Elb; 29:21-23, Me) Daniel, Sadrach, Mesach und Abednego dagegen leisteten Nebukadnezar als dessen Gefangene und Sklaven gehorsamen Dienst. Als es aber galt, Nebukadnezar etwas zu zollen, das er in Verletzung des höchsten Gesetzes ihres Gottes verlangte, weigerten sie sich, ihm, der damals der oberste Herrscher auf Erden war, zu gehorchen. Sie handelten wie Petrus und die anderen Apostel; sie gehorchten Gott, dem Herrscher, mehr als den Menschen. — Apg. 5:29, NW.

      4. Weshalb errichtete Nebukadnezar das goldene Standbild in der Ebene Dura, und was verweigert zu haben klagten die Feinde die drei Gefährten Daniels an?

      4 In der Ebene Dura, in der Provinz Babylon, errichtete Nebukadnezar ein goldenes Standbild, das 27,5 m hoch und 2,75 m breit war. Ob es ein Bildnis seines Lieblingsgottes Marduk war oder nicht, wird nicht gesagt. Eines aber ist sicher: es veranschaulichte das Vorhaben des Herrschers, alle Völker seines Reiches zur gemeinsamen Anbetung zu vereinen, um sie alle als Untertanen zusammenzuhalten und sie zu bewegen, das „wilde Tier“ anzubeten. Nebukadnezar ließ sämtliche Beamten aller Provinzen des Reiches zur Einweihung des Standbildes zusammenkommen. Der Herold rief aus, daß alle niederfallen und dieses goldene Standbild vereint anbeten sollten, sobald die vielen Instrumente des Orchesters ertönen würden. Wer es nicht täte, würde in einen Feuerofen geworfen werden. Als das Orchester dann einsetzte — ob nun mit einer Nationalhymne oder nicht —, „fielen alle Völker, Völkerschaften und Sprachen nieder, indem sie das goldene Bild anbeteten, welches der König Nebukadnezar aufgerichtet hatte“. Daniels drei jüdische Gefährten, die ebenfalls zugegen waren, taten es aber nicht. Darüber beschwerten sich die Chaldäer bei Nebukadnezar. „Deinen Göttern dienen sie nicht, und das goldene Bild, welches du aufgerichtet hast, beten sie nicht an.“

      5. Was zu übertreten befahl Nebukadnezar unter Drohungen den drei jüdischen Beamten?

      5 Nebukadnezar ließ die drei jüdischen Beamten zu sich rufen. Er drohte ihnen. Er gab ihnen einen Befehl, durch dessen Befolgung sie die beiden ersten der Zehn Gebote übertreten hätten, nämlich die Gebote: „Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft. Du sollst keine anderen Götter haben neben [vor, AS] mir. Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgendein Gleichnis dessen, was oben im Himmel, und was unten auf der Erde, und was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein eifernder Gott.“ (2. Mose 20:2-5) Wie antworteten diese drei Sklaven ihrem Sklavenhalter, dem Staatsoberhaupt, im Hinblick auf diese Gebote?

      6. Wie antworteten die drei Männer dem Staatsoberhaupt?

      6 Sie handelten in Lauterkeit gegenüber Jehova Gott, indem sie an den Grundsätzen festhielten, die in seinen Geboten niedergelegt waren. Sie sagten: „Nebukadnezar, wir halten es nicht für nötig, dir ein Wort darauf zu erwidern. Ob unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten vermag — und er wird uns aus deiner Hand, o König, erretten — oder ob nicht, es sei dir kund, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Bild, welches du aufgerichtet hast, nicht anbeten werden.“

      7. Was widerfuhr den drei Männern im Feuerofen, und wie anerkannte darauf Nebukadnezar ihren Gott?

      7 Nebukadnezar war ein sehr ergebener Anbeter des falschen Gottes Marduk und fühlte sich durch den Widerstand der drei Juden herausgefordert. In seiner Wut ließ er sie binden und in den Feuerofen werfen, den er siebenmal mehr heizen ließ, um ihnen zu zeigen, in welch glühenden Zorn sie ihn versetzt hatten. Die Männer, die sie in den Ofen warfen, wurden selbst von den Flammen des überhitzten Ofens verzehrt. Bestimmt mußten auch die drei Anbeter Jehovas verzehrt werden! Doch dem war nicht so! Als Nebukadnezar aus einiger Entfernung in den Ofen blickte, sagte er: „Siehe, ich sehe vier Männer frei wandeln mitten im Feuer, und keine Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des vierten ist gleich einem Sohne der Götter.“ Erschrocken rief er den drei Anbetern Jehovas, nicht dem vierten, der einem Göttersohne glich, zu: „Ihr Knechte des höchsten Gottes, gehet heraus und kommt her!“ Als sie heraustraten, sah ein jeder, der herumstand, „daß das Feuer keine Macht über ihre Leiber gehabt hatte: das Haar ihres Hauptes war nicht versengt, und ihre Leibröcke waren nicht verändert, und der Geruch des Feuers war nicht an sie gekommen“. Darauf pries Nebukadnezar, der damals mächtigste Herrscher auf Erden, ihren Gott, „der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Wort des Königs übertraten und ihre Leiber dahingaben, um keinem Gott zu dienen, noch ihn anzubeten, als nur ihrem Gott! … weil es keinen anderen Gott gibt, der auf solche Weise zu erretten vermag“. Damit meinte Nebukadnezar Jehova Gott, der die Zehn Gebote erlassen hatte.

      8. Wessen Interessen schienen jene drei Juden zu gefährden, indem sie Stellung gegen den Herrscher und den Staatskult nahmen, doch wie hat ihre treue Standhaftigkeit Personen, die zu Gottes Volk gehören, bis auf diesen Tag berührt?

      8 Weil die drei Männer ihre Lauterkeit Jehova gegenüber bewahrt hatten, befreite er sie. Sie schienen wegen ihrer kühnen, unerschütterlichen Haltung gegenüber dem Weltherrscher und dem Staatskult die Interessen aller anderen dort in Babylon in der Gefangenschaft weilenden Juden zu gefährden. Die drei jüdischen Sklaven, die als Beamte dienten, wußten das. Aber selbst wenn es den Anschein erweckte, es liege im Interesse ihrer jüdischen Nächsten, schlossen sie mit einem Herrscher, der unter ihrem Gott stand, keinen Kompromiß. Sie liebten Gott mehr als sich selbst und ihre Nächsten. Ihre treue Standhaftigkeit veranlaßte in Wirklichkeit ihre jüdischen Nächsten, Gott über alles andere zu lieben. Sie stärkte alle anderen jüdischen Sklaven und Nächsten und auch alle wahren Christen bis in unsere Tage hinein in ihrem Bestreben, vor ihrem Gott, Jehova, ihre Lauterkeit zu bewahren und nicht irgendein Bild anzubeten, das ein politischer Herrscher aufstellt und anzubeten befiehlt. Das schließt auch die Anbetung des symbolischen wilden Tieres und seines Bildes ein.

      9. Wie wissen wir aus der Schrift, wessen Zeugen Daniel und seine drei Gefährten waren?

      9 Daniel und die drei anderen jüdischen Sklaven, die als Beamte Nebukadnezars dienten, waren zweifellos jene, die in Hebräer 11:33, 34 (NW) als Glaubensmänner besonders erwähnt werden, die „Löwenrachen verstopften und der Gewalt des Feuers Einhalt geboten“. In Hebräer 11:1, 2 (NW) lesen wir: „Der Glaube … gereichte den Menschen der alten Zeiten zum Zeugnis.“ Nachdem in Kapitel 11 viele jener glaubenstreuen Männer und Frauen der alten Zeit, denen ihr Glaube ‚zum Zeugnis gereichte‘, mit Namen genannt worden sind, wird den Christen in Hebräer 12:1 (NW) gesagt: „Da wir nun eine so große Wolke von Zeugen um uns haben …“ Wessen Zeugen waren Daniel, Sadrach, Mesach und Abednego? Jehovas Zeugen! Sie folgten seiner in Jesaja 43:10-12 aufgezeichneten Aufforderung: „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova … und ich bin Gott.“

      10. Wessen Beispiel müssen wir also heute folgen, und wen sollten wir uns besonders zum Vorbild nehmen?

      10 Wir alle, die wir uns als Christen Gott hingegeben haben, sind so wie die Apostel von einer großen Wolke von Zeugen umgeben. Dem Beispiel dieser Zeugen müssen wir folgen, indem wir besonders auf den größten aller Zeugen Jehovas, auf Jesus Christus, „den Anführer und Vervollkommner unseres Glaubens“, blicken. (Heb. 12:1, 2, NW) Jesus Christus hat das „wilde Tier“ nicht angebetet.

      11. Inwiefern handelte Jesus in der Versuchung nicht gleich dem „wilden Tier“, und welchen Grundsatz erklärte er dann später als unsere Wegleitung?

      11 Gleich nachdem Jesus im Wasser getauft worden war, wurde er durch die Einwirkung des Geistes Gottes, der auf ihn gekommen war und mit dem er gesalbt wurde, in die Wüste geführt. Dort wurde er von Satan, dem Teufel, auf die Probe gestellt. Satan war der symbolische Drache, der veranlaßt hatte, daß das „wilde Tier“ aus dem Meere heraufstieg, und der dem „wilden Tiere seine Macht und seinen Thron und große Gewalt“ gab. (Off. 13:1, 2, NW) Als Jesus von diesem Drachen versucht wurde, handelte er nicht wie das „wilde Tier“, sondern verhielt sich in Übereinstimmung mit Gottes Vorhaben, das Reich Gottes, das Königreich der Himmel, betreffend. Um Jesus zu versuchen, zeigte ihm der Teufel „in einem Augenblick alle Königreiche der bewohnten Erde“ und sagte: „Dir will ich diese ganze Gewalt und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben worden, und wem immer ich sie zu geben wünsche, dem gebe ich sie. Wenn du daher einen Akt der Anbetung vor mir verrichtest, wird alles dein sein.“ Statt nach den Königreichen dieser alten Welt zu greifen wie das „wilde Tier“, das einsichtslos handelt, beharrte Jesus auf dem Grundsatz, Jehova anzubeten, und hielt sich zu Gottes Königreich der Himmel. Als der Führer des Christentums antwortete Jesus dem „Gott dieses Systems der Dinge“ unzweideutig und führte den besonderen Grundsatz an, durch den er sich in seinem Verhalten leiten läßt und durch den auch wir uns in unserem Verhalten leiten lassen müssen, wenn wir Christen sind: „Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst leisten.“ — Luk. 4:5-8; 5. Mose 6:13, NW.

      12. Nach welchem Königreich trachtete Jesus?

      12 Das ist der Grund, weshalb Jesus sich nicht in die Politik einmischte und keine weltlichen politischen Ziele verfolgte. Sein Königreich war nicht gleichen Ursprungs wie das Reich Cäsars oder das Reich des symbolischen wilden Tieres. (Joh. 18:36) Jesus stellte kein Heer auf, um das damalige Volk Israel von Cäsars Steuerzwang oder von dessen Macht zu befreien oder um einen politischen Staat auf Erden aufzurichten. Er sagte die Vernichtung des natürlichen Israel voraus und tat nichts, um zu verhindern, daß es durch die Heere des römischen Cäsars beim Sturz Jerusalems und seines Tempels im Jahre 70 zerstört wurde. Warum? Weil ihm am geistlichen Israel gelegen war. Das Königreich, nach dem er trachtete, war das geistige Reich der Himmel, das Königreich, das er predigte und das in dieser Zeit des Endes der alten Welt zu predigen er seinen wahren Nachfolgern geboten hat. — Matth. 24:14, NW.

      13. Was bedeutete der „Thron Jehovas“, auf dem Jesus zu sitzen begehrte?

      13 Der „Thron Jehovas“, auf dem Jesus als gesalbter Herrscher zu sitzen begehrte, war nicht der Thron, auf dem König David gesessen und den König Nebukadnezar im Jahre 607 vor der christlichen Zeitrechnung gestürzt hatte, sondern es war Jehovas wirklicher Thron in den höchsten Himmeln, wo der Platz, den Jesus zur Rechten Jehovas einnehmen sollte, für ihn freigehalten wurde. — Ps. 110:1, 2; Heb. 10:12, 13.

      14. Wen müssen wir daher lieben und nachahmen, wenn wir Jehova mit allem, was wir sind und haben, lieben, und warum?

      14 Wenn uns geboten wird, Jehova mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn zu lieben, dann müssen wir auch Jehovas lebendes Ebenbild, Jesus Christus, lieben. (Heb. 1:2, 3; Kol. 1:15; Joh. 14:9) Christen müssen daher Jesus Christus als ihren Führer nachahmen. Ihn nachzuahmen muß im Leben seiner Gott hingegebenen Nachfolger ein richtunggebender Grundsatz sein. Wir müssen ein Volk sein, das die rechte Anbetung pflegt. Nur als ein solches Volk werden wir befreit und errettet werden.

      NEUE-WELT-GEMEINSCHAFT

      15. (a) Was sagte David in Psalm 26, um zu beweisen, daß er gemäß dem Grundsatz, Jehova anzubeten, gewandelt war? (b) Was konnte er somit vor Jehova erflehen?

      15 David sagte als Beweis dafür, daß er sich an den Grundsatz gehalten habe, Jehova anzubeten, und als Königreichsvertreter Jehovas gewandelt sei, die Worte: „Ich bin in deiner Wahrheit gewandelt. Denn ich habe bei Menschen der Unwahrheit nicht gesessen, und bei Menschen, die verbergen, was sie sind, trete ich nicht ein. Ich habe die Versammlung der Übeltäter gehaßt, und bei den Bösen sitze ich nicht. Ich werde meine Hände in Unschuld waschen, und ich will um deinen Altar schreiten, o Jehova, um laut hörbar Danksagung vernehmen zu lassen und von allen deinen wunderbaren Werken zu erzählen. Raffe meine Seele nicht mit Sündern hin, noch mein Leben mit Menschen, an denen Blutschuld haftet, an deren Händen loses Benehmen und deren Rechte mit Bestechung gefüllt ist.“ (Ps. 26:3-7, 9, 10, NW) König David wünschte nicht, zeit seines Lebens mit solchen Personen verbunden zu sein, ja er wünschte nicht einmal, im Tode mit ihnen vereint zu sein, seien es nun Herrscher, politische Beamte oder einfache Bürger. Da er diesen Wunsch im Herzen hegte, mied er solche Menschen sein Leben lang und hielt sich von Unwahrheit und Heuchelei, von Blutschuld und losem Benehmen und auch von der Annahme und der Forderung von Bestechungsgeschenken fern. Demzufolge konnte er Gott anflehen, er möchte seine Seele und sein Leben nicht mit den sündigen, blutbefleckten Menschen wegraffen. Er wünschte, vor der Vernichtung bewahrt zu werden, die Gott über solche Sünder und blutbefleckte Menschen bringt. Obwohl das theokratische Königreich Israel, dessen Herrscher er war, sich mitten in der damaligen Welt, im Nahen Osten, befand, wünschte König David doch nicht, daß sein Königreich ein Teil dieser Welt war.

      16. Wessen Gemeinschaft müssen wir als Nachfolger des größeren David also meiden, und dies welchem von Jesus dargelegtem Grundsatz entsprechend?

      16 Dies zeigt uns den Grundsatz an, von dem wir uns leiten lassen müssen, wir, die wir dem größeren David, nämlich Jesus Christus, nachfolgen, der Davids Sohn nach dem Fleische war, jetzt aber Davids Herr gemäß dem (Leben im) Geiste ist, dessen er sich im Himmel erfreut. Wenn wir den Anspruch erheben, seine Nachfolger zu sein, dürfen wir uns nicht mit der alten Welt verbinden, in der es jetzt eine Menge Menschen gleich jenen gibt, die David mied. Da wir so wie andere Menschen Personen von Fleisch und Blut sind, müssen wir in dieser Welt leben, die sich in ihrer „Zeit des Endes“ befindet. Wir können aber nicht zu dieser alten Welt gehören und gleichzeitig zu Gottes neuer Welt, die wir verkündigen. Jesus selbst erklärte diesen Grundsatz mit den Worten: „Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so würde die Welt das Ihrige lieben. Weil ihr aber kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt.“ Diesem Grundsatz entsprechend, betete Jesus zu Gott, indem er sprach: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, aber die Welt hat sie gehaßt, weil sie kein Teil der Welt sind, ebenso wie ich kein Teil der Welt bin. Ich bitte dich, sie nicht aus der Welt herauszunehmen, sondern im Hinblick auf den Bösen über sie zu wachen.“ — Joh. 15:19; 17:14, 15, NW.

      17. Was könnten wir, unter dem Schutze Gottes stehend, nicht tun, wenn wir aus dieser Welt herausgenommen würden?

      17 Würden wir aus dieser Welt weggenommen, so könnten wir weder Zeugen Jehovas, Gottes, noch Zeugen Jesu, des gesalbten Königs Gottes, sein, der seit dem Jahre 1914 regiert. Deswegen sind wir nicht aus dieser Welt herausgenommen worden, sondern es ist uns gestattet worden, in ihr zu bleiben, um Zeugnis für Gottes Königreich abzulegen. Jesus hat indes für uns gebetet, daß sein himmlischer Vater wegen des Bösen, wegen Satans, des Teufels, der jetzt aus dem Himmel hinaus- und auf die Erde hinabgeworfen worden ist, über uns wachen möge.

      18. In welcher universellen Streitfrage dürfen wir uns nicht neutral verhalten, und wie zeigen wir, daß wir gemäß dem in Römer 10:9, 10 dargelegten Grundsatz nicht neutral sind?

      18 Weil vor der ganzen vernunftbegabten Schöpfung bewiesen werden muß, daß Jehova Gott der universelle Souverän ist, ist die Lehre vom Königreich Gottes, dem Reiche der Himmel, die hervorragendste Lehre in seinem geschriebenen Wort, der Heiligen Schrift. Allen Gott hingegebenen Christen ist geboten worden, dieses Königreich als die beste Botschaft, die es überhaupt gibt, zu predigen. Der Streit tobt nun zwischen Gottes Königreich, das im Jahre 1914 in den Himmeln aufgerichtet worden ist, und den Reichen der alten Welt. In dieser universellen Streitfrage können wir uns nicht neutral verhalten. Freilich müssen wir dem Cäsar Steuern zahlen, indem wir ihm auch in dieser Zeit des Endes das zollen, was ihm gehört. Doch zuerst, zuletzt und jederzeit müssen wir für Gottes Königreich, das von Christus regiert wird, eintreten. Wir müssen öffentlich bekanntgeben, daß wir für dieses Reich Stellung bezogen haben, indem wir es den Cäsarmächten und allen anderen predigen. Keine politischen Behörden der zum Untergang verurteilten Welt sind davon ausgeschlossen, das Zeugnis vom Königreich zu hören. (Matth. 24:14) Wenn wir auch von ganzem Herzen glauben, daß der auferstandene Christus heute König ist, müssen wir doch eine öffentliche Erklärung unseres Glaubens ablegen, wenn wir gerettet oder befreit zu werden wünschen. Das ist der unveränderliche Grundsatz, der in Römer 10:9, 10 niedergelegt ist.

      19. Wie haben Petrus und noch früher Joel denselben Grundsatz dargelegt?

      19 Vor neunzehnhundert Jahren legte der Apostel Petrus am Pfingsttage denselben Grundsatz mit folgenden Worten dar: „… ehe der große und glanzvolle Tag Jehovas kommt … wird irgend jemand, der den Namen Jehovas anruft, errettet werden.“ (Apg. 2:20, 21, NW) Im Buche des Propheten Joel, in Joel 2:31, 32, aus dem Petrus zitierte, wurde der gleiche Grundsatz schon früher, nämlich Hunderte von Jahren vor der Zeit des Petrus, dargelegt. Wir können heute unsere Lauterkeit nur dadurch bewahren, daß wir diesem Grundsatz entsprechend handeln, das heißt Jehovas Namen anrufen oder ihn öffentlich bekanntmachen.

      20. Welches Haus zog David vor, um in Übereinstimmung mit demselben Grundsatz zu handeln, und zu wessen Segen gereichten seine Psalmen?

      20 Vor langer Zeit handelte König David nach diesem Grundsatz, und zwar zu einer Zeit, da er dafür betete, daß er nicht mit den Bösen hingerichtet, sondern erlöst werden und die Gunst Gottes, Jehovas, erlangen möge. Das war der Grund, weshalb er Jehovas Haus der Anbetung der Gemeinschaft und Verbindung mit den Bösen vorzog. Er sprach: „Jehova, ich habe die Wohnung deines Hauses und den Wohnort deiner Herrlichkeit geliebt.“ Die Anbetung im Hause Gottes bot ihm die Gelegenheit, Gottes Opferaltar zu umschreiten, um laut hörbar Danksagung vernehmen zu lassen und um alle wunderbaren Werke Jehovas bekanntzumachen. Mit diesem Ziel vor Augen beschloß David den 26. Psalm mit den Worten: „Inmitten der versammelten Scharen werde ich Jehova preisen (segnen).“ (Ps. 26:8, 12, NW) Die von David abgelegte öffentliche Erklärung, die er dann auch schriftlich in den Psalmen niederlegte, wirkte sich zu seiner eigenen Rettung aus, der Rettung in Gottes neuer Welt, und gereicht ferner zur Rettung der Christen, die Davids Psalmen lesen.

      21. Was wird getan, um uns zu veranlassen, unsere Pflicht zu versäumen und das Recht, die gute Botschaft zu predigen, nicht zu wahren, und warum nahm Paulus in seinem Fall nicht zur Bestechung Zuflucht?

      21 Als Christen, die sich Gott hingegeben haben, dürfen wir unsere Pflicht, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen, nie versäumen und müssen unser Recht darauf wahren, wie Christus es geboten hat. Er und seine Jünger haben uns davor gewarnt, daß die politischen und religiösen Mächte dieser Welt uns das uns von Gott verliehene Recht, zu predigen, wegnehmen möchten, um die Botschaft zu unterdrücken, wenn nicht gar uns selbst zu töten und unsere Stimmen zum Schweigen zu bringen. Dieses Recht betreffend, ging der Apostel Paulus keine Kompromisse ein. Religiöse Leute, darunter auch Männer, die vorgaben, Gott, den Herrn, anzubeten, hetzten in Philippi, in Thessalonich, in Beröa und schließlich auch in Jerusalem zum Widerstand gegen Paulus auf. Paulus ging durchaus keinen Kompromiß ein, wenn er sich schließlich auf den Cäsar berief, um der Einmischung von seiten religiöser Leute ein Ende zu setzen und das Recht, das Königreich Gottes zu predigen, gesetzlich zu verankern. Warum legte Paulus denn Berufung ein? Um den Kampf bis zum äußersten durchzufechten, indem er seinen Fall bis vor das höchste Gericht des Römischen Reiches brachte, wobei er vom Feinde nicht erwartete, daß er ihm entgegenkomme, ihm aber auch selbst nicht entgegenkam. Übrigens ermächtigten die Gesetze Cäsars die Religionsanhänger jener Tage nicht, in die Tätigkeit des Predigens des Reiches Gottes störend einzugreifen. Auch lauteten Gottes Gesetze alle zugunsten dieser Predigttätigkeit. Deswegen benutzte Paulus in seinem Kampf alle Waffen, die zu benutzen er ein Recht besaß. Auch im Interesse seiner eigenen Person bediente sich Paulus keiner unehrlichen Mittel, denn dadurch wäre die Streitfrage unentschieden geblieben, da sie nicht gesetzmäßig entschieden worden wäre. Deshalb weigerte er sich, den Landpfleger Felix zugunsten seiner Freilassung aus dem Gefängnis zu bestechen. — Apg. 24:26, 27, NW.

      22. Welchem Vorhaben widmete sich Paulus in diesem Zusammenhang?

      22 Als römischer Bürger ehrte Paulus die Königreichsbotschaft dadurch, daß er bei der damals bestehenden, höchsten, irdischen richterlichen Instanz Berufung einlegte, nämlich beim Cäsar, dem Paulus als Christ Steuern zahlte. (Apg. 25:10-12) Paulus widmete sich vollständig der ‚Verteidigung und gesetzlichen Verankerung des Rechts, die gute Botschaft zu predigen‘. (Phil. 1:7, NW) Diese Handlungsweise führte zur Erfüllung der Prophezeiung Jesu, die in Matthäus 10:18 geschrieben steht.

      23. Auf welche Weise gehen also Jehovas Zeugen gleich Paulus dort vor, wo sie nicht verboten sind, und dort, wo sie verboten sind, und von wem erwarten sie Rettung?

      23 Wir anerkennen heute die Richtigkeit des Grundsatzes, dem der christliche Apostel Paulus folgte. Wo keine Verbote gegen Jehovas Zeugen bestehen, wenden wir uns als steuerzahlende Bürger an den neuzeitlichen Cäsar, damit er den Feinden der Königreichspredigt­tätigkeit auf Grund der Gesetze, die er selbst erlassen hat, Einhalt gebiete. Wo aber Verbote bestehen, können sich Jehovas Zeugen, die unter dem Verbot stehen, innerhalb ihres Gebietes nicht an den Cäsar wenden. Dennoch kommen sie dem Gebot Jehovas, sein Königreich zu predigen, das an seine Zeugen ergeht, nach und gehorchen Gott, dem Herrscher, mehr als dem Verbot, das Menschen erlassen haben, die gegen Gott kämpfen und in diesen Tagen oder spätestens im universellen Krieg von Harmagedon umkommen werden. (Jes. 51:12) Rettung zu ewigem Leben in Gottes neuer Welt wird kommen, doch nicht durch den Cäsar, der binnen kurzem untergehen wird, sondern durch Jehova Gott und durch Jesus Christus, seinen regierenden König.

      24. Wie werden wir also in Übereinstimmung mit den von David im 26. Psalm dargelegten Worten handeln, und wie werden daher unsere Gebete erhört werden?

      24 Ebenso wie König David lieben wir, der Überrest derer, die Gottes Königreich ererben, und auch die große Menge seiner Gefährten, die dem Reiche Gottes gegenüber guten Willens sind, die Wohnung des Hauses Jehovas und den Wohnort seiner Herrlichkeit. Dort werden wir fortfahren, Gott Anbetung darzubringen, indem wir uns in Liebe an die Grundsätze halten, die er in seinem geschriebenen Worte niedergelegt hat, um uns in unserem christlichen Wandel zu führen und zu leiten. Hier, inmitten der versammelten Scharen seiner Anbeter, werden wir Jehova jetzt und immerdar lobpreisen. Bis zum Ende dieser alten Welt werden wir weiterhin gewissenhaft in unserer Lauterkeit, so wie die Schrift sie definiert, vor Gott wandeln. Wenn wir das tun, werden ihm unsere Gebete annehmbar sein, und er wird uns durch Christus erlösen. Während er die Seele und das Leben der Sünder und der blutbefleckten Menschen dieser Welt dahinrafft, wird er uns inmitten ihres katastrophalen Endes bewahren. Als Belohner all derer, die ihn ernstlich suchen, wird er uns retten und uns in die verheißene neue Welt führen, in eine Welt gottgemäßer Grundsätze und der Lauterkeit.

  • Das Geschäft eines Feldgeistlichen
    Der Wachtturm 1957 | 15. Dezember
    • Das Geschäft eines Feldgeistlichen

      ● Das Buch Bernard Shaw and Mrs. Patrick Campbell, Their Correspondence spricht von einem Brief, der von der englischen Schauspielerin Stella Campbell an den britischen Dramatiker geschrieben wurde. Sie berichtet Shaw über den Tod ihres Sohnes auf dem Schlachtfeld im ersten Weltkriege und erwähnt, daß sie vom Feldgeistlichen einen Brief erhalten hätte, der „voll tiefen Mitgefühls und voll des Lobes über meinen tapferen Sohn“ war. Shaw schreibt ihr als Antwort: „Es hilft nichts. Ich kann keine Sympathie dafür aufbringen. Diese Dinge machen mich einfach wütend. Ich möchte fluchen, und ich fluche tatsächlich. Umgekommen — nur aus dem Grunde, weil die Leute wirklich Toren sind. Und darüber macht ein Feldgeistlicher noch schöne Worte. Es ist nicht seine Sache, schöne Worte darüber zu verlieren, sondern er sollte seine Stimme erheben, weil ‚die Stimme des Blutes Ihres Sohnes vom Erdboden her zu Gott schreit‘. In die Hölle mit Ihrem Feldprediger und seinem tiefen Mitgefühl! Die nächste Granate wird vielleicht ihn zerreißen, und dann wird ein anderer Feldgeistlicher seiner Mutter einen solch netten Brief schreiben.“

  • Ein weiteres Eingeständnis für das Versagen der Christenheit
    Der Wachtturm 1957 | 15. Dezember
    • Ein weiteres Eingeständnis für das Versagen der Christenheit

      ● In einem Artikel über Jehovas Zeugen, der unter dem Titel „Die erstaunlichen Zeugen“ in der Zeitschrift The Christian Century (Ausgabe vom 13. Februar 1957) erschien, schreibt Marcus Bach abschließend: „Wie sollen wir sie behandeln? Was sollen wir tun? Welchen Rat sollten wir denen geben, die darauf bestehen, daß ‚jemand etwas tun sollte, um ihnen das Handwerk zu legen‘? Was sollen wir zu dem schwarzgekleideten Geistlichen sagen, der sie auf der Straße belästigt? Es gibt darauf nur eine Antwort: Jehovas Zeugen sind keine Bedrohung, sondern eine erneute Herausforderung für die traditionelle Kirche, Zeugnis abzulegen!“

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