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Ehemalige Gegner nehmen die biblische Wahrheit anDer Wachtturm 1972 | 15. August
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Wahrheit, die zu ewigem Leben führt. Nach einiger Zeit wurde mit diesem ehemaligen Gegner ein Bibelstudium begonnen.
● In einem Dorf in Nigeria lebte ein Mann, der Jehovas Zeugen haßte. Er war ein Fetischverehrer und Medizinmann. Als er eines Tages auf seiner Farm auf eine Palme kletterte, um Palmsaft zu gewinnen, riß sein Seil. Er stürzte zu Boden und brach sich die Beine. Er schrie in seinen Schmerzen, aber seine Nachbarn und Freunde liefen, wahrscheinlich von abergläubischer Furcht erfaßt, davon. Einige Zeugen hörten von dem Vorfall und eilten herbei. Der Verletzte war bewußtlos. Die Zeugen brachten ihn sofort ins Krankenhaus und sorgten dafür, daß man sich seiner annahm. Als der Mann sein Bewußtsein wiedererlangte, erfuhr er, daß die Leute, die er gehaßt hatte, sich um ihn gekümmert hatten, während seine Freunde davongelaufen waren. Danach war er einverstanden, daß Jehovas Zeugen mit ihm zu Hause ein Bibelstudium durchführten. Heute ist er ein getaufter Zeuge, und durch seine Bemühungen nahmen vier seiner Familienangehörigen die biblische Wahrheit an, die Jehovas Zeugen verkündigen.
● In Neuseeland ärgerte sich eine Frau so sehr über die Besuche der Zeugen Jehovas, daß sie ihren Mann bat, ein Schild am Gartentor anzubringen, das ihnen den Zutritt verbieten würde. Bevor das Schild angebracht wurde, sprach eine Zeugin Jehovas bei dieser Frau vor und wurde sehr unfreundlich empfangen. Da sie bemerkte, daß die Frau Schwierigkeiten hatte beim Verzieren eines Kuchens, bot sie sich freundlich an, ihr zu helfen. Diese freundliche Geste beruhigte die gegnerisch eingestellte Frau und bewirkte, daß sie bereit war, das ihr angebotene Bibelstudium anzunehmen.
Kurz danach begann diese ehemalige Gegnerin, die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen. Früher verlor sie oft die Nerven und nahm regelmäßig Beruhigungsmittel. Sobald sie aber die biblischen Ratschläge über den Wandel befolgte, brauchte sie keine solchen Mittel mehr. Sie hörte auch auf zu rauchen. Heute spricht sie als getaufte Zeugin Jehovas mit anderen über die Bibel.
Man sollte Menschen nie nach ihrem Äußeren beurteilen. Es ist Gottes Wille, daß „alle Arten von Menschen gerettet werden und zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit kommen“. (1. Tim. 2:4) Darum sind Jehovas christliche Zeugen bestrebt, weiterhin bei allen Menschen vorzusprechen, auch bei Gegnern, um ihnen „die gute Botschaft“ von Gottes Königreich zu überbringen.
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Die Macht der FreundlichkeitDer Wachtturm 1972 | 15. August
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Die Macht der Freundlichkeit
IST es nicht eine Freude, mit Menschen zusammen zu sein, die freundlich und aufmerksam sind? Ja, Freundlichkeit macht einen guten Eindruck auf andere. Jehovas christliche Zeugen haben festgestellt, daß durch ihre Befolgung der Ermahnung der Bibel, allen gegenüber freundlich zu sein, vielen geholfen worden ist, zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen. — Röm. 12:20; Kol. 3:12.
Diese Erfahrung machte eine junge Zeugin Jehovas in Hongkong. Sie spielte gern mit ihren Klassenkameradinnen in der Schule Ball, bemerkte aber, daß eine von ihnen wegen einer Körperbehinderung nicht mitspielen konnte. Die junge Zeugin Jehovas war von Mitleid mit ihrer Klassenkameradin bewegt und brachte ein Buch mit, das das behinderte Mädchen während der Spiele lesen konnte. Das Buch war ein Bibelstudienhilfsmittel mit dem Titel „Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt“. Die freundliche und aufmerksame Geste gefiel dem behinderten Mädchen. Es las mit Interesse die Verheißungen Gottes über ein neues System, in dem es keine Körperbehinderungen mehr geben wird. Das Mädchen besucht nun mit Freude die Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas.
Während eines Urlaubs in Frankreich sah ein Zeuge Jehovas, wie Freundlichkeit zu unerwarteten Ergebnissen führt. Auf einem Campingplatz bemerkte er, daß ein Moslemmädchen nicht richtig mit einer Wasserpumpe zurechtkam. Statt Hilfe zu bieten, machte sich eine Gruppe Leute auf dem Balkon eines Tanzlokals über das Mädchen lustig. Der Zeuge Jehovas ging zu ihm und zeigte ihm, wie man die Pumpe bedient. Sein Verhalten beeindruckte das Mädchen so sehr, daß es zu seinem Zelt kam, um ihm zu danken, und es fügte hinzu: „Sie sind ganz anders als die anderen. Wie kommt das?“ Der Zeuge Jehovas und seine Frau erklärten, daß ihre Liebe, da sie Christen seien, nicht beschränkt sei. Das Mädchen eilte zu seinem Zelt zurück, um seiner Familie über den Vorfall zu berichten.
Eine halbe Stunde später kam es, begleitet von seinen Brüdern, Schwestern und Freunden, wieder zum Zelt des Zeugen Jehovas, und zwar mit einer Einladung für ihn und seine Frau, den Abend mit ihnen zu verbringen. In den darauffolgenden zwei Wochen sprach der Zeuge Jehovas bei mehreren Gelegenheiten mit diesen Menschen über die Bibel. Dann brach der Kontakt ab, denn sie zogen zu einem anderen Campingplatz, der weiter entfernt war. Man hatte jedoch die Adressen ausgetauscht, und so erfuhr der Zeuge Jehovas schließlich, zu welchen Ergebnissen seine Freundlichkeit geführt hatte.
Auf dem entfernteren Campingplatz hatte die Moslemfamilie Zeugen Jehovas als Nachbarn und konnte so noch mehr über die Heilige Schrift erfahren. Wie kürzlich bekannt wurde, beteiligen sich zwei Söhne und die Tochter bereits am Predigtdienst der Zeugen Jehovas von Tür zu Tür. Die Eltern sind so weit, daß sie dies ebenfalls tun möchten.
Die Macht der Freundlichkeit, die man denen gegenüber erweist, die der Wahrheit der Bibel widerstehen, geht aus dem Erlebnis eines Zeugen Jehovas in Honduras hervor. Vor einiger Zeit versuchte ein Feldwebel, ihn zu zwingen, in die Armee einzutreten, ja er drohte sogar, ihn zu töten. Schließlich verlor dieser Feldwebel seinen Posten und mußte sich nach einer Arbeitsstelle umsehen. Er wurde als Hilfsarbeiter in einem der dortigen Bergwerksbetriebe eingestellt. Zufällig war der Zeuge Jehovas, den er schlecht behandelt hatte, ebenfalls dort beschäftigt. Der Arbeitgeber, der von den vergangenen Ereignissen nichts wußte, wies diesem Mann eine Arbeit unter der Leitung des Zeugen Jehovas zu.
Der ehemalige Feldwebel bekam es sehr mit der Angst zu tun, da er glaubte, der Zeuge Jehovas werde ihm mit Bösem vergelten. Aber dieser behandelte seinen früheren Verfolger freundlich und teilte sein Essen mit ihm. Dies beeindruckte den Mann sehr. Er kam einfach nicht darüber hinweg, daß er von jemandem freundlich behandelt wurde, dessen Leben er bedroht hatte. Allmählich bewog ihn dies dazu, sich wirklich für die Bibel zu interessieren. Jetzt sind die Menschen, die er früher verachtete, seine Freunde, und er studiert die Heilige Schrift mit ihnen.
Daß Freundlichkeit solche Veränderungen bei den Menschen herbeiführen kann, zeugt von ihrer Macht. Dies sollte auch als Ansporn dienen, den Rat der Bibel zu beachten, Freundlichkeit zu bekunden.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1972 | 15. August
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Fragen von Lesern
● Warum durfte nach dem mosaischen Gesetz das Fett nicht genossen werden? — USA.
Nach dem Gesetz, das den Israeliten gegeben wurde gehörten das Blut und das Fett ausschließlich Jehova Gott. Das Gesetz lautete: „Es ist eine Satzung auf unabsehbare Zeit für eure Generationen, an allen euren Wohnorten: Ihr sollt überhaupt kein Fett noch irgendwelches Blut essen.“ — 3. Mose 3:17.
Das Blut stellt das Leben einer Person oder eines Tieres dar. Darum wird in der Bibel gesagt, die „Seele“ sei „im Blute“. (1. Mose 9:4; 3. Mose 17:11, 14) Da nur Jehova Gott Leben geben kann, gehört das Leben oder das, was das Leben darstellt — das Blut —, mit Recht ihm.
Das Fett galt als der beste oder gehaltvollste Teil. Das geht aus bildlichen Ausdrücken hervor wie „das Fette des Landes“, das „Beste [buchstäblich: das Fett] vom Öl“ und das „Beste [buchstäblich: das Fett] vom neuen Wein und vom Korn“. (1. Mose 45:18; 4. Mose 18:12) Das Verbot gegen das Essen von Fett sollte den Israeliten also offenbar einprägen, daß die „ersten“ oder besten Stücke Jehova gehören und ihm als Opfer dargebracht werden sollten. Das Essen von Fett wäre somit eine gesetzwidrige Aneignung von etwas gewesen, was Jehova geheiligt war. Es wäre ein Übergriff auf seine Rechte gewesen. Starb aber ein Tier oder wurde es von einem anderen Tier getötet, durfte das Fett für andere Zwecke verwendet werden. — 3. Mose 7:23-25.
Viele Bibelkommentatoren glauben, das Gebot über das Fett habe sich nur auf Tiere bezogen, die als Opfer annehmbar gewesen seien. Es gibt aber Anhaltspunkte dafür, daß sich das Verbot, Fett zu genießen, auf das Fett aller Tiere bezog. Es war mit dem Verbot, Blut zu genießen, verbunden, und dieses Verbot bezog sich auf das Blut aller Tiere. (3. Mose 17:13, 14; 5. Mose 12:15, 16) Daraus wäre logischerweise zu schließen, daß sich die Vorschrift über das Fett ebenfalls auf das Fett aller Tiere bezog.
Es mag auch erwähnt werden, daß selbst durch richtiges Ausbluten nicht jeder Tropfen Blut aus dem Fleisch entfernt wurde und daß das Fleisch wegen der Blutrückstände trotzdem nicht ungenießbar war. So bedeutete auch das Verbot, Fett zu essen, nicht, daß Fleisch mit geringen Spuren von Fett nicht zu Nahrungszwecken hätte verwendet werden dürfen.
Natürlich schloß das Verbot, Fett zu essen, das Füttern oder Mästen von Schafen und anderen Haustieren, die der Ernährung dienten, nicht aus. Die Bibel erwähnt sogar „gemästete Kuckucke“. (1. Kö. 4:23) Da das Fett nicht als Nahrung verwendet werden durfte, bezweckte man mit dem „Mästen“ nicht, daß die Tiere viel Fett ansetzten, sondern daß sie fleischig wurden, nicht mager blieben.
Das in 5. Mose 32:14 erwähnte „Fett von Widdern“ das den Israeliten gegeben wurde, ist bildlich aufzufassen. Es bezieht sich auf das Beste der Herde (wie man so sagt: „die Prachtexemplare“). In der englischen Ausgabe der Jerusalemer Bibel lesen wir daher vom „nahrhaften Futter der Weiden“. Die Worte in Nehemia 8:10 (Elberfelder Bibel): „Gehet hin, esset Fettes“ sind ähnlich zu verstehen. Das „Fette“ ist sinnbildlich aufzufassen und deutet auf nahrhafte, köstliche Gerichte hin, zu denen zweifellos auch schmackhafte, mit Pflanzenöl zubereitete Speisen gehörten. Nach der
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