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  • Das Blut der Unschuldigen rächen
    Der Wachtturm 1973 | 15. August
    • Stadt hinausgehen konnte — auch nicht für eine Zeitlang aus irgendeinem Grunde —, ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen. Das prägte dem Totschläger den Ernst seiner Tat ein, auch wenn er sie unschuldigerweise begangen hatte, und es erinnerte ihn beständig an die Barmherzigkeit Jehovas, der ihm dieses Asyl gewährte. Es wurde ferner erklärt: „Und ihr sollt für einen, der in seine Zufluchtsstadt geflohen ist, kein Lösegeld annehmen, damit er vor dem Tode des Hohenpriesters zurückkehre, um im Lande zu wohnen.“ (4. Mose 35:32) Andernfalls hätte man die Vorkehrung, die Jehova getroffen hatte, zum Gespött gemacht und hätte zu verstehen gegeben, daß das Leben von Jehova erkauft werden könnte.

      12. Wurde der Totschläger als Gefangener in der Stadt festgehalten? Was veranlaßte ihn, dort zu bleiben, und was mußte er während der Zeit seines Aufenthaltes dort tun?

      12 Derjenige, der in der Zufluchtsstadt aufgenommen worden war, durfte für die Bewohner der Stadt nicht zu einer Bürde werden. Es ist vernünftig, anzunehmen, daß er während seines Aufenthaltes dort zum Wohlstand der Stadt beitragen und für seinen Unterhalt arbeiten mußte. Das konnte er tun, indem er sein eigenes Gewerbe trieb, sofern es den Bedürfnissen des Lebens in der Stadt diente. Wenn nicht, so konnte von ihm sogar verlangt werden, daß er eine neue Beschäftigung erlernte. Nichts im Gesetz Jehovas erlaubte das Betteln oder ein Leben auf Kosten der Wohltätigkeit von seiten anderer, ohne irgendwelche Gegenleistung, sofern der Betreffende körperlich dazu in der Lage war. Selbst von der Witwe und der Waise, die weder Land noch Mittel zum Unterhalt besitzen mochten, wurde, obwohl für sie reichlich gesorgt war, dennoch erwartet, daß sie für das, was sie empfingen, arbeiteten. (5. Mose 24:17-22) Es ist interessant, zu beachten, daß, wiewohl die Totschläger in der Stadt nicht als Gefangene festgehalten wurden und frei waren, sie zu verlassen, wenn sie es für passend hielten, trotzdem Jehova auf eine Weise dazu anspornte, die Sicherheitsvorkehrung zu respektieren, daß sich nur der Tollkühnste erdreistet hätte, dagegen zu verstoßen.

      13. Welche weiteren Bestimmungen des Gesetzes Israels zeigten klar, daß auch unabsichtliches Töten nicht leichtgenommen werden durfte?

      13 Ferner durfte Jehovas Barmherzigkeit, durch die er dem unabsichtlichen Totschläger einen Zufluchtsort verschaffte, nicht mißbraucht werden, noch erlaubte das Gesetz eine unentschuldbare Nachlässigkeit, wobei man auf Barmherzigkeit Anspruch erhoben hätte. Wenn zum Beispiel ein Mann ein neues Haus baute, wurde verlangt, daß er ein Geländer für dessen Dach machte; sonst würde dadurch, daß jemand vom Dach fiele, Blutschuld auf das Haus gebracht werden. (5. Mose 22:8) Wenn ein Mann einen Stier besaß, der die Gewohnheit hatte, stößig zu sein, und der Besitzer war verwarnt worden, verfehlte aber, seinen Stier unter Bewachung zu halten, und dieser tötete jemand, so war der Besitzer des Stiers blutschuldig und konnte zu Tode gebracht werden. (2. Mose 21:28-32) Wenn ein Dieb in der Nacht beim Einbruch ertappt und bei dem Kampf, ihn zu fassen, getötet wurde, so brachte dies keine Blutschuld mit sich. Wenn es aber während des Tages geschah, zu der Zeit, da der Täter deutlich gesehen werden konnte, dann zog sich derjenige, der ihn totschlug, Blutschuld zu. (2. Mose 22:2, 3) In der Tat, Jehovas Gesetz sorgte für vollkommenes Gleichgewicht, indem es forderte, daß den Bösen in gerechter Weise vergolten wurde, aber denen Barmherzigkeit gewährte, die in Sünde gerieten oder sich einer unabsichtlichen Übertretung des Gesetzes schuldig machten.

      SICHERE UND BALDIGE VERGELTUNG

      14. Wie ging Israel als Nation auf die Erfordernisse des Gesetzes hinsichtlich der Heiligkeit des Lebens ein, und welche Anklagen auszurichten, wurden Gottes Propheten ermächtigt?

      14 Als was für eine Anklage gegen das ehemalige Volk Israel erwies sich doch diese unparteiische Vorkehrung Jehovas! Obwohl das ganze Gesetz Israels die Heiligkeit des Lebens und die Heiligkeit des Blutes hervorhob, ging doch von der Zeit an, da Jehova mit Israel zu handeln begann, nur ein kleiner Überrest auf die wiederholten Bitten ein, die er, ‘sich früh aufmachend und seine Propheten sendend’, seinem Volk zu stellen für nötig fand, um die Israeliten davor zu warnen, daß eine gerechte Vergeltung gewiß sei. Sie weigerten sich nicht nur, auf Jehovas warnenden Rat zu hören, sondern wandten sich gewalttätig gegen seine Propheten und brachten sie grausam zu Tode, wodurch sie die Schuld für das Blut dieser Unschuldigen ihrer Schuld vor Jehova noch hinzufügten. (Jer. 26:2-8) Daher ließ ihnen Jehova folgende Anklage durch Jeremia zukommen: „Auch sind an deinen Rocksäumen die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden. Nicht beim Einbruch habe ich sie gefunden, sondern sie sind auf allen diesen.“ (Jer. 2:34) Und durch Jesaja: „Das Land selbst ist entweiht worden unter seinen Bewohnern, denn sie haben die Gesetze umgangen, die Bestimmung geändert, den Bund von unabsehbarer Dauer gebrochen. Darum hat der Fluch selbst das Land verzehrt, und die es bewohnen, werden für schuldig gehalten. Darum haben sich die Bewohner des Landes an Zahl vermindert, und sehr wenige sterbliche Menschen sind übriggeblieben.“ — Jes. 24:5, 6.

      15. Welche Vergeltung brachte Jehova in den Tagen Jeremias über sein Volk Israel, und welche weitere Verantwortlichkeit hatten dessen Nachkommen in den Tagen Jesu in dieser Hinsicht?

      15 Jerusalem wurde wegen der vielen Verbrechen, die es gegen Jehova begangen hatte, und wegen seiner Blutschuld im Jahre 607 v. u. Z. zerstört, und nur ein Überrest blieb unverurteilt. Aber trotz dieses furchtbaren Vergeltungsaktes Jehovas konnten die falschen religiösen Führer der Tage Jesu ebensowenig ihre eigene Blutschuld in Abrede stellen wie die religiösen Führer der Zeit Jeremias, denn in beiden Fällen waren ihre Rocksäume vom Blute der treuen Diener Jehovas so rot wie Scharlach, und das schloß selbst das Blut seines eigenen geliebten Sohnes ein. — Matth. 23:33-36; 27:24, 25; Luk. 11:49-51.

      16. Welche Stellung haben heute die Nationen in der Frage der Heiligkeit des Lebens eingenommen, und was sollte unser Standpunkt sein?

      16 Heute hat nun die Blutschuld aller Nationen der Erde ihr volles Maß erreicht. So groß ist die Blutschuld der „Hure“, Babylons der Großen, des Weltreiches der falschen Religion, daß von ihr gesagt wird, sie sei trunken vom Blute des Volkes Jehovas. (Offb. 17:5, 6; 18:24) Irgendwann wird es nun an der Zeit sein, daß Jehovas Bluträcher zum Schlag ausholt, und wehe irgendeinem, der in Verbindung mit ihr gefaßt wird! (Offb. 18:4) Solche Blutschuldigen „werden nicht die Hälfte ihrer Tage erleben“, wie David sagte. (Ps. 55:23) Wir sollten ernstlich mit dem Psalmisten beten: „Befreie mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meiner Rettung“ und: „Von Menschen, die mit Blutschuld beladen sind, errette mich.“ (Ps. 51:14; 59:2) Dann, in ganz naher Zukunft, wenn der mächtige Chorgesang der Lobpreisung im Himmel zu Jehova aufsteigt, weil die letzten Spuren Babylons der Großen vernichtet sein werden und das Blut aller Unschuldigen gerächt sein wird, werden sich unsere Stimmen mit denen aller auf Erden vereinen, die dem Schwert der Vergeltung des Rächers Jehovas entronnen sind. — Offb. 19:1, 2, 15, 21.

  • Die Zufluchtsstadt zu verlassen bedeutet den Verlust des Lebens
    Der Wachtturm 1973 | 15. August
    • Die Zufluchtsstadt zu verlassen bedeutet den Verlust des Lebens

      1. In welcher Lage ist die Christenheit gleich den Juden der Tage Jesu?

      SCHWER lastet heute Blutschuld auf der Christenheit und auf der ganzen Welt. Viele aufrichtige Menschen, die nicht selbst jemand getötet oder sich direkt an Kriegen beteiligt haben, sind sich nicht bewußt, daß sie persönlich mitschuldig sind. Dessenungeachtet müssen sie diese Verantwortung mit denen tragen, die in der Prophezeiung als solche dargestellt werden, die unschuldiges Blut vergossen haben. Die Christenheit ist heute in der gleichen Lage wie die Juden der Tage Jesu, zu denen Jesus sagte: „Siehe, ich sende Propheten und Weise und öffentliche Unterweiser zu euch. Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen. Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind.“ — Matth. 23:34-37.

      2. Woraus ergab sich Jerusalems blutbefleckter Geschichtsbericht, und welche Vergeltung erhielt Jerusalem?

      2 Jerusalems blutbefleckter Geschichtsbericht ergab sich nicht daraus, daß es nach dem Befehl Jehovas Gottes an theokratischer Kriegführung teilgenommen, sondern weil es unschuldiges Blut vergossen und willentlich viele Propheten Gottes getötet hatte, selbst Jesus, den Sohn Gottes, der in dieser Stadt zum Tode verurteilt wurde. Das wurde nicht in Unschuld getan, denn siebenhundert Jahre zuvor, in den Tagen Jeremias, enthüllte Jehova Jerusalems Blutschuld, als er durch seinen Propheten die Worte sprach: „Auch sind an deinen Rocksäumen die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden. Nicht beim Einbruch habe ich sie gefunden, sondern sie sind auf allen diesen. Aber du sprichst: ,Ich bin unschuldig geblieben. Gewiß hat sich sein Zorn von mir abgewandt.‘ Siehe, ich trete in einen Rechtsstreit mit dir ein, weil du sprichst: ,Ich habe nicht gesündigt.‘“ (Jer. 2:34, 35) Indem Jehova direkt nach diesen Worten handelte, brachte er im Jahre 607 v. u. Z. seinen Zorn über die Stadt Jerusalem wegen ihres mutwilligen Blutvergießens zum Ausdruck, und seine babylonischen Urteilsvollstrecker schütteten während einer entsetzlichen Zeit der Zerstörung ihr Blut auf den Erdboden. Ebenso kam es in Erfüllung der Worte Jesu in Jerusalem zu einem weiteren Blutbad, und ehe es im Sommer des Jahres 70 u. Z. zu Ende war, waren 1 100 000 Menschen innerhalb der belagerten Stadt umgekommen.

      BLUTSCHULD DURCH GEMEINSAME VERANTWORTUNG

      3. Warum kamen viele um, die am Töten nicht direkt beteiligt gewesen waren?

      3 Mögen sich besonders die Menschen in der Christenheit dieses warnende Beispiel zu Herzen nehmen! Nicht alle Juden, die von den Babyloniern oder den Römern getötet wurden, waren direkt am Töten der Propheten Gottes oder sonstwie am Töten von Menschen beteiligt gewesen, dennoch kamen sie mit denen um, die willentlich unschuldiges Blut vergossen hatten. Warum? Weil sie die Handlungsweise und die Traditionen des Judentums stützten und so an der Gemeinschaftsverantwortung für dessen Blutschuld teilhatten.

      4. Warum kann Jehova die Geschichte der Christenheit nicht übersehen?

      4 Die Christenheit ist tatsächlich ein neuzeitliches Gegenstück Jerusalems und seines Gebietes Juda. Die Geschichte der Christenheit ist vor Gott mit Blut befleckt worden, das ungerechterweise von ihrem Anfang an, nämlich von den Tagen Konstantins im vierten Jahrhundert an, vergossen wurde. Dieser Geschichtsbericht kann nicht unbeachtet bleiben, denn Jehova, der sich nicht verändert, sagte zu Noah: „[Ich werde] euer Blut, das eurer Seelen, zurückfordern. Von der Hand jedes lebenden Geschöpfes werde ich es zurückfordern; und von der Hand des Menschen, von der Hand eines jeden, der sein Bruder ist, werde ich die Seele des Menschen zurückfordern. Wer irgend Menschenblut vergießt, dessen eigenes Blut wird durch Menschen vergossen werden, denn im Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“ — 1. Mose 9:5, 6.

      5. (a) Durch welche Taten der Christenheit ergibt sich ihre Geschichte, und warum kann sie nicht gerechtfertigt werden? (b) Wer hat an der Verantwortung für die Blutschuld der Christenheit teil?

      5 Durch Hunderte von Kriegen, die die Christenheit geführt hat, und durch die religiöse Inquisition und die Kreuzzüge vor dem Jahre 1914 sind unzählige Hunderttausende arglose Menschen ums Leben gebracht worden;

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