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Eine lange Zeit, aber nicht länger als erforderlichErwachet! 1975 | 22. April
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und dafür zu sorgen, daß ‘der Tod nicht mehr sein wird noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz’ (Offb. 21:2-4).
Wer das zu seiner Hoffnung machen möchte, muß Glauben haben. In der Bibel lesen wir: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebr. 11:6). Ein blinder Glaube ist wertlos. Aber ein Glaube, der auf Tatsachen beruht, kann eine unerschütterliche Hoffnung vermitteln. Gott hat uns genügend Tatsachenmaterial geliefert, so daß wir nicht nur glauben können, daß er lebt, sondern auch, daß er denen, „die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. Man beachte, was er in der Vergangenheit bereits getan hat, was zeigt, daß er sich um die Menschen kümmert und daß er an ihnen interessiert ist.
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Wie Gott bewiesen hat, daß er sich um uns kümmertErwachet! 1975 | 22. April
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Wie Gott bewiesen hat, daß er sich um uns kümmert
JEHOVA GOTT hat die Menschheit nicht sich selbst überlassen, so daß sie wie ein Blinder nach einem Ausweg suchen müßte, ohne die Gewißheit zu haben, einen solchen zu finden. Vor Tausenden von Jahren begann er, seinen Vorsatz zu offenbaren, und veranlaßte auch, daß diese Offenbarung als sein Wort, seine Botschaft an die ganze Menschheit, niedergeschrieben wurde.
Heute finden wir diese Botschaft in der Bibel; sie ist das inspirierte Wort Gottes. Wenn wir es lesen, erfahren wir, was für eine Person Jehova Gott ist, was für Eigenschaften er hat, wie er mit den Menschen verfährt und nach welchen Normen er sich richtet. Aus den Prophezeiungen der Bibel erfahren wir, was Gott zu tun beschlossen hat und was wir tun sollten, um künftig Schutz finden und glücklich leben zu können.
In der Bibel finden wir viele Beweise dafür, daß sich Gott um die ganze Menschheit kümmert und an ihr interessiert ist. Wir stellen fest, daß er die Würde des einzelnen Menschen respektiert; daß er niemand zwingt, ihm zu dienen oder ihn anzubeten, sondern wünscht, daß man das freiwillig tut, von Herzen und aus Liebe (5. Mose 30:15, 16). Wie die Bibel zeigt, sind in den Augen Gottes alle Menschen gleich, sie mögen dieser oder jener Nation, dieser oder jener Rasse oder dieser oder jener Gesellschaftsschicht angehören. Jeder, der ihm dienen möchte, kann das tun und wird dann samt seinen Angehörigen reich gesegnet werden (Apg. 10:34, 35).
Wir wollen nun einige in der Bibel erwähnte Einzelheiten kennenlernen, die zeigen, daß Jehova Gott großes Interesse an der ganzen Menschheit bekundet und die Menschen gesegnet hat, die ihm vertrauten und an ihn glaubten.
Die Verheißung, die Gott Abraham gab, zeigt, daß Gott kein Rassist ist
Abraham, Stammvater der Juden und der Araber, vertraute dem Wort Jehovas und diente Jehova bereitwillig. Deshalb segnete Gott ihn und seine Familie. Gott schätzte den Glauben Abrahams so sehr, daß er beschloß, mit einem Volk, das aus einem Zweig der Familie Abrahams hervorgehen würde, in einer besonderen Weise zu handeln: Es sollte Jehovas Volk sein und seine Anbetung pflegen. Er gab dem Volk, das von Abrahams Enkel Jakob, auch Israel genannt, abstammte, Gesetze. Er ließ es im Land Kanaan wohnen (5. Mose 4:7, 8). Ferner rief Gott durch dieses Volk den anderen Völkern der Erde seinen Namen immer wieder in Erinnerung, und durch dieses Volk brachte er seinen Messias hervor, der gesalbt wurde, um die Menschheit zu erlösen (Gal. 3:24; 4:4).
Hat Gott lediglich ein Volk allen übrigen Völkern vorgezogen? Warum sollte Gott, der alles erschaffen hat, seine Güte auf e i n Volk beschränken? Gott zeigte sich weder selbstsüchtig noch parteiisch, als er so handelte, sondern er begann, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß ‘alle Familien der Erde gesegnet werden’ können (1. Mose 12:3; 22:18). Dadurch, daß er mit diesem Volk handelte und ihm eine Regierung gab, offenbarte er viele seiner Eigenschaften als Gott und als König — seine liebende Güte und seine Barmherzigkeit — sowie seine Regierungsprinzipien. Er schuf die Voraussetzungen für das Kommen des Messias. Die Abstammungslinie oder Geschlechtslinie des Messias und die Prophezeiungen über sein Leben wurden schriftlich festgehalten, und dieser Bericht wurde aufbewahrt, damit die Menschen zu der Überzeugung gelangen könnten, daß er der von Gott gesandte Messias sei. Ja, in den Jahrhunderten, in denen Gott mit jenem Volk handelte, wurde die Bibel geschrieben — ein sachlicher Geschichtsbericht nebst Prophezeiungen und prophetischen Bildern sowie „Schatten der künftigen guten Dinge“. Und all das ist zu unserem Nutzen niedergeschrieben worden (1. Kor. 10:11; Hebr. 10:1).
Gott kümmert sich um ein unvollkommenes Volk
Als Gott dieses von Abraham abstammende Volk auserwählte, war es eine Minderheit und lebte in Sklaverei. Durch den Propheten Moses ließ er ihm sagen: „Es war nicht, weil ihr das volkreichste von allen Völkern wäret, daß Jehova Zuneigung zu euch bekundete, so daß er euch erwählte, denn ihr wart das geringste von allen Völkern; sondern es war, weil Jehova euch liebte und weil er seinen Schwur hielt, den er euren Vorvätern geschworen hatte, daß Jehova euch mit starker Hand herausführte, damit er dich aus dem Sklavenhause ... erlöse“ (5. Mose 7:7, 8). Auf diese Weise konnte Gott nicht nur zeigen, daß er treuen Dienst und Hingabe — wie die des Abraham, Isaak und Jakob — schätzt und belohnt, sondern daß er auch sein Wort hält (5. Mose 7:9).
Dieses Volk konnte der Fürsorge Gottes sicher sein. Viele Male wurde es von Feinden, die ihm bei weitem überlegen waren, angegriffen. Wenn es sein Vertrauen auf Jehova setzte, kam er ihm zu Hilfe (Ri., Kap. 7; 2. Chron. 14:9-15). Selbst wenn sich das Volk von Gott abwandte und schwer sündigte, zeigte sich Gott geduldig mit ihm und erwies ihm Barmherzigkeit. Gelegentlich strafte er es hart, aber wenn es zu ihm zurückkehrte, vergab er ihm und segnete es, indem er ihm Wohlfahrt, Gesundheit und Frieden schenkte (Jer. 7:13, 14; 30:18, 21, 22). Der Bericht über die tausendfünfhundert Jahre, in denen Gott mit diesem Volk handelte, zeigt, daß Gott trotz der Unvollkommenheit, Abtrünnigkeit und Hartnäckigkeit dieses Volkes überaus langmütig und geduldig mit ihm war.
Schließlich empörte sich Israel unwiderruflich gegen Jehova Gott, verwarf seinen Sohn und übergab ihn dem römischen Statthalter zur Hinrichtung. Trotz alledem sandte Gott seine Diener noch dreieinhalb Jahre lang nur zu diesem Volk, damit sie ihm die gute Botschaft verkündigten. Erst nach dieser Zeit hörte er auf, sich besonders um dieses Volk zu kümmern, und begann, seine Boten zu den heidnischen Völkern der Erde auszusenden (Apg., Kap. 10). Der Zweck, zu dem er Israel als sein besonderes Werkzeug benutzte, war erfüllt, und das besondere Verhältnis, das er zu diesem Volk hatte, hörte zu bestehen auf. Einzelne Angehörige jenes Volkes sollten allerdings stets seine Gunst und seinen Segen erlangen können, wenn sie seinem Wort gehorchen und an seine Vorkehrungen glauben würden (Röm. 10:12; Gal. 3:28).
Gott ließ durch seine Verfahrensweise sichtbar werden, daß er sich um die Menschen, die ihm dienen, kümmert, ja daß er sie innig liebt. Er zeigte, was er zu tun bereit ist, wenn die Menschen aufrichtig auf ihn hören. Das Gesetz, das er den Israeliten gab, war so vorzüglich, daß sie, obwohl sie es nur unvollkommen halten konnten, rund neunhundert Jahre lang ein freies Volk blieben.
Gott kümmert sich um alle Völker
Während dieser Zeit vergaß Gott die anderen Völker nicht. In Lystra, einer Stadt in Kleinasien, sprach der Apostel Paulus einmal zu einer Gruppe von Heiden, die Götzen verehrten, und forderte sie auf, ‘sich von diesen nichtigen Dingen abzuwenden zu dem lebendigen Gott hin, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat’. Dann fügte er hinzu: „In den vergangenen Generationen ließ er [Gott] alle Nationen ihre eigenen Wege gehen, obwohl er sich allerdings nicht ohne Zeugnis gelassen hat, indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apg. 14:15-17). Gott hat sich bis heute nicht ohne dieses „Zeugnis“ gelassen.
Gottes Interesse an allen Menschen zeigte sich deutlich in der Art und Weise, wie er mit den Städten Sodom und Gomorra verfuhr. Diese beiden Städte waren tief gesunken. Gott sagte: „Der Klageschrei über Sodom und Gomorra, ja, er ist laut, und ihre Sünde, ja, sie ist sehr schwer“ (1. Mose 18:20). Offenbar waren Nachbarvölker entsetzt und betrübt über den sittenlosen Wandel und schrien zu Gott. Mit Rücksicht auf ihre Bestürzung und auf ihr Recht, von der Gefahr, die der sittenlose Wandel der Sodomiten für sie bildete, befreit zu werden, beschloß Gott, diese beiden Städte und die übrigen in der Umgebung zu vernichten. Wären nur zehn Gerechte darin gefunden worden, hätte Gott die Städte wegen dieser zehn Menschen nicht vernichtet (1. Mose 18:22-33).
Gottes Verfahrensweise mit Sodom und Gomorra zeigt, daß er kein Gefallen hat am Tode eines Menschen, sondern daß er will, daß die Menschen leben; sie brauchen lediglich ihren Nächsten zu achten und nach gerechten Grundsätzen zu leben (Hes. 33:11; Micha 6:8). Außerdem
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