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  • Welche Auswirkungen hatte das „Heilige Jahr“?
    Erwachet! 1976 | 8. Juni
    • Unfehlbarkeit, und nur 42 Prozent erkennen die Lehre an, daß Jesus die Führung seiner Kirche dem Apostel Petrus übertragen habe.

      Außerhalb der Vereinigten Staaten herrscht dieselbe Situation vor. Die Verantwortlichen der Kirche in Italien beispielsweise geben zu, daß nicht einmal mehr ein Drittel aller Italiener regelmäßig in die Kirche geht. In Ungarn werden nur noch ein Viertel der sechs Millionen registrierten Katholiken als aktive Kirchgänger angesehen. Und ein Zeitungsbericht aus London, der aus der Zeit des Heiligen Jahres stammt, stellte fest: „Die römisch-katholische Kirche verliert in England und Wales pro Jahr 250 000 Mitglieder. Die Zahl der Bekehrungen hat den niedrigsten Stand des Jahrhunderts erreicht.“ In der Meldung war von einem „totalen Verlust des Glaubens bei den Katholiken in England und Wales“ die Rede.

      Nein, das Heilige Jahr 1975 hatte wirklich keine nennenswerten Auswirkungen, was das Herbeiführen von „Versöhnung“ oder „Erneuerung“ betraf, weder unter der Geistlichkeit noch unter den Laien. Die Menschen wenden sich auch weiterhin von der Kirche ab.

      Unheil für die Kirche zeichnet sich in Italien ab

      In Italien, dem Zentrum der katholischen Kirche, ist ein bedrohlicher Wandel vor sich gegangen. Dort ist nicht nur der Kirchenbesuch zurückgegangen, gibt es nicht nur ständig weniger Priester und Nonnen, sondern jetzt droht auch anderes Unheil für die Kirche.

      Welches Unheil? Einer der Erzfeinde der Kirche gewinnt unter den Italienern — besonders unter den jungen Leuten — an Boden. Dieser Gegner der Religion ist der Kommunismus. Es stimmt zwar, daß der Kommunismus sich von Zeit zu Zeit sowohl der Religion als auch anderen politischen Ideologien anpaßt doch sein Fernziel hat sich nicht geändert. Und dieses Ziel ist, den Einfluß und die Macht der Kirche dort, wo er die Fäden in der Hand hat zu beseitigen.

      Die Kommunistische Partei Italiens hat es schon fast geschafft, höchste Regierungsposten zu übernehmen. In der New York Times vom 2. Dezember 1975 hieß es: „Schon jetzt beherrschen die Kommunisten fünf der zwanzig Regionen Italiens bzw. sind Mitträger der Regierung, darüber hinaus haben sie in einem Drittel der 24 Provinzen und in allen größeren Städten nördlich von Neapel außer Rom die Regierungsmehrheit.“

      Solche Einbußen in der politischen Macht, die die Kirche — bzw. die von ihr unterstützten Parteien — früher hatte, kamen unter anderem während der Wahlen zum Vorschein, die im Juni während des Heiligen Jahres abgehalten wurden. Trotz all der Unterstützung, die der Vatikan einer anderen politischen Partei gab, erzielten die kommunistischen Kandidaten beinahe überall den größten Zuwachs an Stimmen. In jeder größeren Stadt des Nordens erhielten sie die politische Mehrheit. Auch im Süden erreichten sie beachtliche Durchbrüche; in Neapel stellten sie sogar den Bürgermeister.

      Wenn man das ganze Land betrachtet, liegen die Stimmen der Kommunisten nur um zwei Prozent unter denen der damals regierenden Partei. Am deutlichsten zeichnet sich das Unheil für die Kirche wahrscheinlich darin ab, daß die Mehrheit der jüngeren Wähler für die Kommunisten stimmte. Die offizielle Lehre der katholischen Kirche in Italien hat sich seit dreißig Jahren immer gegen die kommunistischen Kandidaten gerichtet. Wiederholt wies man und weist man Katholiken an, nicht den Kommunisten ihre Stimme zu geben. Man drohte sogar mit der Exkommunikation. Im Juli des Heiligen Jahres sagte der katholische Bischof der Lombardei, Priester, die ihre Mitbürger dazu aufriefen, für die Kommunisten zu stimmen, müßten sich von ihren Äußerungen distanzieren oder hätten mit der Exkommunikation zu rechnen.

      In der Zeitung des Vatikans, l’Osservatore Romano, wurde eine Erklärung mehrerer Bischöfe Norditaliens veröffentlicht, in der sie „schmerzlich ihr Mißfallen“ über den Ausgang der Wahlen im Juni kundtaten, bei denen die Kommunisten einen Zuwachs von zweieinhalb Millionen Stimmen erzielten und damit fast stärker waren als die vom Vatikan unterstützte Regierungspartei. Und im November, gegen Ende des Heiligen Jahres, erhob Papst Paul wieder warnend seine Stimme gegen Katholiken, die die kommunistische Partei unterstützten. Seit einiger Zeit aber ist bereits deutlich geworden, daß derartige Warnungen bei immer mehr Leuten auf taube Ohren stoßen.

      Betrachtet man also alle Tatsachen, muß man zu dem Schluß kommen, daß 1975 weit davon entfernt war, ein „Heiliges Jahr“ für die katholische Kirche zu sein. Zu einer „Versöhnung“ ist es nicht gekommen, ebensowenig wie zu einer „Erneuerung“. Statt dessen nehmen die Schwierigkeiten weiterhin überall zu, und das selbst in Italien, dem Zentrum der Macht der Kirche.

      Ganz gleich, was man unter einem „Heiligen Jahr“ versteht, auf das Jahr 1975 findet dieser Begriff keine Anwendung. Der entscheidende Grund, warum dies nicht der Fall war, lag ganz einfach darin, daß es nicht das Werk Gottes war. In Psalm 127:1 steht geschrieben: „Wenn Jehova selbst das Haus nicht baut, so ist es umsonst, daß seine Bauleute hart daran gearbeitet haben.“

  • Antibiotika — ein zweischneidiges Schwert
    Erwachet! 1976 | 8. Juni
    • Antibiotika — ein zweischneidiges Schwert

      PENICILLIN, das erste und weitestverbreitete Antibiotikum, wurde im Jahre 1928 von dem britischen Bakteriologen Alexander Fleming entdeckt. Er und seine Mitarbeiter mußten aber noch viele Hindernisse überwinden, bis man dann schließlich im Zweiten Weltkrieg erkannte, welchen Wert dieses Mittel im Kampf gegen Infektionskrankheiten hatte.

      Man erzielte mit Penicillin so beachtliche Ergebnisse, daß es als „Wundermittel“ bezeichnet wurde. Seither fand man Dutzende weiterer Antibiotika, sowohl natürliche als auch künstliche. Es besteht kein Zweifel, daß diese Antibiotika viel Gutes bewirkt haben, indem sie oft das Leben retteten und vielen Kranken oder Unfallverletzten die Genesungszeit verkürzten.

      Der Einsatz von Antibiotika ist aber nicht ohne Nachteile geblieben. Weshalb nicht? Das liegt in ihrem Wesen selbst begründet. Schon allein der Name sollte einem zu denken geben; er leitet sich aus zwei Wurzelwörtern ab: anti, was „gegen“ bedeutet, und bios, was „Leben“ heißt. Ein Antibiotikum ist also ein Wirkstoff, der sich gegen das Leben richtet; er tötet oder hemmt das Wachstum. Bei welchen Lebewesen? Bei Mikroorganismen aller Art. Diese Wirkstoffe sind giftig und können außer ihren nützlichen Wirkungen auch schädliche Nebenwirkungen haben.

      Daher schreibt Dr. Robert C. Zurek in dem Buch von Robert H. Moser, Diseases of Medical Progress (1969): „Jedesmal, wenn man ein antibakterielles Mittel [ein Antibiotikum] einsetzt, gebraucht man ein zweischneidiges Schwert. Man geht absichtlich ein Risiko ein.“ Das heißt, der Arzt hofft, er kann bestimmte Mikroorganismen töten, ohne den Körperzellen zu schaden.

      Wird die volle Tragweite dieser Tatsache aber von den Ärzten erkannt, ganz zu schweigen von der Allgemeinheit? Anscheinend nicht, denn Dr. F. D. Adams stellt in dem Vorwort des obenerwähnten Lehrbuches fest: „Anscheinend setzt man Arzneimittel oft ein, ohne gebührend zu berücksichtigen, welche beunruhigenden Nebenwirkungen und manchmal Gefahren in ihnen stecken. Als Beispiel braucht man nur auf die weitverbreitete Verwendung von Antibiotika in der Behandlung unbedeutender Infekte der oberen Atmungswege und anderer, vergleichbarer geringfügiger Erkrankungen hinzuweisen. Diese Handhabung scheint trotz der warnenden Hinweise vieler

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