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Wir beobachten die WeltErwachet! 1980 | 8. Januar
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nicht bekannt. Nach Schätzungen dürfte es sich insgesamt um rund 70 000 handeln.
Ziellosigkeit
◆ Gemäß einer Umfrage des Luzerner Instituts für Markt- und Meinungsforschung (Scope) zweifeln 42 Prozent der Schweizer mehr oder weniger häufig am Sinn des Lebens. Dieses Resultat weist nach Meinung von Scope „auf eine gewisse Ziellosigkeit hin, die sich seit Jahren in unserer Gesellschaft bemerkbar macht“.
Gesamtmasse des Universums größer als angenommen?
◆ Die Diskussion der Wissenschaftler über die Beschaffenheit und die Zukunft des Universums hat durch die Entdeckung kosmischer Gaswolken von ungeahntem Ausmaß neue Nahrung erhalten. Nach neuesten Messungen des erdumkreisenden Observatoriums HEAO zu urteilen, muß sich zwischen den Milchstraßensystemen Abell 401 und Abell 339 im Sternbild Aries eine „riesenhafte Wolke unsichtbarer Materie“ befinden, die einige 100 Millionen Grad heiß ist und den Raum zwischen den Milchstraßensystemen füllt. Nach ersten groben Berechnungen, so berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, soll sich damit die Gesamtmasse unseres Universums auf 100 Billionen Billionen Billionen Billionen Tonnen (eine Eins mit 53 Nullen!) erhöhen. Demnach wäre die Masse weit größer, als ursprünglich angenommen wurde. Man vermutet jetzt sogar, daß 90 Prozent der Masse des Universums in Form solcher unsichtbaren Gaswolken existieren. Die neue Entdeckung hat Einfluß auf verschiedene Hypothesen der Kosmologen über die Zukunft des Universums. Der Spiegel schreibt: „Das Weltbild muß schon wieder geändert werden.“
Der Mensch ist einzigartig
◆ Der Informationsgehalt der Erbsubstanz sogenannter „höherer Lebewesen“ wird mit 10 Milliarden Informationseinheiten (bit) angegeben. Das ist erstaunlich groß, und doch übertrifft die Speicherfähigkeit des menschlichen Gehirns die Erbinformation um das Hundertfache, denn sie soll 1 000 Milliarden bit betragen. Diese Zahlenangaben aus dem Max-Planck-Institut für Aeronomie unterstreichen die Einzigartigkeit des Menschen. „Denn seit es Leben auf der Erde gibt“, so ein Mitarbeiter des Instituts, „ist das menschliche Gehirn das erste biologische Organ, das den Informationsgehalt der Erbsubstanz übertrifft.“
Vorsicht beim Bergwandern!
◆ Bergwandern ist ein Sport, den man erlernen muß. Ahnungslosigkeit und Unkenntnis haben zahlreichen „Halbschuhtouristen“ das Leben gekostet. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs starben in Österreichs Wandergebieten 6 200 Personen an den Folgen von Unfällen im Gebirge. Neun von zehn Bergtoten sind Anfänger im Alpinismus. Die Ursachen sind zumeist Leichtsinn — wie etwa Halbschuhe und Sommerkleidung — und Unterschätzung der Gefahren, die in den Bergen lauern. Zehn Bergwanderer starben im letzten Jahr innerhalb einer Woche durch Blitzschlag, weil sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatten. Andere folgen dem Trend zum Wandern und überschätzen ihre körperliche Fitneß. Herzinfarkt kann die tragische Folge sein.
„Droge“ Fernsehen animiert zu Gewalt
◆ „Es hat durchaus den Anschein, daß Fernsehen wie eine Droge ist — ein Beruhigungsmittel von gigantischem Ausmaß und mit letzten Endes negativen Auswirkungen.“ Die Erfahrungen bestätigen leider diesen Kommentar des St. Galler Tagblatts. So glaubt der englische Soziologe William Belson in vierjähriger Forschungsarbeit wissenschaftlich bestätigt zu haben, daß Kinder Gewalt imitieren, die sie auf dem Bildschirm sehen. Londoner Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren gaben bei einer Befragung Faustschläge sowie Angriffe mit Flaschen, mit einem Hammer oder einem Stock zu, die sie zuvor im Fernsehen gesehen hatten. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Jugendlicher selbst gewalttätig wird, ist größer, je mehr Gewalt er auf dem Bildschirm beobachtet.
Straßen sind Massengräber für Amphibien
◆ Zahllose Frösche, Kröten, Unken, Molche, Eidechsen und Schlangen finden den Tod beim Überqueren der Verkehrsstraßen. Der Straßentod ist die Hauptursache für den Rückgang der Amphibien, der das natürliche Gleichgewicht der Natur stört, die Nahrungsquellen für Störche und Graureiher dezimiert und die Massenvermehrung von Insekten, Schnecken und Schnaken fördert. In Hessen sind bereits 44 Amphibienteiche mit einer Gesamtfläche von über 11 000 Quadratmetern geschaffen worden, um der Ausrottung von Kriechtieren Einhalt zu gebieten.
„Gefährliche“ Küche
◆ Die Küche ist ein unfallträchtiger Arbeitsplatz. In der Bundesrepublik Deutschland erlitten 1977 zwei Millionen Menschen Verletzungen, und 8 000 kamen bei Unfällen in Haushalt und Garten ums Leben. Ein Team der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung (BAU) spürte die häufigsten Unfallursachen auf. „Die Hausfrauen verletzen sich beim Schneiden, sie stolpern über rutschende Teppiche, stürzen von wackligen Trittleitern, verbrennen sich, erleiden Stromschläge oder fügen sich Schaden zu, weil die Lichtverhältnisse schlecht sind. Hinzu kommen Planungsfehler in der Küche. Hohe Fenster, die nur mit Artistenausbildung zu putzen sind, werden in dem Forschungsbericht schlicht als Alptraum bezeichnet“, schreibt das Hamburger Abendblatt. Die Forscher raten unter anderem: „Die Hausfrau muß lernen, mit mehreren Dingen zugleich fertig zu werden.“
Kritik an UN-Entwicklungshilfe
◆ In Verbindung mit der Welt-Agrarkonferenz in Rom wurde Kritik an UN-Entwicklungshelfern geübt. „Sie pflegten einen gehobenen Lebensstil und kennten die Menschen, denen sie eigentlich helfen sollten, so gut wie gar nicht“, heißt es in einem 205seitigen Bericht des UN-Entwicklungsprogramms UNDP. Ausländische Fachleute würden ihre Zeit in den Hauptstädten der Entwicklungsländer mit Konferenzen, Berichten, Seminaren und Programmdiskussionen verbringen. Die Bevölkerung der Entwicklungsländer reagiert zynisch auf die „Bekundungen des Ausländers über die Sorge um das Wohlergehen der Armen, die in scharfem Gegensatz zu seinen Lebensgewohnheiten stehen“. Dem UN-Personal wird geraten, seinen typischen Lebensstil aufzugeben, eine Zeitlang bei den Dörflern zu leben und möglichst ihre Sprache zu lernen.
Vatikan kein Staat
◆ Der Oberste Verwaltungsgerichtshof Griechenlands erklärte den Beschluß seiner Regierung zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Vatikan für nicht zulässig. Begründung: Der Vatikan hat nach dem Völkerrecht keinen Staatscharakter; der Papst ist kein Staatsoberhaupt, sondern in erster Linie Haupt der katholischen Kirche; seine Befugnisse sind vorwiegend kirchlicher und religiöser Natur. Der Beschluß des Verwaltungsgerichts ist für die Regierung Griechenlands bindend.
Junge Männer sind häufiger Opfer von Verbrechen
◆ Nicht in erster Linie das Geschlecht oder das Alter, sondern das Verhalten eines Menschen kann ausschlaggebend dafür sein, ob er überfallen wird. Ein Kriminologe stellte auf dem 3. Internationalen Symposion für Viktimologie (Forschung über Opfer von Straftaten) in Münster fest, daß aus diesem Grund nicht Frauen, sondern junge Männer am häufigsten Opfer von Verbrechen werden. Vernunft, Besonnenheit und ein friedliches, beherrschtes Verhalten lassen Kriminelle oft gar nicht erst zum Zug kommen.
Harnsteine durch Saunabesuch?
◆ Fleißige Saunabesucher, die ihrem erhöhten Bedarf an Flüssigkeit nicht Rechnung tragen, sind von Harnsteinen bedroht. Diese Feststellung trafen Mediziner auf einem Harnsteinsymposion in Wien. Allerdings sind auch Überernährung, Alkoholkonsum, Bewegungsarmut sowie Hochleistungssport und Abmagerungskuren ohne genügend Flüssigkeitsaufnahme für die ständig steigende Zahl der Harnsteinkranken verantwortlich. „Die Urologen empfehlen eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von mindestens eineinhalb bis zwei Litern, und zwar Getränke verschiedener Art, dazu ausgewogene Mischkost“, berichtet Die Presse.
Es geschieht nichts
◆ An den Folgen des Rauchens sterben jährlich allein in der Bundesrepublik Deutschland 140 000 Menschen. „Bei 140 000 jährlichen Rauchertoten [geschieht] nichts ..., als daß eben diese entsetzliche Zahl genannt wird“, kommentiert Die Zeit diese vom Bonner Gesundheitsministerium stammende Zahl. Vergleichsweise sterben jährlich 14 000 Bundesbürger im Straßenverkehr, und einige hundert werden Opfer des Drogenmißbrauchs. In beiden Fällen werden ungeheure Anstrengungen gemacht, die Bevölkerung aufzuklären und zu schützen. 140 000 Rauchertote (Einwohnerzahl von Bremerhaven oder Darmstadt!) werden jedoch kaum zur Kenntnis genommen.
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