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Ist die Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien biblisch begründet?Erwachet! 1977 | 22. Juli
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über die Mitgläubigen andeuten würde. Der Apostel Petrus ermahnte beispielsweise Mitälteste: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet“ (1. Petr. 5:2, 3).
Also auch die christlichen Ältesten, die keine inspirierten Apostel waren, sollten nicht über die „Herde Gottes“ herrschen oder Gewalt über sie ausüben. Sie hatten die Aufgabe, den Gliedern dieser „Herde“ zu helfen, an dem Glauben, den sie bereits besaßen, festzuhalten und den Glauben rein zu erhalten; dadurch würden sie Helfer zur Freude aller Christen sein. So drückte es der Apostel Paulus aus, als er der Versammlung in Korinth einen Brief schrieb, in dem er sie zu ihrem eigenen Nutzen zurechtwies: „Ich [bin] nur, um euch zu schonen, nicht mehr nach Korinth gekommen ... Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest“ (2. Kor. 1:23, 24, Einheitsübersetzung; siehe auch Übersetzung von Kürzinger).
Die Tatsachen zeigen klar, daß die heutige Unterscheidung zwischen Geistlichen und Laien in der Bibel nicht begründet ist. Sie hat sich für das christliche Wachstum als hinderlich erwiesen, indem sie die Menschen davon abgehalten hat, in Dingen des Glaubens Eigeninitiative zu entwickeln. Die Unterscheidung, wie sie in den Kirchen der Christenheit besteht, ist eine Erfüllung von Prophezeiungen, in denen gesagt wird, daß sich viele von der wahren Lehre und den echt christlichen Einrichtungen abwenden würden. Der Apostel Paulus sagte zum Beispiel zu der Ältestenschaft oder den Aufsehern der Versammlung in Ephesus: „Aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apg. 20:30). Sollte nicht jeder, der einer Kirche angehört, in der zwischen Geistlichen und Laien unterschieden wird, ernsthaft darüber nachdenken?
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Wir beobachten die WeltErwachet! 1977 | 22. Juli
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Wir beobachten die Welt
Seltsame Scheidungspraktiken
◆ Lange Zeit war in Italien die Auflösung einer Ehe nur nach kirchlichem Recht, aber nicht durch zivile Gerichte möglich, doch dies ist nun seit einiger Zeit anders. Trotzdem ziehen immer noch viele Italiener die Scheidung nach kanonischem Recht vor, und sie haben ihre Gründe dafür. Wie die Alfelder Zeitung berichtete, spart der scheidungswillige Ehemann die Zahlung des Unterhalts für seine Frau und die Kinder, wenn seine Ehe durch den Vatikan rückgängig gemacht wird. Nach kanonischem Recht hat eine solche Ehe von Anfang an überhaupt nicht bestanden — folglich haben Frau und „uneheliche“ Kinder keinerlei Ansprüche. Obwohl diese Praktik von verschiedenen Seiten angegriffen wurde, hat der Oberste Gerichtshof ausdrücklich bestätigt, daß gemäß dem mit Mussolini geschlossenen Konkordat eine vom Vatikan ausgesprochene Ehe-Annullierung zwangsläufig auch eine zivile Scheidung bedeutet. Wie der römische Parlamentsabgeordnete Mauro Mellini in einem Buch bemerkte, sollen großzügige Spenden an die Kirche damit verbunden sein, was für den Mann immer noch billiger ist als eine lebenslange Unterhaltszahlung für Frau und Kinder. Obwohl von der Kirche weiterhin offiziell die Unauflösbarkeit der Ehe propagiert wird, werden vom Papst auf diese Weise mittlerweile jährlich praktisch mehr als tausend Scheidungen abgesegnet.
„Christen“ schmuggeln Haschisch
◆ Haschisch im Wert von rund 240 Millionen Mark wollten libanesische „Christen“ gegen Waffen für
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