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    Der Wachtturm 1955 | 15. August
    • Italienische Kommunisten und die katholische Kirche

      Von einem Wachtturm-Missionar in Italien

      DAS Zerren des Krieges zwischen Ost und West nimmt man besonders in Italien wahr, in dem Land, das außerhalb des Sowjetblocks die stärkste Kommunistische Partei hat. Trotz priesterlicher Anklagen und päpstlicher Exkommunikationen erobert die Marxsche Theorie die Sinne und die Stimmen der Italiener. In diesem Propagandakrieg versucht eine verlierende Seite feige, „Ansehen zu bewahren“, indem sie für ihre Pleite andere tadelt. Gerade das tat das italienische Episkopat am 1. Februar 1954, als es der Welt sagte, „protestantische Propaganda … fördert offensichtlich … den atheistischen Kommunismus“.

      Verwendet man aber hier nicht einen fraglichen Punkt als Beweis? Schon lange bevor man von der kommunistischen Ideologie hörte, und lange bevor nichtkatholische Religionen begannen, nach dem zweiten Weltkrieg in Italien ihre Lehren zu verbreiten, existierte dort der Antiklerikalismus. Über die Frage, wer den Kurs einschlägt, der dem Kommunismus hilft, sagte die Zeitung La voce repubblicana aus Rom, daß es die religiösen Verfolger seien, nicht die Verfolgten, die wirklich dem Kommunismus für seine Propaganda Stoff geben. Man wies darauf hin, daß durch die Ausstoßung von Leuten kleinerer Religionsgruppen (in diesem besonderen Beispiel Jehovas Zeugen) „Religionsfreiheit in die Dachstube verfrachtet wird, zur tiefen Befriedigung der Kommunisten und Faschisten“.

      Religiöse Behörden behaupteten, daß die kommunistischen Vertreter und die Presse „ihre Sympathie und Unterstützung für diese entzweiende protestantische Propaganda nicht verbergen“. Ist das aber der Fall? Man hat in Italien große Schritte in Richtung der Freiheit der Anbetung gemacht, aber nicht ohne Schwierigkeiten. Wenn kommunistenfreundliche Zeitungen in ihren Spalten über Schmähungen und unfaire Behandlungen religiöser Minderheiten berichten, so geht es ihnen nicht um die richtige Lehre oder um Sympathie und Unterstützung anderer Religionen, sondern darum, aus den undemokratischen und verfassungsverletzenden Aktionen gegen Minderheiten Kapital zu schlagen. Die Tatsachen zeigen nämlich, daß die Kommunisten nicht ernstlich an geistigen Dingen interessiert sind, handle es sich um katholische oder nichtkatholische Angelegenheiten. Sie interessieren sich hauptsächlich für die materiellen Dinge dieser Erde. Die Kommunisten machen sich lächerlich über jene, die an die Verheißungen des Königreiches Gottes unter Christus glauben. Sie nennen sie Feiglinge und Schmarotzer.

      Die kommunistische Presse macht die Bibel lächerlich und besudelt christliche Prediger, die Gottes Wort lehren. Nimm als Beispiel folgenden Bericht der kommunistischen Zeitung La Verità aus Brescia, Italien. Darin nannte man Jehovas Zeugen „amerikanische Spione, die als ‚Missionare‘ getarnt sind“, und sagte weiter: „Sie gehen von Haus zu Haus und predigen mit der ‚Heiligen Schrift‘ Unterwürfigkeit unter den von den Amerikanern vorbereiteten Krieg.“ Weiterhin behaupten sie fälschlicherweise, diese Missionare seien bezahlte Agenten von Bankiers in New York und Chikago und wären bemüht, „Informationen jeder Art über Männer und die Tätigkeit [kommunistischer] Organisationen zu sammeln“. Der Schreiber schloß: „Es ist die Pflicht der Arbeiter, die wissen, wie sie ihr Land gut verteidigen können, … vor diesen gemeinen, als Pastoren getarnten Spionen die Türe zuzuschlagen.“

      Viele italienische Kommunisten haben nichts dagegen, daß ihre Frauen und Kinder die katholische Kirche besuchen. Sie glauben, weil Frauen und Kinder eine Art Religion wünschen, könnte es auch die gleiche alte Religion sein, die ihnen ihre Väter lehrten. Ihr Standpunkt ist der, daß die religiösen Lehren der Katholischen Kirche nicht schaden. Es ist nur der Reichtum der Kirche und die Stellungnahme der Kirche auf der Seite der kapitalistischen Länder, was sie stört. Doch die katholische Religion ist die größte Religion Italiens — eine Tatsache, die die stimmensuchenden Kommunisten wohl anerkennen. Wie wiederholte offizielle Erklärungen beweisen, hätten die Kommunisten gerne die Katholische Kirche als Partner, eher als irgendeine andere Religion in Italien.

      Die Kommunisten sind entschlossen, die Herrschaft über Italien zu erlangen. Diese erreichen sie nur, wenn sie für ihre Seite eine größere Zahl Katholiken gewinnen, nicht Nichtkatholiken. Vor allem bedeutet das, solche nominellen Katholiken davon überzeugen zu können, daß der Kommunismus bestimmt nicht einen anderen religiösen Glauben begünstigt. Die Kommunisten interessieren sich sehr für die Stimmen katholischer Bauern, der Klasse, die jahrhundertelang durch die katholische Tradition gebunden war, und nach den Worten des Führers der Kommunisten in Italien „bitten sie die katholische Welt nicht, aufzuhören eine katholische Welt zu sein“, sondern „zu einem gegenseitigen Verständnis geneigt zu sein“.

      Die katholische Hierarchie mag über die „schädlichen“ Wirkungen nichtkatholischer Propaganda innerhalb der Grenzen des katholischen Italiens sagen, was sie will. Wenn sie aber religiöse Minderheiten anklagt, sie würden Italiens Kommunismus helfen, und dieser würde sie begünstigen, mit ihnen sympathisieren und sie unterstützen, dann setzt sie sich selbst sehr der Kritik aus, und ihre Anklage erweist sich für sie als ein Bumerang. Die Religion, die das Volk mehr als fünfzehn Jahrhunderte lang nicht mit der Kraft gesunder Erkenntnis versorgte, erntet jetzt Materialismus, Antiklerikalismus und gottlosen Kommunismus. Sie kann den Tadel dafür nicht auf andere ablenken oder versuchen, ihr Ansehen zu retten durch das Bemühen, wahre Christen in ihre Kriegführung hineinzuziehen, die sich eindeutig von ihr getrennt halten und die jetzt wirklich vielen ernstdenkenden Italienern die Erkenntnis des Wortes Gottes bringen, die Kraft der Apostel, die Macht, den falschen Behauptungen zu widerstehen, die der Kommunismus aufstellt.

  • Wer kommt seiner Verantwortung nach?
    Der Wachtturm 1955 | 15. August
    • Wer kommt seiner Verantwortung nach?

      Das gedruckte Programm der episkopalen Kalvarienkirche in Memphis, Tennessee, sagte am letzten 12. Dezember, daß — während Statistiken sonst für langweilig gehalten werden — die folgende Statistik interessant sein könne: „Bei einer Mitgliederschaft von 520 000 tauften Jehovas Zeugen im Sommer 1954 allein bei ihren Bezirksversammlungen 14 509 Personen. In dieser Zahl sind die nicht inbegriffen, die wöchentlich in Königreichssälen getauft wurden. Unsere Kirche taufte bei einer Mitgliederzahl von 1 777 631 (bestätigt) 14 952 Personen im Jahre 1953. Warum dieser Unterschied, möchtest du wissen? Könnte es deswegen sein, daß wir unsere Verantwortung, für Gott und seine Kirche zu zeugen, nicht ernst nehmen?“ Es könnte sein. Gegenüber der Religion, die diesen Vergleich anstellt, gibt es weniger als ein Drittel Zeugen Jehovas. Aber diese kleinere Gruppe taufte viermal so viele Personen (insgesamt 57 369 während des Jahres).

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