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„Triumphierendes Königreich“ — Kongresse 1955Der Wachtturm 1956 | 15. Mai
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französischen Brüdern. Schrecken erfaßte jedoch die Feinde, und so wie sie es nach großen Versammlungen der Neuen-Welt-Gesellschaft meistens taten, veröffentlichten sie durch eine lokale französische, römisch-katholische Zeitung einen langen Artikel gegen Jehovas Zeugen und brachten die falsche Meldung, sie hätten gesagt, daß am 21. August die Welt enden werde. Eine der meistgehörten Radiostationen Frankreichs brachte Nachrichten über unseren Kongreß. Darin setzten sie für uns das Datum des Endes der Welt auf den 21. August 1955 fest. Ebenfalls auf eigene Initiative hin fügte die Station in jener Sendung bei, daß Jehovas Zeugen das Ende der Welt bereits 427mal angezeigt hätten, ohne daß es eingetroffen sei. So machte dieses sensationelle „Datum“ in den zahlreichen Tageszeitungen Europas denn bald die Runde, und zwar auch in einer Zeitung von Lissabon, Portugal, ferner in einer Zeitung von Lausanne, Schweiz. Die Ausgabe vom 11. August des Blattes Feuille d’Avis von Lausanne veröffentlichte dann auf ihrer 19. Seite eine lange Widerlegung dieser falschen Meldung.
Jehovas Zeugen von Frankreich verließen ihren erfolgreichen Kongreß mit dem Entschluß, ihre Arbeit bis Harmagedon voranzutreiben, also bis die Schlacht von Harmagedon zu einer Stunde und an einem Tage losbricht, die keinem Menschen, sondern nur Gott und seinem Christus bekannt sind. Als Folge des Kongresses in Paris sollte Frankreich bald eine neue Höchstzahl von über 10 000 tätigen Königreichsverkündigern erreichen.
ROM, ITALIEN, 5. BIS 7. AUGUST 1955
Ganz Italien nahm von dem ersten internationalen Kongreß der Zeugen Jehovas in Rom Kenntnis, der vom 5. bis 7. August tagte. Der Feind griff gleich zu Anfang an und versuchte wohl etwas zu schaden, aber später schlug die Sache ins Lächerliche um. Gewisse Blätter der italienischen Presse behaupteten — während sie dadurch gnädigst den Kongreß in Rom ankündigten —, daß das Datum desselben plötzlich vorverlegt worden sei, und dies angesichts der äußersten Nähe des Endes der Welt. Diese lächerliche Behauptung half indes nur mit, Jehovas Zeugen bekanntzumachen und die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit noch mehr auf ihren Kongreß in Rom zu lenken.
Die Stätte des Kongresses genügte, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erregen, war es doch der Palazzo dei Congressi dell’ Esposizione Universale di Roma (Kongreßpalast der Universal-Ausstellung in Rom). Die protestantischen Sekten in Italien waren verblüfft über das, was Jehovas Zeugen taten. Sie fragten: „Wie kommt es, daß Jehovas Zeugen den Palazzo bekommen?“ Dieser Bau, der der italienischen Regierung gehört, ist eines der zahlreichen Ausstellungsgebäude, die der verstorbene Faschist Mussolini, Duce genannt, für die Weltmesse des Jahres 1942 erstellen ließ. Von ihm unvollendet gelassen, wurde er schließlich modernisiert und unter einem Kostenaufwand von zwei Millionen Dollar zum Gebrauch fertiggestellt. Es ist ein imposanter Bau. Er wird von einer Art quadratischen Doms überragt. Die Fassade bilden 14 hohe Säulen mit einem geräumigen, etwas geneigten Mosaikfußboden davor. Alles in allem sehr eindrucksvoll! Es befinden sich in diesem Gebäude außer einem großen prächtigen Kongreßsaal mit natürlicher Beleuchtung auch kleinere Säle und viele Konferenzräume. Inner- und außerhalb ist der Bau von sauberem, gepflegtem, hübschem Aussehen. Auf einer Anhöhe gelegen, kann er von anderen fernen Höhen Roms aus gesehen werden. Er liegt südöstlich der Vatikanstadt auf der anderen Seite des Tibers.
Jehovas Zeugen hatten den Palazzo für ihren Kongreß zur ausschließlichen Benutzung vertraglich gemietet. Plötzlich, am 18. Juli, wurde die Erlaubnis, das Gebäude zu übernehmen, vom Büro des Ministerpräsidenten zurückgezogen, und es waren nur noch 18 Tage bis zum Kongreßbeginn. Jede Erkundigung nach dem Grund blieb ohne Erklärung. Der Verwalter und andere Personen in seinem Büro stimmten zu, daß eine einflußreiche Stelle von oben her einen Druck ausgeübt hatte, um die Vermietung des Palazzos rückgängig zu machen. Mit der fieberhaften Suche nach einem neuen Saal, einem Theater, einer Rennbahn oder einem Stadion usw. vergingen drei Tage ohne richtige Ergebnisse. Aber als die Brüder am Ende ihrer Hoffnung angelangt waren, erreichte ein Anruf das Zweigbüro der Watch Tower Society in Rom: „Das Kabinett hat die Sache nochmals erwogen. Das Gebäude wird Ihnen, wie zuerst vertraglich abgemacht, überlassen!“
Ganz offenbar hatten sich andere Druckmaßnahmen bemerkbar gemacht. In der Tat: die Hand Gottes Jehovas war nicht zu kurz! Schließlich war das Kabinett der Landesregierung Italiens zusammengekommen, hatte die Sache besprochen und war mit der Entscheidung hervorgetreten, daß den Zeugen Jehovas nach allem die Benutzung des Palazzos gemäß der ursprünglichen Übereinkunft gewährt werden sollte.
So zogen denn Jehovas Zeugen rechtzeitig ein und richteten ihre Kongreßabteilungen ein, für die sie viele der Konferenzräume benutzten. Es war das erste Mal, daß der Palazzo-Elektriker das Gebäude so weitgehend mit Telefonleitungen versehen mußte — alles auf unsere Kosten —, um die Kongreßvorträge in die Säle, Gänge und die verschiedenen anderen Räumlichkeiten des großen Baus übertragen zu können. Tausend Dollar wurden ferner ausgelegt, um Stühle für die erwartete Menge zu mieten.
Nichtkatholischen Religionsorganisationen ist es nicht gestattet, öffentliche Schaustellungen zu veranstalten und öffentliche Vorträge bekanntzumachen und die Leute im allgemeinen zu irgendeinem Ereignis einzuladen. So wurden denn 1000 persönliche Einladungsbriefe an Personen versandt, die als interessiert oder freundlichgesinnt bekannt waren. Handzettel zur freien Verteilung gab es nicht, dafür aber Tausende persönliche, mündliche Einladungen. Die Zeitschriften der Gesellschaft, Der Wachtturm und Erwachet! enthielten ferner überall auf Erden in vielen Sprachen Anzeigen über den Kongreß in Rom. Nicht unerwähnt soll auch die große öffentliche Bekanntgabe des Kongresses durch die Kongreßbesucher selbst bleiben, die, gleichwie in allen anderen Kongreßstädten, auch hier in Rom die Miniaturplakate auf Rock und Mantel trugen. Diese Abzeichen, die den Kongreß und dessen öffentliche Veranstaltung ankündigten, erweckten große Neugier und Fragen, die ihre Träger zu beantworten hatten. Dabei nahmen sie die Gelegenheit wahr, ein Zeugnis zu geben und die Betreffenden zu dem Anlasse einzuladen. Diese Schaustellung drang selbst bis zur Vatikanstadt vor, als die Abzeichen tragenden schaulustigen Kongreßbesucher zu Hunderten durch deren Gebäude zogen, in die die allgemeine Öffentlichkeit Zutritt hat.
Das gedruckte Kongreßprogramm enthielt „Auskunft für Kongreßbesucher“ in Italienisch und Englisch und zeigte auch an, welche Vorträge in Englisch gehalten und ins Italienische übersetzt werden sollten.
Am Freitag morgen, dem 5. August, wurde der Kongreß im großartigen Palazzo dei Congressi durch eine Willkommansprache des Kongreßvorsitzenden, eines Vertreters der Watch Tower Society, offiziell eröffnet. Zur besonderen Freude der anwesenden einheimischen Italiener gab er die Zeitschrift Erwachet! in ihrer eigenen Sprache frei und teilte ihnen mit, daß sie von nun an zweimal im Monat erscheinen werde. Dieser Eröffnungstag wurde gekrönt durch die letzte Ansprache, die der Präsident der Gesellschaft, der an jenem Tage vom Pariser Kongreß hergeflogen kam, am Abend hielt. Für die italienischen Brüder war es ein erhabener Augenblick, als Bruder Knorr, dessen Worte durch einen Dolmetscher wiedergegeben wurden, am Ende seines Vortrages „Die triumphierende Botschaft vom ‚Königreich‘“ das neue Buch in Italienisch, „Neue Himmel und eine neue Erde“, ankündigte und hochhielt. Die Zeitungsreporter waren sehr erstaunt über die große Menge der Anwesenden. Die 4200 Besucher füllten den prächtigen Hauptsaal mit seinen zwei Balkons. Dies war im Palazzo zum erstenmal geschehen. Solch große Kongreßmengen sind in Italien ungewöhnlich. Die Freigabe einer italienischen Neuerscheinung nach der anderen folgte. Am Schluß seiner Ansprache am Sonnabend morgen über „Jehova ist in seinem heiligen Tempel“ zeigte der Präsident eine neue italienische Publikation vor, die 32seitige Broschüre „Diese gute Botschaft vom Königreich“. Kurz nachdem er Rom auf dem Luftwege verlassen hatte, um nach Paris zurückzukehren, traf auch schon der Vizepräsident der Gesellschaft mit dem Flugzeug von Paris her ein, um dort fortzufahren, wo der Präsident aufgehört hatte. An jenem Abend gab er nach der abschließenden Ansprache vor 2859 Personen die 64seitige Broschüre Grundlage für den Glauben an eine neue Welt als eine weitere italienische Neuerscheinung frei.
Ein weiteres bemerkenswertes Ereignis: 378 Täuflinge meldeten sich bei der Taufansprache an jenem Nachmittag und wurden danach in aller Stille getauft, um nicht ein öffentliches Schauspiel hervorzurufen. Neun Busse wurden gebraucht, um sie zur ferngelegenen Taufstätte zu führen.
Eine Anzahl römisch-katholischer Priester und Nonnen, die in den Kleidern ihrer Religion erschienen waren, suchten irgendwie uneingeladen hereinzukommen, wurden aber von den Türhütern unterrichtet, daß dies eine private Veranstaltung und nur für Eingeladene bestimmt sei. Die Eingeladenen waren in der Tat eine internationale Gesellschaft aus achtundzwanzig Ländern und Inseln, wie z. B. von den Philippinen, von Zypern, den Britischen Inseln usw. Etwa 150 Personen kamen von Sizilien herauf, und die Abordnung einheimischer Italiener schloß nicht nur Männer, sondern auch Frauen ein. Viele der italienischen Brüder sind unter den herrschenden Umständen sehr arm. Kinder zum Kongreß mitzubringen konnten sie sich nicht leisten, und so mußten diese daheim gelassen werden, und ein Familienglied wurde als Vertreter entsandt. Einige schienen nur von Brot als fester Speise zu leben, und dieses brachten sie mit. Einige hatten ihre Köfferchen nicht mit Kleidern, sondern mit Brot und Käse und abgefallenen Oliven vollgepackt, um während dieses dreitägigen Kongresses davon zu leben. Während jener Tage nahmen die Brüder 3882 Mahlzeiten ein; 818 kostenlose Mahlzeiten wurden in der Cafeteria an Pioniere verabreicht. Die vielen Brüder in den parkähnlichen Anlagen unter den Bäumen ihren Proviant essen zu sehen, war ein lieblicher Anblick. Da einige keine Unterkunft hatten, schliefen sie auf den Parkbänken, doch nicht in den Anlagen der Universal-Ausstellung. Um dort schlafen zu dürfen, mußte eine Gebühr entrichtet werden. Eine ganze Anzahl deutschsprechender Brüder kampierte auf dem Zeltplatz der Ausstellung. 3741 ausländische Besucher hatten Unterkunft angefordert und zudem 2750 italienische Brüder. Siebzig Brüder schliefen unter dem Sternenzelt.
In Rom ist es besser, die Hauptversammlung am Morgen statt am Nachmittag abzuhalten. So wurde denn der Sonntagsvortrag über das Thema „Weltbesiegung nahe — durch Gottes Königreich“ auf 10.30 Uhr morgens angesetzt. Es war ein sonniger Tag. Der Hauptsaal des Palazzos und seine zwei Balkone waren mit 2700 Anwesenden gefüllt, und Hunderte weiterer befanden sich im angrenzenden Saal, während andere auf Stühlen und Bänken in den Gängen und in der eleganten Vorhalle saßen und auf die Lautsprecher horchten. Insgesamt waren 4351 Personen anwesend, meistens Italiener. Während der ganzen Ansprache des Vizepräsidenten (die durch einen Dolmetscher wiedergegeben wurde) waren die Zuhörer hier in der Religionskapitale der Christenheit sehr aufmerksam und wie elektrisiert zufolge der ungewöhnlichen Sachlage und der besonderen Umstände; und voller Freude nahmen sie die neue italienische Broschüre entgegen, die den vollen, nichtzensierten Text dieses herausfordernden öffentlichen Vortrages unter Jehovas Imprimatur und mit dem nihil obstat Jesu Christi enthielt.
Am Nachmittag ging die Abwicklung des Programms weiter, und viele blieben zu den Schlußworten noch da, so daß der Hauptsaal nochmals gepackt voll war. Wieder und wieder äußerten die Anwesenden ihre Freude, als sie den Bericht über die Reihe der internationalen Kongresse anhörten, die bis dahin stattgefunden hatten, und auch über die Ausdehnungstätigkeit der sichtbaren Organisation Jehovas. Beim großen Finale des Kongresses sah man einige vor Rührung weinen. Ein Kongreßbesucher aus der Schweiz sagte: „Mein Herz schmerzt vor Glück!“
Elf Zeitungen, die völlig überrascht waren, brachten in 17 Ausgaben Berichte über den Kongreß. Bis Sonntag morgen waren Nachrichten in der Spaltenlänge von sieben Metern erschienen. Das italienische Volk war in Aufregung über diese internationale Zusammenkunft und schätzte besonders die Anwesenheit der vielen ausländischen Brüder. Den Vollzeitpionieren konnten viele Rückbesuchsadressen ausgehändigt werden. Der Kongreß versetzte sie für den ganzen Monat in die richtige Stimmung. Die Sommermonate sind sonst in Italien mager, was den Felddienst betrifft, und über den Monat August ist stets der kärglichste Bericht der aktiven Verkündiger eingegangen. Im Aprilfeldzug mit der Broschüre Christenheit oder Christentum — was ist „das Licht der Welt“? war eine neue Höchstzahl erreicht worden. 3238 Verkündiger erstatteten Bericht, was eine Zunahme von 37% ausmachte. Im Juli hingegen war in Erwartung des internationalen Kongresses eine Beteiligung von 2948 Personen zu verzeichnen, das heißt eine Zunahme der Verkündiger um 25%. Der Kongreßmonat August brachte eine Beteiligung von 3044 Verkündigern oder eine Zunahme von 29%. Der übliche Tiefstand war überwunden worden. Das erste Mal schloß der Verkündigerbericht für August mit schönem Erfolg das Dienstjahr 1955 an. Ein baldiger Fortschritt wird für das Dienstjahr 1956 erwartet, und es kann damit gerechnet werden, daß bald die Zahl von 4000 Verkündigern für ganz Italien erreicht werden wird.
Nach dem Kongreß begannen die Brüder die Sonderexemplare der Broschüre Christenheit oder Christentum — was ist „das Licht der Welt“? an die Geistlichen aller Kultgemeinschaften und an alle religiösen Redaktoren zu ihrer Kenntnisnahme und ihrer Kommentierung einzusenden. Eine ganze Anzahl Briefe sind von Geistlichen eingetroffen. Fast alle enthielten beleidigende Äußerungen, nur zwei sprachen sich günstig aus. Ein von Hand geschriebener Brief ging ein vom 64jährigen Kardinal Giacomo Lercaro, Erzbischof von Bologna, der wegen seiner sozialen Tätigkeit bekannt ist und als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf den Sitz des nächsten Papstes bezeichnet wird. Sein Bestätigungsschreiben war keine Schmähschrift; doch wenigstens hatte er von Jehovas Zeugen Kenntnis genommen. Es liegt nun an den Zeugen in Italien selbst, ein Beispiel wahren Christentums zum Ruhme Jehovas und für die Einsammlung aller seiner „anderen Schafe“ unter seinem e i n e n Hirten Christus Jesus zu geben.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1956 | 15. Mai
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Fragen von Lesern
● Starb Adam, weil er aus dem Garten Eden ausgestoßen wurde und unvollkommene Nahrung, die außerhalb des Gartens wuchs, essen mußte? — L. D. Vereinigte Staaten.
Adam wurde nicht vor dem Essen von Nahrung gewarnt, die außerhalb des Gartens wuchs, sondern vor dem Genuß einer gewissen Frucht, die innerhalb des Gartens wuchs, nämlich vor dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen: „Aber was den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen betrifft, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du davon ißt, wirst du gewißlich sterben.“ (1. Mose 2:17, NW) Nicht daß etwa die Frucht dieses Baumes giftig gewesen wäre, im Gegenteil: „Das Weib sah, daß die Frucht des Baumes gut war zur Speise, und daß sie eine Lust war für die Augen, ja, daß den Baum anzuschauen begehrenswert war. So begann sie von seiner Frucht zu nehmen und davon zu essen. Danach gab sie auch ihrem Manne davon, als er bei ihr war, und er begann davon zu essen.“ Der Schaden kam durch das, was das Essen aus Ungehorsam gegen Jehova symbolisierte, nämlich dadurch, daß das erste Menschenpaar dachte, es könnte selbst entscheiden, was gut und was böse sei. Aus ihrem Ungehorsam ergab sich für sie ein Schuldbewußtsein: „Dann wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie begannen zu erkennen, daß sie nackt waren. Deswegen nähten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze.“ — 1. Mose 3:6, 7, NW.
Dieser rebellische Ungehorsam brachte Jehovas Todesurteil über sie. Sie wurden aus dem Garten hinausgetan, und im Schweiße ihres Angesichtes mußten sie sich mühevoll vom Boden ernähren, doch zogen sie sich den Tod nicht durch das Essen dieser Nahrung zu. Der Ungehorsam brachte ihnen den Tod, nicht die Speise. Aber die Nahrung war zum Teil Jehovas Mittel zur Hinrichtung, jetzt, da der Mensch zum Tode verurteilt und unvollkommen war. Nahrung war nicht der ganze Faktor. Zur Zeit, da Jesus als Mensch auf Erden weilte, war er vollkommen und besaß das Recht auf Leben, und er hätte für immer als ein vollkommener Mensch auf Erden leben können. Einige bestreiten dies, indem sie sagen, er sei unvollkommen geworden und sei gestorben, weil er von unserer gegenwärtigen Nahrung gegessen habe. Wenn aber die Speise dies bewirkt hätte, hätte ja der Todesprozeß während der dreiunddreißigeinhalb Jahre, da er lebte, beginnen müssen, und wäre dies der Fall gewesen, so wäre Jesus zur Zeit, da er starb, nicht mehr vollkommen gewesen und wäre daher nicht Adam gleich und als Erlöser nicht geeignet gewesen. Wir wissen aber, daß Jesus, als er starb, ein vollkommener Mensch war, also Adam gleichkam, und daß er als Erlöser geeignet war. Seine Vollkommenheit wurde nicht durch die Speise, die er aß, beeinträchtigt. Nahrung ist nicht der ganze Faktor. Weder das, was man ißt, noch das, wovon man nicht ißt, ist das Entscheidende, sondern die Frage, ob jemand Jehova gehorche oder nicht. So verhielt es sich im Falle Adams.
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