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    Der Wachtturm 1954 | 15. April
    • Das Gedächtnis Gottes

      „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle in den Gedächtnisgrüften seine Stimme hören und herauskommen werden.“ — Joh. 5:28, 29, NW.

      1. Welchen schließlichen Zweck verfolgt Gott mit der Menschheit, und wie wird er sich verwirklichen, indem man sich worauf verlassen kann?

      DER vollkommene Mensch ist ein vollkommener Widerschein seines herrlichen Schöpfers. So war es im Anfang des menschlichen Lebens auf Erden, und so wird es einmal wieder sein, wenn unter der Verwaltung der „heiligen Stadt, des Neuen Jerusalems“, Gott wieder Wohnung bei der Menschheit nimmt. Dann, wenn alle Dinge neu gemacht und das Lebensmuster jeder einzelnen Person schließlich von jeder Unvollkommenheit befreit ist, dann wird jedermann, der auf dieser erneuerten Erde lebt, wiederum das Bild seines Schöpfers vollkommen widerspiegeln, so wie ein stiller, klarer Wasserteich den Abendhimmel und jede Einzelheit der ihn umgebenden Felsen und des Blätterwerkes prächtig widerspiegelt. Sich diese Zeit vorzustellen und sich darauf zu freuen ist wertvoll, doch hängt unter anderem alles vom Gedächtnis Gottes ab. — Off. 21:2-5; 22:1-3, NW.

      2. Wie sollte uns die Erkenntnis berühren, daß dies ein Gerichtstag ist?

      2 Sage nicht zu dir selbst: „Oh ja, aber diese Zeit liegt in weiter Ferne, und mittlerweile fühle ich mich dem gegenwärtigen bösen System der Dinge und seinem verderblichen Einfluß so versklavt.“ Dieser Artikel soll dir verstehen helfen, daß dies ein Tag des Gerichts ist, und daß es möglich und gerade jetzt dringend nötig ist, dein Lebensmuster als ein Mitglied der Neuen-Welt-Gesellschaft in Übereinstimmung zu bringen mit den neuen Himmeln und der neuen Erde. Dies ist ein Tag der Entscheidung, entweder für oder gegen Gottes gerechten, heiligen Willen und Vorsatz. So wurde es Johannes gleich nach der oben erwähnten wunderbaren Vision gesagt: „Die bestimmte Zeit ist nahe. Wer unrecht tut, tue weiter unrecht, und der Unreine verunreinige sich weiter, aber der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige werde weiter geheiligt.“ — Off. 22:10, 11, NW.

      3. Wo finden wir die Grundlage für unser Studium, und wie ist der Ausdruck „Lebensmuster“ zu verstehen?

      3 Sagst du immer noch, die Umstände seien für dich allzu widerwärtig, und zerbrichst dir den Kopf, was die Erklärung bedeute, alles hänge vom Gedächtnis Gottes ab? Als Antwort und um die vorliegende Belehrung und den damit verbundenen Stoff im rechten Lichte zu betrachten, laßt uns vom Gesichtspunkte des Apostels aus gemäß seiner Erörterung in Hebräer, Kapitel 11, daran herantreten. Dieses Kapitel wird vielen unserer Leser als eine großartige Definition und ein Dokument des Glaubens bekannt sein. Natürlich ist es dies, aber darin hineingewoben ist der Inbegriff unseres Themas über das Gedächtnis Gottes und auch über das Bild unseres Lebensmusters. Vielleicht sollten wir gleich noch erklären, daß wir mit dem Ausdruck „Lebensmuster“ einfach die Art der Person meinen, die man ist, und die Art des Lebens, das man führt, so wie man sich von gewissen Grundsätzen führen läßt oder — wie dies auf viele heute zutrifft — gar keinen Grundsätzen folgt, indem man sich von der herrschenden Strömung einfach stromabwärts treiben läßt.

      4. (a) An wen glauben wir? (b) Welcher Lohn wird in Hebräer, Kapitel 11, erwähnt?

      4 Man wird bemerken, daß in Hebräer, Kapitel 11, der Apostel jeden einzelnen der Genannten mit den Worten einführt: „Durch Glauben …“ Darauf verfolgt er jeden Fall weiter, indem er Beweise aufzeichnet, die den starken Glauben des Betreffenden bezeugen. Gut, doch Glauben an wen und woran ist gemeint? Das ist die Frage, die uns im Augenblick betrifft, und Paulus beantwortet sie mit den Worten: „Wer Gott naht, muß glauben, daß er ist, und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, zum Belohner wird.“ (Heb. 11:6, NW) Dies bedeutet, nicht nur die Tatsache anzuerkennen, daß es einen Gott gibt, sondern auch, daß er als der Selbstseiende ewiglich ist oder immerdar existiert. (Ps. 90:2) Verbunden damit muß man ferner an die Verheißung eines Lohnes glauben, die an jene ergeht, welche Gott aufrichtig suchen. Und da Gott ewiglich existiert, folgt logischerweise, daß jener, der in Gottes Gunst bleibt, sich des Lohnes ewiglich erfreuen wird. Was ist denn der Lohn? Der Schreiber verbreitet sich darüber etwas später im selben Kapitel, wenn er sagt, wie alle diese Personen von Glauben „nach einem besseren Ort streben, das ist einem, der zum Himmel gehört“, und daß Gott „eine Stadt für sie bereitet hat“. Noch später im selben Brief zeigt er deutlich, daß diese Stadt eine „Stadt des lebendigen [selbstseienden] Gottes“ ist, das „himmlische Jerusalem“. (Heb. 11:16; 12:22, NW; siehe auch Offenbarung 21:2, NW) Dies weist unsere Gedanken vorwärts in der Richtung der schließlichen Verwirklichung des göttlichen Musters. Gleichzeitig werden wir mit der fernen Vergangenheit verbunden, denn Paulus führt Abel als den ersten derer an, die wahren Glauben bekundeten. In dieser Verbindung der fernen Vergangenheit mit der fernen Zukunft spielen Gedächtnis und Muster eine Rolle. Diese zwei Wörter stehen in enger Beziehung, und wir wollen sie an diesem Punkt kurz besprechen.

      GEDÄCHTNIS

      5, 6. (a) Wie ist ersichtlich, daß das Gedächtnis eine wunderbare Gabe ist? (b) Inwiefern ist es auch eine kostbare Gabe?

      5 Was ist das Gedächtnis? Das Gedächtnis ist das geistige Vermögen, frühere Gedanken und Eindrücke festzuhalten und uns daran zu erinnern. Wir brauchen uns nicht damit zu befassen, wie das Gedächtnis im Gehirn des Menschen wohl funktioniere, ja, wir zweifeln daran, ob eine wissenschaftliche Antwort mit einiger Sicherheit gegeben werden könne. Wenn auch die meisten von uns seufzen und klagen über ihr unvollkommenes, kurzes Gedächtnis, wenn sie z. B. einen Bekannten treffen, sich aber seines Namens nicht mehr entsinnen können oder ihm gar den falschen geben, können wir doch nur staunen über den gewaltigen Umfang und die Möglichkeiten dieser besonderen Gabe. Wenn wir innehalten und überlegen, was der Sinn des Menschen, obwohl so unvollkommen, in dieser Hinsicht alles tun kann, sind wir überwältigt. Zum Beispiel kann ein begabter Musiker, der seinen Sinn zusammen mit anderen Fähigkeiten betätigt, sich an ein Klavier setzen und stundenlang spielen, indem er sich an die kompliziertesten Musikstücke in all ihren Harmonien genau erinnert und sie wiedergibt. Nach einiger Überlegung scheint es, daß der zur Vollkommenheit wiederhergestellte Mensch die unbegrenzte Fähigkeit haben wird, sich an alles vollkommen zu erinnern, woran er denken möchte und denken will. Im Gegensatz dazu wird er die Fähigkeit haben, willentlich alles zu vergessen, was er aus dem Sinn verbannen will. Der vollkommene Mensch wird nie zu sagen brauchen: „Oh, daß ich mich doch daran erinnern könnte“ oder „Oh, könnte ich doch vergessen!“ Daß dieser Tag bald komme, ist unser aller Wunsch.

      6 Das Gedächtnis ist nicht nur eine wunderbare Gabe, es ist auch eine sehr kostbare, vorausgesetzt natürlich, daß es köstliche Dinge seien, an die wir zurückdenken können. Selbst unter den gegenwärtigen Umständen empfangen wir tiefe Freude und Wonne, wenn wir uns mit Hilfe des Gedächtnisses einige besonders glückliche Erfahrungen in Erinnerung rufen und sie von neuem erleben. Vielleicht ist es die Erinnerung an ferne Tage, als wir jemand fanden, mit dem wir das erste Mal jene tiefgehende Freude erlebten, die wahre Freundschaft mit sich bringen kann. Manche unserer Leser werden sich auch lebhaft daran erinnern, was es für sie bedeutete, als sie zum erstenmal erkannten, daß sie zu einem richtigen Verständnis des wunderbaren Vorhabens Jehovas und seiner huldvollen Vorkehrung gekommen waren. Ja, dies sind nicht nur starke, es sind zugleich zarte Erinnerungen, und ihr außergewöhnlicher Reiz erregt uns bis in die Tiefen von Herz und Sinn und lockt ein frohes Lächeln auf unser Antlitz oder läßt uns vielleicht unerbetene Tränen in die Augen treten. Laßt uns auf jeden Fall diese liebende Gabe eines gütigen Schöpfers wertschätzen und weislich gebrauchen.

      7. Wo finden wir die beste Wegleitung hinsichtlich des Vorhabens Gottes, was uns Einsicht gibt in was?

      7 Was aber ist von Gottes Gedächtnis zu sagen? Es wäre für Menschengeschöpfe anmaßend, den Sinn des Schöpfers zu besprechen und zu sagen, wie er wirkt und welche Funktionen und Fähigkeiten er hat, außer es habe dem Schöpfer selbst gefallen, dem Menschen solchen Aufschluß zu geben. Hat er dies getan? Sicherlich. Schon die sichtbaren Werke der Schöpfung legen beredtes Zeugnis ab von einem schöpferischen Sinn von unendlicher Fähigkeit und Weisheit, denn, so sagt es der Apostel: „Seine unsichtbaren Eigenschaften sind von Erschaffung der Welt an deutlich zu sehen, weil sie durch das Erschaffene begriffen werden, nämlich seine ewige Macht und Göttlichkeit.“ (Röm. 1:20, NW) Es hat Gott indes gefallen, uns durch sein geschriebenes Wort eine viel völligere Offenbarung seines Vorhabens hinsichtlich der menschlichen Familie zu geben und, beiläufig bemerkt, uns auch Einsicht darüber zu geben, wie sein Sinn wirkt. Zuerst lesen wir im Bericht über die Erschaffung des Menschen, daß Gott sprach: „Laßt uns den Menschen machen in unserem Bilde, gemäß unserem Gleichnis.“ (1. Mose 1:26, NW) Dies schließt bestimmt eine Ähnlichkeit in den geistigen Fähigkeiten und im Vorgang des Überlegens und Erinnerns ein. In der Tat, das erste Stück eines aufgezeichneten Gesprächs in der Bibel betraf eine Gedächtnisprobe. Die Schlange sagte zu Eva: „Hat Gott wirklich gesagt …?“ Und Eva zeigte durch ihre Antwort, daß sie sich an das von Gott Gesagte erinnerte, daß sie es also vollkommen verstanden hatte und es wiederholen konnte. — 1. Mose 3:1-3, NW.

      8. Was offenbart uns die Bibel in bezug auf Gottes Gedächtnis bezüglich seines Vorhabens?

      8 Laßt uns nun an diese Frage über das Gedächtnis Gottes von dem Standpunkte der Dinge aus herantreten, die im 11. Kapitel des Hebräerbriefes behandelt sind. Wie wir uns erinnern, spricht Paulus dort, wo er das lange Verzeichnis der Namen von Männern und Frauen von Glauben aufstellte, von dem Lohn, an den sie alle miteinander glaubten. Dieser Lohn konzentrierte sich auf eine Stadt von himmlischem Ursprung. Wurde aber dem ersten Mann von Glauben, Abel, etwas von einer Stadt gesagt? Nein, aber in den Tagen Abels hatte Gott bereits seine erste Verheißung gegeben, nicht von einer Stadt, sondern von einem Samen des Weibes, der schließlich den Kopf der Schlange zermalmen soll. (1. Mose 3:15; Röm. 16:20) Aus einem Studium dieses biblischen Themas tritt aufs deutlichste die Tatsache hervor, daß Gott jene ursprüngliche Verheißung stets im Sinn behält. Nicht nur das, sondern er wußte und bestimmte genau, wie sich diese Verheißung schließlich auswirken soll, denn er selbst erklärt: „Gedenket … daß ich Gott bin, und gar keiner wie ich; der ich von Anfang an das Ende verkünde … der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun.“ (Jes. 46:9, 10) Diese großartige Erklärung zeigt, daß das Gedächtnis Gottes nie nur zufällig wirkt, wie dies bei uns so oft der Fall ist, indem etwas geschieht, was eine Erinnerung in uns nur weckt, weil es eng mit etwas verbunden ist, das uns zur Kenntnis kommt. Im Gegensatz dazu bedeuten die Worte der Schrift, Gott habe das Ende von Anfang an gewußt und bestimmt, daß er dies beständig und willentlich in Erinnerung behält. Sie bedeuten noch etwas anderes. Sie bedeuten, daß er ein Gott mit einem festgelegten Vorhaben ist. In diesen Zusammenhang hinein spielt unser anderes Wort, für das wir uns interessieren, das Wort „Muster“.

      MUSTER

      9. Wie wird das Wort „Muster“ in der Schrift gebraucht, und mit welchem anderen Wort steht es in Beziehung?

      9 Ein Muster ist etwas, was gebildet oder entworfen wird, damit es als Wegleitung oder Modell zur Nachahmung diene. Es hat einen ähnlichen Sinn wie das Wort „Vorbild“, welches eine Figur oder Darstellung von etwas Kommendem bedeutet. Das Wort „Muster“ kommt in der Heiligen Schrift einige Male vor. Ein gutes Beispiel von seiner Anwendung findet sich in Hebräer, Kapitel 8, wo der Apostel von den israelitischen Priestern und der Stiftshütten-Vorkehrung sagt: „Diese Männer versehen den heiligen Dienst, in einer sinnbildlichen Darstellung und einem Schatten der himmlischen Dinge; gleichwie Mose, als er das vollständige Zelt machen sollte, die göttliche Weisung empfing: Denn er sagt: ‚Siehe, daß du alle Dinge nach dem Muster [Vorbild, Fußn.] machst, das dir auf dem Berge gezeigt wurde.‘“ (Heb. 8:5, NW) Dann erklärt Paulus die Erfüllung des Musters oder Vorbildes weiter und weist auf die genaue Übereinstimmung hin, zeigt aber zugleich, wie die Erfüllung so viel besser und großartiger ist. Fast der ganze Brief an die Hebräer stützt sich auf diese Art der Erörterung.

      10. (a) Was schließt ein Muster immer ein? (b) Wie ist dies auf das Thema unseres Studiums anwendbar?

      10 Beachtet bitte, daß, wann immer wir von einem Muster oder einem Vorbild sprechen, damit stets der Gedanke eines bestimmten Vorhabens oder Entwurfes verbunden ist. Erstens wird das Muster selbst nicht zufolge eines Zufalls gemacht, sondern gemäß einem bestimmten Ziel und Zweck. Sodann muß jeder Schritt auf dem Wege und in jedem damit verknüpften Verfahren, das auf das schließliche Erreichen jenes gewünschten Endergebnisses abzielt, streng dem ursprünglichen Muster folgen. Es können Beifügungen und Erweiterungen gemacht werden, aber alles muß im Einklang sein mit dem Anfangsmuster und dem damit verbundenen Vorhaben. Siehe, wie wahr dieses ist in bezug auf die oben besprochenen Dinge! In diesem Fall war das ursprüngliche Muster nicht etwas Greifbares, Materielles, sondern war ein in Eden gegebenes Wort der Verheißung eines Samens. Dies war die einzige Verheißung, die Abel als Grundlage seines Glaubens hatte, doch genügte sie. Jede weitere Verheißung, die Gott gab, war eine harmonische Entwicklung der ersten. Somit war Paulus imstande und berechtigt, die Namen all jener zu einer fortlaufenden Kette zu verbinden, welche in Hebräer, Kapitel 11, erwähnt sind als Personen, die denselben Glauben hatten an den einen wahren, ewiglich existierenden Gott und an den großartigen Lohn, der in der vollen Erfüllung der ursprünglichen Verheißung versprochen ist. Allerdings wurde mit der Zeit ein weiteres Thema von einer „Stadt“ ins Muster hineingewoben, aber die Übereinstimmung ist leicht ersichtlich, denn der König der Stadt, die Gottes herrschende Organisation und Herrschaft darstellt, ist kein anderer als der verheißene „Same“, der Sohn, den Gottes Weib gebiert, der König Christus Jesus.

      11. Wie sind Christen eng mit den in Hebräer, Kapitel 11, Erwähnten verbunden?

      11 Beachtet ferner, daß jene fortlaufende Kette nicht mit jenen Menschen von Glauben aufhört, die vor der Zeit Christi lebten und starben, sondern verbunden ist mit jenen, die nach Christus folgen, mit Christus selbst als dem Mittelpunkt aller Zeugen. Hier sehen wir, wie schon früher erwähnt, auf welche Weise dieses Studium uns die Notwendigkeit erkennen hilft, an diesem Tage der Entscheidung unser Leben nach dem rechten Beispiel auszurichten, „indem wir unverwandt auf Jesus, den Führer und Vervollkommner unseres Glaubens, schauen“ und dazu all die Ermunterung und Ermahnung haben, die wir aus jener Kette und „Wolke von Zeugen um uns“ erhalten. (Heb. 12:1, 2, NW) Ja, wir müssen den gleichen Glauben haben, wie sie ihn hatten, müssen ihn auf dieselbe Weise bekunden und müssen nach derselben Stadt ausblicken. Gleichwie Abraham, Isaak und Jakob müssen wir uns als „Fremdlinge und zeitweilig Wohnende“ erweisen inmitten dieses gegenwärtigen bösen Systems der Dinge und seines verderblichen Einflusses, „denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen ernstlich die kommende“. — Heb. 11:13; 13:14, NW.

      12, 13. (a) In welcher Beziehung stehen Gottes Gedächtnis und Muster seines Vorhabens mit seinem Namen und Wort? (b) Stärkt die Beweisführung des Paulus den Glauben nur in einer Hinsicht?

      12 Soweit haben wir also gesehen, wie in der Besprechung des Themas des Glaubens durch Paulus sowohl das nie versagende Gedächtnis Gottes als auch das feste Muster seines Vorhabens, das er stets im Sinn behält, hervorgehoben wird. Ja, auch sein Name und Wort heben die gleichen Dinge stark hervor. Sein Name, Jehova, bietet die Anfangsgrundlage für den Glauben an die unentwegte Gestaltung des göttlichen Musters, da er selbst erklärt: „Denn ich, Jehova, ich verändere mich nicht.“ Er gedenkt stets seiner Bündnisse. Auch sein Wort offenbart einen Urheber, der weiß, wie er Faden um Faden aufnehmen muß, Thema um Thema, um alles zu einem herrlichen, harmonischen Muster zu verweben, das wohl einfach ist in seinen Umrissen, aber kompliziert in den hineingewobenen Einzelheiten. — Mal. 3:6;. 1. Mose 9:15, 16; 3. Mose 26:42, 45; Hes. 16:60.

      13 Die Erörterung des Paulus bietet nicht nur eine großartige Stärkung des Glaubens an das Gedächtnis Gottes, was sein Vorhaben betrifft; es beschafft auch eine feste Grundlage für den Glauben an etwas anderes. Woran denn?

      GLAUBEN AN EINE AUFERSTEHUNG

      14. (a) Zeigte Jesus, daß es wirklichen Glauben erforderte, um von der Auferstehung überzeugt zu sein? (b) Wie wird durch die Lehren der Christenheit diese Lehre verdreht?

      14 Als Jesus seinen großen Ausspruch tat, daß „alle in den Gedächtnisgrüften seine Stimme hören und herauskommen werden“, war es nicht ohne Grund, daß er vorher die Worte sprach: „Wundert euch nicht darüber.“ (Joh. 5:28, 29, NW) Er verstand gut, daß der Glaube an eine Auferstehung, wie er in der Schrift gelehrt wird, eine der tiefstgreifenden Glaubensprüfungen bildete. Durch die Art natürlich, wie die Christenheit im allgemeinen die Lehre von einer Auferstehung erklärt, fällt die Notwendigkeit für wirklichen Glauben weitgehend dahin, was ohne Zweifel erklärt, warum ihre Lehren für die Massen annehmbarer sind als die Wahrheit der Bibel. Durch die Annahme der allgemeinen Lehre, daß der Mensch eine unsterbliche Seele besitze, die das eigentliche Ich sei, und daß der Tod kein Aufhören oder Abschneiden vom Leben bedeute, sondern eher die Tür sei, die zu einem volleren Leben führe, wird die Lehre der Auferstehung zur Lehre einer bloßen Wiedervereinigung von Leib und Seele verwässert. Wir beabsichtigen in diesem Studium nicht, den bezüglichen schriftgemäßen Beweis zu unterbreiten, um die falschen Lehren der Christenheit, dieses Thema betreffend, zu bekämpfen, da dieses Gebiet in den Blättern dieser Zeitschrift wie auch in den anderen Publikationen der Watch Tower Society schon früher gut behandelt worden ist. Statt dessen ist es unser Ziel, den Glauben an eine Auferstehung durch ein besseres Verständnis und eine Wertschätzung des Gedächtnisses Gottes zu stärken und dann zu sehen, wie dies unser Lebensmuster wesentlich berührt.

      15. Was wird durch den Begleittext von Johannes 5:28, 29 gezeigt, und was ist der Gegensatz zwischen den Gedächtnisgrüften und der Gehenna?

      15 Daß Jesus selbst unbeschränkten Glauben an eine Auferstehung hatte, ist außer Frage. Diesen hatte er nicht, weil er etwas von sich aus tun wollte, sondern er anerkannte, daß alle Ehre seinem himmlischen Vater gebühre, auch die Autorität und Macht, die Toten aufzuerwecken und so ein Wiederaufstehen zum Leben herbeizuführen, was das Wort „Auferstehung“ (griechisch: anástasis) in Wirklichkeit bedeutet. Dies geht aus einer gewissen Lesart von Johannes 5:19-27 (NW) klar hervor. Dann kommt der Höhepunkt in den Versen 28 und 29. Man beachte den ausdrücklichen Hinweis auf die „Gedächtnisgrüfte“. Diese stehen in direktem Gegensatz zu jenem anderen Ort, zur „Gehenna“, wohin man bisweilen die Leichen von hingerichteten Verbrechern warf, weil man sie als zu schlecht erachtete, um für sie eine Auferstehung aus den Toten zu erwarten und ihnen somit ein anständiges Begräbnis und eine Gedächtnisgruft zu geben.

      16. (a) Wie zeigte Jesus, daß er einig ging mit den Worten von Prediger 9:5, 10? (b) Wieso waren seine Worte in Johannes 11:25 gerechtfertigt?

      16 Die Tatsache, daß Jesus den Ausdruck „Gedächtnisgruft“ gebrauchte, zeigt, daß er in vollständigem Einklang mit den inspirierten Worten von Prediger 9:5, 10 war, wo wir lesen: „Denn die Lebenden wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts … es gibt weder Tun noch Überlegung noch Kenntnis noch Weisheit im Scheol, wohin du gehst.“ Ja, der Scheol ist das gewöhnliche Grab der Menschen, in das sie am Ende ihres irdischen Laufes gehen. Jesus hatte aber ein solches Vertrauen in die Macht und Fähigkeit seines himmlischen Vaters, in seinem Gedächtnis so viele von denen zu behalten, als er darin behalten wollte, daß er absichtlich den Ausdruck „Gedächtnisgrüfte“ gebrauchte, der in seinen Tagen allgemein verwendet wurde. Wie später durch die überzeugendsten Beweise dargelegt wurde, zeigte Jesus, daß er berechtigt war, zu sagen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, als er durch Gottes Macht Lazarus aus den Toten auferweckte, der „schon vier Tage in der Gedächtnisgruft“ gewesen war. Man beachte die zwei Gründe, weshalb Jesus frohlockte, daß er nicht zeitig genug dort gewesen war, um seinen Freund von seiner Krankheit zu heilen, ehe der Tod tatsächlich eintrat. Der erste Grund war, daß es ‚um der Herrlichkeit Gottes willen‘ geschah, ‚auf daß der Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde‘. Der zweite angegebene Grund lautete: „Auf daß ihr glaubt.“ Bestimmt gibt es allen Grund, warum wir starken Glauben an eine Auferstehung haben sollten. — Joh. 11:4, 15, 17, 25, NW.

      17. Durch welche Äußerung drückte Hiob Glauben an eine Auferstehung aus?

      17 Daß ein solcher Glaube an Gottes Fähigkeit, Verstorbene in seinem Gedächtnis zu behalten, in den Tagen Jesu nicht neu war, geht deutlich aus der alten Aufzeichnung über Hiob hervor. Welch großartige Worte des Glaubens hatte er gesprochen; wir lesen sie in Hiob 14:13: „O daß du in dem Scheol mich verstecktest, mich verbärgest, bis dein Zorn sich abwendete, mir eine Frist setztest und dann meiner gedächtest!“

      18. Welches ist die Antwort der Schrift auf die Frage, ob alle Verstorbenen in Gottes Gedächtnis aufbewahrt werden?

      18 Wie schon angedeutet, will Gott nicht alle Verstorbenen ausnahmslos in seinem Gedächtnis aufbewahren. So wie er sich willentlich gewisser Personen erinnert, kann und wird er auch andere willentlich vergessen. Gottes eigenes Wort sagt uns, wie er die Sache entscheidet. „Das Gedächtnis des Gerechten ist zum Segen, aber der Name der Gesetzlosen verwest.“ — Spr. 10:7.

      19. Wie argumentierte Paulus zugunsten des Glaubens an eine Auferstehung, besonders in Hebräer, Kapitel 11?

      19 Daß auch der Apostel Paulus einen unbegrenzten Glauben an eine Auferstehung der Toten hatte, ist ebenfalls außer Frage. Auch er wußte, daß diese Lehre eine tiefgreifende Glaubensprüfung war, wie es zum Beispiel durch seine Erfahrung in Athen gezeigt wird. (Apg. 17:31, 32) In seinen Schriften wird dieses Thema besonders hervorgehoben, wie zum Beispiel in jener machtvollen Beweisführung, die in dem wohlbekannten Kapitel von 1. Korinther 15 enthalten ist. Auch in Römer 4:16-25 (NW) zeigt er bei der Besprechung des Glaubens, den Vater Abraham hatte, wie wichtig es ist, Glauben an Gott zu haben, „der die Toten lebendig macht, und die nichtseienden Dinge ruft, wie wenn sie da wären“. Unser Interesse gilt indes besonders dem Thema des Glaubens, das der Apostel behandelt, und dessen Bewandtnis zu einer Auferstehung, wie sie in Hebräer, Kapitel 11, betrachtet wird. Hier wiederum führt er das Beispiel Abrahams und Saras an, zuerst im Hinblick auf ihren Glauben an Gottes Macht, einen verheißenen Samen hervorzubringen, auch wenn sie beide „so gut wie tot“ waren, was irgendwelche menschliche Aussicht in dieser Richtung betraf. Und indem er darauf an alle in diesem Kapitel Erwähnten denkt, sagt er: „Alle diese starben im Glauben“ und erklärt schließlich, daß sie „nicht die Erfüllung der Verheißung“ empfingen, „da Gott für uns [Christen] etwas Besseres vorsah, damit sie nicht getrennt von uns vollkommen gemacht würden“. (Heb. 11:12, 13, 39, 40, NW) Die Schlußfolgerung ist daher unvermeidlich, daß es notwendigerweise eine Auferstehung der Toten geben muß, damit sie sich der Erfüllung des Verheißenen erfreuen können, das sie in jener für sie bereiteten Stadt erwartet.

      20. Warum sollten wir uns über eine Auferstehung der Toten gar nicht wundern?

      20 Wunderst du dich darüber? Bestimmt ist da nichts Unvernünftiges oder weither Geholtes, was diese Möglichkeit betrifft. Es ist kein ungewöhnliches Erlebnis, daß jemand, der an Jahren fortgeschritten ist, einen Namen erwähnen hört, den er vielleicht seit der Schulzeit nicht mehr gehört hat. Sogleich kann er sich die Person ins Gedächtnis zurückrufen und sie sozusagen vor dem Auge seines Sinnes neu erstehen lassen, indem er sich an die Art ihrer Kleidung, an ihren Gesichtsausdruck sowie an eine Menge von Charaktereigenschaften und Begebenheiten erinnert. Wiederum denke man an jenen Musiker, der sich nicht nur an ein Musikstück erinnern und es genau gemäß all seinen Noten wiedergeben kann, sondern an viele, verschiedenartige solche Musikstücke. Somit geben wir leicht zu, daß im Bereich des menschlichen Gedächtnisses trotz seinen begrenzten Möglichkeiten und Unvollkommenheiten wunderbare Fähigkeiten liegen. Warum also sollten wir denken, der allmächtige Schöpfer, der den Sinn des Menschen gemacht hat und genau weiß, wie er wirkt, hätte in seiner Unendlichkeit nicht die Macht, alle jene aus den Gedächtnisgrüften zurückzurufen und wieder zu erschaffen, die er in seinem Gedächtnis aufbewahrt hat, ja einschließlich all ihrer Züge und geistigen Eindrücke, die jeden einzelnen ausmachen? So hat Paulus einst diesbezüglich gefragt: „Warum wird es unter euch für unglaublich gehalten, daß Gott die Toten auferwecke?“ Es gibt hierauf nur e i n e Antwort: „Wundert euch nicht darüber.“ — Apg. 26:8; Joh. 5:28, NW.

  • Jehovas „Gedenkbuch“
    Der Wachtturm 1954 | 15. April
    • Jehovas „Gedenkbuch“

      1. Auf welcher Grundlage wird das persönliche Gericht schließlich entschieden, und zu welchen Fragen führt dies?

      IN JEHOVA sehen wir das vollkommene Muster. Satan ist gebrandmarkt als Urheber des Musters der Bosheit und Ungerechtigkeit. Während einer Gerichtszeit, die bereits begonnen hat, wird letzten Endes beurteilt, ob das Lebensmuster jeder Person von dieser oder jener Art sei. Die Betreffenden werden entweder als würdig befunden, die ewigen Segnungen zu ererben, welche aller warten, die von Gott als seine Söhne anerkannt werden, oder werden unter jene eingereiht, deren „Teil sein wird in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt. Dies bedeutet den zweiten Tod“. (Off. 21:7, 8, NW) Welcherlei Muster entwickelst du? Ist es möglich, daß man sein Lebensmuster ändere, und wenn ja, wie kann man Hilfe erhalten im Erstellen eines Lebensmusters, das einem Jehovas Anerkennung sichert? Dies sind Fragen, die eine ernste Betrachtung erfordern.

      2. Wie zeigt die Prophezeiung Maleachis, daß die Gegenwart ein Gerichtstag ist?

      2 In Maleachis Prophezeiung, Kapitel 3, wird vom Beginn dieser Gerichtszeit gesprochen, von der Zeit, da ‚der Herr, den ihr suchet, plötzlich zu seinem Tempel kommen‘ und all jene, die ihn aufrichtig suchen und den Wunsch haben, ‚dem Jehova Opfergaben darzubringen in Gerechtigkeit‘, zu einem vollkommenen Lebensmuster läutern und wiederherstellen wird. Gleichzeitig wird er „ein schneller Zeuge sein gegen“ jene, die darauf beharren, wie die meisten von der priesterlichen Klasse, die Söhne Levis in den Tagen Maleachis, ihr eigenes verderbtes Lebensmuster zu entwickeln. (Mal. 3:1, 3, 5) In Verbindung mit anderen Schrifttexten ist in diesen Spalten oft gezeigt worden, daß der Frühling des Jahres 1918 die erfüllte Zeit kennzeichnete, da der Herr zu seinem Tempel kam, d. h. dreieinhalb Jahre nach der Geburt des Königreiches, die im späteren Teil des Jahres 1914 erfolgte. (Siehe den Wachtturm vom 1. Juli 1953, S. 409.) Darum ist es dringend nötig, gerade jetzt diese Frage ehrlich zu betrachten.

      3. Welcher Teil der Prophezeiung Maleachis wirft Licht auf die Frage über das Lebensmuster?

      3 Während der größere Teil der Prophezeiung Maleachis tatsächlich eine „Last“ ist, wie ihre einleitenden Worte es sagen, treten doch, scharf umrissen, kürzere Stücke in lebhaften Farben hervor, die eine lichte Hoffnung und Verheißung künden und viel Trost und Ermunterung bringen. Wir wollen unsere Aufmerksamkeit einem dieser Teilstücke der Prophezeiung zuwenden, wo deutlich von einer Zeit gesprochen wird, da zwei Arten von Lebensmustern offenbar werden. Es lautet: „Da unterredeten sich miteinander, die Jehova fürchten, und Jehova merkte auf und hörte; und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, welche Jehova fürchten, und welche seinen Namen achten. Und sie werden mir, spricht Jehova der Heerscharen, zum Eigentum sein an dem Tage, den ich machen werde; und ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient. Und ihr werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“ — Mal. 3:16-18.

      4. Zu welchen Fragen gibt der Hinweis auf Jehovas „Gedenkbuch“ Anlaß?

      4 Dieser Hinweis auf Jehovas „Gedenkbuch“ weckt in unserem Sinn eine Menge Fragen. Was ist dieses Buch? Ist dies nur eine bildliche Rede, oder gebraucht Jehova eine Art Buch oder Aufzeichnung als Gedächtnisstütze? Was ist sein Zweck, und was enthält es? Ist es dasselbe wie das in der Offenbarung (3:5 usw.) erwähnte „Buch des Lebens“?

      5, 6. (a) Woran muß gedacht werden, wenn wir schriftgemäße Ausdrücke studieren? (b) Wo und wie hilft uns ein ähnlicher Hinweis auf Maleachi 3:16?

      5 Wir können diese Fragen nur soweit beantworten, als wir in Gottes Buch, im geschriebenen Wort, darüber Aufschluß finden. Vor allem müssen wir daran denken, daß Gott, wenn er von sich und von Dingen im geistigen Reiche spricht, Ausdrücke und Bilder gebraucht, die von unserem begrenzten Sinn erfaßt werden können. In unserer Neugierde, die ein buchstäbliches Wort oder ein gebrauchtes Bild weckt, dürfen wir nicht zulassen, daß unsere Aufmerksamkeit von dem wichtigen Gedanken oder der Wahrheit, die übermittelt werden soll, abgelenkt werde. Wie oft finden wir zum Beispiel Leute, die zwecklos über die buchstäbliche Auffassung der Worte Jesu argumentieren: „Sogar die Haare eures Hauptes sind alle gezählt.“ (Matth. 10:30, NW) Wie schon ziemlich ausführlich erörtert, ist es unmöglich, daß Jehovas Gedächtnis versagt oder daß es auch nur im geringsten der Anregung bedarf. Indes wird uns geholfen, wenn wir uns daran erinnern, daß sich ein ziemlich ähnlicher Hinweis in Esther 6:1-3 vorfindet, wo gesagt wird, wie der König, der einmal nachts nicht schlafen konnte, sich aus dem „Gedenkbuch der Zeitereignisse“ vorlesen ließ und sich dann erkundigte: „Welche Ehre und Auszeichnung ist dem Mordokai“ für eine frühere loyale Tat der Ergebenheit, die er im Interesse des Königs vollbrachte, zuteil geworden? So sehen wir, daß diese geschriebene Aufzeichnung als ein „Gedenkbuch“ diente und in diesem Falle zur Gunstbezeugung des Königs führte und zur Sicherstellung einer passenden Belohnung für jenen treuen Diener Mordokai.

      6 Genau in gleicher Richtung weist der Bericht in Maleachi 3:16-18 darauf hin, daß Jehovas treue, loyale und ergebene Diener die feste Zuversicht hegen können, seine Gunst und Belohnung an diesem Gerichtstage zu erhalten. (Ps. 62:12; Off. 22:12) Jede Möglichkeit ist von vornherein ausgeschlossen, daß ein einziger dieser Diener zu dieser Zeit übersehen wird, das heißt gerade jetzt, da Jehova entscheidet, wer ihm gehört „an diesem Tage, da ich meine Juwelen [mein Sondereigentum, Elb, Fußn.] zusammenbringe“. — Mal. 3:17, KJ.

      DAS LEBENSMUSTER — GUT ODER SCHLECHT?

      7, 8. Ist es angebracht, von Jehova als dem vollkommenen Musterbild zu sprechen, und was kann von Adam und Eva diesbezüglich gesagt werden?

      7 Laßt uns nun zurückgehen und einige jener Dinge verfolgen, die in der Heiligen Schrift über das Lebensmuster geoffenbart werden, damit wir auf die Fragen, die wir schon unterbreitet haben, eine befriedigende Antwort erhalten können.

      8 Daß es angebracht ist, von Jehova als dem vollkommenen Musterbild zu sprechen, geht aus jenem Teil des Liedes Moses hervor, wo gesagt wird: „Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind Gerechtigkeit. Ein Gott der Treue, bei dem es keine Ungerechtigkeit gibt, gerecht und gerade ist er.“ (5. Mose 32:4, NW) Wenn hier gesagt wird „vollkommen ist sein Tun“, so ist darin notwendigerweise auch die Erschaffung unserer ersten Eltern, Adam und Eva, inbegriffen und bedeutet, daß ihr Lebensmuster zu Anfang vollkommen war. Aus eigenem freiem Willen aber schändeten sie vorsätzlich das vollkommene Muster, und statt ihren Schöpfer zu ehren, indem sie ihm im Geiste liebender Ergebenheit rückhaltlosen Gehorsam dargebracht hätten, griffen sie selbstsüchtig nach dem, von dem sie dachten, es werde ihre Augen für die absolute Freiheit öffnen, so daß sie unabhängig wären von Gott und seinem Gebot trotzen könnten.

      9. Welcher Gegensatz ist zwischen Kain und Abel festzustellen, und was lehrt uns dies?

      9 Laßt uns nun unsere Aufmerksamkeit einen Augenblick auf ihre direkten Nachkommen, auf Kain und Abel, richten. Welcher Gegensatz im Lebensmuster! Beide stammten durch Geburt von denselben Eltern ab und kamen unter denselben elterlichen Einfluß. Der Erstgenannte — so sagt es Johannes — „stammte aus dem Bösen [Satan]“ und erwählte es sich, im Geiste der Eifersucht und des Hasses diesem als dem Muster böser Werke zu folgen, die schnell zu ihrem logischen und tragischen Ende, zum Morde, führten. Der andere indes erwählte es sich, Glauben zu üben, und bewies ihn auch durch seine gerechte Handlungsweise, und es scheint, daß in Gottes Aufzeichnung sein Name als erster, was die Zeit betrifft, eingetragen wurde. Dies zeigt, daß wir persönlich für unser Lebensmuster verantwortlich sind. Entschuldigen wir uns nicht selbst, indem wir unseren Eltern oder irgend sonst jemand die Schuld geben! — 1. Joh. 3:12; Heb. 11:4; 2. Mose 32:32.

      10. Zeigt die Heilige Schrift, daß es für jemand möglich ist, sein Lebensmuster zu ändern?

      10 Später im 1. Buche Moses sehen wir eine andere Seite dieses Gegenstandes und erhalten ein Beispiel davon, wie es möglich ist, sich im Herzen zu ändern, was zu einer Veränderung im Lebensmuster führt. Wir verweisen auf die Brüder Josephs, die sich zuerst von Eifersucht und Übelwollen beherrschen ließen, ja selbst Grausamkeit und Hinterlist an den Tag legten; als es sich aber in späteren Jahren darum handelte, unter den widrigsten Umständen für Benjamin einzustehen, legte Juda eine so herzergreifende Fürsprache ein, daß man keinen überzeugenderen Beweis einer Herzensänderung finden könnte. (1. Mose 44:16-34) So schrieb Paulus an die Christen zu Ephesus: „Ihr sollt ablegen die alte Persönlichkeit, die eurem früheren Wandel entspricht … und sollt anziehen die neue Persönlichkeit, die geschaffen wurde gemäß Gottes Willen in wahrhafter Gerechtigkeit und liebender Güte.“ (Eph. 4:22-24, NW) Bestimmt ist eine Änderung im Lebensmuster möglich und für jedermann nötig, der der Verderbtheit des alten, bösen Systems der Dinge entgehen und einen Platz in der Neuen-Welt-Gesellschaft finden möchte.

      11. Weshalb war es für Mose vernünftig, von Jehovas „Buch“ zu sprechen?

      11 Im nächsten Buche der Bibel, in 2. Mose, stoßen wir auf den ersten Hinweis auf Jehovas „Buch“. (2. Mose 32:32, 33) Mose spricht davon als von einer anerkannten Tatsache, und Jehova widerspricht ihr nicht, sondern bestätigt sie. Obwohl kein bestimmtes Wort darüber gegeben wird, wie Mose seinen Aufschluß empfing, ist er doch aus zwei Gründen nicht überraschend. In erster Linie hatten von Abel an alle, die im Glauben starben, das starke Vertrauen, daß Jehova einen jeden einzelnen von ihnen in seinem Gedächtnis aufbewahren werde, oder in der Sprache des Menschen ausgedrückt, daß er bleibende Aufzeichnungen über sie aufbewahren werde, gleichwie in einem Buche. Zweitens gibt es nun Anzeichenbeweise, wonach die Kunst des Schreibens zurückgeht bis in die Tage vor der Flut, und so ist es nicht überraschend, daß Mose seinen eigenen Glauben hinsichtlich des Gedächtnisses Jehovas äußerte, indem er zum Vergleiche ein Buch benutzte, das von seinem Urheber geschrieben und aufbewahrt wurde. Als Bestätigung des schon erwähnten Gedankens, daß Jehova vergessen kann und auch willentlich vergißt, ebenso wie er sich an etwas erinnern kann, haben wir für diesen Fall sein eigenes Wort: „Wer gegen mich gesündigt hat, den werde ich aus meinem Buche auslöschen [nicht bloß streichen].“ — 2. Mose 32:33.

      12. Woraus geht hervor, daß der Hinweis auf des „Lammes Buchrolle des Lebens“ passend ist?

      12 So finden wir vom 2. Buche Moses an bis zur Offenbarung eine ganze Anzahl Hinweise auf ein Buch, das Namen von Personen enthält, auf denen Jehovas Anerkennung ruhte und die in einer Stellung der Gerechtigkeit vor ihm standen. Nur von der Zeit, da der Vater „alles Richten dem Sohne übertragen“ hat, lesen wir passenderweise von des „Lammes Buchrolle des Lebens“. — Joh. 5:22; Off. 21:27, NW.

      13. Was zeigt sich auf hervorragende Weise im Bericht über David und Gottes Handlungsweise mit ihm?

      13 Als nächstes kommen wir zu David. Kritiker sind geneigt, mit dem Finger verächtlich auf David zu deuten und zu sagen, sein Lebensmuster sei sehr mangelhaft gewesen. Allerdings hatte er seine Fehler, die bisweilen zu ernsten Übertretungen führten, doch müssen wir uns davor hüten, dort zu verdammen, wo Jehova anerkennt. David war stets der wahren Anbetung Gottes ergeben und gab sich immerdar seinem Dienste hin. Gott erfand ihn, wie er sagt, als ‚einen Mann, seinem Herzen entsprechend, der alle Dinge, die er vorhabe, tun werde‘. (Apg. 13:22, NW) Wenn auch der Bericht die Fehler Davids weder verhehlt noch beschönigt, wird doch in der Hauptsache eher Gottes große Barmherzigkeit, die er seinem Knechte erweist, hervorgehoben. Davids Kritiker täten gut daran, dies im Sinn zu behalten, ehe sie vielleicht zu spät herausfinden, daß sie selbst der Barmherzigkeit noch mehr bedürften. Tatsächlich ist diese Art, das Gericht als durch Barmherzigkeit gemildert zu betrachten, in den mit unserem Studium verwandten Schrifttexten so hervorragend, daß sie besondere Aufmerksamkeit erfordert.

      DAS DURCH BARMHERZIGKEIT GEMILDERTE GERICHT

      14. Was offenbart Maleachi 3:17, 18 hinsichtlich Gottes Gericht und Barmherzigkeit?

      14 „Ich werde ihrer schonen, wie ein Mann seines Sohnes schont, der ihm dient.“ (Mal. 3:17) Beachte die festgelegte Bedingung. Jehova verschont nicht nur auf Grund der Sohnschaft. Nein, der Nachdruck liegt auf dem für die Sohnschaft gelieferten Beweis, der durch geleisteten Dienst kund wird. Wie die Prophezeiung ferner zeigt, macht Jehova an diesem Tage des Gerichts auf diese Weise jene offenbar, die er als gerecht erachtet (obwohl sie großer Barmherzigkeit bedürfen), und auch jene, die als gesetzlos beurteilt und daher aus seinem Buche ausgelöscht werden. Man beachte die einfache, doch tiefgreifende Prüfung: „Und ihr werdet … den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“ Denke daran, wir leben heute am Tage des Gerichts! — Mal. 3:18.

      15. Wie wird in Psalm 103 Jehovas Barmherzigkeit mit seinem Gedächtnis eng verknüpft?

      15 Wohlan, doch wie verschont Gott die Söhne, die an seinem Dienst festhalten? Laßt uns Psalm 103 aufschlagen und die enge Beziehung zwischen Gottes Barmherzigkeit und seinem Gedächtnis erkennen. In Vers 2 finden wir zuerst einen Aufruf, unser eigenes Gedächtnis zu betätigen: „Und vergiß nicht alle seine Wohltaten!“ Dann, von Vers 8 an, folgt eine glühende Beschreibung der Barmherzigkeit und liebenden Güte Jehovas, die durch die Tatsache bewiesen wird, daß ‚so weit der Osten ist vom Westen, er von uns entfernt hat unsere Übertretungen‘. (Ps. 103:12; siehe auch Jesaja 12:1.) Dies bedeutet, daß er wirklich vergibt und wirklich vergißt. Ähnlich, wie Maleachi auf einen Mann Bezug nimmt, der seines eigenen Sohnes schont, erwähnt dieser Psalm sodann tröstend etwas, woran Jehova stets denkt: „Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich Jehova über die, welche ihn fürchten. Denn er kennt unser Gebilde, ist eingedenk, daß wir Staub sind.“ Darauf folgt ein auffallender Gegensatz zwischen der Kürze des menschlichen Lebens, das so bald im Tode endet, und der Barmherzigkeit und liebenden Güte Jehovas, die „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ ist und denen erwiesen wird, welche den von Maleachi erwähnten Bedingungen entsprechen: „… über die, welche ihn fürchten … für die, welche seinen Bund halten und seiner Vorschriften gedenken, um sie zu tun.“ — Mal 3:16; Ps. 103:13, 14, 17, 18.

      16. Welches weitere Problem ergibt sich, und wie sollte es betrachtet werden?

      16 In diesem Zusammenhang ergibt sich aber bisweilen ein weiteres Problem, wenn wir finden, daß wir selbst zufolge einer schlechten Gewohnheit, die sich tiefer, als wir dachten, in unser früheres Lebensmuster eingefressen hatte, oftmals straucheln und fallen. Dann sind wir geneigt, uns sehr entmutigt und ganz unwürdig zu fühlen, die kostbaren Königreichsinteressen weiter zu verwalten, und ungeeignet, die reine Botschaft der Wahrheit zu reden. Was solltest du tun, wenn du dich in einem so unglücklichen Zustande befindest? Verzweifle nicht! Folgere nicht, du habest die Sünde begangen, für die es keine Verzeihung gebe. Genau dies möchte Satan dich folgern lassen. Die Tatsache, daß du in deinem Innern betrübt und beunruhigt bist, ist ein Beweis an sich, daß du nicht zu weit gegangen bist. Ermatte nie, dich demütig und ernst an Gott zu wenden und Vergebung, Reinigung und Hilfe von ihm zu empfangen. Geh zu ihm, wie ein Kind zu seinem Vater geht, wenn es in Schwierigkeit ist, ungeachtet, wie oft es wegen derselben Schwachheit gehen muß, und Jehova wird dir gnädig die Hilfe zukommen lassen, weil er dir unverdiente Güte erweist; und wenn du aufrichtig bist, wird er dir das Bewußtsein eines gereinigten Gewissens schenken. Die Frage ist nun: Wie hilft uns Jehova erkennen, welches die Haupterfordernisse sind, um noch standhafter einen gänzlich geheiligten Lauf zu bewahren?

      ERGEBENHEIT UND HINGABE

      17. Welcher Sinn wird in bezug auf Christen den Wörtern „Ergebenheit“ und „Hingabe“ gegeben, und mit welcher Unterscheidung?

      17 Die beiden Wörter „Ergebenheit“ und „Hingabe“ sind eng verwandt und werden oft als Synonyme gebraucht. Doch kann ein Unterschied gesehen werden, der von der Schrift gestützt wird, und ihn zu erkennen, wird uns bei der hier angestellten Betrachtung eine Hilfe sein. Ergebenheit hat mit dem Herzen zu tun und bedeutet für Christen eine innige Liebe, eine starke Anhänglichkeit und tiefgehende Loyalität gegenüber Jehova. Andrerseits ist das Wort Hingabe positiver und steht mit dem Sinn in Verbindung, wo Dinge entschieden und beschlossen werden und die Anwendung von Willenskraft erforderlich ist. Wie schon früher erklärt, bedeutet der Akt unserer Hingabe an Jehova, uns für ein heiliges Leben abzusondern, für ein Leben, das nicht angetastet oder verwendet wird für weltliche Zwecke, sondern unter der Pflicht steht, die reine und unbefleckte Religion auszuüben. (Siehe den Wachtturm vom 15. Juli 1952, S. 219.)

      18, 19. (a) Wie wird dieser Unterschied mit Bezug auf Jesus ersichtlich? (b) Wie ist er auch hinsichtlich eines christlichen Ehemannes und seiner Frau ersichtlich?

      18 Laßt uns auf das vollkommene Beispiel, auf Jesus, blicken. Daß er zur Zeit seines Erdenlebens von frühester Kindheit an seinem himmlischen Vater von Herzen und vollkommen ergeben war, steht außer Frage. In der Zeit, da er daheim weilte, tauchte jedoch keine besondere Streitfrage auf, die von ihm eine Entscheidung oder einen Entschluß verlangt hätte. Wir möchten daher sagen, daß es für ihn, den Vollkommenen, leicht und natürlich war, sein Lebensmuster zu entwickeln, indem er „zunahm an Weisheit und Körpergröße und an Gunst bei Gott und Menschen“. (Luk. 2:52, NW) Als er sich indes dem Alter von dreißig Jahren näherte, erfaßte er aus Gottes Wort klar, daß sein Vater für ihn ein völlig verändertes Lebensmuster im Sinn hatte, wie dies daraus hervorgeht, wie der Apostel Psalm 40:6-8 in Hebräer 10:5-7 anwendet. Diese Texte deuten darauf hin, daß Jesus, nachdem er die Sachlage und alles damit Verknüpfte gründlich erwogen hatte, sich dazu entschied, seinem eigenen Willen zu entsagen, wie vollkommen er auch war. Statt dessen entschloß er sich, Gottes Willen auszuführen, so wie er in der Schrift geoffenbart wurde, und beschloß, ihn bis zum letzten zu erfüllen. Diese Entscheidung, dieser Entschluß, sich abzusondern, um Gottes Willen zu tun, bildete seinen Akt der Hingabe. Er führte ihn nicht mürrisch oder nur im Gefühl der Pflicht aus, sondern sagte: „Deinen Willen zu tun, mein Gott, ist meine Lust.“ (Ps. 40:8, Me) In anderen Worten: Er vollzog den Schritt der Hingabe im Geiste liebender Ergebenheit. Um sein eigenes Bild zu gebrauchen: er sah, daß sein Vater ihm einen Becher mit einem Trunk hinhielt, der sowohl sehr süß als auch sehr bitter war, und er sprach: ‚Ja, ich will diesen Becher froh annehmen und ihn bis zur Neige trinken.‘ — Joh. 18:11.

      19 Noch ein anderes Bild: das Verhältnis zwischen Mann und Frau, wie es in Epheser 5:21-33 (NW) erklärt wird. Der christliche Ehegatte ist seinem Weibe ergeben und liebt es innig. Die christliche Ehefrau ist gleicherweise ihrem Gatten ergeben, doch wird noch etwas anderes von ihr verlangt. Wenn sie heiratet, entschließt sie sich, ihren Mann als Haupt anzunehmen und ihm „in allem“ untertan zu sein, gleichwie „die Versammlung dem Christus untertan ist“. (Eph. 5:24, NW) Somit umfaßt ihr Verhältnis sowohl den Gesichtspunkt des Schrittes der Hingabe wie auch der Ergebenheit, soweit es das Eheleben betrifft. Die Frau liebt nicht nur ihren Gatten, sondern hegt vor ihm als ihrem Haupte tiefe Achtung. Dies ist für sie natürlich eine Lust, obwohl auch sie in der täglichen Durchführung ihrer Ehegelübde beim Bedienen ihres Gatten bisweilen den Trunk etwas herb finden mag.

      20. Wie betont Maleachis Prophezeiung unsere hauptsächlichen Verpflichtungen gegen Jehova?

      20 Fassen diese Belehrungen zu einem Leben gemäß unserem Akt der Hingabe im Geiste der Ergebenheit nicht die Haupterfordernisse gut zusammen, denen man nachkommen muß, um vor Jehova einen annehmbaren Lauf zu bewahren und die Versicherung zu haben, in seinem „Gedenkbuche“ aufgezeichnet zu bleiben? Laßt uns allezeit Jehova fürchten und seines Namens gedenken, darüber nachsinnen, wie wir ihm noch mehr Ehre machen könnten, indem wir oft über diese lebenswichtigen Dinge zu unserer gegenseitigen Ermunterung und Mahnung miteinander sprechen. Ja, laßt uns „den ganzen Zehnten in das Vorratshaus“ bringen, alle unsere wertvollen Besitztümer an Zeit, Anstrengungen und Fähigkeiten, und sehen, ob Jehova nicht ‚die Fenster des Himmels auftun und uns Segen [der Zunahme] ausgießen werde, daß nicht Raum genug ist, ihn zu fassen‘. — Mal. 3:10, 16, KJ.

      WIDERSTRAHLUNG DES LEBENSMUSTERS IN ZION

      21. Auf welche wunderbare Weise hat Jehova sein Volk zu einer engen Einheit verschmolzen?

      21 Hast du je einen kleinen Jungen mit einem zerbrochenen Spiegelstück in der Hand beobachtet und gesehen, wie er den Strahl geschickt auf dich richtet, so daß er dir gerad ins Auge fällt? Es ist, als ob in seiner Hand selbst etwas von der Sonne wäre. O ja, sagst du, ich kann mich in dieser Veranschaulichung selbst sehen als ein Stücklein Glas, das von der übrigen ruinierten Menschheit abgebrochen ist und ein wenig von der Wahrheit widerzustrahlen sucht. Nun, vom Standpunkte des einzelnen aus könnte das Bild gut zutreffen. Und vergiß nicht, daß kein Gegenstand schärfere Spitzen und schneidendere Kanten hat als ein Splitter Glas. Ist dies aber der richtige Gesichtspunkt des Volkes Jehovas an diesem Gerichtstage? Sieh, welch wunderbare Dinge Jehova getan hat! Er hat alle diese zerbrochenen Stücklein zu einer reinen, kristallklaren, glatten Oberfläche verschmolzen und sie so instand gesetzt, treulich ‚die Herrlichkeit Jehovas wie ein Spiegel zurückzustrahlen‘. (2. Kor. 3:18, NW) Wie ist dies bewirkt worden? Indem Jehova die Glieder seines ergebenen Volkes in seine Organisation Zion hineingebracht hat. Weil dort Jehovas Geist auf ihnen ruht und seine Worte (die Königreichsbotschaft) in ihren Mund gelegt sind, sind sie als eine geeinte Schar Menschen, die weltweit zu einem harmonischen Muster zusammengeschmiedet werden, in der Lage, dem Rufe zu folgen: „Stehe auf, leuchte! denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen.“ Außerdem finden wir, daß Jehovas „Gedenkbuch“ mit seiner Organisation verbunden ist, denn die Verheißung lautet: „Wer in Zion übriggeblieben, und wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heißen, ein jeder, der zum Leben [der unter die zum Leben Bestimmten, AÜ] eingeschrieben ist in Jerusalem.“ — Jes. 60:1; 4:3.

      22. Warum und auf welcher Grundlage ist dies ein Tag großer Freude und des Frohlockens?

      22 Wie glücklich endet unser Studium! In der Welt haben selbst die schönsten Erinnerungen oft eine Note der Wehmut an sich, da wir wissen, daß die in den Tagen der Jugend genossenen früheren Dinge nicht wiederkehren. Ist aber jemand einmal in Jehovas Organisation hineingebracht worden und hat er das Vorrecht erhalten, ein Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft zu werden, so ändert sich der ganze Ausblick. Schon jetzt ist die Neue-Welt-Tätigkeit in Zion fortwährend so herzbefriedigend und unser Leben so voll und glücklich, daß wir die Erfüllung der wunderbaren Prophezeiung zu erfahren begonnen haben: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; und der früheren wird man nicht mehr gedenken, und sie werden nicht mehr in den Sinn kommen. Sondern freuet euch und frohlocket für und für über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle Jerusalem in Frohlocken um und sein Volk in Freude. Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen; und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird nicht mehr darin gehört werden.“ — Jes. 65:17-19.

  • Priester bedauert Lügenberichte
    Der Wachtturm 1954 | 15. April
    • Priester bedauert Lügenberichte

      Vom Watchtower-Missionar in Uruguay

      WÄHREND wir in Melo, Uruguay, im Missionswerk von Haus zu Haus tätig waren, begegneten wir einer Reihe von Leuten, die sagten, sie seien über alles in Kenntnis gesetzt worden, was sie über Jehovas Zeugen zu wissen wünschten. Dies überraschte uns, weil diese Leute sonst stets sanftmütig waren und eifrig lernen wollten. Als wir sie befragten, was sie denn wüßten, holten sie eine Zeitschrift hervor, die den Titel Toma y Lee trug, was „Nimm und lies“ bedeutet.

      Dieses Blatt, datiert vom 25. Januar 1953, sagte, daß Jehovas Zeugen ein Zweig der Glaubensrichtung der Siebenten-Tags-Adventisten seien. Ihr Führer sei Richter Rutherford und ihr Gründer Charles T. Russell. Sie seien bittere Seelen, deren Veröffentlichungen sich gegen Gott richten. In den Ausgaben des Toma y Lee vom 31. Januar und 8. Februar 1953 erklärte der Schreiber, daß Jehovas Zeugen lehren: Christus ist im Jahre 1914 in den Himmel aufgestiegen. Sie glauben nicht an das Gebet; sie anerkennen nicht Maria, die Jungfrau und ‚Mutter Gottes‘; und vor allem leugnen Jehovas Zeugen die Existenz der dreieinigen Gottheit. Der Schreiber bezog sich häufig auf Jehovas Zeugen als auf ‚bittere Seelen‘, ‚Idioten‘, ‚Geistesgestörte‘, ‚jene, die innerhalb und außerhalb der Stadt den Schmutz aufrühren‘, ‚Leute, die unmöglich seien‘, und machte andere ungünstige Kommentare.

      Am 9. Februar 1953 beschlossen wir (zwei Zeugen Jehovas), bei Padre Guillermo Andulla vorzusprechen, der für diese Artikel verantwortlich war. Wir wollten die Gründe für diese Mißdarstellungen und Unwahrheiten ermitteln. Der Priester bat uns, Platz zu nehmen und unsere Angelegenheit vorzubringen. Wir sagten ihm, daß wir an der Publikation Toma y Lee interessiert wären, besonders daran, wie sie das Thema „Fremde Religionen“, insbesondere die der Zeugen Jehovas, behandelt, und daß wir äußerst interessiert wären, zu erfahren, woher er das Material für seine Artikel bekommen hätte. Der Priester versicherte uns sofort, daß er über viele Quellen, die sehr genau seien, verfüge. Er könne alles das, was er veröffentlicht hätte, besonders die Berichte über Jehovas Zeugen, beweisen. Aber als wir weiter in ihn drangen und seine Quellen sehen wollten, brachte er widerwillig eine Zeitung mit Kurzberichten hervor und erklärte, daß dies seine Autorität sei. Wir fragten ihn, ob er das Material vor der Veröffentlichung untersucht habe. Er betonte das, fügte jedoch hinzu, daß für eine Untersuchung wirklich keine Notwendigkeit

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