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Ein freies, aber gehorsames VolkDer Wachtturm 1973 | 1. Juni
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seiner fleischlichen Gelüste oder Begierden hingibt, wird zur bestimmten Zeit von Gott vernichtet werden. Was tut also in Wirklichkeit der Christ, der trotz der Gefühle der Versammlung oder entgegen dem Rat der Bibel auf einer gewissen Handlungsweise besteht? Durch seine Einstellung, durch seine Entschlossenheit oder sein Beharren darin, das zu tun, was er selbstsüchtigerweise tun möchte, wird er einer verkehrten Gewalt unterworfen. Er handelt gegenüber Gott ungehorsam. Wem erweist er daher Gehorsam und leistet er Dienst? Dem Widersacher Gottes. Er ist tatsächlich einer Handlungsweise versklavt, die nicht gut ist, und seine Einstellung wird ihn, wenn er seine Handlungsweise fortsetzt, in seinem Leben wirklich in Schwierigkeiten bringen.
24. Auf wen treffen die Worte des Paulus über die kritischen Zeiten in den „letzten Tagen“ zu, und wieso sollte dies von ernstem Interesse für uns sein?
24 Deshalb schrieb Paulus an Timotheus, einen Aufseher in Ephesus, indem er warnend erklärte, „in den letzten Tagen“ würden die Menschen „unbesonnen“, „eigenliebig“ und „anmaßend“ werden und „für keine Übereinkunft zugänglich“ sein. So etwas würde gemäß der Warnung des Paulus in einem großen Ausmaß unter angeblichen Christen der Christenheit zu sehen sein. Aber es sollte nicht zugelassen werden, daß sich diese Verhältnisse in die wahre Christenversammlung einschleichen würden. Wenn daher jemand in der Versammlung unbesonnen ist, so befindet er sich in einer schlimmeren Lage als die Unbesonnenen der Welt, denn der Apostel Petrus erklärt, daß „das Gericht beim Hause Gottes anfange“. Ein solcher Mensch hat sich vor Gott noch mehr zu verantworten als derjenige, der nicht zur Versammlung gehört. Er befindet sich in einer sehr gefährlichen Lage. — 2. Tim. 3:1-5; 1. Petr. 4:17.
HÜTE DICH DAVOR, FÜR EINE „VERÄNDERUNG“ ZU SEIN
25. Warum sollten sich Christen nicht denen anschließen, die versuchen, die Welt zu bessern?
25 Es besteht eine Gefahr für alle, besonders für Jüngere, denn überall gärt es; es wird eine „Veränderung“ verlangt. Viele, die Veränderungen wünschen, sind zweifellos ehrliche Menschen, die Verderbtheit und Ungerechtigkeit sehen und etwas Besseres wünschen, aber nicht wissen, worin es bestehen sollte. Aber diejenigen, die über Gottes Königreich unterrichtet sind und die sich der Versammlung Gottes angeschlossen haben, kennen deren theokratischen Aufbau; sie wissen, daß sie mit den Grundsätzen des Wortes Gottes übereinstimmt. Diese Personen sollten erkennen, daß die Welt völlig von Selbstsucht, die gerechten Grundsätzen ganz und gar widerspricht, durchdrungen ist und daß man sie nicht bessern kann. Es besteht kein Grund, es zu versuchen. Auch sollten sie wissen, daß sie nicht versuchen sollten, Gottes Versammlung gemäß ihren eigenen, persönlichen Vorstellungen oder gemäß den Vorstellungen derer zu ändern, die unbedingt Veränderungen in der Welt herbeiführen wollen. Wenn dies getan würde, so würde der Geist der Welt in die Versammlung hineingebracht werden, die kein Teil dieser Welt werden darf.
26. Wie wird in der Heiligen Schrift vor der Gefahr gewarnt, die für diejenigen besteht, die gemäß ihren eigenen Vorstellungen oder gemäß den Vorstellungen der Welt Veränderungen in der Versammlung herbeiführen möchten?
26 Zu welchem Ergebnis führt der gefährliche Weg, eine Veränderung zu verlangen, indem man denken würde, Gottes Versammlung sei „veraltet“ oder zumindest passe sie sich nicht genug der modernen Denkweise und modernen Vorstellungen an? Vielleicht äußert sich diese Einstellung in einem Versuch, gewisse persönliche „Rechte“ in der Versammlung durchzusetzen. Beachte, was der weise Sprücheschreiber zu seinem Sohn sagte: „Mein Sohn, fürchte Jehova und den König. Mit denen, die für eine Veränderung sind, laß dich nicht ein. Denn ihr Unheil wird sich so plötzlich erheben, daß — wer weiß vom Untergang derer, die für eine Veränderung sind?“ — Spr. 24:21, 22.
27. Was wird das Ergebnis für diejenigen sein, die von der Freiheit, die Gott ihnen gibt, Gebrauch machen, indem sie gleichzeitig die Bedingung völligen Gehorsams anerkennen?
27 Jehova liebt diejenigen, die ihm gehorchen. Er liebt den, der sein Wort liest, darüber nachsinnt und den guten Rat dieses Wortes auf sich selbst anwendet, ungeachtet, wie direkt ihn der Rat treffen mag. Welch eine Freiheit gewährt Jehova doch denen, die ihm gehorchen! Er wird das Aussehen dieser Erde ändern, indem er diejenigen beseitigt, die sie verschmutzen. Mit der Zeit wird die ganze Menschheit „zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ frei gemacht werden. Das Verhältnis eines liebevollen Vaters und gehorsamer Söhne wird wiederhergestellt werden. Durch seine unvergleichliche Liebe zu seinen gehorsamen Söhnen wird Jehova bis in alle Ewigkeit unerschöpflichen geistigen und materiellen Reichtum auf sie ausschütten können. — Röm. 8:21; Offb. 11:18.
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Erwartest du von der Wissenschaft eine bessere Welt?Der Wachtturm 1973 | 1. Juni
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Erwartest du von der Wissenschaft eine bessere Welt?
ERWARTEN die Menschen von der Wissenschaft, daß sie die Welt vor der Vernichtung rette und die Erde zu einem Ort mache, an dem man sich des Lebens erfreuen könnte? Man mag geteilter Meinung darüber sein; die einen werden mit Ja, die anderen mit Nein antworten. Was man aber in der Industriewerbung hört und liest und was man durch die öffentlichen Kommunikationsmittel erfährt, stellt gewöhnlich das, was der Mensch tut oder tun kann, als „die einzige Hoffnung“ heraus. Oder man kommt — wenigstens im allgemeinen — zu dem Schluß: „Wenn es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Weltfrieden und Glück herbeizuführen, wird es die Intelligenz des Menschen schaffen müssen.“ Gott wird dadurch eigentlich in den Hintergrund gedrängt.
Ein Beispiel für solches Denken ist ein Artikel, der im Bostoner Herald Traveler über das Thema „Kann der Mensch seine Welt lenken?“ erschien. Er hob die schweren Fehler des Menschen hervor, schloß dann aber mit den Worten ab: „[Der Mensch] wird dahinstolpern, blutig und andere mit Blut befleckend, ... bis er es entweder lernt, seiner Kriege Herr zu werden, oder bis er seinen Planeten in die Luft jagt.“
In wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird der Wissenschaft fast übermenschliche Macht zugeschrieben. Unlängst hieß es in der Zeitschrift Science News unter dem Thema „Genetische Steuerung — Mythus oder Realität?“ in den einleitenden Absätzen:
„Der Lebenskode ist entziffert worden, und die genetische Steuerung ist im Werden. ...“
„Unter dem magischen Zauberstab der Biologie wird der Mensch nun allmählich anders werden, als er war. ...“
Nicht genug damit, die Leistungen der betreffenden Männer überzubewerten, schließt der Artikel, indem er diesen Männern einen großgeschriebenen Titel verleiht und ihnen die Hauptverantwortung für die Zukunft der Menschheit zuschreibt, mit den Worten ab:
„Die Neuen Biologen sind im Gegensatz zu ihrem Science-fiction-Image sehr besorgt um die Macht, die sie innehaben und mit der sie das Geschick des Menschen formen können, und sie sind darauf bedacht, daß ihre Errungenschaften nicht mißbraucht werden.“
Ist es vernünftig, der modernen Wissenschaft und ihren industriellen, materiellen Entwicklungen die Fähigkeit zuzuschreiben, die Menschheit retten zu können? Oder zeugt es von gesundem Menschenverstand, zu menschlicher Philosophie und zu politischer Wissenschaft aufzublicken, die so viel mit der gegenwärtigen betrüblichen Lage des Menschen zu tun haben? Aber gerade das hat eine namhafte, einflußreiche Gruppe in der Christenheit, die modernistische Geistlichkeit inbegriffen, getan. Diese Personen haben sich davon abgewandt, den Gott der Heiligen Schrift, Jehova, anzubeten, und sich einem
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