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Sollte die Geschichte neu geschrieben werden?Erwachet! 1975 | 22. März
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die Menschheitsgeschichte vorwiegend durch Schlechtes auszeichnet: Blutvergießen, Wirtschaftskrisen, Skandale und die verschiedensten Spielarten sadistischer Grausamkeiten und Folterungen. Diese Gesetzmäßigkeit erkennen fast alle Historiker.
Warum diese Gesetzmäßigkeit in bezug auf das Böse?
Die meisten Historiker weisen auf etwas Unpersönliches hin, was sie als „historische Kräfte“ bezeichnen, und sagen, diese seien für alles, was geschehen sei, verantwortlich. Warum haben diese „historischen Kräfte“ jedoch soviel Schaden gestiftet, soviel Unheil verursacht und ständig zum Aufruhr angestachelt, während doch die Menschen im großen und ganzen in Ruhe und Frieden leben möchten? Obschon die Geschichtsphilosophen Bücher ohne Zahl darüber geschrieben haben, ist es ihnen doch nicht gelungen, diese Frage zufriedenstellend zu beantworten.
Aber in der Bibel wird erklärt, warum in der Menschheitsgeschichte diese Gesetzmäßigkeit so deutlich zutage tritt. Es wird darin eindeutig erklärt, wer die „historischen Kräfte“ in Wirklichkeit sind, die die Menschen beeinflußt haben. Vorausschicken möchten wir, daß in der Bibel auch darauf aufmerksam gemacht wird, wie sich gewisse Dinge und Verhältnisse rächen; sie zeigt, daß sowohl der einzelne als auch ganze Völker ernten, was sie säen. Das Gute, das ein Volk — oder auch ein einzelner — tut, wird ihm vergolten und ebenso das Böse. (Ein Beispiel sind die Amoriter, auf die in 1. Mose 15:16 Bezug genommen wird.) Ferner zeigt die Bibel, daß viele Probleme des Menschen in seiner Sündhaftigkeit und in seiner Habsucht wurzeln. Und nur die Bibel erklärt den Ursprung davon (1. Mose, Kap. 3; Röm. 5:12). Aber die Bibel lastet einen großen Teil der Schuld an der Misere, in der sich der Mensch befindet, nicht einer blinden „historischen Kraft“ an, sondern einer Person — dem unsichtbaren Satan. Sie zeigt, daß er im Verlauf der Menschheitsgeschichte die unglücklichen Verhältnisse verschlimmert hat, indem er zusätzliche Leiden verursacht hat. Nichts anderes erklärt zufriedenstellend die historische Gesetzmäßigkeit des Bösen (Joh. 8:44; Apg. 10:38; Offb. 12:10-12; 13:1, 2).
Gottes Vorsatz und die Geschichte
Man kann die Geschichte nur richtig beurteilen, wenn man dabei Gottes Willen und Vorsatz berücksichtigt. Man kommt nur dann zu einer richtigen Geschichtsauffassung, wenn man die Wahrheit anerkennt, die vor vielen Jahrhunderten dem König von Babylon vor Augen geführt wurde, nämlich daß „der Höchste der Herrscher ist im Königreich der Menschheit und daß er es gibt, wem er will“ (Dan. 4:32). Wenn sein Vorsatz es verlangte, griff er in die Angelegenheiten der Menschen ein. Wer diese geschichtliche Tatsache übersieht, muß seine Auffassung von der menschlichen Vergangenheit zu einem großen Teil revidieren.
Der Apostel Paulus war mit diesem wichtigen Faktor vertraut. Paulus sagte in bezug auf Gott: „Er ließ alle Völker aus einem gemeinsamen Stamm hervorkommen, damit sie die ganze Oberfläche der Erde bewohnen. Er bestimmte die Epochen ihrer Geschichte und die Grenzen ihres Gebietes“ (Apg. 17:26, New English Bible). In welcher Weise hat Gott ‘die Epochen der Menschheitsgeschichte bestimmt’?
Das hat er dadurch getan, daß er den Aufstieg und Verfall der verschiedenen politischen Reiche und ihr Verhältnis zu seinem Volk vorausgesehen hat. (Vergleiche 5. Mose 32:8.) Das geht ganz besonders aus dem Buch Daniel hervor. (Lies die Kapitel 2, 4, 7, 8, 11.) Gott hat jahrtausendelang zugelassen, daß der Mensch alle Regierungsformen ausprobieren konnte. Hat eine dieser Regierungsformen zu einem dauerhaften Frieden auf der Erde geführt? Keine einzige hat die grundlegenden sozialen Probleme wie Verbrechertum und Unsittlichkeit gelöst. Keine vermochte den Krankheiten und dem Tod ein Ende zu bereiten. Gott räumte ihnen allerdings die Möglichkeit ein, es zu versuchen. In seinen Augen ist das, was sie vollbracht haben, jedoch „bestialisch“ (Dan. 7:2-14).
Wir stehen jetzt unmittelbar vor einer anderen „Epoche“. Die Zeit, die Gott den Nationen für den Versuch, über die Menschenwelt zu herrschen, eingeräumt hat, ist abgelaufen.
Bald wird er entschlossen handeln und das, was in Daniel 2:44 vorausgesagt wird, in Erfüllung gehen lassen: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und es selbst wird für unabsehbare Zeiten bestehen.“ Unter der ewigen Herrschaft des Königreiches Gottes wird die Erde die paradiesische Heimat für alle gerechtigkeitsliebenden Menschen werden. Diese Möglichkeit steht auch dir offen (Matth. 6:9, 10).
Es wird also gelegentlich notwendig, die Geschichte neu zu schreiben. Vor allem aber müssen wir, wenn nötig, unsere Geschichtsauffassung korrigieren und sie mit der Auffassung desjenigen in Übereinstimmung bringen, der ‘die Epochen der Menschheitsgeschichte bestimmt’ hat.
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Zuckerzeit in QuebecErwachet! 1975 | 22. März
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Zuckerzeit in Quebec
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Kanada
WIR laden dich zum Zuckersieden ein. Wenn der Winterschnee dem Tauwetter des Frühlings weicht, kann man an den Ahornbäumen glänzende Blecheimer hängen sehen. In baufälligen Zuckerhütten werden Bottiche aufgestellt und wird Feuer geschürt, damit der Saft zu Ahornsirup, einem beliebten Pfannkuchenaufstrich, gekocht werden kann. Aus den Städten und von den Farmen Quebecs strömen die Menschen scharenweise zu den Zuckerfarmen. Möchtest du mitkommen?
Auf vielen Farmen in Quebec ist das Zuckersieden mit einer organisierten Festlichkeit verbunden, zu der Leute aus der Nachbarschaft oder aus den Städten für einen ganzen Tag kommen. Als erstes wird dein Geruchssinn seine Freude haben. Der süße Geruch des kochenden Saftes verbindet sich mit dem würzigen Aroma des brennenden Holzes, und dieser unvergeßliche Wohlgeruch erfüllt die ganze Luft.
Die ersten Siedler aus Europa lernten von den Indianern, wie man aus Ahornsaft Zucker herstellt. Im Jahre 1851, dem ersten Jahr, aus dem Statistiken vorhanden sind, wurden in Nordamerika 6 120 Tonnen Ahornzucker und -sirup hergestellt. Heute ist die Produktion etwa doppelt so hoch. Die Vereinigten Staaten und Kanada sind die einzigen Länder der Welt, in denen Ahornzucker hergestellt wird.
Das Abzapfen und Einsammeln
Die Zuckerahornbäume selbst werden dir gleich ins Auge fallen — sie haben gerade Stämme und sind zu mindestens zwei Drittel ihrer Höhe frei von Zweigen. Eine der größten kanadischen Ahornarten erreicht gewöhnlich eine Höhe von 25 bis 30 Metern und einen Durchmesser von 60 bis 90 Zentimetern.
Während du dir den Baumbestand ansiehst, fällt dir auf, daß an den Bäumen Safteimer hängen. Zu Anfang der Saison hat der Zuckerhersteller eine Stelle am Stamm des Baumes ausgesucht und ein zweieinhalb bis fünf Zentimeter tiefes Loch schräg aufwärts in den Stamm gebohrt, damit der Saft leicht herauströpfeln kann. Als nächstes hat er ein Metallröhrchen
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