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Die göttlichen Eigenschaften Liebe und HaßDer Wachtturm 1975 | 15. Januar
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und die gesundheitsschädigende Wirkung noch nicht kannten. Heute kennen wir nicht nur den biblischen Standpunkt, sondern wissen auch, daß die medizinische Welt einleuchtende Gründe für die Ablehnung des Tabakgenusses anführt (2. Kor. 7:1).
14. Warum sollte man nie die Hoffnung aufgeben?
14 Die Liebe „hofft alles“. Vielleicht erzielen wir bei unserer christlichen Predigttätigkeit in einem bestimmten Gebiet keine großen sichtbaren Erfolge. Die gottgefällige Liebe wird uns veranlassen, immer wieder zuversichtlich und freundlich bei den Menschen vorzusprechen in der Hoffnung, daß einige der Botschaft Gehör schenken und so die Wahrheit kennenlernen. Oder vielleicht lebst du schon seit Jahren mit einem ungläubigen Ehegefährten zusammen. Die gottgefällige Liebe gibt die Hoffnung nie auf, daß der Ungläubige eines Tages die Wahrheit annehmen wird. In einigen Fällen hat es trotz des guten Beispiels des Gläubigen zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre gedauert, bis der Ungläubige die Wahrheit annahm. Wir sollten die Hoffnung nie aufgeben. Sie ist eine vortreffliche Ergänzung unseres treuen Dienstes und hilft uns, trotz widriger Umstände glücklich und zuversichtlich zu bleiben (Röm. 8:24, 25).
15. Was hat unseren Brüdern geholfen, unter Verfolgung standhaft zu bleiben?
15 Die Liebe „erduldet alles“. Dieses Merkmal der Liebe ist vor allem unerläßlich, wenn man an die Worte denkt: „In der Tat werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden“ (2. Tim. 3:12). Wahre Christen haben, obwohl sie ein „Gegenstand des Hasses aller Nationen“ waren, ihre Lauterkeit nie — weder im Kolosseum des alten Roms noch in den Konzentrationslagern des nationalsozialistischen Deutschlands — aufgegeben (Matth. 24:9). In jüngster Zeit sind in kommunistischen Ländern und in anderen Diktaturstaaten strenge Maßnahmen gegen Jehovas Zeugen ergriffen worden, um sie auszurotten. Diese und die weniger strengen, aber ebenso von Haß zeugenden Maßnahmen der demokratischen Nationen haben nicht zu dem gewünschten Ziel geführt, weil die Liebe ‘alles erduldet’.
16. Nenne einige Gebiete, auf denen Liebe eine Hilfe sein kann, die nie versagt.
16 Kann uns aber die gottgefällige Liebe wirklich in allen Punkten, die wir nun besprochen haben, helfen? Kann sie Eheleuten wirklich helfen, zusammenzubleiben und Gott freudig zu dienen? Kann sie uns helfen, trotz widriger Umstände zuversichtlich zu bleiben, eine schlechte Behandlung zu ertragen und selbstlos zu sein sowie zum Vergeben bereit? Kann sie dies alles tatsächlich bewirken? Jawohl! „Die Liebe versagt nie.“
DIE GÖTTLICHE EIGENSCHAFT DES HASSES
17. Ist Haß mit der Persönlichkeit eines Christen vereinbar?
17 Wir haben nun gesehen, wieviel Gutes die Liebe bewirkt. Weißt du aber auch, wie man haßt? Der Psalmist wußte es; er sagte: „O ihr, die ihr Jehova liebt, hasset das Böse.“ Ferner sagte er: „Hasse ich nicht die, die dich, o Jehova, aufs tiefste hassen, und empfinde ich nicht Ekel vor denen, die sich gegen dich auflehnen? Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewißlich. Sie sind mir zu wirklichen Feinden geworden“ (Ps. 97:10; 139:21, 22). Diese harten Worte bringen den gottgefälligen Haß zum Ausdruck, den auch du empfinden mußt, wenn du Gott gefallen möchtest.
18. Inwiefern ist gottgefälliger Haß ein Schutz? Führe ein Beispiel an.
18 Haß ruft in uns Abscheu hervor. Etwas, was man haßt, ist einem zuwider, man ekelt sich davor, man kann es nicht ausstehen. Allein der Gedanke daran stößt einen ab. Als die Frau des Herrn, dem Joseph diente, Joseph verführen wollte, als sie deshalb auf ihn einredete und ihn sogar bei seinem Kleid packte, brauchte er nicht lange zu überlegen, was er tun sollte. Nur einen Moment zu zögern hätte für ihn die Zerstörung seines Verhältnisses zu Jehova bedeuten können. Er ergriff deshalb einfach die Flucht. Da er das Böse haßte, reagierte er automatisch und bewahrte so ein gutes Gewissen vor Gott (1. Mose 39:7-12). Ähnlich verhält es sich heute. Wie der Haß zwischen Menschen eine Schranke aufrichtet, so kann auch der gottgefällige Haß eine Schranke zwischen uns und dem Bösen aufrichten.
19. Was sind einige der Dinge, die Gott haßt, und welche Einstellung hast du dazu?
19 Wie wäre es, wenn du dich einmal fragen würdest, was Jehova alles verabscheut? „Sechs Dinge gibt es, die Jehova wirklich haßt; ja sieben sind Dinge, verabscheuungswürdig für seine Seele: hohe Augen, eine falsche Zunge und Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das schädliche Pläne schmiedet, Füße, die eilends zum Schlechten hinlaufen, ein falscher Zeuge, der Lügen vorbringt, und jeder, der Streitigkeiten unter Brüdern entfesselt“ (Spr. 6:16-19). Deine Reaktion auf diese Dinge zeigt, in welchem Ausmaß du dir den gottgefälligen Haß zu eigen gemacht hast.
20. Wen dürfen wir nie hassen? Warum nicht?
20 Unsere christlichen Brüder sind trotz ihrer Unvollkommenheit nie Gegenstand gottgefälligen Hasses. Der Apostel Johannes sagte: „Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Totschläger, und ihr wißt, daß kein Totschläger ewiges Leben bleibend in sich hat“ (1. Joh. 3:15). Selbst wenn unsere christlichen Brüder noch so schwer gesündigt haben, bekunden wir ihnen gegenüber Mitleid und Barmherzigkeit. Wenn Gott reumütigen Übeltätern gestattet, in der Versammlung zu bleiben, dann sollten wir sie ebenfalls akzeptieren (Matth. 18:18).
21. Wie äußert sich gottgefälliger Haß?
21 Der gottgefällige Haß duldet nichts Böses. Das bedeutet aber nicht, daß Christen mit Gewalt gegen die falsche Religion oder gegen korrupte Regierungen vorgehen, denn sie wissen, daß Gott es sich vorbehalten hat, dies zu tun. Ein Christ beweist, daß er diese Dinge haßt, indem er andere eifrig auf das hinweist, was Gottes Wort über die Zeit sagt, in der Gottes Königreich allein die Herrschaft über die Erde ausüben wird. Der gottgefällige Haß zeichnet sich ferner dadurch aus, daß man so etwas wie Lügen, Stehlen und Unsittlichkeit verabscheut. Die Gespräche eines Christen, seine Lebensweise und die Art der Unterhaltung, die er wählt, lassen keinen Zweifel darüber, wie er in dieser Hinsicht eingestellt ist (Eph. 5:3-5).
22. Warum ist es unbedingt erforderlich, die wichtigen göttlichen Eigenschaften Liebe und Haß zu bekunden?
22 Wir leben heute in einer Zeit, in der die göttlichen Eigenschaften Liebe und Haß besonders sorgfältig gepflegt werden sollten. Das zu lieben, was Jehova liebt, und das zu hassen, was er haßt, wird uns davor schützen, so zu handeln wie diese böse Welt. Die göttliche Eigenschaft der Liebe ist eine gewaltige Triebkraft zu rechtem Handeln. Die göttliche Eigenschaft des Hasses bewahrt uns davor, falsch zu handeln, und hilft uns, weiterhin auf Jehovas Wegen zu wandeln. Sind unsere Liebe und unser Haß wirklich echt? Die Antwort auf diese Frage zeigt, von welcher Bedeutung und welchem Wert unser ganzes Leben ist.
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Schwierigkeiten, solange Jesus Gott genannt wirdDer Wachtturm 1975 | 15. Januar
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Schwierigkeiten, solange Jesus Gott genannt wird
● In einem Artikel, der in der Zeitschrift The Expository Times erschien, schrieb der Theologe Vincent Taylor: „Aus den Evangelien geht deutlich hervor, daß Jesus nicht alles wußte, daß er Fragen stellte, um sich zu informieren ..., daß er dem reichen Vorsteher, der ihn ,guter Meister‘ nannte, die herausfordernde Frage stellte: ,Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein‘ [Mark. 10:18]. Diese Äußerungen haben stets Schwierigkeiten bereitet, und das wird auch so bleiben, solange Jesus ohne Einschränkung als Gott bezeichnet wird.“ Sie stellen aber kein Problem dar, wenn man die Dreieinigkeitslehre ablehnt und das glaubt, was Jesus selbst sagte: daß Gott, der Vater, größer ist als Jesus Christus (Joh. 14:28).
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