Ist es möglich, Gott kennenzulernen?
„[Gott ist] einem jeden von uns nicht fern“ (Apg. 17:27).
WENN es einen Gott gibt, der das Universum erschaffen hat, dann muß er unsichtbar und den Menschen weit überlegen sein. Das wird allgemein anerkannt. Bedeutet das aber, daß die Menschen keine Kenntnisse über ihn sammeln können? Ist Gott so erhaben, daß er sich nur wenig oder überhaupt nicht für die Menschen interessiert? Ist es unmöglich, festzustellen, weshalb er uns erschaffen hat und weshalb alles auf bestimmte Weise abläuft? Oder können wir erfahren, was Gott mit uns vorhat?
Ja, dies zu erfahren ist möglich. Zunächst finden wir Hinweise auf Gott in der Schöpfung. Ein Bibelschreiber sagt diesbezüglich: „Denn seine [Gottes] unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden“ (Röm. 1:20). Wenn wir über die Erschaffung des Universums einschließlich unserer Erde und des Lebens darauf nachdenken, erkennen wir die große Macht und die überragende Weisheit des Schöpfers. Die Art und Weise, wie alles zur Erhaltung des Lebens zusammenwirkt, und die Tatsache, daß das Leben für uns etwas Genußreiches ist, läßt uns auch seine große Liebe erkennen. Wenn wir diese Eigenschaften des Schöpfers beobachten, sollten wir uns veranlaßt fühlen, mehr über ihn kennenzulernen.
Etwas anderes, was verdeutlicht, daß der Schöpfer an uns und daran interessiert ist, daß wir ein nützliches Leben führen, ist die Tatsache, daß er jeden Menschen mit einem Gewissen ausgestattet hat, das seine Entscheidungen und Handlungen ständig überwacht, um ihm zu helfen, richtig und sittlich einwandfrei zu handeln. Außerdem hat jeder das natürliche Verlangen, zu wissen, weshalb er auf der Erde lebt und was ihm die Zukunft bringen wird. Der Mensch hat auch von Natur aus den Drang, jemand anzubeten. Wäre es daher logisch, daß ein intelligenter Gott seinen intelligenten Geschöpfen nicht die Möglichkeit geben würde, ihn kennenzulernen? Keineswegs.
Beachten wir, was der Apostel Paulus diesbezüglich vor dem Areopag-Gericht in Athen sagte. Er sprach von Gottes Vorsatz, daß die Menschen „Gott suchen [sollten], ob sie ihn ertasten und finden könnten; denn keinem von uns ist er fern“ (Apg. 17:27, Einheitsübersetzung). Es ist also nicht schwierig, Gott zu finden. Er ließ die Bibel in einfacher, leichtverständlicher Sprache schreiben. Sein Sohn sagte: „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet“ (Matth. 7:7, EÜ). Diese Verheißung ist eine Zusicherung dafür, daß jemand Hilfe erhalten kann, wenn bestimmte Teile der Bibel für ihn schwer verständlich sind. Aber zunächst muß er Gott und seinen Vorsatz wirklich kennenlernen wollen, dann muß er Gott darum bitten und seinen aufrichtigen Wunsch dadurch zeigen, daß er in der Bibel liest. Er darf davon überzeugt sein, daß Gott ihm helfen will und wird, Verständnis zu erlangen und den Weg zum Leben einzuschlagen. In der Bibel heißt es: „Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg. Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll. Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; er weiht sie ein in seinen Bund“ (Ps. 25:8, 12, 14, EÜ).
Gott ist so sehr an den Menschen interessiert, daß er bestimmte Menschen aussandte, um anderen zu helfen, ihn kennenzulernen, wiewohl er ihnen in vielen Schwierigkeiten beistehen mußte. Allen voran erklärte Gottes eigener Sohn, Jesus Christus, tatkräftig anderen die Vorsätze Gottes und unterwies sie darin. Darüber hinaus erduldete Jesus große Gegnerschaft und heftige Verfolgung von seiten seiner eigenen Landsleute, wenn auch einige von ihnen seine Jünger wurden. Diese Jünger wiederum nahmen im Interesse der guten Botschaft alle möglichen Mühsale auf sich — Entbehrungen, Kälte, Hunger und sogar Schiffbruch. Doch gewissenhaft machten sie Gottes Vorsatz bekannt, der darin besteht, den Menschen eine gerechte Regierung zu geben, die es ihnen ermöglicht, Gesundheit und ewiges Leben zu erlangen (2. Kor. 11:24-27).
Sollten wir erwarten, daß Weltführer oder die bedeutenden Nachrichtenmedien der Welt uns eine Hilfe bieten, Gott kennenzulernen? Nein. Und die Tatsachen unterstreichen diese Schlußfolgerung. Statt Gottes Verheißungen anzuerkennen und bekanntzumachen, daß er beabsichtigt, durch sein Königreich Ungerechtigkeit und Leiden aufhören zu lassen, unterstützen die Weltführer politische, kommerzielle und wissenschaftliche Versuche, die Mißstände in der Welt zu beheben. Alle, denen sie in der Öffentlichkeit zu Prominenz verhelfen, unterstützen diese weltlichen Ziele. Daher wird auf diesem Wege keine Hilfe geboten, Gott kennenzulernen.
Wie erlangt man aber dann die Erkenntnis über Gott, die Jesus als unerläßlich bezeichnete, als er sagte: „Dies ist das ewige Leben: dich, den einzigen und wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (Joh. 17:3, EÜ)? Wenn du in der Bibel liest, wirst du feststellen, daß Gott meistens einfache Menschen die in der Welt nicht prominent waren, als seine Diener gebrauchte. Zwei der bedeutendsten Apostel, Petrus und Johannes, wurden von den Priestern, den Ältesten und denen, die in dem für die Juden gültigen Gesetz bewandert waren, verhört. Sie gaben vernünftige Antworten, und „die Führer des Volkes sahen . . . [ihre] Freimütigkeit . . . und verwunderten sich um so mehr, als es ja einfache und ungebildete Leute waren. Aber sie erkannten sie als Jünger Jesu“ (Apg. 4:13, Bruns). Sie waren also keineswegs prominent, doch waren sie von Jesus Christus so gut belehrt worden, daß sie Gott kannten und seine Vorsätze anderen erklären konnten.
Gott ermöglicht es den Menschen, Erkenntnis über ihn zu erlangen. Personen, die eine solche Belehrung wünschen und deswegen in der Bibel lesen, sind im Rahmen dieses Bildungsprogramms tätig. Sie tun es nicht so sehr aus einem Pflichtbewußtsein heraus als vielmehr freiwillig, und gewiß streben sie nicht nach materiellem Gewinn, sondern freuen sich, daß Gott sich wirklich um die Menschen kümmert (Ps. 110:3). Sie haben kennengelernt, daß er segensreiche Vorsätze in Verbindung mit der Menschheit gefaßt hat und daß er verheißen hat, die Menschen von Bedrückung, Unsicherheit, Krankheit und Tod zu erlösen. Daher möchten sie dies auch anderen erzählen.
Dieses nützliche Schulungswerk wird von Jehovas Zeugen durchgeführt. Mit ihrer Hilfe kann jeder aufrichtig Suchende kennenlernen, was Gott mit den Menschen vorhat. Du kannst den Anfang damit machen, indem du in der Bibel liest und indem du die kostenlose Hilfe dieser Menschen in Anspruch nimmst, die aufrichtige Erforscher der Bibel sind. Vielleicht bist du ebenso demütig und aufgeschlossen wie jener Mann im ersten Jahrhundert, der in der Bibel las und von einem Jünger Christi angesprochen wurde. Der Jünger sagte ihm: „Verstehst du auch, was du liest?“ Jener Mann antwortete: „Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?“ Der Jünger namens Philippus verhalf dem Mann durch ein Bibelstudium zu einem klaren Verständnis des Gelesenen (Apg. 8:30-35, EÜ). Auch du kannst solche Hilfe kostenlos in Anspruch nehmen. Die Erkenntnis, die du dadurch erlangst, daß du Gottes Vorhaben verstehen lernst, vermag dir neue Hoffnung und Herzensfrieden zu vermitteln und deinem Leben Sinn zu verleihen.