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Eine lange Zeit, aber nicht länger als erforderlichErwachet! 1975 | 22. April
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und nichts läßt erkennen, daß sie bereit ist, sich zu ändern.
Welche Rolle haben die Religionen der Welt gespielt?
Sind die Religionen der Welt in dieser Beziehung frei von Schuld? Haben sie sich um die Menschen gekümmert und ihnen geholfen, die Segnungen Gottes zu empfangen? Haben sie der Menschheit gezeigt, wie sie sich Jehovas Souveränität wieder unterordnen kann?
Die Weltgeschichte bezeugt, daß die Religionsorganisationen dieser Welt mit den politischen Mächten zusammengearbeitet haben — manchmal waren sie mit ihnen sogar „ein Herz und eine Seele“. Sie haben ihnen geholfen, riesige Reiche aufzubauen, indem sie das Volk beeinflußten, so daß es tyrannischen und verderbten Herrschern gewogen blieb. Diese Religionsorganisationen haben nicht nur selbst Kriege geführt — z. B. die blutigen Kreuzzüge — und Andersgläubige verfolgt — z. B. durch die Inquisition —, sondern Vertreter dieser Religionen haben auch die aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen geführten Kriege der Völker gesegnet und staatliche Korruption beschönigt. Das hat diesen Organisationen materiellen Nutzen und großes Ansehen gebracht. Aber sie sind mitschuldig an den Leiden der Menschheit.
Ein Beispiel aus unserer Zeit mag genügen. In einem Artikel des New York Times Magazine, der sich mit der Dürre in Äthiopien befaßte, hieß es:
„Trotz der Dürre hat die Kirche, der ein Drittel des ganzen Landes gehört, von den verarmten Bauern den Pachtzins gefordert. Auch der Adel hat das getan. Der äthiopische Bauer hat etwa 90 Prozent der Ernte als Pachtzins und Steuern abzuliefern.“
Es ist den Religionen der Welt nicht gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Ehrlichkeit, Sittenreinheit, Anstand und Nächstenliebe gedeihen. Unmoral, Pflichtvergessenheit, Veruntreuungen und Rassenstreitigkeiten nehmen stark überhand. In der Saturday Review/World vom 18. Mai 1974 konnte man deshalb lesen: „Wohin man blickt, sieht man Anzeichen dafür, daß von der moralischen Kraft bald nichts mehr übrig ist.“
Warum ein Gott, der die Menschen liebt, das alles zulassen konnte
Menschen ist es unmöglich, all den Schmerz, all das Herzeleid und all den Schaden, den die von Gott unabhängige Herrschaft in den vergangenen fast sechstausend Jahren verursacht hat, jemals ungeschehen zu machen. Aber Jehova Gott kann das. Er kann den Leiden der Menschen nicht nur ein Ende machen, indem er die Mißwirtschaft und die von Selbstsucht geprägte Herrschaft über die Erde aus dem Weg schafft (Dan. 2:44), sondern er kann auch bewirken, daß alle schädlichen Folgen so beseitigt werden, als hätte es sie nie gegeben. Wie wird das geschehen?
Da Gott den Menschen geschaffen hat, kann er Menschen, die gestorben sind, wieder lebendig machen. Aus seinem Wort geht hervor, daß er während der Königreichsherrschaft seines Sohnes die Verstorbenen aus den Gräbern hervorkommen lassen und diesen Auferstandenen die Gelegenheit geben wird, so zu handeln, daß sie ewiges Leben erlangen können (Joh. 5:26-29; Apg. 24:15; Offb. 20:11-13). So wird sich erfüllen, was in der inspirierten Prophezeiung in Jesaja 25:8 geschrieben steht: „Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der Herr Jehova wird gewißlich die Tränen von allen Angesichtern abwischen.“
Gott wird dadurch, daß er mittels der gerechten Regierung seines Sohnes auf der Erde paradiesische Verhältnisse wiederherstellen sowie Frieden, Gerechtigkeit und Einigkeit in der ganzen Welt schaffen wird, aus dem Gedächtnis aller, die dann leben, jede bittere Erinnerung an früher auslöschen. Was über die Israeliten der alten Zeit, die nach jahrelanger Gefangenschaft in Babylon in ihr Heimatland zurückkehrten, gesagt wurde, wird auch von den gehorsamen Menschen gesagt werden können, die eine paradiesische Erde bewohnen werden: „Und die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen. Doch frohlockt und freut euch immerdar über das, was ich schaffe“ (Jes. 65:17, 18). Gott verheißt auch, durch sein himmlisches Königreich unter seinem Sohn ‘jede Träne von ihren Augen abzuwischen’ und dafür zu sorgen, daß ‘der Tod nicht mehr sein wird noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz’ (Offb. 21:2-4).
Wer das zu seiner Hoffnung machen möchte, muß Glauben haben. In der Bibel lesen wir: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm [Gott] wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebr. 11:6). Ein blinder Glaube ist wertlos. Aber ein Glaube, der auf Tatsachen beruht, kann eine unerschütterliche Hoffnung vermitteln. Gott hat uns genügend Tatsachenmaterial geliefert, so daß wir nicht nur glauben können, daß er lebt, sondern auch, daß er denen, „die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. Man beachte, was er in der Vergangenheit bereits getan hat, was zeigt, daß er sich um die Menschen kümmert und daß er an ihnen interessiert ist.
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Wie Gott bewiesen hat, daß er sich um uns kümmertErwachet! 1975 | 22. April
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Wie Gott bewiesen hat, daß er sich um uns kümmert
JEHOVA GOTT hat die Menschheit nicht sich selbst überlassen, so daß sie wie ein Blinder nach einem Ausweg suchen müßte, ohne die Gewißheit zu haben, einen solchen zu finden. Vor Tausenden von Jahren begann er, seinen Vorsatz zu offenbaren, und veranlaßte auch, daß diese Offenbarung als sein Wort, seine Botschaft an die ganze Menschheit, niedergeschrieben wurde.
Heute finden wir diese Botschaft in der Bibel; sie ist das inspirierte Wort Gottes. Wenn wir es lesen, erfahren wir, was für eine Person Jehova Gott ist, was für Eigenschaften er hat, wie er mit den Menschen verfährt und nach welchen Normen er sich richtet. Aus den Prophezeiungen der Bibel erfahren wir, was Gott zu tun beschlossen hat und was wir tun sollten, um künftig Schutz finden und glücklich leben zu können.
In der Bibel finden wir viele Beweise dafür, daß sich Gott um die ganze Menschheit kümmert und an ihr interessiert ist. Wir stellen fest, daß er die Würde des einzelnen Menschen respektiert; daß er niemand zwingt, ihm zu dienen oder ihn anzubeten, sondern wünscht, daß man das freiwillig tut, von Herzen und aus Liebe (5. Mose 30:15, 16). Wie die Bibel zeigt, sind in den Augen Gottes alle Menschen gleich, sie mögen dieser oder jener Nation, dieser oder jener Rasse oder dieser oder jener Gesellschaftsschicht angehören. Jeder, der ihm dienen möchte, kann das tun und wird dann samt seinen Angehörigen reich gesegnet werden (Apg. 10:34, 35).
Wir wollen nun einige in der Bibel erwähnte Einzelheiten kennenlernen, die zeigen, daß Jehova Gott großes Interesse an der ganzen Menschheit bekundet und die Menschen gesegnet hat, die ihm vertrauten und an ihn glaubten.
Die Verheißung, die Gott Abraham gab, zeigt, daß Gott kein Rassist ist
Abraham, Stammvater der Juden und der Araber, vertraute dem Wort Jehovas und diente Jehova bereitwillig. Deshalb segnete Gott ihn und seine Familie. Gott schätzte den Glauben Abrahams so sehr, daß er beschloß, mit einem Volk, das aus einem Zweig der Familie Abrahams hervorgehen würde, in einer besonderen Weise zu handeln: Es sollte Jehovas Volk sein und seine Anbetung pflegen. Er gab dem Volk, das von Abrahams Enkel Jakob, auch Israel genannt, abstammte, Gesetze. Er ließ es im Land Kanaan wohnen (5. Mose 4:7, 8). Ferner rief Gott durch dieses Volk den anderen Völkern der Erde seinen Namen immer wieder in Erinnerung, und durch dieses Volk brachte er seinen Messias hervor, der gesalbt wurde, um die Menschheit zu erlösen (Gal. 3:24; 4:4).
Hat Gott lediglich ein Volk allen übrigen Völkern vorgezogen? Warum sollte Gott, der alles erschaffen hat, seine Güte auf e i n Volk beschränken? Gott zeigte sich weder selbstsüchtig noch parteiisch, als er so handelte, sondern er begann, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß ‘alle Familien der Erde gesegnet werden’ können (1. Mose 12:3; 22:18). Dadurch, daß er mit diesem Volk handelte und ihm eine Regierung gab, offenbarte er viele seiner Eigenschaften als Gott und als König — seine liebende Güte und seine Barmherzigkeit — sowie seine Regierungsprinzipien. Er schuf die Voraussetzungen für das Kommen des Messias. Die Abstammungslinie oder Geschlechtslinie des Messias und die Prophezeiungen über sein Leben wurden schriftlich festgehalten, und dieser Bericht wurde aufbewahrt, damit die Menschen zu der Überzeugung gelangen könnten, daß er der von Gott gesandte Messias sei. Ja, in den Jahrhunderten, in denen Gott mit jenem Volk handelte, wurde die Bibel geschrieben — ein sachlicher Geschichtsbericht nebst Prophezeiungen und prophetischen Bildern sowie „Schatten der künftigen guten Dinge“. Und all das ist zu unserem Nutzen niedergeschrieben worden (1. Kor. 10:11; Hebr. 10:1).
Gott kümmert sich um ein unvollkommenes Volk
Als Gott dieses von Abraham abstammende Volk auserwählte, war es eine Minderheit und lebte in Sklaverei. Durch den Propheten Moses ließ er ihm sagen: „Es war nicht, weil ihr das volkreichste von allen Völkern wäret, daß Jehova Zuneigung zu euch bekundete, so daß er euch erwählte, denn ihr wart das geringste von allen Völkern; sondern es war, weil Jehova euch liebte und weil er seinen Schwur hielt, den er euren Vorvätern geschworen hatte, daß Jehova euch mit starker Hand herausführte, damit er dich aus dem Sklavenhause ... erlöse“ (5. Mose 7:7, 8). Auf diese Weise konnte Gott nicht nur zeigen, daß er treuen Dienst und Hingabe — wie die des Abraham, Isaak und Jakob — schätzt und belohnt, sondern daß er auch sein Wort hält (5. Mose 7:9).
Dieses Volk konnte der Fürsorge Gottes sicher sein. Viele Male wurde es von Feinden, die ihm bei weitem überlegen waren, angegriffen. Wenn es sein Vertrauen auf Jehova setzte, kam er ihm zu Hilfe (Ri., Kap. 7; 2. Chron. 14:9-15). Selbst wenn sich das Volk von Gott abwandte und schwer sündigte, zeigte sich Gott geduldig mit ihm und erwies ihm Barmherzigkeit. Gelegentlich strafte er es hart, aber wenn es zu ihm zurückkehrte, vergab er ihm und segnete es, indem er ihm Wohlfahrt, Gesundheit und Frieden schenkte (Jer. 7:13, 14; 30:18, 21, 22). Der Bericht über die tausendfünfhundert Jahre, in denen Gott mit diesem Volk handelte, zeigt, daß Gott trotz der Unvollkommenheit, Abtrünnigkeit und Hartnäckigkeit dieses Volkes überaus langmütig und geduldig mit ihm war.
Schließlich empörte sich Israel unwiderruflich gegen Jehova Gott, verwarf seinen Sohn und übergab ihn dem römischen Statthalter zur Hinrichtung. Trotz alledem sandte Gott seine Diener noch dreieinhalb Jahre lang nur zu diesem Volk, damit sie ihm die gute Botschaft verkündigten. Erst nach dieser Zeit hörte er auf, sich besonders um dieses Volk zu kümmern, und begann, seine Boten zu den heidnischen Völkern der Erde auszusenden (Apg., Kap. 10). Der Zweck, zu dem er Israel als sein besonderes Werkzeug benutzte, war erfüllt, und das besondere Verhältnis, das er zu diesem Volk hatte, hörte zu bestehen auf. Einzelne Angehörige jenes Volkes sollten allerdings stets seine Gunst und seinen Segen erlangen können, wenn sie seinem Wort gehorchen und an seine Vorkehrungen glauben würden (Röm. 10:12; Gal. 3:28).
Gott ließ durch seine Verfahrensweise sichtbar werden, daß er sich um die Menschen, die ihm dienen, kümmert, ja daß er sie innig liebt. Er zeigte, was er zu tun bereit ist, wenn die Menschen aufrichtig auf ihn hören. Das Gesetz, das er den Israeliten gab, war so vorzüglich, daß sie, obwohl sie es nur unvollkommen halten konnten, rund neunhundert Jahre lang ein freies Volk blieben.
Gott kümmert sich um alle Völker
Während dieser Zeit vergaß Gott die anderen Völker nicht. In Lystra, einer Stadt in Kleinasien, sprach der Apostel Paulus einmal zu einer Gruppe von Heiden, die Götzen verehrten, und forderte sie auf, ‘sich von diesen nichtigen Dingen abzuwenden zu dem lebendigen Gott hin, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat’. Dann fügte er hinzu: „In den vergangenen Generationen ließ er [Gott] alle Nationen ihre eigenen Wege gehen, obwohl er sich allerdings nicht ohne Zeugnis gelassen hat, indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apg. 14:15-17). Gott hat sich bis heute nicht ohne dieses „Zeugnis“ gelassen.
Gottes Interesse an allen Menschen zeigte sich deutlich in der Art und Weise, wie er mit den Städten Sodom und Gomorra verfuhr. Diese beiden Städte waren tief gesunken. Gott sagte: „Der Klageschrei über Sodom und Gomorra, ja, er ist laut, und ihre Sünde, ja, sie ist sehr schwer“ (1. Mose 18:20). Offenbar waren Nachbarvölker entsetzt und betrübt über den sittenlosen Wandel und schrien zu Gott. Mit Rücksicht auf ihre Bestürzung und auf ihr Recht, von der Gefahr, die der sittenlose Wandel der Sodomiten für sie bildete, befreit zu werden, beschloß Gott, diese beiden Städte und die übrigen in der Umgebung zu vernichten. Wären nur zehn Gerechte darin gefunden worden, hätte Gott die Städte wegen dieser zehn Menschen nicht vernichtet (1. Mose 18:22-33).
Gottes Verfahrensweise mit Sodom und Gomorra zeigt, daß er kein Gefallen hat am Tode eines Menschen, sondern daß er will, daß die Menschen leben; sie brauchen lediglich ihren Nächsten zu achten und nach gerechten Grundsätzen zu leben (Hes. 33:11; Micha 6:8). Außerdem sind Gottes unverdiente Güte und seine Fürsorge so groß, daß er, wie sein Sohn erklärte, die Bevölkerung von Sodom von den Toten auferwecken und ihr die Gelegenheit einräumen wird, den Weg des Lebens kennenzulernen, umzukehren und ihn zu gehen (Luk. 10:11, 12; Matth. 11:24).
Gottes Fürsorge für den Planeten Erde als Wohnstätte des Menschen
Gottes Interesse an seiner Schöpfung, der Erde, kommt in den Gesetzen, die er dem Volk Israel gab, deutlich zum Ausdruck. Sie enthielten Bestimmungen, die für das Land sowie für die Menschen und die Tiere, die darauf wohnten, von allergrößtem Nutzen waren. Zum Beispiel gebot er, daß jedes siebente Jahr ein Ruhejahr sein sollte. Alle waren von der Landarbeit befreit, auch das Vieh. Heute weiß jeder Landwirt, daß die Fruchtbarkeit des Bodens wiederhergestellt wird, wenn man ihn eine Zeit brachliegen läßt (3. Mose 25:2-7).
Außerdem war jedes fünfzigste Jahr nicht nur ein solches Sabbatjahr, sondern es war auch ein „Jubeljahr“, ein Jahr, in dem alle Schulden erlassen wurden. Sämtliche Israeliten, die ihr Land verkauft hatten, weil sie in Not geraten waren, erhielten ihr Erbteil zurück, und zwar schuldenfrei. Selbst die Israeliten, die sich in die Sklaverei verkauft hatten, wurden freigelassen. Welch ein Ausdruck liebevoller Fürsorge! Solange das Volk diese Gesetze hielt, brauchte es keine Wirtschaftskrise zu befürchten wie viele Völker heute (3. Mose 25:8-19).
Schattenbilder einer kommenden Regierung für die ganze Erde
In dem von einem Apostel Jesu Christi unter Inspiration verfaßten Römerbrief lesen wir (15:4): „Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können.“ Der Mittelpunkt dieser Hoffnung ist die kommende gerechte Regierung, durch die Gott die Menschheit und die Erde wieder in Harmonie mit sich bringen wird. Derselbe Apostel weist darauf hin, daß die Gesetze, die Gott den Israeliten durch seine Regierung gab, ein „Schatten der künftigen guten Dinge“ waren, Schattenbilder der Segnungen einer Regierung mit Sitz im Himmel, durch die Gott für die Bewohner der Erde ein Programm durchführen lassen wird, das allen Menschen, die von Herzen Gerechtigkeit lieben, zum ewigen Segen gereichen wird (Hebr. 10:1). Daher lesen wir in Epheser 1:9, 10: „Es ist nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgesetzt hat in sich selbst, für eine Verwaltung an der Grenze der Fülle der bestimmten Zeiten, nämlich in dem Christus wieder alle Dinge zusammenzubringen, die Dinge in den Himmeln und die Dinge auf der Erde.“
Ja, Gottes eigener Sohn gab sein Leben als Lösegeld für die Menschheit, um sie aus ihrem versklavten Zustand der Sünde, der Unvollkommenheit und des Todes, den Adam, ihr Stammvater, ihr vererbt hat, zu befreien und um Gottes überlegenen Rechtsnormen gerecht zu werden (Röm. 3:23-26). Wir lesen in Römer 5:7, 8: „Denn kaum wird jemand für einen gerechten Menschen sterben; ja, für den guten Menschen zu sterben, wagt es vielleicht jemand noch. Gott aber empfiehlt seine eigene Liebe zu uns dadurch, daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren.“
Fast sechstausend Jahre hat die Menschheit sich nun geplagt und gemüht. Doch die Bibel zeigt, daß für die Erde und ihre Bewohner bald ein großartiger Sabbat, ein Ruhetag, anbrechen wird. Gemäß der Bibel sind bei Jehova „tausend Jahre wie e i n Tag“ (2. Petr. 3:8). Und in diesem Buch, dem Worte Gottes, wird vorhergesagt, daß es unter der Königreichsherrschaft seines Sohnes einen tausend Jahre langen Tag geben wird, an dem die Menschen von den Leiden, dem Krieg, den Verbrechen, dem Hunger und der Ungerechtigkeit Ruhe finden werden. Ja, es wird ein tausend Jahre langes Jubel„jahr“ sein, in dem alle, die sich willig dem Königreich unterstellen, sogar von der Sklaverei der Sünde, der Unvollkommenheit, der Krankheit und des Todes befreit und zu der sehnsüchtig erwarteten „herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ gelangen werden (Röm. 8:19-21; Hebr. 4:9, 11; Offb. 20:6).
Dann wird sich folgende Prophezeiung erfüllen: „Und Jehova der Heerscharen wird bestimmt für alle Völker ... ein Festmahl von Gerichten, reich an Öl, machen, ein Festmahl von Hefenweinen, von Gerichten, reich an Öl, mit Mark gefüllt, von gefilterten Hefenweinen“ (Jes. 25:6). Auch folgende Worte werden sich im Weltmaßstab erfüllen: „Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten ...; denn die Erde wird gewißlich erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken“ (Jes. 11:9).
Den eindrucksvollsten Beweis dafür, daß Gott sich um uns kümmert, liefern wahrscheinlich die Personen, die heute ihr volles Vertrauen in die Verheißung setzen, daß eine solche gerechte Regierung kommen wird. Sie sind ein Zeugnis dafür, was Gottes Wort in den Menschen bewirken kann, welche Änderung die Hoffnung, die dieses Wort vermittelt, in ihrem Leben herbeiführen kann.
Heute gibt es Millionen Menschen, die für das Königreich Jehovas sind, weil sie darin die einzige, die wahre Hoffnung der Menschheit erblicken. Diese Menschen leben in über 200 Ländern und Inselgebieten verstreut. Sie vertreten die verschiedensten Völker, Sprachen, Rassen und Gesellschaftsschichten. Dennoch sind sie nicht durch politische Anschauungen, Sektierertum, wirtschaftliche Konkurrenz, soziale Diskriminierung oder Rassenvorurteile entzweit, sondern sie sind geeint. Sie erfreuen sich eines echten Friedens; Streit ist ihnen fremd. Sie sind tatsächlich Brüder. Sie müssen sich mit den gleichen Problemen des täglichen Lebens auseinandersetzen wie die übrigen Menschen, und sie haben angeborene Unvollkommenheiten wie sie; doch sie machen die Erfahrung, daß sie, wenn sie die weisen biblischen Grundsätze anwenden, ihre Probleme besser lösen und sich des Lebens freuen können. Sie sind als christliche Zeugen Jehovas bekannt, weil sie von ihrem Glauben an Jehova Gott sprechen und von seinen Vorsätzen und seiner Fürsorge für die Menschheit Zeugnis ablegen (Jes. 43:10, 11).
Allerdings sind sie in vielen Ländern von Diktatoren und einflußreichen Religionsgemeinschaften verfolgt worden und werden noch verfolgt. Aber sie wissen, warum sie verfolgt werden, und sie erachten es als ein Vorrecht, zu beweisen, daß sie unverbrüchlich an den vorzüglichen Normen des Wortes Gottes festhalten und Gottes Souveränität gegenüber absolut loyal sind. Sie haben dasselbe Vertrauen wie der Jünger Jakobus, der unter Inspiration schrieb: „Glücklich ist der Mann, der die Prüfung erduldet, denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Jehova denen verheißen hat, die ihn beständig lieben“ (Jak. 1:12).
Selbst auf die Gefahr hin, ins Gefängnis zu kommen oder noch härter bestraft zu werden, suchen sie, getrieben von Nächstenliebe, ihren Mitmenschen die Hoffnung zu vermitteln, die sie durch die gute Botschaft von Gottes Königreich kennengelernt haben. Sie wissen, daß Gott um die Menschheit besorgt ist, daß „er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“, und sie sind bemüht, dasselbe Interesse an den Menschen zu bekunden (2. Petr. 3:9).
Es steht somit fest, daß Gott sich um die Menschen kümmert; die Beweise dafür sind überall zu sehen. Eine Fülle solcher Beweise liefert z. B. die Erde mit den vielen Voraussetzungen, die das Leben darauf — ein interessantes, lebenswertes Leben — ermöglichen; ferner denke man an den menschlichen Körper mit seinen bewunderungswürdigen Eigenschaften.
Am deutlichsten zeigt jedoch die Bibel, daß Gott sich um die Menschen kümmert, und zwar dadurch, daß sie die Ursache der Leiden erklärt und die Verfahrensweise Gottes mit seinen Geschöpfen offenbart sowie Gottes unveränderlichen Vorsatz, allen Schaden, der durch die Auflehnung gegen seine Souveränität im geistigen und im irdischen Bereich gestiftet wurde, wiedergutzumachen, aber auch durch ihre Wirkung, die sie auf den Menschen auszuüben vermag, so daß er sich vollständig ändern kann, und durch ihre Hoffnung auf eine Auferstehung der Toten.
Gott kümmert sich um uns. Er ist am Leben der Menschen interessiert. Sind wir es auch? Wir mögen diese Frage bejahen, aber wie handeln wir?
[Übersicht auf Seite 21]
(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)
Gemäß den Prophezeiungen der Bibel stehen wir jetzt, nachdem der Mensch fast 6 000 Jahre auf der Erde gelebt hat, an der Schwelle eines 1 000 Jahre umfassenden „Jubeljahres“, einer Zeit, in der die Menschen Ruhe finden werden von Leiden und Bedrückung.
1 000 2 000 3 000 4 000 5 000 6 000 7 000
ERSCHAFFUNG DES MENSCHEN SINTFLUT TOD JESU CHRISTI 33 u. Z. 1914 TAUSENDJAHRHERRSCHAFT CHRISTI JESU?
[Bild auf Seite 19]
Die Verheißung, die Gott dem Abraham gab, verriet nicht etwa Parteilichkeit, sondern zeigte, daß Gott sich um die ganze Menschheit kümmert. Er verhieß, durch den „Samen“ Abrahams Angehörige aller Nationen zu segnen.
[Bild auf Seite 20]
Dadurch daß Gott das Volk Israel aussonderte und mit diesem Volk handelte, konnte er zeigen, wie sich seine Leitung und seine gerechten Regierungsprinzipien auswirken.
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Bist du am Leben interessiert?Erwachet! 1975 | 22. April
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Bist du am Leben interessiert?
BIST du wirklich am Leben interessiert? Möchtest du, daß die Menschen — du, deine Angehörigen und die übrigen deiner Mitmenschen — in Frieden leben können und sich nicht zu fürchten brauchen? Hältst du eine gute Gesundheit für einen Segen? Genießt du die Schönheiten der Erde? Ergötzt du dich an der Tierwelt?
Wenn du all dem nicht gleichgültig gegenüberstehst, beweist du, daß du ähnliche Eigenschaften besitzt wie Gott. Er erschuf den Menschen „in seinem Bilde“, und sein Wort zeigt, daß er Leben, Frieden und Freiheit hoch bewertet. Er erschuf den Menschen so, daß er — gleich ihm — Verständnis und Wertschätzung für Schönheit haben kann (1. Mose 1:27; Pred. 3:11).
Es fragt sich nun: Bist du wirklich an deinem Leben und am Leben deiner Mitmenschen interessiert? Wenn ja, wie kannst du zeigen, daß es dir damit Ernst ist?
Heute werfen einige Gott vor, er kümmere sich nicht um die Menschen. Aber sie selbst schätzen das Leben gering. Sie mißbrauchen ihren Körper absichtlich, ja sie vergiften ihn langsam — zum Beispiel mit Nikotin oder anderen Drogen. Oder sie setzen sich der Gefahr aus, krank zu werden, indem sie schlemmen oder dem Geschlechtsgenuß frönen. Oder sie setzen sich um des Nervenkitzels willen oder weil es ihnen Freude macht zu rasen oder einfach aus Ungeduld unnötig Gefahren aus und gefährden gleichzeitig Leben und Gesundheit anderer.
Zweifellos handeln viele so, weil sie keine wirkliche Hoffnung haben, weil sie kein Ziel vor Augen haben, das ihr Leben lebenswert machen würde. Sie sagen wie die alten Griechen in Korinth: „Laßt uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben“ (1. Kor. 15:32).
Aber wenn wir am Leben interessiert sind und es schätzen, werden wir bereit sein, die von der Bibel in Aussicht gestellte Hoffnung einer Prüfung zu unterziehen, die Hoffnung nämlich, ewig zu leben. Wir werden dann nicht sagen, wir hätten „zu tun“ und hätten daher keine Zeit, uns mit der Bibel zu befassen, um herauszufinden, was darin stehe. Wir werden außerdem die Warnsignale beachten, die jetzt
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