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  • Unerläßlich: Denke an Gott, denke an andere, denke an dich
    Erwachet! 1979 | 22. Juli
    • Gaylin schrieb in der Zeitschrift Atlantic vom Januar 1979:

      „So etwas wie das Überleben des Individuums gibt es nicht. Das Menschliche jedes menschlichen Wesens ist der Fürsorge anderer menschlicher Wesen zu verdanken, ohne die es nicht überleben kann. Empfängt es nur minimale Liebe und Fürsorge, dann überlebt es vielleicht als ein biologisches Gebilde ohne die Eigenschaften der Menschlichkeit, die es über das Tier erheben. Selbst wenn ein Individuum erst nach seinem Entwicklungsstadium in irgendeinem entscheidenden Punkt keinen Kontakt mehr mit seiner Art hat, kann es zwar in seiner Vorstellungskraft soziale Verhältnisse nachvollziehen und sich eine Zeitlang daran aufrichten, steht aber in der Gefahr, auf das Niveau eines Tieres erniedrigt zu werden.“

      Der Psychoanalytiker Otto Kernberg schrieb in der Zeitschrift Psychology Today vom Juni 1978:

      „Hat ein Mensch ein enges Verhältnis zu einem anderen Menschen, dann geht in ihm etwas vor sich, was ihm große Befriedigung verschafft ... Und wenn er das nicht erreichen kann, empfindet er eine Leere und chronische Unzufriedenheit.“

      Wir brauchen die Anerkennung anderer. Wie Jesus zeigte, ist das Geben die beste Möglichkeit zu empfangen: „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein treffliches, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch wieder gemessen werden“ (Luk. 6:38). Empfangen macht glücklich, aber Geben noch glücklicher. Wenn wir von unserer Liebe geben, wird sie geübt und wächst, und unsere Fähigkeit, andere zu lieben, nimmt zu. Wir ernten wiederum ihre Liebe. Liebe andere zuerst. Das wird bewirken, daß sie dich lieben. Veranschaulicht wird das durch die Liebe, die Jehova uns Menschen erwiesen hat: „Was uns betrifft, so lieben wir, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Joh. 4:19; Apg. 20:35).

      Kleine Kinder müssen lernen, wie wichtig es ist, andere zu lieben. Beim Spiel mit Gleichaltrigen lernen sie, daß sie nicht immer ihren eigenen Willen durchsetzen können, nicht immer das tun können, was ihnen beliebt, und nicht immer nur an sich denken können. Kleine Kinder neigen dazu, auf ihrem Willen zu bestehen, erkennen aber bald, daß der Preis einer Kameradschaft darin besteht, anderen auch mal den Vorrang zu lassen. Kleine Ichanbeter werden vereinsamen.

      Du mußt Gott lieben

      Wir sind ein winziges Nichts, verglichen mit der Größe der Erde, die winzig ist im Vergleich zu unserer Sonne, die wiederum ein kleiner Stern unter Millionen anderen in unserer Milchstraße ist. Unsere Milchstraße ist nur eine unter Milliarden anderen des Universums. Wir stünden in der Weite dieses Raumes mikroskopisch klein und völlig unbedeutend da — es sei denn, der Gott, der das Universum erschaffen hat, hat auch uns erschaffen, sorgt für uns und hat einen Zweck für unser Dasein vorgesehen. Das ist auch der Fall, und allein aus diesem Grund kann unser Leben Sinn und Zweck haben. Gott liebt uns, und wir müssen ihn lieben. Dieser Punkt wird in der Bibel wiederholt hervorgehoben. Leslie K. Tarr, ein religiöser Schriftsteller, stellte mit folgenden Worten die Philosophie des Ichkults dem Christentum gegenüber:

      „Das Evangelium des Eigennutzes trifft zutiefst alles Edle unserer Kultur und ist dem christlichen Evangelium völlig entgegengesetzt. ,Das Beste immer für mich‘ ist der Schlachtruf der neuen Barbarei. Das christliche Evangelium ist ein Aufruf ganz anderer Art. Es fordert dich dazu auf, dich selbst zu verleugnen, das Kreuz aufzunehmen, ... die andere Wange hinzuhalten und die zweite Meile zu gehen. Im Gegensatz dazu nimmt sich der Aufruf ,Das Beste immer für mich‘ schäbig aus ... Das Evangelium des Insichgekehrtseins ist in seinen religiösen und weltlichen Formen weit entfernt von der Botschaft, die unsere Augen zuerst auf Gott und dann nach draußen zu anderen lenkt“ (Toronto Star, 25. November 1978).

      Der angesehene Historiker Arnold Toynbee sprach von einer ernsthaften moralischen Kluft, vor der wir stehen, und sagte über die Wissenschaft:

      „Sie hat ihm [dem Menschen] nicht geholfen, aus dem Gefängnis seiner angeborenen Ichsucht auszubrechen und sich in die Gemeinschaft einer Realität zu begeben, die größer, wichtiger, wertvoller und beständiger ist als das Individuum selbst“ (Surviving the Future, Arnold Toynbee).

      In einer Flut einschlägiger Bücher reden die modernen Gurus des Ichkults ihrer Philosophie das Wort. Doch die jahrtausendealte Geschichte der Menschheit hat offenbart, daß menschliche Philosophien keinen bleibenden Nutzen bringen. „Die Weisheit [erweist sich] durch ihre Werke als gerecht“, und menschliche Weisheit hat diesen Beweis nicht erbracht (Matth. 11:19). Menschen mögen spotten und sagen, die Weisheit der Bibel sei unpraktisch, doch bleibt die Tatsache bestehen, daß es die Welt noch nie damit — mit der Liebe zu Gott — versucht hat; auch nicht mit der Liebe zum Nächsten; nicht einmal mit der echten Liebe zu sich selbst. Und sicher nicht mit der Goldenen Regel, die Jesus verkündete: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matth. 7:12).

      Der Psychiater Karl Menninger führt in seinem Buch Whatever Became of Sin? aus: „Die eigene Egozentrik zu überwinden ist keine Tugend; es ist eine Lebensnotwendigkeit.“

      Wir müssen an uns selbst, an andere und auf jeden Fall an Jehova Gott denken. Jesus rückte diese Notwendigkeiten ins rechte Licht, als er gefragt wurde: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im ,Gesetz‘?“ Seine Antwort: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze ,Gesetz‘ und die ,Propheten‘“ (Matth. 22:36-40).

  • Der Ichkult zerrüttet Familien — ein paar Kommentare
    Erwachet! 1979 | 22. Juli
    • Der Ichkult zerrüttet Familien — ein paar Kommentare

      „Meinen Sie, daß die Ich-Gesellschaft zu einer Zunahme an zerrütteten Familien führt?“ fragte man Dr. Robert Taylor, Autor einschlägiger Bücher. „Ja“, antwortete er. „Ich glaube, die Ich-Philosophie trägt zu der gegenwärtigen hohen Scheidungsrate bei.“

      Die jetzige Mode der Selbstverwirklichung bewirkt, daß „ganze Bevölkerungsteile“, so hieß es in einem Leitartikel der Zeitschrift U.S. News & World Report „Arbeitsplatz, Politik, Bürger- und Familienpflichten vernachlässigen oder aufgeben zugunsten von Kursen für Selbstverwirklichung, von exotischen Übungen, ... außerehelichen Abenteuern und anderen Betätigungen, die das reine Glück bringen sollen“.

      „Moderne Eltern sind ihrem Kind entfremdet.“ Warum? In einem Bericht der Newsweek wird erklärt: „Sie meinen, sie hätten ,kaum etwas weiterzugeben, und geben jetzt ihrem persönlichen Recht auf Selbstverwirklichung den Vorrang‘.“

      „In einem Zeitalter, das den Ausdruck der eigenen Person und die Selbstgefälligkeit hervorhebt, möchten Eltern nichts von sich selbst für ihre Kinder opfern, die sie als eine Bürde betrachten. Die Kinder sind entweder völlig unerwünscht oder sollen sich möglichst ruhig und unauffällig verhalten ... Die Leute sind heute egozentrischer als vor 20 Jahren“ (Homemaker’s Magazine, Juni/Juli/August 1976).

      Im vergangenen Dezember wurde in einem besonderen Bericht des amerikanischen Fernsehnetzes CBS die Situation einer Familie diskutiert, die getrennt lebt und deren Kinder unter den Folgen der Trennung zu leiden haben. Die Mutter gehört der Frauenbewegung an, wodurch die Scheidung heraufbeschworen wurde. Die Kinder sagten, sie seien traurig darüber, daß die Mutter wegen ihres Arbeitsplatzes zu oft von zu Hause fort sei und der Vater getrennt von ihnen lebe.

      In der Zeitschrift U.S. News & World Report hieß es über die Psychiatrie: „Die Gesellschaft als Ganzes hat vielleicht unter einigen psychiatrischen Praktiken gelitten. Es besteht — zu Recht oder zu Unrecht — die weitverbreitete Ansicht, daß die Sorgen und Nöte des modernen Amerika durch psychiatrische Ratschläge verschlimmert worden sind, die oft auf die Ermunterung hinauslaufen: ,Was du tust, geht niemand etwas an‘ selbst wenn dabei Familien zugrunde gehen.“

      Die Zeitschrift Newsweek besprach unter dem Titel „Ich, ich und noch mal ich“ das Buch The Culture of Narcissism (Die Kultur des Narzißmus) von dem Geschichtsprofessor Christopher Lasch. Die gegenwärtige Tendenz der Eltern, „ihrem persönlichen Recht auf Selbstverwirklichung den Vorrang“ zu geben, hat zur Folge, daß die Kinder emotional verkümmern und keinen Moralkodex haben. Wie er ausführt, bietet die neue Ichbewußtseinsbewegung „Lösungen an, die der eigenen Person schaden, da den Leuten geraten wird, nicht zuviel in Liebe und Freundschaft zu investieren“.

      Anfangs befaßten sich die Frauenzeitschriften mit Haushalt und Kindern. Dann erschienen Zeitschriften für die berufstätige Frau. Später waren es Zeitschriften für die Feministenbewegung. Die letzte Neuheit ist die Zeitschrift Self (Ich). Der Leitartikel einer Ausgabe des Wall Street Journal, in dem über die neu erschienene Zeitschrift berichtet wurde, schloß mit der Bemerkung, daß die Herausgeber dachten ihre Leser würden sich „nicht auf Kinder, Sex oder Politik, sondern auf ihr ziemlich ungebundenes Ich konzentrieren wollen. Keine allzu erbauliche Botschaft für das Ende unseres Jahrzehnts.“

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