-
„Werdet Nachahmer Gottes“Der Wachtturm 1974 | 1. Juni
-
-
Dinge“, Satan, dem Teufel, und seinen Dämonen entgegengebracht (2. Kor. 4:4). Welche Beweise gibt es aber dafür, daß diese Verehrung den Dämonen zuteil wird?
11 Nun, welchen Trend beobachtet man denn unter den Verehrern der bekannten Künstler- und Sportidole? Einen Trend zu bewundernswerten Eigenschaften, wie Ehrlichkeit, Tugendhaftigkeit und Wohlwollen gegenüber anderen? Nein, im Gegenteil, einen Trend zu Unehrlichkeit, Unmoral, einer gemeinen Sprache und Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen. Das sehen die Verehrer bei ihren Idolen. Ein bekannter Manager einer Baseballmannschaft der Oberliga sagte kürzlich: „Man sieht, wie sie [die Spieler] sich benehmen, wie hemmungslos sie handeln. Wenn die Spieler so handeln, warum nicht auch die Fans?“ (New York Times, 13. Oktober 1973). Werden also Personen, die unvollkommene menschliche Idole nachahmen, dadurch nicht offensichtlich veranlaßt, sich von der Anbetung des wahren Gottes abzuwenden? Die Verehrung dieser Idole wird somit in Wirklichkeit dem Teufel und seinen Dämonen entgegengebracht, wie das auch aus der Bibel hervorgeht (Joh. 8:44). Wer von uns wollte also irgendwelche menschlichen „Götter“ oder die unsichtbaren Dämonen nachahmen?
DEN WAHREN GOTT NACHAHMEN
12. Wer ist der wahre Gott, den wir nachahmen sollten, und warum scheint der Gedanke, ihn nachzuahmen, unsere Vorstellung zu übertreffen?
12 Deshalb ist es so wichtig, den Rat des Apostels: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ zu beachten (Eph. 5:1). Wenn wir dies tun, schützen wir uns davor, irgendwelche falschen Götter nachzuahmen. Doch wer ist der wahre Gott, den wir nachahmen sollten? Einer der inspirierten Psalmisten beantwortet diese Frage, indem er an diesen Gott die Worte richtet: „... daß du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde“ (Ps. 83:18). Da Jehova Gott alles erschaffen hat, ist er wirklich GOTT. Es ist so, wie der Prophet Jeremia sagte: „Jehova ... ist in Wahrheit Gott. ... Er ist es, der die Erde durch seine Kraft gemacht hat, Er, der durch seine Weisheit das ertragfähige Land festgestellt, und Er, der durch seinen Verstand die Himmel ausgespannt hat“ (Jer. 10:10-12). Wie klein und unbedeutend sind wir doch im Vergleich zu Jehova, dem großen Schöpfer, wenn wir an die ungeheure Größe des Universums mit seinen Milliarden von Sternsystemen denken! Allein der Gedanke, ihn nachzuahmen, scheint unsere Vorstellung zu übertreffen. Wie ist es trotzdem möglich?
13. Warum ist es für den Menschen nicht nur möglich, sondern sogar sehr vernünftig, Jehova nachzuahmen?
13 Es ist möglich, weil Jehova Gott uns entsprechend erschaffen hat. Die Bibel sagt: „Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn; männlich und weiblich erschuf er sie“ (1. Mose 1:27). Im Bilde Gottes geschaffen zu sein bedeutet nicht, daß die Menschen so geschaffen wären, daß sie wie Gott aussähen, sondern es bedeutet, daß Gott die ersten Menschen so schuf, daß sie die Fähigkeit hatten, seine Eigenschaften zum Ausdruck zu bringen. Sie wurden seine Kinder; und handelt ein Sohn nicht oft so wie sein Vater oder eine Tochter so wie ihre Mutter? Ja manchmal hat ein Sohn so viel Ähnlichkeit mit seinem Vater, daß man von ihm sagt, er sei ganz wie der Vater. So sollte es auch mit uns sein. Denn denken wir daran, daß wir dringend aufgefordert werden: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“ (Eph. 5:1). Wie können wir aber beweisen, daß wir, als geliebte Kinder, Jehova, den wahren Gott, nicht irgendeinen falschen Gott nachahmen?
14, 15. (a) Wie können wir hauptsächlich beweisen, daß wir Jehova Gott nachahmen? (b) Mit welchen Worten werden wir angespornt, Gottes Eigenschaften nachzuahmen?
14 Wenn wir nochmals die ermahnenden Worte des Apostels nachlesen, stellen wir fest, wie wir beweisen können, daß wir Gott nachahmen. Er sagt: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe“ (Eph. 5:1, 2). Ja, Jehova Gott ist die Liebe in Person (1. Joh. 4:8). Einer der inspirierten Psalmisten schrieb: „Jehova ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an liebender Güte. Jehova ist gut gegen alle, und seine Erbarmungen sind über alle seine Werke“ (Ps. 145:8, 9).
15 Wir beweisen also, daß wir Anbeter Jehovas sind, wenn wir seine Liebe und Barmherzigkeit nachahmen. Daß wir dies tun sollten, geht aus den Worten Jesu Christi, des Sohnes Gottes, hervor: „Fahrt fort, barmherzig zu werden, wie euer Vater barmherzig ist.“ Und der Apostel Petrus schrieb: „In Übereinstimmung mit dem Heiligen, der euch berufen hat, werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel, weil geschrieben steht: ,Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin‘“ (Luk. 6:36; 1. Petr. 1:15, 16; Matth. 5:44, 45).
16. Wie würde es auf der Erde aussehen, wenn alle Menschen Gott nachahmten, und was beweist, daß bald alle Menschen dies tun werden?
16 Stellen wir uns vor, wie schön es wäre, wenn es auf der Erde nur noch Menschen gäbe, die Jehova Gott nachahmen und ‘weiterhin in der Liebe wandeln’ würden! Niemand würde etwas Schlechtes oder Böses tun; es gäbe keine Diebstähle, keine Streitigkeiten und keine Unmoral mehr, ja niemand würde etwas tun, was einem anderen schaden könnte. Im Gegenteil, alle würden Gottes Beispiel nachahmen und ihren Mitmenschen gegenüber gütig, liebevoll und barmherzig sein. Möchtest du die Zeit erleben, in der alle Menschen Gottes Willen tun und ‘in der Liebe wandeln’? Das kannst du, denn Jehova Gott will, daß nur solche Menschen auf der Erde am Leben bleiben. Seine schriftlich niedergelegten Verheißungen werden sich nun bald erfüllen. Das bedeutet, daß die gegenwärtige böse Menschenwelt bald vernichtet und danach für die, die Gottes Willen tun, ein gerechtes neues System der Dinge folgen wird (1. Joh. 2:17; 2. Petr. 3:5-7, 13).
17, 18. (a) Warum ist es unbedingt notwendig, jetzt ein Nachahmer Gottes zu werden, und warum setzt es jetzt besondere Anstrengungen voraus, Gott nachzuahmen? (b) Wozu sind wir verpflichtet, da wir Gottes Gesandte oder Bevollmächtigte sind?
17 Um aber die Anforderungen für das ewige Leben in Jehovas neuem System der Dinge zu erfüllen, muß man jetzt ein Nachahmer Gottes werden. Das setzt voraus, daß man sich selbst bemüht, Jehova kennenzulernen, denn der weitaus größte Teil der Menschen ahmt bewußt oder unbewußt den „Herrscher dieser Welt“, Satan, den Teufel, nach. „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“, heißt es in der Bibel. Und lassen die charakteristischen Merkmale der Nationen nicht erkennen, daß ihr eigentlicher Gott und Herrscher Satan, der Teufel, ist? (Joh. 12:31; 1. Joh. 5:19; 2. Kor. 4:4).
18 Wahre Christen aber sind anders. „Sie sind kein Teil der Welt“, sagte Jesus (Joh. 17:16). Sie haben nichts mit der Politik und den ungerechten Machenschaften dieser Welt zu tun, denn sie müssen als Gesandte oder Bevollmächtigte der göttlichen Regierung wirken und Jehova Gott würdig vertreten. Wir lesen: „Wir sind daher Gesandte an Christi Statt, als ob Gott durch uns inständig bitte.“ Ist es nicht so, daß wir nur dann sagen können, Gott bitte inständig durch uns, wenn wir seine Persönlichkeit widerspiegeln? (2. Kor. 5:20).
WAS UNS HILFT, GOTT NACHZUAHMEN
19. Warum ist die Tatsache, daß Gott unsichtbar ist, für uns kein unüberwindliches Hindernis, ihn wirklich kennenzulernen und nachzuahmen?
19 Damit wir jemand nachahmen können, müssen wir ihn natürlich kennen. Auch Gott können wir nur nachahmen, wenn wir ihn kennen. Gott ist zwar unsichtbar, aber das ist — entgegen der Annahme einiger — für uns kein unüberwindliches Hindernis, ihn wirklich kennenzulernen und nachzuahmen. Zum Beispiel kann ein berühmter Architekt schon eine Zeitlang tot sein. Wenn aber jemand seine Werke — die Gebäude, Brücken und andere Bauwerke, die von ihm entworfen wurden — kennenlernen würde, so könnte ihm das bis zu einem gewissen Grade helfen, die Methoden dieses Mannes nachzuahmen. In ähnlicher Weise kann uns die Schöpfung Jehovas auf wunderbare Weise helfen, Gott kennenzulernen und ihn nachzuahmen, wie der Apostel Paulus es mit den Worten andeutete: „Seine unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden“ (Röm. 1:20).
20. Inwiefern kann uns das sogenannte Buch der Natur helfen, Gott nachzuahmen?
20 Jawohl, das sogenannte Buch der Natur berichtet uns über Dinge, die uns helfen können, Gott nachzuahmen. Betrachten wir zum Beispiel die Pracht und Schönheit, mit der Gott die Erde bekleidet hat. Denken wir an die herrlichen Sonnenuntergänge, die Farbenpracht der Blumen, die saftigen grünen Wiesen, den Vogelgesang, den würzigen Duft im tiefen Wald und die Vielfalt und Fülle köstlicher Früchte und Nüsse sowie anderer guter Dinge zum Essen. Aus der Schöpfung lernen wir Gott als einen fürsorglichen Vater kennen, der am Glück seiner irdischen Kinder aufrichtig interessiert ist. Sollte das einen dankbaren Menschen nicht veranlassen, sich an Gott ein Beispiel zu nehmen? Sollte es beispielsweise einen Vater nicht veranlassen, Gott als seinen himmlischen Vater nachzuahmen, indem er seine Familie mit allem versorgt, was für sie gut und angenehm ist und was ihr Wohl und Glück fördert? (Jes. 64:8; Luk. 6:35).
21. (a) Was hilft uns am besten, Gott nachzuahmen, und genügt es, dieses Mittel lediglich zu besitzen? (b) Wie können wir Gott zuhören?
21 Das „Buch der Natur“ kann uns aber nur in begrenztem Maße helfen, Gott nachzuahmen, so, wie die Betrachtung von Bauwerken einem Studenten auch nur in begrenztem Maße helfen kann, den Architekten nachzuahmen, der sie entworfen hat. Wenn er zum Beispiel Bücher lesen würde, die von diesem Architekten oder über ihn geschrieben wurden, so würde ihm das weit mehr helfen, ihn kennenzulernen und nachzuahmen. Um Gott kennenzulernen und nachzuahmen, liest man am besten das Buch, das er hat schreiben lassen und das über ihn Aufschluß gibt. Dieses Buch ist die Bibel. Die Bibel zu besitzen oder sie lediglich zu lesen hilft uns aber nicht unbedingt, Jehova Gott nachzuahmen. Wir müssen die Bibel studieren. Wir müssen Gott ‘aufmerksam zuhören’ (Jes. 55:2, 3). Wie können wir dies tun? Indem wir das Gebot befolgen, das Josua einst gegeben wurde: „Dieses Buch des Gesetzes sollte nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht“ (Josua 1:8).
22. Was müssen wir tun, um unser Leben dem Beispiel Gottes entsprechend zu ändern?
22 Um Gott nachzuahmen, müssen wir also sogar noch mehr tun als die Bibel lesen und studieren. Wir müssen sie verstehen, damit wir veranlaßt werden, alles zu tun, was Gott von uns getan haben möchte. Wir müssen eine „genaue Erkenntnis“ des Willens und Vorhabens Gottes erlangen. Das kann uns, wie der Apostel Paulus zeigt, helfen, unser Leben dem Beispiel Gottes entsprechend zu ändern. Paulus schrieb: „Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit, die durch genaue Erkenntnis erneuert wird nach dem Bilde des Einen, der sie geschaffen hat“ (Kol. 3:9, 10). Nur wenn wir diese „genaue Erkenntnis“ in uns aufnehmen, können wir Gottes wunderbare Eigenschaften, Liebe, Güte und Barmherzigkeit, nachahmen und so wirklich seinem Bild entsprechen. Wir sollten diese göttlichen Eigenschaften auf unser Herz wirken und es davon beeinflussen lassen.
23. Aus welchem wichtigen Grund sollten wir Gott in bezug auf seine Bereitschaft zu vergeben nachahmen?
23 Zu wissen, warum wir Jehova Gott nachahmen sollten, hilft uns ebenfalls, ihn nachzuahmen, und sein Wort zeigt uns, warum wir es tun sollten. Möchten wir, daß Gott uns vergibt? Dann müssen wir ihn nachahmen, indem wir zum Vergeben bereit sind. Jesus schloß sein Gleichnis von dem Sklaven, der nicht zum Vergeben bereit war, mit den Worten: „In gleicher Weise wird mein himmlischer Vater auch mit euch verfahren, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder aus eurem Herzen heraus vergebt.“ Der Apostel Paulus schrieb: „Werdet aber freundlich gegeneinander, voll zarten Erbarmens, indem ihr einander bereitwillig vergebt, so, wie auch Gott euch durch Christus bereitwillig vergeben hat.“ Wenn wir Gottes Wort sorgfältig studieren, erfahren wir, wie wir Jehova nachahmen sollten, und wir werden dadurch auch angeregt, es zu tun (Matth. 18:35; Eph. 4:32).
24. Wieso hilft uns das Gebet, Gott nachzuahmen?
24 Auch das Gebet hilft uns, Gott nachzuahmen. Wenn wir beten, sprechen wir mit Jehova. Wir schütten ihm unser Herz aus, wenn wir in Not sind oder vor wichtigen Entscheidungen stehen; aber wir sprechen auch mit ihm über alltägliche Dinge. Wir spüren dann, daß er uns stärkt, leitet und tröstet, wie der Psalmist es mit den Worten verheißen hat: „Wirf deine Bürde auf Jehova, und er selbst wird dich stützen. Nie wird er zulassen, daß der Gerechte wanke“ (Ps. 55:22). Das Gebet bringt uns also Jehova näher und hilft uns, ihn nachzuahmen.
NACHAHMER GOTTES
25, 26. (a) Wer hat uns als Nachahmer Gottes das beste Beispiel gegeben, und in welchem Ausmaß ahmte er Gott nach? (b) Welche anderen guten Beispiele empfiehlt uns die Bibel nachzuahmen?
25 Eine weitere Hilfe, Gott nachzuahmen, ist das Beispiel anderer Nachahmer Gottes. Das beste Beispiel ist natürlich Jesus Christus. Einer der wichtigsten Gründe, weshalb er auf die Erde kam, bestand ja darin, uns zu helfen, seinen himmlischen Vater kennenzulernen, und er ahmte seinen Vater, Jehova Gott, so vollkommen nach, daß dieser, wenn er auf der Erde gewesen wäre, genauso gehandelt hätte wie Jesus. Darum konnte Jesus sagen: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Joh. 14:9).
26 Die Bibel erwähnt aber noch andere Personen, die wie Jesus Christus Gott getreu nachahmen, und wenn wir uns sie zum Vorbild nehmen, kann uns dies ebenfalls helfen, Gott nachzuahmen (Hebr., Kap. 11). Zu ihnen gehörte auch der Apostel Paulus, und er konnte deshalb aus gutem Grund sagen: „Werdet meine Nachahmer, so, wie ich Christi Nachahmer bin“ (1. Kor. 11:1). Das Beispiel solcher Glaubensmänner nachzuahmen hilft uns bestimmt, Jehova Gott nachzuahmen.
27, 28. (a) Auf welche Weise können wir heute feststellen, welche Gruppe von Menschen Gott nachahmt? (b) Wer erweist sich heute als die Gruppe von Menschen, die Gott wirklich nachahmen?
27 Wir sollten aber nicht denken, daß es nur in der fernen Vergangenheit Menschen gab, die als Nachahmer Gottes ein gutes Beispiel gaben. Christen wird ferner der Rat gegeben: „Gedenket derer, die unter euch die Führung übernehmen, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und während ihr den Ausgang ihres Wandels genau betrachtet, ahmt ihren Glauben nach“ (Hebr. 13:7). Es gibt heute viele, die nach Gottes Maßstäben leben. Regelmäßig mit ihnen zusammenzukommen kann uns sehr helfen, Nachahmer Gottes zu werden. Wer sind diese Leute?
28 Da die Menschen nachahmende Geschöpfe sind und durch ihre Lebensweise die Eigenschaften des Gottes widerspiegeln, den sie anbeten, müßte man, um dies herauszufinden, feststellen, ob es eine Gruppe von Menschen gibt, die nicht nur vorgeben, sich an die Bibel, das Wort des wahren Gottes, zu halten, sondern die es auch wirklich tun. Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Bericht, der in der Zeitung Journal de Montréal vom 27. Juli 1973 über eine religiöse Tagung in Montreal erschien, an der mehr als 28 000 Personen teilgenommen hatten:
„Jehovas Zeugen sind sehr, sehr kultivierte Menschen. Höflichkeit ist ein Ausdruck ihrer Lebensform. Sie sind auch ordentlich, sauber und anständig. Das war auf ihrem Kongreß ohne weiteres zu beobachten. ... Niemand tritt einem auf die Füße, und selbst tritt man auf kein Papier. Es herrscht fast vollkommene Sauberkeit. ...
Man fühlt sich fast wie im Paradies, denn es herrscht eine entspannte, friedliche und heitere Atmosphäre. Und jeder ist anständig gekleidet; niemand versucht, sich hervorzutun oder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken — ein Verhalten, das bei Baseballspielen häufig zu beobachten ist.
Vor allem aber wird hier niemand diskriminiert. Angehörige aller Rassen pflegen Gemeinschaft miteinander. Es gibt niemand mit versteckten Beweggründen oder Vorbehalten.
Von dem Verhalten der Zeugen Jehovas kann man bestimmt viel lernen. Wenn man sie beobachtet, meint man, Amerika habe sich gewandelt!“
29. Warum sollten wir uns eng mit der Gruppe von Menschen verbinden, die Gott nachahmen?
29 Ja, Jehovas Zeugen sind diese Gruppe von Menschen, die heute Gott nachahmen. Wenn du daher regelmäßig mit ihnen zusammenkommst, wird dir dies sehr helfen, den ernsten Rat des Apostels zu befolgen: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe“ (Eph. 5:1, 2). Du darfst nicht erwarten, in der bevorstehenden schweren Zeit ein treuer Nachahmer Gottes sein zu können, wenn du von den Möglichkeiten, die er zu unserer Hilfe geschaffen hat, keinen Gebrauch machst. Die enge Verbindung mit denen, die Gottes Willen tun, ist eine bedeutende Hilfe, um vollkommenes Leben in Jehovas gerechtem neuen System zu erlangen (2. Petr. 3:13; Hebr. 10:24, 25).
-
-
In welchem Sinne können wir „Nachahmer Gottes“ werden?Der Wachtturm 1974 | 1. Juni
-
-
In welchem Sinne können wir „Nachahmer Gottes“ werden?
„Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Matth. 5:48).
1. Wie sollten wir über unseren himmlischen Vater denken, und warum?
WENN du einen Menschen wirklich bewunderst, möchtest du dann nicht so sein wie er? Du bemühst dich vielleicht sogar bewußt, ihn nachzuahmen. Kinder tun das. Hört man kleine Jungen nicht oft sagen: „Wenn ich groß bin, will ich wie mein Vati sein.“? Sollten wir über unseren himmlischen Vater, Jehova Gott, nicht ebenso denken? Er zeichnet sich wirklich in jeder Hinsicht aus. Werden wir nicht in reichem Maße von ihm versorgt? Ja hat er nicht sogar Vorkehrungen für unsere Erlösung von Sünde und Tod getroffen, damit wir ewiges Leben erlangen können? (Joh. 3:16; Ps. 145:16). Sollten wir also nicht Gott ähnlich sein wollen? Doch welche Möglichkeiten haben wir, ihn nachzuahmen, und in welchem Maße können wir wie Gott sein?
2. (a) Wieso ist es möglich, daß wir vollkommen sein können, wie Gott vollkommen ist? (b) In welchem Sinne wird das deutsche Wort „vollkommen“ häufig angewandt, und wie läßt sich dies mit der Bedeutung des mit „vollkommen“ wiedergegebenen hebräischen oder griechischen Wortes vergleichen?
2 Es mag dich überraschen, zu erfahren, in welchem Maße wir nach den Worten Jesu Christi wie Gott sein sollten. Er sagte in der Bergpredigt: „Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Matth. 5:48). Können wir unvollkommenen Geschöpfe aber vollkommen sein? Ja, denn das Wort „vollkommen“ wird in der Bibel wie im heutigen Sprachgebrauch in relativem Sinne angewandt. Man kann demnach etwas als vollkommen bezeichnen, wenn es dem Zweck, für den es bestimmt ist, vollständig oder völlig dient. Deshalb wird von Dienern Gottes, wie Noah und Hiob, gesagt, sie seien „vollkommen“ gewesen (1. Mose 6:9; Hiob 2:3, Elberfelder Bibel). Das hier mit „vollkommen“ wiedergegebene hebräische oder griechische Wort bedeutet „vollständig“, „vollentwickelt“ oder „einwandfrei“ und entspricht dem deutschen Wort „vollkommen“, das ebenfalls mit „vollständig“, „ganz“ oder „tadellos“ erklärt wird.
3, 4. (a) In welchem Sinne waren Noah und Hiob vollkommen? (b) In welchem Sinne können wir vollkommen sein, wie unser himmlischer Vater vollkommen ist?
3 Menschen wie Noah und Hiob waren selbstverständlich nicht in dem Sinne „vollkommen“, daß sie sündenlos gewesen wären, aber im großen ganzen taten sie das, was Gott zu ihrer Zeit und ihren Umständen entsprechend von ihnen verlangte. Gott hatte Gefallen an ihnen; sie taten, was er mit Recht von ihnen erwartete. In diesem Sinne waren sie also makellos, untadelig oder vollkommen.
4 Wenn wir diese Gedanken im Sinn behalten, können wir die Worte Jesu: „Ihr sollt ... vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ verstehen. Er wollte damit nicht sagen, daß wir frei von Sünde sein sollten, sondern daß wir in anderer Hinsicht oder Beziehung vollkommen sein sollten. Das geht auch aus dem Zusammenhang hervor. Jesus hatte gesagt, Gott sende nicht nur den Guten und Gerechten Sonnenschein und Regen, sondern auch den Ungerechten und Bösen. Wenn wir also Nachahmer Gottes, das heißt vollkommen sein möchten, wie er vollkommen ist, dann dürfen wir nicht nur gegenüber unseren Verwandten und Freunden oder gegenüber den Angehörigen unseres Volkes oder unserer Nation gütig, barmherzig und freigebig sein, sondern wir müssen auch bereit sein, bei jeder Gelegenheit und wo immer es nötig ist, Gutes zu tun. Dann kann gesagt werden, unsere Liebe sei vollständig, vollkommen.
5, 6. (a) Warum sagte Jesus einem gewissen reichen jungen Mann, er müsse noch etwas tun, um vollkommen zu sein? (b) Was können wir heute aus dieser Begebenheit lernen?
5 Wenn wir Gott nachahmen und vollkommen sein möchten, wie er vollkommen ist, müssen wir auch unser möglichstes tun, um die reine Anbetung zu fördern. Jesus Christus hob dies hervor, als ein reicher junger Mann zu ihm kam und ihn fragte, was er tun müsse, um ewiges Leben zu erlangen. Jesus sagte zu ihm: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkaufe deine Habe und gib den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach“ (Matth. 19:16-23). Offenbar ließ sich der junge Mann durch seine vielen Besitztümer davon ablenken, Gott ganzherzig zu dienen. Sein Herz gehörte seinem Reichtum. Jesus erkannte, daß es für den jungen Mann besser wäre, er würde sich von dieser ihn ablenkenden Last frei machen. Sie hinderte ihn daran, Gott vollkommen oder vollständig zu dienen.
6 Was bedeuten die Worte Jesu über das Vollkommensein für uns heute? Folgendes: Wir dürfen uns nicht mit einem Mindestmaß an Dienst für Gott zufriedengeben. Wir müssen Jehova Gott mit unserem ganzen Sinn, unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele und unserer ganzen Kraft lieben und dürfen uns nicht durch irgendwelche persönlichen Wünsche oder Ziele daran hindern lassen, ihm vollständig ergeben zu sein. Wenn wir also nicht durch biblische Verpflichtungen oder durch eine schlechte Gesundheit daran gehindert werden, unsere ganze Zeit dem Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich zu widmen, sollten wir im Vollzeitpredigtdienst stehen. Wir können nicht „vollkommen“ sein, wenn wir Gott nicht ganzherzig dienen.
RECHTSCHAFFEN UND GERECHT SEIN
7, 8. (a) Was sagt die Bibel in bezug auf die Gerechtigkeit Jehovas? (b) Wie müssen wir, sofern wir in einem Arbeitsverhältnis stehen, handeln, wenn wir Gottes Gerechtigkeit nachahmen möchten?
7 Um ‘vollkommen zu sein, wie Gott vollkommen ist’, müssen wir lieben, was er liebt. Das würde unter anderem bedeuten, daß wir nach Recht und Gerechtigkeit streben. Aus der Bibel geht hervor, daß Gott ‘das Recht liebt’ und daß es bei ihm ‘keine Ungerechtigkeit gibt, sondern daß er gerecht und gerade ist’ (Ps. 37:28; 5. Mose 32:4). Wenn wir daher „Nachahmer Gottes“ sein möchten, müssen wir in jeder Hinsicht ehrlich sein, und das würde, sofern wir in einem Arbeitsverhältnis stehen, auch Ehrlichkeit gegenüber unserem Arbeitgeber einschließen (Eph. 5:1). Heute, wo die Unehrlichkeit so stark verbreitet ist, lassen sich viele ohne Bedenken auf Handlungen ein, die im Grunde genommen rechtswidrig sind, und auf diese Weise gehen sie in Wirklichkeit „der Menge zu üblen Zwecken“ nach (2. Mose 23:2).
8 Es gibt zum Beispiel viele Arbeitnehmer, die nur gerade so viel arbeiten, daß sie ihre Stellung behalten können, und andere nehmen heimlich Sachen weg, die ihnen nicht gehören. Das dürfen wir nicht tun, wenn wir Nachahmer Gottes sein möchten. Es ist heute auch üblich, unberechtigt Sozialhilfe oder Arbeitslosenunterstützung zu beziehen oder sich Geld zu leihen und es nicht zurückzuzahlen. Um aber „vollkommen“ gerecht zu sein, müssen wir ‘ehrliche Vorsorge treffen vor den Augen der Menschen’ und müssen ‘unseren Wandel vortrefflich führen unter den Nationen’ (Ps. 37:21; 2. Kor. 8:21; 1. Petr. 2:12).
9. Was müssen wir tun, um Gottes Gerechtigkeit in unserem Verhältnis zum „Cäsar“ nachzuahmen?
9 Gottes Gerechtigkeit nachzuahmen setzt ferner voraus, daß wir gewissenhafte Steuerzahler sind. Gottes Wort gebietet uns: „Zahlt Cäsars Dinge Cäsar zurück“ und: „Erstattet allen, was ihnen gebührt; dem, der die Steuer verlangt, die Steuer“ (Mark. 12:17; Röm. 13:7). Vor noch nicht allzu langer Zeit mußte einem wohlhabenden Christen die Gemeinschaft der Versammlung der Zeugen Jehovas entzogen werden, weil er sich weigerte, diese biblischen Richtlinien einzuhalten. Wie Achan im alten Israel, so war auch er eine Ausnahme, denn als Gesamtheit sind Jehovas Zeugen als gesetzestreue Steuerzahler bekannt (Josua 7:1-26). In der Sindelfinger Zeitung vom 31. August 1968 erschien zum Beispiel ein Artikel unter der Überschrift „Die ehrlichsten Menschen ... sind die Zeugen Jehovas“. Er handelte vom Steuerzahlen. Der erste Absatz schloß mit den Worten: „Erkennbar, so sagt das Bundesfinanzministerium, seien die Zeugen Jehovas die ehrlichsten Menschen in der Bundesrepublik.“ So sollte es auch sein, da es sich Jehovas Zeugen doch zum Ziel gesetzt haben, Nachahmer Gottes zu sein.
TREU UND ZUVERLÄSSIG
10. Was sagt die Bibel über Jehovas Treue und Zuverlässigkeit?
10 Jehova Gott gibt uns durch seine Treue und Zuverlässigkeit ein leuchtendes Beispiel. Sein Prophet Moses sagte zu Israel, seinem Volk: „Du weißt wohl, daß Jehova, dein Gott, der wahre Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die liebende Güte ... bewahrt“ (5. Mose 7:9). Josua, der Nachfolger des Moses, bestätigte diese Tatsache mit den Worten: „Ihr wißt wohl mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, daß kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, dahingefallen ist. Sie alle sind für euch eingetroffen. Kein einziges Wort von ihnen ist dahingefallen.“ Jehova ist unser „treuer Schöpfer“, auf den wir das größte Vertrauen setzen und dem wir ‘weiterhin unsere Seelen anbefehlen’ können (Josua 23:14; 1. Petr. 4:19; 1. Kor. 10:13).
11. (a) Welche Verpflichtungen haben wir gegenüber Gott als ihm hingegebene Kinder? (b) Wie können wir unsere Treue und Zuverlässigkeit in Verbindung mit der Hauptaufgabe beweisen, die Gottes Diener heute erfüllen müssen?
11 Als Nachahmer Jehovas müssen wir daher ebenfalls treu und zuverlässig sein. Wir müssen uns als treue Verwalter der uns anvertrauten Dinge, wie Zeit, Geld, Kraft und persönlicher Einfluß, erweisen (1. Kor. 4:1, 2). Haben wir Jehova gesagt, daß wir zu seinen Kindern gehören und ihm dienen möchten, solange wir leben? Halten wir uns treu an dieses Versprechen? Die Hauptaufgabe, die Jehova seinen Dienern in der heutigen Zeit aufgetragen hat, besteht darin, über sein Königreich — die Regierung, die alles Böse vernichten und der Erde Frieden bringen wird — zu predigen. Jesus sagte in Verbindung mit einer Prophezeiung, die sich in unseren Tagen erfüllt: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, ... und dann wird das Ende kommen“ (Matth. 24:14). Führen wir diese Predigttätigkeit gewissenhaft durch? Besuchen wir die Menschen in dem Gebiet, das uns zum Predigen zugeteilt worden ist, regelmäßig? Sprechen wir bei allen, die Interesse gezeigt haben und die mehr über Gott wissen möchten, erneut vor? Sind wir zuverlässig, wenn es darum geht, mit solchen Personen Heimbibelstudien durchzuführen?
12, 13. (a) Wie können wir in der Ehe Gottes Zuverlässigkeit nachahmen? (b) Wie können jugendliche Christen beweisen, daß sie zuverlässig sind?
12 Ein weiteres Gebiet, auf dem wir uns unbedingt als treu und zuverlässig erweisen sollten, ist die Ehe. Halten wir als verheiratete Christen unser Gelübde, einander zu lieben? Oder kommt unser Ehepartner in dieser Hinsicht zu kurz, weil wir uns anderen Interessen oder Dingen, zum Beispiel irgendwelchen ehrgeizigen Zielen, widmen? Sind wir unserem Lebensgefährten treu, indem wir unser Interesse am anderen Geschlecht nur auf ihn beschränken, oder lassen wir unsere Blicke manchmal zu jemand anders wandern? Liebe und Einfühlungsvermögen werden uns helfen, treu und zuverlässig zu sein. Auf diese Weise ahmen wir Jehova nach; wir sind vollkommen, wie er vollkommen ist, denn von ihm kann bestimmt gesagt werden, daß er treu und zuverlässig ist als ehelicher Besitzer seiner weibesähnlichen Organisation (Jes. 54:1, 5).
13 Und wie steht es mit euch Jugendlichen? Ahmt ihr Gott durch Zuverlässigkeit und Treue nach? Macht ihr zum Beispiel eure Schulaufgaben mit Interesse und gewissenhaft? Seid ihr im Erfüllen eurer häuslichen Pflichten zuverlässig? Sieht der Vater, wenn er abends heimkommt, daß ihr die Arbeiten, die er euch aufgetragen hat, erledigt habt? In der Jugend habt ihr Gelegenheit, eures großen Schöpfers zu gedenken, indem ihr so handelt, daß ihr in seinen Augen kostbar werdet (Pred. 12:1).
DAS HASSEN, WAS GOTT HASST
14. Was sollten wir als Nachahmer Jehovas alles hassen?
14 Eine weitere Möglichkeit, „Nachahmer Gottes“ zu werden und so zu beweisen, daß wir vollkommen sind, wie Gott vollkommen ist, besteht darin, das zu hassen, was er haßt. Was haßt er? Er sagt: „Ich, Jehova, ... hasse Raub samt Ungerechtigkeit.“ Ferner lesen wir: „Sechs Dinge gibt es, die Jehova wirklich haßt; ja sieben sind Dinge, verabscheuungswürdig für seine Seele: hohe Augen, eine falsche Zunge und Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das schädliche Pläne schmiedet, Füße, die eilends zum Schlechten hinlaufen, ein falscher Zeuge, der Lügen vorbringt, und jeder, der Streitigkeiten unter Brüdern entfesselt.“ Die Bibel enthält auch die ermahnenden Worte: „Ihr, die ihr Jehova liebt, hasset das Böse.“ „Verabscheut das Böse“ (Jes. 61:8; Spr. 6:16-19; Ps. 97:10; Röm. 12:9).
15. (a) Was bedeutet es, ‘das Böse zu hassen’? (b) Warum sollten wir das Böse unbedingt hassen?
15 Was bedeutet es, ‘das Böse zu hassen’? Es bedeutet, einen „heftigen Widerwillen“ oder eine „starke Abneigung“ gegen das Böse zu haben. Dem Bösen gegenüber gleichgültig oder neutral zu sein genügt nicht. Das Böse kann auf die Neigungen unseres gefallenen Fleisches oft sehr anziehend wirken; es kann nicht nur Spannung und sinnliches Vergnügen, sondern sogar Reichtum und ein sorgloses Leben versprechen. Wir müssen das Böse deshalb unbedingt verabscheuen. Wie können wir dies tun?
16. Wie können wir verhindern, daß das Böse in uns Wurzel schlägt und sich entwickelt?
16 Wir sollten uns vor allem aufrichtig bemühen zu verhindern, daß das Böse in irgendeiner Form in uns Wurzel schlägt. Das setzt voraus, daß wir über unser Herz, unsere Neigungen, unsere Wünsche und unsere Gefühle wachen (Spr. 4:23; 1. Petr. 3:10, 11). Wir müssen daher in erster Linie darauf achten, was für Bücher und was für Artikel in Zeitschriften und Zeitungen wir lesen. Reizt das Böse unsere Neugier so stark, daß wir Vergnügen daran finden, etwas darüber zu lesen? Dann kann von uns bestimmt nicht gesagt werden, wir würden es hassen. Wenn wir das Böse hassen, sehen wir uns auch keine Fernsehprogramme oder Filme an, bei denen Gewalttätigkeit, Brutalität, Unmoral oder andere Formen der Schlechtigkeit eine wichtige Rolle spielen. Wir können uns nicht ständig solche Dinge ansehen, ohne gefühllos zu werden und ohne schließlich aufzuhören, sie zu hassen, ja wir werden sogar mit der Zeit ein Verlangen danach haben.
17. (a) Warum müssen wir auf unseren Umgang achten? (b) Wie sollten wir zu einem Gemeinschaftsentzug eingestellt sein, den das Rechtskomitee vorgenommen hat, und warum?
17 Wenn wir Nachahmer Jehovas werden möchten, die das Böse hassen, müssen wir auch streng auf unseren Umgang achten; wir müssen daran denken, daß ‘schlechte Gesellschaft nützliche Gewohnheiten verdirbt’ (1. Kor. 15:33). Das würde auch bedeuten, daß wir das Vorgehen eines Rechtskomitees der Christenversammlung loyal unterstützen, wenn es jemandem wegen eines für einen Christen ungeziemenden Lebenswandels die Gemeinschaft entzogen hat (1. Kor. 5:1-13). Eine solche Person ist keine gute Gesellschaft. Wir sollten über das Böse, das der Betreffende verübt hat, und über die Schmach, die er dadurch auf Jehova Gott und die Christenversammlung gebracht hat, aufrichtig empört sein. Wir sollten daran denken, daß seine schlechte Handlungsweise neue oder unreife Christen zum Straucheln veranlassen könnte. Wir sollten so reagieren wie der Apostel Paulus, der sagte: Wer wird zum Straucheln gebracht, und ich gerate nicht in Glut?“ (2. Kor. 11:29).
GOTTES LIEBE NACHAHMEN
18. (a) Wie können wir am besten beweisen, daß wir ‘vollkommen sind, wie Gott vollkommen ist’? (b) Aus welchen Gründen sollten wir ihn in dieser Hinsicht nachahmen?
18 Doch am besten können wir beweisen, daß wir ‘vollkommen sind, wie unser Vater vollkommen ist’, wenn wir die vortreffliche Eigenschaft der Liebe an den Tag legen. Seine Liebe wird in seinem Wort besonders stark hervorgehoben. „Gott ist Liebe“, heißt es in der Bibel. Gott hat „seine eigene Liebe zu uns dadurch [empfohlen], daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren“. Diese liebevolle Vorkehrung, die darin bestand, Jesus Christus, seinen einziggezeugten Sohn, hinzugeben, sollte uns bestimmt veranlassen, dankbar zu sein. Der Apostel Johannes betonte dies mit den Worten: „Wenn Gott uns so geliebt hat, dann sind wir selbst verpflichtet, einander zu lieben“ (1. Joh. 4:9-11, 16; Röm. 5:8).
19. Auf welche Weise können wir Gottes Freigebigkeit nachahmen?
19 Wir können Gottes Liebe unter anderem dadurch nachahmen, daß wir freigebig sind. „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk“ stammt von Jehova, und er gibt allen freigebig oder „großmütig und ohne Vorwürfe zu machen“ (Jak. 1:17, 5). In welcher Hinsicht können wir freigebig sein und dadurch Gott nachahmen? Wir haben vor allem die Wahrheit über Gottes Vorhaben. Da wir sie kostenfrei empfangen haben, sollten wir sie auch kostenfrei weitergeben, indem wir bei jeder passenden Gelegenheit mit anderen über die gute Botschaft vom Königreich sprechen. Wir können Gottes Freigebigkeit auch nachahmen, indem wir das örtliche und das internationale Predigtwerk in materieller Hinsicht unterstützen. Ferner können wir Freigebigkeit üben, indem wir notleidenden Christen helfen. Freigebigkeit ist unerläßlich, denn sie ist eine der besten Möglichkeiten, dem Gebot Jesu nachzukommen: „Ihr sollt ... vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Matth. 5:46-48; 1. Joh. 3:17, 18).
20, 21. (a) In bezug worauf werden wir besonders angespornt, „Nachahmer Gottes“ zu werden? (b) Welche Möglichkeiten haben wir, Gott durch unsere Bereitschaft zu vergeben nachzuahmen?
20 Wir können Gottes Liebe ferner dadurch nachahmen, daß wir zum Vergeben bereit sind. Ja besonders in bezug auf Gottes Bereitschaft zu vergeben wird uns geraten, ihn nachzuahmen. Beachten wir die Worte, die der hier zur Betrachtung stehenden Ermahnung des Apostels vorausgehen: „Werdet aber freundlich gegeneinander, voll zarten Erbarmens, indem ihr einander bereitwillig vergebt, so, wie auch Gott euch durch Christus bereitwillig vergeben hat. Darum werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe“ (Eph. 4:32 bis 5:2).
21 Wir sind alle unvollkommen und haben nur ein begrenztes Maß an Weisheit, Verständnis und Unterscheidungsvermögen. Sollten wir also die Sünden unserer christlichen Brüder nicht nachsichtig beurteilen und bereit sein, ihnen zu vergeben? Doch, denn die Liebe „deckt eine Menge von Sünden zu“ (1. Petr. 4:8). Wenn Jehova ‘dessen eingedenk ist, daß wir Staub sind’, und ‘unsere Übertretungen so weit von uns entfernt, wie der Sonnenaufgang vom Sonnenuntergang entfernt ist’, sollten wir als unvollkommene Geschöpfe dann nicht noch eher bereit sein, denen zu vergeben, die gegen uns gesündigt haben und die uns um Vergebung bitten? Da Gott „in großem Maße“ vergibt, sollten wir ihn nicht auch in dieser Hinsicht nachahmen? Das bedeutet, daß wir, wie Jesus zu Petrus sagte, „siebenundsiebzigmal“ vergeben sollten, selbst dann, wenn jemand schwer gegen uns gesündigt hat, aber aufrichtig bereut (Ps. 103:8-14; Jes. 55:7; Matth. 18:21-35).
22—24. (a) Was sagt die Bibel über Jehovas Langmut? (b) Welche Möglichkeiten haben wir alle, Jehova durch unsere Langmut nachzuahmen?
22 Noch in einer weiteren Hinsicht gibt uns Gott ein Beispiel der Liebe: indem er langsam zum Zorn, das heißt langmütig ist. Der Apostel Petrus wies auf diese anziehende Eigenschaft Gottes mit den Worten hin: „Jehova ist ... geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr. 3:9). Wie langmütig war doch Gott gegenüber seinem Volk, der Nation Israel, während der Herrschaft der Könige! Die Bibel sagt: „Jehova, der Gott ihrer Vorväter, sandte durch seine Boten fortgesetzt Warnungen an sie, immer und immer wieder hinsendend, denn er hatte Mitleid mit seinem Volke“ (2. Chron. 36:15).
23 Wir können Gottes Liebe in dieser Hinsicht nachahmen, indem wir uns über die Unzulänglichkeiten anderer nicht aufregen. Oft mag ein Aufseher durch die Gleichgültigkeit oder Nachlässigkeit gewisser Personen so gereizt werden, daß er, wie man so sagt, „aus der Haut fahren“ könnte. Um aber Nachahmer Gottes zu sein, müssen Aufseher geduldig und langmütig oder langsam zum Zorn sein.
24 Besonders im Familienkreis sollten wir langmütig sein. In der Welt ist es üblich, daß Männer keine Geduld haben mit ihren Frauen. Wie angebracht ist daher der Rat, den der Apostel Paulus Christen gibt: „Ihr Männer, liebt eure Frauen weiterhin, und laßt euch nicht gegen sie erbittern.“! (Kol. 3:19). Sehr passend ist auch das, was der Apostel Petrus über die Behandlung der Frauen schrieb: „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuerkennt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden.“ Die Beachtung dieses Rates ist ebenso wichtig wie die von Gott angeordnete weltweite Verkündigung seiner Königreichsbotschaft (1. Petr. 3:7).
25, 26. (a) Wie hat Gott die Bereitschaft, alles zu ertragen, bekundet? (b) Auf welche Weise können wir diese Eigenschaft Gottes nachahmen?
25 Um vollkommen zu sein, wie Gott vollkommen ist, müssen wir ferner seine Bereitschaft, alles zu ertragen, nachahmen. „Die Liebe ... erträgt alles“, sagt die Bibel (1. Kor. 13:4, 7). Bekundet Gott diese Bereitschaft? Jawohl, denn er hört nicht auf, das zu tun, was recht ist, obwohl es ihn schmerzt und ihn kränkt, wenn seine Geschöpfe falsch handeln (Ps. 78:40, 41). Der inspirierte Apostel Paulus erinnert uns daran, daß „Gott ... die Gefäße des Zornes, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete“. Aus welchem Grund? Aus Liebe und damit er „den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte“ (Röm. 9:22, 23).
26 Wenn wir Gottes Liebe nachahmen möchten, müssen wir ebenfalls bereit sein, alles zu ertragen, und dürfen „nicht nachlassen, das zu tun, was vortrefflich ist“ (Gal. 6:9). Die Liebe wird uns helfen, die Botschaft vom Königreich weiter zu predigen trotz der gleichgültigen oder gar feindseligen Haltung der Menschen, mit denen wir sprechen. Es könnte auch sein, daß wir in einem Bethelheim arbeiten, wo bibelerklärende Schriften zur Förderung der weltweiten Verkündigung des Königreiches hergestellt werden. Vielleicht haben wir ständig dieselbe Arbeit zu verrichten; aber die Liebe zu Jehova Gott hilft uns auszuharren, da wir wissen, daß wir dadurch etwas zur Rechtfertigung seines Namens und zur Rettung anderer beitragen sowie unsere Dankbarkeit für all das beweisen können, was er für uns getan hat.
WARUM SICH BEMÜHEN, VOLLKOMMEN ZU SEIN, WIE GOTT VOLLKOMMEN IST?
27, 28. (a) Ist es uns freigestellt, vollkommen zu sein, wie Gott vollkommen ist? (b) Wieso macht es uns glücklich, vollkommen zu sein, wie Gott vollkommen ist?
27 Ein Nachahmer Gottes und vollkommen zu sein, wie er vollkommen ist, setzt also vieles voraus. Beachten wir aber, daß es uns nicht freigestellt ist, „vollkommen“ zu sein. Jesus sagte: „Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Matth. 5:48). Ja, wenn wir wahre Christen, „Nachahmer Gottes als geliebte Kinder“, sein möchten, dann müssen wir unbedingt gerecht und rechtschaffen, treu und zuverlässig sein, wir müssen das hassen, was Gott haßt, und müssen Liebe üben, indem wir freigebig sind, zum Vergeben bereit, langmütig und bereit, alles zu ertragen (Eph. 5:1). Vollkommen zu sein, wie Gott vollkommen ist, bringt im Grunde genommen aber keine großen Schwierigkeiten mit sich und fordert auch keine großen Opfer von uns. Im Gegenteil, es wirkt sich für uns zum Guten aus; denn ist Jehova nicht der „glückliche Gott“? (1. Tim. 1:11). Ihn nachzuahmen wird auch uns glücklich machen. Wieso?
28 Wenn wir Jehova nachahmen, erfreuen wir sein Herz, denn er sagt: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann“ (Spr. 27:11). Bestimmt macht es uns glücklich, unseren himmlischen Vater durch unsere Lebensweise erfreuen zu können. Gott nachzuahmen macht uns nicht nur glücklich und gibt uns nicht nur innere Ruhe und Herzensfrieden, sondern es vermittelt uns auch die Hoffnung auf ewiges Leben in seinem neuen System der Dinge. Wir haben also gewiß allen Grund, uns zu bemühen, ‘vollkommen zu sein, wie unser himmlischer Vater, Jehova Gott, vollkommen ist’.
-
-
Benötigen wir eine Priesterschaft?Der Wachtturm 1974 | 1. Juni
-
-
Benötigen wir eine Priesterschaft?
ES BESTEHT kein Zweifel darüber, daß die Menschen Hilfe nötig haben. Krankheiten fordern einen schrecklichen Tribut. Das Verbrechen stellt eine ständig zunehmende Bedrohung dar. Die Unsittlichkeit ist nicht nur die Ursache von Geschlechtskrankheiten, sondern kann auch zu Not und Elend und sogar zu Gewalttätigkeit führen. Viele Menschen sind daher verzagt; sie sind ohne Hoffnung und wissen weder aus noch ein (Luk. 21:25, 26).
Priester gibt es heute zu Tausenden. Sie sind Vertreter verschiedener Religionsorganisationen. Es gibt Priester der einzelnen Richtungen der katholischen Kirche, Priester der Episkopalkirchen und auch buddhistische und Schintopriester sowie andere nichtchristliche Priester. Haben sie die Leiden gemindert und der Flut von Verbrechen, der Unsittlichkeit, den Krankheiten und dem Tod Einhalt geboten?
Viele dieser Priester, besonders Priester der Kirchen der Christenheit, antworten darauf mit Nein, und sie geben ihr Priesteramt zugunsten einer anderen Tätigkeit auf, die sie für wirkungsvoller und befriedigender halten. Jeder von uns kann selbst die Weltsituation untersuchen und sich die Frage beantworten, ob die Priester der Welt dem Volke wirklich genützt haben.
Was erwartet man von einem Priester? Darf man damit rechnen, daß er all die schlechten Verhältnisse, in denen sich die Menschheit befindet, beseitigt? Kein Priester auf Erden ist dazu in der Lage, doch kann er — wenn er ein Priester von rechter Art ist — den Menschen, denen er dient, helfen, zu Gott ein gutes Verhältnis zu bewahren. Er kann ihnen behilflich sein, ihr Leben und ihre Persönlichkeit zu ändern und ein friedliches, achtbares und rechtschaffenes Leben zu führen. Er kann den Menschen helfen, viele der Ursachen des Unheils, unter dem die Menschheit leidet, aus ihrem Leben zu verbannen. Er kann ihnen Hoffnung vermitteln und sie anleiten, ein sinnvolles Leben zu führen.
Wenn wir die Priester der Religionen der Welt betrachten, können wir uns keine richtige
-