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  • Warum wird ein Gott der Liebe Rache üben?
    Der Wachtturm 1981 | 15. April
    • Warum wird ein Gott der Liebe Rache üben?

      „Gott [ist] Liebe“ (1. Joh. 4:8).

      1. Was wird uns helfen, einen scheinbaren Widerspruch in unserem Thema zu klären?

      RACHE? Von einem Gott der Liebe? Wie ist das möglich? Ist der Gedanke, daß ein Gott der Liebe Rache üben wird, nicht ein Widerspruch in sich selbst? Es scheint so. Betrachten wir aber die von Liebe zeugenden Eigenschaften, die der Schöpfer offenbart, so werden wir besser verstehen, wie seine Rache mit diesen Eigenschaften zu vereinbaren ist.

      2. Warum können wir sagen, Gottes Liebe sei unübertrefflich, und welches sind einige seiner liebevollen Vorkehrungen, für die wir dankbar sein sollten? (Ps. 136:1-6).

      2 Wenn wir von Gottes Liebe sprechen, können wir sagen, daß sie unübertrefflich ist, das heißt von höchstem Ausmaß. Und er hat sie uns Menschen auf so vielfältige Weise erwiesen. Denken wir zum Beispiel an die Erde, unsere Wohnstätte. Die Bibel sagt, daß sie Gottes ‘Gabe an die Menschensöhne’ ist (Ps. 115:16). Und welch wundervolle Gabe ist sie doch! Überlegen wir einmal, wie liebevoll Gott die Erde für uns zubereitete. Er setzte sie in eine Position im Weltall, daß sie von der Sonne genau die richtige Menge Wärme und Licht erhält, und bekleidete sie mit einem lieblichen grünen Teppich und einer großen Vielfalt herrlicher bunter Blumen. Aus Liebe erschuf Gott auf unserer Erde eine Vielfalt von Landtieren, Vögeln und Fischen und sorgte für einen Überfluß an Getreide und anderen Nahrungsmitteln (Ps. 104:1, 13-15).

      3. Inwiefern brachte Gott Liebe zum Ausdruck, als er uns Menschen erschuf?

      3 Gottes Liebe zu uns kommt jedoch nicht nur durch all das zum Ausdruck, was er für uns erschaffen hat. Sie kommt auch durch die Art und Weise zum Ausdruck, wie er uns erschaffen hat, nämlich so, daß wir uns an seinen Schöpfungswerken erfreuen können. Der Psalmist drückt dies treffend mit den Worten aus: „O Jehova ... Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin“ (Ps. 139:1, 14). In seiner Großzügigkeit und Liebe gab uns Gott Augen, mit denen wir die Schönheiten unserer Umgebung erblicken können. Er gab uns Ohren, mit denen wir uns an den Klängen der Musik und an der menschlichen Stimme erfreuen können. Er gab uns eine Nase, damit wir das Aroma der Speisen und den Duft der Blumen wahrnehmen können. Und das Großartigste von allem ist das menschliche Gehirn, mit dessen Hilfe wir denken, uns erinnern und unsere Körperfunktionen koordinieren können. Wir müssen tatsächlich staunen, wie gut Gott unseren Körper ausgestattet hat. Wahrlich, „Gott [ist] Liebe“ (1. Joh. 4:8).

      Gottes Liebe — die einzige Rettung

      4. Wie kam Gottes Liebe im Edenparadies zum Ausdruck?

      4 Als Gott Adam, den ersten Menschen, erschuf, setzte er ihn in das herrliche Edenparadies. Wie sehr muß sich Adam über die vielen liebevollen Vorkehrungen Gottes gefreut haben, die er um sich herum sah! Später erschuf Gott Eva und brachte sie zu Adam. Wie wunderbar für Eva, an ihrem ersten Lebenstag mit einem Mann vereint zu werden, der ihr Haupt war und der sie lieben und leiten würde! Gemeinsam konnten sie sich darauf freuen, den Willen Gottes auszuführen, der darin bestand, die Erde zu verschönern und zu bevölkern und liebevoll über die Tierwelt zu herrschen. Welch eine großartige Zukunft hatte Gott ihnen in Aussicht gestellt!

      5. (a) Wie erwiesen sich unsere Ureltern der Liebe Gottes als unwürdig? (b) Auf welche Weise erwies jedoch Gott ihren Nachkommen Liebe?

      5 Doch bedauerlicherweise sollte diese Zukunft nicht Wirklichkeit werden, wenigstens nicht für sie. Ein rebellisches Geistgeschöpf sagte sich von Gottes Liebe los und machte sich zu Satan, dem Teufel. Dieser Teufel überredete Eva und durch sie Adam, ihre eigenen Wege zu gehen. Auf diese Weise handelten sie selbstsüchtig und unabhängig von ihrem Schöpfer. Aber dadurch zeigten sie, daß sie der Liebe ihres Schöpfers völlig unwürdig waren. Gott sprach daher über diese willentlichen Sünder das Todesurteil aus. Doch aus Liebe zur Menschheit ließ er die beiden lange genug leben, damit sie Kinder hervorbringen konnten, sonst wären wir heute nicht am Leben. Außerdem schuf der liebevolle Gott die Grundlage für eine Hoffnung, obwohl das Menschengeschlecht nun von seinen Ureltern die Sünde und den Tod ererbte (1. Mose 3:16-23; Röm. 8:20, 21).

      6. Welche Äußerungen Gottes im Garten Eden zeigten seine Liebe, und inwiefern?

      6 Wie? Schon zu Beginn der Rebellion machte Gott bekannt, daß er einen „Samen“ erwecken werde, das heißt einen Nachkommen. Diesen würde er aus seiner loyalen himmlischen Organisation aussenden, um allen Schaden wiedergutzumachen, den der Teufel und Adam und Eva verursacht hatten. Damals, im Garten Eden, erklärte der liebevolle Gott aber auch, daß er an Satan Rache üben werde und ebenso an anderen, die sich von der Liebe Gottes lossagen und damit zu einem Teil des „Samens“ Satans machen würden (1. Mose 3:15; Offb. 12:9).

      EIN GOTT DER LIEBE UND DER RACHE

      7. Welchen Grund haben wir gemäß 5. Mose 32:43, freudig zu sein?

      7 So gab der Gott der Liebe zu erkennen, daß er auch ein Gott der Rache ist. Doch es ist richtig, daß er an seinen Feinden Rache nehmen wird. Wieso? Weil dadurch allen Menschen, die Gott lieben, der Weg geebnet wird, froh und glücklich zu werden. Wir können uns heute gewiß freuen, daß uns Gott die Möglichkeit gibt, ewiges Leben zu erlangen. Beachten wir, daß Gott Moses zu den Worten inspirierte: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volke, denn er wird rächen das Blut seiner Knechte“ (5. Mose 32:43).

      8, 9. (a) Was hat sich Gott in seiner Liebe zu tun vorgenommen? (b) Durch welche wunderbare Gabe brachte Gott seine Liebe zum Ausdruck?

      8 Ja, unser liebevoller Gott hat vor, die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft zu verteidigen und diejenigen, die ihn lieben, von ihren Feinden zu befreien. Ja, er wird uns sogar von dem großen Feind, dem Tod, befreien, den wir von unseren Ureltern ererbt haben (Röm. 5:12). Aber wie wird er dies tun? Wie die Bibel uns berichtet, hat er die Voraussetzung dadurch geschaffen, daß er seinen Sohn gegeben hat: „Gott [ist] Liebe ... Dadurch wurde die Liebe Gottes in unserem Fall kundgemacht, daß Gott seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn Leben erlangen könnten. Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat“ (1. Joh. 4:8-10; 1. Kor. 15:25, 26).

      9 Gott gab also seinen Sohn Jesus Christus, um uns vom Tod zu befreien, dem wir aufgrund der von Adam ererbten Sünde unterworfen sind. Ja, wie die Bibel in 1. Timotheus 2:6 sagt, hat sich Christus „als ein entsprechendes Lösegeld für alle hingegeben“, die Glauben an ihn ausüben. Er konnte daher im Hinblick auf seine schafähnlichen Nachfolger sagen: „Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Fülle haben könnten“, ja ewiges Leben (Joh. 10:10).

      10. (a) Warum ist der „Gott der Liebe“ auch ein „Gott der Rache“? (b) Warum ist es heute so wichtig, daß wir Gott kennen und ihm gehorchen?

      10 Aber die Bibel sagt uns wiederholt, daß der „Gott der Liebe“ auch ein „Gott der Rache“ ist. Warum? Weil Gottes Liebe das Böse nicht für immer dulden kann (Nah. 1:2; 5. Mose 32:35, 41). Deshalb spricht der Apostel Paulus in einem seiner Briefe von der „Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht in flammendem Feuer, wenn er an denen Rache übt, die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thess. 1:6-9). Wie wichtig ist es daher, daß wir Gott kennenlernen! In der verdrehten Welt so vieler verschiedener Religionen ist es, wie die Bibel sagt, wichtig, ‘den wahren Gott zu suchen und ihn wirklich zu finden’ (Apg. 17:27).

      RACHE MIT LIEBE AUFWIEGEN

      11, 12. (a) Welche Situation entwickelte sich zu Beginn der Menschheitsgeschichte, und was zu tun, sah sich Gott deswegen gezwungen? (b) Inwiefern standen Gottes Rache und seine Liebe damals in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander?

      11 Kehren wir nun zum Beginn der Menschheitsgeschichte zurück. Das wird uns helfen, das Verhältnis zwischen Gottes Liebe und seiner Rache besser zu verstehen. Gott hatte in seiner Liebe den Nachkommen Adams erlaubt, sich zu vermehren, doch abtrünnige Menschen erwiderten diese Liebe nicht. Daher sandte Jehova nach etwa 500 Jahren seinen Propheten Henoch, der Gottes Gericht an den bösen Menschen wegen ihrer gottlosen Taten und der schockierenden Dinge, die sie gegen Gott sprachen, verkündigen sollte (Jud. 14, 15). Weitere tausend Jahre vergingen, und die Welt erreichte einen Höhepunkt der Gewalttat und Unmoral. In Gottes Wort heißt es daher: „Die Erde wurde verderbt vor den Augen des wahren Gottes, und die Erde wurde mit Gewalttat erfüllt. So sah Gott die Erde, und siehe! sie war verderbt“ (1. Mose 6:11, 12).

      12 Was würde Gott nun tun? Würde er Rache üben? Jawohl! Aber selbst dadurch brachte er seine Liebe zum Ausdruck. Wieso? Damals lebte auf der Erde eine Familie, die Gott ergeben war und seinen Willen tat. Es war die Familie Noahs, eines ‘Predigers der Gerechtigkeit’. In seiner Liebe ließ Jehova Noah eine Arche „zur Rettung seiner Hausgemeinschaft“ bauen. Dann kam die Sintflut, durch die Noahs verderbte Zeitgenossen ausgerottet wurden (2. Petr. 2:5; Hebr. 11:7). Die ganze Erde wurde von der verheerenden Gewalttätigkeit und Unsittlichkeit gereinigt, so daß sie sich wieder als eine Stätte zur Vermehrung des Menschengeschlechts eignete (1. Mose 6:9, 22; 7:21-23; 8:15-17).

      13. War der Vollzug des Gerichts an Sodom und Gomorra von seiten Jehovas etwas Liebloses? Begründe deine Antwort.

      13 Doch die von Adam ererbten sündigen Neigungen blieben bestehen, und bald wiesen gottlose Menschen wieder schlechte Wesenszüge auf (Ps. 51:5). Nehmen wir nur die Bewohner von Sodom und Gomorra, die in einer Gegend wohnten, die einst „wie der Garten Jehovas“ war. Die Bibel berichtet uns: „Die Männer von Sodom waren schlecht und waren arge Sünder gegen Jehova.“ Sie waren homosexuell und gebrauchten Gewalt, um ihre Begierden zu befriedigen (1. Mose 13:10, 13; 19:4-11). Jehova, der liebevolle Gott, beschloß, diese Städte zu zerstören. Auf diese Weise wurden der gerechte Abraham und sein Neffe Lot nicht länger von diesen üblen Mitmenschen bedrängt. Jehova, „der Richter der ganzen Erde“, tat gemäß den Worten in 1. Mose 18:25, ‘was recht war’. Er rettete Lot und seine beiden Töchter, brachte aber eine feurige Vernichtung über Sodom und Gomorra, wodurch er den ganzen Bezirk reinigte (Luk. 17:29; Jud. 7).

      14, 15. (a) Waren die Kanaaniter unschuldig? (b) Übte Gott zu Recht Rache an ihnen?

      14 Jahre später tat Jehova wieder, ‘was recht war’, diesmal gegenüber seinem Volk Israel. Wie? Indem er dafür sorgte, daß die Kanaaniter aus dem Verheißenen Land vertrieben wurden (5. Mose 18:9-12). „Aber war das nicht eine Ungerechtigkeit gegenüber jenen unschuldigen Kanaanitern?“ mögen einige fragen. Die Kanaaniter unschuldig? Das waren sie keineswegs. Die Kanaaniter waren abscheuliche Menschen geworden, denn sie trieben Blutschande und Ehebruch, opferten kleine Kinder und begingen Homosexualität und Sodomie. Bei der Anbetung ihrer falschen Götter brachten sie zum Beispiel ihre Kinder als Opfer dar, indem sie sie lebendig ins Feuer warfen. Es gab bei ihnen auch weibliche und männliche Tempelprostituierte.a Daher gab Jehova seinem Volk folgende Anweisung: „Macht euch nicht unrein durch irgendwelche dieser Dinge, denn durch alle diese Dinge haben sich die Nationen, die ich vor euch her wegsende, unrein gemacht. Demzufolge ist das Land unrein, und ich werde für sein Vergehen Strafe darüber bringen, und das Land wird seine Bewohner ausspeien“ (3. Mose 18:1-25).

      15 Wiederum aus Liebe zu seinem eigenen Volk gebot Jehova den Israeliten, diese Übeltäter auszurotten. Ihr schmutziger Lebenswandel gefährdete Gottes Volk. Wie die Bibel sagt, waren sie „für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges“. Gottes Rache kam also zu Recht über sie (Ps. 106:34-40; 5. Mose 18:12).

      16. Wie brachte Gott gegenüber den Israeliten Liebe und Geduld zum Ausdruck?

      16 Wie verfuhr Gott andererseits mit seinem Volk, den Israeliten? Er brachte ihnen gegenüber eine überaus zärtliche Liebe zum Ausdruck. Moses beschrieb dies mit den schönen Worten in 5. Mose 32:11, 12: „So, wie ein Adler sein Nest aufstört, über seinen flüggen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt, hat Jehova allein ihn ständig geführt, und da war kein fremdländischer Gott mit ihm.“ Doch leider nahmen die Israeliten später auch fremdländische Götter in ihre Anbetung auf. Deshalb war Gott, der erklärt hatte, er werde an ihren Feinden Rache nehmen, gezwungen, an seinem eigenen Volk Rache zu üben. Doch wie geduldig war Jehova gegenüber den Israeliten! Neunhundert Jahre lang ertrug er ihre Abtrünnigkeit. Während dieser Zeit streckte er ihnen in barmherziger Weise seine Hand entgegen. „Ich habe kein Gefallen am Tode des Bösen“, sagte Jehova Gott, „sondern daran, daß ein Böser von seinem Wege umkehrt und tatsächlich am Leben bleibt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?“ (Hes. 33:11).

      17. (a) Wovor warnte Gott die Israeliten? (b) Wie wurde die Rache, die Gott an den Israeliten übte, durch seine Liebe gemildert?

      17 Immer wieder warnte Gott die Israeliten vor den Konsequenzen ihres Götzendienstes, ihrer Unmoral und ihres Blutvergießens. Aber schließlich war Jehova gezwungen, Rache an seinem Volk zu üben, indem er zuließ, daß König Nebukadnezar von Babylon die Stadt Jerusalem und ihren Tempel zerstörte. Die Überlebenden wurden nach Babylon weggeführt. Doch 70 Jahre später bewirkte Gott den Sturz Babylons, so daß ein dankbarer Überrest der Israeliten in sein Land zurückkehren und die reine Anbetung dort wiederaufnehmen konnte (2. Kö. 24:3, 4; 2. Chron. 36:12-21; Esra 1:1-3; Hebr. 12:6).

      JESUS SPRICHT VON LIEBE UND RACHE

      18. Was sagte Jesus über (a) Gottes Liebe und (b) seine Rache?

      18 Was hatte jedoch Jesus Christus über Gottes Liebe und seine Rache zu sagen? Er fand herzliche Worte über die Liebe seines Vaters, indem er sagte: „So sehr hat Gott die [Menschen-]Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Joh. 3:16). Zögerte er aber, von Gottes Rache zu sprechen? Nein, keineswegs! Denn die Bibel sagte, daß Jesus wie sein Vater ‘Gerechtigkeit liebte und Gesetzlosigkeit haßte’. Jesus haßte besonders die Gesetzlosigkeit und Blutschuld der religiösen Führer (Hebr. 1:9; Ps. 11:5, 7). Jesus nahm nie ein Blatt vor den Mund, wenn er mit den jüdischen Geistlichen oder über sie sprach. Dreimal nannte er sie in seiner Bergpredigt „Heuchler“ (Matth. 6:2, 5, 16). Er sagte zu ihnen: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel“ und brachte sie so mit dem ‘Samen der Schlange’ in Verbindung (Joh. 8:44; 1. Mose 3:15). Dann, drei Tage vor seiner Ermordung, prangerte Jesus jene religiösen Führer der Juden öffentlich an, indem er sagte: „Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ (Matth. 23:13 bis 33).

      19. (a) Inwiefern waren Jesu Einstellung und seine Warnungsbotschaft sehr liebevoll? (b) Doch wie handelte Jehova richtigerweise?

      19 Bedeutete das, daß Jesus lieblos war? Keineswegs, denn obwohl er wußte, daß diese Juden im Begriff waren, ihre Blutschuld zu vergrößern, indem sie ihn töten würden, sagte er gemäß Matthäus, Kapitel 23 weiter: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matth. 23:37, 38; Apg. 3:13-15). Siebenunddreißig Jahre später plünderten die Römer die Stadt Jerusalem und zerstörten ihren Tempel. Bei diesem Unheil verloren 1 100 000 ihrer rebellischen Einwohner und Besucher das Leben. Damals erst wurde die volle Tragweite der prophetischen Worte Jesu klar. Ja, Jehova hatte Rache geübt!

      20. Welche interessanten Merkmale, die mit Liebe und Rache in Verbindung stehen, sind in Jesaja 61:1, 2 zu finden?

      20 Jahrhunderte zuvor hatte Jesaja, einer der Propheten, die gemäß der Überlieferung im alten Jerusalem ermordet worden waren, folgende Worte gesprochen: „Der Geist des Herrn Jehova ist auf mir, darum, daß Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun ...; um auszurufen das Jahr des Wohlwollens seitens Jehovas und den Tag der Rache seitens unseres Gottes; um zu trösten alle Trauernden“ (Jes. 61:1, 2).

      21. (a) Weshalb mag Jesus Jesaja 61:1, 2 nur teilweise zitiert haben? (b) Welche Frage entsteht bezüglich Jesaja 2:2-5?

      21 Jesus las diese Prophezeiung Jesajas zu Beginn seines irdischen Dienstes auszugsweise vor und wandte sie auf sich, den Hauptgesalbten Jehovas, an (Luk. 4:18-21). Er brach jedoch seine Vorlesung kurz vor der Stelle ab, an der der Tag der Rache Gottes erwähnt wird. Warum? Offenbar sollte erst „im Schlußteil der Tage“, von dem in Jesaja, Kapitel 2 die Rede ist, besonderer Nachdruck auf die Verkündigung des Tages der Rache Gottes gelegt werden. Leben wir heute in dieser Zeit?

  • Ist Gottes Tag der Rache nahe?
    Der Wachtturm 1981 | 15. April
    • Ist Gottes Tag der Rache nahe?

      „Jehova hat einen Tag der Rache“ (Jes. 34:8).

      1. Ist Lukas 21:25, 26 auf die heutige Zeit anzuwenden?

      WIE Jesus Christus voraussagte, wird in der Zeit, in der Gott Rache üben wird, „Angst und Bangen unter den Nationen“ herrschen, die wegen der Probleme, von denen die Menschheit aufgewühlt wird, „weder aus noch ein wissen“ werden. Die Menschen würden „ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde“ kämen (Luk. 21:25, 26). Leben wir heute in dieser Zeit?

      JA, DAS IST GEWISS DER FALL!

      2. (a) Was läßt erkennen, daß sich Offenbarung 11:15, 18 im Jahre 1914 zu erfüllen begann? (b) Wozu waren diese Ereignisse ein erster Schritt?

      2 Die gegenwärtige Weltkrise ist eine Folge der Bedrängniswehen, die sich unter den Menschen ausgebreitet haben, seit die Nationen im Jahre 1914 in den totalen Krieg gestürzt wurden. Gemäß der Prophezeiung aus Offenbarung, Kapitel 11 wurde in jenem Jahr, in dem ‘die Nationen zornig wurden’ — 1914 —, rechtmäßigerweise „das Königreich der Welt ... das Königreich unseres Herrn [Jehova] und seines Christus“ (Offb. 11:15, 18). Diese Übertragung der Herrschergewalt auf Christus war ein erster Schritt auf dem Weg zum Vollzug der Rache.

      3. Wo stehen die Kirchen der Christenheit, was die Verkündigung der Botschaft von Gottes Rache und das Trösten betrifft?

      3 Gibt es heute jemanden, der durch Gottes Geist beauftragt wurde, den Tag der Rache Jehovas zu verkündigen und alle Trauernden zu trösten? Ja, aber es sind nicht die Kirchen der Christenheit. Sie haben keine wirklich tröstende Botschaft, auch wünschen sie nicht Jehova als ihren Gott. Sie vermeiden es nicht nur, den Namen Jehovas zu gebrauchen, sondern verfolgen sogar wahre Christen, die seinen Namen ehren.

      4. Welche Gründe haben wir, glücklich zu sein?

      4 Jehovas Zeugen sind jedoch glücklich, den Namen Gottes zu tragen, den größten Namen im Universum. Sie freuen sich, Jehovas Zeugen genannt zu werden, und sind überglücklich, daß sie seit der Aufrichtung des Königreiches in jenem ereignisreichen Jahr 1914 das Vorrecht haben, den „Tag der Rache“ Jehovas auf der ganzen Erde zu verkündigen. Sie sind entschlossen, das zu tun, was in Micha 4:5 steht: „Wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar.“ Sie sind begeistert, daß Millionen Trauernde getröstet worden sind und auf der Seite des herannahenden Königreiches Gottes Stellung bezogen haben.

      IST GOTTES RACHE VERDIENT?

      5. (a) Wovon sind die „kritischen Zeiten“ das endgültige Ergebnis? (b) Welche Verhältnisse beobachten wir in der Christenheit, wodurch sich die Prophezeiung des Paulus über die „letzten Tage“ erfüllt?

      5 Doch ist denn die Welt heute wirklich so schlecht, daß sie mit Gottes Rache rechnen muß? Hören wir auf die inspirierten Worte des Apostels Paulus. Er schrieb: „Erkenne, daß in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird.“ Diese kritischen Zeiten sind die letzte Folge oder das endgültige Ergebnis davon, daß die Menschen auf die Verkündigung der Wahrheit nicht reagieren (2. Tim. 2:23-26). Selbst im Bereich der Christenheit sehen wir jetzt einen erschreckenden Anstieg der Kriminalität und Gewalttätigkeit, einen Verfall der Familie, Mißachtung von Autorität und zunehmende Unsittlichkeit. All das wurzelt in Selbstsucht, Habgier und Lieblosigkeit. Paulus schrieb weiter: „Die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend ..., ohne Liebe zum Guten, ... mehr Vergnügungen lieben als Gott“ (2. Tim. 3:1-5). Sehen wir, daß sich diese Prophezeiung heute auf der ganzen Erde erfüllt? Ja, gewiß. Sie erfüllt sich bis in alle Einzelheiten.

      6. Welche Situation hat sich entwickelt, wodurch sich Matthäus 24:12 erfüllt?

      6 Jesus selbst sagte in seiner Prophezeiung über das „Zeichen ... des Abschlusses des Systems der Dinge“: „Wegen der zunehmenden Gesetzlosigkeit wird die Liebe der meisten erkalten“ (Matth. 24:3, 12). Das trifft bestimmt auf die Christenheit und auch auf die ganze übrige Welt zu. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit wird in der Christenheit viel von Liebe, Frieden und gutem Willen geredet. Handeln aber die Nationen der Christenheit auch danach? Bemerkenswert sind die Worte der britischen Premierministerin, die sie nur eine Woche vor Weihnachten 1979 sprach. Sie sagte: „Wir stehen vor einem neuen Jahrzehnt — ich habe es ,das gefährliche Jahrzehnt‘ genannt —, in dem unsere Sicherheit und unser Lebensstil möglicherweise noch akuter bedroht sein werden als in den 1970er Jahren.“

      7, 8. (a) Wodurch wird eine „Weltuntergangssituation“ heraufbeschworen? (b) Welche Zusicherungen gibt Jehova, und was haben diese mit „Liebe“ und „Rache“ zu tun?

      7 Wie reagieren die Nationen auf diese Gefährdung? Indem sie ihre Kriegsvorbereitungen verstärken. Man stelle sich vor: Diese lieblose Welt gibt jede Minute mehr als eine Million Dollar für die Rüstung aus! Das sind jährlich über 500 Milliarden Dollar. Dadurch beschwört sie eine „Weltuntergangssituation“ herauf, aus der sie keinen Ausweg findet. Eine Gruppe von Ärzten, Wissenschaftlern und anderen veröffentlichte in der New York Times vom 2. März 1980 einen Artikel, in dem es hieß, daß, wenn morgen ein Atomkrieg ausbrechen würde, in nur einer Stunde die meisten Erdbewohner — Milliarden Menschen — vernichtet werden könnten. Und doch arbeiten die Nationen fieberhaft daran, noch schrecklichere Superwaffen herzustellen.

      8 Wird denn unser liebevoller Gott, der Schöpfer unserer schönen Erde, zulassen, daß bösartige Nationen sie in einen Aschenhaufen verwandeln? Niemals! Denn er erklärt deutlich in seinem Wort: „Dies ist, was Jehova gesprochen hat, der Schöpfer der Himmel, Er, der wahre Gott, der Bildner der Erde und der sie gemacht hat, Er, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde: ,Ich bin Jehova, und sonst gibt es keinen.‘“ Mit seinem unvergleichlichen Namen Jehova garantiert er dafür, daß er als liebevoller Schöpfer und Souveräner Herr des Universums nicht zulassen wird, daß die Erde verwüstet wird. Die göttliche Liebe erfordert, daß er an denen Rache übt, die unsere Erde entweihen und bereit sind, die menschliche Schöpfung zu vernichten (Jes. 45:18; Jer. 10:10 bis 12).

      9. Was beabsichtigt Jehova zu tun, da sich die Nationen weigern abzurüsten, und was ist der Grund seines Vorgehens?

      9 Seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 ist die Erde mit dem Blut von zigmillionen unschuldigen Menschen getränkt worden. Allein der Zweite Weltkrieg forderte 55 Millionen Menschenleben. Und heute ist die Aussicht auf einen Atomkrieg noch furchterregender. Da sich die Nationen weigern abzurüsten, erklärt unser liebevoller Gott, daß er auf seine eigene wirkungsvolle Weise in Kürze für totale Abrüstung sorgen wird. Er sagt: „Kommt, seht die Taten Jehovas, wie er erstaunliche Ereignisse auf der Erde hat einsetzen lassen. Kriege läßt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde“ (Ps. 46:8, 9). Ja, Jehovas liebevoller Vorsatz ist, das zu tun, was die Nationen nie tun würden — er wird all ihre Kriegswerkzeuge zermalmen und sogar alle Kernwaffen unschädlich machen. Er erklärt: „Mein ist die Rache; ich will vergelten“ (Röm. 12:19; Zeph. 3:8, 9). Sind wir nicht froh darüber, daß unser liebevoller Gott verheißen hat, Rache zu üben? Wir haben allen Grund dazu!

      DAS LEID NIMMT ZU

      10. Welche schrecklichen Folgen haben die Kriege in unserem Jahrhundert nach sich gezogen?

      10 Die Kriege, die seit 1914 geführt worden sind, haben schreckliche Folgen nach sich gezogen. Dazu zählen sexuelle Ausschweifungen, die zu einer Epidemie von Geschlechtskrankheiten und unerwünschten Schwangerschaften geführt haben. Letztere wiederum hatten eine Unzahl von Abtreibungen zur Folge. Weltweit werden jährlich schätzungsweise 30 bis 40 Millionen ungeborene Kinder abgetrieben — ermordet. Das ist die höchste Zahl unschuldiger Opfer, die es in der Welt je gegeben hat, und sie stellt die Zahl der Opfer des schlimmsten Kriegsjahres der Geschichte noch in den Schatten.

      11. In welcher Hinsicht ‘schreiten böse Menschen vom Schlechten zum Schlimmeren fort’?

      11 Außerdem beobachten wir, daß Drogenabhängigkeit, Ehescheidungen, Kriminalität und alle Arten Gesetzlosigkeit in der letzten Zeit in erschütterndem Ausmaß zunehmen. Heute rühmt sich die Gesellschaft der Homosexuellen, allein in den Vereinigten Staaten 20 Millionen Anhänger zu haben. Kürzlich stellte ein Homosexueller durch den Mord an 33 jungen Männern, die er geschlechtlich mißbraucht hatte, einen neuzeitlichen Rekord auf. Doch die Homosexualität ist nur ein Aspekt der Unsittlichkeit, die in der Christenheit und in der ganzen übrigen Welt um sich greift. Es trifft genau das zu, was in 2. Timotheus, Kapitel 3 über die heutige Zeit, die „letzten Tage“, gesagt wird: „Böse Menschen ... werden vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten“ (V. 13).

      12. Welche Anzeichen gibt es, daß die heutige verderbte Welt vor ihrem Ende steht?

      12 Wenn wir die unsittliche Welt um uns herum betrachten, fühlen wir uns gezwungen auszurufen: „Wie in den Tagen Noahs! Wie in der Zeit von Sodom und Gomorra! Wie die entarteten Kanaaniter und die abtrünnigen Israeliten!“ Während die Welt immer tiefer in den Morast der Unsittlichkeit sinkt, werden wir an die Warnung des Apostels Paulus erinnert, der an Christen, die im verderbten Rom lebten, schrieb, daß „die, die solche Dinge treiben, den Tod verdienen“ (Röm. 1:18, 26-32). Der liebevolle Gott wird die unerhörte Verderbtheit dieses Systems der Dinge nicht länger dulden, sondern diejenigen verderben, die seine Erde verderben und verschmutzen (Offb. 11:18).

      EINE „BERÜHMTE PROSTITUIERTE“

      13. Was bedeutet „geistiger Ehebruch“?

      13 Die Bibel spricht jedoch auch von geistiger Unsittlichkeit. Dieser Unsittlichkeit machen sich Personen schuldig, die vorgeben, die wahre Religion auszuüben, sich aber in die Angelegenheiten der Welt Satans einlassen. Die Bibel sagt: „Ihr Ehebrecherinnen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar“ (Jak. 4:4). Eine solche Freundschaft — geistiger Ehebruch — auf seiten derer, die behaupten, Diener Gottes zu sein, bildet einen weiteren Hauptgrund dafür, daß Jehova Rache üben wird. Wie kommen wir zu dieser Feststellung?

      14. Was ist unter der „berühmten Prostituierten“ und den „vielen Wassern“, auf denen sie sitzt, zu verstehen?

      14 Sie beruht auf dem, was in Offenbarung, Kapitel 17 gesagt wird. Dort lesen wir von der ‘großen Hure, die auf vielen Wassern sitzt’. Welche Bedeutung hat dieses Sinnbild? Was mit den „vielen Wassern“ gemeint ist, wird in Offenbarung 17:15 erklärt. Sie bedeuten „Völker und Volksmengen und Nationen und Zungen“. Doch wer ist die „große Hure“, die über die Völker der Erde Macht ausübt? In der Jerusalem Bible, einer katholischen Übersetzung, wird sie als die „berühmte Prostituierte“ bezeichnet. Wodurch ist sie so berühmt geworden? Ein Hinweis wird in Offenbarung 17:5 gegeben, wo es heißt: „Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ,Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde.‘“

      15. Was geschah mit Babylon, doch welches Erbe hat es hinterlassen?

      15 Die „berühmte Prostituierte“ hat also einen Namen: „Babylon die Große“. Dieser Name verbindet sie mit dem alten Babylon, das zur Zeit König Nebukadnezars bestand und dessen Geschichte von dem verderbten Geschlechtskult und von Korruption zeugt (Dan. 4:28-30). Heute gibt es das Babylon Nebukadnezars nicht mehr. Seine Stätte im jetzigen Irak ist verwüstet, „wie Sodom und Gomorra, als Gott sie umkehrte“ (Jes. 13:19-22). Doch das alte Babylon hat der Menschheit ein Erbe hinterlassen. Und was ist das? Sein Götzendienst, seine Religion.

      16. (a) Wie hat sich das Weltreich der falschen Religion entwickelt? (b) Mit welchen Worten verurteilt Gott Babylon die Große, und warum?

      16 Schon bald nach der Sintflut stand Babylon mit der falschen Religion in Verbindung. Menschen bauten dort Jehova zum Trotz eine Stadt und einen religiösen Turm, dessen Spitze bis in den Himmel reichen sollte. Als Jehova ihre Sprache verwirrte, zerstreuten sie sich von Babylon aus über die ganze Erde und nahmen ihre falsche Religion mit. Im vierten Jahrhundert nahmen abtrünnige Christen die Lehren und Zeremonien Babylons in das religiöse System auf, das bis auf den heutigen Tag in den verschiedenen Sekten des Katholizismus und des Protestantismus besteht. Auf diese Weise hat sich „Babylon die Große“ entwickelt, ein Weltreich der falschen Religion, das „christliche“ und „nichtchristliche“ Religionsorganisationen einschließt. Weil sich „Babylon die Große“ an Verfolgungen, Gewalttätigkeit und sogar an den Weltkriegen beteiligt hat, sagt Gott von ihr: „In ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind“ (Offb. 17:5, 6; 18:24; 1. Mose 10:8-10; 11:1-9).

      17. Was ist das „scharlachfarbene wilde Tier“, und wie hat sich an ihm die Prophezeiung erfüllt?

      17 Die ehebrecherische Freundschaft Babylons der Großen mit der Welt geht sogar noch weiter. Sie schließt ein Liebesverhältnis mit einem symbolischen „Tier“ ein, das sie zu beherrschen sucht. In Offenbarung 17:3 heißt es von ihr nämlich auch, daß sie „auf einem scharlachfarbenen wilden Tier saß, das voll lästerlicher Namen war“. In der Bibel werden oft Tiere gebraucht, um politische Reiche darzustellen (Dan. 7:2-8; 8:5-8, 20, 21; Offb. 13:1-18). Hier spricht die Prophezeiung indes von einem grotesken, aus Bestandteilen verschiedener Tiere bestehenden „wilden Tier“ mit „sieben Köpfen und zehn Hörnern“. Die neuzeitliche Geschichte zeigt, daß dieses „wilde Tier“ zum erstenmal im Jahre 1920 auftrat. Es war eine Vereinigung von Nationen — der Völkerbund. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es vorübergehend in einen Abgrund der Untätigkeit gestürzt. Aber es tauchte — wie vorausgesagt — im Jahre 1945 wieder auf, diesmal in Form der Vereinten Nationen. Bald „geht [es] hin in die Vernichtung“ (Offb. 17:8-11).

      18. Wie werden die religiös-politischen Intimitäten, die Babylon die Große pflegt, enden?

      18 Die falsche Religion, „Babylon die Große“, hat sich bemüht, sowohl dem Völkerbund als auch den Vereinten Nationen Anleitung zu geben. Doch Gottes Wort zeigt, daß all diese von Päpsten und anderen geistlichen Führern gepflegten Intimitäten zwischen Religion und Politik bald zu Ende sein werden. Zu einer Zeit, in der die „berühmte Prostituierte“ denkt, sie sitze fest im Sattel, wird Gott die symbolischen „zehn Hörner“ des „wilden Tieres“, der Vereinten Nationen, veranlassen, ihre militärische Macht gegen sie anzuwenden. Sie werden sie abschütteln, verwüsten und völlig — wie mit Feuer — vernichten (Offb. 17:16, 17).

      „GEHT AUS IHR HINAUS, MEIN VOLK“

      19. Wie bringt Gott heute seine Liebe zu allen aufrichtigen Religionsanhängern zum Ausdruck?

      19 Wie bringt Gott seine Liebe zum Ausdruck, während diese Stunde des Gerichts herannaht? Dadurch, daß er an alle aufrichtigen Katholiken, Protestanten, Buddhisten und Hindus — ja an Menschen, die zwar irgendeiner falschen Religion angehören, aber Diener Gottes werden möchten — die in Offenbarung 18:4, 5 aufgezeichnete dringende Einladung ergehen läßt: „Geht aus ... [Babylon der Großen] hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt. Denn ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“

      20. Warum ist es höchste Zeit, sich von Groß-Babylon zu trennen?

      20 Es besteht kein Zweifel darüber, daß der Vollzug des göttlichen Gerichts immer näher rückt. Religionsfeindliche Nationen besitzen in den Vereinten Nationen bereits große Macht. Ölhungrige militaristische Länder bedrohen die moslemische Welt sowie diejenigen Nationen, die lange Zeit als das Bollwerk der Christenheit galten. Für alle wahrheits- und gerechtigkeitsliebenden Menschen ist es deshalb höchste Zeit, sich von der „berühmten Prostituierten“ zu trennen und zu Gottes Königreich zu fliehen.

      21. Was ist Harmagedon, und wann werden sich die Nationen dort befinden?

      21 Was wird der Verwüstung Groß-Babylons, des Weltreiches der falschen Religion, folgen? Gemäß der Heiligen Schrift werden sich die „zehn Hörner“ des „wilden Tieres“ gegen die wahre Religion wenden, die auf der Erde von Jehovas Zeugen vertreten wird. Doch wenn das geschieht, werden sich die Nationen in Harmagedon befinden, wo sie gegen Gott kämpfen. Und bei Harmagedon handelt es sich nicht um ein kleines Gebiet in Palästina, sondern um eine weltweite Situation, die erfordert, daß im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Rache geübt wird (Offb. 16:14, 16; 17:12-14).

      22. Wie zeigt die Bibel, daß Harmagedon ein gerechter Krieg sein wird?

      22 Die Bibel sagt, daß Gott Christus Jesus und die Heere des Himmels gebrauchen wird, um zu ‘richten und Krieg zu führen in Gerechtigkeit’. Ja, Harmagedon wird ein gerechter Krieg sein. Gerecht? Wieso? Weil durch diesen Krieg an den Nationen und Völkern der Erde, die Gott nicht kennen wollen und sich seinem Recht zu herrschen widersetzen, verdiente Rache geübt wird. In diesem Krieg werden nicht wahllos Menschen umkommen, sondern es werden nur die Bösen vernichtet werden, während all diejenigen, die ‘der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus gehorchen’, gerettet werden, wie aus den Worten des Apostels Paulus hervorgeht. Auf diese Weise werden in Harmagedon Gottes Rache und seine Liebe in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen (2. Thess. 1:8; Ps. 145:20; Offb. 19:11-21).

      23. (a) Was für ein Gott ist Jehova gemäß Psalm 145:17-21? (b) Warum übt dieser „Gott der Liebe“ Rache? (c) Was sollten wir im Hinblick auf den herannahenden „Tag der Rache“ tun?

      23 Verstehen wir nun, weshalb der „Gott der Liebe“ auch ein „Gott der Rache“ sein muß? Weil er Gerechtigkeit liebt und Gesetzlosigkeit haßt. Und das sollten auch wir tun (Ps. 145:17 bis 21). Wie notwendig ist es doch, daß Jehovas großartiger Name und seine Vorsätze gerechtfertigt werden! Und wie notwendig ist es, daß unsere Erde von all der Blutschuld, der Verderbnis und der Unmoral gereinigt wird, durch die dieses schöne Schöpfungswerk Gottes im Laufe der letzten Jahrtausende besudelt worden ist! Erst dann wird die Erde zu dem weltweiten Paradies werden, das Gott für die Menschheit vorgesehen hat. Zuerst muß also der unvergleichliche „Gott der Liebe“ den Weg dafür bereiten, indem er an seinen Feinden Rache übt. Sind wir nicht froh darüber, daß dieser Tag der Rache vor der Tür steht? Wir wollen daher zu denen gehören, die die liebevolle Einladung Jehovas annehmen: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volke, denn er wird ... Rache erstatten seinen Widersachern“ (5. Mose 32:43).

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