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  • „Wer hat den Sinn Jehovas erkannt“?
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • „Wer hat den Sinn Jehovas erkannt“?

      „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (RÖMER 11:34; JESAJA 40:13, Septuaginta).

      1. (a) Welche herausfordernde Frage aus Jesaja 40:13 zitierte Paulus? (b) Welches Schlüsselwort lautet in seinem Zitat anders als im hebräischen Originaltext?

      VOR mehr als 2 700 Jahren wurde der Nation Israel die herausfordernde Frage vorgelegt, die ein ehemaliger jüdischer Pharisäer später in einem Brief zitierte: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (Römer 11:34). Die Frage wurde vom Apostel Paulus zitiert, und zwar gemäß der Wiedergabe von Jesaja 40:13 in der griechischen Septuaginta, einer Übersetzung, in der für das im hebräischen Originaltext verwendete Wort „Geist“ das Wort „Sinn“ (nus) gebraucht wird.

      2. Was verstehen wir unter dem „Sinn“ des Menschen? Veranschauliche es.

      2 Was bedeutet der inspirierte Ausdruck „Sinn Jehovas“? Im Falle von uns Menschen stehen die Wörter Sinn und Verstand für unsere Denkvorgänge. Wir können zum Beispiel in unserem Sinn den Entschluß fassen, dieselbe „Gesinnung [zu haben] ..., die auch in Christus Jesus war“ (Philipper 2:5; siehe auch 1. Mose 11:6). Unsere geistigen Fähigkeiten sind denen irgendeines Tieres weit überlegen.

      3—5. (a) Was geht aus Jesaja 55:8, 9 in bezug auf den „Sinn“ Jehovas hervor? (b) Wieso ist es kein Wunder, daß sich Paulus zu dem Ausruf in Römer 11:33 bewogen fühlte? (c) Was meinte Paulus mit seinen Worten in Römer 11:34? (d) Wieso konnten vorchristliche Bibelschreiber den „Sinn“ Jehovas nicht erkennen?

      3 Die Gedanken Jehovas, des Schöpfers, sind wiederum dem Denken und den Vorstellungen unvollkommener Menschen unermeßlich weit überlegen. Auf diese wichtige Tatsache macht Jehova in der Prophezeiung Jesajas (55:8, 9) aufmerksam, wo es heißt: „‚Denn eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege‘ ist der Ausspruch Jehovas. ‚Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.‘“ Für seine menschlichen Geschöpfe, besonders für diejenigen, die in einem Bundesverhältnis mit ihm stehen, hat Jehova etwas weit Besseres vorgesehen, als wir uns hier auf der Erde je ausmalen könnten. Es verwundert daher nicht, daß sich der „Apostel für die Nationen“ nach der Besprechung eines einzigartigen Merkmals der Vorkehrung Jehovas und der Art und Weise ihrer Verwirklichung zu dem Ausruf gedrängt fühlte: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ (Römer 11:13, 33). Bestimmt hat noch kein Mensch Gottes Wege im voraus für ihn ‘ausgespürt’. Deshalb sagt der inspirierte Apostel weiter: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (Römer 11:34). In der englischen Ausgabe der Jerusalemer Bibel lautet diese Stelle: „Wer könnte je den Sinn des Herrn erkennen? Wer könnte je sein Ratgeber sein?“

      4 Mit diesen Worten wollte der Apostel nicht sagen, daß ein Mensch die Gedanken Gottes nicht verstehen könne, nachdem dieser sie geoffenbart habe. Nein. Denn Gott hat uns Menschen seine Gedanken auf den Seiten seines inspirierten Wortes, der Heiligen Schrift, enthüllt. Paulus meinte damit, daß, bevor Gott einen Gedanken oder einen Vorsatz faßt, kein Mensch aufgrund seiner eigenen Denkfähigkeit je auf denselben Gedanken kommen oder ihn entwickeln könnte. Bevor Gott eine Sache offenbart hat, kommt kein Mensch von selbst darauf. Es hat also kein Mensch den „Sinn“ Jehovas erkannt, bevor Gott das offenbarte, was in der Bibel steht — keiner der vorchristlichen Schreiber der ersten 39 Bücher der Heiligen Schrift, nicht einmal Moses, durch den die Israeliten das Gesetz erhielten.

      5 Keiner konnte zum Beispiel verstehen, was Jehova mit Abraham und seinem Samen im Sinn hatte, und keiner konnte verstehen, was all das mit den Ereignissen im ersten Jahrhundert u. Z. zu tun hatte.

      Jehovas „Sinn“, was den „Ölbaum“ betrifft

      6. (a) Welche Verheißung hatte Paulus in Römer, Kapitel 11 besprochen? (b) Inwiefern war Abraham sehr begünstigt, und weshalb?

      6 Bis Vers 34 des 11. Kapitels hatte der Apostel Paulus im Brief an die Römer den vorhergesagten „Samen Abrahams“ besprochen. Gemäß Moses’ Aufzeichnungen in 1. Mose 12:3 und 22:17, 18 hatte Jehova Gott verheißen, den betagten Patriarchen Abraham durch seine Nachkommen oder seinen „Samen“ zu segnen; in diesem Samen oder mittels dieses Samens würde der Gott Abrahams alle Familien und Nationen der Erde zu der von ihm bestimmten Zeit segnen. Welch eine wunderbare Verheißung! Und welch ein Lohn für Abrahams Glauben und Gehorsam, Erbe dieser Verheißung zu werden!

      7. (a) Was wird durch die verschiedenen Teile des symbolischen „Ölbaumes“ dargestellt? (b) Welche Aussicht bestand für die „Zweige“? (c) Was hatte Jehova bezüglich des „Samens“ in seinem „Sinn“, das noch geoffenbart werden mußte?

      7 Der Apostel vergleicht das, was Jehova ursprünglich im Sinn hatte, mit der Entwicklung eines Ölbaumes, eines Baumes, der in seinem Heimatland, Israel, überall zu finden war. Diesem Bild entsprechend, war Abraham die Wurzel des symbolischen Ölbaumes. Der Baumstamm, der sozusagen aus Abraham, der sinnbildlichen Wurzel, hervorging, wurde von seinem geliebten Sohn Isaak, seinem Enkel Jakob oder Israel und den 12 Söhnen Jakobs, den Vätern der 12 Stämme Israels, gebildet. Dem Fleische nach waren alle Nachkommen dieser 12 Patriarchen Zweige des sinnbildlichen Ölbaumes. Als solchen stand in erster Linie ihnen in Aussicht, der verheißene „Same Abrahams“ zu werden, durch den gemäß Jehovas liebevollem Vorsatz oder „Sinn“ alle Familien und Nationen der Erde gesegnet würden. Sie wußten aber nicht, daß es sich bei diesem „Samen“ nicht um einen fleischlichen Samen handeln sollte, der buchstäblich von dem Patriarchen Abraham abstammen würde; es sollte ein geistiger „Same“ sein. Bei seinem Vater würde es sich demnach um jemand handeln, der größer wäre als Abraham, höher als er. Es sollte niemand anders sein als Jehova Gott selbst, der große Lebengeber. Wer war nun das Hauptglied dieses „Samens“?

      8. (a) Inwiefern war Jesus größer als Isaak? (b) Warum waren das Opfer Jesu und Jesu himmlische Auferstehung notwendig, damit alle Familien der Erde gesegnet werden können?

      8 Es handelte sich um jemand, der größer war als Isaak, der Sohn, den Abraham im hohen Alter erhielt. Es war der „Mensch, Christus Jesus“, ein Nachkomme Isaaks, der aber größer war als dieser und größer als dessen Sohn Jakob oder Israel und die 12 Söhne Jakobs, die 12 Grundlagen des Volkes Israel (1. Timotheus 2:5). Das Kind, das den Namen Jesus erhielt, war der „Sohn Gottes“, denn es wurde im Leib seiner jungfräulichen Mutter Maria durch den Geist Jehovas gezeugt. In Wirklichkeit wurde sein Leben aus dem geistigen Bereich in den Mutterleib Marias übertragen, und Joseph, ihr Mann, war nur der menschliche Pflegevater Jesu (Lukas, Kapitel 1—3). Aber Jesus gelangte, als er als Mensch auf der Erde war, nicht in die Stellung, in der er die Familien und Nationen der Erde segnen sollte. Aufgrund seines vollkommenen, sündenlosen menschlichen Opfers, das er im Jahre 33 u. Z. auf Golgotha, außerhalb von Jerusalem, darbrachte, kann er zwar zum Segen der ganzen Menschheit dienen, doch Jehova Gott, sein himmlischer Vater, mußte ihn am dritten Tag erst von den Toten auferwecken und ihn später als einen Geistsohn in den Himmel zurückkehren lassen. Von da aus segnet er alle Familien und Nationen der Erde.

      9. (a) Welche größere Bedeutung nimmt der symbolische Ölbaum jetzt an? (b) Wie viele geistige Zweige gibt es, und wieso wissen wir das? (c) Zu welchem Verständnis verhilft uns Galater 3:28, 29 in bezug auf diese „Zweige“?

      9 Von diesem Standpunkt aus gesehen, nimmt das Gleichnis des Apostels vom Ölbaum eine neue und viel größere Bedeutung an. Die „Wurzel“ dieses geistigen Ölbaumes ist Jehova Gott, der große Lebengeber aller, derjenige, der größer ist als der Patriarch Abraham. Der einziggezeugte Sohn dieses größeren Abraham ist Jesus Christus, der größer ist als Isaak. Dieser größere Isaak ist das Haupt der Christenversammlung, deren Glieder durch den Geist Jehovas, des größeren Abraham, gezeugt worden sind. Sie sind die geistigen Zweige, die aus dem theokratischen Ölbaum hervorsprießen, und gemäß Offenbarung 7:1-8 und 14:1-3 soll ihre Zahl schließlich 144 000 betragen. Deshalb lesen wir in Galater 3:28, 29: „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus. Überdies, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung.“

      10. (a) Wer waren die ersten, die die Aussicht hatten, geistige Zweige zu werden? (b) Wer von ihnen wurde „gerettet“, und welche Prophezeiung zitierte Paulus, um dies zu veranschaulichen?

      10 „Zweige“ im geistigen Ölbaum zu werden stand in erster Linie den fleischlichen Juden der Tage Jesu in Aussicht, da sie als Jesu fleischliche Brüder natürliche Nachkommen des Patriarchen Abraham waren. Sie standen unter dem Gesetzesbund, den der größere Abraham durch den Mittler Moses mit ihnen geschlossen hatte. Jesus Christus kam zu niemand anders auf die Erde als zu den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Matthäus 10:6). Die ersten, die Zweige dieses geistigen Ölbaumes wurden, dessen Wurzel Jehova Gott ist, waren fleischliche Juden, nämlich die 12 treuen Apostel Jesu Christi und Tausende weiterer Juden nach dem Fleische. Von den fleischlichen Juden wurde aber, wie in Jesaja 10:22 vorhergesagt, nur ein kleiner „Überrest“ „gerettet“, um der Same des größeren Abraham zu werden und als einzelne Erben der „Verheißung“ Gottes. Der Apostel Paulus zitierte diese Prophezeiung in Römer 9:27.

      11. (a) Wann wurden voraussichtliche „Zweige“ ausgebrochen? (b) Wie wurden nun „Zweige“ eines wilden Ölbaumes eingepfropft, und in welchen Ölbaum?

      11 Das Herausbrechen voraussichtlicher „Zweige“ des „Samens Abrahams“ begann mit der Bekehrung beschnittener Samariter und wurde dreieinhalb Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi, des größeren Isaak, voll wirksam. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten nichtjüdischen, unbeschnittenen Gläubigen, der römische Hauptmann Kornelius und seine Angehörigen und gläubigen Freunde, vom Apostel Petrus bekehrt, und nachdem sie von Jehovas Geist gezeugt und damit gesalbt worden waren, wurden sie getauft (Apostelgeschichte, Kapitel 10). So wurden die „Zweige“ eines wilden Ölbaumes in den geistigen Ölbaum eingepfropft, dessen lebengebende „Wurzel“ Jehova Gott ist.

      12. (a) Was geschah, wenn ausgebrochene „Zweige“ bereuten? Veranschauliche es. (b) Wofür war das ein Beispiel? (c) Was für eine Reaktion ähnlich der des Paulus sollte eine solche Offenbarung des „Sinnes“ Jehovas bei uns auslösen?

      12 Doch wenn natürliche Juden, „Zweige“, die „ausgebrochen“ wurden, sich wie Aquila und Priscilla die Sache überlegten und bereuten, wurden sie sozusagen wieder in das geistige Vorrecht „eingepfropft“, das die jüdische Nation aufgrund ihres Unglaubens gegenüber Jesus Christus, dem größeren Isaak, verloren hatte (Apostelgeschichte 18:1-4, 26; Römer 16:3; 1. Korinther 16:19). Das war ein Beispiel für die liebende Güte Jehovas, des größeren Abraham. Diese bewundernswerte Großzügigkeit seitens Jehovas gegenüber den fleischlichen Juden, die er um ihrer Vorfahren willen immer noch liebte, bewog den Apostel zu dem Ausruf: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ Regt uns diese Offenbarung des „Sinnes“ Jehovas nicht ebenfalls zu einer tiefempfundenen Dankbarkeit an?

      Gott mit ganzem Herzen und mit ganzem Sinn lieben

      13, 14. (a) Wie sorgte Gott für das „Gesetz“, und zu welchem Zweck? (b) Was sagte Jesus über dieses Gesetz, und von welchem „Herzen“ sprach er in Verbindung damit? (c) Welche zwei Gebote zitierte Jesus, und warum sollten wir sie halten?

      13 Jehova Gott schloß durch den Propheten Moses als Mittler einen Bund mit dem Volk Israel, dem natürlichen Samen des Patriarchen Abraham. Das war im Jahre 1513 v. u. Z. in der Wildnis der Sinaihalbinsel, und zwar am Berg Sinai. Dort gab er den Israeliten sein Gesetz. In bezug auf dieses Gesetz schrieb der Apostel Paulus: „Folglich ist das ‚Gesetz‘ unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten“ (Galater 3:24). Nun, was sagte Christus Jesus über das durch Moses gegebene Gesetz? Als man ihn fragte, welches „das größte Gebot“ im Gesetz sei, antwortete er: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen [griechisch: kardía] und mit deiner ganzen Seele [psychēʹ] und mit deinem ganzen Sinn [diánoia].‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze ‚Gesetz‘ und die ‚Propheten‘“ (Matthäus 22:35-40). Hier wird das Herz in Verbindung mit dem Sinn erwähnt, was zeigt, daß es sich um das „Herz“ in bildlichem Sinne handeln muß.

      14 Jesus zitierte aus 5. Mose 6:5: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen [hebräisch: leváv] und deiner ganzen Seele [néphesch] und deiner ganzen Tatkraft.“ Und in 3. Mose 19:18 ist zu lesen: „Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst. Ich bin Jehova.“ Jesus bezeichnete also diese beiden Gebote als das größte und das zweitgrößte Gebot des mosaischen Gesetzes. Wir stehen heute zwar nicht unter dem mosaischen Gesetz, doch jene grundlegenden Forderungen sind nicht veraltet, und wir sollten ihnen daher nachkommen.

      15. (a) Was veranlaßt das buchstäbliche Herz zu arbeiten, und was ist seine Funktion? (b) In welchem Verhältnis steht das buchstäbliche Herz zum Gehirn und zum Sinn?

      15 Wir wissen, daß das buchstäbliche Herz vom „Geist des Lebens“ angetrieben wird (Offenbarung 11:11; 1. Mose 7:22). Diese Lebenskraft veranlaßt das Herz, das Blut in alle Teile des menschlichen Körpers zu pumpen, auch in das Gehirn. Jehova Gott sagte: „Die Seele [néphesch] von jeder Art Fleisch ist sein Blut durch die Seele darin. Demzufolge sprach ich zu den Söhnen Israels: ‚Ihr sollt nicht das Blut von irgendeiner Art Fleisch essen, weil die Seele von jeder Art Fleisch sein Blut ist‘“ (3. Mose 17:14). Damit der ganze Körper leben kann, muß das buchstäbliche Herz das lebenerhaltende Blut in alle Körperteile pumpen, sei es, daß der Blutkreislauf durch das von Gott stammende natürliche Herz aufrechterhalten wird oder durch ein Herz, das aus dem Körper eines anderen transplantiert worden ist, oder durch ein gefühlloses, nichtfleischliches, mechanisches Herz. Auf diese Weise gelangt das Blut zum Gehirn, dessen Denkfähigkeit dadurch angeregt wird, so daß der Sinn funktioniert. Das zeigt deutlich, daß das buchstäbliche Herz das Gehirn ernährt, indem es ihm Blut zuführt, das die aktive Lebenskraft, den „Geist des Lebens“, enthält. Ungeachtet dessen, ob man bei Bewußtsein ist oder nicht, pumpt das Herz ständig Blut zum Gehirn und in alle anderen Körperteile.

      16. (a) Was ist gemäß der Bibel das sinnbildliche Herz? (b) Was erfordert es von uns, Jehova mit „ganzem Herzen“ zu lieben? (c) Wie können wir zeigen, daß wir ihn mit unserem ganzen „Sinn“ lieben?

      16 Betrachten wir aber nicht nur das aus lebenden Zellen bestehende buchstäbliche Herz. In der Bibel steht das Herz auch für den Sitz der Beweggründe und der Gefühle. Dabei handelt es sich um das sinnbildliche Herz, das eigentlich unser innerstes Ich bedeutet. In 1. Petrus 3:4 wird es als „die verborgene Person des Herzens“ (Neue-Welt-Übersetzung), der „verborgene i n n e r e Mensch“ (Bruns) oder „der im Herzen (=tief innerlich) verborgene Mensch“ (Menge) bezeichnet. Mit „ganzem Herzen“ müssen wir also Jehova Gott lieben. Es wird uns auch geboten, Jehova Gott mit unserer ganzen Seele zu lieben, mit unserem ganzen Sein. Das erfordert von uns, daß wir den einen lebendigen und wahren Gott, den Allmächtigen, mit unserer ganzen Tatkraft lieben und unsere ganze Energie aufwenden, um in der heutigen Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ den geoffenbarten Willen Gottes zu tun und sein Werk völlig auszuführen (Matthäus 24:3). Außerdem sollten wir den Gott der Bibel mit unserem ganzen „Sinn“, unserer ganzen Denkfähigkeit, lieben (Markus 12:29-31).

      17. (a) Welche Zusicherung haben wir, wenn wir Jehova mit unserem ganzen Herzen und unserem ganzen Sinn lieben? (b) Wie wirkt sich der Friede Gottes gemäß Philipper 4:7 auf unser Herz und unseren Sinn aus?

      17 Es versteht sich von selbst, daß Jehova Gott unsere Gebete dann gern erhören wird, wenn wir unsere Liebe zu ihm mit unserem ganzen Herzen und unserem ganzen Sinn zum Ausdruck bringen. Diese Zusicherung wird uns vor Kummer und Sorgen bewahren. Wir werden uns eines Friedens erfreuen, den die heutige unruhige Welt nicht besitzt und nicht verstehen kann. Warum? Weil, wie der Apostel Paulus den geliebten Christen im alten Philippi (Griechenland) versicherte, „der Friede Gottes, der alles Denken [griechisch: nun] übertrifft, ... euer Herz [kardías] und eure Denkkraft [noēʹmata; „Sinn“, Elberfelder Bibel; Rösch] durch Christus Jesus behüten“ wird (Philipper 4:7). So wird in unserem sinnbildlichen Herzen nicht voreilig ein falscher Beweggrund aufkommen und keine seelische Unruhe entstehen, und unsere Denkkraft oder unser Sinn wird nicht verwirrt sein oder irregeleitet werden. Der Christ wird seinen Lauf im Einklang mit der von Gott inspirierten Bibel und mit der Hilfe Christi Jesu, des Führers, fortsetzen.

      Kannst du die folgenden Fragen beantworten?

      ◻ Was ist mit dem „Sinn“ Jehovas gemeint?

      ◻ Wie gebrauchte Paulus den theokratischen Ölbaum, um den „Sinn“ Jehovas zu veranschaulichen?

      ◻ Was ist das sinnbildliche „Herz“?

      ◻ Welche Rolle spielen das „Herz“ und der „Sinn“, wenn wir Gott lieben?

  • Sich nach dem heute geoffenbarten „Sinn“ Jehovas ausrichten
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • Sich nach dem heute geoffenbarten „Sinn“ Jehovas ausrichten

      1. Welche Nation löste das fleischliche Israel ab, und in welchen Bund wurde sie aufgenommen?

      DER Sohn Gottes hat den Propheten Moses abgelöst, den Mittler des Gesetzesbundes, des Bundes, der zwischen Gott und dem fleischlichen Israel geschlossen wurde. Jesus Christus ist der ernannte Mittler des vorhergesagten neuen Bundes Jehovas geworden. Dieser Bund wurde mit der Nation geschlossen, die das fleischliche Israel ablöste und ein geistiges Israel ist, „das Israel Gottes“ (Galater 6:16). Die Zehn Gebote und alle anderen damit zusammenhängenden Gesetze des Bundes, der durch den unvollkommenen Menschen Moses vermittelt worden war, wurden schriftlich festgehalten, aber nicht auf das Herz und in den Sinn der beschnittenen fleischlichen Juden oder Israeliten geschrieben. Jehova Gott, der diesen Mangel in bezug auf das mosaische Gesetz erkannte, sagte durch den Propheten Jeremia die Schließung eines neuen Bundes voraus, was in Jeremia 31:31-34 aufgezeichnet worden ist.

      2. (a) Wie wurde Jesus zum Mittler des neuen Bundes? (b) Wann wurde dieser Bund wirksam?

      2 Jesus Christus besiegelte diesen verheißenen „neuen Bund“ mit seinem eigenen Blut, als er außerhalb von Jerusalem an gebrochenem Herzen am Marterpfahl starb. In der Nacht zuvor, als er im Gehorsam gegenüber dem mosaischen Gesetz mit seinen treuen Aposteln das letzte Passah feierte, reichte er ihnen den Becher Wein und gab ihm eine neue Bedeutung, indem er sagte: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Lukas 22:20; 1. Korinther 11:23-26). So wurde er zum Mittler dieses neuen Bundes, der sich als ein „besserer Bund“ erwies als der Gesetzesbund (Hebräer 8:6; 9:11-28). Seitdem Jesus den Wert seines vollkommenen Blutes im Jahre 33 u. Z. im Himmel dargebracht hat, dient er als der Mittler für diejenigen Jünger, die Jehova in den neuen Bund aufnimmt (1. Timotheus 2:5, 6).

      3. Wohin schreibt Jehova gemäß Hebräer 10:15, 16 die Gesetze dieses Bundes?

      3 In Hebräer 10:15, 16, wo der Apostel Paulus von dem neuen Bund spricht, zitiert er die Prophezeiung Jeremias gemäß der griechischen Septuaginta-Übersetzung und schreibt: „Überdies gibt uns auch der heilige Geist Zeugnis, denn nachdem er gesagt hat: ‚„Dies ist der Bund, den ich in bezug auf sie schließen werde nach jenen Tagen“, spricht Jehova. „Ich will meine Gesetze in ihr Herz [kardías] legen, und ich werde sie in ihren Sinn [diánoian] schreiben.“‘“

      4. (a) Worin unterscheidet sich das sinnbildliche Herz vom Sinn? (b) Worauf richten Christen, die im neuen Bund stehen, gemäß Psalm 119 Herz und Sinn? (c) Wann und wie wurde damit begonnen, Gottes Gesetze in das Herz und den Sinn zu schreiben?

      4 In Übereinstimmung mit der Funktion des sinnbildlichen Herzens und des Sinnes würden Christen, die durch Christus, den Mittler, in den neuen Bund aufgenommen werden, Jehovas Gesetze mit dem Herzen lieben und dadurch angetrieben werden, ihnen zu gehorchen. Sie würden sich auch stets an diese göttlichen Gesetze erinnern. Es wäre so, wie der Psalmist sich ausdrückte: „Wie liebe ich doch dein Gesetz! Den ganzen Tag befasse ich mich damit [„beschäftigt es mein Denken“, Die Bibel in heutigem Deutsch]“ (Psalm 119:97). Am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. wurde damit begonnen, die Gesetze Jehovas in das sinnbildliche Herz der wartenden Jünger Christi zu legen und sie in ihren Sinn zu schreiben. Damals wurde der heilige Geist auf sie ausgegossen, und sichtbare „Zungen wie von Feuer“ erschienen über ihren Häuptern, und diese 120 Jünger fingen an, in fremden Sprachen zu sprechen, die sie nicht studiert oder gelernt hatten. In der Tat ein Wunder! Zufolge des Zeugnisses, das den dort versammelten Augenzeugen gegeben wurde, ließen sich 3 000 Personen, die an Jesus als den Christus oder Messias glaubten, taufen und wurden durch ihn als ihren Mittler in den neuen Bund aufgenommen (Apostelgeschichte, Kapitel 2; Joel 2:28-32).

      5. Welche Personen stehen heute im neuen Bund, und was beweist, daß sie „Zweige“ sind?

      5 Heute, 1 900 Jahre danach, gibt es einen Überrest des „Israels Gottes“, dessen Glieder den Beweis dafür liefern, daß sie in den neuen Bund aufgenommen und mit heiligem Geist getauft worden sind. Sie beweisen, daß die Gesetze Jehovas in ihr sinnbildliches Herz gelegt und in ihren Sinn geschrieben worden sind. Sie erfüllen die Voraussage ihres Mittlers, die in Matthäus 24:14 und Markus 13:10 aufgezeichnet worden ist. Sie sind „Zweige“ in dem geistigen Ölbaum, den der Apostel Paulus in Römer, Kapitel 11 beschrieb, und bringen viel Frucht hervor.

      6. (a) Welcher weitere Aspekt des „Sinnes“ Jehovas ist im Jahre 1935 enthüllt worden? (b) Auf welche Weise liefern die „anderen Schafe“ überzeugende Beweise für ihre Liebe zu Gottes „Gesetz“, das für die heutige Zeit gültig ist?

      6 Ein weiterer Aspekt des „Sinnes“ Jehovas ist im Jahre 1935 auf dem Kongreß der Zeugen Jehovas in Washington (D. C.) enthüllt worden. Was war im „Sinn“ Jehovas bezüglich der in Offenbarung 7:9-17 vorhergesagten „großen Volksmenge“? Diese große Schar von Lobpreisern Jehovas und seines Lammes, Jesus Christus, die in Gottes sinnbildlichem Tempel dient, begann 1935, in Erscheinung zu treten. Den 840 Personen, die sich am Samstag, den 1. Juni in Washington taufen ließen, sind bis heute weitere hinzugefügt worden. Es gibt jetzt auf der ganzen Erde mehr als zweieinhalb Millionen dieser „anderen Schafe“ des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, die sich regelmäßig mit den geistgezeugten Teilhabern des neuen Bundes versammeln und sich an dem in Matthäus 24:14 vorhergesagten Werk des Zeugnisgebens für das Königreich beteiligen (Johannes 10:16). Wie der Psalmist liefern sie den überzeugenden Beweis, daß sie das für den „Abschluß des Systems der Dinge“ gültige „Gesetz“ Jehovas lieben und daß sein „Gesetz“ etwas ist, womit sie sich in ihrem Sinn und in ihrem Herzen beschäftigen.

      Rettung durch Glauben und Bekennen

      7, 8. (a) Hängt die Rettung lediglich von Kopfwissen ab? (b) Was wird in Römer 10:5-10 über das Zusammenwirken des sinnbildlichen Herzens und des Sinnes gesagt?

      7 Die Rettung zu erlangen, sei es im himmlischen Königreich Jehovas oder im irdischen Paradies unter der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi, hängt nicht lediglich von Kopfwissen ab, ist also nicht nur Sache des Sinnes. Das macht der Apostel Paulus in Römer 10:5-10 deutlich. Dort spricht er von Christen, die ein natürliches, fleischliches Herz hatten, kein transplantiertes oder gar künstliches Herz. Er setzt seinen Gedankengang wie folgt fort:

      8 „Denn Moses schreibt, daß der Mensch, der die Gerechtigkeit des ‚Gesetzes‘ getan hat, durch sie leben wird. Die Gerechtigkeit aber, die aus Glauben kommt, redet so: ‚Sage nicht in deinem Herzen: „Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?“, nämlich um Christus herabzuholen, oder: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“, nämlich um Christus von den Toten heraufzuholen.‘ Sondern was sagt sie? ‚Das Wort ist dir nahe, in deinem eigenen Munde und in deinem eigenen Herzen‘, das heißt das ‚Wort‘ des Glaubens, das wir predigen. Denn wenn du dieses ‚Wort in deinem eigenen Munde‘, daß Jesus Herr ist, öffentlich verkündest und in deinem Herzen Glauben übst, daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung.“

      9. (a) Worauf kommt es an, wenn man gerettet werden möchte, und warum antwortest du so? (b) Was muß ein Christ wirklich im Herzen glauben? (c) Welche Haltung nahmen die Athener ein, und warum?

      9 Das zeigt, daß nicht nur der Verstand oder der Sinn berührt wird, sondern daß es tiefer gehen muß. Es ist nicht lediglich mit der Aufnahme von Informationen getan und deren Einordnung im Sinn, so daß man etwas auswendig hersagen kann. Nicht der Sinn, der über Erkenntnis verfügt, ist ausschlaggebend, sondern bei Gott spielt die Motivation eine Rolle. Ein Christ sollte von seinem sinnbildlichen Herzen angeregt werden zu glauben. Er sollte mit ganzem Herzen an die Auferstehung Christi glauben, weil er tiefe Dankbarkeit für dieses Wunder empfindet, das Gott, der Allmächtige, gewirkt hat. Es handelt sich dabei um etwas, was weder Christus selbst noch irgendein anderer Mensch für ihn tun konnte — die Auferweckung des Sohnes Gottes auf einer himmlischen Lebensstufe (2. Korinther 4:13). Wir wissen, daß einige von den verstandesbetonten Athenern in den Tagen des Apostels Paulus „zu spotten“ geneigt waren, als sie von einer „Auferstehung der Toten“ hörten, während andere in dieser Frage nicht sofort ein Urteil fällten, sondern sagten: „Wir wollen dich hierüber noch ein andermal hören.“ Ihr mit Erkenntnis angefüllter Sinn hinderte sie daran, den Aufschluß anzunehmen, obwohl er auf Tatsachen beruhte. Nur einige wurden gläubig und verbanden sich mit Paulus (Apostelgeschichte 17:21, 32-34).

      10. (a) Welche Anregung muß vom Herzen ausgehen? (b) Welche zwei Forderungen stellt Jehova?

      10 Das Herz muß einen also anregen zu glauben. Ja, mit dem Herzen muß man Glauben ausüben. Wenn das der Fall ist, wird der Gläubige von seinem Herzen, dem innersten Ich, dazu angeregt, mit dem Munde ein öffentliches Bekenntnis abzulegen. Er muß von ganzem Herzen Glauben ausüben. Dann wird die durch das gläubige Herz angeregte öffentliche Erklärung mit dem Munde folgen. Wenn sich ein Gläubiger zum Zeichen dafür, daß er sich Jehova Gott durch Jesus Christus hingegeben hat, im Wasser taufen läßt, legt er eine öffentliche Erklärung ab, die zur Rettung führt. Jehova Gott erforscht nicht nur das sinnbildliche Herz, um festzustellen, ob dort ein zur Tat anspornender Glaube vorhanden ist, sondern er erwartet auch die öffentliche Erklärung.

      Aufgrund eines „ungeteilten Herzens“ loyal bleiben

      11. (a) Wie konnte David Jehova gegenüber loyal bleiben? (b) Wie konnte David trotz seiner Sünde im Gebet Worte wie in Psalm 86:11 äußern? (c) Wer hat das vortreffliche Beispiel Davids nachgeahmt?

      11 David, der in alter Zeit lebte, wurde wie alle Menschen in Vergehen hervorgebracht und in Sünde empfangen, doch er blieb seinem Gott, Jehova, gegenüber loyal, weil sein sinnbildliches Herz „ungeteilt“ mit dem Gott des Volkes Israel war (Psalm 51:5). Ein Beweis dafür ist in 1. Könige 15:3 zu finden, wo es heißt: „Es erwies sich, daß sein [Abijams] Herz nicht ungeteilt mit Jehova, seinem Gott, war wie das Herz Davids, seines Vorvaters.“ Zugegeben, David beging mit der Frau Urias, des Hethiters, eine abscheuliche Sünde, doch bereute er sie aufrichtig, und sein Herz erwies sich als ungeteilt und unerschütterlich in seiner Ergebenheit gegenüber Jehova, seinem Gott (1. Könige 15:4, 5). Mit gutem Grund konnte David im Gebet die Bitte äußern: „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten“ (Psalm 86:11). Er gab den Königen, die ihm im Amt folgten, ein ausgezeichnetes Beispiel. Und König Asa war in dieser Hinsicht ein Nachahmer Davids, denn wir lesen in 1. Könige 15:14, daß „Asas Herz ungeteilt mit Jehova war alle seine Tage“.

      12. Wozu ist Mut und Ehrlichkeit erforderlich, und inwiefern bekundete Hiskia beides?

      12 Gewiß erfordert es viel Mut und Ehrlichkeit mit sich selbst, Gott, den Allerheiligsten, den Erforscher der Menschenherzen, inständig um Barmherzigkeit und liebevolle Rücksichtnahme zu bitten. Aber Hiskia, ein israelitischer König, tat dies. Als er eine Krankheit hatte, die mit Sicherheit tödlich ausgegangen wäre, wenn Gott nicht eingegriffen hätte, betete er: „Ich bitte dich, o Jehova, denke doch daran, wie ich vor dir in Wahrhaftigkeit und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin; und was gut war in deinen Augen, habe ich getan“ (Jesaja 38:3).

      13. Was sollten gesalbte Christen gemäß dem Beispiel Jesu stets im Sinn behalten?

      13 Angesichts eines solchen Beispiels sollten die gesalbten Christen von heute, die in den Bund mit Jesus Christus, den „Bund ... für ein Königreich“ im Himmel, aufgenommen worden sind, stets die Verpflichtung im Sinn behalten, „mit ungeteiltem Herzen“ vor Jehova zu wandeln. Als Jesus Christus, ein vollkommener Mensch, auf der Erde war, wandelte er wie sein königlicher Vorfahr David „mit ungeteiltem Herzen“ vor Jehova, seinem himmlischen Vater. Deshalb war es Jehova Gott, der Könige einsetzt, wohlgefällig, ihm die Herrschaft im himmlischen Königreich zu übertragen, damit er dort als „König der Könige und Herr der Herren“ zusammen mit seinen loyalen Jüngern herrsche, die untergeordnete Könige und Herren sein werden (Lukas 22:29; Offenbarung 19:16).

      14. Warum sind die „anderen Schafe“ in die „e i n e Herde“ unter dem „e i n e n Hirten“ gebracht worden?

      14 Die Glieder der aus Christi „anderen Schafen“ bestehenden „großen Volksmenge“ erwarten, die ersten Untertanen der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi und seiner 144 000 Mitherrscher zu sein (Offenbarung 7:9, 10; Johannes 10:16; Offenbarung 14:1; 20:4-6). Seit dem ereignisreichen Jahr 1935 haben sie sich mit dem Überrest der Königreichserben verbunden, die mit ungeteiltem Herzen vor Jehova wandeln. Da diese „anderen Schafe“ des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, auch bestrebt sind, vor Jehova „mit ungeteiltem Herzen“ zu wandeln, bilden sie jetzt mit dem Überrest der Königreichserben „e i n e Herde“ unter dem „e i n e n Hirten“, Jesus Christus. Weil sie mit einem geeinten, ungeteilten Herzen ihre Lauterkeit bewahren, werden sie das Vorrecht haben, an der Rechtfertigung der universellen Souveränität Jehovas teilzuhaben, des Gottes, dessen Zeugen sie sind (Jesaja 43:10, 12).

      15. Wofür können wir heute alle dankbar sein?

      15 Auf diese Weise richten wir uns alle als Jünger des Sohnes Gottes, unseres vortrefflichen Hirten, nach dem „Sinn“ Jehovas aus, wie er seinen ihm hingegebenen, getauften Anbetern heute geoffenbart wird. Wie dankbar sollten wir doch Gott, dem Höchsten, dafür sein, daß er uns enthüllt hat, was zuerst ihm in den „Sinn“ kam — nicht Menschen aus Fleisch und Blut! Aus diesem Grund fühlen wir uns veranlaßt, über Jehovas herrlichen Vorsatz ebenso zu denken wie er selbst.

      16, 17. (a) Was geht aus 1. Korinther 2:16 in bezug auf den „Sinn“ Jehovas und den „Sinn“ Christi hervor? (b) Was läßt Philipper 2:5-8 in bezug auf den „Sinn“ Christi erkennen?

      16 Wir schätzen, was für uns in 1. Korinther 2:16 aufgezeichnet worden ist, nämlich: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas kennengelernt, daß er ihn unterweise‘? Wir aber haben Christi Sinn.“ Das hier gebrauchte griechische Wort für „Sinn“ ist in beiden Fällen nus.

      17 Es besteht kein Zweifel darüber, daß der „Sinn“ Christi nach dem „Sinn“ Jehovas ausgerichtet war. Die inspirierten Worte aus Philipper 2:5-8 helfen uns, sogar in den „Sinn“ des Sohnes Gottes hineinzuspähen, was die Zeit seiner vormenschlichen Existenz betrifft, denn wir lesen an dieser Stelle: „Bewahrt diese Gesinnung in euch [„hegt in euch dasselbe Sinnen“, Rießler-Storr], die auch in Christus Jesus war, der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, nämlich um Gott gleich zu sein. Nein, sondern er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. Mehr als das, als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode an einem Marterpfahl.“

      18. Was mußte der Sohn tun, um sich nach dem „Sinn“ des Vaters auszurichten?

      18 Jehova Gott hat im Sinn, die Menschheit vom ewigen Tod zu erlösen, und der einziggezeugte Sohn Gottes war bereit, sich diesbezüglich nach dem Sinn seines himmlischen Vaters auszurichten, obwohl dies für ihn große Leiden auf der Erde bedeutete.

      19. (a) Worauf können wir unser sinnbildliches Herz in Verbindung mit dem „Sinn“ Jehovas richten? (b) Was in Verbindung mit dem „Sinn“ Christi müssen wir heute ausführen?

      19 Wenn wir uns heute nach dem „Sinn“ Jehovas ausrichten wollen, müssen wir uns wie Christus ebenfalls entsprechend demütigen und uns bedingungslos dem Willen Jehovas unterwerfen. Das verpflichtet uns, Zeugen Jehovas zu sein, und wir sollten von einem liebevollen und loyalen Herzen (kardía) angeregt werden, das auszuführen, was Jesus Christus, weit vorausblickend, im Sinn hatte, als er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“, bis das Ende kommt (Matthäus 24:14; Markus 13:10).

      20. (a) Was führt heute zu einer weltweiten Einheit im Handeln? (b) Über welchen Erfolg freut sich heute die geeinte Herde des Volkes Gottes?

      20 Alle Gott hingegebenen, getauften Zeugen des Höchsten sollten bezüglich dieses Dienstvorrechtes heute „gleichen Sinnes“ sein (Philipper 4:2). Das führt zu einer weltweiten Einheit im Handeln. Weil wir uns so verhalten, hat Jehova Gott sowohl die aus Christi „anderen Schafen“ bestehende „große Volksmenge“ als auch den gesalbten Überrest der Königreichsmiterben Christi mit dem wundervollen Erfolg gesegnet, den wir heute weltweit bei der Einsammlung aller „anderen Schafe“ und bei dem Schlußzeugnis erleben, das der ganzen Menschheit vor dem glorreichen Sieg Jehovas und der Rechtfertigung seiner universellen Souveränität in Har-Magedon gegeben wird (Offenbarung 16:16).

      Einige Wiederholungsfragen

      ◻ Welche Rolle spielen das „Herz“ und der „Sinn“ für Jehova beim Schreiben des „Gesetzes“ des neuen Bundes?

      ◻ Welche beiden Dinge sind für die Rettung wichtig?

      ◻ Inwiefern hilft uns ein „ungeteiltes“ Herz, loyal zu bleiben?

      ◻ Wie können wir zeigen, daß wir sowohl den „Sinn“ Jehovas als auch den „Sinn“ Christi haben?

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