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  • Eine Welt, eine Regierung — unter Gottes Souveränität
    Der Wachtturm 1975 | 15. Oktober
    • Offensichtlich ist noch etwas anderes erforderlich, etwas sehr Wichtiges. Der nicht mehr bestehende Völkerbund hat dieses Erfordernis nicht erfüllt. Auch die Vereinten Nationen, die heute noch in Funktion sind, erfüllen es nicht. Die Staatswissenschaftler der Welt mögen fragen: Was ist denn dieses Erfordernis? Woran fehlt es den Organisationen, die die internationale Zusammenarbeit fördern sollen? Wir antworten: Es ist die selbstlose Zusammenarbeit mit dem Einen, den viele Nationen anzubeten behaupten. Wer dieser Eine ist, können wir einem Lied entnehmen, das in einem nordamerikanischen Land als Nationalhymne betrachtet wurde. Es ist betitelt „My Country, ’Tis of Thee“ oder einfach „America“. Die letzte Strophe dieses Liedes — wenn es gespielt wurde, erhoben sich alle Zuhörer von ihren Plätzen — lautet wie folgt:

      „Gott unsrer Väter, dir,

      dem Quell der Freiheit, dir singen wir.

      Lang leuchte in unserem Land der Freiheit heiliges Licht.

      Schütz uns mit deiner Macht,

      großer Gott, unser König.“

      12. (a) Auf welche Weise behauptet eine mit den USA verbündete Nation ebenfalls, daß Gott ihr himmlischer Souverän sei? (b) Wie beweist eine Nation, die ein solches Lied singt, ob Gott ihr Souverän ist oder nicht?

      12 Außerdem wurde der Text dieses Liedes zur Melodie der britischen Nationalhymne gesungen, die betitelt ist „God Save Our Gracious King (Queen)“ (Gott erhalte den König [die Königin]). In Übereinstimmung mit der letzten Strophe des Liedes „America“ hat das Oberste Bundesgericht der USA entschieden, daß die Vereinigten Staaten eine christliche Nation seien. Und in England gibt es heute noch eine Vereinigung von Kirche und Staat, denn die anglikanische Kirche ist die Staatskirche Englands. Bei der Gottheit, die hier besungen wird, handelt es sich um den Gott der Heiligen Schrift. Alle Nationen der Christenheit bekennen, den Gott der Heiligen Schrift anzubeten. Mit den Worten „großer Gott, unser König“ erkennen die Amerikaner, die in dieses patriotische Lied mit einstimmen können, Gott, den „Gott unsrer Väter“, als Souverän an, der höher steht als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Aber meinen diejenigen, die diese Nationalhymne singen, auch das, was sie sagen? Betrachten sie Gott wirklich als den Souverän ihrer Nation, ja des ganzen Universums? Ob er wirklich ihr Souverän ist, können sie nur dadurch beweisen, daß sie unterwürfig mit ihm zusammenarbeiten.

      13. (a) Wen bezeichnet die Bibel als den Souverän des Universums? (b) Nur wie kann daher „e i n e Welt“ unter „e i n e r Regierung“ zustande kommen?

      13 Die Heilige Schrift weist auf die Souveränität dieses Gottes hin. In Psalm 83:18 heißt es: „Damit man erkenne, daß du, dessen Name Jehova ist, du allein, der Höchste bist über die ganze Erde.“ Wenn sich das Gebet, das in diesem Psalm enthalten ist, erfüllt, werden alle Menschen, alle Erdbewohner, wissen, daß der Gott, dessen Name Jehova ist, der Souverän des ganzen Universums ist und damit auch der Souverän unserer Erde. Heute beten die meisten Nationen nicht Jehova als ihren Gott an, wie es die Nationen der Christenheit zu tun vorgeben. Doch obwohl die sogenannt „christlichen“ Nationen bekennen, den Gott anzubeten, dessen Name gemäß der Bibel Jehova ist, arbeiten sie tatsächlich nicht mit ihm zusammen. In Wirklichkeit arbeitet keine einzige Nation, die Mitglied der Vereinten Nationen ist, mit Jehova Gott, dem Höchsten, zusammen. Erst wenn alle lebenden Menschen gehorsam mit diesem Souverän des Universums zusammenarbeiten, kann es „e i n e Welt“ unter „e i n e r Regierung“ geben.

      FÜR WESSEN SOUVERÄNITÄT WERDEN WIR UNS ENTSCHEIDEN?

      14. Warum muß jetzt jeder einzelne eine persönliche Entscheidung im Hinblick auf die Streitfrage treffen, die für die ganze Erde entschieden werden muß?

      14 Möchten wir das von ganzem Herzen? Da die Staaten der Erde keine Einheit auf Gottes Weise wünschen und da sie es ablehnen, mit ihm zusammenzuarbeiten, bleibt es jedem einzelnen überlassen, seine persönliche Entscheidung in der Streitfrage zu treffen, die in kurzem für die ganze Erde entschieden wird. Wird ein jeder von uns Jehovas universeller Souveränität gebührende Achtung schenken und auch dementsprechend leben? Nur wenn wir das tun, werden wir das Vorrecht haben, eine geeinte Welt mit einer einzigen Regierung unter Gottes Souveränität zu erleben.

      15. Wie kommt es, daß die Projekte der Nationen trotz internationaler Zusammenarbeit gescheitert sind?

      15 Wenn alle zusammenarbeiten und als eine geeinte Körperschaft handeln, kann im allgemeinen etwas erreicht werden. Wenn wir mit dem Souveränen Herrn, Jehova Gott, zusammenarbeiten, wird unsere Arbeit mit Sicherheit von Erfolg gekrönt sein. Diese Tatsache hilft uns auch verstehen, weshalb die Nationen keinen Erfolg bei ihren internationalen Projekten haben. Es stimmt, daß die Nationen heute in ihrer hoffnungslosen Lage bemüht sind, die Welt unter einer einzigen Weltinstitution zu vereinigen. Man spricht sogar davon, die Souveränität über die Welt der Organisation der Vereinten Nationen zu übertragen. Doch müssen wir uns fragen: Ist diese „eine Welt“ unter „e i n e r Regierung“, die die Nationen zur Erhaltung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit anstreben, die gleiche „e i n e Welt“ unter „e i n e r Regierung“, die Gott, der Souveräne Herr, im Sinn hat? Sind diese menschlichen Bemühungen das, was Gott in seinem unfehlbaren geschriebenen Wort, der Heiligen Schrift, vorhergesagt hat?

      16, 17. (a) Auf welche Weise arbeiteten die Nationen vor neunzehnhundert Jahren in Jerusalem zu einem schlechten Zweck zusammen? (b) Wie redeten diejenigen, die in ihrem Gebet diese Verschwörung erwähnten, Gott an, und worum baten sie ihn?

      16 Wir wissen, daß einzelne Menschen und auch ganze Nationen sowohl zu einem schlechten als auch zu einem guten Zweck zusammenarbeiten können. Vor nicht ganz zweitausend Jahren taten sich Nationen zu einem schlechten Zweck zusammen. Wohl arbeiteten sie zusammen, aber nicht mit dem Höchsten, dem Gott des Himmels. Darauf wurde mit sehr ernsten Worten in Jerusalem aufmerksam gemacht, nachdem ein paar Männer, weil sie im Tempel jener Stadt gepredigt hatten, verhaftet, vor dem Obersten Gerichtshof verhört und unter Drohungen freigelassen worden waren. Über den Souveränitätskonflikt, um den es damals ging, wird uns mit folgenden Worten berichtet:

      17 „Nach ihrer Freilassung begaben sie sich zu den Ihrigen und berichteten die Dinge, die die Oberpriester und die älteren Männer zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: ,Souveräner Herr, du bist der Eine, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat und der durch heiligen Geist durch den Mund unseres Vorvaters David, deines Knechtes, gesagt hat: „Warum brachen die Nationen in Tumulte aus und sannen die Völker auf nichtige Dinge? Die Könige der Erde standen auf, und die Herrscher rotteten sich wie e i n Mann gegen Jehova und gegen seinen Gesalbten.“ Desgleichen waren in Wahrheit in dieser Stadt Herodes und auch Pontius Pilatus mit Menschen der Nationen und mit Völkern Israels gegen deinen heiligen Knecht Jesus versammelt, den du gesalbt hast, um die Dinge zu tun, die zu geschehen deine Hand und dein Rat vorherbestimmt hatten. Und nun, Jehova, beachte ihre Drohungen, und gewähre deinen Sklaven, daß sie dein Wort fortgesetzt mit allem Freimut reden‘“ (Apg. 4:23-29).

      18. Um was tun zu können, beteten diese Christen zu Gott um Hilfe, und wie wirkte es sich aus, daß ihr Gebet erhört wurde?

      18 Diese Jünger Jesu, des Messias, hatten ihre Entscheidung getroffen und sich der universellen Souveränität des Schöpfers des Himmels und der Erde unterstellt. Deshalb beteten sie, er möge ihnen helfen, die Entscheidung und die Drohungen des nationalen Obersten Gerichtshofs außer acht zu lassen und sogleich mit dem verbotenen Predigen der Botschaft Gottes von seinem gesalbten Knecht, Jesus, dem Messias, fortzufahren. Sie stellten die politische Verschwörung bloß, zu der sich König Herodes Antipas, der den Volksstamm der Idumäer vertrat, Statthalter Pontius Pilatus, der das Römische Reich und Tiberius Cäsar vertrat, und die nichtchristianisierten Juden zusammengetan hatten. Das Gebet der Männer, die die Souveränität Jehovas, ihres Herrn und Gottes, hochhielten, wurde erhört, und die gute Botschaft wurde weiterhin gepredigt, sowohl unter den Juden als auch später unter den Heidennationen. So kam es, daß Tausende von Gläubigen auf der Seite Jehovas, des Souveränen Herrn, Stellung bezogen und mit ihm zur Förderung seines messianischen Vorsatzes zusammenarbeiteten.

      19. Welche Erfüllung der Worte Davids aus Psalm 2 haben wir heute erreicht, verglichen mit der Situation vor neunzehnhundert Jahren, und warum sollten wir uns unsere Entscheidung genau überlegen?

      19 Heute haben wir den Höhepunkt in diesem Lauf der Ereignisse erreicht, die Gott überwacht hat, um schließlich eine geeinte Welt unter einer Regierung, deren universeller Souverän er selbst ist, herbeizuführen. Die prophetischen Worte Davids, die die Jünger des Messias vor neunzehnhundert Jahren in ihrem Gebet erwähnten, erfüllten sich damals nur im kleinen. Es ging nur um König Herodes, den Statthalter Pontius Pilatus und das jüdische Volk sowie um die römischen Soldaten, die von ihnen den Auftrag erhalten hatten, Jesus, den Messias, an einen Marterpfahl zu schlagen. Die Weltereignisse seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 beweisen, daß wir jetzt, im 20. Jahrhundert, die endgültige Erfüllung der Worte Davids aus Psalm 2 erreicht haben. Heute ist es mehr als irgendwann in der Vergangenheit an der Zeit, daß die Streitfrage um die Souveränität Gottes geklärt wird. Unsere persönliche Entscheidung in dieser Streitfrage wird für jeden von uns von größter Bedeutung sein.

      20, 21. (a) An wen können wir uns mit Recht wenden, um eine Anleitung für die richtige Entscheidung zu erhalten? (b) An wen wandte sich gemäß Psalm 73:24, 25, 28 der Psalmist um Rat?

      20 Damit wir uns so entscheiden können, daß wir die „eine Welt“ und die „eine Regierung“ unter Gottes Souveränität erleben können, benötigen wir eine Anleitung. Sollen wir uns an die Nationen der Welt wenden, um diese Anleitung zu erhalten? Nein, denn sie sind ratlos und sinken immer tiefer in den Sumpf der Verwirrung, weil sie keinen Ausweg aus den zunehmenden Schwierigkeiten wissen. Es würde auch nichts nützen, wenn wir uns an die religiösen Institutionen der Nationen wendeten, denn der religiöse Rat, den sie den Politikern gegeben haben, hat die Nationen in die gegenwärtige internationale Sackgasse geführt. Um zeitgemäßen, realistischen und praktischen Rat zu erhalten, der uns den richtigen Weg weist, müssen wir uns an das geschriebene Wort dessen wenden, der vor langer Zeit die heutige Weltbedrängnis vorausgesagt hat. Das tat auch der inspirierte Psalmist des Altertums. Er richtete seine Worte an den göttlichen Autor des prophetischen Wortes und sagte:

      21 „Mit deinem Rat wirst du mich leiten, und danach wirst du mich sogar zu Ehren führen. Wen habe ich in den Himmeln? Und neben dir habe ich keine andere Lust auf der Erde. Was aber mich betrifft, so ist es gut für mich, Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen, um alle deine Werke zu verkünden“ (Ps. 73:24, 25, 28).

      22. Wessen können wir gemäß den Worten des Psalmisten sicher sein?

      22 Wenn wir jetzt den Souverän des ganzen Universums zu unserer Zuflucht machen, können auch wir sicher sein, daß er uns mit seinem Rat leiten wird und uns danach zu nie endenden Ehren führen wird.

      „Nun, o Könige, handelt nach Einsicht; laßt euch zurechtweisen, o Richter der Erde. Dient Jehova mit Furcht, und frohlockt mit Zittern“ (Ps. 2:10, 11).

  • Die eine Regierung für die eine Welt unter Gottes Souveränität
    Der Wachtturm 1975 | 15. Oktober
    • Die eine Regierung für die eine Welt unter Gottes Souveränität

      1. Zu welcher Schlußfolgerung hinsichtlich der Menschenherrschaft werden die Ratgeber der Welt gezwungen?

      DIE Berater in weltpolitischen Fragen werden immer wieder aufs neue enttäuscht. Ob es ihnen gefällt oder nicht, sie werden zu der Schlußfolgerung gezwungen, daß die Menschheitsfamilie nicht in der Lage ist, sich selbst zu regieren, obwohl sie schon 6 000 Jahre alt ist. Es ist ihr nicht gelungen, eine Regierung hervorzubringen, die die ganze Menschheit zu einer Welt vereint hätte oder vereinen könnte.

      2. Warum trägt Gott keine Schuld daran, daß die Menschheit heute nicht e i n e Welt ist, wenn man bedenkt, welchen Anfang er der Menschheit gab?

      2 Wer ist daran schuld? Nicht der Schöpfer der Menschheitsfamilie, ihr himmlischer Vater. Die ganze Menschheit stammt von dem einen ersten Menschen ab, den Jehova Gott, der Souveräne Herr, auf der Erde ins Dasein gebracht hat. Später benutzte der Schöpfer einen Teil des vollkommenen Körpers dieses Menschen als Grundlage, um die erste Frau zu erschaffen, damit die ganze Menschheit, die Nachkommen dieses ersten Menschenpaares, e i n Fleisch sei. Diese Tatsache wurde vor neunzehnhundert Jahren den Philosophen des griechischen Hohen Gerichts, des Areopags in Athen, deutlich vor Augen geführt. Diesen eminenten Richtern sagte der christliche Apostel Paulus: „Er [Gott] hat aus e i n e m Menschen jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der Menschen, damit sie Gott suchen“ (Apg. 17:22-27; 1. Mose 2:7-25; 1:26-31).

      3, 4. (a) Was war von Anfang an Gottes Vorsatz hinsichtlich der Menschheit? (b) Wie erfuhr Adam, daß er sich Gottes Souveränität unterordnen mußte, um ewiges Leben erlangen zu können?

      3 Gott wollte, daß die Menschheitsfamilie „e i n e Welt“, e i n e menschliche Gesellschaft, sein sollte, von gleichem Bein, Fleisch und Blut. Diese geeinte menschliche Gesellschaft sollte auf der ganzen Erdoberfläche wohnen und sie in einen parkähnlichen Garten oder in ein Paradies umwandeln, das ihr für immer als Wohnstätte dienen sollte. Die Menschen sollten sich die Fische, die Vögel und die Landtiere unterwerfen, sie selbst aber sollten sich der Souveränität des universellen Herrschers und Schöpfers unterwerfen, des Höchsten, „dessen Name Jehova ist“ (Ps. 83:18). Als Souverän des Menschen gab Jehova Gott dem ersten Menschen ein göttliches Gesetz, und wenn der vollkommene Mensch diesem Gesetz gehorcht hätte, hätte er ewig auf Erden leben können.

      4 Dieses Gesetz verlangte vollkommenen Gehorsam gegenüber dem universellen Souverän, denn Gott sagte zu Adam: „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tage, da du davon ißt, wirst du bestimmt sterben“ (1. Mose 2:16, 17). Eine Zeitlang hielten Adam und seine Frau Eva dieses göttliche Gebot, das loyalen Gehorsam verlangte. Die Menschheitsfamilie hatte einen vollkommenen Anfang. Um ewig leben zu können, mußte sie nun dem universellen Souverän, Jehova Gott, untertan bleiben. Der Grundsatz, der damals galt, gilt auch für uns heute. Werden wir uns daran halten?

      5. Was muß geschehen sein, wenn man heute den Mangel an Einheit in der Menschenwelt beobachtet, und wann und unter welchem Einfluß ist es geschehen?

      5 Jeder wird zugeben müssen, daß die Menschheitsfamilie heute nicht „e i n e Welt“, eine ungeteilte menschliche Gesellschaft, ist, und das trotz der Tatsache, daß sie von gleichem Fleisch und Blut ist. Heute machen viele Staaten auf Erden ihre Souveränität geltend, und dadurch wird die Loyalität der Menschen geteilt. Zweifellos muß es in ferner Vergangenheit, bevor Adam und Eva einen Sohn hatten, zu einer Absplitterung von der universellen Souveränität des Höchsten, des Schöpfers, gekommen sein. Wie kam es zu dieser Absplitterung? Nur die Heilige Schrift, Gottes geschriebenes Wort, gibt darauf eine glaubwürdige Antwort. Der Anstoß dazu kam aus dem Bereich des Unsichtbaren, aus der Geisterwelt. Einer der himmlischen Untertanen Jehovas, des Souveräns, sah eine Gelegenheit, sich unabhängig zu machen und selbst Souveränität zu beanspruchen.

      6. Inwiefern stimmen die Bezeichnungen, die diesem rebellierenden Geist gegeben wurden, mit der Handlungsweise überein, die er einschlug, um die Menschen zur Rebellion gegen Gottes Souveränität zu veranlassen?

      6 Satan ist ein passender Name für diesen Rebellen, denn dieser Name bedeutet „Widersacher“, nämlich Widersacher Jehovas. Auch das Wort Teufel ist eine passende Bezeichnung für ihn, denn es bedeutet „Verleumder“, und Satan verleumdete seinen Souveränen Herrn, um Eva zu betrügen und irrezuführen. Er stellte ihren himmlischen Vater als selbstsüchtigen Lügner hin, der keinen strikten Gehorsam verdiene. Eva glaubte dieser Lüge,. aß von der verbotenen Frucht und gab damit ihre Unterwürfigkeit gegenüber der Souveränität ihres himmlischen Vaters auf. In Übereinstimmung mit dem Plan des Teufels ging sie sogar noch weiter: Sie brachte ihren Mann, Adam, dazu, sich ihr in der Rebellion gegen die rechtmäßige Souveränität seines Gottes und Vaters anzuschließen. Es kam genauso, wie es sich Satan, der Teufel, ausgerechnet hatte: Bis heute werden die Menschen in Sünde geboren und unterwerfen sich im allgemeinen nicht der Souveränität Jehovas, des Höchsten (1. Mose 3:1 bis 4:16; Röm. 5:12).

      7, 8. (a) Wieso ist die Menschheit seitdem in der Frage um die Unterwerfung unter eine Souveränität geteilt? (b) Wie machte Gott in seinen Beziehungen zu dem rebellierenden Souverän seine äußere Souveränität geltend?

      7 Seit jener Rebellion im Garten Eden sind die Nachkommen Adams und Evas geteilt. Die einen unterwerfen sich der universellen Souveränität Jehovas und die anderen der Souveränität Satans, des Teufels, den Jesus, der Messias, als den „Herrscher dieser Welt“ bezeichnete (Joh. 12:31; 14:30; 16:11). Jehova Gott ging kein Bündnis mit diesem neugegründeten, schwächeren souveränen Reich ein. Als rechtmäßiger Souverän, der weiß, wie er mit fremden Regierungen umzugehen hat, erklärte Jehova Gott dem feindlichen Souverän den Krieg. Voller Verachtung verglich Jehova Gott diesen satanischen Souverän mit einer kriechenden Schlange und sagte ihm, als spräche er zu der Schlange, die der Teufel benutzt hatte, um Eva zu verführen:

      8 „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten [als würde er auf den Kopf einer Schlang treten, um ihr Gehirn zu zermalmen], und du wirst ihm [wie eine auflauernde Schlange] die Ferse zertreten“ (1. Mose 3:1-15).

      9. Für wie lange erklärte Gott dem fremden Souverän Krieg, und wie zeigte das Paulus in Römer 16:20?

      9 Ständigen Krieg erklärte Jehova Gott damals dem rebellierenden Souverän und all denen, die sich der Souveränität dieses verschlagenen Rebellen unterstellten, der von Anfang an versuchte, seine Identität vor den Menschen zu verbergen. Jehova Gott hat seine „Außenpolitik“ nicht aufgegeben. Der Krieg gegen den gemeinsamen Feind Gottes und der Menschen geht weiter. Über 4 000 Jahre nachdem der große Widersacher in Eden für sich selbst Souveränität beansprucht hatte, inspirierte Jehova den Apostel Paulus, an die Versammlung, die sich in der Hauptstadt des Römischen Reiches befand, folgendes zu schreiben: „Der Gott, der Frieden gibt, wird seinerseits den Satan in kurzem unter euren Füßen zermalmen. Die unverdiente Güte unseres Herrn Jesus sei mit euch“ (Röm. 16:20; vergleiche 2. Mose 17:14; Jesaja 45:7).

      10. (a) Unter wessen Füßen wird die große Schlange zermalmt werden, und wie bald? (b) Wie wurde die „Ferse“ des verheißenen Samens Gottes zertreten, und wie wurde die Wunde geheilt?

      10 Die Zeit, in der die große Schlange, Satan, der Teufel, und sein „Same“ „in kurzem“ zermalmt werden, sollte inzwischen näher gerückt sein, denn seither sind schon über neunzehnhundert Jahre vergangen. Die Hauptperson des verheißenen „Samens“ des „Weibes“ Gottes, Jesus Christus, ist jetzt mit genügend Macht ausgestattet, um Satan, den Urheber jeder irdischen Souveränität, die Jehova Gott, dem einzigen Gott, der Frieden gibt, entfremdet ist, zu zermalmen. Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde dem „Samen“ des „Weibes“ Gottes die Ferse zertreten. Das war das Ergebnis der Verschwörung zwischen den „Völkern Israels“, König Herodes Antipas und dem römischen Statthalter Pontius Pilatus. Die Fersenwunde, die die große Schlange verursachte, bewirkte den Tod Jesu Christi am Passahtag des Jahres 33 u. Z., doch es war nur ein physischer Tod. Und gemäß Gottes Vorsatz mußte Jesus ohnehin einen Opfertod sterben. Aber der Opferweg, den Jesus ging, blieb nicht ohne Lohn. Am dritten Tag seines Todes wurde er von Gott, dem Allmächtigen, als Geistgeschöpf zu unsterblichem Leben im Himmel auferweckt. Gott ließ ihn zu seiner eigenen Rechten sitzen, wo er auf die Zeit warten sollte, in der der großen Schlange der Kopf zermalmt werden würde (Hebr. 10:12, 13; 12:2; Luk. 12:4, 5).

      11. Welche Regierung verkündigte Jesus öffentlich, und von wann an?

      11 Als Jesus, der Messias, noch als vollkommener Mensch auf Erden war, predigte er unaufhörlich von der Regierung, die unter Gottes Souveränität über die ganze Menschheit herrschen und die Gehorsamen zu „e i n e r Welt“ vereinen würde. Er setzte das Werk seines Vorläufers, Johannes’ des Täufers, fort, denn in dem Bericht heißt es: „Als er nun hörte, daß Johannes festgenommen worden war, zog er sich nach [der Provinz] Galiläa zurück. ... Von dieser Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: ,Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht‘“ (Matth. 4:12-17).

      12. Wegen welcher Entscheidung, die Jesus anläßlich seiner Versuchung durch den Teufel getroffen hatte, erwies er sich als würdig, diese Königreichsbotschaft zu predigen?

      12 Jesus wäre nicht würdig gewesen, diese Botschaft zu predigen, hätte er nicht einige Monate zuvor die richtige Entscheidung getroffen. Bei jener kritischen Gelegenheit befand sich Jesus in der Wildnis von Judäa, wo er in der Einsamkeit vierzig Tage lang gefastet hatte. Dort trat der unsichtbare rebellierende Souverän an ihn heran, um ihn zu versuchen und ihn zu veranlassen, seine Rolle als Messias aufzugeben. Über die dritte und letzte Versuchung lesen wir: „Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen ungewöhnlich hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und er sprach zu ihm: ,Alle diese Dinge will ich dir geben, wenn du niederfällst und mir einen Akt der Anbetung erweist.‘“ Was der Teufel Jesus hier anbot, war nicht die „eine Regierung“, durch die alle gehorsamen Menschen zu „einer Welt“ vereint würden. Es war keine Weltregierung unter Gottes Souveränität, sondern eine Weltregierung unter der Souveränität des Teufels. Für wessen Souveränität sich Jesus eindeutig entschied, sagt uns der Bericht mit den Worten: „Da sprach Jesus zu ihm: ,Geh weg, Satan [Widersacher]! Denn es steht geschrieben: „Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen“‘“ (Matth. 4:1-10).

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