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Erklärung in bezug auf den göttlichen NamenDer Wachtturm 1972 | 15. Juli
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plagt sie im Herzen, sie möchten den Einen kennenlernen und mit ihm Verbindung aufnehmen, der sich wirklich als ihr Befreier und Segenspender erweisen kann. Wir als christliche Zeugen Jehovas sind glücklich, bekennen zu können, daß wir etwas besitzen, was ihre geistigen Bedürfnisse befriedigt, und dies zufolge der liebenden Güte Jehovas, die er uns durch Jesus Christus erweist. Wir wagen es nicht und sind nicht gewillt, das lebenrettende Licht, das wir von Jehova empfangen, nur für uns selbst zu behalten; daher werden wir fortfahren, das biblische Licht hinsichtlich des göttlichen Namens Jehova und seines verheißenen Königreiches, dem sein Messias, Jesus, vorsteht, weiter auszustrahlen. Auf diese liebevolle Weise werden wir allen nach Wahrheit hungernden Menschen helfen, sich als würdig zu erweisen, von dem „Schwert“ Jehovas verschont zu werden, wenn es das böse System trifft, so daß sie überleben und in Jehovas neue Ordnung eingehen können, in der als ewige Heimstätte der Menschen unter Gottes Königreich, der Herrschaft Jesu Christi, ein Paradies auf Erden geschaffen wird.
17. Welchen Entschluß erneuern wir, und bis wann wollen wir entsprechend handeln?
17 Demgemäß erneuern wir bei dieser Gelegenheit unseren Entschluß, diese gute Botschaft vom Königreich zu predigen, bis Gott, der Allmächtige, seine Erklärung wahr machen wird: „Die Nationen sollen erkennen, daß ich Jehova bin.“ — Hes. 39:7, American Standard Version.
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Der Gott, der Verheißungen gibtDer Wachtturm 1972 | 15. Juli
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Der Gott, der Verheißungen gibt
WER ist der Gott, der der Menschheit Befreiung verheißt? Warum sollten wir seiner Verheißung Glauben schenken, und wie können wir uns darauf verlassen?
Um in der Lage zu sein, eine solche Verheißung nicht vergebens zu äußern, müßte er der Schöpfer aller Dinge sein, Gott, der Allmächtige. Die Bibel zeigt, daß er dies ist. Es sollte außer Frage stehen, daß er bereit ist, die Menschheit zu befreien, damit sie in eine gerechte neue Ordnung gelangt; dies geht aus seiner Verheißung, es zu tun, hervor. Aber unsere eigene Gewißheit, daß er es tun wird, muß das Ergebnis einer Prüfung seiner Taten und Handlungen, seiner Erfüllung anderer Verheißungen, die er gegeben hat, sein.
Die wichtigste Verheißung, die er außer seiner Verheißung, die Menschheit durch sein messianisches Königreich zu befreien, gegeben hat, ist diejenige über das erste Kommen des Messias. Hat es sich tatsächlich so ereignet, wie Gott es verheißen hatte?
BERICHT ÜBER DAS ERSTE ERSCHEINEN DES MESSIAS
Daß es sich tatsächlich so ereignet hat, läßt sich anhand der Geschichtsaufzeichnungen nachweisen. Schon in sehr früher Zeit legte die Bibel bestimmte Voraussetzungen für den Messias dar, damit er unmißverständlich zu erkennen wäre. Einige dieser Voraussetzungen sind folgende:
(1.) Er sollte aus dem Stamm Juda kommen und von König David abstammen:
„Das Zepter [Symbol der Herrschergewalt] wird nicht von Juda weichen noch der Befehlshaberstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis Schilo kommt; und ihm wird der Gehorsam der Völker gehören.“ (1. Mose 49:10) „Jehova hat dem David geschworen, er wird in Wahrheit nicht davon abgehen: ,Von der Frucht deines Leibes werde ich auf deinen Thron setzen.‘“ — Ps. 132:11; Jes. 9:7.
Auf Jesus traf dies zu, wie sein Geschlechtsregister, das die Geschichtsschreiber Matthäus und Lukas dem öffentlichen Verzeichnis entnahmen, zeigt. (Matth. 1:3, 6, 16; Luk. 3:23, 31, 33) Dieses Geschlechtsregister wurde, da es der offiziellen Urkundensammlung der Juden selbst entnommen worden war, von den jüdischen Führern, die im ersten Jahrhundert u. Z. lebten, nicht angefochten, obwohl sie Jesus in jedem Punkt angriffen, der ihnen in den Sinn kam.
(2.) Er sollte in Bethlehem geboren werden:
„Und du, o Bethlehem-Ephratha, das zu klein ist, um schließlich unter den Tausenden Judas zu sein, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel werden soll.“ — Micha 5:2.
Matthäus, der den vorhergehenden Text zitiert, berichtet: „Nachdem Jesus in Bethlehem in Judäa ... geboren worden war ...“ — Matth. 2:1, 5, 6.
(3.) Er sollte am Ende von neunundsechzig „Jahrwochen“ (483 Jahren) vom Wiederaufbau der Mauer Jerusalems (455 v. u. Z.) an erscheinen:
„Und du solltest wissen und die Einsicht haben, daß es vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und wieder zu bauen, bis zu dem Messias, dem Führer, sieben Wochen, ferner zweiundsechzig Wochen sein werden. ... Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Messias abgeschnitten werden mit nichts für sich selbst.“ — Dan. 9:25, 26.
Jesus stellte sich tatsächlich zur bestimmten Zeit, im Jahre 29 u. Z. (483 Jahre nach dem Jahre 455 v. u. Z.), dar, um sich von Johannes taufen zu lassen. Damals wurde er der Messias (der Gesalbte), der mit Gottes Geist gesalbt war. (Luk. 3:21-23) Die Juden kannten diese die Zeit betreffende Prophezeiung und waren zu der Zeit, da Johannes, der Vorläufer Jesu, zu predigen begann, „in Erwartung“. — Luk. 3:15.
Als weitere Erfüllung der prophetischen Verheißung wurde Jesus etwa dreieinhalb Jahre nach seiner Taufe als Loskaufsopfer für die Menschheit im Tode „abgeschnitten“. Jesaja sagte den Opfertod des Messias ebenfalls vorher. — Jes. 53:10-12.
Die Weltgeschichte bestätigt, daß Jesus Christus auf Erden lebte und ein ungewöhnlicher Lehrer war. Flavius Josephus, ein jüdischer Geschichtsschreiber des ersten Jahrhunderts, der kein Christ war, schrieb, daß Jesus während der Statthalterschaft des Pontius Pilatus auftrat, daß er ein einflußreicher Lehrer war und daß er der Christus war, daß Pilatus ihn zum Tode verurteilte und daß er am dritten Tag seinen Jüngern wieder lebend erschien (Jüdische Altertümer, Buch XVIII, Kap. 3, Abschn. 3). — Joh. 19:15, 16; 20:1, 19; Matth. 27:63, 64; Apg. 10:40.
Einige mögen dem Zeugnis der Jünger Christi hinsichtlich seiner Auferstehung nicht glauben, aber man betrachte folgende Tatsachen: Es gab mehr als fünfhundert Zeugen. Die Jünger waren keine mächtigen oder einflußreichen Männer, so daß sie die an Jesu Grab aufgestellten Soldatenwachen überwunden oder bestochen hätten. Eine abgekartete Sache war unter so vielen Personen kaum wahrscheinlich, besonders da ihnen dies keinen persönlichen materiellen Gewinn eingebracht hätte. Sie konnten nicht aus einem selbstsüchtigen Beweggrund Zeugen der Auferstehung sein, sie wurden dadurch Leiden und dem Tod ausgesetzt. Sie legten ihr Zeugnis gerade dort ab, wo sich die bittersten Feinde des Messias befanden und wo ein Betrug bestimmt aufgedeckt werden konnte. Und sie warteten nicht, sondern legten gleich Zeugnis ab, als die Wut der jüdischen Führer auf dem Höhepunkt war. — 1. Kor. 15:3-8; Apg. 2:32; 3:15; 4:10, 18-20; 7:55-58; 8:1.
Daß diese Zeugen, als sie von Jesu Auferstehung Zeugnis ablegten, keine Geschichte erfanden, kann man ferner daraus ersehen, daß die Auferstehung für sie in ihrer Verzweiflung und Niedergeschlagenheit etwas Überraschendes war. Sie hatten ihn als einen menschlichen König erwartet, und es war ein gewaltiger Schlag für sie, als er starb. (Luk. 24:13-43; Joh. 20:24-29) Gerade die Auferstehung Jesu war es eigentlich, was ihnen den Mut gab, Zeugnis abzulegen, einen Mut, der unter der heftigsten Verfolgung nicht zu brechen war.
Gott erfüllte seine Verheißung hinsichtlich des Messias auf so hervorragende Weise in allen Einzelheiten der oben erwähnten Prophezeiungen sowie vieler anderer Prophezeiungen, daß jeder vernünftig denkende Mensch, der die Beweise betrachtet, sagen sollte: „Gott ist tatsächlich jemand, der seine Verheißungen erfüllt.“
ZEUGNIS ANDERER HERVORRAGENDER MÄNNER
Daß Gott seine Verheißung erfüllte, seinen Messias zu senden, ist ein bedeutendes Beispiel für seine Zuverlässigkeit. Aber es gibt zahllose weitere Beispiele. Viele Menschen, die Gott in der Vergangenheit dienten, sahen und erlebten nicht nur einmal, sondern während ihres ganzen Lebens die Zuverlässigkeit Gottes in der Erfüllung seiner Verheißungen. Zu ihnen gehören Josua, David und Salomo.
Josua sagte in seiner Abschiedsrede vor Israel:
„Ihr wißt wohl mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, daß kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, dahingefallen ist. Sie alle sind für euch eingetroffen. Kein einziges Wort von ihnen ist dahingefallen.“ — Josua 23:14.
König David bezeugte: „Die Reden Jehovas sind lautere Reden.“ — Ps. 12:6.
Sein Sohn, König Salomo, sagte im Gebet vor ganz Israel:
„Gesegnet sei Jehova, der seinem Volk Israel einen Ruheort gegeben hat gemäß allem, was er verheißen hat. Es ist kein Wort dahingefallen von all seiner guten Verheißung, die er durch Moses, seinen Knecht, verheißen hat.“ „O Jehova, du Gott Israels, da ist kein Gott wie du in den Himmeln oder auf der Erde, der den Bund und die liebende Güte ... bewahrt, ... der du deinem Knecht David, meinem Vater, das gehalten hast, was du ihm verheißen hattest, so daß du mit deinem Munde die Verheißung gegeben und mit deiner eigenen Hand die Erfüllung herbeigeführt hast wie an diesem Tage.“ — 1. Kö. 8:56; 2. Chron. 6:14, 15.
Diese Männer waren keine Toren. Es waren weise Männer und Führer einer großen Nation, und sie erkannten an, daß die Erfüllungen nur dadurch kommen konnten, daß Gott alles überwachte und hinsichtlich seiner Verheißungen loyal war. Und sie waren keine Betrüger. Die Offenheit der Schreiber der Heiligen Schrift, die sowohl ihre eigenen Fehler als auch diejenigen ihrer Herrscher und ihrer Nation enthüllten, bezeugt ihre Wahrheitsliebe.
LERNE MEHR ÜBER DIESEN GOTT
Wenn wir ernsthaft an der Befreiung von der Verderbtheit dieses gegenwärtigen Systems der Dinge interessiert sind, werden wir Gottes Verheißung so gründlich wie möglich in Betracht ziehen. Niemand anders verheißt eine paradiesische Erde, die Auferweckung derer, die wir lieben, und ewiges Leben. Menschliche Verheißungen einer besseren Welt sind im Vergleich dazu armselig — und selbst diese Verheißungen können von den Menschen nicht erfüllt werden.
Außerdem liebt Gott den Menschen, die Schöpfung seiner Hände. Er verheißt Befreiung, nicht weil er dazu verpflichtet wäre, sondern aus Liebe. Daß Gott seinen Sohn auf die Erde sandte, war etwas, was er aus eigener Initiative tat und wodurch der Grund für die Befreiung der Menschheit gelegt wurde. Der Apostel Paulus schrieb: „Gott aber empfiehlt seine eigene Liebe dadurch, daß Christus für uns starb, während wir noch Sünder waren.“ — Röm. 5:8.
Warum sollte man daher an einer so liebevollen Vorkehrung zweifeln oder sie ablehnen? Eigne dir doch eine größere Erkenntnis über Gott und seine Verheißungen an. Jehovas Zeugen werden dir gern helfen, den inspirierten Rat zu befolgen: „Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist.“ — 1. Thess. 5:21.
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Was hat Gott verheißen?Der Wachtturm 1972 | 15. Juli
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Was hat Gott verheißen?
EINE neue Ordnung — wie wird das Leben darin sein? Werden alle Bewohner der Erde schöne, ja luxuriöse Wohnungen haben? Was für Beförderungs- und Nachrichtenmittel wird man benutzen?
Das zeigt die Bibel nicht. Warum nicht? Weil dies, besonders zur Zeit, nicht das Wichtigste ist, was man wissen sollte. Diese Dinge als solche führen nicht zu wahrem Glück. Was führt denn zu wahrem Glück?
Dieses System der Dinge ermöglicht es vielen, schöne Wohnungen zu haben. Es kann jemand mit Nahrung, Kleidung, Autos und Vergnügungen im Überfluß versehen. Doch wir sehen ebenso viele zerrüttete Familien, straffällig gewordene Kinder und ebensoviel Krankheit unter denen, die im Überfluß leben, wie unter den Armen.
Es ist somit klar ersichtlich, daß das geistige Wohlergehen gegenüber dem materiellen Wohlergehen den Vorrang haben muß, damit man wahres Glück genießt. Bewirkt nicht der Zustand des Geistes und des Sinnes, daß jemand glücklich wird? Wahres und dauerhaftes Glück kann sich nur einstellen, wenn man vor Gott ein gutes Gewissen hat und den Interessen des Königreiches Gottes gemäß den Anweisungen der Bibel dient.
Betrachten wir die Sache von einer anderen Seite: Was verursacht heute in dieser Welt Unglück? Ist es in erster Linie der Mangel an materiellen Dingen? Oder sind es die Menschen und ihre Einstellung? Ist es nicht der unter den Menschen herrschende Mangel an Rücksichtnahme und an Achtung vor anderen und ihrem Eigentum? Die Habgier, Unhöflichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten bewirken Unglück, ungeachtet, wie jemandes materielle Verhältnisse sein mögen.
Demgemäß ist in der Bibel hauptsächlich von Menschen die Rede. Es wird darin die Änderung der Persönlichkeit betont. (Eph. 4:22-24; Kol. 3:9, 10) Jemand mag reich sein. Er mag arm sein. Aber in beiden Fällen kann er glücklich sein, wenn er die Ermahnung der Bibel befolgt und sich anderen anschließt, die denselben echten Glauben haben.
Während die Bibel also zwar die Gewähr gibt, daß Gott diesen Planeten, die Erde, bewahren wird, sagt sie viel mehr über die Bewahrung von Menschen. Sie legt die Erfordernisse für das Überleben des einzelnen dar.
Müssen wir daher über die Zustände, die in Gottes Ordnung in materieller Hinsicht im einzelnen herrschen werden, beunruhigt oder tief besorgt sein? Zwar gibt es auf Erden Millionen, die durch die Umstände und die Umgebung gezwungen sind, in tiefster Armut zu leben, ohne Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Lage zu haben. Es ist für sie natürlich und richtig, bessere materielle Verhältnisse zu wünschen. Und es ist natürlich, daß sich diejenigen, die auf das hoffen, was Gott verheißen hat, fragen, wofür Gott sorgen wird. Aber es ist nicht wirklich von Nutzen, Zeit mit Mutmaßungen zu verbringen. Jedoch sehen wir mit gutem Recht nach, was tatsächlich in der Bibel steht.
WAS ZEIGT DIE BIBEL?
Wie kann uns die Bibel helfen, zu erfahren, womit Gott die Menschen in seiner neuen Ordnung versehen wird? Hauptsächlich dadurch, daß sie uns Gottes Persönlichkeit offenbart — was für ein Gott er ist.
Zunächst läßt uns die Bibel wissen, daß Gott „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“. (Hebr. 11:6) Es ist also richtig, nach einem Lohn für die Treue ihm gegenüber Ausschau zu halten. Auch erfahren wir, daß Gottes Gunst, die dazu führt, daß all unsere Bedürfnisse gestillt werden, durch Glauben und Loyalität ihm gegenüber erlangt werden kann. König Salomo erbat sich keinen Reichtum, sondern ein gehorsames Herz und Verstand, um Gottes Volk, Israel, zu leiten. Das erfreute Gott, und er erwiderte: „Darum, daß du diese Sache erbeten hast und hast für dich nicht viele Tage erbeten noch für dich Reichtum erbeten, noch die Seele deiner Feinde erbeten, und du hast dir Verstand erbeten um Rechtsfälle anzuhören, siehe! so werde ich gewißlich nach deinen Worten tun. Siehe! Ich werde dir bestimmt ein weises und verständiges Herz geben.“ Aber dann fuhr Gott fort mit den Worten: „Und auch was du nicht erbeten hast, will ich dir geben, sowohl Reichtum als auch Herrlichkeit ... Und wenn du auf meinen Wegen wandeln wirst, indem du meine Bestimmungen und meine Gebote hältst, ... so will ich auch deine Tage verlängern.“ — 1. Kö. 3:9-14.
Folglich können wir überzeugt sein, daß in Gottes neuer Ordnung alles für das größte Glück Nötige beschafft werden wird. Über Jehova Gott konnte König David aus Erfahrung sagen: „Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden.“ (Ps. 145:16) Gott kennt die Natur des Menschen, das, was man benötigt, um glücklich zu sein, die Wünsche des Herzens. (Ps. 139:1-4) Er weiß besser als wir, was wir benötigen, noch ehe wir uns des Bedürfnisses bewußt sind und dieserhalb bitten. — Matth. 6:8; vergleiche Johannes 2:25.
Der Apostel Paulus schrieb an die materiell arme, aber freigebige Versammlung der Christen in Philippi (Mazedonien): „Mein Gott seinerseits wird alle eure Bedürfnisse nach dem Maße seines Reichtums in Herrlichkeit durch Christus Jesus völlig befriedigen.“ (Phil. 4:19; 2. Kor. 8:1, 2) Was werden diejenigen, die die Vernichtung dieses Systems der Dinge überleben und in Gottes neue Ordnung gelangen, sowie diejenigen, die während der Tausendjahrherrschaft Christi auferweckt werden, benötigen?
ZUSICHERUNG DESSEN, WAS DIE MENSCHEN BENÖTIGEN
Wenn wir betrachten, was Gott für Adam und Eva vorhatte, erhalten wir in etwa eine Vorstellung von seinem Vorhaben in seiner neuen Ordnung. Das erste Menschenpaar war geistig und körperlich vollkommen. (1. Mose 1:31) Die beiden wurden in einen schönen Garten gesetzt, in dem sie zu Hause sein sollten und in dem es sämtliche Speise gab, die sie zur Ernährung und Freude benötigten. (1. Mose 2:9) Ihre Herrschaft gab ihnen Frieden mit den Tieren. (1. Mose 1:28) Erst als Adam und Eva sündigten, wurden sie aus dem Paradies hinausgetrieben, woraus klar hervorgeht, daß ein Paradies die Wohnstätte ist, die Gott für vollkommene Menschen vorgesehen hat.
Es wäre nicht in Übereinstimmung mit Gottes liebevoller Handlungsweise mit seinem treuen Volk, wenn er es durch die „große Drangsal“ der Vernichtung dieser Welt in seine neue Ordnung bringen würde, nur damit es einen Zustand vollständiger Verödung ererben sollte. Er weiß, daß die Menschen Wohnungen irgendeiner Art benötigen. Aber nach der Vernichtung dieses Systems der Dinge mag es einige Zeit dauern, bis auf der Erde in irgendeinem größeren Ausmaß Aufbau- und Verschönerungsarbeiten geleistet worden sind, denen die „Baupläne“ zugrunde liegen, die Jehova Gott liefern wird, welcher weiß, wie er die neue Ordnung gestalten will. Dies bedeutet nicht, daß die Erfindungsgabe und die Talente des Menschen unterdrückt werden, sondern daß Gott den allgemeinen oder Gesamtplan festlegen wird. Inzwischen wird für die Bedürfnisse aller gesorgt werden.
Das, was Gott für sein Volk Israel tat, als es in das Verheißene Land einzog, offenbart, daß Gott bestimmt die Bedürfnisse derer, die in die neue Ordnung hinübergelangen, befriedigen wird. Moses sagte im voraus zu Israel: „Und es soll geschehen, wenn Jehova, dein Gott, dich in das Land bringen wird, das dir zu geben er deinen Vorvätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, große und gutaussehende Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser, voll von allem Guten und die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Zisternen, die du nicht ausgehauen hast, Weingärten und Olivenbäume, die du nicht gepflanzt hast, ... so hüte dich, daß du Jehova nicht vergissest.“ Später wurde in dem inspirierten Spruch als Grundsatz erklärt: „Das Vermögen des Sünders ist etwas für den Gerechten Aufbewahrtes.“ — 5. Mose 6:10-12; Spr. 13:22.
Die Bibel sagt uns nicht, nach der „großen Drangsal“ würden noch Städte usw. dasein. Aber diese Erklärungen des Wortes Gottes, in denen die Vorkehrung beschrieben wird, die Gott für Israel traf, als es in das Verheißene Land einzog, beweisen, daß diejenigen, die in seine neue Ordnung gelangen, genügend haben werden, um ihre materiellen Bedürfnisse zu befriedigen, und außerdem das unbezahlbare Erbe des Lebens auf diesem wunderbaren Planeten, der Erde, erhalten werden.
Das, was Gott verheißt und was er herbeiführen wird, ist — dessen können wir sicher sein — für alle Beteiligten das Beste. Oft wünschen wir etwas, was uns, wenn wir es erhalten, enttäuscht. Darum können wir nicht bestimmen, was in Gottes neuer Ordnung für uns am besten sein wird. Aber wir können das ergreifen, was Gott uns jetzt in geistiger Hinsicht gibt, das, was im Leben von wahrem Wert ist.
Gott wird uns zu seiner bestimmten Zeit alles offenbaren, was er für uns bereithält, Dinge, die herrlicher sind, als wir uns jetzt vorstellen können. Unsere Hauptsorge sollte es jetzt sein, ‘genaue Erkenntnis und alles Unterscheidungsvermögen zu erlangen, damit wir uns der wichtigeren Dinge vergewissern mögen’, damit wir dasein und seine neue Ordnung der Gerechtigkeit erleben werden. — Phil. 1:9, 10.
Welches diese wichtigen Dinge sind und was wir tun können, um wirklich vor Gott ein gutes Gewissen zu haben und das zu tun, was in seinen Augen recht ist, wird in einem späteren Artikel dieser Zeitschrift betrachtet, der das Thema trägt: „Sich auf Gottes neue Ordnung vorbereiten“.
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Ist Gott langsam?Der Wachtturm 1972 | 15. Juli
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Ist Gott langsam?
MANCHMAL meinen die Menschen, die Verhältnisse seien so schlimm, daß sie nicht viel schlimmer werden könnten. Überall sehen sie Gefahren, die dem Leben die Freude nehmen. Oft hören wir die Bemerkung: „Warum tut Gott nichts?“ Oder: „Wenn Gott jemals etwas unternehmen wird, warum tut er es nicht jetzt?“
Jehovas Zeugen haben versucht, jeden mit der guten Botschaft zu erreichen, die sie in der Bibel gefunden haben, daß nämlich die Zeit, da Gott handeln wird, bald, ja noch zu Lebzeiten der jetzt lebenden Generation, dasein wird. (Matth. 24:34) Viele hören mit großem Interesse zu. Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich ihnen nahezu eine halbe Million Menschen angeschlossen und mit ihnen fast jeder Person in den als Christenheit bezeichneten Nationen diese gute Botschaft überbracht. Und eine große Bekanntmachungsarbeit ist in weiteren Ländern überall auf der Erde verrichtet worden.
Aber es gibt viele, die bezweifeln, daß Gott bald handeln wird. Sie vertrauen nicht auf die Verheißung seines Königreiches, von dem in der Bibel so oft die Rede ist. Sie sind mit Gott ungeduldig und sind nicht bereit, zu erkennen, daß er für die Durchführung seiner Werke einen Zeitplan hat. Sie halten ihn für langsam.
Doch gleichzeitig fahren einige derselben Personen fort, gewisse Leute in Regierungsämtern zu unterstützen und für sie zu stimmen. Sie glauben weiter den Versprechungen der Politiker. Sie haben viel Geduld mit diesem System der Dinge und sind bereit, jahrelang zu warten. Manchmal äußern sie, es könne
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