-
Der Quell aller dynamischen Kraft, Macht und StärkeDer Wachtturm 1961 | 15. September
-
-
Der Quell aller dynamischen Kraft, Macht und Stärke
„Erhebt eure Augen zur Höhe und seht. Wer hat diese Dinge geschaffen? … Wegen der Fülle dynamischer Kraft und der Stärke seiner Macht fehlt nicht eines [von ihnen].“ — Jes. 40:26, NW.
1. Wie läßt sich die Muskelkraft der Menschen mit der anderer Geschöpfe vergleichen?
KÖRPERLICH ist der Mensch ein sehr schwaches Geschöpf, ein Zwerg an Muskelkraft im Vergleich zu den Gorillas, Bären, Elephanten, Walen und einer Menge anderer Geschöpfe. Die „Kraft eines Stieres“ ist sprichwörtlich. Selbst die niederen Insekten, Spinnen und Ameisen zum Beispiel, können im Vergleich zu dem eigenen Körpergewicht phantastisch große Gewichte heben. In einem Fall wurde beobachtet, daß eine Ameise, die an ihrem Hinterfuße hing, zwischen ihren Kiefern ein Gewicht halten konnte, das 1100mal das Gewicht ihres Körpers ausmachte. Ein Mann, der 75 kg wiegt, müßte, um die gleiche erstaunliche Leistung zu vollbringen, während er hoch in der Luft an den Füßen hinge, ein Gewicht von über 82 Tonnen mit den Zähnen halten können. Bestimmt haben Menschengeschöpfe keinen Grund, sich ihrer beschränkten Körperkraft zu rühmen.
2. Welches sind einige der physischen Mittel, durch die die Menschen ihre beschränkte Kraft ergänzt haben?
2 Um diesen Mangel an Muskelkraft wettzumachen, hat der Mensch schon seit der frühesten Zeit seiner Geschichte versucht, sich andere Kraftquellen zunutze zu machen. Er ist dabei sehr von Tieren wie Pferden, Ochsen, Kamelen, Yaks, Büffeln, Hunden, Elephanten, Lamas, Eseln und anderen Lasttieren abhängig gewesen. Damit er mehr und größere Lasten fortbewegen konnte, hat sich der Mensch auf alle nur erdenkliche Weise des Hebels, der Rolle und des Rades bedient. Die unsichtbare Kraft des Windes, die Gewalt der Flüsse und der Wasserfälle und die Macht der unermüdlichen Gezeiten sind vom Menschen nutzbar gemacht worden. Dampfmaschinen und Verbrennungsmotoren vieler Arten sind ebenfalls gebaut worden. Auch hat man sich die Elektrizität in reichem Maße zunutze gemacht. Und in jüngerer Zeit hat man die Sonnenstrahlen und die Atomenergie in den Dienst der Menschheit gestellt.
3. (a) Welche verkehrte geistige Auffassung haben sich viele Menschen angeeignet? (b) Was zu glauben sind deshalb die Massen der Menschheit verleitet worden?
3 Viele Menschen scheinen indes durch solch glänzende wissenschaftliche Fortschritte und technische Leistungen verblendet worden zu sein. Da sie ihren rechten Platz im Universum aus den Augen verloren haben, betrachten plötzlich einige dieser körperlich schwachen Menschen sich und andere Menschen als geistige Riesen von überragender Intelligenz. Besonders findet sich diese verkehrte Auffassung bei den gebildeteren Klassen und prominenten Weltführern; und die Ruhmsucht, Arroganz und überhebliche Selbstsicherheit vieler solcher Menschen wirken unangenehm abstoßend. Aufgeblasen durch Stolz, prahlen sie mit den Leistungen des Menschen in diesem Zeitalter der Düsenflugzeuge, der Elektronik und der Atomzertrümmerung. Während die Menschen mit ihrem Raketenprogramm zu neuen Höhen des Erfolges emporschnellen, bilden sie sich ein — und sagen es auch in hochtönenden Worten voraus —, daß der Mensch direkt an der Schwelle der Eroberung und Beherrschung des Weltraums stehe, um sich an einer Stelle niederzulassen, an der er — wie er denkt — die „letzte Stellung“ im Universum einnehme. Demzufolge werden die Massen der Menschheit beständig angespornt und gedrängt, ihr volles Vertrauen auf die Verstandeskraft und die Denkfähigkeit dieser Weltführer zu setzen, in der Hoffnung, daß diese sie führen und leiten und ihnen Schutz und Sicherheit bieten werden.
4. Ist es gerechtfertigt, daß Menschen mit ihren Leistungen prahlen?
4 Stimmt es aber in Wirklichkeit, daß diese Menschengeschöpfe die Erlaubnis und das Recht besäßen, sich ihrer Leistungen oder der Sicherheit, die in der Menschenkraft liegt, zu rühmen und sich damit zu brüsten? Allerdings haben die Menschen durch die Leistungen ihres Gehirns und die Fertigkeit ihrer Hände nicht nur einfache Ochsenkarren und Wasserräder ersonnen, sondern auch riesige Turbinen und komplizierte Atomkraftwerke von großer Leistung. Doch bestimmt ist das weder ein Grund noch eine Entschuldigung dafür, daß man diese sterblichen Geschöpfe wie Götter preist und verehrt. In Wirklichkeit beruhen die kompliziertesten Maschinen, die der Mensch hergestellt hat, auf ganz einfachen fundamentalen Gesetzen und Prinzipien der Mechanik, und keines dieser Gesetze hat der Mensch von sich aus gemacht oder erfunden. Wissenschaftler und Gelehrte haben Kräfte lediglich entdeckt und Prinzipien angewandt, die schon längst vorhanden waren, als vor verhältnismäßig kurzer Zeit der Mensch auf diesem Planeten ins Dasein kam.
5. Wie also sollen wir die körperliche und geistige Kraft der Geschöpfe bewerten?
5 Das Stampfen und Schnauben der Pferde eines Kavallerietrupps, der zum Angriff vorrückt, mag von einigen als eine erregende Schaustellung von Kraft und Stärke angesehen werden, die sie schaudern läßt. Vor langem aber warnte der Psalmist davor, sein Vertrauen auf eine solch falsche Macht zu setzen. „Ein Trug ist das Roß zur Rettung, und durch die Größe seiner Stärke läßt es nicht entrinnen.“ (Ps. 33:17) Ebenso töricht und lächerlich ist es, sein Vertrauen auf Menschen zu setzen, die ja noch viel schwächer sind als Pferde. Die schwellenden Muskeln eines Athleten oder die Donnerstimme eines politischen Diktators sind ebenso trügerisch. Sein Vertrauen und seine Hoffnung auf die Kraft von Erdenmenschen zu setzen, selbst wenn diese wegen ihrer Verstandesleistungen unter ihren Mitmenschen wie Fürsten angesehen werden, wurde vor langem als eitel oder wertlos beschrieben. „Rettung durch den Erdenmenschen ist wertlos.“ (Ps. 60:11, NW; 146:3) In Tat und Wahrheit sind Menschen und Pferde trügerische Quellen wahrer Kraft.
6. Welche Fragen zeigen deutlich, daß dynamische Kraft nicht vom Menschen herrührt
6 Halte einmal inne und überlege! Wer hat dem Pferd oder dem Athleten seine Kraft und Stärke gegeben? Wer hat die Schwerkraft geschaffen, der zufolge Flüsse fließen und Wasser fallen? Oder wer hat das unablässige Kommen und Gehen des Meeres, Ebbe und Flut, bis auf unabsehbare Zeit in Gang gesetzt? Wer hat den erstaunlichen Ofen, die Sonne, geschaffen, deren Temperatur im Innern auf über 20 000 000 Grad Celsius geschätzt wird? Und wer hat die unvorstellbare Energie konzentriert, die in winzigen Atomen, den unsichtbaren Teilchen aller Materie, gebunden ist? Bestimmt kein dahinsterbender Schwächling, wie es der kleine Mensch ist, nein, auch dann nicht, wenn er bis in den Himmel erhoben und gepriesen, mit einem internationalen Nobelpreis bedacht und mit vielen Auszeichnungen und Graden von Universitäten geehrt wird.
DEN WAHREN QUELL KENNZEICHNEND
7. Wie können wir den wahren Quell aller Macht erkennen?
7 Es gibt auf diese gedankenanregenden Fragen nur e i n e rechte Antwort. Jehova, der allmächtige Schöpfer, ist der einzig wahre Quell, ja der Urquell aller dynamischen Kraft, Macht und Stärke. Wie wissen wir, daß dem so ist, oder wie können wir es beweisen? Die Bibel sagt es uns in den Worten: „Denn seine [Jehovas] unsichtbaren Eigenschaften sind seit Erschaffung der Welt deutlich zu sehen, weil sie durch die erschaffenen Dinge begriffen werden, nämlich seine ewige Macht und Göttlichkeit.“ (Röm. 1:20, NW) Durch ein Studium der „erschaffenen Dinge“, der sichtbaren, greifbaren Materie unserer Umgebung, können wir in kleinem Maße die unsichtbare und ewige Macht und Stärke des großen Gottes, Jehovas, verstehen und schätzen.
8. Was sind die „Bausteine“ der „erschaffenen Dinge“?
8 Materie mag als etwas definiert werden, was einen Raum einnimmt und ein Gewicht hat. Die Häuser, in denen wir wohnen, die physische Nahrung, die wir zu uns nehmen, die Kleidung, die wir tragen, die Erde, auf der wir gehen: alles sind Beispiele von „erschaffenen Dingen“. Eine Analyse dieser Hunderttausende von verschiedenen materiellen Dingen, die uns umgeben, enthüllt, daß sie tatsächlich aus Molekülen von verhältnismäßig wenigen — nur etwa hundert — Grundsubstanzen, die man Elemente nennt, bestehen. Die Moleküle dieser Elemente wiederum bestehen aus Atomen. So nennt man sie, weil die alten Griechen dachten, das Atom sei das kleinste unteilbare Teilchen der Materie.
9. Woraus bestehen Atome?
9 Was aber gibt den Atomen ihr Gewicht und bewirkt, daß sie einen bestimmten Raum einnehmen? Die Atome bestehen aus elektrisch geladenen Teilchen, die man Protonen und Elektronen nennt; und es gibt auch noch andere Teilchen, die als Neutronen bekannt sind. Da nun alle Protonen im Kern eines Atoms die gleiche positive elektrische Ladung tragen, müßten sie sich eigentlich eher abstoßen als anziehen, wenn nicht eine unerklärliche mysteriöse Kraft, „Kernzement“ genannt, sie zusammenhielte. Wissenschaftler können sich die Quelle der Kraft, die diese Teilchen des Atoms zusammenhält, nicht erklären, doch können sie diese Kraft messen und sie unter gewissen Verhältnissen entfesseln. Das geschieht zum Beispiel, wenn Atombomben explodieren, wie jene, die während des zweiten Weltkrieges auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. So erstaunlich es scheinen mag, werden hierbei doch verhältnismäßig wenige Atome tatsächlich zertrümmert.
10. Warum ist es für den menschlichen Sinn unmöglich, sich einen rechten Begriff von der enormen Macht und Kraft zu machen, die das physische Universum zusammenhält?
10 Betrachte diese Zahlen einen Augenblick, vielleicht kannst du dir dann einen besseren Begriff machen von den gewaltigen Energien und der Kraft, die die Atome aller Materie zusammenhalten. Wenn alle Energie, die die Atome in einem einzigen Pfund Materie zusammenhält, entfesselt werden sollte, würde es eine Kraft erfordern, die einer Sextillion (Milliarde Milliarde Milliarde Milliarde) Pfund entspricht! Um eine solche Zahl aufzuschreiben, müßte man an die Zahl 1 noch 36 Nullen anhängen. Wenn das die Menge der Energie darstellt, die notwendig ist, um nur ein einziges Pfund Materie zusammenzuhalten, so suche dir — wenn du es kannst — die gewaltige Energie und Kraft vorzustellen, die erforderlich ist, um alle Atome dieser Erde, eines Erdballs, der rund sechstausend Trillionen Tonnen wiegt, zusammenzuhalten. Oder suche dir die Kraft und Energie vorzustellen, die die Sonne zusammenhält, denn sie nimmt einen Raum ein, der 1 300 000mal so groß ist wie unsere Erde. Und doch gibt es Sterne in unserer „Milchstraße“, die vielmal größer sind als die Sonne, zum Beispiel der Stern Antares, der einen Durchmesser hat, der 390mal so groß ist wie der Durchmesser der Sonne. Welch eine unermeßliche Kraft ist doch in all deren Atomen aufgespeichert! Kannst du vielleicht mit Hilfe von Fernrohren, die enthüllen, daß es Milliarden von Galaxien gleich unserer „Milchstraße“ gibt, jede bestehend aus Milliarden von Einzelsternen, die enorme Energie und Kraft ermessen, die diese ganze Materie zusammenhält? Unmöglich, denn dem schwachen Menschensinn schwindelt fast, wenn er sich einen Begriff zu machen sucht von auch nur einem winzigen Teil dieser scheueinflößenden Kräfte.
11. Wie läßt uns Jehova durch seinen Propheten Jesaja deutlich erkennen, daß er allein der Quell aller dynamischen Kraft und Macht und Stärke ist?
11 Was kann aber erst von dem Schöpfer gesagt werden, der diese Kräfte im materiellen Universum erschuf und in seinen Dienst stellte? Bestimmt ist seine Macht und Kraft weit größer als die Dinge, die er gemacht hat. „Erhebt eure Augen zur Höhe empor und seht. Wer hat diese Dinge geschaffen? [Vielleicht ein erdgebundener atomzertrümmernder Wissenschaftler? O nein!] Er ist es, der ihr Heer nach ihrer Zahl herausführt und der sie alle mit Namen ruft. [Alle Astronomen zusammen können nicht einmal die Sterne zählen, geschweige denn sie alle beim Namen nennen.] Wegen der Fülle seiner dynamischen Kraft und der Stärke seiner [Jehovas] Macht fehlt auch nicht eines [von ihnen].“ (Jes. 40:26, NW) O ja, Jehova schuf und formte den ganzen himmlischen Kosmos nicht nur durch seine dynamische Kraft und die Stärke seiner Macht zu einer großartigen, harmonischen Einheit, sondern er beherrscht ihn auch vollkommen und benutzt ihn zur Durchführung seines souveränen Willens und herrlichen Vorhabens. Welch scheueinflößende Schaustellung seiner Allmacht!
12. Was veranschaulicht, wie gering des Menschen Kraft und Denkfähigkeit sind?
12 Was ist, im Vergleich dazu, der Mensch mit all seiner gepriesenen Macht? Absolut nichts. Ein Kleinkind ist zum Beispiel wohl imstande, eine feine Uhr zu zerstören, doch fehlt es ihm an der geistigen und körperlichen Fähigkeit, einen solchen Zeitmesser wieder zusammenzusetzen und zu reparieren. Dasselbe ist von atomzertrümmernden Wissenschaftlern zu sagen. Sie mögen durch die Spaltung einiger Atome gewaltige Explosionen auslösen, sind aber, was ihre geistige und physische Kraft und Fähigkeit betrifft, gänzlich hilflos, wenn sie aufgefordert würden, alle Energie wieder zusammenzubringen, die notwendig wäre, um auch nur ein einziges einfaches Atom zu erschaffen.
ES GIBT NUR E I N E N ALLMÄCHTIGEN
13. Wen preisen vernünftige Personen, die die richtige Ansicht über sich selbst haben, freudig als den Mächtigsten im ganzen Universum?
13 Wenn dem Menschen so jede Ursache, mit seiner Größe und Macht zu prahlen, genommen ist, werden vernünftige und gesunddenkende Personen sich selbst und andere sehr klein einschätzen. Dann haben sie die richtige Ansicht über die unbedeutende Größe und Kraft der menschlichen Geschöpfe in dem ungeheuren Universum, und eilends messen sie dem einen wahrhaft Großen die ihm zustehende Größe zu. In einer ungehemmten Lobeserhebung begrüßen sie keinen anderen als Jehova Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, als den Höchsten, Allmächtigen, ja als den einzigen Allmächtigen im ganzen Universum.
14. Wem schrieben ehrfürchtige Menschen schon vor langer Zeit die Allmacht zu und wie?
14 Einige solcher vernünftigen Menschen lebten vor langer Zeit, übrigens waren es Menschen, die nichts von den Kräften wußten, die die Protonpartikel zusammenhalten, doch waren sie intelligent genug, Jehovas Größe und Macht anzuerkennen und ihn zu lobpreisen. König David zum Beispiel sagte in seiner denkwürdigen Abschiedsrede kurz vor seinem Tode zu der ganzen Versammlung Israels unter anderem: „Dein, Jehova, ist die Größe und die Stärke und die Herrlichkeit und der Glanz und die Hoheit, denn alles im Himmel und auf Erden ist dein … du bist Herrscher über alles; und in deiner Hand sind Macht und Stärke, und in deiner Hand ist es, alles groß und stark zu machen.“ (1. Chron. 29:11, 12, Fußnote) Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft und nachdem in Nehemias Tagen die Mauern Jerusalems wieder aufgebaut worden waren, bezeugten die Priester und Leviten Israels in einer besiegelten Erklärung, daß Jehova allein allmächtig ist, indem sie sagten: „Du bist … Jehova, du allein; du hast die Himmel gemacht, der Himmel Himmel und all ihr Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was in ihnen ist. Und du machst dies alles lebendig, und das Heer des Himmels betet dich an. Du bist es, Jehova, [der wahre] Gott, … du großer, starker und furchtbarer [furchteinflößender, NW] Gott.“ — Neh. 9:6, 7, 32.
15. Wie zeigt der Prophet Jeremia, daß Jehova überlegen ist an Macht, Erkenntnis und Weisheit?
15 Ebenso erklärte der Prophet Jeremia in seinem ehrfurchtsvollen Gebet: „Ach, Herr, Jehova! Siehe, du hast die Himmel und die Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgestreckten Arm: kein Ding ist dir unmöglich [für dich ist die ganze Sache nicht zu wunderbar, NW].“ Ja, für uns niedere Menschengeschöpfe ist es allzu scheu- und furchteinflößend und zu wunderbar, alles zu begreifen und völlig zu verstehen, nicht aber für den großen, allmächtigen Schöpfer, Jehova. — Jer. 32:17.
16. Welche zwei Klassen preisen heute die Allmacht Jehovas?
16 Auch wenn eine Flut satanischer Propaganda darauf abzielt, alle Geschöpfe von ihrem Schöpfer wegzuziehen, gibt es doch unter den heute Lebenden viele, die gleich jenen Menschen in alter Zeit voll Ehrfurcht und Glauben vernünftig genug sind, allen Ruhm und alle Ehre dem einzigen wahren Quell aller dynamischen Kraft, Macht und Stärke zu zollen, jenem nämlich, der allein den Namen Jehova trägt. Zu diesen Vernünftigen zählen einige wenige Tausende der heutigen geistlichen Israeliten, die im Jahre 1919 aus der Gefangenschaft der babylonischen Organisation Satans zurückkehrten, nämlich der Überrest der gesalbten Leibesglieder Christi, die noch auf der Erde sind. Diese gehören zu den „vierundzwanzig Personen vorgerückten Alters“, die in Offenbarung 11:16, 17 (NW) erwähnt werden, und fortwährend sagen sie: „Wir danken dir, Jehova Gott, Allmächtiger, der da ist und der da war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu herrschen begonnen hast“, nämlich seit dem Jahre 1914 n. Chr. In diesen Hallelujachor, der die Allmacht Jehovas lobpreist, stimmen über 900 000 weitere Menschen mit ein, in der Tat eine „große Volksmenge“, und diese sagen mit fortwährend zunehmendem Nachdruck in allen Teilen der bewohnten Erde: „Lobpreiset Jah, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu herrschen begonnen.“ — Off. 19:6, NW.
17. Welche wichtige Frage wird durch diese bedeutsame Botschaft aufgeworfen?
17 Durch die Verkündigung dieser bedeutsamen Botschaft, daß nämlich Jehova, der Allmächtige, der wahre Urquell aller dynamischen Kraft und Stärke, seine große Macht als souveräner Herrscher des Universums angenommen hat und sie nun ausübt, taucht im Sinn vieler denkender Menschen die wichtige Frage auf: Ist es denn möglich, direkt aus dieser heiligsten Quelle Kraft und Stärke zu schöpfen? Wie schon erwähnt, haben sich Menschen die Kräfte und Energien der materiellen Schöpfung Jehovas seit langem auf verschiedene Weise nutzbar gemacht, ob sie dies nun anerkennen und eingestehen oder nicht. Gibt es aber einen direkteren Weg, auf dem der schwache Mensch aus dieser unerschöpflichen Quelle schöpfen kann, um die so beschränkte natürliche Kraft seines fleischlichen Körpers und seines Sinns zu ergänzen?
18. Wie beantwortet der Allmächtige selbst diese Frage?
18 Jehova sei gelobt, daß es einen solchen Weg gibt! Man höre! Durch den Mund seines Propheten Jesaja sagt der Allmächtige selbst: „Weißt du es nicht? oder hast du es nicht gehört? Ein ewiger Gott ist Jehova, der Schöpfer der Enden der Erde; er ermüdet nicht und ermattet nicht.“ Wenn du es überdies noch nicht gehört haben solltest: Dieser ewig Unermüdliche sagt, daß er Schwache, Ermattete erquicken und sie durch eine Fülle von lebendiger Kraft stärken kann. „Er [Jehova] gibt dem Müden Kraft, und dem Unvermögenden [jenem, dem es an dynamischer Kraft mangelt, NW] reicht er Stärke dar in Fülle. Und Jünglinge [mögen] ermüden und ermatten, und junge Männer fallen hin; aber die auf Jehova harren [hoffen, NW], gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ — Jes. 40:28-31.
DURCH DEN GEIST MIT KRAFT GESTÄRKT
19. Welches Mittels bedient sich Jehova, um denen lebenerhaltende Kraft zu vermitteln, die auf ihn hoffen?
19 Doch wie ist so etwas möglich? Wodurch vermittelt Jehova Menschengeschöpfen dynamische Kraft und Stärke? Offenbar kann nicht jeder diese göttliche Kraft empfangen. Gottlose Wissenschaftler und weltliche Führer, die auf die eigene Kraft und die Kraft und Stärke anderer Menschen bauen, können niemals die Hoffnung hegen, durch diese himmlische Kraftquelle gespeist zu werden, denn nur „die auf Jehova hoffen, gewinnen neue Kraft“, wird uns gesagt. An solche Personen in Ephesus, die ihr Vertrauen, ihre Zuversicht und ihre Hoffnung auf Jehova setzten, schrieb der Apostel Paulus: „[Ich] beuge … meine Kniee vor dem Vater …, auf daß er euch gebe, nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen.“ Somit wird die Kraft, die jemanden stärkt und kräftigt, von und durch Jehovas Geist vermittelt, und weil dieser aus einer heiligen Quelle stammt, wird von ihm richtigerweise als von „heiligem Geist“ gesprochen. — Eph. 3:14-16.
20. (a) Welcher Sinn liegt dem hebräischen und dem griechischen Wort zugrunde, die mit „Geist“ übersetzt worden sind? (b) Welche zwei Merkmale hat der Wind, die ihn zu einer passenden Veranschaulichung des heiligen Geistes machen?
20 Um ein besseres Verständnis für das zu erhalten, was die Bibel über Gottes heiligen Geist offenbart, ist es hilfreich, den Sinn des hebräischen Wortes ruach und des griechischen Wortes pneuma zu kennen, die mit „Geist“ wiedergegeben werden. Diese beiden Wörter haben im Grunde den Sinn von „Odem“, „Windstoß“ oder „Wind“, also nicht von ruhiger, stillstehender Luft, sondern von Luft, die in Bewegung ist, die kraftvoll weht. Während die Bibelschreiber diese Wörter in mehreren Bedeutungena gebrauchen, werden doch in allen Fällen die Grundmerkmale eines Windstoßes vermittelt, nämlich Unsichtbarkeit und Kraft. Wir können den Wind nicht sehen, doch können wir bestimmt sehen, was er bewirkt. Wir können den Wind, der die Segel eines Schiffes bläht, nicht sehen, sehen aber, daß das Schiff über das Wasser getrieben wird, und wir wissen, daß eine machtvolle Kraft am Werke ist. Somit erkennen wir die sichtbare, wahrnehmbare Wirkung, die durch eine unsichtbare Kraft hervorgerufen wird.
21, 22. (a) Als was wird Jehovas heiliger Geist definiert? (b) Wie unterscheidet man zwischen den unsichtbaren Kräften des Universums und der unsichtbaren wirksamen Kraft Jehovas?
21 Jehovas heiliger Geist ist also seine unsichtbare wirksame Kraft, und zwar nicht nur die Kraft, die ihm selbst innewohnt, sondern auch die Kraft, die von ihm ausgeht, um seinen Willen und sein Vorhaben durchzuführen. Da sie unsichtbar und machtvoll ist, wird sie mit Recht Geist genannt.
22 Sollen wir daraus schließen, daß alle Kundgebungen einer unsichtbaren, aktiven Kraft oder Energie Kundgebungen des heiligen Geistes Jehovas seien, zum Beispiel die Schwerkraft der Erde oder die willkürlich ausgelöste Kernkraft, die entfesselt wird, wenn Atombomben abgeworfen werden? Nein, ganz und gar nicht. Als Jehova diese materielle Welt schuf, gebrauchte er bestimmt seine unsichtbare, wirksame Kraft und auch seine unendliche Weisheit und Erkenntnis dazu, die großen Atomkräfte des physischen Universums fest zusammenzubinden. (1. Mose 1:2) Indes ist es ganz und gar nicht richtig, bei solch erstaunlichen Naturkräften von Gottes heiligem Geist zu sprechen. Jehovas unsichtbare wirksame Kraft ist keine blinde, wilde, unbeherrschte Kraft. Sie ist nicht eine Kraft oder Macht, mit der böse Menschen, die geneigt sind, rücksichtslos Leben zu vernichten, wie mit einem Spielzeug spielen könnten. Zu allen Zeiten hat Jehova seinen heiligen Geist in seiner direkten Gewalt gehabt und hat ihn gelenkt. Er ist nicht eine beständig wirkende Kraft wie die Schwerkraft der Erde, denn Gottes Geist kann gegeben oder zurückgenommen, vermehrt oder vermindert werden, je nach Gottes heiligem Willen und Wohlgefallen. Somit kann Gottes Geist als seine unsichtbare wirksame Kraft definiert werden, die tatsächlich von Jehova ausgesandt wird und die er persönlich dazu gebraucht, seinen Willen durchzuführen, und die er Geschöpfen, die ihn anbeten und ihm dienen, in Fülle gibt.
23. Was tun die Menschen, die das Vorrecht haben, aus diesem unübertroffenen Quell dynamischer Kraft zu schöpfen?
23 Hier also ist ein Quell von unübertroffener Kraft und Macht vorhanden, aus dem wahre Anbeter Jehovas, die sich ihrer begrenzten körperlichen und geistigen Kräfte bewußt sind, freimütig schöpfen können, ohne befürchten zu müssen, daß er je ausgeht. Über dieses begünstigte Volk steht geschrieben: „Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir [Jehova] ist … Sie gehen von [lebendiger] Kraft zu [lebendiger] Kraft.“ (Ps. 84:5, 7) Wenn diese mit Kraft erfüllten glücklichen Menschen all die großartigen Wunder der schöpferischen Tätigkeit Jehovas sehen, rufen sie aus: „Du hast mich erfreut, Jehova, durch dein Tun; über die Werke deiner Hände will ich jubeln. Wie groß sind deine Werke, Jehova! sehr tief sind deine Gedanken. Ein unvernünftiger Mensch erkennt es nicht, und ein Tor versteht solches nicht.“ — Ps. 92:4-6.
24. Welches Geschick ist denen beschieden, die es wagen, über den Allmächtigen, Jehova, zu spotten und ihn lächerlich zu machen?
24 Die unvernünftigen und törichten Menschen werden es nicht nur nicht verstehen, sondern werden auch weiterhin über den wahren Quell aller Kraft und Macht lachen und spotten. Laßt sie es tun. Laßt die gottlosen Wissenschaftler und Techniker des Systems der Dinge der alten Welt stets neue Energiequellen zu erschließen suchen. Laßt die stolzen, vermessenen Wissenschaftler weiterhin den Weltraum erforschen. Mögen all diese Törichten, gehören sie nun zum Ost- oder Westblock oder zum Block der neutralen Nationen, ihre steinernen Herzen weiterhin gegenüber dem einzig wahren Quell aller dynamischen Kraft und Stärke verhärten. Jehova sagt zu ihnen: „Wie wagt ihr zu sagen: Wir sind mächtige Männer und Männer voll lebendiger Kraft für den Krieg?“ (Jer. 48:14, NW) Von welchem Krieg spricht er denn? Nun, von dem schnell nahenden Krieg von Harmagedon, „dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, der jetzt so nahe ist. Dann wird Jehova das Flehen der Gerechten erhören, die beten: „Laß sie umherirren durch deine [lebendige] Macht, und stürze sie nieder, Herr [Jehova], unser Schild! Sünde ihres Mundes ist das Wort ihrer Lippen; so laß sie gefangen werden in ihrem Hochmut und wegen des Fluches und wegen der Lüge, die sie aussprechen! Mache ein Ende im Grimm, mache ein Ende, daß sie nicht mehr seien und erkennen, daß Gott in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde!“ — Off. 16:14, 16, NW; Ps. 59:11-13.
-
-
Laß dich durch den Geist Jehovas zur Tätigkeit anspornen!Der Wachtturm 1961 | 15. September
-
-
Laß dich durch den Geist Jehovas zur Tätigkeit anspornen!
„Der wahre Gott ist der eine, der mich mit belebender Kraft umgürtet.“ „Jehova ist meine Stärke.“ — PS. 18:32; 28:7, NW.
1. Was zu erfahren sollten denkende Menschen in der ganzen Welt interessiert sein, und weshalb?
JAHRHUNDERTELANG haben die Menschen gekämpft und gerungen, um bleibenden Frieden und dauerndes Glück in der durch Krieg zerrissenen Welt herzustellen, und sind dabei gestorben. Doch keine Organisation — mit Ausnahme einer einzigen — hat dieses begehrte Ziel erreichen können. Diese Ausnahme macht die als Jehovas Zeugen bekannte Gruppe. Die Einheit im Denken und Handeln wird zwar sehnlich herbeigewünscht, ist aber von keiner Gruppe unter den Menschen — außer von Jehovas Zeugen — erreicht worden. Sie leben fröhlich beisammen, arbeiten in Frieden und Einheit miteinander und haben echte Liebe zueinander bekundet, und dies ungeachtet ihrer rassischen, nationalen, sozialen oder religiösen Herkunft. Auch das ist etwas, was man lange herbeigewünscht hat, was aber niemals von irgendeiner anderen Gruppe zustande gebracht worden ist. Zu erfahren, wie und durch welche Macht oder Kraft diese eine Gruppe diesen höchst wünschenswerten Zustand erreicht hat, sollte daher denkende Menschen der ganzen Erde sicherlich überaus interessieren.
2. Was übersehen weltliche Führer, wenn sie Jehovas Zeugen beobachten?
2 Oft erkennen religiöse Führer und andere, die diese Leistungen und auch das schnelle Wachstum der Bewegung der Zeugen Jehovas beobachten, nicht, durch welche Macht dies zustande kommt. Zum Beispiel erklärte ein Geistlicher, John A. O’Brien, von der University of Notre Dame: „Die Zeugen haben in 25 Jahren eine verblüffende 2300-Prozent-Zunahme erreicht im Vergleich zu einer durchschnittlichen Zunahme um 74 Prozent bei 254 anderen Kirchen … Wenn wir Katholiken im Durchschnitt so viel erreicht hätten, hätten wir nicht nur die hundert Millionen Leute in Amerika, die nicht in die Kirche gehen, für Christus gewonnen, sondern auch die der ganzen Welt.“ — Extension, Januar 1959; Our Sunday Visitor, 16. Dezember 1956.
3. Wem mißt Gottes Volk seine großen Erfolge zu?
3 In aller Demut des Herzens und Sinns gestehen Jehovas Zeugen sogleich ein (wenn man einen von ihnen fragt), daß sie diesen guten Ruf niemals auf Grund ihrer eigenen Denkfähigkeit und in eigener Kraft hätten gewinnen können. Nur dadurch, daß sie zu Jehova, dem Allmächtigen, aufblicken, um von ihm die notwendige Kraft zu erhalten, und indem sie ihre Kraft aus dieser wahren Quelle aller dynamischen Kraft und aller stärkenden Macht schöpfen können, ist es möglich gewesen, das zu erreichen, was — wie die obenangeführte Autorität sagte — „ohnegleichen in der modernen Geschichte“ ist. Wie aber erhalten diese demütigen Zeugen von Gott diesen Beistand, diese lebendige Kraft?
4, 5. (a) Warum ist es so wichtig, ein gutes Herz zu haben? (b) In welchem Zusammenhang steht ein Studium der Bibel mit dem Empfang von Kraft von Jehova?
4 Es müssen vorerst bestimmte Bedingungen erfüllt werden, damit man von Jehova Kraft empfangen kann, denn man erhält sie nicht etwa von selbst. Vor allem muß man ein gutes Herz haben. Niemand kann Gottes Geist erhalten, wenn er im Herzen selbstsüchtige Beweggründe hat, wenn er diesen Geist für Geschäftszwecke ausbeuten will oder die Popularität sucht, die er dadurch persönlich erlangen könnte. (Apg. 8:17-22) Wer stolz ist oder an bösen Taten Gefallen hat, der kann nicht erwarten, heiligen Geist von dieser so überaus heiligen Quelle zu empfangen. Dazu muß jemand demütig und lernbereit sein.
5 Wenn nun jemand von solch guter Herzensverfassung ist, besitzt er den rechten Boden, in den er eine genaue Erkenntnis des Willens und Vorhabens Jehovas pflanzen kann, wie diese in seinem Wort, der Bibel geoffenbart werden. (Luk. 8:5-8, 15) Mose und Jesus erklärten beide, daß Brot allein zum Leben nicht genüge. Um von Gott Lebenskraft und Stärke zu erhalten, muß man das Herz und den Sinn mit seinem Wort nähren. Damit Josua „mutig und sehr stark“ sei, sagte ihm Jehova: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen.“ „Das Wort Gottes“, fügt der Apostel Paulus hinzu, „ist lebendig und übt Macht aus.“ (5. Mose 8:3; Matth. 4:4; Jos. 1:7, 8; Heb. 4:12, NW) Dieses lebenerhaltende Wort Gottes macht den Gläubigen stark im Glauben, in der Hoffnung, in der Liebe, und „die größte von diesen ist … die Liebe“. Somit ist der so Ausgerüstete imstande, mächtige Werke zu tun und die tragischen Begebenheiten im Leben zu erdulden. „Die Liebe versagt nie.“ Sie „erträgt alles“ und „erduldet alles“. — 1. Kor. 13:7, 8, 13, NW.
6, 7. Welche Beispiele beweisen, daß es unerläßlich ist, sich mit Jehovas Organisation zu verbinden, um seinen Geist zu empfangen?
6 Durch ein Studium des Wortes Gottes erkennt man, daß Jehova seine dynamische Kraft nicht durch irgendeine Organisation spendet, die sich selbst als religiös bezeichnen mag. Auch handelt Gott nicht mit Einzelpersonen, und dies unabhängig von seiner Organisation, seinem „Weibe“, der „Mutter“ all derer, die sich Gott hingegeben haben. (Gal. 4:26) Er hat stets einen Mitteilungskanal auf Erden gehabt, durch den sein Geist gewirkt hat. Erinnerst du dich, wie Mirjam und Aaron diesen Kanal zu übergehen suchten und dabei fast ihr Leben verloren? Erst nachdem Jesus vom Vertreter Jehovas getauft worden war, empfing er heiligen Geist und die Kraft, die ihn befähigte, seine Machttaten zu vollbringen. (4. Mose 12:1-16; Matth. 3:16; Apg. 10:38) Durch diesen heiligen Geist half Jesus denen, die sich mit ihm verbanden, damit sie die Wahrheit verstehen konnten, und so konnten auch sie Kraft empfangen, um Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken, Aussätzige zu reinigen, Dämonen auszutreiben. Auf diese Weise wird die Wichtigkeit einer Verbindung mit Jehovas Organisation hervorgehoben. — Matth. 10:8; Luk. 24:45; 1. Kor. 2:10, NW.
7 Wie in der Vergangenheit so hat Jehova auch heute eine sichtbare Organisation auf der Erde, und durch sie erschließt er uns ein Verständnis seines Willens. Diese Organisation ist auch notwendig, die Bestrebungen aller Christen aus den vielen Nationen zu vereinen, damit keine Doppelspurigkeit oder Uneinigkeit im Handeln entstehe. Aus diesen weiteren Gründen ist die Verbindung mit dieser Organisation wesentlich, wenn jemand Jehovas Geist zu empfangen hofft.
8. Was ist nach Galater 3:2 auch notwendig, wenn jemand von Gott heiligen Geist empfangen soll?
8 Ist dies aber alles? Genügt es, Erkenntnis in sich aufzunehmen und sich mit Jehovas sichtbarer Organisation zu verbinden, um von Gott heiligen Geist zu empfangen? Nein, es ist noch mehr erforderlich. „Nur das eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist auf Grund von Gesetzeswerken empfangen, oder weil ihr durch den Glauben gehorsam zuhörtet?“ (Gal. 3:2, NW) Somit muß man gehorsam zuhören, was die Bereitschaft anzeigt, gemäß dem zu handeln, was man hört. Nicht durch tote Werke des alten Gesetzesbundes, sondern durch kraftvolle Tätigkeit, zu der wir durch den christlichen Glauben angespornt werden, zeigen wir Jehova, daß wir würdig sind, seinen Geist zu erhalten. Daher müssen wir so wie Jesus unser Leben Jehova hingeben und getauft werden, um seinen Geist empfangen zu können.
9. Ist es richtig, Jehova zu bitten, daß er uns durch seinen Geist zur Tätigkeit ansporne?
9 Zur gleichen Zeit, da jemand die obigen Schritte tut, muß er ernstlich um Jehovas Geist bitten. Bleibe nicht stumm. Gib deine Bitte bekannt. In dieser Hinsicht ist der treue Gläubige sehr bevorzugt, denn durch sein Gebet kann er direkt mit seinem Schöpfer, dem wahren Quell aller Kraft, verkehren. Jesus sagte: „Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden … Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisset, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ So zögere nicht, den himmlischen Vater um genügend Kraft und Stärke zu bitten, um seinen Willen zu tun, denn er kann „über alle Maßen mehr als das tun …, was wir erbitten oder erdenken“. (NW) Das ist der Grund aus dem Paulus, als er für die Kirche in der Frühzeit um Gottes Kraft flehte, dies durch das Gebet tat. „[Ich] beuge … meine Kniee vor dem Vater“, schrieb er, „auf daß er euch gebe, nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit mit Kraft gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inneren Menschen.“ — Luk. 11:10-13; Eph. 3:20, 14, 16.
10. Gießt Jehova seinen Geist in Fülle denn auf beide Klassen, die „anderen Schafe“ und den „Überrest“, aus?
10 Da die meisten Leser dieser Zeitschrift zu der Klasse der „anderen Schafe“ gehören, die Jesus erwähnte (Joh. 10:16), werden sie besonders daran interessiert sein, zu erfahren, ob Jehova der Klasse der „anderen Schafe“ ebenso Kraft gibt wie dem gesalbten „Überrest“ des Leibes Christi. Beide Klassen, der „Überrest“ und die „anderen Schafe“, begegnen denselben Problemen, oder etwa nicht? Tragen die Glieder der beiden Klassen nicht gleiche Verantwortlichkeiten? Sind sie nicht beide unter den gleichen prüfungsvollen Verhältnissen Partner in demselben Werke? Beide Klassen benötigen daher in gleicher Weise Kraft von Gott durch seinen heiligen Geist. Es ist undenkbar, daß der Gott der Gerechtigkeit eine Klasse benachteiligen würde, indem er ihr seinen Geist vorenthielte, während er diesen gleichzeitig der anderen Klasse in Fülle gäbe. Man erinnere sich auch, wie treue Menschen in alter Zeit, obwohl sie nicht zu der Klasse der gesalbten „Kirche“ gehörten, dennoch derart mit heiligem Geist erfüllt waren, daß sie die inspirierte Heilige Schrift schreiben konnten. Sie konnten ferner heidnische Tempel niederreißen, Löwen und Bären töten, Aussätzige reinigen, ja selbst Tote auferwecken. Ebenso haben heute die Glieder der Klasse der „anderen Schafe“ das Vorrecht, mit Hilfe der wirksamen Kraft Jehovas viele machtvolle Taten zu tun.
11. Welche Faktoren bestimmen also, ob man dazu geeignet ist, Jehovas Geist zu empfangen?
11 Der Faktor, der also bestimmt, ob eine Person dazu geeignet ist, heiligen Geist zu empfangen, ist nicht ihre Bestimmung, sondern eher ihre geistliche Reife und Geisteshaltung. Eine Person mag bereitwilliger sein, den Geist zu empfangen und seiner Führung zu folgen, als eine andere, die den Geist dämpfen mag, indem sie nicht völlig nach seiner Anweisung wandelt. Wenn jemand eine Richtung einschlägt, die Gottes Wegleitung entgegengesetzt ist, mag es ihm gehen wie dem König Saul, von dem geschrieben steht: „Und der Geist Jehovas wich von Saul.“ Wie furchtbar, daß jemand Jehovas Geist verlieren sollte! So wie Judas Iskariot war schon Saul durch Selbstmord gestorben. Und dasselbe kann jemandem widerfahren, ob er zu dem gesalbten „Überrest“ oder zu der Klasse der „anderen Schafe“ gehört, wenn er nicht sorgfältig wandelt. — 1. Sam. 16:14, NW.
OFFENBARUNGEN DES GEISTES JEHOVAS
12. Welche drei Anwendungsarten der Elektrizität veranschaulichen die Kraft des heiligen Geistes treffend?
12 Die Kraft selbst können wir nicht sehen; doch wenn sie nutzbar gemacht wird, können wir mit Leichtigkeit die Ergebnisse sehen, die sie zeitigt. Wenn Jehovas dynamische Kraft, wenn auch unsichtbar, Menschen zur Tätigkeit anspornt, können wir schnell deren Auswirkungen sehen. In dieser Hinsicht ist der von Jehova kommende heilige Geist mit Elektrizität verglichen worden, der zur Beleuchtung oder als Mitteilungsmittel oder als machtvolle Kraft zur Bewältigung einer großen Menge Arbeit dienen kann. Wir können nicht dadurch, daß wir eine Person bloß anschauen, sagen, daß sie mit heiligem Geist erfüllt ist, ebensowenig wie wir Kupferdrähte anschauen und sagen könnten, ob sie „Strom“ führen oder nicht. Auch kann man nicht eine Batterie betrachten und sagen, ob sie geladen ist oder nicht.
13. Welchen Beweis gibt es, der zeigt, daß Jehovas Geist ein machtvolles lichtspendendes Mittel ist?
13 So wie Elektrizität zur Beleuchtung dient, so kann Jehovas Geist jemandem in diesen dunklen Zeiten über Gottes Wort Licht und Aufklärung spenden. (Ps. 119:105; Joel 2:28) Die Tatsache, daß Verständnis sowie Führung und Leitung nur durch den heiligen Geist kommen, zeigt sich, wenn wir die Verwirrung und den allgemeinen Mangel an Verständnis und Führungsvermögen in den verschiedenen Religionsorganisationen dieser Welt beobachten. Diese sind der Tatsache gegenüber blind, daß Gottes Königreich die einzige Hoffnung für die Menschheit ist. Sie können nicht sehen, daß der König dieses Königreiches in sein Amt eingesetzt worden ist und jetzt im Himmel regiert. Auch erkennen sie nicht, daß die Zerstörung des vom Teufel beherrschten gegenwärtigen Systems der Dinge schnell näherkommt. Sie sehen nicht, daß das verheißene buchstäbliche Paradies sehr nahe ist. Sie sind gänzlich blind für diese herzerfreuenden Wahrheiten, denn diese werden nur durch Jehovas Geist geoffenbart. — 1. Kor. 2:9, 10.
14. Welche Funktion erfüllt der heilige Geist in dem weltweiten anstrengenden Kampfe, an dem Christen beteiligt sind?
14 Gäbe es nicht die komplizierten elektrischen Mitteilungsmittel, so wäre es militärischen Befehlshabern unmöglich, große Armeen weltweit zu lenken. Ähnlich verhält es sich in dem Kampf, den Christen nun auf dem ganzen Erdenrund führen. Hätten sie nicht Jehovas Geist, so würden ihnen nicht beständig Anweisungen zukommen, noch würden sie genügend Kraft haben, um den grimmigen Nahkampf mit den Feinden auszufechten. — 2. Kor. 10:4-6; Eph. 6:11, 12.
15. Welche Machttaten konnten Noah, Simson und andere Personen vollbringen, als sie durch Jehovas Geist gestärkt worden waren?
15 Durch Elektrizität getriebene gewaltige Maschinen leisten das, was der Mensch allein nicht vollbringen könnte. In gleicher Weise kann Jehovas Kraft Menschen dazu anspornen, etwas zu tun, was sie sonst nicht leisten könnten. Unter der Leitung des Geistes Gottes erbauten Noah und seine Söhne, obwohl sie nicht gelernte Berufs-Schiffbauer waren, ein mächtiges sturmsicheres Obdach. Später, als die Zeit kam, ein heiliges Zelt in der Wüste zu bauen, geschah folgendes: „Sehet, Jehova hat Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda, mit Namen berufen und hat ihn mit dem Geiste Gottes erfüllt, in Weisheit, in Verstand und in Kenntnis und in jeglichem Werke; und zwar um Künstliches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz, und im Schneiden von Steinen zum Einsetzen und im Holzschneiden, um zu arbeiten in jeglichem Kunstwerk.“ Der gleiche Geist Jehovas befähigte einen Mann von Durchschnittskraft namens Simson, übernatürliche Kraftleistungen zu vollbringen. — 2. Mose 35:30-33; Richt. 13:25; 14:6, 19; 15:14.
16. Welche Rolle spielte Jehovas Geist bei der Aufzeichnung der Prophezeiungen der Bibel?
16 Wie waren denn die Bibelschreiber imstande, Prophezeiungen ohne jeden Fehler einer Ungenauigkeit aufzuzeichnen? Der Apostel Petrus beantwortet diese Frage folgendermaßen: „Denn eine Prophezeiung wurde niemals durch menschlichen Willen [hervor-]gebracht, sondern Menschen sprachen von Gott aus, getragen von heiligem Geist.“ Ohne diese ihn lenkende Kraft von Jehova wäre es Daniel absolut unmöglich gewesen, im voraus Ereignisse vorauszusagen, die 2500 Jahre später, nämlich in unserem zwanzigsten Jahrhundert, eintreten sollten; doch von Gottes Macht der Vorschau getragen, beschrieb dieser Prophet Jehovas den „kalten Krieg“, der jetzt zwischen dem Ost- und dem Westblock der Nationen ausgetragen wird, und dies mit ebenso viel Realismus, wie er in den Schlagzeilen unserer heutigen Tageszeitungen zum Ausdruck kommt. — 2. Pet. 1:21, NW.
17. Wie wurde in den Tagen Jesu und der Apostel Jehovas dynamische Kraft auf wunderbare Weise kund?
17 Wenn Jesus und die Apostel die göttliche Herkunft des Christentums beweisen sollten, mußten sie übernatürliche Kräfte an den Tag legen, und das taten sie. Von Jesus sagt der Geschichtsbericht: „Dann kamen große Volksmengen zu ihm, welche Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere bei sich hatten, und sie warfen sie ihm beinahe zu Füßen, und er heilte sie, so daß die Volksmenge staunte, als sie die Stummen redend sah, die Lahmen gehend und die Blinden sehend, und sie verherrlichten den Gott Israels.“ (Matth. 15:30, 31, NW) Was für eine wunderbare Schaustellung der dynamischen Kraft Jehovas! Dieselbe göttliche Macht wurde auch auf die Apostel übertragen. „So rief er [Jesus] seine zwölf Jünger herzu und gab ihnen Gewalt über unreine Geister, um diese auszutreiben und jederlei Krankheit und jederlei Leiden zu heilen. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen folgendes: ‚… Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebet.‘“ Später, zu Pfingsten, geschah folgendes: „Sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und begannen in verschiedenen Zungen zu reden, so wie es ihnen der Geist verlieh, sich zu äußern.“ — Matth. 10:1, 5, 8; Apg. 2:4, NW.
18. Führe einige der Dinge an, die Jehovas Volk unter der Leitung seines Geistes in der Neuzeit getan hat.
18 Nachdem der Zweck, das Christentum als von Gott kommend zu bestätigen, erfüllt war, wurden nach dem Tode der Apostel die Wundergaben des Geistes zwecks physischer Heilungen der Menschen nicht mehr verliehen, doch hat Jehovas heiliger Geist bis auf diesen Tag als Helfer für sein Volk weiter gewirkt. Jene, die seit vielen Jahren mit der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas verbunden sind, haben die Wirksamkeit dieses Geistes Gottes wohl beobachtet, denn tatsächlich ist dieser die anspornende Kraft, die Triebkraft ihres Werkes gewesen. Weder einem Menschen noch einer Gruppe von Menschen kann die Ehre dafür gegeben werden, daß Jehovas Zeugen ein einheitliches Predigtwerk in 179 Ländern und Gebieten, also in weltweitem Umfang, durchgeführt haben. Für die wunderbaren Ströme biblischer Wahrheiten kann nicht Menschen die Ehre gegeben werden. Entscheidungen bezüglich der theokratischen Organisation, des Betriebs der Wachtturm-Bibel-Schule Gilead, der Königreichsdienstschule, der Errichtung und Vergrößerung der Druckereien in vielen Gegenden der Welt — all dies und vieles, vieles mehr ist bestimmt nicht nur durch die Denkfähigkeit und kluge Vorsorge menschlicher Geschöpfe entstanden. Die bedeutenden gesetzlichen Siege, die in solch großer Zahl errungen worden sind, durch die die wahre Anbetung auf Erden verteidigt und gesetzlich verankert worden ist, sind in Wirklichkeit Siege Jehovas. Sein Geist hat dieses ganze Werk gelenkt, die einzigartige Einstellung seines Volkes gegenüber den verschanzten Anhängern der Bluttransfusion inbegriffen. Bestimmt wäre es ohne Gottes wegweisenden Geist unmöglich gewesen, dem Anprall der Flut des Spottes und Hohnes und der ungünstigen „Ratschläge“ aufrichtiger Verwandter und respektierter Fachleute standzuhalten. Nein, ein solch felsenfester Stand zugunsten der Heiligkeit des Blutes ist nicht bloß menschlichen Vernunftschlüssen und menschlicher Führung zuzuschreiben. Alles Lob und alle Ehre gehören dem wegweisenden Geiste Jehovas.
19. Was bedeutet es, sich an Gottes Geist zu versündigen, und warum ist dies so gefährlich?
19 Andere Äußerungen des heiligen Geistes, die von Jehova ausgehen, sind Gemeinschaftsentzüge, Hinrichtung von Kriminellen, wie zum Beispiel von Korah, Dathan, Abiram, Achan, Judas Iskariot, Ananias und Sapphira. Im Falle der beiden Letztgenannten sagt die Bibel, sie hätten gegenüber dem heiligen Geist Gottes „falsch gehandelt“. Wir sollten daher große Sorgfalt anwenden, um darauf zu achten, daß wir uns niemals an Gottes Geist versündigen. In den Tagen Jesu taten die Pharisäer gerade dies, indem sie die göttlichen Wunder und dadurch die offene Kundgebung der Wirksamkeit des Geistes verwarfen. Statt dessen sollte man sich gern seiner Leitung und seinem Rate unterziehen und ihm nicht widerstehen oder ihn gar bekämpfen. Hindere also den Geist an seiner Auswirkung niemals, noch schränke ihn je dadurch ein, daß du seiner Tätigkeit entgegenwirkst oder seinen Anweisungen zuwiderhandelst! — 4. Mose 16:1-35; Jos. 7:1-26; Matth. 27:3-10; Apg. 5:3.
20. Wo findet man die Früchte des Geistes Jehovas, und weshalb dort?
20 „Die Frucht des Geistes“, heißt es in Galater 5:22, 23 (NW), ist „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glaube, Milde, Selbstbeherrschung“. Wo findet man eine solch köstliche Frucht heute? Etwa in den vielen Zweigen der Gesellschaften dieser Welt? Natürlich nicht! Dort findet man sehr faule Früchte: Feindseligkeiten, Kriege, Vorurteile, Lügen, Stehlen, Unsittlichkeit usw. Im Gegensatz dazu findet man, daß nur die Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas die schönen Früchte des Geistes Jehovas hervorbringt. Das ist kein Geheimnis. Weltliche Beobachter bemerken diese offensichtliche Bekundung des heiligen Geistes, und doch fühlen sie sich — so befremdend es scheinen mag — nicht getrieben, sich dieser geeinten glücklichen Organisation anzuschließen. Einige, die erstaunt gewesen sind über den Frieden, die Harmonie und Einheit, die in Jehovas sichtbarer Organisation zu finden sind, haben in Tat und Wahrheit gegen das gekämpft, was sie gesehen und worüber sie sich gewundert haben und was nur Jehovas dynamische Kraft hat hervorbringen können. Sie geraten in dieselbe Klasse wie die heuchlerischen Pharisäer, indem sie sich an Gottes Geist versündigen, und das ist eine Sünde, die nicht vergeben wird. — Matth. 12:32; Heb. 6:4-6; 10:26.
IN DER KRAFT JEHOVAS DEN KOMMUNISMUS BESIEGT
21, 22. Woher erhalten Jehovas Zeugen die notwendige Kraft, um der kommunistischen Verfolgung standzuhalten, und mit welchen Ergebnissen?
21 Ein weiterer Beweis von Gottes Geist, der sein Volk zur Tätigkeit antreibt, ist die Art und Weise, wie es fähig gewesen ist, der beständigen Verfolgung durch totalitäre Regierungen standzuhalten. In den Worten des Psalmisten singen diese verfolgten Zeugen Jehovas: „Gott ist uns Zuflucht und Stärke, eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen. Darum werden wir uns nicht fürchten, wenngleich gewandelt würde die Erde, und wenn die Berge wankten im Herzen des Meeres, wenn seine Wasser tobten und schäumten, die Berge erbebten durch sein Ungestüm.“ — Ps. 46:1-3.
22 In diesem Kampf gegen gottlose totalitäre Elemente schöpft Jehovas Volk seine Kraft beständig aus dem himmlischen Quell und sagt: „Der wahre Gott ist der Eine, der mich mit lebendiger Kraft umgürtet … Du wirst mich zum Kampfe mit lebendiger Kraft umgürten.“ (Ps. 18:32, 39; 2. Sam. 22:2, 3, 40, NW) So gewappnet, sind Jehovas Zeugen hinter dem eisernen Vorhang, obwohl sie von der Berührung mit ihren Brüdern in anderen Teilen der Welt abgeschnitten sind, dennoch im Ausharren, in lebendiger Kraft und in ihrem dynamischen Schwung ihren brutalen Peinigern weit überlegen. Das Werk, das ihnen Gott zu tun aufgetragen hat, wächst und gedeiht zur Beängstigung und Bestürzung tyrannischer Diktatoren weiterhin!
23. Zu welchem Schluß müssen denkende Menschen nach einer sorgfältigen Betrachtung der treuen Zeugen Jehovas nun kommen?
23 Ihr, die ihr zu den denkenden Menschen der Welt gehört, solltet euch einmal Jehovas Zeugen etwas näher ansehen. Beachtet, wie sie alle trennenden nationalen, rassischen, sozialen und religiösen Schranken niedergerissen haben. Beachtet ihre Eintracht und Einheit in der Tätigkeit und der Form ihrer Anbetung! Seht, wie die ganze Welt sich boshaft bekämpft und wie sie dennoch unter Prüfungen ihre Lauterkeit bewahren. Nehmt Kenntnis von ihrer organisatorischen Wohlfahrt und ihrem zahlenmäßigen Wachstum. Beachtet ihren verzehrenden Eifer und ihre Liebe zu Jehovas Königreich der Gerechtigkeit. Betrachtet all dies aufmerksam, und ihr werdet bestimmt wissen, daß eine machtvolle unsichtbare Kraft, ja Jehovas heiliger Geist, dieses Volk zur Tätigkeit anspornt. Es ist eine Demonstration der „Einheit des Geistes“ in großartigem, weltweitem Ausmaß! — Eph. 4:3.
24. (a) Woher erhalten Christen ihre Kraft, wenn nicht durch Militärstreitkräfte, noch durch Menschenmacht? (b) Aus welchem unübertroffenen Grunde müssen sich Jehovas Diener auf die Kraft verlassen, die er verleiht?
24 All das hat Jehova vor langer Zeit voraussagen lassen: „Nicht durch Militärstreitkräfte und nicht durch Macht, sondern durch meinen Geist, hat Jehova der Heerscharen gesagt.“ Deshalb schrieb der Apostel Paulus seine Kraft der Macht Jehovas zu, wenn er sagte: „Für alles habe ich die Kraft durch ihn, der mir Kraft verleiht.“ So möge denn ein Diener Jehovas niemals auf die eigene Kraft oder auf die Macht anderer Menschen vertrauen, sondern, „wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, auf daß in allem Gott verherrlicht werde“. — Sach. 4:6; Phil. 4:13, NW; 1. Pet. 4:11.
25. Welcher großartigen Segnungen erfreuen sich nun alle in Fülle, die sich vom Geiste Jehovas zur Tätigkeit anspornen lassen?
25 Weil die Gott hingegebenen Diener alles tun, damit Jehova gepriesen und verherrlicht werde, verleiht er ihnen viele Segnungen. Freude und Glück gehören zu diesen Segnungen. Wenn ihr auch „das Wort unter vieler Drangsal“ annahmet, tatet ihr es doch „mit der Freude des heiligen Geistes“, wie die Schrift es sagt. (1. Thess. 1:6, NW) Ferner ist folgendes verheißen: „Glückselig der Mensch, dessen Stärke in dir ist … Sie gehen von [lebendiger] Kraft zu [lebendiger] Kraft.“ Diese Freude, dieses Glück ist nicht bloß eine oberflächliche Lustigkeit, wie „spaßige Leute“ der Welt sie vermitteln. Statt dessen ist es ein echtes, tiefes, inneres Gefühl der Befriedigung und Zufriedenheit, das man empfindet, auch wenn zufolge physischer Schmerzen Tränen über die Wangen rollen, weil man in einem schalldichten Gewölbe eines muffigen Gefängnisses erbarmungslos geschlagen wird. Das ist das Glück, das jene erleben, die Jehovas Herz glücklich machen, jene, die an der Rechtfertigung seines großen Namens und seines heiligen Wortes teilhaben! — Ps. 84:5, 7; Spr. 27:11.
-