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Hast du Zuneigung zu Jehova?Der Wachtturm 1983 | 1. Februar
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Hast du Zuneigung zu Jehova?
DIE Liebe hat viele „Gesichter“. Ein temperamentvoller junger Mann ist in ein hübsches Mädchen verliebt. Eine Mutter liebt ihr Kind, und es gibt die Liebe, die Christen zu einer weltumspannenden Bruderschaft verbindet.
Bei alldem spricht man von „Liebe“, doch die Griechen haben unterschiedliche Wörter für die verschiedenen Arten der Liebe. éros ist die mit geschlechtlicher Anziehung verbundene Liebe. storgé bezeichnet die Liebe, die auf Blutsverwandtschaft beruht. Und agápe — auf Grundsätzen beruhende selbstlose Liebe — ist die Liebe, die echte Christen auf der ganzen Erde untereinander haben (Johannes 13:34, 35).
Innige Zuneigung
Wenn die Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften von einer besonders herzlichen und innigen Art der Liebe sprechen wollten, gebrauchten sie das Wort philía. Es bezeichnet eine starke, herzliche, persönliche Zuneigung, wie sie zwischen echten Freunden besteht. Jehova hat eine solche besondere Zuneigung zu seinem einziggezeugten Sohn. Deshalb sagte Jesus von sich: „Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was irgend jener Eine tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise. Denn der Vater hat Zuneigung zum Sohn und zeigt ihm alle Dinge, die er selbst tut.“ Und im Hinblick auf seine wahren Nachfolger sagte er: „Der Vater selbst hat Zuneigung zu euch, weil ihr Zuneigung zu mir gehabt und geglaubt habt, daß ich als Vertreter des Vaters ausgegangen bin“ (Johannes 5:19, 20; 16:27).
In den Christlichen Griechischen Schriften bezeichnet der Begriff „Zuneigung“ eine herzliche, persönliche Art der Liebe. Das wird durch den Umstand verdeutlicht, daß er in Übersetzungen häufig mit dem Wort „innig“ verbunden wird, zum Beispiel, wenn der Apostel Paulus Christen auffordert: „Habt in brüderlicher Liebe innige Zuneigung zueinander“ (Römer 12:10). Des weiteren führt der Jünger Jakobus das Ausharren Hiobs an sowie den Ausgang, den Jehova gab und der bewies, „daß Jehova voll inniger Zuneigung und barmherzig ist“ (Jakobus 5:11).
Ist Zuneigung zu Jehova möglich?
Jehova kann also innige Zuneigung zu Menschen haben, die — obwohl unvollkommen — ihre Lauterkeit bewahren. Wenn man aber bedenkt, daß Zuneigung eine innige, herzliche Liebe zu jemandem bedeutet, ist es dann unvollkommenen Menschen möglich, Zuneigung zu Jehova, dem Souverän des Universums, zu haben?
Ja, das ist möglich. Ein hervorragender Beweis dafür ist die herzliche Zuneigung, die David zu Jehova hatte. Sie spricht aus vielen seiner Psalmen. David war sehr dankbar dafür, daß sich Jehova wie ein Hirte liebevoll um ihn kümmerte (Psalm 18:1; 23:1-6).
Jehova kann uns so nahe, für uns so wirklich sein, daß wir eine persönliche Zuneigung zu ihm haben können. Ja, daß wir diese innige, herzliche Zuneigung zu unserem Schöpfer haben sollten, geht deutlich aus dem ersten und größten Gebot hervor. Es besagt, daß wir ‘Jehova mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Sinn und unserer ganzen Kraft lieben sollten’ (Markus 12:29, 30).
Herzliche Zuneigung zu Jehova entwickeln
Wie können wir denn diese herzliche Zuneigung zu Jehova entwickeln? Indem wir uns immer mehr bewußt werden, wie liebevoll und gütig er als unser himmlischer Vater ist. Dieses Bewußtsein können wir erlangen, wenn wir uns die Zeit nehmen, sein Wort, die Bibel, regelmäßig zu lesen. Besonders wertvoll mag es für uns sein, die Psalmen, die Evangelien und die Briefe der Apostel zu lesen.
Eine weitere große Hilfe, herzliche Zuneigung zu Jehova zu entwickeln, besteht darin, daß wir angesichts der vielen Segnungen, die er ausgießt, den Geist der Wertschätzung und der Dankbarkeit pflegen. Sieh alles Gute als von ihm kommend an, denn in der Tat kommt „jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk ... vom Vater der himmlischen Lichter herab“. Tatsächlich fordert die Bibel häufig dazu auf, Gott zu danken, besonders in den Psalmen und in den Briefen des Paulus. Typisch ist die Aufforderung des Apostels, „allezeit unserem Gott und Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christus für alle Dinge Dank“ zu sagen (Jakobus 1:17; Epheser 5:20).
Auch das Gebet ist eine Hilfe, in der Zuneigung zu Jehova Gott zu wachsen — von Herzen kommende, aufrichtige und demütige flehentliche Bitten, die an unseren liebevollen Vater gerichtet sind. Im Gebet denken wir über die vortrefflichen Eigenschaften Jehovas nach, darüber, wie gütig er uns gegenüber ist und wie sehr wir ihn brauchen. Auch flehen wir wie David in Psalm 51 im Gebet um die Vergebung unserer Sünden. Durch all das kommen wir verständlicherweise Jehova näher, und es stärkt unsere Zuneigung zu ihm.
Wie uns die Zuneigung zu Jehova hilft
Was ist das Ergebnis, wenn wir diese herzliche, persönliche Zuneigung zu Jehova Gott entwickeln, ihn wirklich mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Sinn und unserer ganzen Kraft lieben? Es wird uns eine Hilfe sein, den Weg zu gehen, der Gott gefällt, und wird uns viel Schmerz und Herzeleid ersparen. Christen, die sich selbst in Schwierigkeiten bringen, indem sie sich schwerwiegende Übertretungen der gerechten Grundsätze Gottes zuschulden kommen lassen, haben dieses herzliche Verhältnis zu dem himmlischen Vater sehr wahrscheinlich nicht entwickelt.
Zum Beispiel hatte ein junger Christ von kaum zwanzig Jahren das Vorrecht, im Vollzeitdienst zu stehen. Er war aber sorglos, was die „Werke des Fleisches“ betrifft, und mußte zurechtgewiesen werden (Galater 5:19-21). Als ihm vor Augen geführt wurde, wie schwerwiegend seine Sünde war, bereute er aufrichtig. Er hatte jedoch außer acht gelassen, woran er zuallererst hätte denken sollen, nämlich an die Schmach, die seine eigensinnige Handlungsweise auf den Namen Jehovas brachte. Hätte dieser junge Mann ein herzliches, persönliches Verhältnis zu seinem himmlischen Vater gehabt, so hätte das ihn sehr wahrscheinlich von seiner sündigen Handlungsweise abgehalten.
Jesus fragte Petrus nicht nur, ob er Liebe, sondern ob er auch Zuneigung zu ihm, seinem Herrn, habe. Als Petrus das bejahte, sagte Jesus: „Weide meine Schäflein“ (Johannes 21:15-17). Ähnlich verhält es sich mit unserer Zuneigung zu Jehova. Sie wird uns helfen, darauf zu achten, Gott wohlgefällig zu sein, indem wir seine Gebote beachten. Es wird uns daran liegen, ihm nicht zu mißfallen, seine Gefühle nicht zu verletzen. Der Apostel Paulus erinnert uns daran, daß Jehova kein Gefallen an uns finden wird, wenn wir davon zurückweichen, seinen Willen zu tun. Bestimmt möchten wir nicht, daß das geschieht, nicht wahr? (Hebräer 10:38, 39). Ist es nicht viel besser, Glauben zu haben und eine echte herzliche Zuneigung zu unserem liebevollen Gott?
Mögen wir daher eine herzliche Zuneigung zu Jehova Gott entwickeln. Das gelingt uns, wenn wir sein Wort lesen, dankbar über seine Güte nachsinnen, im Gebet verharren und ihm durch unseren Lebenswandel und unseren eifrigen Dienst der Verkündigung seines Namens und seines Königreiches zu gefallen suchen.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1983 | 1. Februar
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Fragen von Lesern
■ Was war das in Matthäus 16:4 erwähnte „Zeichen Jonas“?
Als Antwort auf die Bitte der Pharisäer und Sadduzäer um ein Zeichen sagte Jesus: „Eine böse und ehebrecherische Generation sucht fortwährend ein Zeichen, doch wird ihr kein Zeichen gegeben werden, ausgenommen das Zeichen Jonas“ (Matthäus 16:1-4).
Diese religiösen Führer wollten offensichtlich ein sichtbares Zeichen vom Himmel sehen, bevor sie gewillt gewesen wären, Jesus als den Messias anzunehmen, wobei sie ihre Erwartung auf ein falsches Verständnis von Daniel 7:13, 14 stützten. Sie verlangten, daß der Messias ihren vorgefaßten Ansichten entsprach, während sie all das Wunderbare außer acht ließen, was Jesus tat und lehrte (Johannes 4:25-29, 42; 7:31; 9:30-33). Daher sagte Jesus zu den Pharisäern und den Sadduzäern, daß ihnen kein zusätzliches Zeichen gegeben werde außer dem „Zeichen Jonas“.
Mehrere Monate zuvor hatte Jesus „das Zeichen Jonas“ bereits erwähnt. Was er damit meinte, können wir an dem erkennen, was er damals noch hinzufügte: „Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des mächtigen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein“ (Matthäus 12:38-40).
Jona war in gewissem Sinne im Scheol oder im Grab, als er sich im Bauch des riesigen Fisches befand, der ihn verschlungen hatte (Jona 2:1, 2). Als er herauskam, wurde er gleichsam auferweckt, damit er seine Aufgabe als Prophet in Ninive erfüllen konnte. Mit Jesus sollte Ähnliches, ja noch Wunderbareres geschehen.
Jesus sagte vorher, daß er sterben und am dritten Tag von den Toten auferweckt werde (Matthäus 16:21; 20:17-19; Johannes 2:19-21). Als er tatsächlich am dritten Tag von den Toten auferstand, erinnerten sich seine Jünger an seine Worte und wurden dadurch in ihrem Glauben an ihn gestärkt (Johannes 2:22; 1. Korinther 15:3-8). Selbst einige der jüdischen Priester, die von dem „Zeichen Jonas“ und von der christlichen Botschaft hörten, begannen „dem Glauben gehorsam zu sein“ (Apostelgeschichte 6:7). Doch sie waren gewiß in der Minderheit. Die meisten jüdischen Führer hatten sich nicht von den wunderbaren Werken und Lehren Jesu beeindrucken lassen, solange er unter ihnen wandelte, und ihre Einstellung hatte sich nicht geändert. Sie verwarfen „das Zeichen Jonas“ — die Auferstehung Jesu am dritten Tag.
■ Warum werden bei christlichen Zusammenkünften und Kongressen die Anwesenden mitunter eingeladen, sich zum Singen des Liedes und zum Gebet zu erheben?
Lieder und Gebete gehören seit langem zur wahren Anbetung (1. Chronika 16:7-9; Matthäus 26:26-30; Jakobus 5:13, 14). Sie sind ein normaler und wichtiger Bestandteil der Anbetung bei Versammlungszusammenkünften oder Kongressen der Zeugen Jehovas.
Viele Lieder sind eine Form von Gebeten oder Lobpreisungen Gottes. Wenn sich eine größere Gruppe zum Singen des Liedes und zum Gebet vereint erhebt, kann dies als ein Ausdruck des Respekts angesehen werden, den sie Jehova erweist, während sie mit Danksagung vor ihm erscheint (1. Könige 8:14, 22, 23).
Man sollte jedoch beachten, daß man gemäß der Bibel Gott in irgendeiner Stellung Gebete oder Lobpreisungen in Form von Liedern darbringen kann. (Vergleiche Lukas 22:39-41; Apostelgeschichte 16:24, 25.) Es gibt also in dieser Hinsicht keine Regeln. Wenn jemand aufgrund seiner Gesundheit oder persönlicher Umstände es vorzieht, beim Lied und Gebet der Versammlung sitzen zu bleiben, ist dies nicht verkehrt. In kleineren Versammlungsbuchstudien, bei Heimbibelstudien und bei Mahlzeiten sitzen Christen meistens während des Gebets.
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